Artikel mit Schlagwort ‘Studien’

Geistheilung im Test

Samstag, Januar 28th, 2012

Edzard Ernst hat als Professor für Alternativmedizin (Universität Exeter) 18 Jahre lang erforscht, welche alternativen Heilmethoden wirken. Nun geht er in Pension und beantwortete im Interview Fragen der „Sonntagszeitung“. Die Interviewerin fragte, welches Ergebnis seiner Studien ihn am meisten überrascht habe:

„Bei einer Studie zur Effizienz von Geistheilern war ich sehr beeindruckt, wie stark ein Placeboeffekt, also eine Scheinbehandlung, sein kann. Geistheiler sind Menschen, die vorgeben, durch Handauflegen kosmische oder göttliche Energie in Heilkräfte umzuwandeln. In Grossbritannien war das weit verbreitet, als ich 1993 an der Universität von Exeter meinen Lehrstuhl antrat.“

Danach beantwortete Edzard Ernst die Frage, wie man Geistheiler testet.

„Wir beobachteten rund 130 Patienten, die von Geistheilern oder anderen Personen behandelt wurden. Wir teilten die Kranken in vier Gruppen ein. Die eine war in direktem Kontakt mit den Geistheilern. Bei der zweiten sassen die Heiler hinter einer undurchsichtigen Wand. Eine dritte Gruppe wurde von geschulten Schauspielern behandelt, und bei der vierten Gruppe sass niemand hinter der Wand, was die Studienteilnehmer aber nicht wussten.“

Und auf die Frage, wie es den Patienten in dieser Studie erging, sagt Edzard Ernst:

„Das war unglaublich. Da gab es Kranke, die aus dem Rollstuhl aufstanden und sagten, sie hätten sich schon lange nicht mehr so gut gefühlt. Diese positiven Effekte waren aber kein Beweis für eine Geistheilung, denn diese eklatanten Fälle traten in allen Gruppen auf – selbst dort, wo die Patienten allein im Raum waren.“

Quelle:

http://www.sonntagszeitung.ch/wissen/artikel-detailseite/?newsid=199734

Kommentar & Ergänzung:

Die geschilderten Untersuchungen zeigen eines deutlich. Wenn es um Geistheilung geht, dann ist der Geistheiler oder die Geistheilerin im Grunde genommen überflüssig. Entscheidend ist nur, dass der kranke Mensch daran glaubt oder die Vorstellung hat, dass da ein Geistheiler oder eine Geistheilerin vorhanden sei. Dann tut es ein leerer Stuhl hinter der Wand auch.

Die Geistheilung findet also im eigenen Kopf statt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Arnika – welche Anwendungen sind medizinisch anerkannt?

Freitag, Januar 27th, 2012

Arnika (Arnica montana) ist eine der bekanntesten Heilpflanzen. Sie wird vor allem eingesetzt als Arnikagel / Arnikasalbe oder als (verdünnte) Arnikatinktur.

Folgende Anwendungsbereiche gelten in der Phytotherapie als anerkannt:

„Zur äußerlichen Anwendung bei Verletzungs- und Unfallfolgen, z.B. bei Hämatomen, Distorsionen, Prellungen, Quetschungen, Frakturödemen; außerdem bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden. Entzündungen der Schleimhäute von Mund- und Rachenraum; Furunkulose und Entzündungen als Folge von Insektenstichen; oberflächliche Venenentzündung (Kommission E); äußerlich bei Blutergüssen Verstauchungen und Entzündungen infolge von Insektenstichen; bei Mundschleimhautentzündungen, aphthenartigen Geschwüren; zur symptomatischen Behandlung von rheumatischen Beschwerden (ESCOP).“

Quelle: http://www.koop-phyto.org/arzneipflanzenlexikon/arnika.php

Kommentar & Ergänzung:

Arnika gehört zu den bekanntesten Alpenpflanzen und wächst auf sauren Böden.

Eine gute Übersicht zu den Wirkungen von Arnika gibt Wikipedia:

„Den antiken Schriftstellern war Arnika als Heilpflanze nicht bekannt. Die wohl früheste Erwähnung findet sich bei Hildegard von Bingen. Bei der von ihr als „Wolfsgelegena“ bezeichneten Pflanze könnte es sich um die Arnika handeln. Ab dem 18. Jahrhundert wurde Arnika tatsächlich bei Beschwerden und Krankheiten eingesetzt. Das Anwendungsspektrum war weit gefächert, neben Blutergüssen und allgemeinen Verletzungen wurden auch Krampfadern, Venenentzündungen, Gicht und Rheuma behandelt. Außerdem fand eine Verwendung als Analeptikum und Stimulans statt. Häufig wurde es auch missbräuchlich als Abortivum benutzt.

Heutzutage wird Arnika zur äußeren Anwendung bei Verletzungen und bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden verwendet. Die Anwendung ist dabei zugelassen und klinisch belegt.

Bei der äußeren Anwendung wird am häufigsten eine (alkoholische) Tinktur hergestellt. Hierbei gehen die meisten Sesquiterpenlactone in Lösung. Auf Wasserbasis kann man auch einen wässrigen Auszug verwenden, bei dem 75 % der Sesquiterpenlactone in Lösung gelangen. Tinkturen bzw. Auszüge zur äußeren Anwendung wirken antimikrobiell und antiphlogistisch. Arnika-Salben bzw. Arnika-Gele können auch bei Veneninsuffizienz einen therapeutischen Effekt erzielen.

Da die innere Anwendung nicht zugelassen ist, wurden sehr viele Teepräparate vom Markt genommen. Nur zur äußeren Anwendung sind diese erlaubt, wenngleich nicht zum Dauergebrauch. Hierbei wurden Arnikablüten mit kochendem Wasser überbrüht und ausgesiebt. Heutzutage ist die Teebereitung indes nicht mehr so gebräuchlich.

Besonders in der Homöopathie werden Arnika-Potenzen häufig bei Blessuren eingesetzt. Zahlreiche wissenschaftliche Studien konnten keinen Nutzeffekt dieser Präparate feststellen.“

(Quelle: Wikipedia)

Mit „Arnika-Potenzen“ sind homöopathische Globuli gemeint. Erkennbar sind diese Produkte an den Verdünnungsstufen, die dem Namen “Arnica” folgen. Also zum Beispiel Arnica D6, Arnica C30, Arnica C200.

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Artischocken-Extrakt als Cholesterinsenker

Freitag, Januar 27th, 2012

Klinische Studien zeigen, dass Artischockenblätterextrakt die Gallenproduktion anregt und den Triglyceridspiegel und Cholesterolspiegel im Blut reduziert. Cynarin, das ursprünglich für das wirksame Prinzip gehalten wurde, kommt jedoch nur in geringen Mengen in der frischen Artischocken-Pflanze vor. Es entsteht erst durch Wärmebehandlung, beispielsweise bei der Extraktbereitung.

Inzwischen führen Forscher die blutfettsenkende Wirkung des Artischocken-Extraktes auf den in den Blättern enthaltenen Gesamtkomplex an Flavonoiden und Chinasäurederivaten zurück.

Wie kommt die cholesterinsenkende Wirkung des Artischocken-Extraktes zustande?

Die Reduktion der Cholesterolspiegel und Triglyceridspiegel beruht auf mehreren, sich ergänzenden Effekten: Artischockenextrakt hemmt die Biosynthese des Cholesterols in der Leber und bewirkt, dass das Cholesterol verstärkt mit der Gallenflüssigkeit in den Dünndarm ausgeschieden wird. Artischockenextrakt erhöht die Produktion von Gallenflüssigkeit in der Leber und steigert dadurch den Gallenfluss. Außerdem verschiebt sich unter der Behandlung mit Artischockenextrakt das Verhältnis aus HDL-Cholesterol und LDL-Cholesterol zugunsten des als schützend eingestuften HDL-Cholesterols. Die ESCOP-Monographie aus dem Jahre 2003 führt sechs multizentrische, randomisierte, placebokontrollierte, offene und auch doppelblinde Studien zu diesem Thema auf. In einer Studie erhielten die Probanden sechs Wochen lang Artischockenblätter-Extrakte. Nach dieser Zeit war der Wert des Gesamt-Cholesterols im Durchschnitt um 11 Prozent bis 18 Prozent verringert, das LDL-Cholesterol um 16 Prozent bis 23 Prozent. Der Wert für das HDL-Cholesterol erhöhte sich dagegen um 20 Prozent.

Quelle:

http://www.pta-forum.de/index.php?id=247

Kommentar & Ergänzung:

Die Artischocke ist eine sehr vielseitige Heilpflanze. Eine gute Beschreibung ihrer Wirkung als Lipidsenker findet sich auch hier:

„Lipidsenkende Wirkung: Extrakte aus der Artischocke senken hochsignifikant sowohl den Triglyceridgehalt als auch den Gesamtcholesterinspiegel im Blut. Cynarin ist ein Lipolysehemmstoff ähnlich Nikotinsäure, ist aber wesentlich besser verträglich. Luteolin hemmt die Cholesterinsynthese.“

Quelle: http://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Artischockenblatt.html

Es gibt zwar stärkere Lipidsenker als die Artischocke, doch zeichnet sich diese durch eine ausgezeichnete Verträglichkeit aus.

Präparate mit Artischocken-Extrakt in der Schweiz sind zum Beispiel Hepa-S und Natu-Hepa 600.

Sie sind allerdings nicht als Cholesterinsenker zugelassen. Zu vermuten ist auch, dass eine Indikation wie „Hypercholesterinämie“ diese Produkte rezeptpflichtig machen würde.

Siehe auch:

Artischocke und Gelbwurzel zur Lipidsenkung

Artischockenextrakt bei Verdauungsbeschwerden von Schichtarbeitern

Erfolg mit Artischocken-Extrakt bei Dyspepsie (Verdaungsstörungen)

Artischocken-Presssaft gegen Verdauungsbeschwerden untersucht

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Schwarztee reduziert Blutdruck

Donnerstag, Januar 26th, 2012

Forscher der University of Western Australia in Perth fanden in einer Studie heraus, dass Schwarztee den Blutdruck senkt.

In der Studie untersuchten die australischen Forscher den Blutdruck von 95 weiblichen und männlichen Teetrinkern. Zunächst erhielten alle Probanden drei Tassen Schwarztee pro Tag über vier Wochen. Anschliessend wurden sie in zwei Gruppen eingeteilt. Die einen bekamen über weitere 6 Monate weiterhin Schwarztee, die anderen ein koffeinhaltiges Getränk, das zwar wie Tee schmeckte, das jedoch nicht die für Schwarztee charakteristischen Inhaltsstoffe wie etwa Flavonoide enthielt.

Drei Tassen Schwarztee am Tag über sechs Monate reduzierten den Blutdruck um 2 bis 3 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg). Dieses Resultat hört sich zunächst erstmal nicht nach viel an. Den Forschern zufolge hat jedoch auch schon eine solch kleine Veränderung der Blutdruckwerte einen großen Einfluss auf die Gefäßgesundheit: Bereits bei einer Reduktion des Blutdrucks um 3 mmHg soll das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 7 bis 10 Prozent sinken.

Die Wissenschaftler vermuten, dass der Schwarztee hauptsächlich auf die Gefäßwände wirkt. Aus den Gefäßwänden werden Faktoren ausgeschüttet, welche die Muskeln erschlaffen lassen und dadurch die Blutgefäße weit stellen. Dadurch wird der Blutdruck reduziert. Schon in vorhergehenden Studien konnten die Forscher darlegen, dass Flavonoide aus dem Schwarztee diese Faktoren günstig beeinflussen.

Quelle:

http://www.aponet.de/aktuelles/forschung/2012-01-schwarztee-gegen-bluthochdruck.html

Kommentar & Ergänzung:

Der Schwarztee wurde bezüglich „Gesundheitsimage“ in den letzten Jahren vom Grüntee in den Schatten gestellt. Offenbar wird viel mehr investiert in Forschung und Lobbying zugunsten des Grüntees. Es lohnt sich meiner Ansicht nach aber den gesundheitlichen Wert auch des Schwarztees im Auge zu behalten.

Hier ein paar zusätzliche Beiträge zum Thema Schwarztee / Grüntee:

Grüntee oder Schwarztee?

Schwarztee gegen Hautentzündung

Pflanzenheilkunde: Schwarztee bei 7minütigem Ziehenlassen am gesündesten

Eine leichte Blutdrucksenkung scheint auch der Karkadetee (Hibiscus sabdariffa) zu bewirken:

Karkade-Tee senkt systolischen Blutdruck

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Aspirin (ASS): Für die Primärprävention von Herzinfarkt mehr Risiko als Nutzen

Mittwoch, Januar 18th, 2012

Während die Behandlung mit Acetylsalicylsäure (Aspirin, ASS) nach Herzinfarkt und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen als evidenzbasiert beurteilt wird, ist ihr Einsatz in der Primärprävention umstritten. Nach den Resultaten einer Meta-Analyse in den Archives of Internal Medicine (2012; doi: 10.1001/archinternmed.2011.628) überwiegen die Nachteile.

Die Forscher-Gruppe um Kausik Ray von der St. George’s Universität in London stützt ihre Meta-Analyse auf neun randomisierte klinische Studien mit jeweils mehr als 1000 teilnehmenden Personen. Sie litten weder an einer koronaren Herzkrankheit, noch war es bei ihnen zu einem Herzinfarkt gekommen, als sie im Durchschnittsalter von 57 Jahren im Rahmen einer Studie die Primärprävention mit ASS (oder einem Placebo) begannen. Das Ziel der Primärprävention war die Vermeidung kardiovaskulärer Ereignisse, die bei diesen relativ gesunden Probanden in der relativ kurzen Nachbeobachtungszeit von etwa 6 Jahren aber recht selten auftraten: Ray fand in 700.000 Personen-Jahren gerade einmal 2169 Herzinfarkte, davon 592 mit tödlichem Ausgang.

Darüber hinaus erreichte die Primärprävention mit Acetylsalicylsäure nur eine sehr bescheidene 10-prozentige Verringerung der Herz-Kreislauf-Ereignisse. Die Number Needed to Treat ist mit 120 Personen, die über sechs Jahre Acetylsalicylsäure nehmen müssen, um ein Ereignis zu vermeiden, recht hoch.

Da hauptsächlich nicht-tödliche Herzinfarkte vermieden werden, dürfte nach Ansicht der Autoren der Anstieg der „nicht-trivialen“ Blutungen durch ASS auf der Waagschale einer Leitlinien-Empfehlung das größere Gewicht haben. Diese Bilanz gilt wie erwähnt nur für die Primärprävention mit ASS. In der Sekundärprävention ist Acetylsalicylsäure nicht umstritten.

Quellen:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/48697/ASS-In-der-Primaerpraevention-ueberwiegen-die-Risiken

http://archinte.ama-assn.org/cgi/content/short/archinternmed.2011.628

Kommentar & Ergänzung:

Unter Primärprävention versteht man die vorbeugende Einnahme, ohne dass bereits eine Erkrankung – hier vor allem ein Herzinfarkt – eingetreten ist.

Sekundärprävention dagegen setzt erst ein, nachdem es beispielsweise zu einem Infarkt gekommen ist. Durch Sekundärprävention soll das erneute Auftreten eines solchen Ereignisses vermieden werden.

Es scheint zunehmend in Mode zu kommen, aus Angst vor einem Herzinfarkt Aspirin Cardio vorbeugend als Primärprävention einzunehmen.

Gut zu wissen daher, dass ein Nutzen hier fraglich ist.

Ebenfalls gut zu wissen ist aber, dass ein Einsatz in der Sekundärprävention Sinn machen kann.

Und übrigens: In der Phytotherapie ist vor allem die Weidenrinde bekannt als Heilpflanze, die ähnliche Wirkstoffe enthält wie Aspirin, vor allem das Salicin.

Allerdings: Salicin wirkt  gegen Schmerzen und Fieber, hemmt aber nicht die Thrombozytenaggregation. Weidenrinden-Extrakt eignet sich daher gegen leichte Schmerzen beispielsweise bei Arthrose, verbessert aber nicht die Blutfliesseigenschaften und ersetzt daher niemals Aspirin Cardio. Dem Weidenrinden-Extrakt fehlt folglich auch das Risiko von Blutungen.

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Edzard Ernst zur Pflanzenheilkunde

Sonntag, Januar 1st, 2012

Edzard Ernst hat als Professor für Alternativmedizin (Universität Exeter) 18 Jahre lang erforscht, welche alternativen Heilmethoden wirken. Nun geht er in Pension und beantwortete im Interview Fragen der „Sonntagszeitung“. Hier ein Ausschnitt aus dem Gespräch:

„Gibt es alternativmedizinische Behandlungen, die wirken?

Ja natürlich, vor allem im Bereich der Pflanzenheilkunde findet sich einiges: Rosskastanie bei
Venenleiden, Weissdorn bei Herzinsuffizienz, Teufelskralle gegen Schmerzen und vieles mehr.

Welche komplementärmedizinischen Behandlungen würden Sie bei sich anwenden?

Hätte ich Depressionen, würde ich Johanniskraut-Extrakt einnehmen. Noch besser gegen
depressive Verstimmungen hilft aber körperliche Aktivität. Ich selbst nehme täglich eine Kapsel Omega-3-Fettsäuren ein, weil da die Wirksamkeit sehr gut ist, um kardiovaskulären Erkrankungen vorzubeugen.“

Quelle:

http://www.sonntagszeitung.ch/wissen/artikel-detailseite/?newsid=199734

Kommentar & Ergänzung:

Prof. Edzard Ernst hat sich immer interessiert, aber auch kritisch mit den verschiedensten Methoden der Komplementärmedizin auseinandergesetzt. Er ist dafür aus Kreisen der Komplementärmedizin bzw. Alternativmedizin oft angefeindet worden. Und das wie es in dieser „Szene“ leider häufig vorkommt, vor allem durch Diffamierungsversuche auf der persönlichen Ebene, kaum je durch Argumente.

Ich möchte hier daher eine Lanze brechen für den kritischen Ansatz von Edzard Ernst. Es gibt einen unüberschaubaren Dschungel  an Produkten und Versprechungen im Bereich Komplementärmedizin / Alternativmedizin,  darunter auch eine sehr grosse Zahl von Hirngespinsten, die zwar den Bedürfnissen, Ängsten und Hoffnungen der Menschen entgegen kommen, aber keinerlei reale Basis haben. Es braucht nur schon aus Gründen des Konsumentenschutzes qualifizierte Instanzen, die solche Heilungsversprechen auf ihren Wahrheitsgehalt hin abklopfen.

Die staatlichen Arzneimittelbehörden haben sich aufgrund von politischen Vorgaben aus diesem Bereich zurückgezogen. Ganze Branchen sind kollektiv von der sonst üblichen Pflicht zum Wirksamkeitsnachweis befreit, zum Beispiel Präparate der Richtungen Homöopathie und Anthroposophische Medizin. Eine Firma wie „Similasan“ kann praktisch beliebig Produkte als Arzneimittel auf den Markt bringen, ohne relevanten Forschung- und Entwicklungsaufwand und ohne den Nutzen für die Konsumentinnen dokumentieren zu müssen. Für die Konsumentinnen und Konsumenten fehlt hier jede Transparenz.

Um so wichtiger sind unabhängige „Instanzen“ wie Edzard Ernst. Leider werden zunehmend Lehrstühle für komplementärmedizinische Forschung an Universitäten eingerichtet, die von der komplementärmedizinischen Pharmaindustrie finanziert werden. Solche Verflechtungen machen unabhängig-kritische Forschung nicht leichter.

Natürlich freut es mich, dass Prof. Edzard Ernst mit Weissdorn, Teufelskralle, Rosskastanie und Johanniskraut nach 18 Jahren Forschung vor allem Anwendungen aus der Phytotherapie Wirksamkeit bescheinigt. Dazu braucht es aber noch ein paar Ergänzungen:

1. Solche Bestätigungen sind schön, doch darf darüber nicht vergessen werden, dass es immer wieder auch negative Forschungsresultate gibt, also Studien, in denen Heilpflanzen-Extrakte die Wirkungen, die man sich erhoffte, nicht gezeigt haben. Es ist nämlich eine verbreitete „Seuche“ vor allem im Bereich Komplementärmedizin / Alternativmedizin, quasi mit der Lupe hoch motiviert nach Bestätigung zu suchen, negative Ergebnisse aber auszublenden oder schönzureden. Das ist eine komplett einseitige Buchhaltung, die nicht gerade vertrauenserweckend wirkt. Auch wenn’s dem Herzen manchmal weh tut: Beide Seiten müssen gleichwertig beachtet werden.

2. Genau genommen kann man in der Phytotherapie nicht sagen, Weissdorn wirkt bei Herzinsuffizienz, Teufelskralle gegen Schmerzen, Rosskastanie bei Venenleiden, Johanniskraut gegen Depressionen. Man müsst immer noch präzisieren, in welcher Arzneiform die betreffende Heilpflanze zu Wirkung kommen kann, zum Beispiel als Tee, Tinktur oder Extrakt.

3. Im Gespräch mit der Sonntagszeitung geht eine wichtige Differenzierung verloren. Ernst wird gefragt, ob es alternativmedizinische Behandlungen gibt, die wirken, und welche komplementärmedizinischen Behandlungen er bei sich selber anwenden würde. Auf beide Fragen antwortet er mit phytotherapeutischen Optionen.

Meines Erachtens gibt es aber kein auch nur einigermassen plausibles Argument, weshalb Phytotherapie zur Alternativmedizin oder zur Komplementärmedizin gezählt werden sollte.

Siehe dazu:

Gehört Phytotherapie zur Komplementärmedizin?

Wenn man die Phytotherapie irgendwo einordnen will, dann gehört sie zur Naturheilkunde und diese ist ein randständiger Bereich der Medizin.

Siehe:

Naturheilkunde – was ist das?

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Xylitol-Kaugummi reduziert Risiko für Mittelohrentzündung bei Kindern

Dienstag, Dezember 27th, 2011

Xylitol-Kaugummis können das Risiko für Mittelohrentzündungen bei Kindern um bis zu 25 Prozent senken. Die Autoren eines neuen Cochrane-Reviews mit Daten aus Finnland fanden ausreichend Hinweise darauf, dass eine tägliche Dosis von 8,4 Gramm Xylitol eine akute Otitis media (Mittelohrentzündung) bei Kindern bis 12 Jahren verhindern kann, wenn sie nicht gleichzeitig unter einem Infekt der oberen Atemwege leiden. Die Wissenschaftler werteten in ihrem Review vier Studien mit mehr als 3000 Kindern aus, die finnische Tagesbetreuungsstätten besuchten. In den berücksichtigten Studien kauten die Kinder fünfmal täglich nach den Mahlzeiten zwei Stück Kaugummi jeweils während fünf Minuten. Mit Xylitol-haltigen Lutschtabletten und Sirupen ließen sich ähnliche Resultate erzielen.

Der Zuckeralkohol Xylitol wird normalerweise als Zuckerersatz für Diabetiker und als Süßungsmittel mit Antikarieswirkung eingesetzt. Darüber hinaus kann Xylitol jedoch auch die Anheftung von Bakterien wie Streptococcus pneumoniae und Haemophilus influenzae an Zellen des Nasen-Rachen-Raums reduzieren. Das haben In-vitro-Untersuchungen (Laborexperimente) gezeigt.

Schätzungen zufolge machen knapp zwei Drittel aller Kinder schon im ersten Lebensjahr eine akute Mittelohrentzündung durch. Bis zum Alter von drei Jahren sollen vier von fünf Kindern eine solche Erkrankung hinter sich haben. Die Folge ist oft der Einsatz von Antibiotika mit entsprechendem Risiko von Nebenwirkungen, Resistenzbildung und Kosten für das Gesundheitssystem.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=39991&Nachricht_Title=Nachrichten_Kaugummikauen+sch%FCtzt+Kinder+vor+Mittelohrentz%FCndung&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Xylitol ist eine vielfältig wirksame Substanz:

„Xylitol, auch Xylit (auch Birkenzucker genannt), sind Trivialnamen für Pentanpentol, einen Zuckeralkohol, der als Zuckeraustauschstoff (E 967) verwendet wird. Die Entdeckung geht auf den späteren Nobelpreisträger Emil Fischer zurück.

Die Besonderheit an Xylitol ist seine in verschiedenen klinischen Studien nachgewiesene kariostatische und antikariogene Wirkung. Auf einige Säugetiere, vor allem Hunde, wirkt Xylitol dagegen toxisch.“

(Quelle: Wikipedia)

Und zur medizinsichen Bedeutung von Xylitol:

Anti-kariogene Wirkung

Xylitol wurde Anfang der 1970er-Jahre als ein mögliches kariesreduzierendes Kohlenhydrat entdeckt. An der Universität Turku (Finnland) wurden in den Jahren 1972 bis 1975 zwei klinische Studien (bekannt als Turku-Zuckerstudien) durchgeführt, die eine hochsignifikante Reduktion von Karies belegen konnten.

In der ersten, einer zweijährigen Ernährungsstudie wurde Zucker (Saccharose) in allen Lebensmitteln durch Fructose bzw. Xylitol ersetzt. Insgesamt 115 Personen in insgesamt 3 Gruppen nahmen teil. Der Verzehr der Süßmittel belief sich auf 50 bis 67 g pro Tag. Nach der Studie konnte eine Kariesreduktion von 30 % bei Fructose und von über 85 % beim Einsatz von Xylitol ermittelt werden. Zum Vergleich wurde der sogenannte DMFS-Index herangezogen. Die Zunahme des Index war 7,2 in der Saccharose-Gruppe, bei 3,8 in der Fructose-Gruppe und 0,0 in der Xylitolgruppe.

Die zweite Studie wurde gestartet, als bei verschiedenen Probanden während der ersten Studie eine markante Reduktion der DMFS-Werte festgestellt wurden, d. h. dass sie eine sogenannte “Kariesreversion” aufwiesen, wobei bestimmte Kariesläsionen einen Wiedererhärtungsprozess durchgemacht hatten. Rund 100 Personen wurden in Saccharose- und Xylitolgruppen aufgeteilt. Die Süßmittel wurden im Zeitrahmen von einem Jahr in Kaugummis verabreicht, ca. 7 Gramm täglich pro Person. Im Vergleich zur Saccharosegruppe wurde bei den Xylitolprobanden eine Reduktion der Karieszuwachsrate um mehr als 82 % ermittelt. Der Kaueffekt konnte ausgeschlossen werden, da beide Gruppen die gleiche Menge Kaugummi konsumierten. Ein Fazit der Studie ist auch, dass bereits geringe Mengen an Xylitol ausreichen und eine komplette Umstellung des Süßmittels nicht notwendig ist.

Diese Effekte werden dadurch erklärt, dass die kariogenen Streptococcus mutans das Xylitol nicht verstoffwechseln können und damit absterben. Weiterhin werden sie auch daran gehindert, als Plaquebakterien an der Zahnoberfläche anzuheften. Als optimale Xylitolmenge wurden zwischen 5 und 10 Gramm pro Tag in mehreren Portionen ermittelt. Diese kann mittels Kaugummi oder Lutschpastillen aufgenommen werden.

Darüber hinaus regt Xylitol die Speichelproduktion an und fördert die Bildung von Komplexen mit Calcium und Speicheleiweißen in der Mundhöhle, was zu einer Remineralisation von Zahnhartsubstanz führt.

In einer weiteren Turku-Studie aus dem Jahr 2000 wurden die Wechselwirkungen zwischen Müttern, die regelmäßig xylitolhaltige Kaugummis kauten, und ihren Kindern (bis 2 Jahre alt) untersucht. Ergebnis der Untersuchung war, dass der regelmäßige Konsum von Xylitol-Kaugummis durch die Mütter den Befall mit Streptococcus mutans bei den Kindern signifikant hemmt.

Mittelohrentzündungsvorbeugende Wirkung

In einer finnischen Studie wurde nachgewiesen, dass Kinder, die täglich Xylitol als Sirup oder in Form von Gummibonbons erhielten, im Vergleich zu Kindern einer Kontrollgruppe, die das Süßungsmittel nicht erhielt, 30–40 % weniger häufig an einer Mittelohrentzündung erkrankten.

Osteoporosevorbeugende Wirkung

Im Darm bildet Xylitol Komplexe mit Calcium und erleichtert dessen Resorption. Dies könnte ein noch wenig erforschter Weg zur Vorbeugung von Osteoporose sein.“

( Quelle: Wikipedia)

Xylitol kann als Nebenwirkung Durchfall erzeugen, hat aber auch noch andere interessante Eigenschaften:

„Xylitol hat denselben Geschmack und die nahezu gleiche Süßkraft wie Saccharose. Löst sich Xylitol im Mund im Speichel, entzieht es der Umgebung Wärme und erzeugt auf der Zunge einen Kühleffekt (endotherme Lösungswärme) von −153,2 J/g, der ähnlich beschrieben wird wie der erfrischende Geschmack von Menthol.

Der bezogene Nährwert von 10 kJ/g (2,4 kcal/g) ist 40 % geringer als bei Haushaltszucker. Der Stoffwechselweg im menschlichen Körper läuft insulinunabhängig ab, beeinflusst den Blutzucker- und Insulinspiegel nur geringfügig und ist somit für Diabetiker geeignet.

Xylitol ist hitzestabil und karamellisiert nur, wenn es mehrere Minuten auf über 200 °C erhitzt wird. Bei Temperaturen um ca. 100 °C findet keine Karamellisierung statt.

Xylitol ist ein Molekül, das viel Wasser an sich zu binden vermag. Es wird im Dünndarm nur passiv, also langsam und unvollständig resorbiert. Bei regelmäßiger Einnahme kann die Resorptionsrate im Dünndarm durch Enzyminduktion erhöht werden. Bei Einnahme von mehr als 0,5 g Xylitol pro kg Körpergewicht kann eine abführende Wirkung auftreten, welche nach Adaption des Organismus verschwinden kann. Es wurden in Studien Einnahmen von 200 g Xylitol täglich problemlos vertragen. Bei Sorbitol besteht diese Anpassung nicht, daher wirkt Sorbitol immer abführend.

Im Dickdarm wird das restliche Xylitol (etwa 2/3 der eingenommenen Menge) durch Bakterien zerlegt und zu kleinen Fettsäurebestandteilen abgebaut und resorbiert. Diese werden zu Kohlendioxid (CO2) und Wasser verstoffwechselt.“

(Quelle: Wikipedia)

Ob es nun angebracht ist, allen Kindern xylitolhaltige Kaugummis zu empfehlen, darüber kann man geteilter Meinung sein. Gegenüber zuckerhaltigen Süssigkeiten hat Xylitol aber klare Vorteile. Und bei Kindern die zu Mittelohrentzündungen neigen, scheint mir Xylitol ein interessanter Typ. Verhinderte Mittelohrentzündungen sparen Schmerzen und Antibiotika.

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

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Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

moodle.heilpflanzen-info.ch/

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Artischocke und Gelbwurzel zur Lipidsenkung

Samstag, Dezember 24th, 2011

In der Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie veröffentlichte Prof. Dr. Volker Schulz einen sehr informativen Beitrag über „Pflanzliche Arzneimittel für Herz und Kreislauf“.

Nachfolgend kommentierte Zitate zum Thema Lipidsenkung durch Artischocke und Gelbwurzel (Curcuma):

„Extrakte aus Artischockenblättern (Cynarae folium) und Gelbwurzel (Curcumae longae rhizoma) haben choleretische Wirkungen, die für beide Drogen sowohl in Tierversuchen als auch am Menschen nachgewiesen wurden.“

Kommentar:

„choleretisch“ = fördert die Gallenproduktion in der Leber.

„Droge“ bedeutet im Bereich Phytotherapie „getrocknete Heilpflanze“.

„Verstärkter Gallefluss kann mit einer vermehrten Elimination von Cholesterin aus dem Körper verbunden sein. Bei hyperlipidämischen Ratten wurden tatsächlich nach mehrmaligen intraperitonealen Gaben wässriger oder alkoholischer Extrakte aus Artischockenblättern Senkungen der Triglyceridwerte um 30 Prozent und der Cholesterinwerte um bis zu 50 Prozent beobachtet. Bei Versuchen an Leberzellen in vitro wurde darüber hinaus festgestellt, dass nicht nur die Ausscheidung des Cholesterins verstärkt, sondern auch dessen Biosynthese gehemmt wurde. Lipidsenkende Wirkungen mit Artischockenblätter-Extrakten wurden am Menschen in einer Doppelblindstudie und bei  5 Anwendungs-Beobachtungen nachgewiesen.“

Kommentar: Tierexperimente und Laboruntersuchungen ( = in-vitro) sind nur sehr begrenzt aussagekräftig in Bezug auf Wirkungen am Menschen.  Aber es gibt inzwischen auch einige Studien mit Patienten, die auf eine lipidsenkende Wirkung der Artischockenblätter hinweisen.

„Mit Kurkumawurzel-Extrakten liegen vorwiegend nur tierexperimentelle Befunde in diesem Sinne vor. Gemessen an der Wirkstärke heute verfügbarer synthetischer Lipidsenker, wie auch in Bezug auf die mehrheitlich bei den Synthetica mittels großer Human-Studien gesicherten Erfolge bei der Prävention von Arteriosklerose-Folgekrankheiten, sind die Wirksamkeits-Belege in diesem Indikationsbereich bei den Phytopharmaka dennoch eher als bescheiden einzustufen. Die Anwendung dieser pflanzlichen Mittel ist andererseits nicht mit ernsthaften Risiken verbunden. Im Rahmen naturheilkundlicher Behandlungen hat deshalb deren unterstützende Anwendung auch weiterhin ihre Berechtigung.“

Kommentar: Die Curcuma (Gelbwurzel) ist Bestandteil von Curry-Mischungen. Der Inhaltsstoff Curcumin wird intensiv erforscht für eine mögliche Anwendung in der Krebstherapie. Obwohl bis zu einer erfolgsversprechenden  Anwendung beim Menschen noch sehr viele Fragen offen sind, wird Curcumin zum Teil vorschnell als Wunderheilmittel für die Krebsheilung angepriesen. Ein Problem ist unter anderem die schlechte Wasserlöslichkeit von Curcumin, wodurch die Substanz aus den Verdauungstrakt nur in sehr geringem Mass in den Organismus aufgenommen werden kann.

Siehe dazu:

Forschung: Curcumin gegen Alzheimer & Krebs?

Kurkuma als Leberschutz untersucht

Curcumin aus Gelbwurz: Antibiotikum und Schutzfaktor gegen Darmkrebs?

Curcumin: Curry-Inhaltsstoff zeigt Antikrebswirkung im Labortest

Curcumin gegen Krebs?

Zum Thema Cholesterinsenkung werden noch andere interessante Heilpflanzen-Anwendungen diskutiert:

Bockshornklee: Interessant als Heilpflanze und Gewürz

Haferkleie reduziert den Cholesterinspiegel

Grüntee reduziert Cholesterin (aber nur wenig)

Was ist Johannisbrotkernmehl?

Äpfel sind gute Cholesterinsenker

Polyphenole aus Rooibostee schützen vor Arteriosklerose

Leinsamen reduziert Cholesterinspiegel bei Männern

Hibiscus / Karkade gegen erhöhtes Cholesterin

Inhaltsstoff aus Heidelbeeren wirkt wie Cholesterinsenker

Auch für diese pflanzlichen Cholesterinsenker gilt, dass ihre Wirkung nur gering ist, bei zugleich aber optimaler Verträglichkeit bzw. fehlendem Risiko.

Quelle der Zitate: PHYTO Therapie  1|10

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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Walking und Jogging helfen gegen Migräne

Freitag, Dezember 23rd, 2011

Sportliche Aktivität wirkt sich deutlich positiv auf die Stärke, die Häufigkeit und die Dauer einzelner Migräne­Attacken von Patienten aus. Zu diesem Resultat kam eine Studie am Universitätsklinikum Kiel, die mit Unterstützung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) durchgeführt wurde. „Vor allem der Sport im aeroben Herzfrequenzbereich zur Steigerung der Ausdauer, zum Beispiel durch ein ausreichend effizientes Lauftraining, soll hierfür in besonderem Maße geeignet sein“, erklärt Dr. Stephanie Darbaneau, die die Studie begleitet hat.

In der Studie wurde die Wirkung von Jogging und von Walking auf die Migräne verglichen.

Während der Untersuchung beobachteten die Wissenschaftler die Entwicklung der Migränesymptome acht Wochen vor und nach dem Training bei Patienten, die durchschnittlich schon seit 20 Jahren erkrankt waren. In beiden Gruppen (Joggen und Walken) zeigte sich, dass Sport bei der Migräneerkrankung günstig wirkt.
So reduzierten sich die Migränetage in der Jogginggruppe um 17,2 Prozent und die Kopfschmerzstunden gingen um 21,8 Prozent pro Monat zurück. In der Walkinggruppe traten aufgrund der moderaten Bewegung pro Monat durchschnittlich 1,3 Attacken weniger auf.

Bisher existieren nur wenige Studien, die den erwarteten günstigen Effekt des Sports auf Kopfschmerzen belegen. Zehn Studien haben den Effekt von Sport auf die Migräneerkrankung untersucht, fünf davon konnten zeigen, dass Betroffene nach einem regelmäßigen Ausdauerlauftraining weniger Attacken hatten. Bei den übrigen fünf Studien blieb die Wirkung unklar oder konnte nicht nachgewiesen werden.

Als Erklärung für die vom Ausdauersport erwarteten Effekte wird eine Steigerung der Schmerzschwelle diskutiert. Ausdauersport soll den Abbau von unter Stress ausgeschütteten Hormonen beschleunigen, den Stresshormonpegel der Patientinnen und Patienten reduzieren und dadurch die individuelle Schmerzschwelle beeinflussen.

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/48370/Walken_und_Joggen_hilft_gegen_Migraene.htm

Kommentar & Ergänzung:

„Bewegung“ ist eine Heilmethode aus der klassischen Naturheilkunde.  Darum gehört „Bewegung“ auch zu den 5-Säulen der Naturheilkunde nach Sebastian Kneipp:

- Hydrotherapie

- Heilpflanzen-Anwendungen (in modernisierter Form: Phytotherapie)

- Ernährung

- Bewegung, Luft, Licht

- Lebensordnung

Siehe auch:

Was ist Naturheilkunde?

„Bewegung“ wird heute kaum mehr als Heilmethode aufgefasst.

Heilmethoden müssen exotischer daher kommen, um im Trend zu liegen.

„Bewegung“ wird mit Sport und Fitness gleich gesetzt, ist natürlich gesund und kommt heute attraktiver verpackt als Jogging, Nordic Walking, Zumba, Aerobic, Pilates etc. daher.

Inzwischen gibt es aber immer mehr Untersuchungen, die regelmässiger Bewegung spezifische günstige Wirkungen zuschreiben zum Beispiel bei Diabetes, Depressionen, Demenz, Durchblutungsstörungen in den Beinen.

In der Regel braucht es für günstige Effekte nicht die intensive, stundenlange körperliche Aktivität. Schon kleinere, aber regelmässig absolvierte Bewegungsrationen zeigen gute Wirkung. Und am besten baut man diese Bewegungsrationen in den Alltag ein.

Wer darüber hinaus noch Jogging, Nordic Walking, Zumba, Aerobic, Pilates….machen will, kann das gerne tun. Solche Methoden haben meinem Eindruck nach vor allem einen Motivationseffekt, wenn man dadurch eine Bewegungsart oder eine Gruppe findet, die einem zusagt.

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Hagebutte bei Arthritis und Arthrose

Donnerstag, Dezember 22nd, 2011

Der erste Kontakt mit der Hagebutte findet oft bereits in der Kindheit statt und ist nicht immer angenehm. Unter Kindern spricht es sich manchmal herum, dass die Behaarung an der Innenseite der Früchte ein phantastisches Juckpulver abgibt. Ein angenehmer Aspekt der Hagebutte ist die Verwendung als Genusstee. Mit dem säuerlich erfrischenden Aroma ist Hagebutte Bestandteil fast aller winterlichen Teemischungen und Punschkreationen. Hagebuttentee und Hagebutten-Konfitüre aus frischen entkernten Früchten dienen als Vitamin-C-Lieferant.

In der Hagebutten-Forschung steht die Wirksamkeit von Hagebutten-Extrakten bei rheumatoider Arthritis und anderen entzündlichen Knorpelerkrankungen derzeit im Vordergrund.

Spezielle Aufmerksamkeit gilt dabei den Galaktolipiden.

Bei Einnahme eines Hagebuttenextrakts wurde eine Verminderung der Chemotaxis ( = „Aufmarsch“) von Leukozyten (= weisse Blutkörperchen) in entzündete Gelenke festgestellt. Die Phagozytoseaktivität und die damit verbundene Bildung freier Radikale wird reduziert. Das bewirkt die Verlangsamung und Unterbrechung entzündlicher Prozesse im Gelenk und die Schmerzen gehen zurück. Die antientzündliche Wirkung wurde experimentell bestätigt. Es konnte in weiterer Folge eine Verringerung des C-reaktiven Proteins festgestellt werden, das ein wesentlicher diagnostischen Faktor ist im Rahmen entzündlicher Erkrankungen immunologischen oder rheumatischen Ursprungs. Die Verminderung der charakteristischen Steifigkeit in Gelenken und des Schmerzempfindens bei Arthrose konnten im Rahmen von Anwendungsstudien mit Extrakten der Hagebuttenschalen gezeigt werden.  Hagebutten-Präparate sind im Handel erhältlich. Studien sind kritisch zu betrachten, und es bedarf noch einer Vielzahl an Untersuchungen, um den traditionellen Einsatz von Hagebutten bei Arthrose oder Arthritis wissenschaftlich zu bestätigen.

Quelle:

http://www.pharmaceutical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=111168&dspaid=964353

Kommentar & Ergänzung:

Hagebuttentee wurde lange Zeit vor allem als Vitamin-C-Lieferant und als Genusstee verwendet. Es war eine einigermassen überraschende Entwicklung, dass die Hagebutte in den letzten Jahren auch als Entzündungshemmer bei Arthrose und Arthritis erforscht wird.

Die Untersuchungen im Labor bezüglich der entzündungshemmenden Wirkung sind sehr interessant. Aber bei den klinischen Studien mit Patienten sind noch viele Fragen offen.

Siehe dazu:

Hagebutte bei Rheuma

Phytotherapie: Hagebutte bei Rheuma, Arthrose & Co.

Betont werden soll noch, dass es bisher keine als Arzneimittel gegen Rheuma zugelassene Hagebuttenpräparate gibt. Hagebuttenpräparate sind als Nahrungsergänzungsmittel im Handel. Das bedeutet, dass sie ihre Wirksamkeit nicht belegen müssen.

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