Artikel mit Schlagwort ‘ätherische Öle’

Gewürznelken sind effiziente natürliche Antioxidantien

Donnerstag, Mai 13th, 2010

Gewürznelken sollen unter den Kräutern und Gewürzen der mediterranen Küche die besten natürlichen Antioxidantien sein. Das haben nun spanische Wissenschaftler in einer Studie nachgewiesen. Die Forscher der Miguel Hernández Universität haben neben den Gewürznelken auch Oregano, Thymian und Rosmarin untersucht. Laut ihrem Bericht im “Flavour and Fragrance Journal” schnitten die Nelken in den fünf untersuchten Punkten am besten ab. Das Gewürz soll unter anderem am besten Wasserstoff abgeben.
Als Antioxidantien werden Substanzen bezeichnet, die im Organismus dafür sorgen, dass empfindliche Moleküle nicht mit Sauerstoff reagieren (Oxidation). Hierbei wirken sie in der Regel als Fänger sogenannter freier Radikale. Das sind Atome oder Moleküle, welche sehr reaktionsfreudig sind und so im Organismus schädliche Stoffe erzeugen können.

Quelle:
http://de.news.yahoo.com/12/20100319/thl-gewuerznelken-sind-beste-natuerliche-d343981.html

Kommentar & Ergänzung:
Gewürznelken enthalten  bis zu 20 % ätherisches Nelkenöl, das bis zu 95 % aus Eugenol besteht. Nelkenöl und Eugenol werden / wurden in der Zahnheilkunde als antiseptisches, leicht ätzendes und schmerzstillendes Mittel angewendet.
Nelkenöl ist nicht nur ein gutes Antioxidans, es hat auch starke enzündungshemmende und antimikrobielle Wirkungen.
Allerdings kann Nelkenöl auch Allergien und Hautreizungen auslösen. In dieser Hinsicht gehört  Nelkenöl zu den heikleren ätherischen Ölen. Im Umgang mit Nelkenöl ist daher Vorsicht geboten.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen
www.phytotherapie-seminare.ch

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Teebaumöl als Naturheilmittel…..

Mittwoch, März 17th, 2010

Unter dem Titel “Teebaumöl – eines der wirksamsten Mittel der Natur” empfiehlt die “Medical Tribune” in ihrem Gesundheits-Tipp die Anwendung von Teebaumöl.
Medical Tribune schreibt:

“Von den weltweit über 200 existierenden Teebaum-Arten sind 30 in Australien beheimatet – aber nur eine verfügt über die besonders gesunden Eigenschaften.”

Dieser Baum sei sehr widerstandsfähig gegen Krankheiten und werde selbst bei extremen Bedingungen nicht von Pilzen befallen. ??
Dann folgen praktische Tipps zur Anwendung von Teebaumöl:
“- Bei kleinen Wunden unverdünnt auftragen.

-Gegen Halsschmerzen, Raucherhusten und Mundgeruch in ein Glas warmes Wasser fünf bis zehn Tropfen Teebaumöl geben und gurgeln.

– Bei Schuppen fünf Tropfen des Öls einem milden Shampoo beifügen, in die Kopfhaut einmassieren und gut ausspülen.

– Bei Erkältung fünf Tropfen ins Badewasser geben.

– Bei Fußgeruch für ein Fußbad zehn Tropfen ins warme Wasser geben.”
?

Quelle: www.medical-tribune.de

Kommentar & Ergänzung:

Teebaumöl wird aus den Blättern und Zweigen des in Australien heimischen Australischen Teebaums (Melaleuca alternifolia) durch Wasserdampfdestillation gewonnen.

Teebaumöl wird wegen seiner antiseptischen, bakteriziden und fungiziden Wirkung angewendet in der Dermatologie (zum Beispiel in der Behandlung von Akne, Schuppen und Schuppenflechte, Pilzerkrankungen, Dellwarzen) sowie bei Muskelschmerzen, offenen Wunden, Rheuma, Raucherhusten und Krampfadern.

Teebaumöl wird auch in zahlreichen dermatologischen Präparaten verwendet: in Shampoos, Hand- und Körpercremes (speziell bei unreiner Haut, wie Akne), in Deodorants, Badezusätzen, Seifen, Zahnpasta, Mundwässern. Bei Pilz- und Bakterienbefall der Haut (z.B. bei Akne, Fußpilz) werden zumeist Präparate mit 5 bis 10% Teebaumöl verwendet. Für den Einsatz im Mundraum muss Teebaumöl sehr stark verdünnt werden.

Auch im Bereich der Tierpflege sind äußere Anwendungen von Teebaumöl bekannt, wobei wie beim Menschen Überdosierungen oder sehr häufige Behandlungen vermieden werden sollten. Will man Teebaumöl an Tieren anwenden, ist unbedingt der Tierarzt oder eine Tierärztin zu Rate zu ziehen. Durch den Gehalt an Terpenen und Phenolen ist das Teebaumöl genau wie andere ätherischen Öle beispielsweise für Katzen toxisch. Die Anwendung kann tödlich enden für das Tier. Charakteristische Symptome der “Teebaumöl-Vergiftungen” sind Zittern, Taumeln, Unruhe und allgemeine Schwäche.
(Quelle: Wikipedia)

Teebaumöl ist ein sehr interessantes und wirksames ätherisches Öl, doch wird es etwas gar zu stark als Mittel gegen fast alles propagiert. Die Aufgabe in der Phytotherapie besteht hier darin, die zentralen Wirkungen und Anwendungsbereiche herauszuschälen.

Kein Zweifel besteht zum Beispiel an der bakterienhemmenden und pilzhemmenden Wirkung von Teebaumöl. Allerdings zeigen zahlreiche ätherische Öle solche Wirkungen, und sie sind zugleich oft sogar besser verträglich (wie bspw. Lavendelöl). Darum sollte man sich meiner Ansicht nach nicht so auf Teebaumöl fixieren, wie das seit einiger Zeit immer wieder zu beobachten ist. Teebaumöl hat diese Stellung wohl vor allem einem geschickten Marketing zu verdanken.

Wenn die Medical Tribune schreibt, dass von den 200 Arten aus der Gattung Teebaum (Melaleuca) nur eine, nämlich Melaleuca alternifolia über die besonders gesunden Eigenschaften verfügt, dann ist das zum Beispiel ziemlich falsch. Es gibt eine ganze Anzahl von ätherischen Ölen aus verwandten Pflanzen mit ähnlichen Wirkungen. Ebenso scheint es mir recht reisserisch zu schreiben, Teebaumöl sei eines der wirksamsten Mittel der Natur. Das sind undifferenzierte Übertreibungen, die der Medical Tribune meines Erachtens nicht unterlaufen sollten, auch wenn es natürlich erfreulich ist, dass in dieser Publikation immer wieder mal Erkenntnisse über die Wirkungen von Heilpflanzen einfliessen.

Zum Tipp der Medical Tribune, bei Erkältungen fünf Tropfen Teebaumöl ins Badewasser zu geben, wäre noch aus praktischer Sicht zu ergänzen:
Ätherische Öle lösen sich schlecht in Wasser und schwimmen in der Badewanne obenauf. Emulgiert man die ätherischen Öle vor dem Beifügen mit Kaffeerahm oder Vollmilch, so verteilt sich das ätherische Öl besser im Badewasser. Das verbessert die Verträglichkeit auf der Haut.
Ich selber würde im übrigen bei Erkältungen (Husten, Schnupfen) eher Thymianöl oder Eukalyptusöl vorziehen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Kontaktallergien durch Propolis

Mittwoch, März 10th, 2010

Propolis, das für Naturkosmetika gern genutzte Kittharz der Bienen, kann zu Kontaktallergien führen. Ausserdem sind Kreuzreaktionen mit Perubalsam und Kolophonium verbreitet.??Zu diesem Resultat kommt eine britische Studie, für die Wissenschaftler aus Aberdeen bei knapp 3000 Patienten Epikutantests machten. Zwei Prozent der untersuchten Personen hatten eine Propolisallergie.

Quelle: http://www.aerztezeitung.de

Originalpublikation: Contact Dermatitis 61, 2009, 287

Kommentar & Ergänzung:

Wozu dient Propolis im Bienenstock?

In einem Bienenstock leben die Insekten auf engstem Raum bei etwa 35 °C und hoher Luftfeuchtigkeit zusammenleben. Das sind ideale Bedingungen für die Ausbreitung von Krankheiten. Darum dient das zum Abdichten von kleinen Öffnungen, Spalten und Ritzen verwendete Material Propolis dazu, Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen, die in den Stock eingeschleppt werden oder dort vorhanden sind, in ihrer Entwicklung zu hemmen oder sogar abzutöten. Hierzu werden Oberflächen, zum Beispiel auch das Innere der Wabenzellen für die Brut, mit einem hauchdünnen Propolisfilm überzogen. Auch im Bienenstock vorhandene, von den Bienen nicht entfernbare Fremdkörper oder Unrat werden auf diese Art eingekapselt.

Wie entsteht Popolis?

Der Grundstoff für Propolis wird von Honigbienen als harzige Substanz an Knospen und zum Teil auch an Wunden verschiedener Bäume (vor allem Birken, Buchen, Erlen, Fichten, Pappeln, Rosskastanien und Ulmen) gesammelt (etwa 55 % Naturharz und Pollenbalsam). Dieses Ausgangsmaterial wird von den Bienen weiterverarbeitet und mit etwa 30 % Wachs, etwa 5 % Pollenanteilen, etwa 10 % ätherischen Ölen aus den Blütenknospen und Speichelsekret (Fermenten) angereichert. Beim Endprodukt Propolis handelt es sich um ein bei Stocktemperatur klebriges Baumaterial, das häufig noch mit Bienenteilen und kleinsten Holzstücken verunreinigt ist.

Propolis wird vor allem im Herbst von den Bienen in den Bienenstock eingebracht. Dies ist vom lokalen Harzangebot des Baumbestandes abhängig. Ein Bienenvolk kann zwischen 50 und 500 g Propolis pro Jahr herstellen.
Propolis hemmt Bakterien und Pilze, wirkt gegen Entzündungen und fördert die Wundheilung.
Propolis ist daher Bestandteil von Naturheilmitteln zur Behandlung von Hautverletzungen und Schleimhautentzündungen.
(Quelle: Wikipedia)

Dass Propolis bei einem kleinen Prozentsatz der Verwender Allergien auslösen kann, ist schon seit längerer Zeit bekannt.
Propolis hat interessante Wirkungen, doch wenn die Propaganda das Naturheilmittel manchmal als hoch wirksames Antibiotikum aus der Natur darstellt, dann dürfte das schon ziemlich übertrieben sein. Vor allem bei innerlicher Anwendung ist es höchst unwahrscheinlich, dass die Wirkstoffe aus dem Bienenkittharz eine Konzentration im Organismus erreichen, die für eine systemische antibakterielle Wirkung ausreicht.

Weiter Info zu Propolis:
Naturheilkunde: Was ist Propolis?
http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/06/naturheilkunde-was-ist-propolis.html

Bienenprodukte als Naturheilmittel
http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/07/bienenprodukte-als-naturheilmittel.html

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Erkältung beim Kind nicht mit Eukalyptusöl behandeln

Montag, Januar 11th, 2010

Zahlreiche der für Erwachsene normal verträglichen Erkältungsmittel mit ätherischen Ölen sind für Kinder gefährlich. Die Medikamente könnten die Atemwege verkrampfen und im Extremfall Atemnot auslösen.

Davor hat die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände soeben gewarnt. Arzneien mit Eukalyptusöl sollen deshalb nicht im Gesicht, Pfefferminzöl nicht direkt im Mund- und Nasenbereich oder auf dem Brustkorb von Säuglingen und Kindern aufgetragen werden. Vorsicht ist angezeigt bei vermeintlich harmlosen Erkältungsbädern. Als Alternative bieten sich Heilpflanzen-Präparate mit Extrakten aus Thymian und Efeu an.

Quelle:
http://de.news.yahoo.com/

Kommentar & Ergänzung:
In der Phytotherapie gilt generell die Regel, dass ätherische Öle bei Säuglingen und Kleinkindern nicht in der Nähe der Atemöffnungen (Mund und Nase) aufgetragen werden sollen. Das gilt auch für Menthol, dem Hauptbestandteil von Pfefferminzöl, sowie für mentholhaltige Erkältungssalben. Gute Erfahrungen machen aber viele Eltern mit dem Verdunsten-lassen von Thymianöl oder Eukalytusöl im Raum, in dem wenige Tropfen in gebührender Entfernung vom Kind auf Papier geträufelt werden.
Bei den als Alternative empfohlenen Extrakten aus Thymian und Efeu handelt es sich um Heilpflanzen-Präparate zum Einnehmen. Gut untersucht in seiner Wirkung gegen Husten ist der Efeuextrakt. Efeu ist zudem die Arzneipflanze des Jahres 2010.
Mehr dazu hier:

Phytotherapie: Efeu zur Arzneipflanze des Jahres 2010 ernannt
http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/11/16/phytotherapie-efeu-zur-arnzeipflanze-des-jahres-2010-ernannt.html

Thymian-Extrakt und Efeu-Extrakt wirken beide schleimlösend und krampflindernd auf die Bronchien.

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Aromatherapie: Ätherische Öle helfen Schmerzmittel sparen

Mittwoch, Dezember 30th, 2009

Die Medical Tribune berichtete kürzlich über eine Studie, bei welcher der Einfluss von ätherischen Ölen als Einreibung gegen Schmerzen untersucht wurde.
Hier eine bearbeitete Zusammenfassung:

Am Brüderkrankenhaus St. Josef in Paderborn wurde die Wirkung der Aromatherapie jetzt in einer Studie untersucht. 50 Patienten mit multilokulärem Schmerzsyndrom (Ausdehnung des Schmerzes auf benachbarte Körpergebiete), die ihre Schmerzmitteldosis in der Klinik vermindern sollten, durften sich begleitend mit Öl einreiben lassen. Dieses Angebot war voller Erfolg, denn 75 % der Kranken erreichten so eine Schmerzreduktion. Als speziell erfolgreich zeigte sich die Kombination von Lavendelöl, Eisenhut und Kampfer. Zweimal pro Tag auf die peinigenden Areale aufgetragen, erreichte das aromatische Öl eine mittlere Schmerzverminderung um 4-6 Punkte auf der numerischen Rang-Skala (NRS), während die Mischung von Johanniskrautöl, Cajeputöl, Rosmarinöl, Cineol und Lavendelöl 2-3 Punkte erzielte. Die Patienten standen der Behandlung durchweg positiv gegenüber, berichteten das Team um Eveline Löseke vom Schmerzzentrum der Klinik auf dem Deutschen Schmerzkongress.

Quelle:
http://www.medical-tribune.de

Kommentar & Ergänzung:

In dieser Studie werden natürlich nicht nur Wirkungen von ätherischen Ölen gemessen, sondern auch die Wirkung des Einreiben-lassens. Das mindert nicht den Wert dieser Massnahme. Im Gegenteil: Es ist eine Stärke mancher Heilpflanzen-Anwendungen, dass mit ihnen auch Zuwendung “verabreicht” wird.

Bei den Bestandteilen der verwendeten Einreibemitteln fällt vor allem der Eisenhut aus dem Rahmen. Blauer Eisenhut (Aconitum napellus) gehört zu den stärksten Giftpflanzen Mitteleuropas. Er enthält das Alkaloid Aconitin. Dietrich Frohne schreibt dazu in seinem Heilpflanzenlexikon (2006):

“Auf der Haut appliziert, erzeugt Aconitin vorübergehende Erregung mit Wärme, Brennen und Jucken, dann Lähmungen der sensiblen Nervenendigungen, wirkt also lokalanästhetisch. Die analgetische Wirkung, insbesondere bei Trigeminusneuralgie, ist schon bei niedriger Dosierung gegeben; trotzdem ist wegen geringer therapeutischer Breite die Verwendung von Aconitin nicht mehr zu vertreten.”
(mehr Infos zum “Heilpflanzenlexikon” von Dietrich Frohne im Buchshop)

Mit “therapeutischer Breite” ist der Abstand zwischen therapeutischer und toxischer Dosis gemeint, der beim Aconitin also klein ist. Therapeutische und toxische Dosis liegen nahe beieinander. Stoffe mit geringer therapeutischer Breite sind daher nicht einfach zu handhaben. Darum wäre es bei diesem Bericht aus der Medical Tribune wichtig zu wissen, in welcher Form und Dosierung Eisenhut zur Anwendung kam. In einer phytotherapeutischen Form würde ich – wie Dietrich Frohne es empfiehlt – von Eisenhut bzw. Aconitin die Finger lassen. Handelt es sich um eine homöopathisch verdünnte Zubereitung, kommt es auf den Grad der Verdünnung an. Bei hohen Verdünnungsgraden wird Aconitin nur noch in Spuren oder gar nicht mehr vorhanden sein, so dass mit stofflichen Wirkungen nicht mehr gerechnet werden muss. In diesen Bereichen ist aber auch die analgetische (= schmerzstillende) Wirkung nicht dokumentiert. Bei tiefen homöopathischen Verdünnungsgraden kann es dagegen zu Aconitin-Wirkungen kommen, was infolge kleiner therapeutischer Breite wiederum nicht unproblematisch ist….

Klarer fassbar sind die verwendeten ätherischen Öle:

Lavendelöl wirkt beruhigend, Rosmarinöl und Kampfer dagegen eher anregend, belebend (= analeptisch). Somit könnte man ein solches Einreibemittel je nach Bedarf eher mit beruhigendem oder eher mit belebend-anregendem Effekt komponieren.

Cineol ist unter anderem Hauptbestandteil von Eukalyptusöl, zudem aber auch in anderen ätherischen Ölen enthalten wie Teebaumöl, Cardamomöl, Campherbaumöl.
Cineol wirkt antiseptisch sowie auswurffördernd und schleimverflüssigend bei Husten. Wegen seiner schwach hautreizenden Wirkung wird es als Bestandteil von Einreibemitteln bei rheumatischen Beschwerden verwendet.

Cajeputöl (von Melaleuca leucadendra, Kajeputbaum) enthält als Hauptkomponente mehr als 50% Cineol und wirkt hyperämisierend (durchblutungsfördernd).

Johannisöl als fettes Öl dürfte in diesem Einreibemittel vor allem als Träger für die ätherischen Öle fungieren. Eigenartigerweise ist für die erste Kombination kein solches Trägeröl erwähnt.

Alles in allem werden für diese Einreibungen durchaus sinnvolle ätherische Öle verwendet. Es scheint mir aber auch klar, dass punkto Zusammensetzung verschiedenste ätherische Öle in Frage kommen und dass dabei innerhalb eines gewissen Rahmens die Wünsche, Vorlieben und Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten berücksichtigt werden können.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Aromatherapie: Duft-Öle können für Kinder riskant werden

Sonntag, Dezember 20th, 2009

In der Weihnachtszeit beliebte Duft-Öle können für Kinder lebensgefährlich werden, warnte das nordrhein-westfälische Verbraucherschutz-Ministerium in Düsseldorf.
Verschlucken Kinder kleinste Mengen Petroleum, flüssiges Paraffin oder Duft-Öl, könne dies rasch in die Lunge gelangen. Fieber, Übelkeit, Atembeschwerden oder schwere Lungenschäden könnten dadurch ausgelöst werden. Eltern sollten deshalb ihre Kinder vor jenen Ölen warnen, die in Lebensmittel-Verpackungen wie etwa Marmeladengläsern verkauft werden.
Sehr giftig sind nach Angaben des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) Kampher, Eukalyptusöl (Cineol) und Menthol. Weniger giftig seien Terpentinöl, Orangenöl, Zitronenschalenöl sowie Teebaumöl und Nelkenöl. Auch bei so genannten Chinaölen, wärmenden Einreibungen oder Balsamen, durchblutungsfördernden Sportsalben, speziellen Badeölen oder Erkältungsbädern sei Vorsicht nötig.

Quelle: http://www.kinderaerzte-im-netz.de
Kommentar & Ergänzung:
Im Bereich der Aromatherapie werden viele ätherische Öle eingesetzt, die oft auch wertvolle Wirkungen zeigen. Denjenigen Menschen, welche Naturheilmittel pauschal für sanft und nebenwirkungsfrei halten, muss man aber ab und zu sagen, dass ätherische Öle auch heikle Effekte haben können, wenn man sie nicht mit der nötigen Sorgfalt einsetzt. Es geht dabei nicht um Dramatisierung, aber die Empfehlung, dass man ätherische Öle vor Kindern verschlossen aufbewahren soll, ist sehr berechtigt. Solche Aspekte gehen manchmal in Vergessenheit, weil Naturheilmittel bei vielen Menschen pauschal ein “softes” Image haben.

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Lavendel belebt in der dunklen Jahreszeit

Donnerstag, Dezember 17th, 2009

Unter dieser Schlagzeile berichtete das Portal www.nachrichten.at kürzlich über Heilkräuter, die in der dunklen Jahreszeit helfen können, die Stimmung aufzuhellen.
In der dunklen Jahreszeit kämpfen viele Menschen mit einer trüben Gemütslage. Heilkräuter können dann helfen, die Stimmung aufzuhellen. Heilpraktikerin Anke Herrmann vom Naturheilkundeverein NHV Theophrastus mit Sitz in München gab im Gespräch mit dem dpa-Themendienst Tipps für verschiedene Anwendungen.

Der Text ist meiner Ansicht nach ein Beispiel für fragwürdige und ziemlich willkürliche Ratschläge im Internet und er verdeutlicht die fehlende Qualitätssicherung im Bereich Naturheilkunde / Pflanzenheilkunde / Komplementärmedizin. Ich schildere den Text hier und stelle meine Einwände dazu. Es geht mir dabei aber nicht nur um diesen konkreten Text. Es fehlt meiner Ansicht nach fundamental an kritischer Auseinandersetzung mit solchen Themen. Abgesehen von ein paar juristischen Einschränkungen (z. B. Ehrverletzung, Rassismus, Genozid-Leugnung) darf im Internet ja jeder Mensch schreiben, was ihm oder ihr in den Sinn kommt.

Das ist auf dem Boden der Meinungsäusserungsfreiheit auch richtig so. Nur stellt sich dann die Frage: Wenn tausende von Aussagen nebeneinander stehen, wie soll sich der Konsument oder die Konsumentin, die oft kein entsprechendes Fachwissen haben, eine eigene Meinung bilden? Dazu braucht es meiner Überzeugung nach kritische Auseinandersetzung. Wer Heilwirkungen behauptet, soll plausible Begründungen liefern. Leere Behauptungen reichen nicht, weil man sie nur blind glauben oder blind ablehnen kann. Nur im Austausch von Argumenten und Gegenargumenten können meiner Ansicht nach mündige Menschen zu eigenen Schlüssen kommen.

Kursiv gesetzt folgen nun die Zitate aus dem Text und anschliessend meine Fragen und Einwände:

“ÄTHERISCHE ÖLE: Viele Heilpflanzen enthalten ätherische Öle, die sich positiv auf die Seele auswirken. An erster Stelle steht für Herrmann der Lavendel – sein Öl regt den Kreislauf an. ,Er impliziert das Gefühl von Urlaub, Provence und Wärme und lässt sich daher ganz gezielt in der dunklen Jahreszeit einsetzen‘, sagt die in Großschirma (Sachsen) tätige Heilpraktikerin.”

Dass Lavendelöl manchen Menschen wohltut, würde ich durchaus anerkennen. Wir reagieren in vielen Bereichen unterschiedlich auf ätherische Öle. Die Frage ist aber, ob es darüber hinaus Wirkungen gibt, die verallgemeinerbar sind und einer grossen Zahl von Lesenden empfohlen werden können. Für Lavendelöl ist als verallgemeinerbare Wirkung vor allem ein beruhigender, entspannender Effekt dokumentiert. Für kreislaufanregende und stimmungsaufhellende Wirkungen scheint mir das nicht annähernd der Fall zu sein. Was ist hier zudem mit kreislaufanregend gemeint? Herzstärkend? Blutdrucksteigernd? Durchblutungsfördernd?

“Rosmarin klärt den Geist und vermittelt ebenfalls Wärme. Generell stimmungsaufhellend wirkt Geranium. Melisse empfiehlt Herrmann als ausgleichende Pflanze: ,Sie wirkt anregend für diejenigen, die zu wenig Power haben, und beruhigend auf hibbelige Menschen.‘ Vor allem für Tee bietet sich Melisse an.”

Rosmarinöl klärt den Geist – das tönt schön, aber was ist genau damit gemeint. Wovon wird der Geist geklärt und wie? Dokumentiert ist bei Rosmarinöl eine anregende, belebende Wirkung. Das kann wohl bei “trüber Stimmung” durchaus nützlich sein.
Dass Geranium “generell stimmungsaufhellend wirkt”, scheint mit eine gewagte Behauptung. Gemeint ist wohl das ätherische Öl aus Pelargonium graveolens (Rosengeranie, Duftpelargonie, Duftgeranie). Im führenden Aromatherapie-Fachbuch von Wabner & Baier (2009) ist zwar eine antidepressive Wirkung der Geranie erwähnt, allerdings bei hormonell bedingter Depression, also nicht bei trüber Gemütslage in der dunklen Jahreszeit. Und selbst die stimmungsaufhellende Wirkung bei hormonell bedingter Depression ist nicht dokumentiert.

Melisse als ausgleichende Pflanze in Teeform, je nach Bedarf anregend oder beruhigend, das tönt sehr ideal. Die Melisse macht also immer genau das, was man gerade nötig hat. Dokumentiert ist zwar nur die beruhigende Wirkung, doch würde ich nicht ausschliessen, dass es auch Menschen gibt, bei denen Melisse anregende Effekte zeigt. Nur verallgemeinern würde ich dies nicht.

“BITTERSTOFFE: Etliche Heilpflanzen enthalten Bitterstoffe, die stimmungsaufhellend und klärend wirken. ,Sie regen die Leber an‘, erläutert die Heilpraktikerin. Denn bei vielen Verstimmungen sei die Leber betroffen, die als Organ der Lebenskraft gilt. Besonders viele Bitterstoffen stecken in Wermut und Tausendgüldenkraut.”

Dass Bitterstoffe stimmungsaufhellend und klärend wirken sollen, ist eine Behauptung, die völlig in der Luft schwebt und genauer begründet werden müsste. Bitterstoffe sind nur definiert durch ihren bitteren Geschmack. Chemisch gesehen kann es sich um sehr unterschiedliche Substanzen handeln, denen nur gemeinsam ist, dass sie unsere Bitterrezeptoren erregen. Der behauptete stimmungsaufhellende und klärende Effekt müsste daher nur schon durch die Wahrnehmung der Geschmacksqualität “bitter” zustande kommen. Ob das möglich ist und so stattfindet, ist total ungeklärt.

Ziemlich fragwürdig scheint mir auch die Behauptung, dass bei vielen Verstimmungen die Leber “betroffen” ist. Wie genau betroffen? Was läuft genau schief in der Leber bei Verstimmungen? Diese vagen, nebulösen, schwammigen Ausdrücke sind problematisch. So kann man eigentlich immer behaupten was man will.

Und die Leber gilt “als Organ der Lebenskraft”. Tönt schön, sagt aber kaum etwas. Auf Nachfrage hat mir jedenfalls noch niemand auch nur eingermassen plausibel erklären können, was er / sie unter Lebenskraft konkret versteht.
Emil du Bois-Reymond hat bereits 1848 die “Lebenskraft” als eine “Dienstmagd für alles” verspottet. Man kann mit ihr jedenfalls fast alles und auch das Gegenteil von fast allem begründen.

Bitterstoffe “regen die Leber an”. Auch dies eine ausgesprochen vage und pauschale Ausdrucksweise. Die Leber hat doch sehr zahlreiche, unterschiedliche Aufgaben. Was also wird genau angeregt? Die Entgiftungsfunktionen der Leber zum Beispiel? Dann würden auch viele lebenswichtige Medikamente rascher abgebaut. Könnte bei gewissen Patienten tödlich enden. Ernsthafte Warnungen vor der Einnahme von Bitterstoffen gleichzeitig mit wichtigen Medikamenten wären unumgänglich.
Oder ist das alles gar nicht so ernst gemeint und nur so daher geplaudert? Die Phytotherapie-Fachliteratur ist sich mehr oder weniger einig, dass Bitterstoffe die Produktion von Galle fördern können (vielleicht wird auch nur die Entleerung der Gallenblase angeregt). Geht es wirklich um eine Steigerung der Galleproduktion in der Leber, dann könnte eine Anregung der Leber die Fettverdauung verbessern. Das mag zwar in manchen Fällen nützlich sein, hat aber noch nichts zu tun mit einer angeblichen Stimmungsaufhellung und Klärung durch Bitterstoffe.

FARBE: Die sonnige Farbe Gelb gilt als Stimmungsaufheller schlechthin. So hilft es laut Herrmann im Winter manchmal schon, eine Postkarte mit gelb-orangen Ringelblumen aufzustellen und sich an deren Anblick zu erfreuen. Auch als Tinktur oder Öl zum Einreiben lässt sich die Heilpflanze des Jahres 2009 nutzen.
Stimmungsaufhellend wirken Ringelblumen außerdem als Tee. ‘Allerdings sollte man sie nicht allein verwenden, sondern als Zugabe zum Melissentee’, rät die Heilpraktikerin.

Kann durchaus sein, dass gelb-orange bei manchen Menschen die Stimmung positiv beeinflusst. Mir gefällt die Ringelblume ja auch. Aber das Rezept mit der Postkarte scheint mir doch etwas gar einfach.

Und ja, Ringelblume lässt sich auch als Tinktur oder Öl verwenden, nur geht es dann in der Phytotherapie meistens um Wundheilung oder Entzündungshemmung. Für eine stimmungsaufhellende Wirkung der Ringelblume finde ich in der gesamten deutschsprachigen Phytotherapie-Fachliteratur keinen einzigen Hinweis. Zwar könnte es durchaus Wirkungen von Heilpflanzen geben, die der Fachliteratur und der Diskussion in der “Fachszene” entgangen sind. Aber wenn man eine so ausgefallene Behauptung aufstellt, wie der angebliche stimmungsaufhellende Effekt der Ringelblume, dann müssten Argumente und Begründungen auf den Tisch (z. B.: Wie ist diese Überzeugung zustande gekommen? Auf Grund welcher Erfahrungen, Theorien, Beobachtungen, Experimenten, Studien?). Nur auf der Basis dieser Hintergrundinformationen kann man sich eine eigene Meinung bilden.

Bei der Melisse sind beruhigende, entspannende Effekte gut dokumentiert. Für eine stimmungsaufhellende Wirkung gibt es nur spärliche Hinweise. Aus der Geschichte der Pflanzenheilkunde beispielsweise wird der Äbtissin Hildegard von Bingen die Aussage zugeschrieben: “Man lacht gern, wenn man sie isst, da sie das Herz freudig stimmt, weshalb die Melisse auch Herztrost heisst. Darüber hinaus deuten Tierversuche mit Rosmarinsäure, die unter anderem in Melisse enthalten ist, auf eine antidepressive Wirkung hin. Ob sich solche Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, bleibt offen.

“Viel Sonne gespeichert sei außerdem in Holunderbeeren oder Hagebutten – beide sind reich an Vitamin C.”

Ja, alle grünen Pflanzen speichern Sonnenenergie in Form von Traubenzucker. Nichts gegen Holunderbeeren und Hagebutten, aber weshalb diese zwei Früchte besonders viel Sonne speichern sollen, ist mir ein Rätsel, und ebenso unklar bleibt, was das nun mit Vitamin C zu tun hat.

“WÄRME: ‘Ingwer macht einfach warm, ebenso wie Chili oder Nelke’, sagt Herrmann. Wie viele andere weihnachtliche Gewürze auch vermittele der wärmende Ingwer ein Gefühl von Gemütlichkeit. Er lässt sich als Gewürz am Essen nutzen oder für Tee. Dazu wird ein Viertelliter kochendes Wasser über zwei Scheiben frisch geschälte Ingwerwurzel gegossen. Nach dem Ziehen kann mit Honig oder Kandis gesüßt werden.”

Dass Ingwer vor allem im Winter von vielen Menschen als angenehm empfunden wird, kann ich nachvollziehen. Geht mir selber auch so.

Schliesslich stellt sich noch die Frage, weshalb in diesem Text keine Rede ist vom Johanniskraut (Hypericum perforatum). Johanniskraut-Extrakte sind mit einer ganzen Reihe von Patientenstudien als Mittel gegen leichte und mittelschwere Depressionen sehr gut dokumentiert. Johanniskraut ist von allen Heilpflanzen die einzige, für die eine solch fundierte Dokumentation zur Wirksamkeit gegen Depressionen vorliegt. Johanniskraut bewährt sich auch bei Winterdepressionen.
Johanniskraut ist die Heilpflanze gegen Depressionen.

Warum also werden zahlreiche nebulöse, vage, fragwürdige Empfehlungen gemacht, während die einzige gut dokumentierte Heilpflanze gegen Depressionen gar nicht erwähnt wird?

Wenn die Naturheilkunde bzw. Pflanzenheilkunde sich weiter entwickeln will, müsste meines Erachtens genau an diesem Punkt angesetzt werden: Es braucht präzise, gut dokumentierte Angaben. Und es braucht deutlich mehr kritisches In-Frage-stellen von nebulösen, willkürlichen Behauptungen.

Quelle:
http://www.nachrichten.at/ratgeber/gesundheit/wellness/Gesundheit-Wellness;art54,299330

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Erkältung: Heilpflanzen sind wirksam

Samstag, Dezember 5th, 2009

Bei Erkältungen sind Hausmittel oder Heilpflanzen-Anwendungen oft ausreichend, um die Symptome zu lindern.
Auf Bayern 1 erklärte die Biologin Martina kürzlich die unterschiedlichen Wirkungen von Heilpflanzen bei Erkältungskrankheiten.

Es wird im Internet und generell in den Medien sehr viel Unsinn und sehr viel Fragwürdiges geschrieben in den Bereichen Naturheilkunde bzw. Pflanzenheilkunde.
Der Text auf Bayern 1 ist hier eine löbliche Ausnahme, weil er dem Stand des Wissens in der Phytotherapie entspricht……..und hier darum eine kurze, modifizierte Zusammenfassung:

“Es gibt Studien, die zeigen, dass pflanzliche Mittel wirksam sind. Sie lindern die Symptome und helfen bei der Heilung”, sagt Martina Rüffer, Biologin am Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie an der Münchner Universität.

Immunstimulation

Die meisten Erkältungskrankheiten kündigen sich durch unangenehmes Halskratzen an. Dagegen wirkt Echinacea, auch bekannt als Sonnenhut. “Die Echinacea wirkt als Immunstimulanz. So werden die Abwehrkräfte gestärkt.” Ebenfalls günstig für die Abwehrkräfte: ein heißes Bad mit Kiefernnadelöl oder Eukalyptusöl. Das Bad wirkt erweiternd auf die Poren. Dadurch können die ätherischen Öle besser aufgenommen werden.

Husten

Bei Husten lassen sich zwei Arten unterscheiden: Es gibt trockenen Reizhusten und den sogenannten produktiven Husten, bei welchem Schleim abgehustet wird. Gegen trockenen Reizhusten helfen Heilpflanzen, die Schleim enthalten, wie Eibisch, Wollblumen (Königskerze), Malvenblüten, Huflattichblätter oder Spitzwegerichkraut. “Man nimmt an, dass ihre Schleime die trockenen Schleimhäute überziehen und so den Hustenreiz lindern”, erläutert die Biologin.
Hustentees mit Anis, Thymian oder Fenchel eignen sich für produktiven Husten. Sie vermehren die Sekretproduktion, dadurch löst sich der Schleim besser und das Abhusten wird erleichtert.

Schnupfen

Trockene, angeschwollene Schleimhäute zu bekämpfen ist das Ziel bei der Anwendung von Nasensprays. Allerdings tritt hier rasch ein Gewöhnungseffekt ein. Die Schleimhäute lassen sich auch auf natürliche Art befeuchten – durch Inhalieren.
Dazu werden Kamillenblüten mit kochendem Wasser übergossen. Zum Inhalieren der Kamillendämpfe beugt man sich über die Schüssel und legt sich ein Handtuch über den Kopf. Geeignet für Inhalationen sind auch Eukalyptusöl oder Kampferöl sowie Menthol. “Auch wenn Sie die Erkältung damit nicht verkürzen können, werden die Symptome gelindert”, empfiehlt die Expertin. “Gerade der Kamille sind heilende und entzündungshemmende Effekte bescheinigt.”

Quelle:
http://www.br-online.de

Kommentar & Ergänzung:

Trotz der guten Qualität des Bayern-1-Textes hier noch ein paar Ergänzungen:

– Bei Bädern mit ätherischen Ölen, hier empfohlen Eukalyptusöl oder Kiefernnadelöl, unbedingt das ätherische Öl mit Kafferahm oder Vollmilch emulgieren. Andernfalls schwimmt eine konzentrierte Schicht der ätherischen Öle in der Badewanne auf der Wasseroberfläche und kann Hautreizungen verursachen.

– Mit Huflattichblättern wäre ich vorsichtig, weil sie Pyrrolizidinalkaloide enthalten können , welche u. a. die Leber schädigen. Huflattichtee darum nicht länger als 6 Wochen pro Jahr einnehmen und während Schwangerschaft und Stillzeit ganz meiden. Am besten ersetzen durch Malvenblütentee oder Eibischwurzeltee.

– Eibischwurzeltee kalt ansetzen, also nicht erhitzen.

– Inhalationen mit Eukalyptusöl, Kampferöl oder Menthol nicht für Kleinkinder.

– Als altes Hausmittel bei Schnupfen bewährt sich immer wieder die Zwiebel (aufschneiden und im Raum aufstellen), bei Husten Zwiebelsirup oder Zwiebelwickel.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen
www.phytotherapie-seminare.ch

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Schweinegrippe: Heilpflanzen als Neuraminidase-Hemmer wirksam?

Sonntag, November 8th, 2009

In den Diskussionen rund um Vorbeugung und Therapie der Schweinegrippe taucht immer wieder die Frage nach Heilpflanzen auf, die ähnlich wie der Neuraminidase-Hemmer Tamiflu® wirken könnten. Tatsächlich wurden zahlreiche Heilkräuter, die in der traditionellen Pflanzenheilkunde gegen Erkältungskrankheiten und Grippe eingesetzt wurden oder werden, auf allfällige Wirkungen als Neuraminidase-Hemmer untersucht. Aus diesen Untersuchungen lassen sich allerdings keine fundierten Empfehlungen betreffend einer wirksamen Vorbeugung oder Behandlung der Schweinegrippe ableiten. Trotzdem scheinen mir diese Ergebnisse interessant und der Kenntnisnahme wert.

Hier also eine kurze Erklärung zu den Neuraminidase-Hemmern generell, gefolgt von einer Zusammenstellung der Forschungsresultate bezüglich Heilpflanzen mit Hemmeffekt auf die Neuraminidase.

Neuraminidase und Neuraminidase-Hemmer

Neuraminidase-Hemmer bzw. Hemmstoffe der Neuraminidase sind virustatisch wirkende Arzneimittel, welche jenes Oberflächenprotein hemmen, das die Antigenität verschiedener Bakterien und Viren mitbestimmt. Das Influenzavirus (Grippevirus) bindet über virales Hämagglutinin an die Oberfläche der Wirtszelle, dringt in die Zelle ein und vermehrt sich im Zellinneren. Die neugebildeten Viren knospen an der Zelloberfläche aus, bleiben aber über Rezeptoren an die Zelle gebunden. Mit Hilfe der viralen Neuraminidase wird die Bindung gespalten. Die Viren werden freigesetzt und können weitere Zellen infizieren. Neuraminidasehemmer blockieren die Neuraminidase, so dass sich die Viren nicht von der Wirtszelle lösen können und sich nicht weiter im Körper ausbreiten.
Der bekannteste Neuraminidase-Hemmer ist Oseltamivir, vertrieben als Tamiflu® von Roche.

Heilpflanzen als Neuraminidase-Hemmer

Die “Zeitschrift für Phytotherapie” (2008; 29: 65-70) veröffentlichte eine Studie zur “Wirkung von Pflanzenextrakten auf die Neuraminidase-Aktivität”.

Danach zeigten folgende Heilpflanzen-Extrakte starke Hemmwirkung:

Die wässrigen Extrakte von Achillea millefolium (Gemeine Schafgarbe), Camellia sinensis (Teepflanze), Cistus incanus (Zistrose), Eucalyptus globulus (Eukalyptus), Geranium sanguineum (Blutroter Storchenschnabel), Ginkgo biloba, Melissa officinalis (Zitronenmelisse), Rubus idaeus (Himbeere), Salvia officinalis (Garten-Salbei), Sanicula europaea (Sanikel), Scutellaria baicalensis (Baikal-Helmkraut) und Thymus vulgaris (Garten-Thymian).

Außerdem zählten die methanolischen Extrakte von Achillea millefolium, Chelidonium majus (Schöllkraut), Melissa officinalis, Phytolacca americana (Amerikanische Kermesbeere), Rubus idaeus, Salvia officinalis, Sanicula europaea, Scutellaria baicalensis und Thymus vulgaris zu dieser Gruppe.

Die methanolischen Extrakte von Geranium sanguineum, Eucalyptus globulus, Ginkgo biloba und der ethanolische Extrakt von Bergenia ligulata (Kaschmir-Bergenie) zeigten eine besonders starke Hemmaktivität. Darüber hinaus wies auch der frische Milchsaft von Chelidonium majus (Schöllkraut) eine starke Hemmaktivität auf.

Mittlere Hemmaktivität zeigten folgende Heilpflanzen-Extrakte:

Wässrige Extrakte von Chelidonium majus, Datura stramonium (Gemeiner Stechapfel), Phytolacca americana, Sambucus nigra (Schwarzer Holunder) und Sutherlandia frutescens (Ballonerbse).

Auch die methanolischen Extrakte von Datura stramonium, Sambucus nigra und Sutherlandia frutescens sowie der wässrige und methanolische Extrakt des Milchsaftes von Chelidonium majus (Schöllkraut).

Schwache Hemmaktivität zeigen folgende Heilpflanzen-Extrakte:

Die wässrigen Extrakte von Allium sativum (Knoblauch), Echinacea angustifolia (Schmalblättriger Sonnenhut), Eleuterococcus senticosus (Taigawurzel), Eupatorium cannabinum (Gewöhnlicher Wasserdost) und Zingiber officinale (Ingwer) sowie die methanolischen Extrakte von Allium sativum (Knoblauch), Echinacea angustifolia, Eleuterococcus senticosus, Eupatorium cannabinum (Gewöhnlicher Wasserdost) und Zingiber officinale (Ingwer).
Ebenfalls schwach wirkten die untersuchten ätherischen Öle.

Die Autoren des Artikels in der “Zeitschrift für Phytotherapie”, Sverre Morten Schwerdtfeger und Matthias F. Melzig, schreiben zu diesen Ergebnissen:

“Alle getesteten ätherischen Öle zeigten nur schwache Hemmaktivität auf die Neuraminidase. Mögliche antivirale Wirkungen müssen daher auf anderen Mechanismen als der Inhibierung dieses Enzyms beruhen. Eine Antiinfluenza-Eigenschaft jener pflanzlichen Extrakte mit schwacher Hemmaktivität lässt sich weiterhin nicht ausschließen, liegt jedoch nicht in der Neuraminidase-Inhibierung begründet. Auch eine allgemeine Stimulierung des Immunsystems kommt für die Nutzung in der Volksmedizin bei Grippe oder grippalen Infekten in Betracht.”

Die Autoren gehen dann speziell noch auf Heilpflanzen-Extrakte ein, die in dieser Untersuchung die stärksten Effekte als Neuraminidase-Hemmer zeigten. Es sind dies:
– Bergenia ligulata

– Eukalyptus globulus
Eukalyptusöl war aber nicht wirksam, die Autoren vermuten Flavonoide als potenteste Substanzen

– Geranium sanguineum
Allerdings konnte die in vitro (im Reagenzglas) beobachtete starke antivirale Wirkung nicht in dem gleichen Umfang in vivo (im lebenden Organismus = Tier) nachgewiesen werden.

– Ginkgo biloba

– Scutellaria baicalensis

Im Ausblick schreiben die Autoren:

“Da die Influenzaviren über Aerosole zuerst mit den Schleimhäuten der Mund- und Nasenhöhlen sowie des Epi- und Mesopharynx in Kontakt treten, bietet sich hier eine erste antivirale Therapie an, da eine Neuraminidase-Inhibierung innerhalb der ersten 48 Stunden nach Infektion erfolgen muss, um eine effektive Grippebehandlung zu bewirken. Gurgellösungen, Lutschpastillen, Nasentropfen oder Sprays können einen Schutzfilm über dem Epithel bilden, treten folglich als Erstes mit den Viren in Kontakt und nützten damit effektiv das schmale Zeitfenster einer erfolgreichen Therapie bei einfacher Applikation. Zugleich kommen dadurch auch hochmolekulare Substanzen zum Einsatz, die das Lungenepithel nicht erreichen bzw. vom Darmepithel nur schlecht oder gar nicht resorbiert werden, wie es bei Geranium sanguineum der Fall zu sein scheint.”

Kommentar & Ergänzung:

Das sind interessante Ergebnisse, doch muss festgehalten werden, dass es sich um Laborresultate handelt. Die Autoren haben die kritischen Punkte bereits angesprochen. Sind die wichtigsten Inhaltsstoffe aus dem Verdauungstrakt überhaupt in relevanter Menge resorbierbar? Lässt sich damit überhaupt eine wirksame Konzentration im Organismus erreichen?

Im Reagenzglas ist es nämlich immer ziemlich einfach, irgendwelche Ergebnisse zu erzielen. Ob sich ein Resultat aber auch positiv am kranken Menschen zeigt, ist eine ganz andere Sache. Das hat sich offenbar beim Blutroten Storchenschnabel gezeigt, der zwar im Labor einen starken Hemmeffekt entfaltete, dessen Wirkstoffe aber offenbar kaum resorbiert werden.

So bleibt dann noch die von den Autoren aufgeworfene Idee mit Gurgelungen und Spülungen im Mund-Rachenraum oder von Lutschpastillen und Nasensprays.
Als einfachste Variante wären dann Spülungen / Gurgelungen zum Beispiel mit Grüntee / Schwarztee denkbar, weil Camellia sinensis als wässriger Effekt starke Hemmwirkung zeigte. Dabei müsste man den Tee dann wohl 8 – 10 Minuten ziehen lassen, um eine hohe Konzentration an Polyphenolen zu erreichen.
Und die Anwendung müsste wahrscheinlich vorbeugend geschehen, weil eine Neuraminidase-Hemmung nur in den ersten Phasen der Infektion Sinn macht. Die Nase als Eintrittspforte bleibt dabei unberücksichtigt. Nasenspülungen mit starkem Schwarztee / Grünttee kann ich mir nicht so recht vorstellen. Spülungen mit Kochsalzlösung wären hier aber ziemlich sicher nützlich

Siehe dazu:
Schweinegrippe – was bieten die Heilpflanzen?
(mit Infos zur Kochsalzlösung)

Eine komplexe und ungesicherte Sache also, diese Neuraminidase-Hemmung mit Heilpflanzen, wenn man sie konkret unter die Lupe nimmt. Spekulation auf der Basis von experimentellen Ergebnissen halt, aber immerhin eine preisgünstige und aller Voraussicht nach unschädliche Spekulation.

Eine Impfung – sollte sie nochwendig sein – lässt sich meines Erachtens damit allerdings nicht ersetzen.

Interessant ist an den geschilderten Ergebnissen auch, dass die gegen Schweinegrippe stark propagierte Zistrose (Cistus incanus) bezüglich Neuraminidase-Hemmung zwar gut abgeschnitten hat, aber gar nicht so allein auf weiter Flur dasteht, wie das die Werbung darstellt.

Zu Cistus incanus siehe auch:
Cistus incanus – Grippemittel mit vielen offenen Fragen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Buchtipp: “Aromatherapie” von Wabner / Beier

Dienstag, November 3rd, 2009

Das Buch “Aromatherapie” von Dietrich Wabner und Christiane Beier (Hrsg.) – soviel gleich vorneweg – ist von allen mir bekannten Aromatherapie-Büchern am Fundiertesten.

Das Buch enthält unter anderem:

– Eine Einführung in die Grundlagen der Aromatherapie, zum Beispiel: Herstellung von ätherischen Ölen, Qualitätsrichtlinien, Standards und Reinheit. Chemische Stoffklassen, Toxikologie und Nebenwirkungen von ätherischen Ölen, Wirkungen und Wirkprinzipien, Riechen und Geruchssinn. Anwendungsformen der ätherischen Öle (Innerlich, nasal, über die Haut). Handhabung, Aufbewahrung und Haltbarkeit von ätherischen Ölen.

– Auf 148 Seiten werden anschliessend die wichtigen ätherischen Öle, Hydrolate und fetten Öle detailliert vorgestellt mit ihren Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten.

– Ausführlich behandelt werden dann die wichtigen Indikationen und Anwendungsgebiete von ätherischen Ölen wie:
Erkrankungen des Verdauungstraktes
HNO-Erkrankungen und Erkrankungen der Atemwege
Herz-Kreislauf- und Gefässerkrankungen
Erkrankungen der Harnblase und Harnwege
Orthopädie und Rheumatologie
Gynäkologie
Hauterkrankungen
Schmerzen
Psychosomatische Störungen und psychische Erkrankungen

In allen Bereichen werden die relevanten ätherischen Öle genannt und zahlreiche Mischungen vorgestellt.

– Es folgt die Anwendung von Aromatherapie in verschiedenen speziellen Terrains:

Aromatherapie in der Pädiatrie

Aromatherapie in der Geriatrie und bei schwerkranken Patienten

Aromatherapie im Hospiz und in der Palliativmedizin

Aromatherapie in der Onkologie

Aromatherapie im Krankenhaus und in der Hebammenarbeit

Das Buch bietet eine Fülle von guten, nützlichen und fundierten Informationen, hat aber auch ein paar Schwächen:
– An einigen Stellen werden Wirkungen, die von Heilpflanzen-Präparaten wie Kräutertee oder Extrakten her bekannt sind, unbesehen auf die entsprechenden ätherischen Öle übertragen. Das geht so nicht, weil in einer Heilpflanze meistens neben den ätherischen Ölen noch weitere Wirkstoffe vorhanden sind wie Flavonoide, Gerbstoffe oder Bitterstoffe.

– Immer wieder findet man sehr vage Ausdrücke wie “stärkend”, “stabilisierend”, “leberwirksam”. Das ist unbefriedigend. Eine stabilisierende Wirkung, wer kann das nicht schon brauchen? Leberwirksam, das sagt nichts konkretes aus.

– Die angegebenen Wirkeigenschaften sind nur zum Teil durch Studien gestützt und zum Teil schlicht unglaubwürdig, so zum Beispiel die Angabe “lipolytisch” (“fettlösend”) bei Grapefruitöl und die daraus abgeleitete Indikation Zellulite.

– Die Quellenangaben sind oft nicht aufgeführt, was es schwieriger macht, die Angaben auf ihre Glaubwürdigkeit zu überprüfen.

Alle drei Schwach-Punkte findet man allerdings regelmässig bei den meisten Aromatherapie-Büchern.

Das Buch verspricht auf dem rückseitigen Klappentext “fundierte und studiengestützte Informationen”. Diesen Anspruch erfüllt es nur zum Teil.
Aber wie schon am Anfang erwähnt: Alles in allem das fundierteste mir bekannte Aromatherapie-Fachbuch.

Sie können dieses Aromatherapie-Buch anschauen und auch bestellen im Phytotherapie-Buchshop.

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