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Brennesseltee für Detox?

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Die Boulevard-Zeitung „Blick“ empfiehlt:

„Brennnesseltee hervorragend für Detox“.

Im Detail:

„Brennnesseltee wirkt entwässernd, blutreinigend und entschlackend. Eignet sich also hervorragend für Detox-Kuren. Wer Probleme mit den Harnwegen, der Blase oder den Nieren hat, sollte öfter zu Brennnesseltee greifen. Er sorgt dafür, dass die Harnwege durchgespült werden. Auf diese Weise können sich weder Krankheitserreger festsetzen noch Blasen- oder Nierensteine bilden.“

Quelle:

http://www.blick.ch/ratgeber/ernaehrung/weit-mehr-als-ein-laestiges-unkraut-naehrstoffbombe-brennnessel-id6442454.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Der Detox-Boom basiert auf einem Glaubenssystem, das ohne Fakten und Belege auskommt. Welche Giftstoffe auf welche Art und Weise ausgeschieden werden sollen, darüber äussern sich die Detox-Propagandisten in der Regel nicht. Kein Wunder: Dazu fehlen nämlich fundierte Erkenntnisse oder gar Belege.

Nach einer Detoxkur kann die Vorstellung, nun von allerlei Giften befreit zu sein, allerdings angenehm wirken. Insbesondere wenn einem vorher lange genug eingeredet worden ist, wie verschlackt man doch sei.

Sowohl getrocknetes Brennnesselkraut als auch der Brennnessel-Frischpflanzensaft führen bei längerer Anwendung zu einer Steigerung der Harnmenge.

In Laborexperimenten zeigt sich zudem eine Hemmung von Stoffwechselvorgängen, die bei der Entstehung von Entzündungen bedeutsam sind.

Als wissenschaftlich belegt gilt in der Phytotherapie die Anwendung der Brennnessel zur Durchspülungstherapie bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege, zur Prophylaxe und Behandlung von Nierengries und zur unterstützenden Behandlung rheumatischer Beschwerden.

Wenn der „Blick“ aber schreibt, dass Brennnesseltee blutreinigend und entschlackend wirkt, dann lehnt er sich weit zum Fenster hinaus. Wovon genau soll die Brennnessel das Blut reinigen? Welche „Schlacken“ sollen durch Brennnesseltee ausgeschieden werden? Auf diese Fragen gibt es schlichtwegs keine fundierten Antworten. Hier wird den Leserinnen und Lesern das Fantasieprodukt Detox präsentiert.

Siehe auch:

Detox entschlackt nur den Geldbeutel

 

Detox: Fragwürdiger Trend mit Entgiftungskuren

Detox-Kuren: Eingebildete Lösungen für nicht existierende Probleme

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Menthol / Pfefferminzöl gegen Juckreiz

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Die österreichische Tageszeitung „Der Standard“ bringt ein Gespräch mit dem Dermatologen Franz Legat, dem Leiter der Juckreizambulanz in Graz.

Dabei wird als Mittel gegen Juckreiz (Pruritus) unter anderem auch Menthol erwähnt.

Zitat:

„Auch Cremes mit speziellen Inhaltsstoffen, etwa mit Urea, also Harnstoff, oder Menthol können helfen. Eine Therapie in Kältekammern oder die Phototherapie, also die Therapie mit UV-Strahlen, kann juckreizlindernd wirken.“

Quelle:

http://derstandard.at/2000057056706/Pruritus-Im-Juck-Kratz-Zyklus-sein

Kommentar & Ergänzung:

Menthol ist ein Bestandteil des Pfefferminzöls und dort in einem Anteil von 35 – 70 % vorhanden. Man kann also grob davon ausgehen, dass Pfefferminzöl etwas zur Hälfte aus Menthol besteht.

Bei der Anwendung von Menthol ist die Konzentration wichtig.

Um Juckreiz zu lindern sind Konzentrationen von 0,1 – 1% Menthol wirksam. Rechnet man bei Pfefferminzöl mit einen Mentholgehalt von etwa 50%, könnte man deshalb 1 – 2 % Pfefferminzöl in einer Salbengrundlage oder in fettem Öl (z. B. Mandelöl) applizieren.

Als Counterirritant zum Beispiel gegen Spannungskopfschmerzen beträgt die empfohlene Konzentration 1,25 – 16% Menthol. Üblich ist hier eine 10%ige Pfefferminzöl-Lösung auf alkoholischer Basis.

Urea (Harnstoff) ist eine organische Verbindung und bei Säugetieren ein harnpflichtiges Stoffwechselprodukt, das mit dem Urin und dem Schweiß ausgeschieden wird. In Salben und Lotionen dient er als Feuchtigkeitsspender und wird zu diesem Zweck synthetisch hergestellt.

Wissenschaftsgeschichtlich gilt Harnstoff als die erste aus anorganischen Ausgangsstoffen synthetisierte organische Verbindung.

Das widersprach der damals verbreiteten Vorstellung, dass organische Substanzen grundsätzlich nur von Lebewesen durch die so genannte vis vitalis (Lebenskraft) hergestellt werden könnten. Die erste Synthese von Harnstoff im Jahr 1828 durch Friedrich Wöhler gilt daher als Geburtsstunde der Biochemie. Durch diese Entwicklung galt der vitalistische Ansatz in der Biologie zunehmend als überholt.

Der Vitalismus nahm als Grundlage aller Lebensvorgänge als eigenständiges Prinzip eine Lebenskraft an. Die Hernstoffsynthese zeigte, dass zur Herstellung organischer Substanzen die Annahme einer Lebenskraft nicht notwendig ist.

Erwähnen möchte ich noch einen anderen interessanten Aspekt, der im Gespräch mit Franz Legat zu Sprache kommt:

Ein Juckreiz kann chronisch werden und sich dann von der ursprünglichen Ursache lösen. Zitat:

„Es entsteht ein Juck-Kratz-Zyklus, und der wird zu einer eigenen Juckreizerkrankung, die dann oft mit speziellen juckenden Hautveränderungen in einer sogenannten chronischen Prurigo mündet. In diesem Stadium bringt dann auch die Behandlung der auslösenden Ursache keine Hilfe mehr.“

Das scheint mir ähnlich zu sein wie bei chronischen Schmerzen. Auch sie können sich von der ursprünglichen Ursache lösen und zur eigenständigen Schmerzkrankheit werden.

Starker Juckreiz kann genauso stark belasten wie chronischer Schmerz.

In der Medizin kommen gegen Juckreiz oft Arzneimittel zur Anwendung, die eigentlich gegen andere Erkrankungen entwickelt wurden. Im Interview erwähnt werden als Optionen die Wirkstoffe Gabapentin und Pregabalin, die die Wahrnehmung und Weiterleitung von Juckreiz hemmen und bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz oder mit Nervenschäden meist gut wirken sollen.

Auch der Neurokinin-1-(NK1)-Antagonist Aprepitant habe sich als gutes Mittel gegen schweren chronischen Pruritus erwiesen, sei aber eigentlich zugelassen, um die Übelkeit bei stark wirksamen Chemotherapien zu lindern. Das Mittel sei teuer, und die Erfahrungen mit Langzeitbehandlungen seien derzeit noch gering.

Es gebe derzeit noch kein Medikament, das gegen Juckreiz zugelassen sei, sagt Legat.

In der Phytotherapie wird als Option bei Juckreiz noch der Paprika-Wirkstoff Capsaicin äusserlich angewendet. Siehe dazu:

Capsaicin-Creme hilft gegen Juckreiz

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Ingwertee als „Energiebooster“?

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Ingwer scheint gerade sehr im Trend zu liegen. Laufend treffe ich auf Empfehlungen, wozu Ingwer alles gut sein soll. Tatsächlich ist Ingwer ein interessantes Gewürz und eine wirksame Heilpflanze. Aber wie so oft bei derartigen Hypes kommen die Empfehlungen manchmal etwas schwammig und übertrieben daher.

Auf Focus online hat gerade ein Gesundheitsexperte Ingwer empfohlen. Schauen wir uns das etwas genauer an:

„Mit Ingwertee können Sie ganz ohne Koffein fit in den Tag starten……

Die Wurzel verfeinert nicht nicht nur Ihr Essen, sondern kurbelt Ihren Stoffwechsel an, lindert Halsschmerzen und hilft bei Magen und Darmbeschwerden. Probieren Sie doch mal Ingwertee. Schneiden Sie dazu den Ingwer in dünne Scheiben und geben diese anschließend in heißes Wasser…….

Egal, ob Sie den Ingwertee am Morgen als Kaffeeersatz oder als Energie Booster unterm Tag trinken: Sie tun Ihrem Körper etwas Gutes. Die scharfe Wurzel beruhigt Ihren Bauch und hilft bei Durchfall und Magenbeschwerden.

Wenn das noch nicht genug wäre, wirkt Ingwer zudem noch antiseptisch. Kratzt es Ihnen im Hals, empfiehlt es sich deshalb auf einem kleinen Stück Ingwer zu kauen.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/videos/ingwertee-darum-sollten-sie-ihn-vor-dem-fruehstueck-trinken_id_6867281.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Energiebooster – das tönt wirklich stark. Energiebooster ist ein trendigerer Ausdruck für Energydrink. Das sind Getränke, die wach machen und dem Organismus Energie zuführen oder Energiereserven mobilisieren sollen. Das machen sie in der Regel mit viel Koffein und viel Kohlenhydraten (insbesondere Zucker). Ingwertee – sofern ungesüsst getrunken – führt kaum Kohlenhydrate zu und enthält weder Koffein noch koffeinähnlich wirkende Inhaltsstoffe.

Pharmakologisch ist von Ingwertee keine „Energiebooster“-Wirkung zu erwarten, wobei aber auch fraglich ist, ob all die vermarkteten Energie-Booster-Präparate ihre Versprechungen erfüllen können. In Vergleich zu diesen oft wenig glaubwürdig zusammengesetzten Energydrinks ist Ingwertee wohl immerhin die gesündere Variante.

Vorstellen kann ich mir beim Trinken von Ingwertee am Morgen einen sinnlich-psychologischen Wachmacher-Effekt. Ingwer enthält Scharfstoffe. Auf der sensorischen Ebene könnte dadurch ähnlich wie bei Kräutertees mit hohem Bitterstoffgehalt die Aufmerksamkeit geweckt werden im Sinne von „Was kommt denn da?“ – während der Organismus auf irgendeine fade Flüssigkeit kaum reagieren wird.

Sehr eigenartig ist die Vorstellung, dass Ingwertee den Stoffwechsel ankurbeln soll. Aber auch das tönt natürlich toll…

Der Stoffwechsel, das ist die Gesamtheit der chemischen Prozesse in einem Lebewesen.

Den Stoffwechsel kann man einteilen in katabole Reaktionen, welche durch den Abbau von chemisch komplexen Nahrungsstoffen zu einfacheren Stoffen Energie liefern (Katabolismus), und anabole Reaktionen, welche unter Energieverbrauch körpereigene Stoffe aus einfachen Bausteinen aufbauen (Anabolismus).

Wenn Ingwertee nun einfach generell den Stoffwechsel ankurbelt, werden alle chemischen Prozesse in Organismus beschleunigt. Wollen wir wetten, dass das nicht gut ausgeht?

Hier müsste nachgefragt werden, welche Prozesse genau durch Ingwer angekurbelt werden, doch ist eher unwahrscheinlich, dass auf diese Frage eine fundierte Antwort kommt. Solche wohlklingenden Ausdrücke wie „Energie Booster“ oder „kurbelt Ihren Stoffwechsel an“ leben davon, dass sie vage und dadurch kaum zu fassen sind.

Dass viele Menschen Ingwer bei Halsschmerzen oder anderen Erkältungskrankheiten als wohltuend empfinden, ist schon seit langem bekannt. Wie diese Wirkung zustande kommt, ist nicht wirklich geklärt. Im Labor wirken Ingwer-Wirkstoffe antibakteriell und antiviral, aber ob diese Wirkungen auch beim Trinken von Ingwertee im Mund-Rachenraum zustande kommen, kann daraus nicht mit Sicherheit geschlossen werden. Durch die Erregung der Wärmerezeptoren in der Mundschleimhaut wird ein Hitzegefühl ausgelöst und vermutlich reflektorisch die Speichelsekretion angeregt. Diese Wirkungen entstehen durch die Scharfstoffe und könnten zum wohltuenden Effekt eines Ingwertees bei Erkältungen beitragen.

Dass Ingwer gegen Durchfall helfen soll ist eine ungewöhnliche Empfehlung, die in der Phytotherapie-Fachliteratur nirgends vorkommt, und die Empfehlung bei Magenbeschwerden und Darmbeschwerden ist vage. Das kann fast alles umfassen, was im Verdauungstrakt schiefläuft. Hier wären präzisere Angaben wünschenswert.

Ingwer fördert den Speichelfluss, die Magensaftsekretion und den Gallenfluss. Daraus kann eine verdauungsfördernde Wirkung gegen Völlegefühl abgeleiteet werden, was gut zur Verwendung als Gewürz passt. In der Phytotherapie am besten untersucht und am häufigsten empfohlen ist allerdings die Anwendung von Ingwerwurzel-Pulver zur Vorbeugung von Reisekrankheit. Ob Ingwertee hier auch eine Wirkung zeigt, ist ungeklärt. In den Experimenten zeigten vor allem lipophile Inhaltsstoffe diese Wirkung, während ein wässriger Ingwer-Extrakt versagte.

Zu diskutieren wäre die Angabe, dass Ingwer den Bauch beruhigt. Immerhin steigert Ingwer den Tonus und die Peristaltik im Darm. Da könnte man eher daraus schliessen, dass Ingwer den Bauch „wach“ macht.

Wie vielfältig Ingwer als Heilpflanze ist, zeigt folgende Ausstellung:

Öko-Test: Ingwer gegen Reisekrankheit als gut bewertet

Ingweröl gegen Erbrechen?

Ingwer – wie eine tolle Heilpflanze unseriös als Wundermittel gegen Krebs vermarktet wird

 

Metaanalyse: Ingwer reduziert Menstruationsschmerzen

Metaanalyse: Ingwer lindert Schmerzen bei Arthrose

Ingwer bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft

 

 

Ingwer lindert akuten Kopfschmerz bei Migräne

Onkologie / Palliative Care: Ingwer gegen Erbrechen bei Chemotherapie

Ingwer als Hausmittel gegen Verdauungsbeschwerden

Forschung zum Wirkungsmechanismus von Ingwer gegen Übelkeit bei Chemotherapie

 

Schwangerschaftsübelkeit: Ingwer, Frischluft und Vitamin B6

Ingwer bei Erkältungen

Ingwertee gegen Übelkeit

 

Ingwer und andere Tipps gegen Reisekrankheit

Phytotherapie: Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen

Phytotherapie: Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen

Ingwer-Inhalationen gegen Schnupfen?

Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren

 

Phytotherapie: Ingwer lindert Übelkeit bei Chemotherapie

Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Knoblaucharoma in Muttermilch fördert Appetit des Säuglings

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Lebensmittelchemiker der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) konnten erstmals belegen, dass die Einnahme von Knoblauch durch stillende Frauen sich im Geruch der Muttermilch niederschlägt. Verantwortlich dafür ist die Substanz Allylmethylsulfid (AMS) – ein Stoffwechselprodukt, das erst im mütterlichen Organismus verstärkt gebildet wird. Ob das Aroma allerdings beeinflusst, welche Ernährungspräferenzen die Kinder entwickeln, ob sie also Knoblauch später mögen, ist noch ungeklärt.

Prof. Dr. Andrea Büttner vom Lehrstuhl für Lebensmittelchemie der Universität Erlangen-Nürnberg sagt dazu: „Allerdings wissen wir noch recht wenig über den Einfluss von Nahrungsmitteln, die Mütter zu sich nehmen, auf die Ernährungsprägung der Säuglinge. Einige Forscher nehmen jedoch an, dass Kinder solche Lebensmittel bevorzugen, die ihre Mütter während der Stillzeit konsumieren, da sie vermuten, dass die Milch dann genauso oder zumindest ähnlich schmeckt.“

Die Resultate der Studie wurden jetzt im Online-Journal Metabolites des renommierten Multidisciplinary Digital Publishing Institute (MDPI) publiziert.

Dass das Knoblaucharoma die Säuglinge vom Trinken der Muttermilch abhalten könnte, ist allerdings nicht zu befürchten. Knoblaucharoma scheint im Gegenteil sogar den Appetit anzuregen, wie eine anderen Studie an Säuglingen gezeigt hat, die mehr Milch tranken, wenn die Mutter Knoblauch gegessen hatte.

Prof. Büttner befasst sich seit Jahren damit, wie Aromen vom Stoffwechsel des Menschen verarbeitet werden. Was den Einfluss auf die Muttermilch betrifft, kommt die Forscherin zu eher nüchternen Resultaten, denn einige Aromastoffe sind sehr labil und können im Körper des Menschen zu Derivaten verstoffwechselt werden, die wenig mit den für das Lebensmittel charakteristischen Ausgangsprodukten zu tun haben. So konnte Büttners Team in früheren Untersuchungen zum Beispiel nachgewiesen, dass etwa die Einnahme von Fischöl und Stilltee das Aromaprofil der Muttermilch nicht verändert. Eukalyptusölkapseln, die auch während der Stillzeit bei Erkältungskrankheiten eingenommen werden, geben der Muttermilch jedoch eine deutliche Eukalyptusnote. Allerdings ist hier nicht nur der ursprüngliche geruchsaktive Wirkstoff Eukalyptol in der Milch zu finden, sondern auch eine Vielzahl von Derivaten, die der mütterliche Organismus aus Eukalyptol erst herstellt.

Quelle:

https://idw-online.de/de/news655930

Kommentar & Ergänzung:

Stilltee – oft basierend auf den Früchten von Anis, Kümmel und Fenchel – verändert also das Aromaprofil der Muttermilch nicht. Knoblauch aber schon.

Schade, dass in der Pressemitteilung keine Quellenangabe zu der Studie aufgeführt ist, die offenbar verstärktes Trinken feststellte, wenn die Mutter Knoblauch gegessen hat.

Bei den erwähnten Eukalyptusölkapseln könnte es sich um „Soledum“ handeln, das zu 100% aus Eukalyptol ( = Cineol) besteht. Dieses Präparat ist in Deutschland im Handel, nicht jedoch in der Schweiz.

Eukalyptusöl ist aber auch enthalten im Kombinationspräparat GeloMyrtol ( = Gelodurant).

Dass Aromastoffe aus Eukalyptusölkapseln in der Muttermilch auftauchen zeigt zudem, dass die damit zugeführten Wirkstoffe in den menschlichen Organismus aufgenommen werden. Dafür spricht auch, dass nach der Einnahme solcher Kapseln die Ausatmungsluft nach Eukalyptusöl riecht.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Detox entschlankt nur den Geldbeutel

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Früher war die Rede von Frühlingskuren.

Seit einigen Jahren nun haben jeden Frühling Detox-Programme aller Art Hochkonjunktur. Das tönt schon mal viel hyper.

Da werden detaillierte Entgiftungkuren mit Gemüsesäften und grünen Smoothies propagiert und zum Teil teuer verkauft.

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Die ganzen Detox-Konzepte basieren auf falschen Vorstellungen. Uns werden nicht existierende Probleme eingeredet, damit man uns passende (Schein)Lösungen verkaufen kann.

Detox-Programme um unseren Organismus von Giftstoffen zu befreien sind unwirksam und unnötig. Wo dies möglich ist, schafft unser Organismus die Entgiftung nämlich ganz alleine. Diese Kompetenz sollte man unserem Organismus nicht absprechen.

Die österreichische Zeitung „Kurier“ hat sich mit dem Thema Detox befasst. Der Artikel zitiert den US-amerikanischen Mediziner Timothy Caulfield und den Ernährungswissenschaftler Jürgen König von der Universität Wien.

Hier eine kurze Zusammenfassung:

Der US-amerikanische Mediziner Timothy Caulfield hat ein viel zitiertes Buch geschrieben, in dem er die Beauty- und Gesundheitstipps der Stars anzweifelt. Darin stellt er fest: „Ohne die Befürwortung von Prominenten wären Trends wie glutenfreie Ernährung, Saftkuren und Detox nicht mal annähernd so beliebt.“

Wissenschaftlich gesehen hat der Entgiftungshype jedenfalls keine Berechtigung.

Timothy Caulfield:

„Aus medizinischer Sicht gibt es absolut keinen Grund für ‚Detox‘. Es ist auf so vielen Ebenen absurd: Unser Körper braucht keine Entschlackungskur und es gibt keinen Beweis dafür, dass die vorgeschlagenen Produkte irgendetwas bringen. Das ist totaler Quatsch.“

Caulfield kritisiert die Saftkuren, die auch hierzulande immer beliebter werden. Firmen wie „Frank Juice“ oder „Detox Delight“ bieten gepresste Gemüsesäfte und -suppen an, die für einen bestimmten Zeitraum nachhause geliefert werden. Entschlankt wird dabei insbesondere das Konto: Säfte für eine fünftägige Detox-Kur sind ab 200 Euro zu bekommen. „Sparen Sie Ihr Geld lieber und legen Sie Wert auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung“, empfiehlt Caulfield.

Die Idee hinter dem Detox-Hype lässt sich schnell erklären: Gemäss Oxford Dictionary bezeichnet „Detoxification“, kurz Detox, den Prozess, den Körper von giftigen Substanzen zu befreien.

Alles Unsinn, meint dazu Univ.-Prof. Jürgen König, Leiter des Department für Ernährungswissenschaften an der Uni Wien. Entgiften sei eine der Hauptaufgaben unseres Körpers – die Leber filtert Giftstoffe aus dem Blut, Nieren und Darm sorgen dafür, dass Schadstoffe über Urin und Stuhl ausgeschieden werden:

„Wenn wir uns halbwegs vernünftig ernähren, können wir unseren Organismus so am Laufen halten, dass er automatisch Giftstoffe ausscheidet“, stellt König fest, und ergänzt:

„Wenn der Stoffwechsel grundsätzlich gut funktioniert, muss man die Entgiftung nicht fördern. Es gibt auch keine Nährstoffe, die den Körper besonders dazu befähigen, zu entgiften. “

Der einzige Weg, wie wir unserem Körper beim Entgiften helfen können, sei trinken, trinken, trinken:

„Wir brauchen Wasser, um Giftstoffe auszuschwemmen. Im Wesentlichen geht es um die Flüssigkeitszufuhr. Dann braucht man nichts Zusätzliches.“

Jürgen König unterstreicht zudem, dass normalgewichtigen Frauen eine Saftkur mehr schaden als nutzen kann:

„Wenn eine ohnehin schlanke Person noch weniger isst, kann es zu Mangelerscheinungen kommen.“

Denn eine Saftkur bedeutet für den Organismus eine extrem einseitige Ernährung: Die kaltgepressten Smoothies weisen einen hohen Fruchtzuckeranteil auf und enthalten häufig zu wenig Ballaststoffe.

Viel-Essern könne die kurzzeitige Saftkur gut tun, sagt König. Das sei dann aber kein Entgiftungs- oder Detox-Effekt, sondern eine Auswirkung dessen, dass man weglässt, was man sonst zu viel isst. Ob man eine Saftkur mache oder eine Woche nur Gemüse esse, mache aber keinen Unterschied:

„Die Menschen fühlen sich besser, weil sie sich besser ernähren.“

Die zusätzliche Aufnahme von Nährstoffen habe keinen positiven Effekt, warnt Ernährungswissenschaftler König. Im Gegenteil:

„Bei extrem hoher Aufnahme von Beta-Carotin (u. a. in Karotten und Paprika enthalten, Anm.) kann es so weit gehen, dass freie Radikale gefördert werden, statt dass man geschützt wird.“

Laut König sollte man auch den psychologischen Effekt nicht außer Acht lassen:

„Man gibt ein paar hundert Euro aus, dann will man auch, dass es etwas bringt. Im Endeffekt ist es ein super Geschäft. Die Rohmaterialien kosten kaum etwas, mit der richtigen Vermarktung kann man eine sehr hohe Gewinnspanne erzielen.“

Statt viel Geld für cleveres Marketing auszugeben, helfe auf Dauer nur ein gesunder Lebensstil, erklärt Jürgen König: ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, keine Zigaretten, wenig Alkohol. Und dazu, auch wenn es viele Leute nicht hören wollen: Verzicht.

„Unsere Ernährung ist eigentlich so gut, dass wir uns keine Gedanken machen müssen. Wenn, dann ist es das Zuviel, das uns Sorge machen müsste. Das kann man aber nicht mit Säften ausschwemmen. Man muss es einfach nur weglassen.“

Quelle:

http://kurier.at/wellness/der-detox-schmaeh-warum-saftkuren-nur-ins-geld-gehen/196.906.712

Kommentar & Ergänzung:

Es gibt natürlich schon Schadstoffe, die unser Organismus nicht ausscheiden kann. Zum Beispiel fettliebende Umweltchemikalien, die sich im Fettgewebe ablagern. Diese Stoffe lassen sich aber auch mit Detox-Programmen nicht eliminieren.

Die wichtigste Aussage von Jürgen König ist für mich aber, dass unser Hauptproblem ernährungsmässig ein „Zuviel“ ist, und nicht ein Mangel. Das gerät immer wieder leicht in Vergessenheit. Wir haben diesbezüglich eigentlich vor allem Luxusprobleme – insbesondere wenn man vergleicht mit vielen anderen Weltgegenden. Auch die vielen Nahrungsergänzungsmittel, die viele Leute bei uns konsumieren zu müssen glauben, sich ein Luxusproblem. Wer überzeugt davon ist, solche Detox-Programme zu brauchen, der soll sie halt konsumieren. Ausreden muss man das niemandem.

Nur wenn solche Entgiftungskuren als „gesund“ und „unumgänglich nötig“ propagiert werden, dann ist Einspruch angebracht. Wenn die Ansicht propagiert wird, dass alle Menschen „Detox“ brauchen, dann sollte klar gestellt werden, dass davon vor allem die Hersteller und Verkäufer profitieren.

Siehe auch:

Detox – Fragwürdiger Trend mit Entgiftungskuren

Detox-Kuren – eingebildete Lösungen für nicht existierende Probleme

Detox-Rezepturen: Entgiftungsmittel meiden

Michèle Binswanger im Tages-Anzeiger über Entgiftung und Detox für Deppen

Entgiftungsdiäten / Detox-Diäten – Bodenlose Versprechungen

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Metastudie kommt zum Schluss: Bio-Milch und Bio-Fleisch sind gesünder

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Milch und Fleisch aus ökologischer Tierhaltung enthalten mehr gesunde Inhaltsstoffe als konventionell produzierte Nahrungsmittel. Zu diesem Schluss kommt eine Metastudie britischer Wissenschaftler der Universität Newcastle. Sie verglichen die Resultate von mehr als 190 Milch- und mehr als 60 Fleisch-Studien.

Das Fazit: Bio-Milch und Bio-Fleisch enthalten etwa 50 Prozent mehr gesunde ungesättigte Fettsäuren. Ein halber Liter Bio-Milch liefert rund 39 Milligramm Omega-3-Fettsäuren, konventionell produzierte Milch nur 25 Milligramm. Außerdem enthält Bio-Milch rund 40 Prozent mehr konjugierte Linolsäure. Auch bei Vitaminen und Spurenelementen fanden die Forscher Unterschiede: Bio-Milch hat demnach einen höheren Gehalt an fettlöslichen Vitaminen wie Vitamin E und Karotinoide sowie an Eisen.

In Bio-Fleisch fanden die Forscher bei Analysen weniger von den gesättigten Fettsäuren Myristinsäure und Palmitinsäure gefunden worden, was sie positiv werten.

Wie erklären sich die Wissenschaftler diese Unterschiede?

Sie führen das hauptsächlich auf die Haltung der Rinder zurück:

Bio-Rinder verbringen mehr Zeit im Freien auf der Weide und fressen daher mehr Gras und Heu als Kraftfutter oder Silage. Das hat wohl Auswirkungen auf ihren Stoffwechsel und damit auch auf die Inhaltsstoffe von Milch und Fleisch. Weniger Kraftfutter hat zur Folge, dass die Rinder langsamer wachsen und weniger Milch produzieren. Das Zusammenspiel aus Grünfutter und Entschleunigung könnte eine gesündere Fettbilanz zur Folge haben.

Quelle:

http://www.dw.com/de/warum-bio-milch-gesünder-ist/a-19152084

http://www.ncl.ac.uk/press/news/2016/02/organicandnon-organicmilkandmeat/

 

Kommentar & Ergänzung:

Dass Bio-Produkte tendenziell gesünder sind, davon würde ich auch ausgehen, auch wenn es nicht in jedem Fall so ist.

Das entscheidendere Argument für die Bevorzugung von Lebensmitteln aus Bio-Anbau ist für mich aber, dass diese Art der Landwirtschaft weniger Pestizide in die Umwelt freisetzt und sich positiv auf die Artenvielfalt der Pflanzen und Tiere auswirkt.

Bei Weidetieren wirkt sich zudem die Zusammensetzung der Pflanzendecke auf die Qualität der Milchprodukte aus. Alpkäse enthält zum Beispiel gössere Mengen an Alphalinolensäure, die günstige Effekte im Herz-Kreislauf-Bereich zeigt. Das lässt sich unter anderem zurückführen auf den höheren Alphalinolensäure-Gehalt der Alpenflora.

Alphalinolensäure ist im übrigen auch enthalten in Chiaöl (ca. 60 %), Perillaöl (31–42 %), Leinöl (56–71 %), Hanföl (28 %), Walnussöl (ca. 15 %), Rapsöl (5–16 %) und Sojaöl (4–11 %). Direkt aus Leinsamen wird Alphalinolensäure nur aufgenommen, wenn sie geschrotet werden.

 

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Detox – fragwürdiger Trend mit Entgiftungskuren

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Entgiftungskuren sind seit einigen Jahren im Trend – speziell im Frühling. Dahinter steckt die Vorstellung, dass der Stoffwechsel Giftstoffe und Abfallstoffe in den Zellen zurücklässt und wir uns zudem schädigen mit Nikotin, Zucker, Alkohol, Fleisch, Kaffee, Weißmehl und Käse. All das bewirke eine „Übersäuerung“ des Organismus, was uns auf die Dauer krank mache, so die Theorie der Detox-Anhänger. (Detox = Entgiftung). Mit verschiedenen Tricks und Verfahren, unter anderem auch mit Heilpflanzen, wird dann versucht, Giftstoffe und „Schlacken“ auszuleiten.

Fachleute halten das Detox-Konzept allerdings für Humbug. Ein gesunder Organismus entgiftet sich selbst. Leber, Nieren, Lunge und Darm bilden zu diesem Zweck ein perfektes System. In unserem Organismus werden keine Schlacken und Ablagerungen angesammelt.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung erklärt dazu:

„Es liegen keinerlei Beweise vor, dass Detox-Maßnahmen die Ausscheidung von Giftstoffen wesentlich beschleunigen.“

Die gemeinnützige Stiftung „Sense About Science“ hat 15 Produkte mit Detox-Label analysiert und alle Produkte als wirkungslos bewertet. Gegen ein wenig Innehalten und bewusste Ernährung ist jedoch nichts einzuwenden.

Quelle:

http://www.dw.com/de/detox-was-bringt-das-entgiften/a-18964731

Kommentar & Ergänzung:

Man kann es nicht oft genug sagen: Die Detox- bzw. Entgiftungskuren sind unnötig und sie bewirken nicht, was sie versprechen. Jedenfalls werden damit keine „Schlacken“ ausgeschieden, weil es „Schlacken“ im Sinne der Detox-Theorien nicht gibt.

Siehe auch:

Detox-Kuren – eingebildete Lösungen für nicht existierende Probleme

Detox-Rezepturen: Entgiftungsmittel meiden

Michèle Binswanger im Tages-Anzeiger über Entgiftung und Detox für Deppen

Entgiftungsdiäten / Detox-Diäten: Bodenlose Versprechungen

 

 

Entschlackung – was ist das?

Entschlackung – unnötig und ungesund?

Basendiät gegen Übersäuerung des Körpers

Darmreinigung: Mehr Schaden als Nutzen durch Entgiftungskur

Schlackenstoffe – ein Phantom macht Karriere

Entgiften und Entschlacken – höchst fragwürdige Versprechungen

 

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Zügiger Spaziergang dämpft Lust auf Süsses

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Ein zügiger viertelstündiger Spaziergang dämpft die Lust auf Süsses – auch bei Übergewichtigen. Das konnten Tiroler Wissenschaftler nun in einer Studie zeigen.

Doch wie kommt es zur Lust auf Süßes und wie lässt sie sich vermindern?

Mit Hunger zeigt uns der Organismus, dass er Nahrung braucht. Ob der Magen voll ist, ist dabei jedoch nicht unbedingt entscheidend.

Mitwirkend an diesem Geschehen sind biochemische Botenstoffe im Gehirn, das Glukoseniveau, aber auch der Insulinspiegel. Wer Süsses nascht, führt seinem Organismus in kurzer Zeit viel Energie zu und unterbricht diese Regulationskette. Oft sind es jedoch auch Stress oder negative Emotionen, die Essgelüste auslösen. Wie sich diese bremsen lassen, haben Wissenschaftler der Universität Innsbruck nun erstmals bei Übergewichtigen zeigen können: Bereits eine Viertelstunde zügiges Spazieren – „als ob man schnell zum Bus geht“ – genügt schon, um die Lust auf Süßes zu bremsen.

Für ihr Experiment luden die Forscher um den Sportpsychologen Martin Kopp 47 Versuchspersonen ins Labor, die über soziale Medien rekrutiert wurden. Beim ersten Termin saß eine Gruppe und las Zeitschriften, die andere Gruppe marschierte auf dem Laufband. Beim zweiten Termin war es umgekehrt. Beide Male wurde anschliessen ein psychologischer Test vorgelegt, der Stress auslöst. Danach wurde Süßes angeboten.

Resultat: Wer eine Bewegungseinheit hinter sich hatte, zeigte weniger Bedürfnis nach Süßem.

Eine Erkenntnis, die sich nach Ansicht des Sportpsychologen relativ einfach im Alltag nutzen ließe. Er empfiehlt deshalb, auch kurze Arbeitswege zu Fuß zurückzulegen.

Bisher wurde nämlich eher angenommen, dass ausdauerndere Bewegung einen Effekt hat. Die neue Erkenntnis könnte man daher künftig auch gezielter in Verhaltensprogrammen zur Gewichtsreduktion berücksichtigen, raten der Wissenschaftler.

Quelle:

http://diepresse.com/home/science/forschungsfrage/4695886/Wie-laesst-sich-die-Lust-auf-Susses-zugeln?_vl_backlink=/home/science/index.do

http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0119278

Acute Effects of Brisk Walking on Sugary Snack Cravings in Overweight People, Affect and Responses to a Manipulated Stress Situation and to a Sugary Snack Cue: A Crossover Study

Autoren: Larissa Ledochowski , Gerhard Ruedl, Adrian H. Taylor, Martin Kopp

Published: March 11, 2015

DOI: 10.1371/journal.pone.0119278

Kommentar & Ergänzung:

Der Zeitpunkt der Spaziergänge könnte auch noch eine Rolle spielen.

US-Forscher feststellten nämlich fest, dass Tageslicht am Morgen fast wie ein Schlankheitsmittel wirkt: Versuchsperesonen, die morgens rausgingen, hatten bereits nach einer Woche einen geringeren BMI als erst später auftauchende Morgenmuffel – trotz gleicher Ernährung und Bewegung. Offenbar beeinflusst der Zeitpunkt der Lichtexposition unsere innere Uhr und unseren Stoffwechsel erstaunlich stark, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „PloS ONE“ erklären.

Quelle:

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-17417-2014-04-03.html

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

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Fasten zur Entschlackung?

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Das Magazin „Focus“ publizierte zusammen mit dem Ernährungsexperten Thomas Ellrott einen Beitrag zum Thema „50 Mythen über unser Essen, die einfach nicht stimmen“.

Als Mythos Nr. 19 führt „Focus“ auf: „Fasten entschlackt“ – und schreibt dazu:

„Unser Körper scheidet permanent unverwertbare Stoffwechselprodukte über Haut, Nieren, Darm und Lunge aus. Per Fastenkur kommt nicht mehr heraus als normal. Ausnahme: In unseren Fettdepots sind auch fettlösliche Umweltgifte eingelagert. Radikales Fasten kann sie herauslösen. Die Abbauprodukte verteilen sich im Körper und belasten den Stoffwechsel. Gerade stark übergewichtige Menschen sollten – wenn überhaupt – nur unter ärztlicher Aufsicht an eine radikale Fastenkur herangehen. Während der Stillzeit ist Fasten absolut tabu!“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/gesundessen/titel-50-mythen-ueber-unser-essen-die-einfach-nicht-stimmen_id_4018331.html

Kommentar & Ergänzung:

Schön, wenn wieder mal jemand sagt, dass Fasten nicht zur Entschlackung taugt.

Schon der Begriff „Entschlackung“ ist fragwürdig.

Siehe dazu:

Entschlackung – was ist das?

Entschlackung – unnötig und ungesund

Entschlackung – illusionäre Hoffnung auf Gewichtsreduktion 

Fastenmythen – entschlacken durch Fasten 

Fasten & entschlacken  

„Schlackenstoffe“ – ein Phantom macht Karriere 

Entgiften und entschlacken – höchst fragwürdige Versprechungen 

Wenn mir jemand sagt, dass er oder sie beim Fasten wertvolle Erfahrungen im Umgang mit Nahrung macht, dann habe ich dagegen nichts einzuwenden.

Infrage stellen würde ich aber mit Nachdruck, dass Fasten eine sinnvolle Methode zur Gewichtsreduktion ist, und dass Fasten zur Entschlackung führt.

Diese windigen Geschichten müssten meines Erachtens endlich einmal entsorgt werden.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Phytotherapie bei Xerostomie (Mundtrockenheit)

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Im Phyto-Forum der „Aerztezeitung“ beantwortete Prof. Karen Nieber die Frage nach phytotherapeutischen Optionen bi Xerostomie (Mundtrockenheit). Nieber ist Professorin am Institut für Pharmazie der Universität Leipzig (Lehrstuhl Pharmakologie für Naturwissenschaftler)

Gute Erfolge bei trockenem Mund seien durch Spülung mit Salbeitee erzielt worden, schreibt Nieber. Es gebe weitere Optionen.

Ein trockener Mund sei kein seltenes Symtom. Bei Personen über 60 Jahren seien Schätzungen zufolge etwa 40 Prozent betroffen. Mundtrockenheit sei eine häufige Nebenwirkung von Arzneimitteln wie Anticholinergika, Diuretika oder Psychopharmaka.

Mögliche Ursachen könnten beispielsweise auch Erkrankungen wie Sialadenitis, Sjögren-Syndrom / Sicca-Syndrom oder Heerfordt-Syndrom sein, aber auch Strahlentherapie, fieberhafte Allgemeinerkrankungen oder chronischer Stress mit gesteigertem Sympathikustonus, eine vermehrte Mundatmung oder eine Pilzinfektion.

Eine systemische Therapie sei nicht bekannt. Die Behandlung bestehe vor allem aus ausreichendem Trinken zum Beispiel von Wasser, Früchte- und Kräutertees. Gute Erfolge seien erzielt worden durch eine Spülung mit Salbeitee.

Prof. Nieber schreibt weiter:

„Um Reizungen oder Entzündungen im Mundraum vorzubeugen beziehungsweise zu lindern, eignen sich Abkochungen aus Eibischwurzel oder das Lutschen von Isländisch Moos Pastillen. Die Schleimstoffe in der Pflanze besitzen kühlende und befeuchtende Eigenschaften, die zudem eine schützende Wirkung auf die Schleimhäute ausüben.

Schädliche Keime können mit Salbei-, Myrrhen- und Kamillentinktur abgeschwächt oder abgetötet werden. Weiterhin gibt es eine Reihe von Sprays mit Pflanzeninhaltsstoffen (zum Beispiel Santakraut), die helfen sollen. Allerdings gibt es dafür keine klinische Evidenz.“

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/hno-krankheiten/article/849575/trockener-mund-erfolge-salbei-tee-tinktur.html?sh=5&h=-1550275562

 

Kommentar & Ergänzung:

Bei allem Respekt: Das scheint mir doch ein ziemliches Sammelsurium an Empfehlungen.

Klar ist, dass es in diesem Bereich keine valablen Studien gibt, auf die sich Empfehlungen abstützen könnten. Diese ziemlich wirre Aufzählung ist aber auch nicht gerade nützlich.

Gute Erfolge seien erzielt worden durch Spülung mit Salbeitee. Der Verweis auf „gute Erfolge“ ist eine schwache Argumentation. Wer hat wann, wo und wie diese Erfolge festgestellt?

Der Verweis auf positive Erfahrungen reicht nicht als Begründung.

Siehe:

Pflanzenheilkunde: Erfahrung allein genügt nicht zur Begründung

Von einer Professorin für Pharmakologie würde ich mir eine pharmakologischere Argumentation wünschen. Von den Inhaltsstoffen her ist eine günstige Wirkung von Salbeitee bei Mundtrockenheit nämlich nicht sehr plausibel.

Salbeiblatt enthält Bitterstoffe (Diterpene, z. B. Carnosol = Picrosalvin). Von ihnen könnte man erwarten, dass sie die Speichelproduktion anregen, was bei Mundtrockenheit günstig wäre. Salbei enthält aber auch Gerbstoffe (vor allem den Lamiaceen-Gerbstoff Rosmarinsäure). Sie hemmen eher die Sekretionstätigkeit von Schleimhautdrüsen und wirken austrocknend.

Die Anwendung von Eibischwurzel als Schleimzubereitung ist eine gute Idee, die Empfehlung als Abkochung aber fragwürdig. Die Phytotherapie-Fachliteratur empfiehlt bei der Eibischwurzel eine Zubereitung als Kaltauszug, weil die Eibisch-Schleimstoffe hitzeempfindlich sind weil die Stärke in den Wurzeln beim Erhitzen verkleistert, wodurch sich weniger Schleim löst.

Das Lutschen von Isländisch Moos Pastillen kann wohl den Speichelfluss anregen, so wie viele andere Lutschtabletten auch. Dass die Schleimstoffe bei der Anwendung in Form von Lutschtabletten wirksam sind, würde ich bezweifeln.

Der Hinweis auf schädliche Keime, die durch Kamillentinktur, Salbeitinktur und Myrrhentinktur abgeschwächt oder abgetötet werden können, ist mir ein Rätsel.

Bei Mundtrockenheit spielen schädliche Keime meines Wissens keine Rolle. Sie hat ganz andere Ursachen. Als Wiederholung:

„Mundtrockenheit ist eine häufige Nebenwirkung von Arzneimitteln wie Anticholinergika, Atropin bzw. Hyoscyamin, Diuretika oder Psychopharmaka. Ursachen können auch Erkrankungen wie die Sialadenitis, das Sjögren-Syndrom, das Sicca-Syndrom oder das Heerfordt-Syndrom sein. Außerdem können die Entfernung von Speicheldrüsen, eine Strahlentherapie, fieberhafte Allgemeinerkrankungen, die Einnahme von Tetrahydrocannabinol oder chronischer Stress mit gesteigertem Sympathikotonus zu Mundtrockenheit führen. Eine weitere Ursache von Mundtrockenheit kann eine vermehrte Mundatmung sein. Der bei Mundtrockenheit entstehende hochvisköse Speichel kann Entzündungen in den Ausführungsgängen der Speicheldrüsen hervorrufen, besonders betroffen ist hierbei die Unterzungenspeicheldrüse (Glandula sublingualis).“

(Quelle: Wikipedia)

Weshalb also antimikrobielle Pflanzentinkturen?

Solche Empfehlungen ähneln mehr therapeutischen Rundumschlägen und sind meines Erachtens fragwürdig. Dann lieber zugeben, dass man keinen sicheren Pfeil im Köcher hat, und die Empfehlungen beschränken auf das, was am plausibelsten scheint.

 

Meiner Ansicht nach wäre das bei Mundtrockenheit:

– Gerbstoffe meiden, weil sie auf Schleimhäute austrocknend wirken können.

– Pflanzen mit Schleimstoffen anwenden, die schützend und befeuchtend auf die Schleimhäute wirken.

Im Vordergrund steht dabei Eibischwurzel, weil für Eibischschleim zu mindestens in Laborexperimenten gezeigt werden konnte, dass die Schleimmoleküle den Stoffwechsel der Schleimhautzellen günstig beeinflussen.

Siehe:

Phytotherapie: Eibischwurzel-Extrakt schützt Epithelzellen

Phytotherapie: Polysaccharide – Wirkstoffe mit Potenzial 

(Hier auch der Hinweis auf stark bioadhäsive Effekte von Lindenblütenextrakt)

Wirkungsweise von schleimhaltigen Heilpflanzen entschlüsselt

Neben dem Eibischschleim hat sich auch Lindenblütenschleim als bioadhäsiv erwiesen, d. h.: Der Schleim heftet sich gut als Schutzschicht auf die Schleimhäute.

Lindenblüten (Aufguss) oder Eibischwurzel (Kaltauszug) können zu Spülungen verwendet werden. In Betracht ziehen könnte man aber auch eine Anwendung via Spühflacon, zum Beispiel in der Palliative Care.

– Bitterstoffpflanzen sollen den Speichelfluss fördern und können bei Xerostomie einen Versuch wert sein. Rein vom Bitterstoffeffekt her dürfte es dabei keine entscheidende Rolle spielen, welche Bitterstoffpflanze angewendet wird.

Isländisch Moos (Cetraria islandica) wäre dabei interessant, weil es Bitterstoffe und Schleimstoffe enthält. Tee (Heissaufguss) würde ich den Lutschtabletten aber entschieden vorziehen.

Siehe dazu auch:

Weiterbildung Palliative Care & Onkologiepflege: Schleimstoffe bei Mundschleimhautentzündung

– Als Lutschtabletten empfehle ich Emser Pastillen ohne Menthol, ein Präparat, das sich zur Anregung des Speichelflusses bzw. zur Befeuchtung der Mundschleimhaut eignet (Emsersalz zum Lutschen).

Das ist zwar auch nicht mit Studien belegt, doch gelten Emser Pastillen als bewährtes Befeuchtungsmittel bei RednerInnen und SängerInnen.

Da bei längerdauernder Mundtrockenheit ein erhöhtes Kariesrisiko besteht, wären wohl auch Kaugummi und Lutschtabletten mit dem Zuckeraustauschstoff Xylit nützlich.

Siehe dazu:

Xylitol-Kaugummi reduziert Risiko für Mittelohrentzündung bei Kindern

(Dort auch Informationen zur Antikaries-Wirkung von Xylit)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

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