Artikel mit Schlagwort ‘Studie’
Samstag, Mai 19th, 2012
Fatigue ist eines der häufigsten und zugleich das am stärksten belastende Begleitsymptom von Krebserkrankungen und Krebstherapien. Viele Patienten leiden stärker unter der extremen Erschöpfung als unter Schmerzen. Dennoch bleibt die Fatigue oft unerkannt und untherapiert.
Fatigue zeigt sich als eine quälende Form der Erschöpfung bei Krebspatienten. Sie äussert sich durch außerordentliche Müdigkeit, mangelnde Energiereserven oder ein massiv erhöhtes Ruhebedürfnis, das in keinem Verhältnis steht zur vorausgegangenen Aktivität. Charakteristisch sind auch Leistungsschwäche und Depression. Die körperliche Erschöpfung macht die Betroffenen unfähig, ihren gewohnten täglichen Aktivitäten nachzugehen; durch die mentale Erschöpfung ist es ihnen fast unmöglich, sich zu konzentrieren und klar zu denken, und emotional fehlen Antrieb und Kreativität.
Im Gegensatz zur Erschöpfung nach einer körperlichen, geistigen oder seelischen Anstrengung beim gesunden Menschen kann selbst eine Erholungsphase oder ausreichender Schlaf diese quälenden Symptome nicht lindern.
Auch Patienten mit anderen Erkrankungen leiden an diesem Gefühl, unendlich müde zu sein. Ärzte reden dann meist von einem chronischen Erschöpfungssyndrom (engl. Chronic Fatigue Syndrome, CFS). Das ist ein eigenständiges Krankheitsbild, das von der Tumor-assoziierten Fatigue unterschieden werden muss.
Fatigue ist auch keine Depression, wobei die Abgrenzung bei chronischer tumorbedingter Erschöpfung teilweise schwierig sein kann.
Zeitweise leiden fast alle Krebspatienten unter einer Fatigue. Häufiger betroffen sind Menschen mit Leukämie, Magentumoren, Darmtumoren sowie Mammakarzinom (Brustkrebs). Während und nach einer Therapie steigt die Zahl der Betroffenen.
Hauptsächlich junge Menschen sind von Fatigue beeinträchtigt. Die Ursache dafür ist noch unklar. Möglicherweise nehmen jüngere Menschen den Unterschied zwischen ihren bisherigen Energiereserven und der durch die Krankheit verminderten Kraft deutlich stärker wahr als Ältere.
Vielfältige Triggerfaktoren
Trotz vieler Untersuchungen gibt es bislang offenbar noch kein überzeugendes pathophysiologisches Modell zur Erklärung der Fatigue. Unbestritten sei aber, dass es sich um ein multifaktorielles Geschehen handelt.
Zu den wichtigen Triggerfaktoren zählen hauptsächlich die Chemotherapie und die Bestrahlung. So können die Nebenwirkungen jeder Zytostatikatherapie eine allgemeine Schwäche begünstigen. Wichtige Einflussfaktoren sind Intensität und Dauer der Therapie. Bei einer Strahlentherapie beeinflussen die Strahlendosis, die Größe der bestrahlten Region und der Ort der Behandlung die Ausprägung einer Fatigue.
Für die Betroffenen ist die Information wichtig, dass es Fälle gibt, bei denen die Ursache der Fatigue ermittelt und kausal behandelt werden kann. Außerdem ist es wichtig zu wissen, dass die Symptome einer Fatigue in der Regel erst drei bis vier Tage nach Ende der Chemotherapie beginnen.
Das Fatigue-Syndrom braucht wegen seiner physischen, psychischen und sozialen Dimension einen multidisziplinären Behandlungsansatz. Wegen der schlechten Datenlage und der nicht geklärten Ursachen des Fatigue-Syndroms steht die nichtmedikamentöse Behandlung der Fatigue im Vordergrund.
Hauptsächlich die körperliche Aktivität der Patienten gilt heute als einer der wichtigsten Pfeiler der Behandlung. Viele Studien belegen die Wirksamkeit eines moderaten, dosierten, an das Krankheitsstadium angepasstes Ausdauertraining.
Untrainierte Menschen sollten immer mit leichter Aktivität anfangen.
Symptomatische Behandlung der Fatigue
Zur symptomatischen Therapie einer tumorassoziierten Fatigue gibt es derzeit keine Standardbehandlung und keine zugelassenen Arzneimittel. Zum Repertoire der oft diskutierten Behandlungsansätze zählen Psychostimulanzien wie Methylphenidat (Ritalin®), der Mikronährstoff L-Carnitin sowie Roter Ginseng. Aufgrund der Studienlage empfiehlt die Deutsche Fatigue Gesellschaft gegenwärtig lediglich den Einsatz von Methylphenidat und Rotem Ginseng.
Methylphenidat aus der Gruppe der Weckamine soll die Konzentration fördern und die Entscheidungs- und Leistungsbereitschaft steigern. Zudem soll Methylphenidat körperliche Abgeschlagenheit und Müdigkeit unterdrücken. Mehrere kleine Phase-II-Studien belegen günstige Effekte bei Patienten mit Fatigue. In einer auf dem Deutschen Krebskongress 2012 publizierten und von der Deutschen Fatigue Gesellschaft unterstützten Studie ergab sich allerdings kein signifikanter Unterschied zu Placebo. Trotzdem befürwortet die Fachgesellschaft weiterhin die Anwendung von Methylphenidat, weil einzelne Patienten-Gruppen davon profitieren könnten. Hierzu soll vor allem die Untergruppe der Patienten zählen, die seit mehr als drei Jahren unter Fatigue leiden.
Schwere Nebenwirkungen seien nicht beobachtet worden. Auch das Risiko einer Abhängigkeit schätzt die Fachgesellschaft als sehr gering ein. Hauptsächlich jedoch zeige sich schon nach sehr kurzer Zeit, ob ein Patient auf die Behandlung anspricht.
Das schnelle Ansprechen auf die Methylphenidat-Therapie sei sehr vorteilhaft. Dagegen müsse man bei einer Therapie mit Rotem Ginseng drei bis fünf Monate warten, bevor sich die ersten Effekte zeigen. In Untersuchungen bewirkte Panax ginseng eine Verbesserung der tumorassoziierten Fatigue bei sehr guter Verträglichkeit. Auch für Panax quinquefolius (Amerikanischer Ginseng) weisen Studien auf günstige Effekte bei Patienten mit unterschiedlichen Tumorerkrankungen und Fatigue-Symptomatik hin. So ergab zum Beispiel eine Studie mit 282 Patienten, dass 1000 mg und 2000 mg Ginsengwurzelextrakt pro Tag Müdigkeit und Erschöpfung deutlich bessern konnten. Für Krebspatientinnen und -patienten, die eine naturheilkundliche Behandlung bevorzugen, kann Roter Ginseng daher eine Alternative bieten.
Quelle:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=41683&type=0
(Dieser ausgesprochen ergiebige Artikel enthält noch zusätzliche Informationen)
Kommentar & Ergänzung:
Der Artikel in der Pharmazeutischen Zeitung enthält noch zusätzliche Informationen zu Diagnostik und Therapie der Fatique.
Roter Ginseng ist natürlich nur ein kleines Puzzleteil in einer umfassenden, multidisziplinären Behandlung der Fatigue.
Was genau ist Roter Ginseng?
Siehe dazu:
Zur Wirksamkeit von Ginseng: Weisser Ginseng oder Roter Ginseng?
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: Abgeschlagenheit, Abhängigkeit, Amerikanischer Ginseng, Anstrengung, Arzneimittel, Ausdauertraining, Begleitsymtom, Behandlung, Bestrahlung, Brustkrebs, CFS, Chemotherapie, Chronic Fatigue Syndrome, chronisches Erschöpfungssyndrom, Darmtumor, Darmtumore, Depression, Deutsche Fatigue Gesellschaft, Diagnostik, Energiereserven, Erschöpfung, Fachgesellschaft, Fatigue, Fatigue-Symptomatik, Fatigue-Syndrom, Gesellschaft, Gesundheitsberufe, Ginseng, Ginsengwurzel, Ginsengwurzelextrakt, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen-Seminar, Klinik, Konzentration, Krankenpflege, Krankheit, Krankheitsbild, Kräuterexkursionen, Kreativität, Krebserkrankungen, Krebstherapien, L-Carnitin, Leistungsbereitschaft, Leistungsschwäche, Leukämie, Magentumor, Magentumore, Mammakarzinom, Methylphenidat, Methylphenidat-Therapie, Mikronährstoff, Müdigkeit, Naturheilkunde, naturheilkundliche Behandlung, Nebenwirkungen, Onkologie, Palliative Care, Panax ginseng, Panax quinquefolius, Pflege, Pflegeheim, Phase-II-Studien, Phytotherapie-Ausbildung, Placebo, Psychiatrische Klinik, Psychostimulanzien, Risiko, Ritalin, Ritalin®, Roter Ginseng, Ruhebedürfnis, Schlaf, Schmerzen, Schwäche, Schweiz, Schwere Nebenwirkungen, Spital, Spitex, Standardbehandlung, Strahlendosis, Strahlentherapie, Studie, Studien, Studienlage, Symptome, Therapie, Triggerfaktoren, Tumor-assoziierte Fatigue, Tumorerkrankungen, Untersuchungen, Verträglichkeit, Weckamine, Weisser Ginseng, Weiterbildung, Winterthur, Wirksamkeit, Zürich, Zytostatikatherapie
Posted in Gesundheitliches, Phytotherapie | No Comments »
Freitag, Mai 18th, 2012
Ein Pilotprojekt zum Einsatz von Naturheilverfahren in der stationären Langzeitpflege zeigt positive Resultate.
Naturheilverfahren werden erfolgreich in den Pflegealltag zur Gesundheitsprävention von Bewohnern in Seniorenwohnheimen integriert. Diese Verfahren haben das Potential, die Lebensqualität von Bewohnern sowie die Arbeitszufriedenheit der Pflegekräfte zu verbessern. So lautet die Schlussfolgerung eines Pilotprojekts der Charité – Universitätsmedizin Berlin in Kooperation mit der Universität Bern, dem Kneipp-Bund e.V. und der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege.
Die Pilotstudie hatte zum Ziel, den Gesundheitszustand von pflegebedürftigen Bewohnern und Pflegekräften in vier zertifizierten Kneipp®-Senioreneinrichtungen zu untersuchen. Außerdem wurden die subjektiv wahrgenommenen Veränderungen durch den Einsatz von naturheilkundlichen Maßnahmen erfasst.
„Naturheilkundliche Verfahren führen zu mehr Zufriedenheit bei den Pflegekräften. Dieses Studienergebnis weist eine Chance: Denn Arbeitszufriedenheit und Gesunderhaltung werden immer wichtiger angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels in der Pflege“, erklärt Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege. Die Einzelresultate der Pilotstudien zeigen, dass die Einbindung naturheilkundlicher Maßnahmen in den Pflegealltag ein Zukunftsmodell für die Versorgung älterer und pflegebedürftiger Menschen sein kann: Gegenüber Vergleichspopulationen anderer Studien wiesen die pflegebedürftigen Bewohner in den Kneipp®-Senioreneinrichtungen einen überdurchschnittlich guten Gesundheitszustand auf. Zudem deuteten die Untersuchungen darauf hin, dass die Schmerz- und Beruhigungsmedikation nach Anwendung der Kneipp-Maßnahmen bei den pflegebedürftigen Bewohnern vermindert werden kann. Die eingesetzten Naturheilverfahren wurden von 89 Prozent der Bewohner als insgesamt positiv für das eigene Wohlbefinden bewertet.
Auch für die Pflegekräfte ergaben sich Vorteile aus der Integration der Naturheilkunde: 90 Prozent der Pflegefachleute gaben an, dass sich das Verhältnis zu den Bewohnern durch die therapeutischen Möglichkeiten verbessert habe; die Gesamtsituation sowie die Arbeitszufriedenheit wurde von den Pflegenden als insgesamt hoch beurteilt. Der emotionale Gewinn und die dadurch geringere psychische Arbeitsbelastung sei auch auf die zufriedeneren Bewohner und den größeren Handlungsspielraum zurückzuführen, gaben die Pflegenden an.
Quelle:
http://www.kneippbund.de/no_cache/aktuelles/eintrag/pflege-profitiert-von-naturheilverfahren/kneipp-bund-ev/
Kommentar & Ergänzung:
Die Carstens-Stiftung kommentiert die Studie so:
„Die positiven Ergebnisse dieses Pilotprojektes sollten ein Anreiz für Pflegeeinrichtungen sein, naturheilkundliche Maßnahmen stärker in den Pflegealltag zu integrieren.“
Eine fundierte Basis für die Integration von Naturheilkunde in die Pflege bietet die Phytotherapie-Ausbildung für Pflegepersonen in Winterthur.
Professionelle Heilpflanzen-Anwendungen haben sich bewährt in Spitex, Pflegeheim, Spital, Palliative Care und Psychiatrischer Klinik.
Im “Dokument Phytotherapie in der Pflege” finden Sie Argumente für die Integration von Heilpflanzen-Anwendungen in Pflegeinstitutionen.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
:
Tags: Arbeitszufriedenheit, Argumente, Berlin, Bern, Beruhigungsmedikation, Carstens-Stiftung, Chancen, Gesundheitsberufe, Gesundheitsprävention, gesundheitszustand, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen-Anwendungen, Heilpflanzen-Seminar, Klinik, Kneipp-Massnahmen, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Langzeitpflege, Lebensqualität, Naturheilkunde, naturheilkundliche Massnahmen, Naturheilverfahren, Neipp, Palliative Care, Pflege, Pflegealltag, Pflegeeinrichtungen, Pflegeheim, Pflegeinstitutionen, Pflegekräfte, Phytotherapie-Ausbildung, Psychiatrische Klinik, Qualität, Schmerz, Schmerzen, Schweiz, Spital, Spitex, stationäre Langzeitpflege, Stiftung, Studie, Studien, Universität, Universität Bern, Untersuchungen, Weiterbildung, Winterthur, Wohlbefinden, Zukunftsmodell, Zürich
Posted in Gesundheitliches, Phytotherapie | No Comments »
Donnerstag, Mai 17th, 2012
Schon die Aussicht auf eine effektive Schmerzreduktion bewirkt eine messbare Schmerzabnahme bei abdominellen Schmerzen (Bauchschmerzen). Dies konnte die Arbeitsgruppe von Heisenberg-Professorin Sigrid Elsenbruch aus dem Institut für Medizinische Psychologie & Verhaltensimmunbiologie am Universitätsklinikum Essen in einer in der renommierten Fachzeitschrift Pain publizierten Studie zeigen.
Dazu bekamen 36 freiwillige, gesunde Versuchsteilnehmer experimentelle viszerale Schmerzreize (visceralis = „die Eingeweide betreffend“). Gleichzeitig wurde die Aktivierung einzelner Hirnregionen mittels funktioneller Magnetresonanztomographie untersucht. Die Placebo-Intervention erfolgte durch Instruktionen der Probanden in Bezug auf die Wahrscheinlichkeit der Verabreichung eines schmerzlindernden Medikaments. Eine diesbezüglich hohe Wahrscheinlichkeit bewirkte auch dann eine effektive Schmerzlinderung, wenn tatsächlich nur Kochsalzlösung (ein Placebo) verabreicht wurde.
Die Resultate dieser experimentellen Studie legen nahe, dass alleine die Erwartung einer effektiven Schmerzlinderung auch für viszerale Schmerzreize bei zumindest einem Teil der Teilnehmer zu einer effektiven und signifikanten Schmerzverminderung führt. Diese Placebo-Analgesie wird über das Zentralnervensystem gesteuert und bewirkt vor allem während der Schmerzantizipation durch vermehrte Aktivität in präfrontalen kortikalen Hirnregionen, aber auch in somatosensorischen Arealen sowie dem Thalamus die Verminderung der wahrgenommenen Schmerzintensität. Diese Ergebnisse bestätigen frühere Studien, welche somatische Schmerzreize (beispielsweise auf der Haut applizierte Hitzereize) als experimentelles Schmerzmodell eingesetzt haben und sind die Basis für Folgestudien zur Analyse von Schmerzverarbeitung und Placeboeffekten bei Patienten mit chronischen Bauchschmerzen.
Quellen:
http://idw-online.de/pages/de/news477992
Elsenbruch S, Kotsis V, Benson S, Rosenberger C, Reidick D, Schedlowski M, Bingel U, Theysohn N, Forsting M, Gizewski ER. Neural mechanisms mediating the effects of expectation in visceral placebo analgesia: An fMRI study in healthy placebo responders and nonresponders. Pain 153, 382-90. (2012).
Kommentar & Ergänzung:
Schmerz ist ein Phänomen mit vielfältigen Facetten: medizinischen, psychologischen, philosophischen, kulturgeschichtlichen……
Die Studie aus der Universtätsklinik Essen bestätigt einmal mehr, dass bereits die Erwartung einer Schmerzlinderung Schmerzlinderung bewirken kann. Allein damit lassen sich heftige Schmerzen nicht wegzaubern, doch sollte ein therapeutischer Umgang mit Schmerzen diese Einflüsse berücksichtigen und sie bewusst mit einbeziehen. Hier liegt auch eine Stärke vieler Methoden aus der Naturheilkunde.
Wickel und Kompressen, Einreibungen, Massage, ein Kräutertee, das sind alles auch Rituale, welche die Erwartung auf Schmerzlinderung in sich tragen, vor allem, wenn man diese Erfahrung schon in der Kindheit gemacht hat.
Es gehört quasi zu den Aufgaben der Naturheilkunde, diese Formen der Schmerzlinderung zu pflegen und zu erhalten.
Darüber hinaus sollte ein Kräutertee oder ein Wickel zusätzlich noch eine spezifische Wirkung haben aufgrund von Wirkstoffen oder von Wärme- bzw. Kältereizen.
Zum Phänomen Schmerz siehe auch:
Artikel von Martin Koradi in der Zeitschrift Reflexe zum Thema Phänomen Schmerz
Tagesseminar „Phänomen Schmerz“ auf www.patienten-seminare.ch
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: Analgesie, Analyse, Arbeitsgruppe, Aussicht, Bauchschmerzen, Eingeweide, Einreibungen, Erwartung, Essen, experimentelle Studie, Fachzeitschrift, Gesundheitsberufe, Haut, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen-Seminar, heisenberg, Hirnregionen, Institut, Kältereize, Kindheit, Klinik, Kochsalzlösung, Komperessen, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Kräutertee, Magnetresonanztomographie, Massage, Medikament, Medizinische Psychologie, Naturheilkunde, Pain, Palliative Care, Pflege, Pflegeheim, Phytotherapie-Ausbildung, Placebo, Psychiatrische Klinik, Psychologie, Rituale, Schmerz, Schmerzabnahme, Schmerzen, Schmerzintensität, Schmerzlinderung, Schmerzmodell, Schmerzreduktion, Schmerzreize, Schmerzverarbeitung, Schmerzverminderung, Schweiz, Sigrid Elsenbruch, Spital, Spitex, Studie, Studien, Thalamus, Universität, Universitätsklinik, Verhaltensimmunbiologie, Wärme, Weiterbildung, Wickel, Winterthur, Wirkstoffe, Wirkung, Zentralnervensystem, Zürich
Posted in Gesundheitliches | No Comments »
Dienstag, Mai 15th, 2012
Die günstigen Effekte der Cranberry auf die Blasengesundheit wurden schon in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen belegt.
Inhaltsstoffe der Cranberry, die Typ-A-Proanthocyanidine (PAC), können effektiv die meist für eine Blasenentzündung verantwortlichen Escherichia-coli-Bakterien blockieren.
Durch diesen speziellen Schutzmechanismus wird verhindert, dass sich die Keime in den Schleimhäuten von Blase und Harnwegen festsetzen. Die Bakterien können stattdessen mit dem Harn ausgeschwemmt werden.
In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten, klinischen Cross-over-Studie wurde nun die Wirksamkeit eines Kombinationspräparates mit Cranberry und Kürbiskernen auf die Harnwege untersucht. Beurteilt wurde dabei die Hemmung der Bakterienadhärenz an Urothelzellen.
Die Probanden erhielten über 3 Tage 3-mal täglich 1 Kapsel des Prüfpräparates (Verum oder Placebo).
Nach einer Auswaschphase von 11 Tagen bekamen die Teilnehmenden das jeweils andere Prüfpräparat. In die Auswertung gingen die Resultate von insgesamt 18 Probanden ein.
Die ex-vivo-Resultate zeigen einen signifikanten Effekt der Cranberry- und Kürbiskern-Kombination auf die Adhärenz (Anhaftung) uropathogener Escherichia-coli-Bakterien an Urothelzellen. Verglichen mit Placebo wurde die Bakterienadhärenz unter der Kombination um 33,4 Prozent vermindert.
Die Studie zeige, dass das Cranberry-Kürbiskern-Präparat ausreichend dosiert sei, um die Blase signifikant vor uropathogenen Keimen zu schützen, schreibt der Hersteller.
Quelle:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/harnwegs-infektionen/article/811822/cranberry-kuerbiskern-blase.html?sh=16&h=886345408
Kommentar & Ergänzung:
Unklar ist bei diesem Kombipräparat, was die Kürbiskerne zur Vorbeugung gegen Blasenentzündung beitragen sollen. Bei den Kürbissamen gibt es Hinweise auf einen positiven Einfluss auf die Beschwerden einer gutartigen Prostatavergrösserung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) bei Anwendung über viele Monate. Eine vorbeugende Wirkung von Kürbissamen gegen Blasenentzündung ist in der Phytotherapie-Fachliteratur kein Thema.
Für Cranberry bzw. Preiselbeeren ist eine Hemmung der Anheftung von pathogenen Bakterien an die Blasenschleimhaut dagegen mehrfach beschrieben worden.
Grundsätzlich ist diese Studie natürlich interessant, doch ist zu beachten, dass die Hemmung der Anheftung von Bakterien an die Blasenschleimhaut noch nicht gleichzusetzen ist mit einer vorbeugenden Wirkung gegen Blasenentzündungen.
Eine vorbeugende Wirkung gegen Blasenentzündung lässt sich nur mit einer klinischen Studie belegen – also am Menschen, wenn tatsächlich weniger Blasenentzündungen auftreten.
Bei der Beurteilung von Studien ist immer zu beachten, ob das festgestellte Ergebnis für den Patienten überhaupt relevant ist oder ob wir es dabei nur mit einem schönen, aber nebensächlichen Laborwert zu tun haben.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: Adhärenz, Bakterien, Bakterienadhärenz, benigne Prostathyperplasie, Blase, Blasenentzündung, Blasenentzündungen, Blasengesundheit, Blasenschleimhaut, BPH, Cranberry, Escherichia coli, Gesundheitsberufe, gutartige Prostatavergrösserung, Harn, Harnwege, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen-Seminar, Inhaltsstoffe, Keime, Klinik, klinische Studie, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Kürbiskerne, Kürbissamen, Naturheilkunde, PAC; Escherichia-coli-Bakterien, Palliative Care, Pflege, Pflegeheim, Phytotherapie-Ausbildung, Placebo, Prävention, Preiselbeeren, Psychiatrische Klinik, Schleimhäute, Schmerzen, Schweiz, Spital, Spitex, Studie, Typ-A-Proanthocyanidine, Untersuchungen, Urothelzellen, Weiterbildung, Winterthur, Wirksamkeit, Wirkung, wissenschaftliche Untersuchungen, Zürich
Posted in Uncategorized | No Comments »
Sonntag, Mai 13th, 2012
Bei leicht erhöhten Blutdruckwerten (120 – 139 systolisch bzw. 80 – 89 mmHg diastolisch), die als Vorstufe des Bluthochdrucks (Prähypertonie) gelten, muss bei ansonsten gesunden Menschen nicht gleich medikamentös behandelt werden.
Meist kann eine Senkung der Blutdruckwerte schon durch Lebensstil-Maßnahmen erreichen werden, wie beispielsweise durch Reduktion von Übergewicht, verminderten Salzkonsum oder regelmässigen Ausdauersport.
Auch regelmäßig zum Schwimmen gehen kann beispielsweise mithelfen, einen manifesten Bluthochdruck zu verhindern, und zudem einer Arterienverkalkung vorbeugen. Gerade für ältere oder übergewichtige, untrainierte Menschen, die häufig auch Gelenkprobleme haben, ist Schwimmen im richtig temperierten Wasser als Sport gut geeignet.
Blutdruck-Reduktion um 10 mmHG nach zwölf Wochen
US-Wissenschaftler aus Texas konnten nun in einer Studie zeigen, dass regelmäßiges Schwimmen (drei- bis viermal die Woche jeweils 40-45 Minuten) schon nach zwölf Wochen zu einer Reduktion des arteriellen Blutdruckes um rund 10 mmHg führt, wobei sich auch die Funktion der Blutgefäße deutlich verbessert. Die Elastizität der Gefäße und ihre durch den Blutfluss vermittelte Fähigkeit, sich zu erweitern, nehmen durch das Schwimmtraining nachweislich zu. In einer Kontrollgruppe, die anstatt zu schwimmen statische Entspannungs- und Dehnungsübungen durchführte, waren solche Effekte hingegen nicht festzustellen.
Die Studie wurde publiziert im American Journal of Cardiology (Online-Vorabveröffentlichung am 16.1.2012).
Training im richtigen Pulsbereich nötig
Bei erhöhtem Blutdruck können grundsätzlich alle Ausdauersportarten günstig wirken, wenn man sie regelmäßig – das heißt mindestens dreimal wöchentlich für mindestens eine halbe Stunde – betreibt. Allerdings sollte gerade bei älteren Patienten vor Trainingsaufnahme ein erhöhtes Risiko von Sport beispielsweise durch eine Belastungsuntersuchung ausgeschlossen sein. Zur Reduktion des Blutdrucks ist hauptsächlich das regelmäßige Training im richtigen Pulsbereich wichtig. Den persönlichen, idealen Trainingspuls sollte man sich vom Arzt oder Trainer berechnen lassen und ihn beim Training mit einer Pulsuhr kontrollieren.
Weniger geeignet bei Prähypertonie ist ausgesprochenes Krafttraining mit schweren Gewichten. Das kann nämlich den Blutdruck in die Höhe treiben und man riskiert dabei Blutdruck spitzen, die zu vermeiden sind – vor allem wenn man dabei noch falsch atmet.
Quelle:
http://www.internisten-im-netz.de/de_news_6_0_1236_regelm-iges-schwimmen-hilft-erh-hte-blutdruckwerte-zu-senken.html
http://www.ajconline.org/article/S0002-9149(11)03445-X/abstract
Kommentar & Ergänzung:
Bewegung ist ein zentrales Element der Naturheilkunde und eine der fünf Säulen der Naturheilkunde nach Sebastian Kneipp (neben Hydrotherapie, Heilpflanzen, Ernährung und Lebensordnung).
Die Phytotherapie kennt kaum Heilpflanzen mit gut dokumentierter Wirksamkeit bei Bluthochdruck. Hinweise auf eine Blutdrucksenkung gibt es beim Knoblauch, doch braucht es dazu Dosen, die nicht selten mit sozialen Nebenwirkungen verbunden sind.
Siehe:
Phytotherapie: Knoblauch kann zur Blutdrucksenkung beitragen
Knoblauch entspannt Blutgefässe dank Schwefelwasserstoff
Interessant sind Hinweise auf eine Blutdrucksenkung durch Randensaft (Rote Beete Saft):
Randensaft (Rote Beete) senkt Blutdruck
Ausserdem interessant:
Rosinen zeigen günstige Wirkung bei leichtem Bluthochdruck
Schwarztee senkt Blutdruck
Blaue Kartoffeln reduzieren den Blutdruck
Chili-Wirkstoff Capsaicin senkt den Blutdruck
Karkadetee senkt systolischen blutdruck um 13 mmhg
Karkadetee ist interessant, weil er auch angenehm im Geschmack ist und sich daher leicht in den Alltag integrieren lässt. Es handelt sich um Hibiscus sabdariffa.
Siehe: Blick ins Pflanzenlexikon – Hibiskus
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: 2012, arterieller Blutdruck, Arterienverkalkung, Ausdauersport, Ausdauersportarten, Bewegung, Blaue Kartoffeln, Blutdruck, Blutdrucksenkung, Blutdruckwerte, Blutfluss, Blutgefässe, Bluthochdruck, Capsaicin, Chili, diastolisch, Elastizität, erhöhte Blutdruckwerte, Ernährung, Gefässe, Gelenkprobleme, Gesundheitsberufe, Gewicht, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen-Seminar, Hibikus, Hibiscus, Hibiscus sabdariffa, Hydrotherapie, Karkade, Karkadetee, Kartoffeln, Klinik, Kneipp, Knoblauch, Krafttraining, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Lebensordnung, Lebnesstil, Naturheilkunde, Nebenwirkungen, Palliative Care, Pflanzenlexikon, Pflege, Pflegeheim, Phytotherapie-Ausbildung, Prähypertonie, Psychiatrische Klinik, Pulsbereich, Pulsuhr, Randensaft, Risiko, Rosinen, Rote Beete, Rote-Beete-Saft, Salzkonsum, Schmerzen, Schwarztee, Schwefelwasserstoff, Schweiz, Schwimmen, Schwimmtraining, Sebastian Kneipp, Spital, Spitex, Sport, Studie, systolisch, Texas, Trainer, Training, Trainingspuls, Übergewicht, Wasser, Weiterbildung, Winterthur, Wirksamkeit, Wirkstoff, Wirkung, Zürich
Posted in Gesundheitliches | No Comments »
Dienstag, Mai 8th, 2012
„Schokolade macht schlank“. So oder ähnlich betitelten verschiedene Tageszeitungen und Wochenmagazine vor kurzem Berichte über eine einschlägige Studie der Universität von Kalifornien in San Diego / USA:
„Die Präventionsmedizinerin Beatrice Golomb hat gemeinsam mit Kollegen von der University of California in La Jolla mehr als tausend Erwachsene untersucht und nach ihren Schokoladen-Gewohnheiten gefragt. Dabei zeigte sich, dass jene Probanden, die häufiger Schokolade aßen, im Durchschnitt schlanker waren. Wer sogar mehrmals in der Woche zur süßen Tafel griff, so das überraschende Ergebnis, war und blieb dünner.
Die Forscher vermuten, dass sich Inhaltsstoffe der Kakaobohne positiv auf den Stoffwechsel auswirken und das Gewicht günstig beeinflussen.“
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/ernaehrung-schokolade-kann-schlank-machen-1.1318798
Nun kann allerdings eine solche Studie zwar mögliche Zusammenhänge aufzeigen (Korrelation: wer Schokolade isst, ist schlanker), nie aber einen ursächlichen Zusammenhang belegen (Kausalität: Schokolade macht schlank). Während solche Einschränkungen in den Studien selber in der Regel erwähnt werden, fehlen sie bei der Weiterverbreitung in den Medien sehr häufig.
Dass Korrelation nicht das Gleiche ist wie Kausalität, hat am Beispiel der erwähnten Studie eine Pressemitteilung der Aktion „Unstatistik des Monats“ anschaulich erläutert.
Während eine Korrelation nur eine Beziehung zwischen Merkmalen beschreibt, handelt es sich bei der Kausalität um einen ursächlichen Zusammenhang, also um Ursache und Wirkung. Zwei Merkmale nennt man dabei „positiv korreliert“, wenn sie sich mehr oder weniger systematisch in die selbe Richtung bewegen: Steigt die eine, steigt in der Regel auch die andere. Fällt die eine, fällt auch die andere. Ein Beispiel für eine positive Korrelation ist das Verhältnis von Körpergröße und Gewicht. Große Menschen wiegen im Allgemeinen mehr als kleine; nicht zwingend in jedem Einzelfall, jedoch im großen und ganzen schon. Eine negative Korrelation liegt dagegen immer dann vor, wenn hohe Werte des einen Merkmals mit tiefen des anderen zusammengehen und umgekehrt. So zeigt sich etwa bei Männern eine hohe negative Korrelation zwischen dem Einkommen und der Zahl der Haare auf dem Kopf: Je weniger Haare, desto mehr Geld.
Daraus folgt jedoch nicht, dass Männer durch Haarausfall ihr Einkommen steigern können, also ein kausaler Zusammenhang besteht. Diese negative Korrelation entsteht dadurch, dass bei Männern mit wachsendem Alter in der Regel das Einkommen steigt und die Haare ausfallen. Eine dritte Variable im Hintergrund, das Lebensalter, wirkt also ursächlich auf Einkommen und Haare ein. Zwischen den beiden Ausgangsvariablen selbst dagegen existiert keinerlei Kausalzusammenhang.
Ähnlich könnte es sich auch mit der Häufigkeit des Schokoladenkonsums und dem Gewicht verhalten. Möglicherweise belohnen sich manche Menschen für einen Verzicht auf eine Currywurst oder fette Schweinesteaks mit einem kleinen Bissen Schokolade? Auf diese und ähnliche Hintergrundvariablen, die eine solche negative Korrelation verursachen könnten, weisen die Autoren der Studie durchaus hin. Aber wie bei so vielen wissenschaftlichen Untersuchungen werden diese Zusatzinformationen in der medialen Aufarbeitung weggelassen.
Sollte tatsächlich eine Kausalbeziehung existieren, wäre die eher in umgekehrter Richtung zu vermuten: dicke Menschen versuchen, die Kalorienzufuhr da zu vermeiden, wo es ihnen eher leicht fällt, und essen darum weniger Schokolade.
Quelle:
http://www.rwi-essen.de/forschung-und-beratung/fdz-ruhr/unstatistik-des-monats/
Kommentar & Ergänzung:
Bei der Beurteilung der Aussagekraft von Studien ist es zentral zu unterscheiden, ob es sich um eine Beobachtungsstudie, die nur Korrelationen aufzeigen kann, oder um eine klinische Studie (Randomisiert, placebokontrolliert, doppelblind), die Kausalitäten aufzeigt.
Und was genau ist die Aktion „Unstatistik des Monats“?
„Der Berliner Psychologe Gerd Gigerenzer, der Bochumer Ökonom Thomas Bauer und der Dortmunder Statistiker Walter Krämer haben im Jahr 2012 die Aktion „Unstatistik des Monats“ ins Leben gerufen. Sie werden jeden Monat sowohl jüngst publizierten Zahlen als auch deren Interpretationen hinterfragen. Die Aktion will so dazu beitragen, mit Daten und Fakten vernünftig umzugehen, in Zahlen gefasste Abbilder der Wirklichkeit korrekt zu interpretieren und eine immer komplexere Welt und Umwelt sinnvoller zu beschreiben.“
Quelle: http://www.rwi-essen.de/forschung-und-beratung/fdz-ruhr/unstatistik-des-monats/
Allerdings scheint mir die Bezeichnung „Unstatistik“ für die beschriebene „Schokolade-Studie“ nicht passend. Aus der Pressemitteilung geht jedenfalls nichts hervor, was auf schlechte Statistik hindeuten würde. Problematisch ist hier die verkürzte Wiedergabe der Studie in den Medien.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: 2012, Aktion, Beobachtungsstudie, Curry, Currywurst, Gerd Gigerenzer, Gesundheitsberufe, Gewicht, Haarausfall, Haare, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen-Seminar, Inhaltsstoffe, Kakaobohne, Kalifornien, Kalorienzufuhr, Kausalität, Klinik, klinische Studie, Korrelation, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Lebensalter, Medien, Monat, Naturheilkunde, Palliative Care, Pflege, Pflegeheim, Phytotherapie-Ausbildung, Pressemitteilung, Psychiatrische Klinik, San Diego, Schmerzen, Schokolade, Schokoladenkonsum, Schweinesteaks, Schweiz, Spital, Spitex, Stoffwechsel, Studie, Studien, Tageszeitungen, Thomas Bauer, Universität, Ursache, USA; La Jolla, Walter Krämer, Weiterbildung, Winterthur, Wirkung, Zürich
Posted in Gesundheitliches | No Comments »
Montag, Mai 7th, 2012
Im Phyto-Forum der Aerztezeitung wurde die Frage aufgeworfen, wie ist es um die Wirksamkeit von Allium sativum (Knoblauch) bei viralen und bakteriellen Infekten bestellt ist.
Professor Jürgen Reichling gab dazu folgende Antwort:
„Zubereitungen aus der Knoblauchzwiebel (Allii sativi bulbus) werden adjuvant bei Erhöhung der Blutfettwerte und zur Vorbeugung altersbedingter Gefäßveränderungen angewendet. Verschiedentlich werden Zubereitungen aus der Droge auch zur Behandlung von Infektionen und Entzündungen des oberen Respirationstraktes empfohlen.
Diese Empfehlung stützt sich auf die Tatsache, dass Lauchöle in vitro sowohl gegen Gram-positive und Gram-negative Bakterien als auch gegen Candida-Arten (Hefepilze) und Influenzaviren wirksam sind. In Tierexperimenten am Meerschweinchen hemmten sie zudem das Wachstum verschiedener Hautpilze.“
„Droge“ meint hier „Heilpflanze“, also Knoblauch, nicht wie im heutigen Sprachgebrauch „Rauschmittel“.
Die Wirkung von Knoblauch gegen verschiedene Bakterien, Hautpilze und Viren ist verhältnismässig gut untersucht. Allerdings stellt sich bei diesen Experimenten in-vitro (= im Labor, im Reagenzglas) immer die Frage, ob und in wie weit sich solche Resultate auf Erkrankungssituationen beim Menschen übertragen lassen.
Bei lokalen Wirkungen auf der Haut beispielsweise ist eine solche Wirkung plausibel, ob sie aber auch systemisch nach Aufnahme in den Organismus aus dem Verdauungstrakt zu erwarten ist, bleibt oft fraglich. Prof. Reichling erwähnt in dieser Hinsicht folgende Studie:
„Laut einer Studie in England soll es bei einer täglichen Einnahme von 1 Knoblauchkapsel über einen Zeitraum von 4 Monaten zu weniger Erkältungskrankheiten im Vergleich zur Placebogruppe gekommen sein (24 versus 65 Prozent).“
Leider fehlen hier genauere Angaben zu dieser Studie, wodurch ihre Aussagekraft nicht beurteilt werden kann. Falls Knoblauchkapseln nämlich tatsächlich eine vorbeugende Wirkung gegen Erkältungskrankheiten haben sollten, wäre das sehr bemerkenswert.
Einen entsprechenden Ruf als Schutzmittel gegen Infektionen hat Knoblauch in der traditionellen Pflanzenheilkunde schon lange.
Quelle der Zitate:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/fachbereiche/sonstige_fachbereiche/phytotherapie/article/811558/knoblauch-ingwer-infektionen.html?sh=8&h=-1673844218
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: Allii sativi bulbus, Allium, Allium sativum, bakterielle Infekte, Bakterien, Behandlung, Blutfett, Blutfettwerte, Candida, Candida-Arten, Droge, England, Entzündungen, Erkältungskrankheiten, Gefässveränderungen, gegen, Gesundheitsberufe, Gram-negativ, Gram-positiv, Haut, Hautpilze, hefepilze, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen-Seminar, In-vitro, Infekte, Infektionen, Influenzaviren, Jürgen Reichling, Klinik, Knoblauch, Knoblauchkapsel, Knoblauchkapseln, Knoblauchzwiebel, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Labor, Lauchöl, Lauchöle, Meerschweinchen, Naturheilkunde, Palliative Care, Pflege, Pflegeheim, Phytotherapie-Ausbildung, Psychiatrische Klinik, Rauschmittel, Reagenzglas, Respirationstrakt, Schmerzen, Schutzmittel, Schweiz, Spital, Spitex, Studie, Tierexperimente, Verdauungstrakt, Viren, Vorbeugung, Weiterbildung, wie, Winterthur, Wirksamkeit, Wirkung, Wirkungen, Zürich
Posted in Phytotherapie | No Comments »
Sonntag, April 29th, 2012
Jährlich erkranken in Deutschland 224.000 Menschen neu an Hautkrebs, 26.000 davon am besonders gefährlichen malignen Melanom. Der so genannte „schwarze“ Hautkrebs wird zunehmend bei jüngeren Menschen diagnostiziert, vor allem bei Frauen. Fachleute machen häufige Solarienbesuche für diesen Trend verantwortlich. Die Gefahr, durch regelmäßige Solariengänge an einem malignen Melanom zu erkranken, ist bedeutend höher, als bisher angenommen wurde.
Das Risiko, an einem malignen Melanom zu erkranken, steige auf fast 200 Prozent, wenn Solarien bis zu einem Alter von 35 Jahren regelmäßig genutzt werden, erklärte Professor Dr. Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP). Zu diesem Resultat kommt eine Studie französischer und italienischer Wissenschaftler, die am 23. April 2012 im Rahmen des internationalen EUROSKIN-Workshops ‘Health Risks of Sunbed Use – Needs, Regulations and Perspectives’ in Berlin präsentiert wurde.
Das Mannheimer Institut für Public Health (MIPH) der Universität Heidelberg hat mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Krebshilfe 4.800 Bundesbürger zu ihren Solarien-Nutzungsgewohnheiten befragt. Die ‘SUN STUDY 2012 hat gezeigt, dass Menschen unter 36 Jahren sich besonders oft künstlich bräunen. Gegenwärtig nutzen etwa 3,5 Millionen unter 36-Jährige Deutsche Sonnenbänke. Bei den Solariengängern konnte eine typische ‘Viel-Nutzer-Gruppe’ identifiziert werden, die entsprechend besonders gefährdet ist: Es sind Frauen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren. Frauen dieser Altersgruppe besuchen etwa doppelt so häufig die Sonnenbank wie Männer. Ein weiteres Resultat ist besonders schockierend: Etwa 167.000 der derzeitigen Solariennutzer sind minderjährig. Nach geltendem Recht sind die Betreiber in Deutschland verpflichtet, Jugendlichen den Zugang zu Solariengeräten zu verbieten.
Quelle: www.krebshilfe.de
Kommentar & Ergänzung:
Wenn tatsächlich ein so grosser Anteil der regelmässigen Solarium-BesucherInnen noch in jungem Alter ist, könnten noch drastische Steigerungen der Hautkrebs-Erkrankungsraten auf uns zukommen.
Gebräunte Haut scheint ein ziemlich riskantes Schönheitsideal zu sein.
Ich bin oft in China unterwegs und treffe dort mehrheitlich auf ein gegenteiliges Ideal, wonach braun werden nicht als attraktiv gilt.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: 2012, als, am, an, April, Berlin, China, Deutschland, durch, Frauen, Für, Gefahr, Gesundheitsberufe, Hautkrebs, Hautkrebs-Risiko, Heidelberg, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen-Seminar, Ideal, in, Institut, Klinik, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, malignes Melanom, Melanom, Naturheilkunde, Palliative Care, Pflege, Pflegeheim, Phytotherapie-Ausbildung, Prävention, Psychiatrische Klinik, Public Health, Risiko, Schmerzen, Schönheitsideal, schwarzer hautkrebs, Schweiz, Solarienbesuche, Solarium, Spital, Spitex, Studie, Trend, Universität, Weiterbildung, Winterthur, Zürich
Posted in Gesundheitliches | No Comments »