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Tausendgüldenkraut von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) positiv bewertet

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Die EMA trägt in regelmässigen Abständen Informationen zu Arzneipflanzen zusammen und bewertet deren Einsatz in der Pharmazie. Diese Bewertungen sollen Apotheken, Ärzten und Verbrauchern klare Richtlinien geben, inwieweit der Einsatz aus wissenschaftlicher Sicht sinnvoll ist. Inzwischen liegt auch eine positive Beurteilung des Tausendguldenkrauts (Centaurii herba) vor.

Für den Einsatz bei milden Verdauungs- oder Magenbeschwerden und Appetitlosigkeit seien die Erfahrungswerte sehr gut, schreibt die EMA. Sofern nach zwei Wochen die Beschwerden trotz Anwendung des Tausendgüldenkrauts nicht nachgelassen haben, soll laut Empfehlung ein Arzt aufgesucht werden. Obwohl Nebenwirkungen nicht bekannt sind, sollen Menschen mit peptischen Ulcera (Magengeschwüren) Tausendgülden-Produkte meiden.

Abgesehen vom mehr als 30-jährigen Erfahrungswissen nennt die EMA keine Fakten, die die Wirksamkeit des Tausendgüldenkrauts belegen. Klinische Studien sind keine durchgeführt worden und in-vitro-Daten aus Laboruntersuchungen nur marginal vorhanden. Es existieren laut EMA wenige Hinweise auf die stimulierende Wirkung von Appetit und Verdauung.

In Deutschland ist ein Präparat im Handel das Tausendgüldenkraut kombiniert mit Liebstöckel und Rosmarin enthält und bei unkomplizierten Harnwegsinfekten helfen soll. Für diese Indikation gibt die EMA aber keine Empfehlung ab.

Quelle:

https://m.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/pharmazie/arzneipflanzen-ema-empfiehlt-drei-phyto-klassiker-epilobium-eleutherococcus-centaurium/?forceMobile=1%3F&noMobile=1&tx_aponews_newsdetail%5B%40widget_4%5D%5BcurrentPage%5D=2&tx_aponews_newsdetail%5B%40widget_4%5D%5BitemsPerPage%5D=1&cHash=7114c4db7166baf0d965eea791dd4b48&tx_ttnews%5BsViewPointer%5D=2

 

Kommentar & Ergänzung:

Das Echte Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea) gehört zu den Bitterstoffpflanzen, die hauptsächlich bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt werden. Weitere Beispiele für Bitterstoffpflanzen sind Enzian, Löwenzahn, Engelwurz, Hopfen (wird aber vor allem gegen Schlafstörungen eingesetzt), Schafgarbe, Wermut, Beifuß, Kardobenediktenkraut, Kalmus, Bitterklee, Artischocke, Isländisch Moos (wird aber vor allem gegen Reizhusten eingesetzt) und Teufelskralle (wird aber vor allem gegen Rheuma, Arthrose etc. eingesetzt).

Hier gibt’s weitere Informationen zu den Bitterstoffpflanzen:

Wirkstoffe der Heilpflanzen: Bitterstoffe

 

Beim erwähnten Kombi-Präparat gegen Harnwegsinfekte mit Tausendgüldenkraut, Rosmarin und Liebstöckel halte ich die Wirksamkeitsbelege für sehr schwach. Das Thema in diesem Beitrag:

Urologen erforschen Phytopräparat mit drei Heilpflanzen

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Zur Phytotherapie bei Harnwegsinfektionen / Blasenentzündung

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Bei Harnwegsinfektionen – insbesondere bei Blasenentzündungen – fragen Betroffene häufig nach einem pflanzlichen Präparat. Nützliche Tipps für die Beratung in der Apotheke gab es im POP-Symposium „Pharmakotherapie von Harnwegsinfektionen“ auf der INTERPHARM.

Apothekerin Dr. Kirsten Dahse aus Gröbenzell und Dr. med. Johanna Lerner aus München zeigten dabei auf, wann eine Selbstbehandlung nicht angebracht und eine ärztliche Konsultation nötig ist:

– Bei Risikofaktoren wie Schwangerschaft, Diabetes mellitus, Niereninsuffizienz oder Immunsuppression.

– Außerdem bei Fieber, Schmerzen in der Nierengegend, Blut im Urin, zunehmenden Beschwerden sowie Symptomen, die länger als fünf Tage andauern.

Schmerzmittel sollten mit Vorsicht eingesetzt werden, weil damit eine beginnende Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung), die meist mit Fieber und Schmerzen einhergeht, verschleiert werden kann.

Die Referentinnen stellten für die Phytotherapie bei Harnwegsinfektionen eine ganze Reihe von Präparaten vor, bei denen jedoch auch Nebenwirkungen und Kontraindikationen zu beachten sind:

☛ Bei Bärentraubenblättern und Bärentraubenextrakten resultiert die Anwendungsbeschränkung „nicht häufiger als fünfmal pro Jahr und jeweils nicht länger als ein Woche“ aus einem potenziellen kanzerogenen Risikos des Hydrochinons. Dieses sei aber wahrscheinlich sehr gering, zumal die Verbindung rasch konjugiert und abgebaut werde.

Meerrettichwurzel und Kapuzinerkressekraut enthalten Senfölglykoside und die Referentinnen wiesen darauf hin, dass sie bei Personen mit Nierenfunktionsstörungen und Magengeschwüren nicht empfohlen werden sollten. Kapuzinerkressekraut sei zudem wegen des Gehalts an Vitamin K für Patienten unter Phenprocoumon nicht geeignet.

Tausendgüldenkraut, Rosmarinblätter und Liebstöckelwurzel werden erwähnt als Mittel, die zur Durchspülungstherapie zugelassen sind. Zurückhaltung sei dabei jedoch geboten bei Patienten mit Herz- und Niereninsuffizienz wegen der hierfür notwendigen größeren Trinkmengen. Die Cumarine im Liebstöckelkraut können eine Photosensibilisierung bewirken.

☛ Nach Nieren- und Blasentees zur Durchspülungstherapie werde in der Apotheke häufig gefragt, um damit pathogene Keime aus den Harnwegen auszuschwemmen. Neben Bärentraubenblättern enthalten solche Teemischungen in verschiedenen Kombinationen insbesondere Birkenblätter, Echtes Goldrutenkraut, Orthosiphonblätter, Hauhechelwurzel oder Ackerschachtelhalmkraut. Vor einer Empfehlung von Tees mit Birkenblättern sollte die Kundin oder der Kunde nach einer Birkenpollenallergie gefragt werden.

☛ Zubereitungen aus der Großfrüchtigen Moosbere, besser bekannt als Cranberry, werden seit einigen Jahren sowohl zur Vorbeugung als auch zur Therapie von wiederkehrenden Infektionen der Harnwege empfohlen. Allerdings konnte in einem Cochrane-Review (Metaanalyse) bezüglich der Vorbeugung keine statistisch signifikante Überlegenheit gegenüber Placebo gezeigt werden.

Quelle:

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2016/03/21/wann-selbstmedikation-wann-zum-arzt

Kommentar & Ergänzung:

Die beschriebenen Grenzen der Selbstbehandlung bei Blasenentzündungen kann man nur unterstreichen. Steigt eine Blasenentzündung in die Nieren auf, kann die Infektion sich rasch gefährlich entwickeln. In solchen Fällen braucht es ärztliche Behandlung und in der Regel ein Antibiotikum.

Zu den empfohlenen Heilpflanzen gibt es einiges zu ergänzen:.

1. Zu den Bärentraubenblättern: Teezubereitung als Kaltauszug ist magenverträglicher und geschmacklich akzeptabler (tieferer Gerbstoffgehalt). Auf ausreichende Dosierung achten: 10 g Bärentraubenblätter (= 4 – 5 Teebeutel pro Tag) als Bärentraubenblättertee. Pulverisierte Form (z. B. als Beuteltee) ist wirksamer als geschnittene Bärentraubenblätter (Wirkstoffe werden besser gelöst, wenn die Pflanzenteile kleiner sind).

2. Zu Meerrettichwurzel und Kapuzinerkressekraut: Die Referentinnen beziehen sich hier wohl auf Angocin® – das sind Filmtabletten mit Meerrettichwurzel und Kapuzinerkressenkraut. Wer Meerrettich liebt, kann auch die frisch geraffelte Wurzel gemischt mit Joghurt, Quark, geraffeltem Apfel etc. essen und kommt so rasch auf höhere Senfölglykosid-Mengen, als es mit Angocin® der Fall ist. Als Tagesdosis werden 10 – 20 g geraffelte Merrrettichwurzel empfohlen, verteilt auf 4 – 5 Portionen über den Tag hinweg.

3. Der Empfehlung von Tausendgüldenkraut, Rosmarinblätter und Liebstöckelwurzel liegt wohl ein Präparat zugrunde, das nur in Deutschland auf dem Markt ist und genau diese drei Heilpflanzen enthält (CANEPHRON N Dragees). Dieses Präparat überzeugt mich nicht. Nur der Liebstöckelwurzel schreibt die Phytotherapie eine leicht harntreibende Wirkung zu. Tausengüldenkraut ist eine Bitterstoffpflanze, deren Nutzen im Harntrakt ungeklärt ist. Und in Rosmarinblättern ist zwar entzündungswidrige Rosmarinsäure enthalten. Ob davon aber in den Harnwegen eine wirksame Menge ankommt, ist sehr fraglich, zumal das Präparat nur je 18mg von den drei Heilpflanzen in Pulverform enthält. Das ist ausgesprochen (!) wenig, wenn man zum Beispiel vergleicht mit einem Teebeutel, der normalerweise etwa 2000 mg pulverisierte Heilpflanze enthält (als 2g). Zwar geht bei der Teezubereitung der Wirkstoff nicht vollständig ins Teewasser über, aber der Unterschied zu diesen 18 mg im Dragee ist doch riesig. Ein Tee wäre wohl überlegen.

4. Bei den häufig verwendeten Nieren- und Blasentees zur Durchspülungstherapie sind die Mischungen oft fragwürdig, zum Beispiel wenn Bärentraubenblätter mit harntreibenden Heilpflanzen wie Birkenblätter, Echtes Goldrutenkraut, Orthosiphonblätter, Hauhechelwurzel oder Ackerschachtelhalmkraut kombiniert sind. Bei einer akuten Blasenentzündung sind die Bärentraubenblätter in solchen Mischungen oft zu tief dosiert. Es braucht dann Bärentraubenblättertee pur in einer Menge von 4 – 5 Tassen täglich, um auf eine wirksame Dosis zu kommen. Dagegen ist in einem Durchspülungstees zur Rückfallprophylaxe die Bärentraube unpassend, weil es dann um eine längerfristige Anwendung geht und wahrscheinlich auch über lange Zeiträume gar keine Bakterien verhanden sind, die bekämpft werden müssten.

5. Bei Cranberry ist die Datenlage tatsächlich nicht so positiv, wie sie oft dargestellt wird. Die erwähnte Cochrane-Metaanalyse ist sogar klar negativ. Allerdings muss man dazu folgendes wissen: Cranberry- wie auch Preiselbeer-Präparate gibt es in sehr unterschiedlichen Zubereitungen mit grossen Unterschieden in der Wirkstoffkonzentration. Diese sehr heterogene Ausgangslage macht es schwierig, eine Metaanalyse zu erstellen, die dann auch für alle geprüften Präparate gültige Aussagen machten kann. Die „Zeitschrift für Phytotherapie“ (Nr. 4 / 2015) schreibt dazu:

„Selbst im neuen Cochrane-Review wurde nur für 3 der 24 eingeschlossenen Studien ein für sinnvoll erachteter PAC-Gehalt > 36 mg/d oder die Angabe des Typ-APAC-Gehalts erfüllt.“

Die Autoren weisen darauf hin, dass man das nicht den Cochrane-Autoren anlasten könne, sondern der oft ungenügenden Publikationskultur phytotherapeutischer Studien.

Wer als Konsumentin oder Konsument Cranberry- oder Preiselbeerpräparate anwenden möchte, sollte auf eine Mindestzufuhr von 36 mg Proanthocyanidinen (PAC) pro Tag achten.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Weiterbildung Palliative Care & Onkologie-Pflege: Bitterstoffe bei Mundtrockenheit

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Die Zeitschrift „Die Apotheke“ schildert Heilpflanzen-Anwendungen bei Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum – konkret von Mundhöhle (Stomatitis), Zahnfleisch (Gingivitis), Zahnhalteapparat (Parodontitis), Rachen (Pharyngitis), Zunge (Glossitis) oder Mandeln (Angina tonsillaris).

Ein Abschnitt, der auch für Palliative Care und Onkologie-Pflege interessant ist, gilt der Anwendung von Bitterstoffen bei Mundtrockenheit:

„Bitterstoffdrogen wie Tausendguldenkraut, Bitterkleeblätter und

Enzianwurzel wirken tonisierend auf die Schleimhaut und regen

über den bitteren Geschmack beim Gurgeln die Speichel- und

Schleimsekretion an. Sie werden daher bei Mundtrockenheit ein-

gesetzt, die häufig im höheren Lebensalter sowie nach Bestrahlun-

gen der Mundhöhle auftritt. Mit wässrigen Zubereitungen wird

mehrmals täglich gespült“

Quelle:

http://www3.apoverlag.at/pdf/files/DA/DA-2012/DA-2012-02.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Damit keine Missverständnisse aufkommen: „Drogen“ sind im Kontext der Phytotherapie einfach getrocknete Heilpflanzen, also nicht wie heute gebräuchlich „psychotrope Substanzen“.

Bitterstoffpflanzen regen nicht nur die Speichelproduktion an, sondern auch die Magensaftproduktion und oft auch den Gallenfluss. Sie wirken dadurch gegen Völlegefühl nach Mahlzeiten und gegen Appetitlosigkeit.

Weitere Informationen zu den Bitterstoffen:

Wirkstoffe der Heilpflanzen: Bitterstoffe

Bitterstoffe sind im Pflanzenreich weit verbreitet. Sie dienen der Pflanze vor allem als Abwehrmittel gegen Fressfeinde.

Weitere Bittterstoffpflanzen mit Anwendung hauptsächlich im Verdauungstrakt sind: Wermut, Kalmus, Schafgarbe, Angelikawurzel (Engelwurz), Löwenzahn, Artischocke,

Ausserdem gibt es Bitterstoffpflanzen, die aufgrund von anderen Wirkstoffen ausserhalb des Verdauungstraktes zur Anwendung kommen. Zum Beispiel:

Hopfen (wird vor allem als Schlafhilfe eingesetzt),

Teufelskralle (wird vor allem bei Rheuma, Arthrose etc. eingesetzt),

Isländisch Moos (wird vor allem gegen trockenen Reizhusten eingesetzt)

Eine Weiterbildung „Heilpflanzen-Anwendungen in Palliative Care und Onkologie-Pflege“ finden Sie hier.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Ameisen vertreiben mit Lavendelöl, Kerbel, Farnkraut, Backpulver..

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Im Sommer kriechen Ameisen durch alle Ritzen und bauen ihre Straßen manchmal auch in Wohnungen und Häusern. Zur Abwehr braucht es nicht unbedingt giftige Chemikalien.

Ohne chemische Ameisengifte könne eine Ameisenstraße durch stark riechende Kräuter wie Farnkraut, Wacholderblätter, Tausendgüldenkraut, Kerbel, Zitronensaft, Lavendelöl oder Lavendelblüten unterbrochen werden, schreibt die Verbraucherzentrale Hamburg. Der Geruch verwirre den Orientierungssinn der Ameisen. Schlupflöcher ins Haus wie Ritzen sollten mit Silikon verschlossen werden. Klebende Barrieren, die im Handel erhältlich sind, blockieren zudem den Zugang durch Fenster und Türen.

Für die Ameisen tödlich seien Backpulver und Hirschhornsalz. Vermischt mit Zucker werden sie von den Ameisen gefressen, blähen deren Magen auf und töten so die Tiere.

Auch Kieselgur, ein fein gemahlenes, fossiles Pulver aus Kieselalgen, wirkt laut Verbraucherzentrale für die Ameisen tödlich. Es verletzt den Chitinpanzer der Insekten und trocknet sie innert kurzer Zeit aus. Der Einsatz von Kieselgur habe jedoch nur Sinn, wenn das Pulver gezielt in den Schlupfwinkeln oder an den Wanderwegen der Ameisen platziert werde. Kieselgur sollte nicht eingeatmet und von Kindern und Haustieren ferngehalten werden.

Quelle:

http://www.focus.de/immobilien/wohnen/wohnen-kerbel-farnkraut-und-backpulver-vertreiben-ameisen_aid_779075.html

Kommentar & Ergänzung:

Grundsätzlich müsste man ja vor allem festhalten, dass Ameisen Respekt und Schutz verdienen. Aber wenn sie in die Wohnung eindringen?

Interessant sind in diesem Zusammenhang Diskussionen innerhalb der Naturethik:

Soll die Natur (z. B. Ameisen) geschützt werden, weil sie in irgendwelchen Bereichen nützlich sind für die Menschen (anthropozentrische Position) oder weil sie einen Wert an sich haben, unabhängig von menschlichen Kriterien (physiozentrische Position).

Eine kleine Einführung in die Naturethik gibt’s übrigens im Kurs „Naturerlebnis Oberengadin“ vom 13. – 17. August 2012.

Zu den Tipps der Verbraucherzentrale Hamburg gegen Ameisen noch eine Anmerkung:

Ameisen sind tatsächlich sehr duftgesteuerte Tiere. Daher ist es gut möglich, dass sie sich durch starke Düfte quasi vom Weg abbringen lassen. Tausendgüldenkraut duftet allerdings kaum, es enthält vor allem Bitterstoffe. Bitter ist aber kein Geruch, sondern ein Geschmack. Mir ist nicht bekannt, dass Ameisen Geschmacksrezeptoren für bitter haben…….

Und Wacholder hat keine Blätter, sondern Nadeln.

Immer wieder höre ich ausserdem, dass Zimtpulver auf Ameisenstrassen gestreut, die Insekten ebenfalls vertreibt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Wirkstoffe der Heilpflanzen: Bitterstoffe

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Bitterstoffe zeichnen sich hauptsächlich durch eines aus: Sie sind bitter. Dahinter stehen allerdings total unterschiedliche chemische Substanzen. Schmecken wir etwas Bitteres, sondern die Schleimhäute und Drüsen vermehrt Speichel, Magensaft, Galle und Bauchspeichel ab, die Verdauung kommt in Schwung. Genau das macht man sich zum Beispiel auch beim Magenbitter zunutze: Extrakte aus Enzian, Löwenzahn, Tausendgüldenkraut, Engelwurz, Hopfen, Schafgarbe, Wermut, Beifuß machen die Kräuterliköre angenehm bitter und lösen ein befreites Gefühl im Magen aus.

Quelle:

http://www.scinexx.de/dossier-detail-340-8.html

Kommentar & Ergänzung:

Das ist eine sehr kurz geratene Beschreibung der Bitterstoffe,

Heilpflanzen mit Bitterstoffen werden angewendet bei Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche, Völlegefühl.

Zu diesem Zweck nimmt man Bitterstoff-Zubereitungen eine halbe Stunde vor dem Essen ein.

Es gibt aber auch Kontraindikationen vor Bitterstoff-Zubereitungen: Magengeschwür, Magenschleimhautentzündung, Hyperacidität (Magenübersäurerung).

Die Anregung der Magensaftproduktion und die Vermehrung der Magensäure durch Bitterstoffe wirkt bei diesen Erkrankungen kontraproduktiv.

Als weitere Bitterstoffpflanzen könnte man noch anfügen: Kardobenediktenkraut, Kalmus, Bitterklee, Artischocke, Löwenzahn, Isländisch Moos (wird aber vor allem gegen Reizhusten eingesetzt) und Teufelskralle (wird aber vor allem gegen Rheuma, Arthrose etc. eingesetzt).

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie lindert Nebenwirkungen bei Chemotherapie & Bestrahlung

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Die Sendung „Hauptsache gesund“ auf MDR fasst einige Tipps zusammen zur Linderung der Nebenwirkungen bei Chemotherapie / Strahlentherapie:

„Chemotherapie und Bestrahlung sind die bislang wirksamsten Waffen gegen Krebs. Sie lassen sich jedoch nicht so ausrichten, dass ausschließlich Tumorgewebe zerstört wird. Deshalb kommt es zu typischen Nebenwirkungen.“

Doch dagegen gebe es natürliche Hilfe:

„- Entzündungen der Mundschleimhaut lassen sich mit Spülungen mit Kamille oder Salbei behandeln

– Gegen Durchfälle ist geriebener Apfel empfehlenswert

– Übelkeit ist ein häufiges Problem. Ein Tee aus kleinen Ingwerstücken, der morgens aufgebrüht und über den Tag hinweg getrunken wird, kann helfen. Auch Akupressur hat sich bewährt.

– Appetitlosigkeit lässt sich mit Bittermitteln wie Enzian bekämpfen.

– Erschöpfungsgefühle können mit Ginseng, Ginkgo oder Taiga-Wurzel gemildert werden. Auch Bewegung ist hilfreich.“

Quelle:

http://www.mdr.de/hauptsache-gesund/aktuelle-sendung/artikel14662.html

Kommentar & Ergänzung:

– Kamille und Salbei gegen Mundschleimhautentzündungen sind als Tipp in Ordnung. Es fehlen hier allerdings die Schleimstoffe (Leinsamen, Eibischwurzel), die sich sehr bewährt haben. Kurzfristig und eher lokal sind auch Gerbstoff-Pflanzen wie Tormentill (Blutwurz) Ratanhia, Schwarztee oder „Chäslichrut“ (Malvenblätter) geeignet.

Vorbeugend oder heilend helfen oft gefrorene Ananasstückchen

Siehe dazu: Phytotherapie kann bei Krebs manche Beschwerden lindern

– Gegen Durchfall helfen kurzfristig ebenfalls Gerbstoffpflanzen wie Schwarztee (lang ziehen lassen) oder Tormentill (Blutwurz).  Schleimstoffe ( Flohsamen / Flohsamenschalen) könnten bei Durchfall ebenfalls hilfreich sein.

– Neben Ingwer helfen bei Übelkeit manchmal Eiswürfel aus Pfefferminztee.

– Enzianwurzel gehört zu den stärksten Bitterstoffpflanzen. Ich würde gegen Appetitlosigkeit ausprobieren, welche Bitterstoffpflanze am besten „ankommt“, zum Beispiel Tausendgüldenkraut, Schafgarbe, Wermutkraut, Engelwurz,  Kardobenediktenkraut, Bitterklee.

– Bei Erschöpfungsgefühlen / Müdigkeit ist Ginkgo als Empfehlung nicht ganz nachvollziehbar, Ginsengwurzel und Taigawurzel aber schon, wobei beide eine längere Anwendungsdauer brauchen.

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Phytotherapie: wo sie helfen kann….

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Die Grundlage unseres gegenwärtigen Wissensstandes über die Anwendung pflanzlicher Arzneimittel ist die oft Jahrhunderte lange traditionelle Anwendung von Heilpflanzen in der Volksmedizin. In einer modernen, wissenschaftlich orientierten Therapieform reicht dies jedoch nicht als Wirksamkeitsbeweis. Darum strebt die Arzneipflanzenforschung danach, von modellhaften Labortests bis hin zu klinischen Studien an Patienten Fakten für den therapeutischen Wert und die Unbedenklichkeit von Phytopharmaka zu liefern.

Im „Kleinen Wörterbuch der Pflanzenmedizin“ wird aufgeführt, in welchen Einsatzbereichen sich die Phytotherapie, alleine oder in Kombination mit anderen therapeutischen Maßnahmen bewährt. Hier eine modifizierte Übersicht auf der Basis dieser Publikation:

1. Vorbeugung von Krankheiten

– Stärkung des Immunsystems:

Roter Sonnenhut, Echinacea purpurea

– Schwitzkuren bei beginnenden grippalen Infekten:

Holunderblüten, Sambucus nigra

Lindenblüten, Tilia – Arten (Tilia cordata, Tilia platyphyllos)

2. Befindlichkeitsstörungen im Verdauungstrakt

– Entzündungen im Bereich der Mundhöhle:

Salbei, Salvia officinalis

– Blähungstreibend, krampflösend:

Kamille, Matricaria recutita

Kümmel, Carum carvi

Fenchel, Foeniculum vulgare

Pfefferminze, Mentha piperita

– Appetitanregend:

Arzneipflanzen mit Bitterstoffen:

Enzian, Gentiana-Arten, vor allem Gelber Enzian, Gentiana lutea

Tausendguldenkraut, Centaurium erythraea

Fieberklee, Menyanthes trifoliata

Arzneipflanzen mit aromatisch-

bitterem Geschmack:

Wermut, Artemisia absinthium

Schafgarbe, Achillea millefolium

– Übersäuerung des Magens:

Käsepappel, Malva – Arten (Chäslichrut, Malva silvestris, Malva neglecta)

– Lebererkrankungen:

Mariendistel, Silybum marianum

– Erkrankungen der Galle:

Artischocke, Cynara scolymus

Löwenzahn, Taraxacum officinale

– Durchfallerkrankungen:

Tormentillwurzel, Potentilla erecta

Heidelbeeren (getrocknet!), Vaccinium myrtillus

– Verstopfung:

Faulbaum, Frangula alnus

Senna, Cassia – Arten

Rhabarber, Rheum palmatum

Leinsamen, Linum usitatissimum

Flohsamen, Plantago ovata

3. Erkrankungen im Bereich der Atemwege:

– Reizhusten: Tees mit schleimhaltigen Heilpflanzen:

Eibisch, Althaea officinalis

Isländische Flechte (Isländisches Moos), Cetraria islandica

– Auswurffördernde Hustenmittel:

Arzneipflanzen mit ätherischem Öl:

Thymian, Thymus vulgaris

Anis, Pimpinella anisum

Eukalyptus, Eucalyptus globulus

Latschenkiefer, Pinus mugo

Arzneipflanzen mit Saponinen:

Schlüsselblume, Primula veris

Efeu, Hedera helix

– Arzneipflanzen mit anderen Wirkstoffen:

Sonnentau, Drosera rotundifolia

4. Erkrankungen im Urogenitaltrakt:

– Erhöhung der Harnmenge, besonders bei Steinleiden oder Entzündungen der ableitenden Harnwege:

Birke, Betula pendula

Hauhechel, Ononis spinosa

Schachtelhalm, Equisetum arvense

Wacholder, Juniperus communis

– Unterstützung bei gutartiger Vergrößerung der Prostata (Prostatahyperplasie):

Weidenröschen, Epilobium angustifolium

Sägepalme, Serenoa repens (Sabal serrulata)

5. Herz- Kreislaufbeschwerden

– Leichte Herzmuskelschwäche, „Altersherz“:

Weißdorn, Crataegus-Arten, vor allem Crataegus oxyacantha und Crataegus monogyna)

– Krampfadern:

Rosskastanie, Aesculus hippocastanum

– Durchblutungsstörungen:

Ginkgo, Ginkgo biloba

– Vorbeugung gegen Arteriosklerose (= „Verkalkung“):

Knoblauch, Allium sativum

6. Nervöse Störungen

– Leichte und mittelschwere Depressionen:

Johanniskraut, Hypericum perforatum

– Einschlafstörungen:

Baldrian, Valeriana officinalis

Melisse, Melissa officinalis

Hopfen, Humulus lupulus

Lavendel, Lavandula angustifolia

7. Gynäkologische Erkrankungen

– Prämenstruelles Syndrom (PMS), klimakterische Beschwerden (z. B. Wallungen):

Mönchspfeffer, Vitex agnus-castus

Nordamerikanisches Wanzenkraut ( = Traubensilberkerze), Cimicifuga racemosa

8. Hauterkrankungen / Wunden:

Ringelblume, Calendula officinalis

Arnika, Arnica montana

Quelle:

Kleines Wörterbuch der Pflanzenmedizin,

herausgegeben von Pharmig, der Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen, Wien

in Zusammenarbeit mit dem Institut für Pharmakognosie der Universität Wien

www.pharmig.at

Kommentar & Ergänzung:

Die Aufstellung im „Kleinen Wörterbuch der Pflanzenmedizin“ gibt einen guten Überblick, führt aber natürlich längst nicht alle wichtigen Heilpflanzen der Phytotherapie auf.

Wichtig zu wissen ist aber auch, dass es nicht nur darauf ankommt, welche Heilpflanze bei welcher Krankheit eingesetzt werden kann. Mindestens so entscheidend ist auch die Frage, in welcher Arzneiform die jeweilige Heilpflanze optimal zur Wirkung kommt, zum Beispiel als Tee, Tinktur, Extrakt, Frischpflanzenpresssaft etc.

Vollständig vergessen ging in der Übersicht der Bereich Rheuma / Arthrose. Hier gibt es interessante und bewährte Heilpflanzen, die auch mit Patientenstudien erforscht werden, zum Beispiel Teufelskralle (Harpagophytum procumbens), Weidenrinde (Salix-Arten), Weihrauch (Olibanum), Paprika (Capsaicin), Hagebutte.

Interessant ist, dass die Publikation von Pharmig herausgegeben wird, der Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen. Es gibt in der Komplementärmedizin ein weit verbreitetes Feindbild, wonach die „Pharmaindustrie“ die Naturheilmittel kaputt machen will. Das ist ziemlich naiv, weil die Hersteller komplementärmedizinischer und phytotherapeutischer Präparate längst ein Teil der Pharmaindustrie sind. Sie sind bestens in die entsprechenden Branchenverbände eingebettet. Das pauschale Feinbild „Pharmaindustrie“ ist zwar unsinnig, doch soll die Absage an pauschale Feindbilder nicht davon abhalten, konkrete Pharmafirmen für konkrete Missstände zu kritisieren, wo dies nötig ist.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie in der Gastroenterologie

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Unter diesem Titel veröffentlichte die Zeitschrift der „Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie“ einen Beitrag von Dr. Roman Huber zum gegenwärtigen Wissensstand in der Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen durch Heilpflanzen-Präparate.
Der Autor schreibt:

„Die Phytotherapie befindet sich in fortlaufender wissenschaftlicher Entwicklung. Weltweit werden ständig neue wie auch alt bekannte Pflanzen präklinisch und klinisch untersucht und hierbei werden neue Wirkprinzipien
und Indikationen entdeckt. So zeigen neuere Studien beispielsweise deutliche Hinweise für die Wirksamkeit von Curcumin bzw. Sojalecithin bei aktiver Colitis ulcerosa und von Wermutkraut bei Morbus Crohn. Das therapeutische Potenzial der Phytotherapie ist also bei weitem noch nicht ausgeschöpft.“

Quelle:
http://www.phytotherapie.co.at/PHYTO%20Therapie_6-09.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Die Anwendung von Heilpflanzen bei Beschwerden und Erkrankungen im Verdauungstrakt hat eine lange Tradition. Dabei sind die alten Überlieferungen allerdings oft sehr vage.
Die Phytotherapie-Forschung versucht hier seit einigen Jahren mehr Klarheit ins Wirkungsprofil der Heilpflanzen zu bringen.
Interessante Studien sind beispielsweise gemacht worden zum Thema Reizdarm (Flohsamen, Pfefferminzöl-Kapseln) und auch wie oben erwähnt zu Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Der grossen Zahl von Heilpflanzen-Präparaten gegen Verstopfung steht die Phytotherapie-Fachwelt dagegen eher skeptisch gegenüber, sofern es sich um „Drastika“ wie Sennesblätter handelt. Milde Abführmittel wie Flohsamen oder Leinsamen sind dagegen gut etabliert.

Von der traditionellen Pflanzenheilkunde und von der Phytotherapie-Forschung werden zudem eine ganze Reihe von  bitteren Heilpflanzen empfohlen gegen Völlegefühl, zum Beispiel Artischockenblätter, Schafgarbenkraut, Engelwurz, Wermut, Tausendgüldenkraut, Enzianwurzel, Löwenzahn.

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Lavendel belebt in der dunklen Jahreszeit

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Unter dieser Schlagzeile berichtete das Portal www.nachrichten.at kürzlich über Heilkräuter, die in der dunklen Jahreszeit helfen können, die Stimmung aufzuhellen.
In der dunklen Jahreszeit kämpfen viele Menschen mit einer trüben Gemütslage. Heilkräuter können dann helfen, die Stimmung aufzuhellen. Heilpraktikerin Anke Herrmann vom Naturheilkundeverein NHV Theophrastus mit Sitz in München gab im Gespräch mit dem dpa-Themendienst Tipps für verschiedene Anwendungen.

Der Text ist meiner Ansicht nach ein Beispiel für fragwürdige und ziemlich willkürliche Ratschläge im Internet und er verdeutlicht die fehlende Qualitätssicherung im Bereich Naturheilkunde / Pflanzenheilkunde / Komplementärmedizin. Ich schildere den Text hier und stelle meine Einwände dazu. Es geht mir dabei aber nicht nur um diesen konkreten Text. Es fehlt meiner Ansicht nach fundamental an kritischer Auseinandersetzung mit solchen Themen. Abgesehen von ein paar juristischen Einschränkungen (z. B. Ehrverletzung, Rassismus, Genozid-Leugnung) darf im Internet ja jeder Mensch schreiben, was ihm oder ihr in den Sinn kommt.

Das ist auf dem Boden der Meinungsäusserungsfreiheit auch richtig so. Nur stellt sich dann die Frage: Wenn tausende von Aussagen nebeneinander stehen, wie soll sich der Konsument oder die Konsumentin, die oft kein entsprechendes Fachwissen haben, eine eigene Meinung bilden? Dazu braucht es meiner Überzeugung nach kritische Auseinandersetzung. Wer Heilwirkungen behauptet, soll plausible Begründungen liefern. Leere Behauptungen reichen nicht, weil man sie nur blind glauben oder blind ablehnen kann. Nur im Austausch von Argumenten und Gegenargumenten können meiner Ansicht nach mündige Menschen zu eigenen Schlüssen kommen.

Kursiv gesetzt folgen nun die Zitate aus dem Text und anschliessend meine Fragen und Einwände:

“ÄTHERISCHE ÖLE: Viele Heilpflanzen enthalten ätherische Öle, die sich positiv auf die Seele auswirken. An erster Stelle steht für Herrmann der Lavendel – sein Öl regt den Kreislauf an. ,Er impliziert das Gefühl von Urlaub, Provence und Wärme und lässt sich daher ganz gezielt in der dunklen Jahreszeit einsetzen‘, sagt die in Großschirma (Sachsen) tätige Heilpraktikerin.”

Dass Lavendelöl manchen Menschen wohltut, würde ich durchaus anerkennen. Wir reagieren in vielen Bereichen unterschiedlich auf ätherische Öle. Die Frage ist aber, ob es darüber hinaus Wirkungen gibt, die verallgemeinerbar sind und einer grossen Zahl von Lesenden empfohlen werden können. Für Lavendelöl ist als verallgemeinerbare Wirkung vor allem ein beruhigender, entspannender Effekt dokumentiert. Für kreislaufanregende und stimmungsaufhellende Wirkungen scheint mir das nicht annähernd der Fall zu sein. Was ist hier zudem mit kreislaufanregend gemeint? Herzstärkend? Blutdrucksteigernd? Durchblutungsfördernd?

“Rosmarin klärt den Geist und vermittelt ebenfalls Wärme. Generell stimmungsaufhellend wirkt Geranium. Melisse empfiehlt Herrmann als ausgleichende Pflanze: ,Sie wirkt anregend für diejenigen, die zu wenig Power haben, und beruhigend auf hibbelige Menschen.‘ Vor allem für Tee bietet sich Melisse an.”

Rosmarinöl klärt den Geist – das tönt schön, aber was ist genau damit gemeint. Wovon wird der Geist geklärt und wie? Dokumentiert ist bei Rosmarinöl eine anregende, belebende Wirkung. Das kann wohl bei „trüber Stimmung“ durchaus nützlich sein.
Dass Geranium “generell stimmungsaufhellend wirkt”, scheint mit eine gewagte Behauptung. Gemeint ist wohl das ätherische Öl aus Pelargonium graveolens (Rosengeranie, Duftpelargonie, Duftgeranie). Im führenden Aromatherapie-Fachbuch von Wabner & Baier (2009) ist zwar eine antidepressive Wirkung der Geranie erwähnt, allerdings bei hormonell bedingter Depression, also nicht bei trüber Gemütslage in der dunklen Jahreszeit. Und selbst die stimmungsaufhellende Wirkung bei hormonell bedingter Depression ist nicht dokumentiert.

Melisse als ausgleichende Pflanze in Teeform, je nach Bedarf anregend oder beruhigend, das tönt sehr ideal. Die Melisse macht also immer genau das, was man gerade nötig hat. Dokumentiert ist zwar nur die beruhigende Wirkung, doch würde ich nicht ausschliessen, dass es auch Menschen gibt, bei denen Melisse anregende Effekte zeigt. Nur verallgemeinern würde ich dies nicht.

“BITTERSTOFFE: Etliche Heilpflanzen enthalten Bitterstoffe, die stimmungsaufhellend und klärend wirken. ,Sie regen die Leber an‘, erläutert die Heilpraktikerin. Denn bei vielen Verstimmungen sei die Leber betroffen, die als Organ der Lebenskraft gilt. Besonders viele Bitterstoffen stecken in Wermut und Tausendgüldenkraut.”

Dass Bitterstoffe stimmungsaufhellend und klärend wirken sollen, ist eine Behauptung, die völlig in der Luft schwebt und genauer begründet werden müsste. Bitterstoffe sind nur definiert durch ihren bitteren Geschmack. Chemisch gesehen kann es sich um sehr unterschiedliche Substanzen handeln, denen nur gemeinsam ist, dass sie unsere Bitterrezeptoren erregen. Der behauptete stimmungsaufhellende und klärende Effekt müsste daher nur schon durch die Wahrnehmung der Geschmacksqualität “bitter” zustande kommen. Ob das möglich ist und so stattfindet, ist total ungeklärt.

Ziemlich fragwürdig scheint mir auch die Behauptung, dass bei vielen Verstimmungen die Leber “betroffen” ist. Wie genau betroffen? Was läuft genau schief in der Leber bei Verstimmungen? Diese vagen, nebulösen, schwammigen Ausdrücke sind problematisch. So kann man eigentlich immer behaupten was man will.

Und die Leber gilt “als Organ der Lebenskraft”. Tönt schön, sagt aber kaum etwas. Auf Nachfrage hat mir jedenfalls noch niemand auch nur eingermassen plausibel erklären können, was er / sie unter Lebenskraft konkret versteht.
Emil du Bois-Reymond hat bereits 1848 die “Lebenskraft” als eine “Dienstmagd für alles” verspottet. Man kann mit ihr jedenfalls fast alles und auch das Gegenteil von fast allem begründen.

Bitterstoffe “regen die Leber an”. Auch dies eine ausgesprochen vage und pauschale Ausdrucksweise. Die Leber hat doch sehr zahlreiche, unterschiedliche Aufgaben. Was also wird genau angeregt? Die Entgiftungsfunktionen der Leber zum Beispiel? Dann würden auch viele lebenswichtige Medikamente rascher abgebaut. Könnte bei gewissen Patienten tödlich enden. Ernsthafte Warnungen vor der Einnahme von Bitterstoffen gleichzeitig mit wichtigen Medikamenten wären unumgänglich.
Oder ist das alles gar nicht so ernst gemeint und nur so daher geplaudert? Die Phytotherapie-Fachliteratur ist sich mehr oder weniger einig, dass Bitterstoffe die Produktion von Galle fördern können (vielleicht wird auch nur die Entleerung der Gallenblase angeregt). Geht es wirklich um eine Steigerung der Galleproduktion in der Leber, dann könnte eine Anregung der Leber die Fettverdauung verbessern. Das mag zwar in manchen Fällen nützlich sein, hat aber noch nichts zu tun mit einer angeblichen Stimmungsaufhellung und Klärung durch Bitterstoffe.

FARBE: Die sonnige Farbe Gelb gilt als Stimmungsaufheller schlechthin. So hilft es laut Herrmann im Winter manchmal schon, eine Postkarte mit gelb-orangen Ringelblumen aufzustellen und sich an deren Anblick zu erfreuen. Auch als Tinktur oder Öl zum Einreiben lässt sich die Heilpflanze des Jahres 2009 nutzen.
Stimmungsaufhellend wirken Ringelblumen außerdem als Tee. ‚Allerdings sollte man sie nicht allein verwenden, sondern als Zugabe zum Melissentee‘, rät die Heilpraktikerin.

Kann durchaus sein, dass gelb-orange bei manchen Menschen die Stimmung positiv beeinflusst. Mir gefällt die Ringelblume ja auch. Aber das Rezept mit der Postkarte scheint mir doch etwas gar einfach.

Und ja, Ringelblume lässt sich auch als Tinktur oder Öl verwenden, nur geht es dann in der Phytotherapie meistens um Wundheilung oder Entzündungshemmung. Für eine stimmungsaufhellende Wirkung der Ringelblume finde ich in der gesamten deutschsprachigen Phytotherapie-Fachliteratur keinen einzigen Hinweis. Zwar könnte es durchaus Wirkungen von Heilpflanzen geben, die der Fachliteratur und der Diskussion in der “Fachszene” entgangen sind. Aber wenn man eine so ausgefallene Behauptung aufstellt, wie der angebliche stimmungsaufhellende Effekt der Ringelblume, dann müssten Argumente und Begründungen auf den Tisch (z. B.: Wie ist diese Überzeugung zustande gekommen? Auf Grund welcher Erfahrungen, Theorien, Beobachtungen, Experimenten, Studien?). Nur auf der Basis dieser Hintergrundinformationen kann man sich eine eigene Meinung bilden.

Bei der Melisse sind beruhigende, entspannende Effekte gut dokumentiert. Für eine stimmungsaufhellende Wirkung gibt es nur spärliche Hinweise. Aus der Geschichte der Pflanzenheilkunde beispielsweise wird der Äbtissin Hildegard von Bingen die Aussage zugeschrieben: “Man lacht gern, wenn man sie isst, da sie das Herz freudig stimmt, weshalb die Melisse auch Herztrost heisst. Darüber hinaus deuten Tierversuche mit Rosmarinsäure, die unter anderem in Melisse enthalten ist, auf eine antidepressive Wirkung hin. Ob sich solche Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, bleibt offen.

„Viel Sonne gespeichert sei außerdem in Holunderbeeren oder Hagebutten – beide sind reich an Vitamin C.“

Ja, alle grünen Pflanzen speichern Sonnenenergie in Form von Traubenzucker. Nichts gegen Holunderbeeren und Hagebutten, aber weshalb diese zwei Früchte besonders viel Sonne speichern sollen, ist mir ein Rätsel, und ebenso unklar bleibt, was das nun mit Vitamin C zu tun hat.

„WÄRME: ‚Ingwer macht einfach warm, ebenso wie Chili oder Nelke‘, sagt Herrmann. Wie viele andere weihnachtliche Gewürze auch vermittele der wärmende Ingwer ein Gefühl von Gemütlichkeit. Er lässt sich als Gewürz am Essen nutzen oder für Tee. Dazu wird ein Viertelliter kochendes Wasser über zwei Scheiben frisch geschälte Ingwerwurzel gegossen. Nach dem Ziehen kann mit Honig oder Kandis gesüßt werden.“

Dass Ingwer vor allem im Winter von vielen Menschen als angenehm empfunden wird, kann ich nachvollziehen. Geht mir selber auch so.

Schliesslich stellt sich noch die Frage, weshalb in diesem Text keine Rede ist vom Johanniskraut (Hypericum perforatum). Johanniskraut-Extrakte sind mit einer ganzen Reihe von Patientenstudien als Mittel gegen leichte und mittelschwere Depressionen sehr gut dokumentiert. Johanniskraut ist von allen Heilpflanzen die einzige, für die eine solch fundierte Dokumentation zur Wirksamkeit gegen Depressionen vorliegt. Johanniskraut bewährt sich auch bei Winterdepressionen.
Johanniskraut ist die Heilpflanze gegen Depressionen.

Warum also werden zahlreiche nebulöse, vage, fragwürdige Empfehlungen gemacht, während die einzige gut dokumentierte Heilpflanze gegen Depressionen gar nicht erwähnt wird?

Wenn die Naturheilkunde bzw. Pflanzenheilkunde sich weiter entwickeln will, müsste meines Erachtens genau an diesem Punkt angesetzt werden: Es braucht präzise, gut dokumentierte Angaben. Und es braucht deutlich mehr kritisches In-Frage-stellen von nebulösen, willkürlichen Behauptungen.

Quelle:
http://www.nachrichten.at/ratgeber/gesundheit/wellness/Gesundheit-Wellness;art54,299330

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Sensoren für bitteren Enzian-Inhaltsstoff Amarogentin entdeckt

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Amarogentin gilt als bitterste natürliche Substanz der Welt und kommt im Enzian vor. Mit welchen Geschmackssensoren Menschen Amarogentin wahrnehmen, hat nun ein deutsch-italienisches Wissenschaftlerteam entdeckt. Vier Sensoren seien beteiligt, teilte das Deutsche Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam mit.

Das hätten DIfE-Wissenschaftler zusammen mit Kollegen von der Universität Piemont in Italien herausgefunden. Amarogentin sei immer noch zu schmecken, wenn ein Schnapsglas davon in einer Wassermenge verdünnt werde, die 5800 Badewannenfüllungen entspreche, schreibt das DIfE in einer Mitteilung.

Menschen nehmen Bitterstoffe mit Rezeptoren wahr, welche wie „Antennen“ auf den Geschmackszellen sitzen. Dockt eine Substanz an einen oder mehrere der Rezeptoren an, wird ein Signal ans Gehirn gesendet: Das da schmeckt bitter. Wichtig ist diese Meldung, weil vor allem giftige Stoffe häufig bitter sind. Die 25 menschlichen Bitterrezeptor-Gene seien seit Jahren bekannt, schreibt das DIfE. Es sei jedoch bisher noch nicht gelungen, für jeden Bitterstoff die dazugehörigen Rezeptoren zu identifizieren.

In ihrer Studie untersuchten die Forscher um Maik Behrens und Wolfgang Meyerhof vom DIfE acht Rezeptortypen auf Wechselwirkungen mit verschiedenen Bitterstoffen. Sie konnten dabei zeigen, dass Amarogentin vier dieser acht Sensoren aktiviert (J. Agric. Food Chem., online vorab, Oktober 2009).
Das Wissen über die Geschmackswahrnehmung sei wichtig, um zu verstehen, wie Nahrungspräferenzen entstehen, wird Meyerhof in der Mitteilung des DIfE zitiert. Ebenso sei es denkbar, die Studienresultate zu nutzen, um spezielle „Bitterblocker“ zu entwickeln, die den schlechten Geschmack von Medikamenten verringern.

Quelle:
http://www.aerztezeitung.de

Originalpublikation:
http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/jf9014334

Kommentar & Ergänzung:

Beim erwähnten “Enzian” dürfte es sich um den “Gelben Enzian” (Gentiana lutea) handeln, der auch zur Produktion von Enzianschnaps verwendet wird und der in seiner Wurzel den Bitterstoff “Amarogentin” enthält.

Die Gattung “Enzian” (Gentiana) umfasst weltweit 300 bis 400 Arten, vorwiegend in den Gebirgen der nördlich gemäßigten Zonen, aber auch in den Anden. Enziane fehlen dagegen in Afrika. In Europa wachsen etwa 35 Arten hauptsächlich in den Alpen.

Während Enziane in der populären Vorstellung blau sind (Heino!), ist es eben gerade der Gelbe Enzian, der vewendet wird in der Schnapsbrennerei und als Heilpflanze.

Die Enzianwurzel ist als Bitterstoffpflanze Bestandteil vieler Heilkräuter-Präparate zur Verdauungsförderung.
Weitere Bitterstoffpflanzen mit Bedeutung in der Phytotherapie / Pflanzenheilkunde sind beispielsweise:

– Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea)
– Fieberklee (Bitterklee, Menyanthes trifoliata)
– Kardobenediktenkraut (Cnicus benedictus)
– Löwenzahn (Taraxacum officinale)
– Artischocke (Cynara scolymus, als Artischockenblatt)
– Wermut (Artemisia absinthium), Wermut gehört zu dem Amara aromatica, das sind Heilpflanzen, die neben Bitterstoffen noch ätherisches Öl enthalten.
– Schafgarbe (Achillea millefolium), Amarum aromaticum
– Engelwurz (Angelica archangelica), Amarum aromaticum

Diese bitteren Heilpflanzen findet man häufig in Teemischungen oder Tinkturen zu Verdauungsförderung, gegen Völlegefühl etc., zum Teil auch in Aperitiven und Kräuterschnäpsen.
Darüber hinaus gibt es noch einige Heilpflanzen, die ebenfall stark bitteren Geschmack zeigen, aber wegen zusätzlichen anderweitigen Effekten ausserhalb des Verdauungstraktes genutzt werden, beispielsweise:

– Hopfen (Humulus lupulus) als Beruhigungsmittel und gegen Schlafstörungen;
– Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) bei Rheuma, Arthrose;
– Isländisch Moos (Cetraria islandica), ein Amarum mucilaginosum = Bitterstoffe und Schleimstoffe enthaltend, gegen trockenen Reizhusten.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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