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Test zeigt grosse Unterschiede in der Qualität von Ernährungsberatung

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Ernährungsberatung ist sehr gefragt, doch die Qualität lässt nicht selten zu wünschen übrig.

Zu diesem Schluss kam ein Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) in Wien. Zwei Testpersonen überprüften 16 Wiener Anbieter.

Die Testpersonen wurden nur von drei Anbietern sehr gut beraten. Ihre Ernährungsempfehlungen entsprachen in beiden Szenarien dem Stand der Wissenschaft, berichtete der VKI.

Fünfmal beurteilten die Fachleute die Beratung mit „gut“, dreimal mit „weniger zufriedenstellend“ und fünfmal mit „nicht zufriedenstellend“.

Der VKI kritisiert, dass teilweise abstruse Ernährungsempfehlungen abgegeben wurden.

So meinten zum Beispiel einige Ernährungsberater, Obst und Gemüse solle besser nicht zu spät am Abend oder dann nur in geringen Mengen gegessen werden, da sonst Leberschäden drohen könnten. Dafür gibt es keinerlei wissenschaftliche Belege. Etliche Berater rieten zum Verzicht auf Weizen und Gluten. Gluten, ein Klebereiweiss in Getreide, sei als ‚eines der schlimmsten Lebensmittel überhaupt’ dargestellt worden und von Weizen wurde behauptet, dass er den Darm „verkleben und verschlacken“ soll. Außerdem erfuhren die staunenden Testerpersonen, dass „die meisten Menschen heute auf Weizen schlecht reagieren, da dieser so verändert ist“. Die Konsumentenschützer kritisieren, dass zuerst ärztlich abgeklärt werden müsse, ob überhaupt eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten vorliege, bevor zum Verzicht auf Gluten geraten wird.

Auch die Bildung von „Schlacken“ im Körper war in einigen der getesteten Ernährungsberatungen ein Thema. Solche vermeintlichen Rückstände aus dem Stoffwechsel seien jedoch im Körper nicht nachweisbar. Kritik äusserte der VKI weiters an „nutzlosen Testverfahren“ wie Bioresonanz oder Autonome Regulations-Testung, die zum Feststellen von Nahrungsmittelunverträglichkeiten vollkommen ungeeignet seien.

Quelle:

http://derstandard.at/2000063393576/Test-Wiener-Ernaehrungsberater-zwischen-sehr-gut-und-abstrus

https://www.konsument.at/ernaehrungsberatung092017

Kommentar & Ergänzung:

Dieser Test fand zwar in Wien statt, doch dürfte das Ergebnis in der Schweiz sehr ähnlich aussehen. Ernährungsberater und Ernährungsberaterin sind keine geschützen Titel. So kann sich jede und jeder nennen. Dadurch müssen Patientinnen und Patienten mit sehr grossen Qualitätsunterschieden rechnen. Verschärft wird die Lage noch dadurch, dass Ernährung inwischen mehr und mehr zu einer Art von Religionsersatz und Heilsbringer geworden ist.

In der Schweiz gibt es den gesetzlich geschützten Titel „Ernährungsberaterin/Ernährungsberater SVDE“. Er garantiert für eine wissenschaftlich fundierte und praktisch erprobte ernährungsberaterische und ernährungstherapeutische Ausbildung. Mehr dazu auf der Website des

Schweizerischen Verbands der Ernährungsberater/innen SVDE

Zu zwei Stichworten in den Testkäufen noch ein paar Anmerkungen:

Schlacken: Die Kritik des KVI ist nachvollziehbar. Schlacken entstehen im Hochofen. Auf den menschlichen Organismus bezogen ist der Begriff höchst fragwürdig und wohl ein Phantasieprodukt. Ich hätte jedenfalls kein Vertrauen in BeraterInnen, TherapeutInnen oder VerkäuferInnen, die mir „Schlacken“ einreden wollen.

Siehe dazu:

Schlackenstoffe ein Phantom macht Karriere

Entgiften und entschlacken – höchst fragwürdige Versprechungen

Gluten: Die Kritik des KVI ist sehr zu unterstreichen. Wer an Zöliakie leidet, muss Gluten meiden. Solche Personen leiden an einer Überempfindlichkeit gegenüber Gluten (Klebereiweiss), die zum Teil erblich bedingt ist, lebenslang bestehen bleibt und zur Zeit nicht ursächlich behandelt werden kann. Kontakt mit Gluten führt bei Zöliakie zu einer chronischen Entzündung der Dünndarmschleimhaut. Weizen ist ein wichtiger Lieferant von Gluten, das aber auch in Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel und Grünkern nachgewiesen wurde. Die Häufigkeitsangaben für Zöliakie schwanken von Land zu Land beträchtlich. Es handelt sich aber um eine sehr seltene Erkrankung – etwa ein Prozent der Bevölkerung dürfte grosszügig gerechnet sein – und es ist unsinnig, wenn Menschen, die nicht an Zöliakie leiden, auf glutenfreie Nahrung umstellen. Das ist nämlich nicht nur erheblich teuerer, sondern möglicherweise für Gesunde auch ungesünder. „Glutenfrei“ ist inzwischen zu einer Art Lifestyle geworden und ein Milliardenmarkt.

Es gebe aktuell keine Hinweise, dass eine glutenfreie Ernährung einen gesundheitsfördernden Effekt hat“, sagt Daniel C. Baumgart, Oberarzt am Zentrum für Innere Medizin an der Charité in Berlin: „Wenn man keine Zöliakie hat, gibt es keinen Grund für diese nicht ganz einfach einzuhaltende Diät.“ Auch Maria Boumezrag von der Deutschen Zöliakigesellschaft (DZG) sieht das so: „Eine glutenfreie Ernährung braucht ein normaler Mensch nicht. Das wirkt sich weder positiv noch negativ aus – es ist einfach unnötig.“

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/ernaehrung-in-der-glutenfrei-falle-1.2678505

Trotzdem lebt zum Beispiel jeder zehnte US-Haushalt glutenfrei und jeder vierte Amerikaner glaubt, dass Ernährung ohne Gluten für jedermann gesund sei.

Eine US-Studie, die im „British Medical Journal“ veröffentlicht wurde (http://www.bmj.com/content/357/bmj.j1892) hat jedoch gezeigt, dass eine glutenfreie Kost für die Herzgesundheit keine Vorteile bringt. Möglicherweise wirkt das Weglassen von Gluten sogar ungünstig, weil viele Menschen mit dem Gluten zugleich auch ihren Vollkornkonsum reduzieren, der das Herz zu schützen scheint. Ballaststoffe aus Vollkorn sind zudem wichtig für die Darmflora, regulieren die Darmtätigkeit und lassen den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen.

Siehe auch:

Fragwürdiger Hype um Nahrungsmittel-Unverträglichkeit

Nicht gerade einfach ist im Bereich der Ernährungsberatung, dass die Empfehlungen im Laufe der Zeit immer wieder einmal ändern. Das führt nicht selten zu Verwirrung, ist aber auch ein Stück weit charakteristisch für die Wissenschaft. Sie stellt die eigenen Erkenntnisse immer wieder kritisch auf den Prüfstand und nutzt damit die Chance, Irrtümmer aufzudecken. Nur dogmatische Lehren verkünden ewige Wahrheiten.

Erschwerend kommt für die Ernährungsberatung allerdings noch hinzu, dass die Ernährungswissenschaft oft nicht gerade eindeutige Ergebnisse liefert. Das liegt auch daran, dass es nicht einfach ist, qualitativ hochstehende und aussagekräftige Ernährungsstudien durchzuführen.

Siehe dazu:

Ernährungswissenschaft: Fragwürdige Studien stiften mehr Verwirrung als Nutzen

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

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Brokkoli wirksam gegen Diabetes?

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Der Brokkoli-Inhaltsstoff Sulforaphan kann den Blutzucker bei Diabetes-Patienten reduzieren.

Der in Brokkoli und anderen Kreuzblütlern vorkommender Wirkstoff Sulforaphan könnte sich als neues Mittel gegen Diabetes Typ 2 entpuppen. In ersten Untersuchungen machte eine Behandlung mit dem Senföl bei Ratten Veränderungen der Genexpression rückgängig, die dem Diabetes Typ 2 zugrunde liegen. Auch am Menschen zeigte sich die Sulforaphan wirkungsam: In Form von Brokkolisprossen-Extrakt verabreicht verbesserte die Substanz die Blutzuckerwerte von Diabetespatienten messbar.

Weltweit leiden 300 Millionen Menschen an der Stoffwechselkrankheit Diabetes mellitus Typ 2, bei der das Hormon Insulin nicht mehr genügend Wirkung entfalten, um Zucker aus dem Blut in die Zellen zu transportieren. Dadurch kommt es zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels, der längerfristig große gesundheitliche Schäden verursachen kann – zum Beispiel an der Augennetzhaut und den Nieren. Auch das Risiko für koronare Herzerkrankungen oder Krebs steigt dadurch oftmals an.

Manchmal lassen sich die erhöhten Blutzuckerwerte beim Diabetes Typ 2 durch Ernährungsumstellung, Gewichtsabnahme und mehr Bewegung wieder unter Kontrolle bringen. Schwerere Fälle benötigen aber eine Therapie mit Insulin oder blutzuckersenkenden Medikamenten wie Metformin. Diese Mittel sind allerdings nicht für alle Patienten geeignet, weil sie unter anderem die Nieren schädigen können.

Ein Forschungsteam um um Annika Axelsson vom Lund University Diabetes Center im schwedischen Malmö hat daher nach alternativen Wirkstoffen gesucht.

Die Wissenschaftler schauten sich dabei an, welche genetischen Besonderheiten einem Diabetes Typ 2 zugrunde liegen. Die Stoffwechselerkrankung geht nämlich häufig mit Veränderungen der Genexpression einhergeht. Dann suchten die Forscher nach Wirkstoffen, welche die veränderte Genexpression rückgängig machen könnten. Die Substanz Sulforaphan eerwies sich dabei als vielversprechend. Sie kommt als Senfölglykosid Glukoraphan in der Pflanzenfamilie der Kreuzblütler vor, zum Beispiel in Kresse, Radieschen, Rettich und Brokkoli. In Brokkolisprossen ist die Sulforaphan-Konzentration besonders hoch. Mit Hilfe von Enzymen wird das Glykosid in seine aktive Form umgewandelt.

In Laborexperimenten konnte bereits gezeigt werden, dass Sulforaphan eine erhöhte Glucose-Produktion in Leberzellen unterdrückt und bei erkrankten Ratten die Genexpression günstig beeinflusst. Dabei wirkt es nach Angaben der Wissenschaftler ähnlich gut wie Metformin, aber auf einem anderen Weg.

Ob sich dieser Effekt auch beim Menschen bestätigen lässt, untersuchten die Forscher an 97 Testpersonen mit Übergewicht und einer Diabetes Typ 2-Erkrankung. Die Probanden nahmen über einen Zeitraum von zwölf Wochen regelmäßig konzentrierten Brokkolisprossen-Extrakt oder ein Placebo (Scheinmedikament) ein.

Aus dem Brokkoli-Extrakt entstand beim Kauen und durch Darmbakterien Sulforaphan.

Bei Versuchspersonen, die den Brokkoli-Extrakt eingenommen hatten, verbesserten sich die Blutzuckerwerte messbar. Die Behandlung reduzierte sowohl den sogenannten Nüchternblutzucker als auch das Glykohämoglobin HbA1c, das umgangssprachlich auch als Langzeit-Blutzucker bezeichnet wird.

Die Wissenschaftler raten Diabetespatienten allerdings davon ab, sich nun in Eigenregie mit hohen Dosen Brokkolisprossen-Extrakt oder konzentriertem Sulforaphan behandeln zu wollen. Es brauche weitere Studien, um die Wirksamkeit der Substanz zu bestätigen und herauszufinden, welche Patientengruppen am meisten von dem Wirkstoff profitieren können.

Quelle:

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-21560-2017-06-15.html

Science Translational Medicine, 2017;

doi: 10.1126/scitranslmed.aah4477

American Association for the Advancement of Science, 15.06.2017 – DAL

Kommentar & Ergänzung:

Präzisere Ergebnisse berichtet die Pharmazeutische Zeitung:

„Die Kombination Metformin plus Placebo führte in keiner Subgruppe zu dem Ergebnis, dass der HbA1c-Wert oder die Nüchtern-Blutzuckerwerte sanken. Anders in der Verumgruppe: Bei adipösen Patienten mit einer schlechten Blutzuckereinstellung führte Sulforaphan zur Senkung des HbA1c-Wertes von durchschnittlich 7,37 auf durchschnittlich 7,04 Prozent. Zudem sanken in dieser Gruppe auch leicht die Nüchtern-Blutzuckerwerte – von durchschnittlich 158 auf durchschnittlich 147 mg/dl. /“

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=69991

Wie die Forscher berichten, hemmt Sulforaphan wie Metformin die Gluconeogenese in der Leber, doch geschieht dies auf einem anderen Weg. Die Wissenschaftler denken daher über Möglichkeiten nach, Metformin und Sulforaphan für die Behandlung zu kombinieren.

Die Studien sind noch lange nicht so weit gediehen, um Brokkolisprossen oder Sulforaphan als Arzneimittel bei Diabetes Typ 2 zu empfehlen.

Es spricht aber viel dafür dass Senfölglykoside, die in Kreuzblütlern verbreitet vorkommen, ein wertvoller Bestandteil einer vielfältigen Ernährung sind. Zahlreiche Untersuchungen haben günstige Eigenschaften dieser Wirkstoffgruppe gezeigt, wobei aber auch hier der Hinweis wichtig ist, dass es sich meistens um Laborforschung handelt, deren Ergebnisse sich nicht einfach direkt auf den Menschen übertragen lasen.

Siehe auch:

Brokkoli: Schutz gegen Arthrose?

 

Glukosinolate aus Brokkoli im Fokus der Forschung

Brokkoli-Wirkstoffe unterstützen Krebstherapie

Glukosinolate aus Brokkoli und Rosenkohl schützen vor Darmerkrankungen

Brokkolisprossen hemmen Helicobakter pylori-Bakterien im Magen

Brokkoli-Inhaltsstoff günstig bei Asthma

 

 

Wirkstoffkunde: Was sind Senfölglykoside? Welche Wirkung haben sie?

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

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Brennesseltee für Detox?

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Die Boulevard-Zeitung „Blick“ empfiehlt:

„Brennnesseltee hervorragend für Detox“.

Im Detail:

„Brennnesseltee wirkt entwässernd, blutreinigend und entschlackend. Eignet sich also hervorragend für Detox-Kuren. Wer Probleme mit den Harnwegen, der Blase oder den Nieren hat, sollte öfter zu Brennnesseltee greifen. Er sorgt dafür, dass die Harnwege durchgespült werden. Auf diese Weise können sich weder Krankheitserreger festsetzen noch Blasen- oder Nierensteine bilden.“

Quelle:

http://www.blick.ch/ratgeber/ernaehrung/weit-mehr-als-ein-laestiges-unkraut-naehrstoffbombe-brennnessel-id6442454.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Der Detox-Boom basiert auf einem Glaubenssystem, das ohne Fakten und Belege auskommt. Welche Giftstoffe auf welche Art und Weise ausgeschieden werden sollen, darüber äussern sich die Detox-Propagandisten in der Regel nicht. Kein Wunder: Dazu fehlen nämlich fundierte Erkenntnisse oder gar Belege.

Nach einer Detoxkur kann die Vorstellung, nun von allerlei Giften befreit zu sein, allerdings angenehm wirken. Insbesondere wenn einem vorher lange genug eingeredet worden ist, wie verschlackt man doch sei.

Sowohl getrocknetes Brennnesselkraut als auch der Brennnessel-Frischpflanzensaft führen bei längerer Anwendung zu einer Steigerung der Harnmenge.

In Laborexperimenten zeigt sich zudem eine Hemmung von Stoffwechselvorgängen, die bei der Entstehung von Entzündungen bedeutsam sind.

Als wissenschaftlich belegt gilt in der Phytotherapie die Anwendung der Brennnessel zur Durchspülungstherapie bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege, zur Prophylaxe und Behandlung von Nierengries und zur unterstützenden Behandlung rheumatischer Beschwerden.

Wenn der „Blick“ aber schreibt, dass Brennnesseltee blutreinigend und entschlackend wirkt, dann lehnt er sich weit zum Fenster hinaus. Wovon genau soll die Brennnessel das Blut reinigen? Welche „Schlacken“ sollen durch Brennnesseltee ausgeschieden werden? Auf diese Fragen gibt es schlichtwegs keine fundierten Antworten. Hier wird den Leserinnen und Lesern das Fantasieprodukt Detox präsentiert.

Siehe auch:

Detox entschlackt nur den Geldbeutel

 

Detox: Fragwürdiger Trend mit Entgiftungskuren

Detox-Kuren: Eingebildete Lösungen für nicht existierende Probleme

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Menthol / Pfefferminzöl gegen Juckreiz

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Die österreichische Tageszeitung „Der Standard“ bringt ein Gespräch mit dem Dermatologen Franz Legat, dem Leiter der Juckreizambulanz in Graz.

Dabei wird als Mittel gegen Juckreiz (Pruritus) unter anderem auch Menthol erwähnt.

Zitat:

„Auch Cremes mit speziellen Inhaltsstoffen, etwa mit Urea, also Harnstoff, oder Menthol können helfen. Eine Therapie in Kältekammern oder die Phototherapie, also die Therapie mit UV-Strahlen, kann juckreizlindernd wirken.“

Quelle:

http://derstandard.at/2000057056706/Pruritus-Im-Juck-Kratz-Zyklus-sein

Kommentar & Ergänzung:

Menthol ist ein Bestandteil des Pfefferminzöls und dort in einem Anteil von 35 – 70 % vorhanden. Man kann also grob davon ausgehen, dass Pfefferminzöl etwas zur Hälfte aus Menthol besteht.

Bei der Anwendung von Menthol ist die Konzentration wichtig.

Um Juckreiz zu lindern sind Konzentrationen von 0,1 – 1% Menthol wirksam. Rechnet man bei Pfefferminzöl mit einen Mentholgehalt von etwa 50%, könnte man deshalb 1 – 2 % Pfefferminzöl in einer Salbengrundlage oder in fettem Öl (z. B. Mandelöl) applizieren.

Als Counterirritant zum Beispiel gegen Spannungskopfschmerzen beträgt die empfohlene Konzentration 1,25 – 16% Menthol. Üblich ist hier eine 10%ige Pfefferminzöl-Lösung auf alkoholischer Basis.

Urea (Harnstoff) ist eine organische Verbindung und bei Säugetieren ein harnpflichtiges Stoffwechselprodukt, das mit dem Urin und dem Schweiß ausgeschieden wird. In Salben und Lotionen dient er als Feuchtigkeitsspender und wird zu diesem Zweck synthetisch hergestellt.

Wissenschaftsgeschichtlich gilt Harnstoff als die erste aus anorganischen Ausgangsstoffen synthetisierte organische Verbindung.

Das widersprach der damals verbreiteten Vorstellung, dass organische Substanzen grundsätzlich nur von Lebewesen durch die so genannte vis vitalis (Lebenskraft) hergestellt werden könnten. Die erste Synthese von Harnstoff im Jahr 1828 durch Friedrich Wöhler gilt daher als Geburtsstunde der Biochemie. Durch diese Entwicklung galt der vitalistische Ansatz in der Biologie zunehmend als überholt.

Der Vitalismus nahm als Grundlage aller Lebensvorgänge als eigenständiges Prinzip eine Lebenskraft an. Die Hernstoffsynthese zeigte, dass zur Herstellung organischer Substanzen die Annahme einer Lebenskraft nicht notwendig ist.

Erwähnen möchte ich noch einen anderen interessanten Aspekt, der im Gespräch mit Franz Legat zu Sprache kommt:

Ein Juckreiz kann chronisch werden und sich dann von der ursprünglichen Ursache lösen. Zitat:

„Es entsteht ein Juck-Kratz-Zyklus, und der wird zu einer eigenen Juckreizerkrankung, die dann oft mit speziellen juckenden Hautveränderungen in einer sogenannten chronischen Prurigo mündet. In diesem Stadium bringt dann auch die Behandlung der auslösenden Ursache keine Hilfe mehr.“

Das scheint mir ähnlich zu sein wie bei chronischen Schmerzen. Auch sie können sich von der ursprünglichen Ursache lösen und zur eigenständigen Schmerzkrankheit werden.

Starker Juckreiz kann genauso stark belasten wie chronischer Schmerz.

In der Medizin kommen gegen Juckreiz oft Arzneimittel zur Anwendung, die eigentlich gegen andere Erkrankungen entwickelt wurden. Im Interview erwähnt werden als Optionen die Wirkstoffe Gabapentin und Pregabalin, die die Wahrnehmung und Weiterleitung von Juckreiz hemmen und bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz oder mit Nervenschäden meist gut wirken sollen.

Auch der Neurokinin-1-(NK1)-Antagonist Aprepitant habe sich als gutes Mittel gegen schweren chronischen Pruritus erwiesen, sei aber eigentlich zugelassen, um die Übelkeit bei stark wirksamen Chemotherapien zu lindern. Das Mittel sei teuer, und die Erfahrungen mit Langzeitbehandlungen seien derzeit noch gering.

Es gebe derzeit noch kein Medikament, das gegen Juckreiz zugelassen sei, sagt Legat.

In der Phytotherapie wird als Option bei Juckreiz noch der Paprika-Wirkstoff Capsaicin äusserlich angewendet. Siehe dazu:

Capsaicin-Creme hilft gegen Juckreiz

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Ingwertee als „Energiebooster“?

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Ingwer scheint gerade sehr im Trend zu liegen. Laufend treffe ich auf Empfehlungen, wozu Ingwer alles gut sein soll. Tatsächlich ist Ingwer ein interessantes Gewürz und eine wirksame Heilpflanze. Aber wie so oft bei derartigen Hypes kommen die Empfehlungen manchmal etwas schwammig und übertrieben daher.

Auf Focus online hat gerade ein Gesundheitsexperte Ingwer empfohlen. Schauen wir uns das etwas genauer an:

„Mit Ingwertee können Sie ganz ohne Koffein fit in den Tag starten……

Die Wurzel verfeinert nicht nicht nur Ihr Essen, sondern kurbelt Ihren Stoffwechsel an, lindert Halsschmerzen und hilft bei Magen und Darmbeschwerden. Probieren Sie doch mal Ingwertee. Schneiden Sie dazu den Ingwer in dünne Scheiben und geben diese anschließend in heißes Wasser…….

Egal, ob Sie den Ingwertee am Morgen als Kaffeeersatz oder als Energie Booster unterm Tag trinken: Sie tun Ihrem Körper etwas Gutes. Die scharfe Wurzel beruhigt Ihren Bauch und hilft bei Durchfall und Magenbeschwerden.

Wenn das noch nicht genug wäre, wirkt Ingwer zudem noch antiseptisch. Kratzt es Ihnen im Hals, empfiehlt es sich deshalb auf einem kleinen Stück Ingwer zu kauen.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/videos/ingwertee-darum-sollten-sie-ihn-vor-dem-fruehstueck-trinken_id_6867281.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Energiebooster – das tönt wirklich stark. Energiebooster ist ein trendigerer Ausdruck für Energydrink. Das sind Getränke, die wach machen und dem Organismus Energie zuführen oder Energiereserven mobilisieren sollen. Das machen sie in der Regel mit viel Koffein und viel Kohlenhydraten (insbesondere Zucker). Ingwertee – sofern ungesüsst getrunken – führt kaum Kohlenhydrate zu und enthält weder Koffein noch koffeinähnlich wirkende Inhaltsstoffe.

Pharmakologisch ist von Ingwertee keine „Energiebooster“-Wirkung zu erwarten, wobei aber auch fraglich ist, ob all die vermarkteten Energie-Booster-Präparate ihre Versprechungen erfüllen können. In Vergleich zu diesen oft wenig glaubwürdig zusammengesetzten Energydrinks ist Ingwertee wohl immerhin die gesündere Variante.

Vorstellen kann ich mir beim Trinken von Ingwertee am Morgen einen sinnlich-psychologischen Wachmacher-Effekt. Ingwer enthält Scharfstoffe. Auf der sensorischen Ebene könnte dadurch ähnlich wie bei Kräutertees mit hohem Bitterstoffgehalt die Aufmerksamkeit geweckt werden im Sinne von „Was kommt denn da?“ – während der Organismus auf irgendeine fade Flüssigkeit kaum reagieren wird.

Sehr eigenartig ist die Vorstellung, dass Ingwertee den Stoffwechsel ankurbeln soll. Aber auch das tönt natürlich toll…

Der Stoffwechsel, das ist die Gesamtheit der chemischen Prozesse in einem Lebewesen.

Den Stoffwechsel kann man einteilen in katabole Reaktionen, welche durch den Abbau von chemisch komplexen Nahrungsstoffen zu einfacheren Stoffen Energie liefern (Katabolismus), und anabole Reaktionen, welche unter Energieverbrauch körpereigene Stoffe aus einfachen Bausteinen aufbauen (Anabolismus).

Wenn Ingwertee nun einfach generell den Stoffwechsel ankurbelt, werden alle chemischen Prozesse in Organismus beschleunigt. Wollen wir wetten, dass das nicht gut ausgeht?

Hier müsste nachgefragt werden, welche Prozesse genau durch Ingwer angekurbelt werden, doch ist eher unwahrscheinlich, dass auf diese Frage eine fundierte Antwort kommt. Solche wohlklingenden Ausdrücke wie „Energie Booster“ oder „kurbelt Ihren Stoffwechsel an“ leben davon, dass sie vage und dadurch kaum zu fassen sind.

Dass viele Menschen Ingwer bei Halsschmerzen oder anderen Erkältungskrankheiten als wohltuend empfinden, ist schon seit langem bekannt. Wie diese Wirkung zustande kommt, ist nicht wirklich geklärt. Im Labor wirken Ingwer-Wirkstoffe antibakteriell und antiviral, aber ob diese Wirkungen auch beim Trinken von Ingwertee im Mund-Rachenraum zustande kommen, kann daraus nicht mit Sicherheit geschlossen werden. Durch die Erregung der Wärmerezeptoren in der Mundschleimhaut wird ein Hitzegefühl ausgelöst und vermutlich reflektorisch die Speichelsekretion angeregt. Diese Wirkungen entstehen durch die Scharfstoffe und könnten zum wohltuenden Effekt eines Ingwertees bei Erkältungen beitragen.

Dass Ingwer gegen Durchfall helfen soll ist eine ungewöhnliche Empfehlung, die in der Phytotherapie-Fachliteratur nirgends vorkommt, und die Empfehlung bei Magenbeschwerden und Darmbeschwerden ist vage. Das kann fast alles umfassen, was im Verdauungstrakt schiefläuft. Hier wären präzisere Angaben wünschenswert.

Ingwer fördert den Speichelfluss, die Magensaftsekretion und den Gallenfluss. Daraus kann eine verdauungsfördernde Wirkung gegen Völlegefühl abgeleiteet werden, was gut zur Verwendung als Gewürz passt. In der Phytotherapie am besten untersucht und am häufigsten empfohlen ist allerdings die Anwendung von Ingwerwurzel-Pulver zur Vorbeugung von Reisekrankheit. Ob Ingwertee hier auch eine Wirkung zeigt, ist ungeklärt. In den Experimenten zeigten vor allem lipophile Inhaltsstoffe diese Wirkung, während ein wässriger Ingwer-Extrakt versagte.

Zu diskutieren wäre die Angabe, dass Ingwer den Bauch beruhigt. Immerhin steigert Ingwer den Tonus und die Peristaltik im Darm. Da könnte man eher daraus schliessen, dass Ingwer den Bauch „wach“ macht.

Wie vielfältig Ingwer als Heilpflanze ist, zeigt folgende Ausstellung:

Öko-Test: Ingwer gegen Reisekrankheit als gut bewertet

Ingweröl gegen Erbrechen?

Ingwer – wie eine tolle Heilpflanze unseriös als Wundermittel gegen Krebs vermarktet wird

 

Metaanalyse: Ingwer reduziert Menstruationsschmerzen

Metaanalyse: Ingwer lindert Schmerzen bei Arthrose

Ingwer bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft

 

 

Ingwer lindert akuten Kopfschmerz bei Migräne

Onkologie / Palliative Care: Ingwer gegen Erbrechen bei Chemotherapie

Ingwer als Hausmittel gegen Verdauungsbeschwerden

Forschung zum Wirkungsmechanismus von Ingwer gegen Übelkeit bei Chemotherapie

 

Schwangerschaftsübelkeit: Ingwer, Frischluft und Vitamin B6

Ingwer bei Erkältungen

Ingwertee gegen Übelkeit

 

Ingwer und andere Tipps gegen Reisekrankheit

Phytotherapie: Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen

Phytotherapie: Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen

Ingwer-Inhalationen gegen Schnupfen?

Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren

 

Phytotherapie: Ingwer lindert Übelkeit bei Chemotherapie

Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen

 

 

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Knoblaucharoma in Muttermilch fördert Appetit des Säuglings

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Lebensmittelchemiker der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) konnten erstmals belegen, dass die Einnahme von Knoblauch durch stillende Frauen sich im Geruch der Muttermilch niederschlägt. Verantwortlich dafür ist die Substanz Allylmethylsulfid (AMS) – ein Stoffwechselprodukt, das erst im mütterlichen Organismus verstärkt gebildet wird. Ob das Aroma allerdings beeinflusst, welche Ernährungspräferenzen die Kinder entwickeln, ob sie also Knoblauch später mögen, ist noch ungeklärt.

Prof. Dr. Andrea Büttner vom Lehrstuhl für Lebensmittelchemie der Universität Erlangen-Nürnberg sagt dazu: „Allerdings wissen wir noch recht wenig über den Einfluss von Nahrungsmitteln, die Mütter zu sich nehmen, auf die Ernährungsprägung der Säuglinge. Einige Forscher nehmen jedoch an, dass Kinder solche Lebensmittel bevorzugen, die ihre Mütter während der Stillzeit konsumieren, da sie vermuten, dass die Milch dann genauso oder zumindest ähnlich schmeckt.“

Die Resultate der Studie wurden jetzt im Online-Journal Metabolites des renommierten Multidisciplinary Digital Publishing Institute (MDPI) publiziert.

Dass das Knoblaucharoma die Säuglinge vom Trinken der Muttermilch abhalten könnte, ist allerdings nicht zu befürchten. Knoblaucharoma scheint im Gegenteil sogar den Appetit anzuregen, wie eine anderen Studie an Säuglingen gezeigt hat, die mehr Milch tranken, wenn die Mutter Knoblauch gegessen hatte.

Prof. Büttner befasst sich seit Jahren damit, wie Aromen vom Stoffwechsel des Menschen verarbeitet werden. Was den Einfluss auf die Muttermilch betrifft, kommt die Forscherin zu eher nüchternen Resultaten, denn einige Aromastoffe sind sehr labil und können im Körper des Menschen zu Derivaten verstoffwechselt werden, die wenig mit den für das Lebensmittel charakteristischen Ausgangsprodukten zu tun haben. So konnte Büttners Team in früheren Untersuchungen zum Beispiel nachgewiesen, dass etwa die Einnahme von Fischöl und Stilltee das Aromaprofil der Muttermilch nicht verändert. Eukalyptusölkapseln, die auch während der Stillzeit bei Erkältungskrankheiten eingenommen werden, geben der Muttermilch jedoch eine deutliche Eukalyptusnote. Allerdings ist hier nicht nur der ursprüngliche geruchsaktive Wirkstoff Eukalyptol in der Milch zu finden, sondern auch eine Vielzahl von Derivaten, die der mütterliche Organismus aus Eukalyptol erst herstellt.

Quelle:

https://idw-online.de/de/news655930

Kommentar & Ergänzung:

Stilltee – oft basierend auf den Früchten von Anis, Kümmel und Fenchel – verändert also das Aromaprofil der Muttermilch nicht. Knoblauch aber schon.

Schade, dass in der Pressemitteilung keine Quellenangabe zu der Studie aufgeführt ist, die offenbar verstärktes Trinken feststellte, wenn die Mutter Knoblauch gegessen hat.

Bei den erwähnten Eukalyptusölkapseln könnte es sich um „Soledum“ handeln, das zu 100% aus Eukalyptol ( = Cineol) besteht. Dieses Präparat ist in Deutschland im Handel, nicht jedoch in der Schweiz.

Eukalyptusöl ist aber auch enthalten im Kombinationspräparat GeloMyrtol ( = Gelodurant).

Dass Aromastoffe aus Eukalyptusölkapseln in der Muttermilch auftauchen zeigt zudem, dass die damit zugeführten Wirkstoffe in den menschlichen Organismus aufgenommen werden. Dafür spricht auch, dass nach der Einnahme solcher Kapseln die Ausatmungsluft nach Eukalyptusöl riecht.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Detox entschlankt nur den Geldbeutel

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Früher war die Rede von Frühlingskuren.

Seit einigen Jahren nun haben jeden Frühling Detox-Programme aller Art Hochkonjunktur. Das tönt schon mal viel hyper.

Da werden detaillierte Entgiftungkuren mit Gemüsesäften und grünen Smoothies propagiert und zum Teil teuer verkauft.

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Die ganzen Detox-Konzepte basieren auf falschen Vorstellungen. Uns werden nicht existierende Probleme eingeredet, damit man uns passende (Schein)Lösungen verkaufen kann.

Detox-Programme um unseren Organismus von Giftstoffen zu befreien sind unwirksam und unnötig. Wo dies möglich ist, schafft unser Organismus die Entgiftung nämlich ganz alleine. Diese Kompetenz sollte man unserem Organismus nicht absprechen.

Die österreichische Zeitung „Kurier“ hat sich mit dem Thema Detox befasst. Der Artikel zitiert den US-amerikanischen Mediziner Timothy Caulfield und den Ernährungswissenschaftler Jürgen König von der Universität Wien.

Hier eine kurze Zusammenfassung:

Der US-amerikanische Mediziner Timothy Caulfield hat ein viel zitiertes Buch geschrieben, in dem er die Beauty- und Gesundheitstipps der Stars anzweifelt. Darin stellt er fest: „Ohne die Befürwortung von Prominenten wären Trends wie glutenfreie Ernährung, Saftkuren und Detox nicht mal annähernd so beliebt.“

Wissenschaftlich gesehen hat der Entgiftungshype jedenfalls keine Berechtigung.

Timothy Caulfield:

„Aus medizinischer Sicht gibt es absolut keinen Grund für ‚Detox‘. Es ist auf so vielen Ebenen absurd: Unser Körper braucht keine Entschlackungskur und es gibt keinen Beweis dafür, dass die vorgeschlagenen Produkte irgendetwas bringen. Das ist totaler Quatsch.“

Caulfield kritisiert die Saftkuren, die auch hierzulande immer beliebter werden. Firmen wie „Frank Juice“ oder „Detox Delight“ bieten gepresste Gemüsesäfte und -suppen an, die für einen bestimmten Zeitraum nachhause geliefert werden. Entschlankt wird dabei insbesondere das Konto: Säfte für eine fünftägige Detox-Kur sind ab 200 Euro zu bekommen. „Sparen Sie Ihr Geld lieber und legen Sie Wert auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung“, empfiehlt Caulfield.

Die Idee hinter dem Detox-Hype lässt sich schnell erklären: Gemäss Oxford Dictionary bezeichnet „Detoxification“, kurz Detox, den Prozess, den Körper von giftigen Substanzen zu befreien.

Alles Unsinn, meint dazu Univ.-Prof. Jürgen König, Leiter des Department für Ernährungswissenschaften an der Uni Wien. Entgiften sei eine der Hauptaufgaben unseres Körpers – die Leber filtert Giftstoffe aus dem Blut, Nieren und Darm sorgen dafür, dass Schadstoffe über Urin und Stuhl ausgeschieden werden:

„Wenn wir uns halbwegs vernünftig ernähren, können wir unseren Organismus so am Laufen halten, dass er automatisch Giftstoffe ausscheidet“, stellt König fest, und ergänzt:

„Wenn der Stoffwechsel grundsätzlich gut funktioniert, muss man die Entgiftung nicht fördern. Es gibt auch keine Nährstoffe, die den Körper besonders dazu befähigen, zu entgiften. “

Der einzige Weg, wie wir unserem Körper beim Entgiften helfen können, sei trinken, trinken, trinken:

„Wir brauchen Wasser, um Giftstoffe auszuschwemmen. Im Wesentlichen geht es um die Flüssigkeitszufuhr. Dann braucht man nichts Zusätzliches.“

Jürgen König unterstreicht zudem, dass normalgewichtigen Frauen eine Saftkur mehr schaden als nutzen kann:

„Wenn eine ohnehin schlanke Person noch weniger isst, kann es zu Mangelerscheinungen kommen.“

Denn eine Saftkur bedeutet für den Organismus eine extrem einseitige Ernährung: Die kaltgepressten Smoothies weisen einen hohen Fruchtzuckeranteil auf und enthalten häufig zu wenig Ballaststoffe.

Viel-Essern könne die kurzzeitige Saftkur gut tun, sagt König. Das sei dann aber kein Entgiftungs- oder Detox-Effekt, sondern eine Auswirkung dessen, dass man weglässt, was man sonst zu viel isst. Ob man eine Saftkur mache oder eine Woche nur Gemüse esse, mache aber keinen Unterschied:

„Die Menschen fühlen sich besser, weil sie sich besser ernähren.“

Die zusätzliche Aufnahme von Nährstoffen habe keinen positiven Effekt, warnt Ernährungswissenschaftler König. Im Gegenteil:

„Bei extrem hoher Aufnahme von Beta-Carotin (u. a. in Karotten und Paprika enthalten, Anm.) kann es so weit gehen, dass freie Radikale gefördert werden, statt dass man geschützt wird.“

Laut König sollte man auch den psychologischen Effekt nicht außer Acht lassen:

„Man gibt ein paar hundert Euro aus, dann will man auch, dass es etwas bringt. Im Endeffekt ist es ein super Geschäft. Die Rohmaterialien kosten kaum etwas, mit der richtigen Vermarktung kann man eine sehr hohe Gewinnspanne erzielen.“

Statt viel Geld für cleveres Marketing auszugeben, helfe auf Dauer nur ein gesunder Lebensstil, erklärt Jürgen König: ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, keine Zigaretten, wenig Alkohol. Und dazu, auch wenn es viele Leute nicht hören wollen: Verzicht.

„Unsere Ernährung ist eigentlich so gut, dass wir uns keine Gedanken machen müssen. Wenn, dann ist es das Zuviel, das uns Sorge machen müsste. Das kann man aber nicht mit Säften ausschwemmen. Man muss es einfach nur weglassen.“

Quelle:

http://kurier.at/wellness/der-detox-schmaeh-warum-saftkuren-nur-ins-geld-gehen/196.906.712

Kommentar & Ergänzung:

Es gibt natürlich schon Schadstoffe, die unser Organismus nicht ausscheiden kann. Zum Beispiel fettliebende Umweltchemikalien, die sich im Fettgewebe ablagern. Diese Stoffe lassen sich aber auch mit Detox-Programmen nicht eliminieren.

Die wichtigste Aussage von Jürgen König ist für mich aber, dass unser Hauptproblem ernährungsmässig ein „Zuviel“ ist, und nicht ein Mangel. Das gerät immer wieder leicht in Vergessenheit. Wir haben diesbezüglich eigentlich vor allem Luxusprobleme – insbesondere wenn man vergleicht mit vielen anderen Weltgegenden. Auch die vielen Nahrungsergänzungsmittel, die viele Leute bei uns konsumieren zu müssen glauben, sich ein Luxusproblem. Wer überzeugt davon ist, solche Detox-Programme zu brauchen, der soll sie halt konsumieren. Ausreden muss man das niemandem.

Nur wenn solche Entgiftungskuren als „gesund“ und „unumgänglich nötig“ propagiert werden, dann ist Einspruch angebracht. Wenn die Ansicht propagiert wird, dass alle Menschen „Detox“ brauchen, dann sollte klar gestellt werden, dass davon vor allem die Hersteller und Verkäufer profitieren.

Siehe auch:

Detox – Fragwürdiger Trend mit Entgiftungskuren

Detox-Kuren – eingebildete Lösungen für nicht existierende Probleme

Detox-Rezepturen: Entgiftungsmittel meiden

Michèle Binswanger im Tages-Anzeiger über Entgiftung und Detox für Deppen

Entgiftungsdiäten / Detox-Diäten – Bodenlose Versprechungen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

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Metastudie kommt zum Schluss: Bio-Milch und Bio-Fleisch sind gesünder

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Milch und Fleisch aus ökologischer Tierhaltung enthalten mehr gesunde Inhaltsstoffe als konventionell produzierte Nahrungsmittel. Zu diesem Schluss kommt eine Metastudie britischer Wissenschaftler der Universität Newcastle. Sie verglichen die Resultate von mehr als 190 Milch- und mehr als 60 Fleisch-Studien.

Das Fazit: Bio-Milch und Bio-Fleisch enthalten etwa 50 Prozent mehr gesunde ungesättigte Fettsäuren. Ein halber Liter Bio-Milch liefert rund 39 Milligramm Omega-3-Fettsäuren, konventionell produzierte Milch nur 25 Milligramm. Außerdem enthält Bio-Milch rund 40 Prozent mehr konjugierte Linolsäure. Auch bei Vitaminen und Spurenelementen fanden die Forscher Unterschiede: Bio-Milch hat demnach einen höheren Gehalt an fettlöslichen Vitaminen wie Vitamin E und Karotinoide sowie an Eisen.

In Bio-Fleisch fanden die Forscher bei Analysen weniger von den gesättigten Fettsäuren Myristinsäure und Palmitinsäure gefunden worden, was sie positiv werten.

Wie erklären sich die Wissenschaftler diese Unterschiede?

Sie führen das hauptsächlich auf die Haltung der Rinder zurück:

Bio-Rinder verbringen mehr Zeit im Freien auf der Weide und fressen daher mehr Gras und Heu als Kraftfutter oder Silage. Das hat wohl Auswirkungen auf ihren Stoffwechsel und damit auch auf die Inhaltsstoffe von Milch und Fleisch. Weniger Kraftfutter hat zur Folge, dass die Rinder langsamer wachsen und weniger Milch produzieren. Das Zusammenspiel aus Grünfutter und Entschleunigung könnte eine gesündere Fettbilanz zur Folge haben.

Quelle:

http://www.dw.com/de/warum-bio-milch-gesünder-ist/a-19152084

http://www.ncl.ac.uk/press/news/2016/02/organicandnon-organicmilkandmeat/

 

Kommentar & Ergänzung:

Dass Bio-Produkte tendenziell gesünder sind, davon würde ich auch ausgehen, auch wenn es nicht in jedem Fall so ist.

Das entscheidendere Argument für die Bevorzugung von Lebensmitteln aus Bio-Anbau ist für mich aber, dass diese Art der Landwirtschaft weniger Pestizide in die Umwelt freisetzt und sich positiv auf die Artenvielfalt der Pflanzen und Tiere auswirkt.

Bei Weidetieren wirkt sich zudem die Zusammensetzung der Pflanzendecke auf die Qualität der Milchprodukte aus. Alpkäse enthält zum Beispiel gössere Mengen an Alphalinolensäure, die günstige Effekte im Herz-Kreislauf-Bereich zeigt. Das lässt sich unter anderem zurückführen auf den höheren Alphalinolensäure-Gehalt der Alpenflora.

Alphalinolensäure ist im übrigen auch enthalten in Chiaöl (ca. 60 %), Perillaöl (31–42 %), Leinöl (56–71 %), Hanföl (28 %), Walnussöl (ca. 15 %), Rapsöl (5–16 %) und Sojaöl (4–11 %). Direkt aus Leinsamen wird Alphalinolensäure nur aufgenommen, wenn sie geschrotet werden.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Detox – fragwürdiger Trend mit Entgiftungskuren

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Entgiftungskuren sind seit einigen Jahren im Trend – speziell im Frühling. Dahinter steckt die Vorstellung, dass der Stoffwechsel Giftstoffe und Abfallstoffe in den Zellen zurücklässt und wir uns zudem schädigen mit Nikotin, Zucker, Alkohol, Fleisch, Kaffee, Weißmehl und Käse. All das bewirke eine „Übersäuerung“ des Organismus, was uns auf die Dauer krank mache, so die Theorie der Detox-Anhänger. (Detox = Entgiftung). Mit verschiedenen Tricks und Verfahren, unter anderem auch mit Heilpflanzen, wird dann versucht, Giftstoffe und „Schlacken“ auszuleiten.

Fachleute halten das Detox-Konzept allerdings für Humbug. Ein gesunder Organismus entgiftet sich selbst. Leber, Nieren, Lunge und Darm bilden zu diesem Zweck ein perfektes System. In unserem Organismus werden keine Schlacken und Ablagerungen angesammelt.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung erklärt dazu:

„Es liegen keinerlei Beweise vor, dass Detox-Maßnahmen die Ausscheidung von Giftstoffen wesentlich beschleunigen.“

Die gemeinnützige Stiftung „Sense About Science“ hat 15 Produkte mit Detox-Label analysiert und alle Produkte als wirkungslos bewertet. Gegen ein wenig Innehalten und bewusste Ernährung ist jedoch nichts einzuwenden.

Quelle:

http://www.dw.com/de/detox-was-bringt-das-entgiften/a-18964731

Kommentar & Ergänzung:

Man kann es nicht oft genug sagen: Die Detox- bzw. Entgiftungskuren sind unnötig und sie bewirken nicht, was sie versprechen. Jedenfalls werden damit keine „Schlacken“ ausgeschieden, weil es „Schlacken“ im Sinne der Detox-Theorien nicht gibt.

Siehe auch:

Detox-Kuren – eingebildete Lösungen für nicht existierende Probleme

Detox-Rezepturen: Entgiftungsmittel meiden

Michèle Binswanger im Tages-Anzeiger über Entgiftung und Detox für Deppen

Entgiftungsdiäten / Detox-Diäten: Bodenlose Versprechungen

 

 

Entschlackung – was ist das?

Entschlackung – unnötig und ungesund?

Basendiät gegen Übersäuerung des Körpers

Darmreinigung: Mehr Schaden als Nutzen durch Entgiftungskur

Schlackenstoffe – ein Phantom macht Karriere

Entgiften und Entschlacken – höchst fragwürdige Versprechungen

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Zügiger Spaziergang dämpft Lust auf Süsses

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Ein zügiger viertelstündiger Spaziergang dämpft die Lust auf Süsses – auch bei Übergewichtigen. Das konnten Tiroler Wissenschaftler nun in einer Studie zeigen.

Doch wie kommt es zur Lust auf Süßes und wie lässt sie sich vermindern?

Mit Hunger zeigt uns der Organismus, dass er Nahrung braucht. Ob der Magen voll ist, ist dabei jedoch nicht unbedingt entscheidend.

Mitwirkend an diesem Geschehen sind biochemische Botenstoffe im Gehirn, das Glukoseniveau, aber auch der Insulinspiegel. Wer Süsses nascht, führt seinem Organismus in kurzer Zeit viel Energie zu und unterbricht diese Regulationskette. Oft sind es jedoch auch Stress oder negative Emotionen, die Essgelüste auslösen. Wie sich diese bremsen lassen, haben Wissenschaftler der Universität Innsbruck nun erstmals bei Übergewichtigen zeigen können: Bereits eine Viertelstunde zügiges Spazieren – „als ob man schnell zum Bus geht“ – genügt schon, um die Lust auf Süßes zu bremsen.

Für ihr Experiment luden die Forscher um den Sportpsychologen Martin Kopp 47 Versuchspersonen ins Labor, die über soziale Medien rekrutiert wurden. Beim ersten Termin saß eine Gruppe und las Zeitschriften, die andere Gruppe marschierte auf dem Laufband. Beim zweiten Termin war es umgekehrt. Beide Male wurde anschliessen ein psychologischer Test vorgelegt, der Stress auslöst. Danach wurde Süßes angeboten.

Resultat: Wer eine Bewegungseinheit hinter sich hatte, zeigte weniger Bedürfnis nach Süßem.

Eine Erkenntnis, die sich nach Ansicht des Sportpsychologen relativ einfach im Alltag nutzen ließe. Er empfiehlt deshalb, auch kurze Arbeitswege zu Fuß zurückzulegen.

Bisher wurde nämlich eher angenommen, dass ausdauerndere Bewegung einen Effekt hat. Die neue Erkenntnis könnte man daher künftig auch gezielter in Verhaltensprogrammen zur Gewichtsreduktion berücksichtigen, raten der Wissenschaftler.

Quelle:

http://diepresse.com/home/science/forschungsfrage/4695886/Wie-laesst-sich-die-Lust-auf-Susses-zugeln?_vl_backlink=/home/science/index.do

http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0119278

Acute Effects of Brisk Walking on Sugary Snack Cravings in Overweight People, Affect and Responses to a Manipulated Stress Situation and to a Sugary Snack Cue: A Crossover Study

Autoren: Larissa Ledochowski , Gerhard Ruedl, Adrian H. Taylor, Martin Kopp

Published: March 11, 2015

DOI: 10.1371/journal.pone.0119278

Kommentar & Ergänzung:

Der Zeitpunkt der Spaziergänge könnte auch noch eine Rolle spielen.

US-Forscher feststellten nämlich fest, dass Tageslicht am Morgen fast wie ein Schlankheitsmittel wirkt: Versuchsperesonen, die morgens rausgingen, hatten bereits nach einer Woche einen geringeren BMI als erst später auftauchende Morgenmuffel – trotz gleicher Ernährung und Bewegung. Offenbar beeinflusst der Zeitpunkt der Lichtexposition unsere innere Uhr und unseren Stoffwechsel erstaunlich stark, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „PloS ONE“ erklären.

Quelle:

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-17417-2014-04-03.html

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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