Beiträge

Wissenschaftler wollen von Heilern in Afrika lernen

Diesen Artikel teilen:
FacebookTwitterGoogle+ Share

Forscher der Universität Halle wollen von afrikanischen Heilern lernen und untersuchen zu diesem Zweck deren medizinisch genutzte Pflanzen.

Untersucht werden sollen Pflanzen aus Äthiopien, Botswana und Tansania mit dem Ziel, Aids, Tuberkulose und Wurmerkrankungen zu bekämpfen. Das Projekt wird vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung über vier Jahre mit 800.000 Euro gefördert, beteiligt sind auch Hochschulen und Unternehmen in Afrika.

Projektleiter Peter Imming vom Institut für Pharmazie der Uni Halle erklärt dazu:

«Wir wollen ökologisch gefährdete, therapeutisch wirksame und kommerziell nutzbare Pflanzen zunächst identifizieren und schließlich kultivieren. Unser Ziel ist, wissenschaftlich zu begründen, welche Inhaltsstoffe für die Wirkung der Arzneipflanzen verantwortlich sind.»

Wenn sich die gewünschten Arzneipflanzen tatsächlich kultivieren lassen, wollen die Forscher sie für den kommerziellen Anbau in den afrikanischen Partnerländern empfehlen.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=68916

 

Kommentar & Ergänzung:

Solche Forschungsprojekte sind auch für die Phytotherapie in Europa interessant, hat sie doch immer wieder Arzneipflanzen aus anderen Weltgegenden in ihre Behandlungskonzepte integriert, wenn entsprechende Wirkungen zu erwarten sind.

Beispiele dafür sind Teufelskralle und Umckaloabo (Kapland-Pelargonie) aus Afrika,

Ginseng, Ginkgo, Curcuma (Gelbwurz) und Indischer Weihrauch aus Asien,

Echinacea, Hamamelis (Zaubernuss) und Traubensilberkerze (Cimicifuga) aus Nordamerika,

Passionsblume, Cayennepfeffer und Ratanhia aus Südamerika.

Die traditionelle Pflanzenheilkunde – ob in Afrika, Europa oder sonstwo – bringt wertvolle Erkenntnisse und Erfahrungen mit, enthält aber auch immer wieder Irrtümer, die sich über Jahrhunderte hartnäckig halten können.

Nötig im Umgang mit der traditionellen Pflanzenheilkunde ist daher eine offene, interessierte, aber zugleich auch kritisch-prüfende Grundhaltung.

Siehe auch:

Komplementärmedizin – hat Tradition Recht?

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) verteidigt Homöopathie

Diesen Artikel teilen:

Achtung, Achtung: Wichtige Durchsage für alle Verschwörungstheoretiker, die daran glauben, dass die böse „Pharmaindustrie“ Krieg führt gegen die sanften Naturheilmittel und diese mit aller Macht unterdrücken und ausrotten will……

Unerhörtes ist nämlich passiert, und ausgerechnet die „Pharmazeutische Zeitung“ und die „Ärzte Zeitung“ berichten davon:

Nachdem Professor Josef Hecken, Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses, sich in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ dafür ausgesprochen hat, Homöopathie als Kassenleistung wegen fehlender Evidenz zu verbieten, verteidigt ausgerechnet der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) die Homöopathie. BPI-Hauptgeschäftsführer Henning Fahrenkamp verlangt, auch in Zukunft Satzungsleistungen anzubieten. Es gebe zahlreiche Erkrankungen, bei denen homöopathische Arzneimittel eingesetzt werden können, schreibt der BPI. Auch der Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH) widerspricht Heckens Vorschlag. Ärzten, Apothekern und Patienten sollte eine möglichst große Vielfalt von Arzneimitteln zur Verfügung stehen, verlangt BAH-Geschäftsführer Elmar Kroth.

Quellen für die Stellungnahmen von BPI und BAH:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=64860

http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/krankenkassen/article/918270/todesfaelle-krebszentrumhecken-watscht-homoeopathie-ab.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Diese neue Situation fordert nun alle Verschwörungstheoretiker heraus, ihre Konstrukte und Konzepte so anzupassen, dass das bewährte Feindbild weiterhin intakt bleibt.

Hier kann nur angedeutet werden, in welche Richtung die Neuinterpretation gehen könnte: Es kann sich bei diesen Stellungnahmen von BPI und BAH eigentlich nur um eine Finte handeln. Der Feind will uns täuschen und in Sicherheit wiegen……

Jetzt aber im Ernst:

Der Vorfall zeigt exemplarisch, dass es die scharfe Trennung zwischen der „Pharmaindustrie“ und den Naturheilmittelherstellern so nicht gibt. Hersteller von Homöopathika und auch von Phytopharmaka sind bestens in die Verbände der Pharmaindustrie integriert, die ihre Interessen vertreten. In Deutschland sind das der BPI und der BAH.

Unabhängig davon, ob man die Homöopathie als spezifisch wirksam ansieht oder nicht, kann man an diesem Beispiel feststellen: Der „Pharmaindustrie“ geht es nicht um einen ideologischen Krieg gegen die Naturheilmittel. Ihr kommt es auch nicht darauf an, ob ein Präparat „chemisch“ oder „natürlich“, wirksam oder unwirksam ist. Entscheidend dürfte eher sein, ob sich ein Produkt mit angemessenem Gewinn unter dem Begriff Arzneimittel verkaufen lässt. Bewährt sich ein Naturheilmittel und erreicht es einen bedeutenden Marktanteil, wird die „Pharmaindustrie“ nicht einen geheimen Vernichtungsfeldzug starten, sondern in diesem Mark mit Konkurrenzprodukten aktiv werden (1) oder Naturheilmittel-Hersteller aufkaufen(2).

Beispiele für (1) sind:

– Die Firma Sandoz, eine Generika-Tochter von Novartis, die einen Ginkgo-Extrakt verkauft und mit Sanabronch einen Hustensirup auf der Basis von Efeublätter-Extrakt.

– Die Firma Viforpharma mit den Präparaten Faros (Weissdorn-Extrkt), Jarsin (Johanniskraut-Extrakt), Feminelle (Traubensilberkerzen-Extrakt), Hepa-S (Artischocken-Extrakt) und Colosan mite (Sterculia).

Beispiele für (2) sind:

– Die mehr als 100 Jahre alte Marke Abtei, die 1996 unter das Dach der SmithKlineBeecham kam, der heutigen GlaxoSmithKline, und 2012 von der Abtei OP Pharma GmbH übernommen wurde, einer Tochter der Omega Pharma, einem belgischen Pharmazieunternehmen.

– Die Baldriparan-Präparate – Beruhigungsmittel auf der Basis von Baldrian, Melisse und Hopfen – die zum Pharmakonzern Pfizer gehören.

– Die Kytta Beinwellsalbe, die schon vor längerem in den Pharmakonzern Merck integriert wurde.

– Die Phytopharmaka-Herstellerin Steigerwald, die 2013 von Bayer aufgekauft worden ist, eine freundliche Übernahme übrigens – die Besitzer wollten an Bayer verkaufen. Siehe dazu: Bayer übernimmt Phytopharmaka-Hersteller Steigerwald.

Daneben gibt es natürlich immer noch eine ganze Reihe von Naturheilmittel-Herstellern, die unabhängig unterwegs sind. In Deutschland zum Beispiel die Dr. Willmar Schwabe Gruppe in Karlsruhe oder Bionorica in Neumarkt, in der Schweiz die Firmen Zeller in Romanshorn oder Bioforce in Roggwil.

Ich habe diese Hintergründe hier aufgeführt um zu zeigen, dass die Verbindungen zwischen Naturheilmittel-Herstellern und der „Pharmaindustrie“ vielfältig sind und sich diese „Landschaft“ nicht so simpel in ein Schwarz-Weiss-Schema einteilen lässt, wie es von den Verschwörungstheoretikern gerne gepflegt wird.

Ich habe mich dabei auf die Phytopharmaka-Hersteller konzentriert, weil ich die besser kenne. Über die Besitzverhältnisse der Homöopathika-Hersteller weiss ich nicht so genau Bescheid.

Der Homöopathika-Hersteller Heel aber zum Beispiel ist eine Tochtergesellschaft der Delton-Gruppe, die zu 100% dem BMW-Grossaktionär Stefan Quandt gehört, ein Umfeld also, das je eigentlich nicht so recht zum sanft naturnahen Image passt. Heel finanzierte zudem zusammen mit der Deutschen Homöopathie-Union (DHU) und den Firmen Staufen Pharma, WALA Heilmittel, Weleda und Hevert einen Schreiber, der im Internet Kritiker komplementärmedizinischer Verfahren systematisch diffamierte, ein ausserordentlich rüdes Vorgehen, das man eher der bösen Pharmaindustrie zutrauen würde. Siehe dazu den Bericht der „Süddeutschen“:

Homöopathie-Lobby im Netz: Schmutzige Methoden der sanften Medizin

Auch hier: Der schlichte Gegensatz – da die sanften, selbstlosen, menschenfreundlichen Hersteller von Naturheilmitteln und Homöopathika, dort dagegen die bösen, ausschliesslich kommerzgetriebenen Pharmakonzerne – funktioniert einfach nicht.

Anstatt die „Welt“ schön und klar in die Guten und die Bösen einzuteilen wäre es sinnvoller, allen kritisch auf die Finger zu schauen – den Naturheilmittel-Herstellern genauso wie der „chemischen“ Pharmaindustrie.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

Diesen Artikel teilen:

Hormonersatztherapie steigert Risiko auf Eierstockkrebs

Diesen Artikel teilen:

Die heute seltener verordnete Hormonersatztherapie nach den Wechseljahren steigert einer Meta-Analyse im Lancet (2015; doi: org/10.1016/S0140-6736(14)61687-1) zufolge auch das Risiko für Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom).

 

Als die Women’s Health Initiative im Jahr 2002 aufzeigte, dass die Einnahme von Östrogen-Gestagen-Präparaten nach der Menopause das Risiko auf Herzinfarkt und Brustkrebs steigert, gingen die Verordnungszahlen der seit den 1940er Jahren propa­gierten Hormonersatztherapie stark zurück. In den letzten Jahren sollen sich die Verordnungen dann stabilisiert haben. Nach den Recherchen der Collaborative Group on Epidemiological Studies of Ovarian Cancer um den Epidemiologen Richard Peto von der Universität Oxford nehmen in den USA und Großbritannien inzwischen wieder 6 Millionen Frauen Hormonpräparate ein, um ihre Wechseljahrbeschwerden zu lindern.

 

Die jetzt vorgestellten Resultate der Collaborative Group on Epidemiological Studies of Ovarian Cancer sprechen erneut gegen den unbedachten und langfristigen Einsatz der Hormonpräparate. Die Auswertung von 52 epidemiologischen Studien (17 prospektive und 35 retrospektive Untersuchungen) zeigte nämlich, dass die Einnahme der Hormone auch mit einem Anstieg der Ovarialkarzinome verbunden ist.

Da diese Tumore relativ selten sind, wurde ein Zusammenhang mit Hormonpräparaten in der Women’s Health Initiative möglicherweise übersehen.

Anders als beim Brustkrebs existiert jedoch keine effektive Früherkennung und die Behandlungsresultate sind sehr viel ungünstiger als beim Brustkrebs, das im Frühstadium von neun von zehn Frauen überlebt wird, während die Mehrheit der Ovarialkarzinome zu spät entdeckt wird und nicht mehr kurativ therapiert werden kann.

 

Laut Peto erkrankt eine von 50 Frauen im Verlauf ihres Lebens an einem Eierstockkrebs. Die Studie kommt zum Schluss, dass eine Hormontherapie nach der Menopause zu einer zusätzlichen Erkrankung unter 1.000 Frauen führt. Dies ergibt einen Anstieg der Häufigkeit von 20 auf 21 Erkrankungen auf 1.000 Frauen. Bei derzeit etwa einer Million Frauen, die sich allein in Großbritannien für eine Hormontherapie entscheiden, führt dies pro Jahr zu etwa 7.000 Ovarialkarzinome, die bei einem Verzicht auf die Hormontherapie vermeidbar wären.

 

Quelle:

aerzteblatt.de, Hormonersatztherapie erhöht Risiko auf Ovarialkarzinom

 

Kommentar & Ergänzung:

Ein weiterer Grund, bei leichteren Wechseljahrbeschwerden die Option Phytopharmaka ins Auge zu fassen. Das heisst vor allem: Präparate mit Trockenextrakt aus Traubensilberkerzen-Wurzelstock (Cimicifuga racemosa, Actaea racemoa) bei Hitzewallungen. In den frühen Wechseljahren, wenn noch keine Hitzewallungen auftreten,  Mönchspfefferextrakt.

Bei leichteren Wechseljahrbeschwerden könnten aber auch nichtmedikamentöse Massnahmen helfen, zum Beispiel regelmässige sportliche Aktivitäten.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

Diesen Artikel teilen:

Phytoöstrogene: Hopfen bei Hitzewallungen in den Wechseljahren

Diesen Artikel teilen:

Hopfenzapfen werden immer wieder mal empfohlen gegen Hitzewallungen in den Wechseljahren. Begründet wird dies mit dem Gehalt an Phytoöstrogenen.

Reinhard Länger hat in der Zeitschrift „PHYTOTherapie“ (5 / 2014) der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie einen informativen Beitrag über den Hopfen als Heilpflanze publiziert. Darin geht es auch um die Phytoöstrogene im Hopfen.

Zitat:

„Hopfenzapfen enthalten neben den genannten Inhaltsstoffen auch Flavonoide, darunter solche, die östrogenartige Effekte hervorrufen können (nomenklatorisch nicht ganz korrekt als 8-Prenylnaringenin bezeichnet). Obwohl diese Substanz zu jenen Phytoöstrogenen zählt, die in-vitro die stärksten Wirkungen zeigten, ist die Affinität zu den Östrogenrezeptoren verglichen mit Estradiol doch deutlich geringer (ERα 70-fach geringer, ERβ 20,000-fach geringer). Diese Substanzen könnten die Erklärung dafür sein, weshalb bei Hopfenpflückerinnen Zyklusstörungen beobachtet wurden und traditionell konzentrierte Reste des Brauvorgangs zur Behandlung verschiedenster gynäkologischer Probleme verwendet wurden. In Bieren, die mit modernen CO2-Extrakten aus Hopfen zubereitet wurden, ist der Phytoöstrogengehalt im Bereich 0 – ca. 20 μg/kg, also sehr gering.“

Quelle:

http://www.phytotherapie.co.at/pdf/PT0514.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Ich bin gegenüber der Empfehlung von Hopfen zur Linderung von Wechseljahrbeschwerden schon seit langem generell skeptisch.

Erstens ist der Gehalt an Phytoöstrogenen tatsächlich gering. Im Labor zeigt die Substanz aber interessante Wirkungen.

Zweitens bindet Prenylnaringenin – wie auch Reinhard Länger darlegt – deutlich stärker an den Östrogenrezeptor Alpha (Erα) als an Östrogenrezeptor Beta (Erβ).

Diese beiden Östrogenrezeptoren befinden sich im menschlichen Körper an unterschiedlichen Orten.

Der ERα überwiegt in der Niere und Nebenniere, in der Brustdrüse, in der Leber, im Uterus und im Zentralnervensystem in der Hypophyse.

Überwiegend ERß dominiert im Gefäßsystem, im Knochen, in der Lunge, in der Blase und in der Prostata.

Da in der Brustdrüse und im Uterus Tumore auftreten können, die durch Östrogene im Wachstum stimuliert werden, ist bei Substanzen wie Prenylnaringenin, die hauptsächlich an Erα binden, nicht auszuschliessen, dass sie dort tumorfördernde Effekte auslösen.

Selbst wenn also Hopfen relevante östrogene Wirkungen im menschlichen Organismus zeigen würde, wäre eine Empfehlung gegen Wechseljahrbeschwerden meines Erachtens wegen diesem nicht geklärten Risiko fragwürdig.

Die von Reinhard Länger erwähnten Berichte über Zyklusstörungen bei Hopfenpflückerinnen geistern im übrigen schon seit Jahrzehnten in der Fachliteratur herum, ohne dass ich bisher irgendwo konkrete Angaben dazu gefunden hätte (wer hat wann, wo, was genau beobachtet? Wo wurden diese Angaben publiziert?).

In der Phytotherapie-Fachliteratur wird Hopfen hauptsächlich als Mittel gegen Schlafstörungen, Unruhe und Nervosität eingesetzt. Eine Empfehlung von Hopfen zur Linderung von Hitzewallungen taucht dort nicht auf. Empfohlen wird gegen diese Beschwerden in der Regel Traubensilberkerze als Extrakt.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diesen Artikel teilen:

Heilpflanzen in den Wechseljahren

Diesen Artikel teilen:

„Wechseljahre: Hormonersatz oder Heilpflanzen?“, so titelt der „Kurier“ und fährt fort: „Österreichische Apotheken setzen auf sanfte Hausmittel mit pflanzlichen Wirkstoffen“.

Im Artikel wird die Apothekerin Irina Schwabegger-Wager zitiert: „Etwa ein Drittel der rund eine Million Österreicherinnen in den Wechseljahren hat keine Probleme. Ein weiteres Drittel hat leichte Beschwerden, die oft mit pflanzlichen Wirkstoffen gut in den Griff zu bekommen sind. Johanniskraut-, Rotklee-, Salbei-, Traubensilberkerze-, Baldrian-, Mönchspfeffer-Präparate, Tees etc. stehen dabei zur Verfügung. Aber auch hier kommt es auf entsprechende Information und Vorsicht an.“

Quelle:

http://kurier.at/lebensart/gesundheit/wechseljahre-hormonersatz-oder-heilpflanzen/29.629.110

 

Kommentar & Ergänzung:

Johanniskraut-, Rotklee-, Salbei-, Traubensilberkerze-, Baldrian-, Mönchspfeffer-Präparate – das sind tatsächlich genau diejenigen Heilpflanzen, die zur Linderung von Wechseljahrbeschwerden am häufigsten eingesetzt werden. Und es stimmt natürlich auch, dass es hier auf entsprechende Information und Vorsicht ankommt.

Weil der Artikel im „Kurier“ für die Beratung in Apotheken Werbung macht, möchte ich dazu noch eine Ergänzung anfügen:

Ich würde mich, was „Information“ über Heilpflanzen-Präparate und andere Naturheilmittel anbelangt, nicht fraglos auf die Beratung von Apotheken oder Drogerien verlassen – und dies aus zwei Gründen:

1. Apotheken und Drogerien empfehlen oft nicht das, was am wirksamsten und qualitativ am besten ist, sondern das, was am besten ins Sortiment passt und Gewinn verspricht.

2. Die fachliche Qualität der Beratung in Apotheken und Drogerien zum Thema Naturheilmittel ist sehr unterschiedlich – und manchmal recht fragwürdig. Falsche Auskünfte sind häufig, werden von Kundinnen und Kunden aber in der Regel wegen fehlender Fachkenntnisse nicht bemerkt.

 

Anmerkung zu Punkt 1:

Schätzungsweise 90% der Naturheilmittel, Komplementärmedizin-Präparate und pflanzlichen Nahrungsergänzungsmittel, die in Apotheken und Drogerien verkauft und empfohlen werden, sind unnötig und haben über den Placebo-Effekt hinaus keine Wirkung (im Internethandel ist es aber noch schlimmer!)

Die meisten Mitarbeitenden in Apotheken und Drogerien stehen diesem Bereich ihres Sortimentes viel zu unkritisch gegenüber, weil sie schlicht ökonomisch davon leben und weil ein grosser Teil der Weiterbildung von den Herstellern der Präparate zur Verfügung gestellt wird, was kritischem In-Frage-stellen nicht förderlich ist.

Beispiel Rotklee gegen Hitzewallungen: Ob Rotklee-Präparate gegen Wallungen wirksam sind ist überhaupt nicht geklärt. Trotzdem werden sie oft in Apotheken und Drogerien so propagiert, als ob ihre Wirksamkeit fraglos vorhanden wäre.

Dazu im Pharmawiki:

„Die Rotklee-Phytoöstrogene haben oestrogene Eigenschaften. Sie binden hauptsächlich an den Oestrogen-Rezeptor ERβ, sind hingegen nur schwache Agonisten an ERα. Sie werden deshalb auch als natürliche SERMs bezeichnet. Zwar ist ihre Affinität zum Rezeptor geringer als diejenige von Estradiol, aber sie liegen in deutlich höheren Konzentrationen vor. Die klinische Wirksamkeit bei vasomotorischen Beschwerden wie Hitzewallungen oder anderen Beschwerden der Wechseljahre konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Positive Effekte, zum Beispiel auf den Herz-Kreislauf und den Knochenmetabolismus, sind nicht auszuschliessen. Insgesamt ist Rotklee wissenschaftlich nicht ausreichend untersucht und klare Belege für die beanspruchten Anwendungsgebiete fehlen. Die Mehrheit der unabhängigen Experten, welche die wissenschaftliche Datenlage beurteilt haben, lehnen eine Anwendung deshalb und aufgrund der unbekannten Risiken, ab.“

Quelle:

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Rotklee

Ich bin nicht dagegen, wenn Frauen Rotklee-Präparate gegen Hitzewallungen versuchen. Ich bin auch nicht grundsätzlich dagegen, wenn Apotheken und Drogerien Rotklee-Präparate verkaufen oder gar empfehlen. Ich finde nur, dass fachliche „Beratung“ – im Gegensatz zum reinen „Verkaufsgespräch“ – auch die Einschränkungen und offenen Fragen transparent auf den Tisch legen sollte. Nur so können sich Konsumentinnen und Konsumenten rundum informiert entscheiden. Wenn Ihnen also in einer Gesundheitszeitschrift, in einer Apotheke oder Drogerie Rotklee-Präparate als fraglos wirksame Therapie für Hitzewallungen empfohlen werden, dann ist die „Information“ einseitig und selektiv.

Eine seriöse Beratung müsste darauf hinweisen, dass für Rotklee bisher keine geklärten und belastbaren Hinweise auf eine Wirksamkeit vorliegen, allfällige Risiken bei Langzeiteinnahme nicht geklärt sind, bisher aber auch keine ernsthaften Zwischenfälle beobachtet wurden. Transparenz ist gefragt.

Allerdings – und das kompliziert die Situation – wollen viele Patientinnen das gar nicht hören. Sie erwarten einfach ein Mittel, das hilft. Punkt. Auf dieser Basis gibt es aber keine informierten Entscheidungen.

Ausserdem könnte eine Pro- und Kontra-Beratung den Placebo-Effekt reduzieren, der bei der Behandlung von Hitzewallungen immer eine wichtige Rolle spielt.

Allerdings: Ein Placebo wirkt auch dann, wenn der Patient oder die Patientin weiss, dass es ein Placebo ist.

Siehe:

Placebo wirkt, auch wenn man weiss, dass man ein Scheinmedikament nimmt

Placeboforschung: Tablettenschlucken bereits als Ritual wirksam bei Migräne 

Anmerkung zu Punkt 2:

Jüngstes Beispiel (von vielen): Eine Kollegin geht in die Apotheke und will Lavendelöl kaufen zur Behandlung von Fusspilz. Auskunft Apotheke: Lavendelöl wirkt nicht gegen Fusspilz, das tut nur Teebaumöl.

Die Auskunft ist falsch. Linalool als wichtiger Inhaltsstoff von Lavendelöl wirkt ziemlich gut antimykotisch (pilzhemmend).

Siehe:

Lavendelöl gegen Hautpilze

Fazit: Wer sich für Naturheilkunde interessiert tut gut daran, kritisch zu bleiben, sich selber schlau zu macht und nicht einfach blindlings Empfehlungen und Versprechungen zu folgen, selbst wenn diese von Fachleuten stammen.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diesen Artikel teilen:

Forschung zum Wirkungsmechanismus von Traubensilberkerze bei Wechseljahrbeschwerden

Diesen Artikel teilen:

Die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren führt häufig zu Beschwerden wie Wallungen, die gerne alternativ zu konventionellen Therapien mit Präparaten der Traubensilberkerze (Actaea racemosa, Syn. Cimicifuga racemosa) behandelt werden.

Einem Team von Forschenden um Sophia Khom vom Department für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Wien ist nun ein bedeutender Schritt zur Aufklärung der möglichen Wirkmechanismen der Traubensilberkerze gelungen. Die neuen Erkenntnisse wurden vor kurzem in der renommierten Fachzeitschrift „Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics“ publiziert.

Die Wirksamkeit der Traubensilberkerze wird in klinischen Studien unterschiedlich beurteilt. In manchen Studien scheint durch ihre Einnahme eine Besserung der subjektiven Symptomatik hauptsächlich bei Beschwerden wie Schlafstörungen, Hitzewallungen oder Unruhe einzutreten. Die wirksamen Inhaltsstoffe sind jedoch weitgehend unbekannt. Vermutet wird bereits seit einiger Zeit, dass Inhaltsstoffe verschiedene Botenstoffsysteme im zentralen Nervensystem modulieren. 

Einer der Inhaltsstoffe der Traubensilberkerze verstärkt die Wirkung des wichtigsten hemmenden Botenstoffes (γ-Aminobuttersäure; kurz GABA) im Gehirn an sogenannten GABA(A) Rezeptoren. Dieser Rezeptor ist hauptsächlich als molekulares Ziel ärztlich verordneter Schlafmittel wie Zolpidem, Diazepam, Anästhetika, Tranquilizer oder Antiepileptika bekannt.

 

Inhaltsstoffe vermindern Angst und Stress


 

Die Pharmakologinnen Sophia Khom und Barbara Strommer untersuchten zuerst die Wirkung des Naturstoffes an neun verschiedenen GABAA Rezeptor Subtypen, die in Eizellen des afrikanischen Krallenfrosches exprimiert wurden. Besonders auffällig war in der Studie, dass der Naturstoff keine Selektivität zeigt und alle untersuchten GABA(A)-Rezeptor-Subtypen gleichermaßen beeinflusst, erklärt Sophia Khom, Leiterin der experimentellen Untersuchungen an der Universität Wien.

 

Die maximale Wirkung sei im Vergleich zu etablierten Substanzen wie Diazepam etwa sechsmal stärker ausgeprägt. Daraus könne man schließen, dass die Substanz vermutlich an allen im Gehirn vorkommenden GABA(A)-Rezeptoren angreife und dadurch signifikant die Erregbarkeit von Nervenzellen im gesamten Hirn reduziere.

 

Eine solche Wirkung vermindert Unruhe, Angst oder Stress, führt jedoch auch zu unerwünschten Wirkungen wie Sedierung – also einer Dämpfung der Funktionen des zentralen Nervensystems –, zu Schlafbedürfnis und dem Verlust der Kontrolle über die Muskulatur. Untersuchungen zeigten tatsächlich angstlösende und Stress reduzierende Effekte, jedoch auch eine starke Beruhigung, die im Einklang mit dem festgestellten Wirkungsmechanismus des Inhaltsstoffes steht.

 

Diese beruhigende Wirkung könne bei Gabe von Traubensilberkerzen-Präparaten zu einer erwünschten Linderung von Nervosität in der Postmenopause beitragen, vermutet Sophia Khom.

Es brauche aber entsprechende klinische Studien, um zu klären, ob dies wirklich der Fall sei.

 

Mit der beobachteten Sedierung können jedoch auch unerwünschte Wirkungen verbunden sein, schreibt die Universität Wien in der Pressemitteilung. Ob es bei wiederholter Einnahme zu einer übermäßigen Sedierung und zum Beispiel zur Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit kommt, können die ForscherInnen noch nicht mit Sicherheit sagen.

 

Sie glauben, dass ihre Arbeit einen möglichen Wirkungsmechanismus der Traubensilberkerzen-Extrakte aufzeigt.

Quelle:

http://medienportal.univie.ac.at/presse/aktuelle-pressemeldungen/detailansicht/artikel/macht-die-traubensilberkerze-muede/

Publikation in Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics
Strommer B., Khom S., Kastenberger I., Stuppner H., Schwarzer C., Hering S.: A Cycloartane Glycoside Derived from Actaea racemosa L. Modulates GABA(A) Receptors and Induces Pronounced Sedation in Mice. Aug. 26 2014 / 2014 Nov; 351(2):234-42. DOI: 10.1124/jpet.114.218024.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25161170

 

Kommentar & Ergänzung:

Interessante Forschung. Je besser wir die Wirkungsmechanismen der Heilpflanzen verstehen, desto präziser und wirksamer kann man sie anwenden und desto eher sind potenzielle unerwünschte Nebenwirkungen voraussehbar.

Festzuhalten ist aber, dass es sich hier um reine Laborexperimente an Zellen handelt. Ob entsprechende Wirkungen an GABA-Rezeptoren auch in einer „ganzen“ Frau stattfinden und eine Rolle für die Wirkung des Traubensilberkerzen-Extrakts spielen, ist völlig unklar. Den Forscherinnen und Forschern ist das klar, doch geht diese Einschränkung in der Medienberichterstattung und manchmal sogar in der Fachliteratur nicht selten unter.

Im Labor an isolierten Zellen oder Geweben lassen sich leicht irgendwelche Vorgänge beobachten und als Wirkungsmechanismen interpretieren, die in der Anwendungssituation oft gar nichts mit der Wirkung zu tun haben.

So gibt es für Traubensilberkerzen-Extrakt aus dem Labor bereits Hinweise auf ganz unterschiedliche Wirkungsmechanismen:

„Die Wirksubstanzen haben verschiedene Angriffspunkte. Neben einer selektiven Estrogen-Rezeptor-Modulation (→SERM) durch die Cycloartanderivate wurde ein zentraler Angriff, z. B. an Regulationszentren für die Körpertemperatur sowie an Serotonin-, Dopamin-, GABA- und Opioid-Rezeptoren, gezeigt.“

Quelle: Teuscher / Melzig / Lindequist, Biogene Arzneimittel, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart 2012

Da stellt sich natürlich die Frage, welcher von diesen auf der Basis von Laborergebnissen postulierten Wirkungsmechanismen relevant ist.

Im „Leitfaden Phytotherapie“ (2010) von Schilcher / Kammerer / Wegener steht als Zielstruktur der Hypothalamus in Zentrum:

„Wirkmechanismus: Dämpfung des hypothalamischen LHRH-Pulsgenerators, damit verbunden eine Senkung pulsatiler LH-Sekretion und Hemmung der Aktivität hypothalamischer Temperatur- und Herz-Kreislauf-regulierender Nervenzellen, dadurch Hemmung von aufsteigenden Hitzewallungen und tachykarden Anfällungen.“

Möglich wäre auch, dass mehrere Wirkungsmechanismen beteiligt sind.

Dann hätten wir es mit einer Multi-Target-Therapie zu tun, was in der Phytotherapie nicht selten der Fall sein dürfte: Es werden mehrere Zielstrukturen durch das gleiche Präparat beeinflusst. Aus diesem breiten Ansatz ergibt sich nicht selten eine gute Verträglichkeit.

Von daher ist aber auch die Spekulation über stark sedierende Eigenschaften, die möglicherweise bis zur Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit gehen, eher fragwürdig. In der Phytotherapie-Fachliteratur taucht eine sedierende Wirkung von Traubensilberkerzen-Extrakt nicht auf, und bei klinischen Studien wäre eine stark sedierende Wirkung wohl aufgefallen.

Interessant an dieser ganzen Diskussion rund um Wirkungsmechanismen des Traubensilberkerzen-Extrakts ist eine Veränderung über die Zeit hinweg: Während anfänglich vor allem hormonelle Wirkungsweisen im Vordergrund standen und als Wirkstoffe Phytoöstrogene postuliert wurden, gehen heute viele Fachleute von einer Beeinflussung der Wechseljahrsymptome im Zentralnervensystem aus.

Die Zeitung „Der Standard“ veröffentlichte die Pressemeldung der Universität Wien im übrigen unter dem Titel „Pflanzliches Präparat gegen menopausale Beschwerden wirksam“ – was völlig irreführend ist. In der beschriebenen Forschung geht es nicht um Wirksamkeit, sondern um Wirkstoffe und potentielle Wirkungsmechanismen. Um eine Wirksamkeit zu belegen, sind klinisch Studien nötig, also Untersuchungen mit Frauen, die an Hitzewallungen leiden. Die gibt es, doch sind die Ergebnisse für Traubensilberkerzen-Extrakt widersprüchlich. Es dürfte unter anderem wohl sehr darauf ankommen, welche Präparate jeweils untersucht worden sind.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

j

Diesen Artikel teilen:

Phytoöstrogene: Soja und Rotklee ohne Wirkung bei Hitzewallungen?

Diesen Artikel teilen:

Weil die Östrogentherapie mit Risiken verbunden ist, setzen viele Frauen bei Wechseljahrbeschwerden auf Soja oder Rotkleeprodukte.

Können Phytoöstrogene aus Soja und Rotklee Hitzewallungen lindern?

Forschende der Cochrane-Collaboration fanden 43 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 4364 Patientinnen, die den Einfluss von Phytoöstrogenen auf Hitzewallungen und Nachtschweiss in der Peri- oder Postmenopause untersuchten.

Die vorgesehene Metaanalyse scheiterte an der Heterogenität der vorliegenden Studien. Einzeln betrachtet zeigten zwar einige Untersuchungen günstige Effekte auf Wechseljahrbeschwerden.

Aufgrund der methodischen Schwächen erkennt das Cochrane-Team um Anne Lethaby jedoch keine hinreichende Evidenz für eine Wirkung.

Als Vorteil der Phytoöstrogene aus Soja und Co. wird erwähnt, dass sie auch bei Dauereinnahme weder Endometrium noch Vaginalmukosa beeinflussen.

Quelle:

http://www.medical-tribune.ch/home/news/artikeldetail/phytos-machtlos-bei-hitzewallungen.html

Anne Lethaby et al., The Cochrane Library 2013; online first

Kommentar & Ergänzung:

Zur Wirksamkeit von Soja und Rotklee bei Hitzewallungen gibt es schon seit längerem mehr Fragezeichen als positive Befunde. Schade, dass die vorliegenden Studien aufgrund der Unterschiedlichkeit nicht ausreichen für eine Metaanalyse.

Interessant ist die Aussage, dass Phytoöstrogene aus Soja und Co. – also Isoflavone –  das Endometrium (Gebärmutterschleimhaut) und die Vaginalmukosa nicht beeinflussen. Wenn das so ist, geht von diesen Isoflavonen kein erhöhtes Risiko für Tumorerkrankungen in diesen Bereichen aus. Das liest man nicht immer mit dieser Deutlichkeit. Leider fehlt da eine Stellungnahme zum Brustgewebe.

Insgesamt sind die Aussagen und Studienresultate zu Soja und Wechseljahrbeschwerden sehr widersprüchlich:

Wechseljahrbeschwerden: Keine Linderung von Hitzewallungen durch Soja

Soja: Keine Wirkung gegen Hitzewallungen in den Wechseljahren

Prostatakrebs – Soja-Supplemente in Studien ohne Schutzwirkung

Zur „Karriere“ der Phytoöstrogene

Hier gibt es eine positive Metaanalyse:

Soja reduziert Hitzewallungen in den Wechseljahren

Phytoöstrogene und hormonrezeptorpositiver Brustkrebs

Studie empfiehlt Soja bei Brustkrebs

Neben den Isoflavonen gibt es noch andere Gruppen von Phytoöstrogenen, zum Beispiel in den Leinsamen die Lignane.

Forschung: Krebshemmende Wirkung von Phytoöstrogenen vom Typ der Lignane

In der Phytotherapie wird die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) als Heilpflanze gegen Hitzewallungen eingesetzt. Sie wurde früher ebenfalls zu den Phytoöstrogen-Pflanzen gerechnet. Neuere Forschungen deuten aber auf eine Wirksamkeit via Zentralnervensystem hin. Pharmakologische und phytochemische Untersuchungen deuten auf eine Interaktion (Wechselwirkungen) mit verschiedenen Rezeptoren im Zentralnervensystem hin.

Neben dopaminergen Wirkungen konnte eine positive Modulation am GABA-Rezeptor sowie eine Bindungsaktivität am Serotoninrezeptor festgestellt werden.

Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) bei Wechseljahrsbeschwerden

Gegen das Schwitzen bei Hitzewallungen wird in der Phytotherapie auch die innerliche Anwendung von Salbei (Salvia officinalis) empfohlen – als Salbeitee oder Salbeitinktur. Diese Wirkung hat nichts mit Phytoöstrogenen zu tun.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Pflanzenheilkunde-Infotreff in Winterthur

Diesen Artikel teilen:

Am Pflanzenheilkunde-Infotreff hören Sie Minilektionen zu aktuellen Themen aus der Phytotherapie. Vor allen aber können Sie – die Anwesenden – die Themen bestimmen. Fragen Sie mich zu bestimmten Heilpflanzen, Naturheilmitteln, Krankheiten oder Methoden, die Sie interessieren. Ich werde so gut ich kann mit der Erfahrung aus über dreissig Jahren intensiver Auseinandersetzung mit Naturheilkunde und Phytotherapie antworten. Wir kommen über Ihre Themen ins Gespräch.

Leitung:  Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Zeit:  90 Minuten, von 19.00 Uhr bis 20.30

Türöffnung: 18.30 Uhr

Kosten: 20.- (bitte bar mitnehmen)

Anmeldung: nicht nötig Ort: Kulturzentrum Alte Kaserne, Technikumstrasse 8, 8400 Winterthur (Am Rand der Altstadt, 15 gemütliche Fussminuten vom Bahnhof) Im Eingangsbereich der „Alten Kaserne“ ist der Kursraum angeschrieben.

Programm:

Mittwoch, 26. November 2014:

Naturheilmittel kommentiert und erläutert

Es gibt Naturheilmittel in unüberschaubarer Anzahl und mit sehr grossen Qualitätsunterschieden und Hintergründen. Viele TherapeutInnen und Mitarbeitende in Apotheken und Drogerien erwerben ihr Wissen darüber vor allem in Schulungen der Hersteller, wodurch fraglich wird, ob immer wirklich das Fundierteste verschrieben, empfohlen und verkauft wird. An diesem Abend können Sie Naturheilmittel mitbringen, die Sie gekauft haben, oder Fragen stellen zu Naturheilmitteln, die Sie zu kaufen beabsichtigen. Ich werde die Produkte gerne kommentieren & erläutern und auf ihre Fragen eingehen. Sie bekommen so eine Zweitmeinung von absolut unabhängiger Seite, da ich keinerlei Produkte verkaufe und mit keinem Hersteller verbandelt bin. Wie immer an den Pflanzenheilkunde-Infotreffs, sind an diesem Abend auch alle anderen Fragen rund um die Pflanzenheilkunde willkommen.

 

Montag, 2. Februar 2015: Naturheilkundlich-phytotherapeutische Beratung & Lehre

Sie – die Anwesenden – bestimmen die Themen dieses Abends. Fragen Sie mich alles, was Sie schon lange wissen wollten über Naturheilkunde & Phytotherapie. Und ich werde so gut ich kann dazu Antworten geben: Bestimmte Wirkstoffe, Heilpflanzen, Naturheilmittel, Methoden, Krankheiten…..Ich freue mich auf Ihre Fragen oder Ihren „Lehrauftrag“. Daraus einsteht ein lebendiges Lehrgespräch über Naturheilkunde & Phytotherapie.

Vergangene Themen:

Montag, 29. September 2014:

Heilpflanzen-Anwendungen bei Blasenentzündung

– Heilpflanzen-Anwendungen zur Vorbeugung und Behandlung von Blasenentzündung / Möglichkeiten und Grenzen der Phytotherapie. – Bärentraubenblätter, Kapuzinerekresse, Meerrettich, Cranberry – Wie anwenden? Wann anwenden? – Und im zweiten Teil Fragen aus dem Publikum zur Pflanzenheilkunde als Basis für ein anregendes Lehrgespräch.

Donnerstag, 23. Oktober 2014:

Pflanzliche Arzneiformen – Wissenswertes über Kräutertees, Pflanzentinkturen, Pflanzenextrakte und Frischpflanzensäfte

– In der Phytotherapie ist nicht nur wichtig, welche Heilpflanze bei welcher Krankheit am wirksamsten ist. Entscheidend ist auch die Arzneiform. An diesem Abend erfahren Sie, welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Arzneiformen haben und wie sie hergestellt werden. – Und im zweiten Teil Fragen aus dem Publikum zur Pflanzenheilkunde als Basis für ein anregendes Lehrgespräch.

Donnerstag, 8. Mai 2014: Wirkstoffkunde – Gerbstoffe und ihre vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten

– Gerbstoffe sind entscheidend für die Wirkung bedeutender Heilpflanzen (Heidelbeeren, Schwarztee, Blutwurz, Eichenrinde…). Wie genau wirken Gerbstoffe und für welche Krankheiten und Beschwerden können sie eingesetzt werden? – Und im zweiten Teil Fragen zur Pflanzenheilkunde als Basis für ein anregendes Lehrgespräch.

Donnerstag, 20. März 2014: Pflanzliche Schlafmittel

–  Wie genau wirken Baldrian, Melisse, Lavendel, Passionsblume, Orangenblüten…und in welcher Form werden sie am besten gegen Schlafstörungen eingesetzt? Was sind die wichtigsten Punkte der nichtmedikamentösen Behandlung von Schlafstörungen? – Und im zweiten Teil Fragen aus der Runde zur Pflanzenheilkunde als Basis für ein anregendes Lehrgespräch.

Montag, 17. Februar 2014: „Frauenkräuter“

– Die wichtigsten Heilpflanzen in der Gynäkologie und ihre genauen Anwendungsbereiche: Mönchspfeffer, Traubensilberkerze, Frauenmantel…/ PMS, Wechseljahrsbeschwerden, Menstruationskrämpfe – Und im zweiten Teil  Fragen aus der Runde zur als Basis für ein anregendes Lehrgespräch.

Montag, 27. Januar 2014: Verdauungstrakt: Blähungen, Verstopfung, Durchfall

– Welches sind die wirksamsten Heilpflanzen bei Blähungen, Verstopfung und Durchfall? In welcher Form werden sie am besten eingesetzt (Tee, Tinktur, Extrakt)? – Und im zweiten Teil Fragen aus der Runde zu allen Bereichen der Pflanzenheilkunde als Basis für ein anregendes Lehrgespräch.

Montag, 25. November 2013: Johanniskraut & Depression

– Wann Johanniskraut? Wann nicht? In welcher Form? Nebenwirkungen? Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten? Ergänzendes zum Thema Depression und Umgang mit depressiven Menschen. Geschichtliches zum Johanniskraut…. – Und im zweiten Teil Fragen aus der Runde zu allen Bereichen der Pflanzenheilkunde als Basis für ein anregendes Lehrgespräch.

Diesen Artikel teilen:

Phytotherapie-Forschung an der Universität Frankfurt: Prof. Robert Fürst neu auf dem Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie

Diesen Artikel teilen:

Prof. Robert Fürst, der am 1. November 2012 die Nachfolge von Prof. Theo Dingermann am Institut für Pharmazeutische Biologie in Frankfurt angetreten hat, erforscht die wirksamen Prinzipien in Naturstoff-Gemischen wie Weißdorn, Baldrian oder Melisse, die aus tausenden von Substanzen zusammengesetzt sind.

Und er sucht Zielstrukturen im Körper, an denen solche Naturstoffe wirksam werden. Vorgänger Theo Dingermann bleibt noch zwei Semester im Amt und wird dann Seniorprofessor an der Goethe-Universität Frankfurt.

Einer von drei Forschungsschwerpunkten Fürsts sei die rationale Phytotherapie, also die Verwendung pflanzlicher Arzneimittel, die nach medizinischen Massstäben eingesetzt werden, schreibt die Universität in einer Pressemitteilung. Fürst untersuche diese Vielstoffgemische auf ihre molekularen Mechanismen und wirksamen Bestandteile hin. Das erläutert der neue Lehrstuhlinhaber am Beispiel des Weißdorns: Aus Studien wisse man, dass Weissdorn die Herzleistung bei milden Formen der Herzinsuffizienz verbessere. „Ich wollte wissen, wo der Wirkstoff, abgesehen vom Herzen, sonst noch angreift und hatte den Verdacht, dass er auch direkt auf die Endothelzellen wirkt, die die Gefäße auskleiden“, sagt Fürst. Häufig seien mit der Herzinsuffizienz auch entzündliche Prozesse der Gefäße verbunden. Dies trage dazu bei, dass sie undicht werden und Flüssigkeit an das Gewebe verlieren. Diese Ödembildung könne durch Weißdorn verhindert werden, da der Extrakt direkt in Regelkreise der Endothelzellen eingreifen könne, wie Fürst herausgefunden hat.

Robert Fürst war der Wunschkandidat der Universität Frankfurt und seine Berufung wurde nach Aussage des Vizepräsidenten Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz möglich dank der großzügigen Unterstützung der Karlsruher Firma Dr. Willmar Schwabe, einem Produzenten pflanzlicher Arzneimittel.

Quelle:

http://idw-online.de/pages/de/news507476

Kommentar & Ergänzung:

Der Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie an der Universität Frankfurt hat einen ausgezeichneten Ruf und Prof. Theo Dingermann ist bekannt als Autor bedeutender Phytotherapie-Fachbücher. Erfreulich zu hören also, dass die Phytotherapie-Forschung an der Universität Frankfurt weitergeht. Das zeigt einmal mehr, dass die Phytotherapie gut in den Wissenschaftsbetrieb integriert ist. Das stützt meine seit je her vertretene Ansicht, dass Phytotherapie ein (randständiger) Bereich der Medizin ist – und irreführender weise von manchen Politikerinnen und Politikern aus Lobbying-Gründen  zur Komplementärmedizin gestellt wird.

Siehe auch:

Komplementärmedizin  – ein fragwürdiger Begriff

Gehört Phytotherapie zur Komplementärmedizin?

Skeptisch bin ich immer, wenn Lehrstühle an Universitäten von Pharmafirmen (teil)finanziert werden. Das ist eine verbreitete Praxis bei Pharmakonzernen wie Novartis, Roche, Merck, Schering etc.

Negativ-Schlagzeilen macht seit längerem ein Lehrstuhl an der Viadrina-Universität in Frankfurt an der Oder, der vom Homöopathika-Hersteller Heel finanziert wird.

Und in Frankfurt am Main beteiligt sich also die Firma Wilmar Schwabe aus Karlsruhe an der Finanzierung des Lehrstuhls für Pharmazeutische Biologie.

Immerhin kann hier gesagt werden, dass Wilmar Schwabe sich seit langem erkennbar um seriöse Forschung bemüht. Die Phytopharmaka der Firma gehören zu den am besten wissenschaftlich dokumentierten Präparaten der Phytotherapie – zum Beispiel:

Hyperiplant (Johanniskraut)

Cardiplant (Weissdorn)

Tebokan / Tebofortin (Ginkgo)

Prostagutt (Brennnesselwurzel / Sabalfrucht)

Wilmar Schwabe ist damit wohl die führende Phyto-Firma in Deutschland, wenn es um die Entwicklung von Heilpflanzen-Extrakten geht.

In der Schweiz kommt diese Stellung der Firma Zeller in Romanshorn zu, die eigene Extrakte entwickelt und wissenschaftlich dokumentiert.

Beispielsweise:

Rebalance / Remotiv (Johanniskraut)

Redormin / Zeller Schlafdragées (Baldrian / Hopfen)

Tesalin (Pestwurz)

Cimifemin (Traubensilberkerze / Cimicifuga)

Premens / Prefemin (Mönchspfeffer / Keuschlamm)

Für die Phytotherapie ist es enorm wichtig, dass es kompetente Arzneipflanzenforscher und Phytopharmaka-Hersteller gibt, die neue Extrakte entwickeln und wissenschaftlich dokumentieren. Sie arbeiten an der Grundlage, auf welcher sich die Phytotherapie weiter entwickeln kann.

Deshalb halte ich es für sinnvoll, wenn alle an einer fundierten Phytotherapie interessierten Personen die forschenden Phyto-Firmen auch bevorzugt unterstützen. Trittrettfahrer, die sich jeden Entwicklungs- und Forschungsaufwand sparen, haben wir genug.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Phytotherapie in der Gynäkologie

Diesen Artikel teilen:

„Die Phytotherapie entspricht in hohem Maße der Geisteshaltung unserer Zeit, die man mit »zurück zur Natur« beschreiben könnte und die durch die Suche nach sanften, ursprünglichen Methoden gekennzeichnet ist. Gerade in der gynäkologischen Praxis hat die Nachfrage der Patientinnen nach natürlichen, geprüften Präparaten bei leichten bis mittelgradigen Beschwerden in den  letzten Jahren stark zugenommen. Und tatsächlich gibt es eine Reihe von Pflanzen, die sich in typischen weiblichen Problemfeldern zu Recht einen  guten Namen erworben haben.“

UNIV.-PROF. DDR. JOHANNES HUBER in „Die Apotheke“ Nr. 7 / 2012

Kommentar & Ergänzung:

Schönes Statement für Heilpflanzen-Anwendungen in der Gynäkologie.

Allerdings würde ich bezweifeln, ob die „Geisteshaltung unserer Zeit“ wirklich mit „zurück zur Natur“ beschrieben werden kann. Ich beobachte eher einen Trend hin zu idealisierten Vorstellungen von Natur.

Ich bin mir auch nicht so sicher, ob die „ursprünglichen Methoden“ wirklich so sanft waren – wenn ich an Aderlass und rabiate Abführkuren denke, die in der Humoralpathologie als früherer Medizin üblich gewesen sind…

Siehe: Aderlass & Hildegard-Medizin

Ich stimme aber natürlich Prof. Johannes Huber darin zu, dass die Phytotherapie in der Gynäkologie den Frauen interessante Alternativen anbieten kann.

Heilpflanzen wie Traubensilberkerze (bei Hitzewallungen in den Wechseljahren) und Mönchspfeffer (bei Prämenstruellem Syndrom, PMS) sind seit Jahren einer der Schwerpunkte in der Phytotherapie-Forschung.

Daneben gibt es in der traditionellen Pflanzenheilkunde „Frauenpflanzen“ wie Frauenmantel, Hirtentäschel, Gänsefingerkraut, Schafgarbe und andere, deren Wirksamkeit bei „Frauenkrankheiten“ aber nicht wissenschaftlich belegt ist.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen: