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Krebstherapie: Sport und Phytotherapie bei Fatigue

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Zahlreiche Krebspatienten leiden während und nach einer Chemotherapie unter Fatigue. Das sogenannte Erschöpfungssyndrom kann die Erkrankten in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigen. Auf dem Deutschen Krebskongress in Berlin haben Fachleute diskutiert, wie den Betroffenen geholfen werden kann.

Fatigue ist eine häufige Begleiterscheinung in der Tumorbehandlung. Zwischen 60 und 100 Prozent der Krebspatienten klagen während der Therapie über ausgeprägte Müdigkeit und bei mehr als jedem Vierten tritt das Erschöpfungssyndrom als Langzeitfolge nach Abschluss der Behandlung auf. Die dem Erschöpfungssyndrom zugrunde liegenden Mechanismen sind bislang unklar.

Wichtige Elemente für die Therapie der Fatigue sind die Verhaltenstherapie und die gezielte Schulung der Patienten. In Einzel- und Gruppengesprächen können sie lernen, mit ihrer Situation besser umzugehen, zum Beispiel mithilfe bestimmter Entspannungstechniken. Denn die reduzierte Leistungsfähigkeit führt häufig zu Stress und letztlich zu Depressionen.

Mit Sport bei Fatigue nicht übertreiben

Auch Sport kann dazu beitragen, das Befinden bei Fatigue zu verbessern. Dr. Freerk Baumann von der Deutschen Sporthochschule Köln warnt aber davor, die Erkrankten zu stark zu beanspruchen. Je nachdem, welche Folgeerscheinung der Krebstherapie man behandeln möchte, gebe es völlig unterschiedliche Bewegungsprogramme. Wer während der Behandlung unter Fatigue leidet, sollte etwa vier bis fünf Stunden pro Woche spazieren gehen. So ließe sich das beste Resultat erzielen. Mehr Bewegung bringe in diesem Fall eher schlechtere als bessere Resultate, erklärt Baumann.

Da Sport vom Körper als Stress wahrgenommen werde und zu einem höheren Energieverbrauch führe, müsse nach dem aktuellen wissenschaftlichen Stand das Pensum laut Baumann an die Schwere des Erschöpfungszustands angepasst werden. Je ausgeprägter die Fatigue ist, desto weniger intensiv sollte laut Baumann das Training ausfallen.

Zu klären bleibe beispielsweise, ob körperliche Aktivität an der frischen Luft einen höheren Nutzen habe als Training in der Halle oder im Fitnessstudio.

Ergänzend zu solchen Massnahmen kann auch der Einsatz pflanzlicher Arzneimittel erwogen werden, sagt Dr. Matthias Rostock vom Institut für komplementäre und integrative Medizin am Universitätsspital Zürich. Die Phytotherapie könne helfen, die Patienten für andere Maßnahmen zu aktivieren.

Günstig wirkt laut Rostock Guarana bei der akuten Fatigue während einer Chemotherapie bei Brustkrebspatientinnen. Verglichen mit Placebo habe sich die Symptomatik der Frauen bei der Behandlung mit Guarana signifikant verbessert und sie klagten deutlich weniger über Übelkeit und Schlafstörungen. Baldrian ist laut Rostock gegen Schlaflosigkeit zwar wenig effektiv, wirkt dafür jedoch gegen nervöse Erschöpfung. Das entspreche der ursprünglichen Indikation für den Einsatz von Baldrianwurzel, erklärt Rostock.

Gut erforscht sei insbesondere die Wirksamkeit von Ginseng. Bei Tagesdosen von 1 bis 2 g fühlen sich rund 30 Prozent der Patienten besser. Das zeigt nach Rostock aber auch, dass Ginseng nicht jedem hilft. Der positive Effekt von Ginseng sei während der Chemotherapie signifikant, nach Beendigung der Behandlung aber deutlich schwächer ausgeprägt.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=62425

Kommentar & Ergänzung:

Zum Thema „Sport & Fatigue“ siehe:

Krafttraining bessert krebsbedingte Erschöpfung bei Fatigue

Gut dosierter Sport lindert Müdigkeit bei Krebs und Fibromyalgie

 

Zum Thema „Ginseng & Fatigue“ siehe:

Ginseng-Behandlung reduziert Fatigue-Smptome bei Krebserkrankung

Onkologie: Fatigue & Roter Ginseng

Ginseng lindert Fatigue bei Krebskranken

Onkologie / Palliative Care: Was hilft bei Fatigue?

Zu Guarana:

Guarana enthält als wirksamen Inhaltsstoff Coffein. Zum Thema „Guarana & Fatigue“ gibt es eine Studie mit positivem Resultat:

„Guarana (Paullinia cupana) improves fatigue in breast cancer patients undergoing systemic chemotherapy…..

RESULTS: Guarana significantly improved the FACIT-F, FACT-ES, and BFI global scores compared to placebo on days 21 and 49 (p < 0.01). The Chalder Scale improved significantly on day 21 (p < 0.01) but not on day 49 (p = 0.27). Guarana did not produce any Common Terminology Criteria for Adverse Events grades 2, 3, or 4 toxicities and did not worsen sleep quality or cause anxiety or depression.

CONCLUSIONS: Guarana is an effective, inexpensive, and nontoxic alternative for the short-term treatment of fatigue in BC patients receiving systemic chemotherapy. Further studies are needed to confirm these results and to evaluate their generalizability to chronic CRF and to other types of cancer.“

Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21612429

Die Studie gibt zwar Hinweise auf einen günstigen Effekt von Guarana, sie ist aber von der Zahl der teilnehmenden Patienten her klein und kann die Wirksamkeit nicht einwandfrei belegen. Eigenartig ist bei dieser Studie die Dosierung von zweimal täglich 50mg Guarana. Normalerweise wird bei Guaranapulver als Tagesdosis 1 – 3 Gramm empfohlen (entsprechend etwa 50 – 150 mg Coffein). Eine Tasse Kaffee (150 ml) enthält aber auch bereits zirka 60 – 100 mg Coffein (Angaben aus: Biogene Arzneimittel).

Was Guarana gegenüber anderen Coffeinquellen wie Kaffee, Grüntee, Schwarztee oder Matetee für Vorteile haben soll, ist mir nicht plausibel ersichtlich.

Als Vorteil wird manchmal angeführt, dass das Coffein aus Guarana im Gegensatz zum Coffein aus Kaffee langsamer in den Körper aufgenommen werden soll, weil es an Gerbstoffe gebunden vorliegt. Das soll zu einer länger anhaltenden Wirkung führen.

Dieser postulierte Retard-Effekt konnte aber in neueren Untersuchungen nicht bestätigt werden. Die Freisetzung und Aufnahme von Coffein aus Guarana entspricht derjenigen aus Präparaten mit reinem Coffein (Angaben gemäss: Teedrogen und Phytopharmaka)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Pfefferminzöl bei Muskelkater?

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T-online gibt in einem Beitrag Tipps zum Umgang mit Muskelkater und hat eine interessante Empfehlung: Pfefferminzöl.

Hier eine Zusammenfassung mit anschliessendem Kommentar:

Muskelkater entwickelt sich, wenn die Muskeln beim Training zu stark strapaziert werden und dadurch kleine Risse im Gewebe entstehen. Die verletzten Muskelfasern schwellen an und es kommt zu einer Entzündung, die sich durch den charakteristischen ziehenden und stechenden Schmerz zeigt.

Wer ungewohnt intensive Belastungen oder für den Muskel ungewohnte Bewegungsabläufe durchführt, muss mit Muskelkater rechnen. Verhindern lässt er sich nur mit einem auf die vorhandene Muskelkraft abgestimmten Training.

Aufwärmübungen und Dehneinheiten vor dem Sport reduzieren zwar das Verletzungsrisiko von Sehnen und Bändern, können aber einem Muskekater nicht vorbeugen. Und Schmerzmittel lindern nur das Symptom Schmerz, helfen jedoch den verletzten Muskelfasern nicht. Sportmedizinern zufolge können die in den Schmerzmitteln eingesetzten Wirkstoffe sogar den Muskelaufbau stören.

Gegen ein sanftes Sportprogramm ist Fachleuten zufolge auch mit Muskelkater nichts einzuwenden. Das Training sollte aber deutlich weniger intensiv ausfallen, weil der Muskel Zeit braucht um sich zu regenerieren. Walken, langsames Radfahren und entspanntes Schwimmen sind gute Trainingsmöglichkeiten in dieser Phase. Bei starkem Muskelkater ist aber eine Auszeit zu empfehlen oder eine Verlagerung des Trainings auf andere Muskelgruppen unter Schonung der beanspruchten.

Zahlreiche Sportler setzen auf Wärme nach der Trainingseinheit, weil sie die Muskeln entspannt und durch Erweiterung der Gefässe die Durchblutung fördert. Dadurch wird der Muskel besser mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt.

Von Massagen raten Fachleute bei Muskelkater allerdings ab, da der Druck, der dabei auf die Muskelpartien ausgeübt wird, diesen zusätzlich reizt.

Als Geheimtipp gegen Muskelkater stellt T-online in dem Beitrag Pfefferminzöl vor:

„Die ätherischen Öle, darunter Menthol, Menthon und Menthofuran wirken krampflösend, entspannend, kühlend und durchblutungsfördernd. So werden die Muskeln bei der Regeneration unterstützt und das Ziehen im Muskel gelindert. Am besten trägt man das Öl direkt nach der sportlichen Belastung auf die beanspruchten Bereiche auf.

Ein wenig verdünnt ist das Öl für die Haut besser verträglich. Einfach einige Tropfen auf ein angefeuchtetes Tuch oder Wattepad geben und die gewünschte Hautstelle damit einreiben.“

Wichtig sei zudem, nach der Anwendung die Hände gründlich zu waschen und den Kontakt mit den Augen zu vermeiden.

Der Muskelkater erreicht meist am zweiten oder dritten Tag nach dem intensiven Training seinen Höhepunkt und bis er wieder vollständig abgeklungen ist, kann es bis zu sieben Tage dauern.

Schädlich sei Muskelkater nicht, schreibt T-online. Sehr ausgeprägter und schmerzhafter Muskelkater sei allerdings ein sicheres Zeichen dafür, dass man es übertrieben hat.

Das Gute an Muskelkater sei zudem, „dass der Muskel angeregt wird, sich auf intensivere Trainingseinheiten vorzubereiten, zu wachsen beginnt und an Stärke gewinnt.“

Sei der Schmerz kaum auszuhalten oder lasse er nach einigen Tagen nicht nach, solle man einen Arzt aufsuchen. Dann könne es sein, dass eine Sportverletzung vorliegt, die behandelt werden muss.

Quelle:

http://www.t-online.de/gesundheit/fitness/id_81171044/muskelkater-weitertrainieren-oder-pausieren-.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Pfefferminzöl bei Muskelkater – diese Empfehlung ist mir bisher noch nie über den Weg gelaufen.

Pfefferminzöl wird äusserlich oft verwendet als juckreizstillendes Mittel zum Beispiel bei Insektenstichen (ca. 1%ig) und als Gegenstimulation zur Linderung von Spannungskopfschmerzen (ca. 10%ig).

Bei akuten Prellungen auf den Sportplatz kann Pfefferminzöl Schmerzen ebenfalls lindern durch Gegenstimulation (Counterirritation). Menthol als Hauptbestandteil des Pfefferminzöls reizt die Kältesensoren in der Haut und die Kühlempfindung überlagert die Schmerzempfindung, lindert sie dadurch auf ähnliche Art wie ein Eisspray, aber ohne physikalisch zu kühlen.

Dass Pfefferminzöl auf der Basis einer Gegenstimulation auch Schmerzen bei Muskelkater lindert ist deshalb denkbar. Ich würde dazu allerdings Pfefferminzöl 10%ig in alkoholischer Lösung nehmen, so wie es als Roller oder Tupfer in Apotheken und Drogerien gegen Spannungskopfschmerzen empfohlen wird.

Dass sich mit Pfefferminzöl die Durchblutung (des Muskels) anregen lässt, scheint mir nicht sehr überzeugend. Zwar gibt es eine ganze Reihe von Naturstoffen mit durchblutungssteigernder Wirkung – zum Beispiel Capsaicin aus Paprika, Rosmarinöl, Kampfer und Wacholderöl. Sie wirken aber eher wärmend und werden in Sportsalben und Rheumasalben eingesetzt. Ob sie auch die Durchblutung der Muskeln fördern ist eher zweifelhaft. Es spricht mehr dafür, dass sich die durchblutungsfördernde Wirkung vor allem auf die Haut beschränkt. Eine schmerzlindernde Wirkung des Pfefferminzöls bei Muskelkater kann ich mir aber gut vorstellen.

Siehe auch:

Menthol / Pfefferminzöl gegen Juckreiz

DGS-Praxisleitlinien Schmerzmedizin: Pfefferminzöl gegen Spannungskopfschmerzen

 

Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerzen

Pfefferminzöl gegen Kopfschmerzen

Noch eine Bemerkung zum Schluss: Unterschätzt wird nicht selten die recht gute Wirksamkeit von Pfefferminzöl gegen viele Bakterien, Viren (z. B. Herpes) und Hefepilze (z. B. Candida albicans). Untersuchungen dazu wurden im Zusammenhang mit Olbas-Tropfen gemacht – ein Gemisch aus Pfefferminzöl, Cajeputöl, Eukalyptusöl, Wacholderbeeröl und Wintergrünöl.

Siehe dazu:

Olbas-Tropfen: Ein Gemisch von ätherischen Ölen getestet auf antimikrobielle Wirkung

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Sport gegen Entzündungen?

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Schon aus früheren Studien ist bekannt, dass sportliche Betätigung den Serumspiegel verschiedener Entzündungsmediatoren wie z.B. Interleukin-6 reduziert.

US-Wissenschaftler haben nun einen weiteren entzündungshemmenden Mechanismus entdeckt. Schon nach moderatem Training auf dem Laufband zeigte die Analyse von Blutproben zwei Effekte. Einerseits verminderte sich der Anteil an TNF-α produzierenden Monozyten, andererseits sank auch die Menge des pro Zelle produzierten Zytokins. Der Effekt kommt offenbar über einen erhöhten Adrenalinspiegel und die Bindung des Hormons an β2-Adrenorezeptoren auf den Monozyten zustande.

Quelle:

http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=5476&NMID=5476&LANGID=2

Pharmazeutische Zeitung, 10/2017/p42

Kommentar & Ergänzung:

Bewegung ist eine wichtige Säule der Naturheilkunde.

Siehe dazu:

Naturheilkunde – was ist das?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Sport hilft gegen Depressionen

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Sport löst Veränderungen im Gehirn aus, die sonst nur durch Medikamente bewirkt werden

Ein internationales Team von Forschern unter Mitwirkung der Universität Bern hat alle verfügbaren Metaanalysen zum Thema Sport und Depressionen zusammengefasst und deren günstige Wirkung auf Depressionen ausgewertet.

In den westlichen Industrienationen leidet mindestens jede zehnte Person im Verlauf ihres Lebens einmal an Depressionen. Damit handelt es sich bei den Depressionen um die am häufigsten diagnostizierte psychische Erkrankung. Sie beeinflussen die körperliche Gesundheit stärker als Diabetes oder Arthritis.

 

Die Behandlung von Depressionen geschieht üblicherweise mit Medikamenten (Antidepressiva) und Psychotherapie.

Eine aktuelle Veröffentlichung zeigt aber nun, dass Sport und körperliche Aktivität teilweise die gleichen neurophysiologischen Veränderungen anstossen wie Antidepressiva. Eine Vielzahl von Metaanalysen zeigte eine positive Wirkung von Sport und körperlicher Aktivität auf Depressionen.

Sport und körperliche Aktivität bewirken durch neurobiologische Anpassungen verschiedene Veränderungen im Gehirn, die sonst nur durch Medikamente erzielt werden. Arzneimittel zur Therapie von Depressionen setzen ähnlich wie Sport und körperliche Aktivität an der Serotoninaufnahmefähigkeit des Gehirns an. Sie intensivieren die Epinephrinaktivität und bewirken die Ausschüttung verschiedener Faktoren für das Nervenwachstum.

 

Diese Faktoren begünstigen das Zellwachstum im Gehirn und verhindern das Absterben von Zellen im Hippocampus, welches sonst durch Depressionen ausgelöst wird. Sport und körperliche Aktivität führen mit diesen Veränderungen auch zu einer reduzierten Aktivität des Stresshormons Cortisol und wirken damit zum Teil ähnlich wie Psychopharmaka.

Die Wissenschaftler schränken ein, dass die Metaanalysen keine Schlüsse zulassen, wie oft und wie lange wöchentlich Sport getrieben werden sollte. Feststellen konnten sie dagegen, dass die Wirksamkeit von Sport bei Depressionsstörungen größer ist als zum Beispiel bei Angststörungen.

Regelmäßiges Sporttreiben scheint daher gemäss bisherigem Stand der Forschung ein geeignetes Mittel zu sein, um Depressionssymptome zu lindern. Ein Mittel zudem, das kostengünstig ist und nur wenige Nebenwirkungen hat.

 

Ob und in welchem Maß Sport und körperliche Aktivität eine Ergänzung oder sogar Alternative zu Antidepressiva bei leichten Depressionen sein können, muss allerdings noch untersucht werden.

 

Quelle:

http://derstandard.at/2000005634313/Sport-und-koerperliche-Aktivitaet-helfen-gegen-Depressionen

 

Abstract
CNS & Neurological Disorders: Effects of Exercise on Anxiety and Depression Disorders – Review of Meta- Analyses and Neurobiological Mechanisms

 

http://www.eurekaselect.com/122692/article

 

Kommentar & Ergänzung:

Das ist dann also eine Metaanalyse der Metaanalysen – eine Meta-Metaanalyse quasi. Schön, dass es so etwas auch noch gibt.

Im Ernst:

Dass Sport bei Depressionen helfen kann, ist gut dokumentiert. Bei schweren Depressionen dürfte das nicht reichen und ein Hauptproblem des Ansatzes „Sport gegen Depressionen“ liegt darin, dass Depressive krankheitsbedingt oft nicht gerade einfach für Bewegung zu motivieren sind. Bei leichten Depressionen funktioniert das besser und mir scheint vor allem auch wichtig zu beachten, dass regelmässige Bewegung auch eine vorbeugende Wirkung haben könnte.

Bewegung ist im Übrigen ein Grundpfeiler der klassischen Naturheilkunde.

Siehe: Naturheilkunde: Was ist das?

Phytotherapeutisch ist bei leichten und mittelschweren Depressionen auch an Johanniskraut-Extrakt zu denken. Bei den Johanniskrautpräparaten gibt es allerdings grosse Qualitätsunterschiede, die zu beachten sind.

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Ausdauersport ist gut fürs Gehirn

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Sport kann vor geistigem Abbau schützen und hat einen signifikant günstigen Effekt auf die Verhinderung einer Demenz. Das erklärte Professor Dr. Barbara Tettenborn, Chefärztin der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen, in München auf einer Informationsveranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Gemäss der aktuellen Datenlage reduziere sich das Risiko um bis zu 40 Prozent. Das Gehirnvolumen vergrössere sich messbar. Bei Jugendlichen steigere die Teilnahme an Sport die Leistungsfähigkeit des Gehirns.

Tettenborn erklärt, dass der Nutzen von Ausdauersport unabhängig vom Lebensalter sei und es keine Altersgrenze nach oben gebe. Sport wirke auch positiv, wenn man erst im höheren Alter mit dem Training beginne. Ebenso günstig sei gesteigerte Alltagsbewegung.

Die Neurologin wies auf die vielfältigen biologischen Effekte der vermehrten Bewegung hin. Die Blutversorgung des Gehirns steige und der Lipid- und Insulinstoffwechsel werde günstig beeinflusst. Ausdauersport setze zudem Wachstumsfaktoren frei.

Die Professorin rät zu täglich 30 bis 60 Minuten Sport, und zwar vorzugsweise zu Ausdauersport im aeroben Bereich. Das bedeute, dass der Puls sich beschleunigen und der Mensch ins Schwitzen kommen soll. Der Trainierende soll dabei noch reden können.

Ein zusätzliches Krafttraining empfiehlt Tettenborn einmal wöchentlich zum Erhalt der Muskulatur und zur Vorbeugung gegen Verletzungen, sowie ebenfalls zusätzlich einmal pro Woche ein Gleichgewichts- und Geschicklichkeitstraining. Ausdauersport fördere auch die Schlaftiefe und Schlafqualität, umgekehrt verbessere guter Schlaf die sportliche Leistung.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=54149

 

Kommentar & Ergänzung:

Ich zweifle nicht an der Qualität und am Sinn dieser Empfehlungen, doch handelt es sich dabei schon um ein ziemlich umfangreiches Programm.

Gerade diejenigen Menschen, die sich sehr wenig bewegen, und denen Bewegung daher viel bringen würde, werden sich nicht leicht auf ein solches Pensum einlassen.

Diesen „Bewegungsmuffel“ muss man sagen, dass auch schon leichte Bewegung die Lebenserwartung – und oft auch die Lebensqualität – erheblich verbessert:

„Schon wer etwas mehr als eine Stunde pro Woche stramm marschiert, kann seine Lebenserwartung demnach um mehr als ein Jahr steigern.“

Quelle:

http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/sport-selbst-leichte-bewegung-steigert-die-lebenserwartung-deutlich-a-865592.html

 

….und „stramm marschieren“ könnte man ja auch noch ein bisschen netter umformulieren in „zügig gehen“!

Abschliessend soll noch erwähnt werden, dass „Bewegung“ ein Grundelement der Naturheilkunde ist.

Siehe: Was ist Naturheilkunde?

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Krafttraining bessert krebsbedingte Erschöpfung (Fatigue)

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Ein zwölfwöchiges Krafttraining während der Strahlentherapie steigert die Lebensqualität und reduziert die Fatigue-Symptome von Brustkrebs-Patientinnen. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum und im Universitätsklinikum Heidelberg in einer großen Studie mit 160 Teilnehmerinnen.

Der Frage, ob Sport und körperliche Aktivität die Lebensqualität von Krebspatienten steigern können, widmen sich gegenwärtig zahlreicher Untersuchungen. Dabei steht auch die Fatigue im Fokus, jene bleierne Müdigkeit und Erschöpfung, die vielen Krebspatienten zum Teil auch noch Jahre nach Abschluss der Therapie das Leben schwer macht.

Die Möglichkeiten, diese schwerwiegende Begleiterscheinung vieler Krebserkrankungen zu lindern, sind zur Zeit noch sehr beschränkt.

Wissenschaftler um Prof. Dr. Karen Steindorf im Deutschen Krebsforschungszentrum und im Universitätsklinikum Heidelberg untersuchten nun, ob Krafttraining bereits im Verlaufe der Strahlentherapie Brustkrebs-Patientinnen helfen kann, Fatigue-Symptomen vorzubeugen oder sie zu mildern. Sportangebote haben häufig schon allein durch das Gruppenerlebnis einen günstigen Effekt für die Patientinnen. Die Forscher in Heidelberg wollten mit ihrer Studie deshalb untersuchen, ob es neben diesen psychosozialen Effekten auch weitergehende positive Auswirkungen eines Sporttrainings auf die Fatigue und auf die allgemeine Lebensqualität gibt. Deshalb wählten sie ein spezielles Studiendesign und verglich das Krafttraining mit einem ebenfalls gruppenbasierten Entspannungstraining. Die insgesamt 160 teilnehmenden Brustkrebspatientinnen wurden per Zufallsentscheid der Sport- oder der Entspannungsgruppe zugeteilt. Sie trainierten jeweils zweimal wöchentlich je eine Stunde. Vor Beginn und nach Abschluss des Trainings nach zwölf Wochen gaben die Patientinnen in einem detaillierten Fragebogen Auskunft über ihr psychisches und physisches Befinden. Zudem wurde ihre Fitness getestet.

 

Krafttraining vermindert Erschöpfungssymptome

Die Studie ergab, dass Brustkrebspatientinnen der Sport-Gruppe signifikant weniger unter Erschöpfungssymptomen litten, zudem verbesserten sich wichtige Teilaspekte der Lebensqualität, sowie – was zu erwarten war – die Körperkraft. In Bezug auf emotionale und kognitive Parameter zeigten sich dagegen keine Differenzen zwischen Krafttrainingsgruppe und Entspannungsgruppe. Das überraschte die Wissenschaftler kaum, denn auch die Entspannungsübungen verbessern das psychische Wohlergehen der Patientinnen, so dass die Forscher keinen großen Unterschied zwischen beiden Gruppen in diesem Bereich erwartet hatten. In der Gesamtauswertung ergab das Sporttraining jedoch viel bessere Resultate. Krafttraining sei offenbar eine wirksame Methode, um den belastenden Fatigue-Symptomen bei Brustkrebspatientinnen vorzubeugen oder sie zu lindern, schliessen die Forscher aus ihren Resultaten. Die Patientinnen profitieren zudem auch in ihrem Alltagsleben von einer besseren körperlichen Leistungsfähigkeit. Die Daten der Studie sind offenbar so überzeugend, dass die Forscher empfehlen, Krafttraining schon therapiebegleitend in die Routineversorgung von Brustkrebspatientinnen aufzunehmen. Sie vermuten zudem, dass die Patientinnen gleich doppelt profitieren: von den eigentlichen Kraftübungen ebenso wie von den psychosozialen Effekten eines Trainings in der Gruppe.

Quelle:

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=43855

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum

K. Steindorf, M. E. Schmidt, O. Klassen et al. 
Randomized Controlled Trial of Resistance Training in Breast Cancer Patients Receiving Adjuvant Radiotherapy: Results on Cancer-related Fatigue and Quality of Life. 
Annals of Oncology 2014, DOI: 10.1093/annonc/mdu374

 

Kommentar & Ergänzung:

Dass die Forscher in dieser Studie direkt Krafttraining mit Entspannungstraining verglichen, scheint mir sehr aufschlussreich.

Fatigue ist ein schwierig zu beeinflussendes Phänomen, so dass jeder Klärungsschritt zu begrüssen ist.

Auch in der Phytotherapie gibt es keinen „Knüller“, also keinen Tipp, mit dem sich die Fatigue sicher und deutlich bessern lässt. Immer wieder diskutiert und auch untersucht hinsichtlich Fatigue wird vor allem Ginseng.

Hier zum Thema ein paar weitere Beiträge:

Onkologie / Palliative Care: Was hilft bei Fatigue? 

Ginseng-Behandlung reduziert Fatigue-Symptome bei Krebserkrankungen 

Onkologie: Fatigue & Roter Ginseng

Ginseng lindert Fatigue bei Krebskranken 

Tipps für Krebskranke aus der komplementären Onkologie

Gut dosierter Sport lindert Müdigkeit bei Krebs und Fibromyalgie

 

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Onkologie / Palliative Care: Was hilft bei Fatigue?

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Mit dem Begriff „Fatigue“ bezeichnet man ein Erschöpfungs-Syndrom mit außerordentlicher Müdigkeit, mangelnder Energiereserven oder einem massiv erhöhten Ruhebedürfnis, das absolut unverhältnismäßig zur vorausgegangenen Aktivität ist. Leitsymptome der Fatigue sind Müdigkeit und Erschöpfung. Aber auch Leistungsschwäche und Depression sind charakteristisch für das Beschwerdebild.

Die Bezeichnung Fatigue wird in der Medizin in verschiedenen Zusammenhängen verwendet.

In der Onkologie ist das Fatigue-Syndrom eines der häufigsten und zugleich das am stärksten belastende Begleitsymptom der Krebserkrankung und ihrer Therapie. Stärker noch als unter Schmerzen leiden viele Patienten unter der extremen Erschöpfung. Dennoch bleibt die Fatigue oft unerkannt und unbehandelt.

Zur Entstehung des Fatigue-Syndroms schreibt Wikipedia:

„Die Pathogenese des Fatigue-Syndroms bei Krebs ist bislang nicht eindeutig geklärt. Überwiegend wird von einer multifaktoriellen Genese ausgegangen, an der bei Krebskranken auch psychologische Faktoren, Blutbildveränderungen und Ernährungseinflüsse beteiligt sind. Bei ihnen wird die Fatigue durch die Erkrankung selbst oder im Zusammenhang mit einer Chemotherapie oder Bestrahlung ausgelöst. Sie hält meist Wochen bis Monate über den Behandlungszeitraum hinaus an und beeinträchtigt die Lebensqualität oft erheblich.“

Die Behandlung der Fatigue ist oft schwierig. Die „ÄrzteZeitung“ berichtet über das Thema.  Vor allem Anderen müssten eine Bewegungstherapie, etwa mit Ausdauer- oder Krafttraining, und eine psychoonkologische Begleitung gewährleistet sein, berichtete Dr. Axel Eustachi vom Kompetenzzentrum für Komplementärmedizin und Naturheilkunde (KoKoNat) der TU München.

Er wies auf eine britische Studie hin, in der Daten von 20 Studien, 15 davon randomisiert und kontrolliert, analysiert wurden, um die Wirksamkeit komplementärer und alternativer Medizin (CAM, complementary and alternative medicine) bei Tumor-Fatigue zu beurteilen (Integr Cancer Ther. 2013; 12(4):276-90).

Resultat:

„Begleitend neben Chemo- oder Strahlentherapie erwiesen sich Hypnose, Ginseng- und Guaranabehandlung als effektiv. Akkupunktur hingegen zeigte einen deutlichen Effekt nach Beendigung der Chemo- oder Strahlentherapie. Zudem gab es Hinweise auf die Effektivität von Massage in dieser Therapiesituation.

Qi Gong zeigte sowohl während wie auch nach der konventionellen Therapie positive Wirkung auf Fatigue. Hinsichtlich Therapie-Kombinationen konnte die Studie keine Ergebnisse liefern. Problematisch war auch die kurze Nachbeobachtungszeit von weniger als drei Monaten.“

Wichtig sei es, die Kombinierbarkeit mit der laufenden onkologischen Standardtherapie abzuklären und mögliche Wechselwirkungen auszuschließen, erklärte Eustachi. So enthalte Ginseng zum Beispiel Substanzen, die mit unklarer Wirkung an Östrogenrezeptoren andocken könnten. Deshalb sei Ginseng bei Östrogenrezeptor-positivem Brustkrebs besser zu meiden.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/article/855721/onkologie-hilft-fatigue.html?sh=1&h=-402959452

http://spcare.bmj.com/content/1/Suppl_1/A12.2.abstract

Kommentar & Ergänzung:

Zu Guarana: Der mehrjähige Guarana-Strauch Paullinia cupana var. sorbilis aus der Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) ist im Amazonasgebiet in Brasilien heimisch und wird in weiteren südamerikanischen Staaten kultiviert.

Als Arzneimittel verwendet werden die vom Samenmantel und der Samenschale befreiten, getrockneten und gerösteten Samenkerne (Guaranae semen). Guarana enthält Coffein und wird wie Kaffee gegen Müdigkeit und zur Leistungssteigerung eingenommen.

Zu Ginseng:

Ginsengextrakte sollten nicht zusammen mit Koffein enthaltenden Präparaten wie Guarana verwendet werden, da dies zum „Ginsengmißbrauchsyndrom“ mit Bluthochdruck, Nervosität, Schlaflosigkeit, morgendlicher Diarrhoe, Ödemen und Euphorie führen könnte.

Siehe auch:

Ginseng lindert Fatigue bei Krebskranken

Onkologie: Roter Ginseng bei Fatigue

Ginseng-Behandlung reduziert Fatigue-Symptome bei Krebserkrankungen

Ausserdem zu Fatigue:

Gut dosierter Sport lindert Müdigkeit bei Krebs und Fibromyalgie

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Tipps zur Naturverträglichkeit von Skitouren und Snowboarden

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Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Deutschland informiert mit dem Onlineportal „NaturSportInfo“ über Auswirkungen von Natursport auf die Tier- und Pflanzenwelt und deren Lebensräume

Das Portal wurde gerade komplett modernisiert. Wer Sport in der Natur betreibt, kann sich hier kundig machen, wie sich sportliche Aktivitäten möglichst naturverträglich gestalten lassen.

Das Internetportal informiert umfassend über die Folgen von Natursportaktivitäten auf Naturlebensräume und zeigt, wie Natursportarten naturverträglich ausgeübt und Konflikte vermieden werden können.
Die möglichen Auswirkungen des Skisports auf die Natur sind häufig nicht genügend bekannt. Skifahrern ist oft nicht bewusst, wenn sie sich in weitgehend störungsfreien und unerschlossenen Gebirgsregionen bewegen, die auch sensibler Lebensraum von Wildtieren wie Auerhuhn, Birkhuhn und Schneehuhn sind. Diese Tiere sind ausgesprochen störungsempfindlich. Das Auerhuhn beispielsweise zeigt auch bei häufigen Begegnungen kaum eine Gewöhnung an den Menschen und hat eine Fluchtdistanz von bis zu 500 Metern.

Auch die dünne Vegetationsdecke im Gebirge ist an manchen Stellen gefährdet und  kann durch das Skifahren verletzt werden, was oftmals großflächige Erosion zur Folge hat. Das Onlineportal NaturSportInfo zeigt hier Möglichkeiten auf, wie Wintersport auf eine für die Natur verträgliche Weise betrieben werden kann.

Schutz- und Schongebiete für Pflanzen und Tiere sollten selbstverständlich respektiert und entsprechend gemieden werden. Es wird empfohlen, sich an ausgewiesene Wege, Pisten und Loipen sowie gekennzeichnete naturverträgliche Skirouten zu halten.

Die Datenbank Onlineportal „NaturSportInfo“  umfasst Beschreibungen von aktuell 30 Natursportarten und deren Auswirkungen auf den Naturraum. Verknüpft damit ist eine Auflistung der betroffenen Lebensräume und der dort vertretenen Tier- und Pflanzenarten. Fachinformationen für Akteure aus Natursport und Naturschutz sowie für speziell Interessierte bieten die Rubriken Fachliteratur und Konfliktlösungen. Das Angebot wird laufend erweitert und aktualisiert.

Das Portal ist erreichbar via www.natursportinfo.de.

Quelle:

http://idw-online.de/pages/de/news568292

Kommentar & Ergänzung:

Für die Tier- und Pflanzenwelt vor allem der Alpen ist es wichtig, dass solche Informationen angeboten und von den Natursportlern auch aufgenommen werden.

Seit Jahren werden die Alpen mehr und mehr zum Sportgerät und damit stark instrumentalisiert. Sie bekommen so einen ähnlichen Status wie eine Maschine im Fitnesscenter oder ein Bock in der Turnhalle. Dabei geht es immer weniger um eine Begegnung mit einem Lebensraum und seinen menschlichen, tierischen und pflanzlichen Bewohnerinnen und Bewohnern. Der Lebensraum ist nur noch die Folie, auf der eine sportliche Leitung erbracht wird. Die Sensibilität für den Lebensraum verschwindet bei einem zunehmenden Teil der Nutzerinnen und Nutzer.

Das ist heikel im Sommer, vor allem aber auch im Winter. Vögel, Gämsen, Steinböcke, Rehe und Hirsche haben in den Bergen im Winter ein Energieproblem. Jede zusätzliche Flucht kostet viel Kraft.

Bis zu einem gewissen Grad gewöhnen sich die Tiere in den Alpen an Menschen, sofern diese sich an die gleichen Wege und Pisten halten.

Schneesportler, welche die grenzenlose Freiheit suchen, und jenseits der Pisten Ski fahren und Snowboarden oder mit den Schneeschuhen quer durch die Landschaft laufen, versetzten dagegen die Tierwelt durch ihr überraschendes Auftauchen in helle Aufregung.

P.S.: Für den Winter habe ich keine Naturkurse anzubieten – aber wenn Sie im Frühling und Sommer auf naturverträgliche Art faszinierende Lebensräume in den Bergen und im Flachland kennenlernen möchten, dann schauen Sie sich einmal in meinem Kursprogramm die Exkursionsangebote an.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Energy-Drinks verstärken Kontraktionen der linken Herzkammer

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Energy-Drinks, die viel Koffein enthalten, können die Art und Weise beeinflussen, wie das Herz schlägt. Zu diesem Resultat kommt eine Studie der Universität Bonn. Die Forscher untersuchten die Herzen von 17 Personen eine Stunde nach der Einnahme eines Energy-Drinks mit bildgebenden Verfahren.

Die Untersuchungen zeigten, dass die Kontraktionen des Herzens stärker geworden waren. Insbesondere Kinder und Herzkranke sollten die Energy-Drinks nicht konsumieren.

Insbesondere Kinder und Menschen mit einem unregelmäßigen Herzschlag sollten Energy-Drinks meiden, konstatiert Teamleiter Jonas Dorner.

Im Rahmen der Jahrestagung der Radiological Society of North America betont der Wissenschaftler, dass bisher noch nicht genau geklärt ist, welche Auswirkungen diese Getränke auf die Funktion des Herzens haben. Die Koffeinmenge sei bis zu drei Mal höher als bei anderen koffeinhaltigen Getränken wie Kaffee oder Coca-Cola. Es gebe zahlreiche Nebenwirkungen, die mit dem Konsum hoher Koffeinmengen in Zusammenhang stehen. Dazu zählen ein erhöhter Herzschlag, Herzklopfen, ein Anstieg des Blutdrucks sowie Krämpfe oder der plötzliche Tod.

Die Forscher verabreichten den Probanden ein Getränk, das 32 Milligramm Koffein auf 100 Milliliter und 400 Milligramm Taurin enthielt. Die Wissenschaftler konnten aufzeigen, dass die linke Herzkammer eine Stunde nach der Einnahme stärker kontrahierte. Sie ist dafür verantwortlich, dass das Blut durch den Organismus gepumpt wird.

Damit sei belegt, dass Energy-Drinks eine kurzfristige Auswirkung auf die kardiale Kontraktilität haben. Ungeklärt ist bisher allerdings, welche Auswirkungen das auf Alltagsaktivitäten oder die Leistungsfähigkeit beim Sport hat. Auch über allfällige Auswirkungen bei Menschen mit Herzerkrankungen gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse.

Quelle:

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=42016

Kommentar & Ergänzung.

Energy-Drinks werden als Stimulantien bei geistigen oder körperlichen Anstrengungen eingesetzt und sind vor allem bei Jugendlichen beliebt.

Der bekannteste Energy-Drink heisst Red Bull® und ist in der Schweiz seit 1994 zugelassen. Energy Drinks sind Kalorienbomben, abgesehen von den Varianten, die statt Zucker künstliche Süssstoffe enthalten. Eine Dose Red Bull® enthält mehr als 27 g Zucker (11%) – das sind mehr als 6 Stück Würfelzucker – und 80 mg Coffein, was einer leichten Tasse Kaffee entspricht.

Energy Drinks sollen nicht oder nur mit Mass zusammen mit anderen Getränken eingenommen werden, die ebenfalls Coffein enthalten, beispielsweise mit Cola, Kaffee, Guarana oder Schwarztee.

Populär ist die Kombination von Energy Drinks mit Alkohol, zum Beispiel mit Wodka, was aber problematisch ist.

Das stimulierende Coffein und der süsse Geschmack können bewirken, dass der Alkohol und seine toxischen Effekte weniger wahrgenommen werden. Dadurch wird mehr getrunken, was die Gefahr für Alkohol-verursachte Gesundheitsprobleme und Unfälle steigern kann.

In der Literatur sind einige Fälle beschrieben, in denen die Kombination mehrerer Energy Drinks mit Alkohol zum Tod führte.

(Quelle: Pharmawiki)

Darüber berichtete unter anderem das „Ärzteblatt“:

„Im November letzten Jahres schlug die Substance Abuse and Mental Health Services Administration (SAMHSA) Alarm. Nach eine Studie der Behörde, die dem US-Gesundheitsministerium unterstellt ist, hat sich die Zahl der Notfallaufnahmen, die von den Ärzten mit dem Konsum von Energydrinks in Verbindung gebracht wurden, zwischen 2005 und 2009 mehr als verzehnfacht (DAWN-Report).

Im Dezember 2011 starb dann im US-Staat Maryland ein 14-jähriges Mädchen. Es hatte über zwei Tage größere Mengen Monster Energy getrunken, das pro Dose 240 mg Koffein enthält. Die Gerichtsmediziner diagnostizierten als Todesursache eine kardiale Arrhythmie durch Koffeinintoxikation auf dem Boden eines vorbestehenden Herzleidens. Das Mädchen litt laut Medienberichten an einem Ehler-Danlos-Syndrom. Die autosomal-dominante vererbte Bindegewebserkrankung geht in einer „vaskulären“ Variante auch mit Herzklappenfehlern und anderen kardialen Komplikationen einher. Das Mädchen habe von der Erkrankung gewusst, hieß es. Die Ärzte hätten ihr aber den Genuss von Koffein nicht verboten.“

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/52145/Tod-eines-US-Teenagers-Wie-sicher-sind-Energydrinks

Eine Koffeindosis von 240 mg pro Dose ist allerdings auch ein Hammer.

Der gelegentliche und moderate Konsum von Energy-Drinks scheint unproblematisch zu sein. Exzessiver Konsum, die Einnahme zusammen mit Alkohol und bei vorbestehenden Herzerkrankungen könnte aber Risiken mit sich bringen. Kinder unter 12 Jahren sollten keine Energy-Drinks konsumieren.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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www.phytotherapie-seminare.ch

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Rote Beete (CH: Randen) zur Blutbildung?

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Immer wieder zu hören ist die Vorstellung, dass Rote Beete – in der Schweiz Rande oder Randen genannt – die Blutbildung fördere und bei Eisenmangel bzw. „Blutarmut“  zu empfehlen sei. Diese Idee basiert wohl auch der dunkelroten Farbe der Roten Beete, die mit Blut assoziiert wird.

Die intensiv rote Farbe hat allerdings weder mit Eisen noch mit Blut zu tun. Verantwortlich dafür ist das Glykosid Betanin. Als Lebensmittelfarbstoff ist Betanin unter der Bezeichnung „E 162“ als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen und wird als Lebensmittelfarbe verwendet – zum Beispiel im Joghurt.

Zudem ist es mit dem Eisengehalt der Roten Beete nicht sehr weit her. Er beträgt 1 mg pro 100 g Rote Beete. Damit wird sie von vielen pflanzlichen Nahrungsmitteln übertroffen. Karotten, Feldsalat, Grünkohl oder Erbsen beispielsweise schneiden mit zwei Milligramm Eisen in 100 Gramm besser ab. Besonders hoch ist der Eisengehalt mit sechs bis sieben Milligramm pro 100 Gramm in Linsen oder weißen Bohnen.

Die besten Eisenquellen sind allerdings Fleisch und Fisch. In ihnen steckt zweiwertiges Eisen, das vom Darm zwei- bis dreimal besser aufgenommen wird als das dreiwertige Eisen aus Pflanzen.

Quelle:

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/mythos-medizin-foerdert-rote-bete-die-blutbildung-a-931560.html

Kommentar & Ergänzung:

Wenn Rote Beete / Randen keine Wirkung auf die Blutbildung hat, schliesst das natürlich nicht aus, dass sie als Gemüse gesund sind.

Zudem gibt es ein paar interessante Forschungsergebnisse zu Rote Beete / Randen.

Siehe dazu:

Rote Beete (CH: Randen) reduziert Blutdruck

Rote Beete / Randen reduziert Blutdruck

Rote-Beete-Saft / Randensaft: Legales Doping bei Radrennen?

Randensaft / Rote-Beete-Saft senkt Blutdruck

Randensaft / Rote-Beete-Saft kann Lungenkranke bei Fitnessprogramm unterstützen

Randensaft / Rote-Beete-Saft steigert sportliche Ausdauer

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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