Beiträge

Gemüsesaft aus Spinat und Rucola bessert chronische Zahnfleischentzündungen

Diesen Artikel teilen:
FacebookTwitterGoogle+ Share

Blattgemüse mit hohem Nitratgehalt gilt bislang als problematisch. Doch der kritisch betrachtete Inhaltsstoff hat auch gesundheitsfördernde Eigenschaften. Das zeigt eine vor kurzem publizierte Studie der Universität Hohenheim und des Universitätsklinikums Würzburg. Nitrat aus einem handelsüblichen Gemüsesaft kann den Verlauf chronischer Zahnfleischentzündungen schon nach nur zwei Wochen merklich verbessern.

Nitrat häuft sich in den Blättern an und spielt eine bedeutende Rolle für Wachstum und Gesundheit der Pflanzen. Deshalb gehören zahlreiche Blattgemüse wie Rucola, Spinat, Mangold und verschiedene Blattsalate zu den wichtigsten Nitratquellen in der Ernährung des Menschen.

Nitrat an sich ist nicht gesundheitsschädlich, doch der Verzehr von nitratreichen Lebensmitteln gilt bisher als problematisch, weil Verdauungsprozesse Nitrat unter gewissen Umständen zu Nitrit, Stickoxiden und sogenannten Nitrosaminen umsetzen. Vor allem die Nitrosamine gelten als stark krebserregend und werden mit der Entstehung von Speiseröhren- und Magenkrebs in Verbindung gebracht.

Studien der letzten Jahre haben beim Verzehr von nitratreichen Blattgemüsen jedoch zunehmend gesundheitsfördernde Effekte gezeigt.

Wird Nitrat nämlich zusammen mit Vitamin C aufgenommen, unterbleibt die Nitrosaminbildung. Das ist in der Regel auch der Fall.

Pflanzliche Lebensmittel enthalten meist genügende Mengen an natürlichem Vitamin C. Daher muss die Nitrataufnahme aus Blattgemüsen ganz anders bewertet werden als bei gepökelten Fleischwaren, denen die Zusatzstoffe Nitrat bzw. Nitrit hinzugefügt werden.

Ein Team um den Lebensmittelwissenschaftler Prof. Dr. Reinhold Carle von der Universität Hohenheim zeigte jetzt gemeinsam mit dem Parodontologen Prof. Dr. Ulrich Schlagenhauf vom Universitätsklinikum Würzburg, dass dieses Nitrat aus Gemüsepflanzen sogar gesundheitsfördernde Eigenschaften entfalten kann. Die Studie wurde vor kurzem im Journal of Clinical Periodontology publiziert.

Die Wissenschaftler teilten total 44 Teilnehmer mit chronischer Zahnfleischentzündung zunächst in zwei Gruppen. Die erste Gruppe von 21 Personen nahm dabei über einen Zeitraum von zwei Wochen dreimal täglich ein von Prof. Dr. Carle und seinem Team entwickeltes Placebo-Salatsaftgetränk ein.

Durch ein spezielles Adsorberverfahrens war das natürlicherweise enthaltene Nitrat zuvor aus dem Placebo-Getränk entfernt worden.

Die zweite Gruppe von 23 Testpersonen bekam in gleichen zeitlichen Abständen das identische Testgetränk mit der ursprünglich enthaltenen Nitratmenge.

Prof. Dr. Ulrich Schlagenhauf und die Zahnärztin Dr. Yvonne Jockel-Schneider vom Universitätsklinikum Würzburg untersuchten die Versuchspersonen jeweils am Anfang der Studie sowie erstmals nach 14 Tagen und waren erstaunt über die Unterschiede. Schon nach zwei Wochen waren deutliche und statistisch signifikante Verbesserungen bei den Zahnfleischentzündungen der Patienten aus der „Nitrat-Gruppe“ zu beobachten. In der Placebogruppe, also in der Gruppe, in der das Nitrat im Testgetränk entfernt wurde, konnten dagegen keine Verbesserung festgestellt werden.

 

Nitratreicher Gemüsesaft regt natürlichen Nitrat-Nitrit-NO-Stoffwechsel a

Den Wirkmechanismus erklären die Wissenschaftler so:

Mit der Nahrung aufgenommenes Nitrat wird schnell im Magen und dem oberen Dünndarm aufgenommen und danach über das Blut zu den Speicheldrüsen transportiert. Ein gutes Viertel des resorbierten Nitrats wird dort in den Speichel abgegeben. Dadurch ist die Nitratkonzentration im Mundraum nicht nur beim Trinken des Salatsaftgetränks, sondern auch während eines längeren Zeitraums deutlich messbar erhöht. Gewisse Bakterien, die im gesamten Rachenraum und vor allem in den Zahnzwischenräumen vorkommen, wandeln das Nitrat in Nitrit um. Letzteres wirkt einerseits selbst antimikrobiell und könnte durch die Hemmung schädlicher Bakterien direkt zur Linderung der Zahnfleischentzündung beitragen.

Darüber hinaus wird Nitrit aber auch zu Stickstoffmonooxid (NO) umgewandelt. NO gilt als blutdrucksenkend, durchblutungsfördernd und kann im Organismus entzündungshemmende Vorgänge auslösen. Die Studienresultate könnten die Gesundheitsdebatte über Nitrat aus pflanzlichen Lebensmitteln neu entfachen. Prof. Dr. Carle weist darauf hin, dass weder die Weltgesundheitsorganisation noch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit vom Verzehr von Blattgemüsen abraten, vor allem wenn man sich nicht ausschließlich auf den besonders nitratreichen Rucola beschränkt, sondern verschiedene Blattsalate und Blattgemüse ausgewogen zusammenstellt und zubereitet.

Quelle:

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=48807

Universität Hohenheim

Literaturhinweis:

Jockel-Schneider Y, Goßner SK, Petersen N et al. Stimulation of the nitrate-nitrite-NO-metabolism by repeated lettuce juice consumption decreases gingival inflammation in periodontal recall patients: a randomized, double-blinded, placebo-controlled clinical trial; The Journal of Clinical Periodontology, doi: 10.1111/jcpe.12542.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26969836

 

Kommentar & Ergänzung:

Dass Nitrat in Salat und Gemüse auch positive Wirkungen auf die Gesundheit haben kann, ist eine eher überraschende Perspektive. Nitrat wird sonst vor allem als Problemfaktor thematisiert, weil die Umwandlung im Verdauungstrakt zu Nitrit, Stickoxiden und sogenannten Nitrosaminen krebsfördernd wirken könnte.

Forschung zu positiven Effekten von Nitrat gibt es schon zur Roten Beete (CH: Randen), beispielsweise gegen Bluthochdruck und Karies.

Siehe dazu:

Randensaft (Rote Beete) senkt Blutdruck

http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/08/08/randensaft-rote-beete-senkt-blutdruck.html

http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2015/11/19/rote-bete-saft-gegen-karies.html

http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/07/15/rote-beete-saft-randensaft-legales-doping-bei-radrennen.html

Randensaft (Rote-Beete-Saft) steigert sportliche Ausdauer

http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/08/08/randensaft-rote-beete-steigert-sportliche-ausdauer.html

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

Diesen Artikel teilen:

Nicht übertreiben mit Antioxidantien!

Diesen Artikel teilen:

Antioxidantien werden immer noch ziemlich pauschal als gesund propagiert, weil sie freie Radikale abfangen. Glaubt man der Propaganda, sollen sie vor Krebs, Herzerkrankungen und vielem mehr schützen und uns zudem als Anti-Aging-Mittel vor dem Älterwerden bewahren.

Seit einigen Jahren mehren sich allerdings die Hinweise darauf, dass die Situation nicht so einfach in ein Schwarz-weiss-Schema eingeordnet werden kann: Hier die guten Antioxidantien und dort die bösen freien Radikale.

Auf diesen Punkt kommt auch der Arzneipflanzenforscher Prof. Dr. Kurt Hostettmann (Universität Genf) in einem Interview zu sprechen:

„Noch etwas anderes: man spricht so viel von Antioxidantien und dass man sie in grossen Mengen einnehmen muss, um Krebs zu verhindern oder die Alterung zu stoppen. Jedoch gibt es aktuelle Arbeiten, die darauf hinweisen könnten, dass eine übermässige Einnahme von Antioxidantien, einen pro-oxidierenden Effekt haben könnten und dadurch die Alterung und die Entwicklung von Krebs fördern könnten. Im amerikanischen Magazin „ New Scientist“ vom 19.März 2013, hat James Watson, der den Nobelpreis der Medizin für die Entdeckung der DNA-Struktur erhalten hat, folgende Frage gestellt: Fördern Antioxidantien Krebs? Darüber sollte man nachdenken…!“

Quelle:

http://de.pharmapro.ch/N21580/interview-mit-prof-dr-kurt-hostettmann.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Prof. Hostettmann spricht hier einen wichtigen Punkt an und die Aussage von James Watson im „New Scientist“ hat schon für einigen Gesprächsstoff gesorgt.

Bekannte und oft propagierte Antioxidantien sind beispielsweise:

– Vitamin C, Vitamin E;

– Polyphenole, zum Beispiel Flavonoide wie Anthocyane (blaue Farbstoffe aus Heidelbeeren, Schwarzen Johannisbeere, Brombeeren etc.), Epigallocatechingallat (EGCG) aus Grüntee, Resveratrol aus Rotwein;

– Carotinoide wie Lycopin (aus Tomaten), Betacarotin (aus Karotten, Aprikosen u. a.), Lutein (in dunklen Blatttgemüsen wie Grünkohl, Spinat).

Dass solche Antioxidantien im Rahmen einer vielfältigen, abwechslungsreichen Ernährung wohl gesund sind, ist eine plausible Annahme. Bei den Vitaminen brauchen wir eine gewisse Zufuhr von aussen, weil wir sie nicht selber herstellen können. Bei den Antioxidantien ohne Vitamincharakter ist nicht der einzelne Stoff notwendig. Sie können sich wohl in ihrer antioxidativen Funktion weitgehend ersetzen.

Heikler wird die Sache, wenn Antioxidantien isoliert in höheren Dosierungen als Nahrungsergänzungsmittel konsumiert werden.

In den letzten Jahren haben sich die Hinweise zunehmend verdichtet, dass in solchen Fällen nicht nur der Nutzen der Antioxidantien in Frage steht, sondern möglichweise gar mit negativen Konsequenzen für die Gesundheit zu rechnen ist.

Siehe dazu beispielsweise:

Experimente stärken Zweifel am Nutzen von Antioxidantien

Schwächen Antioxidantien die Muskelfunktion

Selen kann Prostatakrebsrisiko steigern 

Oxidativer Stress weniger schädlich als gedacht 

Antioxidantien fördern möglicherweise Diabetes 

Mit Nahrungsergänzungsmitteln höheres Sterberisiko

 

Es kann ja nun nicht darum gehen, nun im Umkehrschluss die Antioxidantien als Bösewichte hinzustellen.

Aber es ist doch wohl sinnvoll, immer wieder einmal festzuhalten:

Nahrungsergänzungsmittel mit Antioxidantien sind vermutlich in den meisten Fällen einfach zum Fenster hinausgeschmissenes Geld. Man könnte sich etwas Sinnvolleres damit gönnen. Und möglicherweise sind diese Produkte in manchen Bereichen sogar eher schädlich, vor allem wenn man gleich mehrere Präparate kombiniert, was nicht selten vorkommt.

Meine Empfehlung daher: Cool bleiben, wenn die Werbung uns mal wieder einreden will, dass wir nur gesund und jung bleiben können, wenn wir die Präparate X, Y und Z täglich einnehmen.

Und wer unumstösslich überzeugt davon ist, dass er oder sie solche Nahrungsergänzungsmittel braucht, kann zu mindestens die Dosierung halbieren: Schont den Geldbeutel, minimiert das Risiko.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

Diesen Artikel teilen:

Rangliste der gesündesten Gemüse- und Obstarten: Spitzenplatz für die Brunnenkresse

Diesen Artikel teilen:

Eine Forscherin der William Paterson University in New Jersey hat eine Rangliste der gesündesten Gemüse- und Obstsorten erstellt. Eine Zusammenfassung der Studie wurde in der Onlineversion des Fachmagazins Preventing Chronic Disease veröffentlicht. Jennifer Di Noia analysierte 47 Gemüse- und Obstsorten auf 17 Nährstoffe wie zum Beispiel Calcium, Eisen, Zink und Vitamine.

Die Wissenschaftlerin beurteilte die untersuchten Pflanzen danach, wie hoch der Anteil der wichtigen Inhaltsstoffe in dem jeweiligen Gemüse oder Obst (pro 100 Gramm) ist und inwiefern damit der tägliche Bedarf an den jeweiligen Stoffen gedeckt wird. Zehn Prozent oder mehr des täglichen Bedarfs musste ein Gemüse oder Obst aufweisen, um in das Ranking aufgenommen zu werden. Dadurch Von fielen von 47 untersuchten Pflanzenarten sechs durch das Raster: nämlich Himbeere, Mandarine, Cranberry, Knoblauch, Zwiebel und Blaubeere.

Als Spitzenreiter auf Platz eins ihrer Liste sieht die Wissenschaftlerin die Brunnenkresse (Nasturtium officinale). Sie deckt nach Di Noias Berechnung 100 Prozent des Tagesbedarfs der im Ranking ausgewerteten wichtigen Nährstoffe ab.

Die weitere Rangliste der ersten 10 Gemüse – Obst schaffte es keines auf einen Spitzenplatz – mit Prozentangaben zum jeweils gedeckten Tagesbedarf:

2. Chinakohl (fast 92 Prozent)

3. Mangold (90 Prozent)

4. Rote Beete (= Randen, 87 Prozent)

5. Spinat (fast 87 Prozent)

6. Chicoree (73 Prozent)

7. Kopfsalat (fast 71 Prozent)

8. Petersilie (fast 66 Prozent)

9. Romana-Salat (63 Prozent)

10. Markstammkohl (62 Prozent)

 

Quelle:

http://www.fr-online.de/ernaehrung/studie-diese-zehn-gemuesesorten-sind-am-gesuendesten,9563634,27862246.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Na dann, Gratulation an die Brunnenkresse. Das hat sie fraglos verdient. Die Brunnenkresse war früher wichtig als Vitamin-C-Lieferant, weil sie schon im Winter geerntet werden kann.

Die Rangliste als Ganzes ist allerdings nicht sehr aussagekräftig.

Die Forscherin Di Noia räumt selber ein, dass das Ranking nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Sekundäre Pflanzenstoffe, die ebenfalls einen günstigen Effekt auf die Gesundheit haben können, wurden wegen der mangelnden Datenlage nicht berücksichtigt. Das ist zwar nachvollziehbar, weil es bei sekundären Pflanzenstoffen keinen festgelegten Tagesbedarf gibt, den man für solche Berechnungen heranziehen könnte. Dieser Ausschluss verzerrt die Rangliste aber schon arg. Wären sekundäre Inhaltsstoffe (z. Bsp. Flavonoide, Anthocyane, Glukosinolate) mitberücksichtigt worden, hätten es auch Obstsorten in die Spitzenränge geschafft.

Sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide oder Glukosinolate (Senfölglykoside) sind auch wichtige Wirkstoffe in der Phytotherapie.

Die Brunnenkresse zum Beispiel enthält wie auch Kapuzinerkresse, Rettich und Meerrettich Glukosinolate mit antimikrobieller Wirkung. Auch für die gesunden Wirkungen von Kohlarten (z. B. Blumenkohl, Brokkoli) dürften Senfölglykoside eine Rolle spielen.

Sie dazu:

Glukosinolate aus Brokkoli & Co. im Fokus der Forschung

Senfölglykoside gegen Infektionen

Wirkstoffkunde: Was sind Senfölglykoside? / Welche Wirkung haben sie? 

Kräuter und ihre Wirkungen: Kapuzinerkresse 

Phytotherapie: Kapuzinerkresse zur Arzneipflanze des Jahres 2013 gewählt

Senföle aus Meerrettich und Kapuzinerkresse hemmen Grippeviren vom Typ H1N1  

Brokkoli-Wirkstoffe unterstützen Krebstherapie

Kapuzinerkresse: Breitbandantibiotikum aus der Natur

 

Bei der gesundheitlichen Wirkung der sekundären Pflanzenstoffe geht es eher darum, dass wir eine breite Palette davon einnehmen (sofern sie nicht toxisch sind).

Deshalb ist auch bei Gemüse und Obst Abwechslung ein gutes Motto. Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln wollen uns nicht selten einreden, dass wir einen ganz bestimmten sekundären Pflanzenstoff in hohen Mengen brauchen – nämlich den, der unzufälligerweise gerade in ihren Produkten enthalten ist. In solchen Fällen scheint mir eher Skepsis angebracht.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

Diesen Artikel teilen:

Ist Rüeblisaft (= Möhrensaft, = Karottensaft) wirklich gut für die Augen?

Diesen Artikel teilen:

N-TV stellte dem praktizierenden Augenarzt Georg Eckert aus Ulm die Frage, ob Möhrensaft die Sehleistung steigern könne.

Hier die Antwort:

„‚Das kann man tatsächlich’, bestätigt der Facharzt für Augenheilkunde. Mit sogenannten Carotinoiden, also natürlichen Farbstoffen in Lebensmitteln, kann degenerativen Veränderungen der Netzhaut wie eine sogenannte Makuladegeneration vorgebeugt werden. Doch Carotinoide können noch viel mehr. Sie sollen Alzheimer, Rheuma, Krebs, Arteriosklerose und Parkinson vorbeugen. Bisher konnten 800 verschiedene Carotinoide identifiziert werden. Die gesundheitsfördernden Stoffe sind vor allem in Karotten, Spinat, Mais, Aprikosen, Tomaten und Eidotter vorhanden.“

Quelle:

http://www.n-tv.de/wissen/Legenden-rund-ums-Auge-article10029891.html

Kommentar & Ergänzung:

Als gute Quelle für Carotinoide würde ich noch rote und orange Paprika hinzufügen. Carotinoide sind wichtige Bestandteile der Nahrung.

Carotinoide sind ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung.

Etwa 50 Carotinoide werden im menschlichen Körper in Retinol (Vitamin A) umgewandelt.

Karotten enthalten β-Carotin, das als Provitamin A für die Versorgung mit Vitamin A wichtig ist.

Vitamin A wiederum ist unter anderem nötig für eine gute Funktion der Augen.

Daher kann man schon sagen, dass Karotten gut sind für die Augen, doch lässt sich dieses β-Carotin bzw. Provitamin A auch aus anderen Quellen zuführen.

Fragwürdig ist die Einnahme von Carotinoiden via Nahrungsergänzungsmittel wie „Burgerstein & Co.“:

„Ebenso wie für die anderen sekundären Pflanzenstoffe gilt für Carotinoide, dass sie nicht in Form von isolierten, hochkonzentrierten Präparaten aufgenommen werden sollten, sondern im natürlichen Verbund mit anderen Nahrungsinhaltsstoffen. Die Einnahme hochdosierter Präparate birgt sogar Gefahren. Eine regelrechte Vergiftung mit Carotinoiden ist zwar nicht möglich, β-Carotin-Supplemente können aber möglicherweise das Krebsrisiko erhöhen.“

(Quelle: Wikipedia)

Und ob man tatsächlich mit Carotinoiden Krankheiten wie Alzheimer, Rheuma, Krebs, Arteriosklerose und Parkinson vorbeugen kann, scheint mir sehr spekulativ.

Mit solchen Andeutungen und Versprechungen wird hauptsächlich der Umsatz an Vitaminpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln angekurbelt.

Sinnvoller als Rüeblisaft ist im übrigen die Aufnahme von Karotten als Gemüse, wobei der Kochvorgang und die Zugabe von etwas Fett die Aufnahme von β-Carotin in den Organismus fördert.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

WHO-Empfehlung: Salzkonsum möglichst tief halten

Diesen Artikel teilen:

Ohne Salz funktioniert der Wasser- und Nährstoffhaushalt des menschlichen Organismus nicht. Doch ein zu hoher Salzkonsum ist ungesund.

Erwachsene sollten nicht mehr als fünf Gramm Salz täglich konsumieren. So lautet die neue Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. In fünf Gramm (g) Salz sind 2000 Milligramm (mg) Natrium enthalten. In Deutschland haben Fachleute bislang empfohlen, nicht mehr als sechs Gramm Salz täglich einzunehmen.
Die WHO empfiehlt Erwachsenen zudem, mindestens 3510 Milligramm Kalium pro Tag aufzunehmen. Wer zu viel Natrium und zu wenig Kalium aufnimmt, läuft nämlich Gefahr, dass sein Blutdruck sich erhöht. Das steigere das Risiko von Herzerkrankungen und Schlaganfällen, den häufigsten Ursachen für Tod und Behinderung.

Viel Natrium steckt hauptsächlich in verarbeiteten Lebensmitteln und Fertigprodukten. Brot enthält gemäss den Angaben der  WHO etwa 250 mg Natrium pro 100 g, dieselben Mengen Schinken oder Popcorn rund 1500 mg und Sojasoße etwa 7000 mg. Auch unverarbeitete Lebensmittel enthalten Natrium, allerdings in kleinerem Maß, beispielsweise Milch oder Eier (etwa 50 beziehungsweise 80 mg pro 100 g).

Kaliumreich sind hauptsächlich Hülsenfrüchte (Erbsen und Bohnen etwa 1300 mg pro 100 g), Nüsse (zirka 600 mg pro 100 g) oder Gemüse wie Spinat oder Kohl (etwa 550 mg pro 100 g). Sobald Lebensmittel industriell verarbeitet werden, reduziert sich der Kaliumgehalt, schreibt die WHO.

Quelle:

http://www.cellesche-zeitung.de/website.php/website/story/342861

Kommentar & Ergänzung:

Keine Frage, dass vor allem Fertigprodukte eigentliche „Kochsalzbomben“ sind und dass der durchschnittliche Salzkonsum in Mitteleuropa ungesund hoch ist.

Wirklich notwendig ist eine Zufuhr von nur einem Gramm Kochsalz pro Tag.

Ein bisschen mehr Zurückhaltung beim Salzkonsum dürfte also sinnvoll sein.

Eine salzarme Ernährung bedeutet allerdings für viele Menschen eine große Umstellung. Viele Gerichte können jedoch auch ohne Salz ganz hervorragend schmecken. Zahlreiche pflanzliche Gewürze können das Salz überflüssig machen und häufig noch feiner und stärker als Salz wirken. Eine Vielfalt an Möglichkeiten bieten bereits Ingwer, Dill und Senf. Möglich ist auch das Würzen mit speziellen kochsalzsparenden Diätsalzen.

Es spricht allerdings auch einiges dafür, dass beim Thema Blutdrucksteigerung durch Kochsalzzufuhr nicht jeder Mensch gleichermassen empfindlich reagiert.

Jeder zweite Bluthochdruck-Betroffene reagiert auf eine salzarme Ernährung. Durch eine Reduktion der Kochsalzzufuhr auf etwa 5-6 g/Tag sinkt der Blutdruck bei diesen kochsalzsensitiven Personen etwa um 5 bis 8 mmHg.

Die These, dass Kochsalz generell für einen hohen Blutdruck mitverantwortlich ist, und darum unbedingt reduziert werden muss, wird deshalb heute in Frage gestellt. Bluthochdruck-Patienten sollten daher testen, ob sie zur kochsalzsensitiven Gruppe gehören.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Naturkunde: Guter Heinrich

Diesen Artikel teilen:

Guter Heinrich („Wilder Spinat“, Chenopodium bonus-henricus), ist eine Pflanzenart aus der Gattung Gänsefuss (Chenopodium) in der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae).

Foto auf Wikipedia

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Chenopodium_bonus-henricus.JPG&filetimestamp=20051026133008

Guter Heinrich wächst als Kulturfolger an stickstoffreichen Stellen. Er ist näher mit dem Spinat verwandt als mit den Gänsefüssen und war früher in Europa eine bedeutende Blattgemüsepflanze, deren Anbau durch die Einführung des Spinats (Spinacia oleracea) stark zurückging.

Als Wildgemüse hat der Gute Heinrich viele Verwendungsmöglichkeiten. Die noch nicht blühenden jungen Pflanzen werden wie Spinat genutzt, ältere Blätter schmecken allerdings bitter. Etwa 12 cm lange Triebe des Guten Heinrichs werden wie Spargel zubereitet.

Im Balkan wird aus den zerstoßenen Wurzelstöcken ein wie Erdnussbutter schmeckendes Konfekt produziert. Die Blüten des Guten Heinrichs kann man ähnlich wie Brokkoli dünsten.

Die gemahlenen Samen können als Mehlzusatz, zum Beispiel zum Brotbacken, angewendet werden.

Es wird angeraten, sie vor dem Verzehr über Nacht einzuweichen und gründlich abzuspülen, um die Saponine zu entfernen.

Guter Heinrich als traditionelle Heilpflanze

Guter Heinrich enthält Eisen und Vitamin C, aber auch Saponine und Oxalsäure. Er kam früher arzneilich gegen Hauterkrankungen, Bronchitis und als Wundheilmittel zur Anwendung. Auch gegen Wurminfektionen wurde die Pflanze eingesetzt (Anthelminthikum). Die Samen sollen als ein schwaches Abführmittel wirken.

Diese Wirkungen wurden allerdings nie überprüft. Daher taucht der Gute Heinrich in der neueren Phytotherapie-Fachliteratur auch nicht auf.

Sonstiges

– Der Gute Heinrich soll als Färbepflanze für gold-grüne Farbtöne genutzt werden können.

– „Chenopodium“ kommt von griech. chen = Gans und podion = Füsschen. „Guter Heinrich“ bezieht sich auf die Bedeutung von Heinrich als  guter Geist. Kobolde und Elben hiessen gerne Heinrich oder Heinz (vergl. Heinzelmännchen). Da man den Kobolden gerne Gänsefüsse zuschrieb, so glaubte man, sie mit zahlreichen Pflanzen in Verbindung bringen zu müssen, die Blätter von der Gestalt eines Gänsefusses haben (d. h. hauptsächlich pfeil- und spiessförmige). Das trifft auch auf den Guten Heinrich zu. „bonus-henricus“ ist die latinisierte Form von „Guter Heinrich“.

Englisch: Good-King-Henry-Goosefoot

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Chlorophyll zur Entschlackung und Entgiftung?

Diesen Artikel teilen:

Seit einiger Zeit werden Nahrungsergänzungsmittel mit Chlorophyll propagiert zur Entschlackung und Entgiftung – zum Beispiel in Form von Getränken.

Hat die Einnahme von Chlorophyll als Nahrungsergänzung einen günstigen Effekt?

Diese Frage wurde im Expertenforum der Pharmazeutischen Zeitung gestellt:

„Wirkt Chlorophyll entgiftend, vitalisierend und hält gesund? Und wenn ja, wie und in welcher chemischen Form? Gibt es Studien darüber?“

Die Antwort von Professor Dr. Theo Dingermann:

„Gute, seriöse Studien zu einem möglichen Gesundheitspotenzial von Chlorophyll gibt es nicht. Wir nehmen substanzielle Mengen zu uns, wenn wir viel Gemüse und Obst essen. Eine Substitution ist nicht notwendig. Wegen seiner geruchsneutralisierenden Wirkung ist Chlorophyll als Mittel gegen Mund- und Körpergeruch in Drageeform erhältlich. Als Lebensmittelzusatzstoff erhielt Chlorophyll die Kennnummer E 140. Weitere, dem Chlorophyll zugesprochene Eigenschaften sind hinsichtlich ihrer physiologischen Relevanz nicht belegt.“

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=40157

Kommentar & Ergänzung:

Chlorophyll, also Blattgrün, ist wohl eines der wichtigsten Moleküle für das Leben auf der Erde. Pflanzen sind durch Chlorophyll in der Lage, mit Hilfe von Licht aus Wasser und Kohlendioxid Traubenzucker (Glukose) zu produzieren, also Photosynthese zu betreiben.

Wie das oft bei Nahrungsergänzungsmitteln der Fall ist, sind die Gesundheits- und Heilungsversprechungen bei der Vermarktung von Chlorophyll sehr überzogen.

Vor allem wenn „Entschlackung und Entgiftung“ versprochen wird, kann man getrost von Konsumententäuschung ausgehen.

Siehe dazu:

Entschlackung – was ist das?

Entschlackung – unnötig und ungesund

Schlackenstoffe – ein Phantom macht Karriere

Entgiften und entschlacken – höchst fragwürdige Versprechungen

Entschlackung: Illusionäre Hoffnung auf Gewichtsreduktion

Ein kritischer Kommentar zu Chlorophyll als Nahrungsergänzung:

„Chlorophyll wird in Form von Tabletten, Pulvern, Tropfen und Säften als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Dabei werden verschiedene Aussagen zu gesundheitsfördernden Wirkungen bzw. zur Steigerung des allgemeine Wohlbefindens gemacht, wie z.B. als Einsatzstoff in der Krebstherapie, zur Hemmung von Körpergerüchen und Beseitigung von Schwermetallvergiftungen bzw. allgemein zur ‚Entgiftung’, zur ‚Verjüngung’, zur ‚Darmsanierung’, sowie als antibakterielle und antivirale Mittel. Dabei soll einerseits der Phorphyrinring Schwermetalle als Chelatkomplex binden, andererseits soll das im Chlorophyll enthaltene Magnesium gesundheitlich positive Wirkungen haben. All diese Wirkungen sind wissenschaftlich nicht oder nicht ausreichend untermauert.

Die Wirkung gegen Mundgeruch sowohl beim Menschen als auch im veterinärmedizinischen Bereich soll auf dem desodorierenden Effekt beruhen, allerdings fehlen kontrollierte Studien dazu.

Chlorophylle selbst gelten als unbedenklich. Da diese aber, nach Entfernen eines großen Anteils des Magnesiums aus dem Chelatkomplex größtenteils unverdaut in Form von Phäophytin ausgeschieden werden, ist eine entgiftende Wirkung durch Chelatkomplexbildung mit Schwermetallen allerhöchstens auf das Darmlumen beschränkt. Eine Wirkung auf das Körperinnere ist ausgeschlossen.

Hergestellt werden Chlorophyll-Produkte meist aus Algen der Gattungen Chlorella und Spirulina, der Afa-Alge (ein Cyanobakterium) aber auch aus Spinat, Luzerne und anderen krautigen Pflanzen.

Eine Tablette Chlorophyll (Stozzon) enthält 20 mg. Das Römpp-Lexikon gibt als Chlorophyllgehalt für einige Pflanzen folgende Werte an:

Brennesseln 6-7,5 g/kg

Broccoli 8-12 g/kg

Gräser ca. 7 g/kg“

(Quelle: http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Chlorophyll#Anwendung_in_der_Pseudomedizin)

Diese Angaben aus dem Römpp-Lexikon ermöglichen eine interessante Rechnung.

Stozzon Chlorophyll-Dragees enthalten 20 mg Chlorophyll pro Dragee. Blattgrün 1001 Tabletten enthalten 21 mg Chlorophyll pro Tablette.

Dann enthalten etwa 2 g Broccoli soviel Chlorophyll wie eine Chlorophyll-Tablette.

Da spricht doch alles dafür, ganz einfach „Grünzeug“ aus der Natur zu essen. Schon mit geringen Mengen an Salat und Gemüse übertrifft man die Chlorophyll-Zufuhr via Dragee.

Und dann besteht zum Beispiel Broccoli ja nicht nur aus Chlorophyll, sondern enthält auch noch eine ganze Reihe anderer gesunder Substanzen. Siehe hier:

Glukosinolate aus Brokkoli und Rosenkohl schützen vor Darmerkrankungen

Brokkolisprossen hemmen Helicobacter-pylori-Bakterien im Magen

Brokkoli-Inhaltsstoff günstig bei Asthma

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Auch Lebensmittel können Wechselwirkungen mit Arzneimitteln auslösen

Diesen Artikel teilen:

Dass man Medikamente nicht mit alkoholischen Getränken wie Bier oder Wein hinunterspülen soll, dürfte ziemlich bekannt sein. Dass Milch oder Fruchtsaft ebenfalls problematisch sein können, ist aber wohl vielen Konsumentinnen und Konsumenten nicht klar Kaum jemand weiß, dass manche Medikamente in ihrer Wirkung beeinträchtigt werden, wenn man sie zusammen mit bestimmten Nahrungs- und Genussmitteln einnimmt.

Beispielsweise wirken einige Antibiotika überhaupt nicht oder nur eingeschränkt, wenn man sie zusammen mit Milch einnimmt. Wer die Antibabypille schluckt, sollte auf Johanniskraut-Präparate verzichten, da diese ebenfalls die Wirkung aufheben können. Menschen, die Medikamente zur Blutverdünnung anwenden, sollten bei Nahrungsmitteln, die verhältnismäßig viel Vitamin K enthalten, vorsichtig sein. Dazu gehören beispielsweise Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl, Kopfsalat, Leber, Spargel und Spinat.

Grundsätzlich ist davon abzuraten, Arzneimittel mit Grapefruit oder Grapefruitsaft einzunehmen, da diese auf verschiedene Arten die Wirkungsweise beeinflussen.

Quelle:

Pressemitteilung Hessischer Apothekerverband e. V.

http://gesundheit-adhoc.de/index.php?m=1&showPage=1&id=11686

Kommentar & Ergänzung:

Wechselwirkungen von Grapefruitsaft mit Medikamenten sind gut untersucht. Weniger bekannt ist aber, dass auch andere Fruchtsäfte wie Orangensaft und Apfelsaft diesbezüglich Probleme machen können.

Siehe dazu:

Grapefruitsaft und andere Fruchtsäfte können Medikamenten-Wirkungen beeinflussen

Zu Wechselwirkungen von Johanniskraut:

Wechselwirkungen von Johanniskraut

Johanniskraut: Wechselwirkung mit Kontrazeptiva

Phytotherapie: Wechselwirkungen von Johanniskraut

Phytotherapie: Johanniskraut-Wechselwirkungen

Johanniskraut und Antibaby-Pille – Warnungen gerechtfertigt?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Giersch / Geissfuss / Baumtropfen: Wozu kann das ungeliebte „Unkraut“ genutzt werden?

Diesen Artikel teilen:

Im Garten gilt Giersch (Aegopodium podagraria, Baumtropfen, Geissfuss) als lästiges „Unkraut“.

Giersch breitet sich wuchernd aus und lässt sich wegen seiner unterirdischen Triebe nur schwer bekämpfen. Er gehört zusammen mit Ackerschachtelhalm und Ackerwinde zu den problematischsten unerwünschten „Gastpflanzen“ im Garten. Daher wird in Kräuterkursen oft die Frage gestellt, ob sich der Giersch für irgendetwas verwenden lasse.

Und tatsächlich ist Giersch ein wohlschmeckendes Wildgemüse.

Er kann als Salat oder Gemüse zubereitet werden und erinnert in Geruch und Geschmack an Spinat und ein wenig an Petersilie. Giersch enthält viel Kalium, Vitamin C, Karotin und Eisen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Gemüsearten steht Giersch über eine lange Zeit im Jahr zur Verfügung steht und stellt nur geringe Ansprüche an Boden, Wasser und Lichtversorgung. Während der Weltkriege trug er in der Ernährung vieler Menschen zur Vitaminzufuhr bei.

Zur Zubereitung empfiehlt Wikipedia:

„ Als Salat eignen sich – wie bei anderen Wildpflanzen auch – vor allem die ganz jungen, kaum entfalteten Blätter. Die rohen Blätter können auch in Aufstriche und Suppen gegeben werden. Wenn die Pflanze schon älter ist, sind die Blätter für einen schmackhaften Salat zu grob. Sie eignen sich dann aber nach wie vor zum Kochen, etwa für Aufläufe oder als Tee. Die Blätter werden dann vergleichbar dem Blattspinat gekocht bzw. gedünstet. Die Gierschstiele aber können bitter schmecken und werden im Zweifel besser vor dem Kochen entfernt.“

(Quelle: Wikipedia)

Meerschweinchen und Kaninchen fressen Giersch = Baumtropfen = Geissfuss sehr gerne, so dass er auch als Kleintierfutter dienen kann.

In der traditionellen Pflanzenheilkunde hat Giersch einen Ruf als Heilpflanze bei Gicht und Rheuma, doch ist bisher noch nicht geklärt, ob dieser Ruf auch berechtigt ist.

Giersch ist auch eine gute Nektarpflanze und Raupenfutterpflanze für eine ganze Reihe von Schmetterlingen. Aber das ist natürlich ein kleiner Trost, wenn die Pflanze den ganzen Garten zu erobern droht.

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:

Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

moodle.heilpflanzen-info.ch/

Diesen Artikel teilen:

Spinat schützt die Gene

Diesen Artikel teilen:

Der Comic-Figur Popeye verschafft Spinat übermenschliche Kräfte. Das funktioniert allerdings in der realen Welt nicht so einfach.

Laut Wiener Wissenschaftlern bewahrt Spinat aber die Erbsubstanz weißer Blutkörperchen vor Schäden.

Im Rahmen einer 16-tägigen Studie aßen Versuchspersonen täglich eine Portion homogenisierten Spinat à 225 Gramm. Vor, während und nach der Mahlzeit wurde untersucht, wie die Erbsubstanz von Lymphozyten aus dem Blut auf DNA-schädigende Enzyme reagierte.

Das Resultat: Bereits sechs Stunden nach der ersten „Dosis“ zeigte sich, dass die DNA besser vor Schäden geschützt war. Der Effekt liess sich während der ganzen Studiendauer nachweisen, 40 Tage nach dem Ende der Spinat-Zufuhr hatte er sich aber wieder verflüchtigt.

Im Blut der Probanden wurden auch noch andere Veränderungen festgestellt: so stieg der Spiegel an Folsäure um 27 Prozent, die mit Gefäßschäden in Verbindung gebrachte Konzentration des Aminosäure-Abbauprodukts Homozystein sank hingegen um 16 Prozent.

Quelle:

European Journal of Nutrition (Bd. 50, S. 587; doi: 10.1007/s00394-011-0167-6).

http://www.springerlink.com/content/32p4125251m66612/

http://science.orf.at/stories/1688822/

Kommentar & Ergänzung:

Meine Frage hier wäre, ob dieses Resultat wirklich charakteristisch ist für Spinat, oder ob ein ähnliches Ergebnis auch bei anderen Gemüsen auftreten würde, die in 225g-Portionen gegessen werden. Vielleicht liegt es ja einfach am erhöhten Gemüsekonsum.

Zu Popeye:

„Popeye und der Spinat

In den Zeichentrickfilmen wurde Popeyes ständiges Markenzeichen eingeführt: Spinat, den er büchsenweise schluckt, um daraus ungeahnte Kräfte für seine zahllosen Prügeleien zu entwickeln. Popeyes Vorliebe für Spinat steht in Zusammenhang mit der seinerzeit aufkommenden Ansicht, dieses Gemüse wäre aufgrund seines angeblich hohen Eisengehalts ein ideales Stärkungsmittel. Was damals auch viele Eltern dazu brachte, Kinder und Heranwachsende zum Essen des meist wenig geschätzten Spinats zu ‚nötigen’. Der damals angenommene außergewöhnlich hohe Eisenanteil von 35 Milligramm basierte aber auf einem Rechenfehler. Der Schweizer Physiologe Gustav von Bunge hatte 1890 den Wert nämlich richtig berechnet, doch bezogen sich seine Angaben auf getrockneten Spinat. Diese Angaben wurden später irrtümlich frischem Spinat zugeschrieben, der aber zu ca. 90 % aus Wasser besteht. 100 Gramm frischer Spinat enthalten also durchschnittliche 3,5 Milligramm Eisen und nicht die außergewöhnlichen 35 Milligramm.“

(Quelle: Wikipedia)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:

Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

moodle.heilpflanzen-info.ch/

Diesen Artikel teilen: