Beiträge

Prostatakrebs: Soja-Supplemente in Studien ohne Schutzwirkung

Diesen Artikel teilen:
FacebookTwitterGoogle+ Share

Männer in Ostasien sollen seltener an Prostatakrebs erkranken, weil ihre Nahrung reichlich Soja-Proteinen enthält. US-Patienten mit einem Prostatakrebs, die nach einer Operation befürchten müssen, dass ihr Krebs früher oder später zurückkehrt, hatten in einer randomisierten klinischen Studie allerdings keinen Nutzen von der täglichen Einnahme eines Soja-Supplements. Die Studie wurde im US-amerikanischen Ärzteblatt veröffentlicht (JAMA 2013; 310: 170-178).

Die Studie sei ein weiteres Beispiel dafür, dass sich die Resultate von Tierexperimenten und prospektiven Beobachtungsstudien nicht immer in eine sinnvolle Therapie umsetzen lassen, schreiben Maarten Bosland von der Universität von Illinois in Chicago und Mitarbeiter.

In Tierexperimenten hemmen die in Soja vorkommenden Isoflavone die Entwicklung des Prostatakrebses und in Beobachtungsstudien erkrankten Männer mit dem höchsten Anteil an Sojaprodukten in der Nahrung am seltensten am Prostatakarzinom. Dies muss jedoch nicht bedeuten, dass Soja-Konsum nach der Diagnose eines Prostatakrebs die Entwicklung noch umkehren kann.

An einer der ersten randomisierten klinischen Studien zu dieser Frage nahmen zwischen Juli 2007 und Mai 2010 an 7 US-Zentren 177 Männer teil, bei denen nach der operativen Entfernung eines lokalisierten Prostatakarzinoms im Stadium T1c oder T2 mit einem Rezidiv (Rückfall) gerechnet werden musste. Bei 27,2 Prozent der Teilnehmer kam es so innert zweier Jahre zu einem erneuten Anstieg des PSA-Wertes, obwohl sie sich täglich aus einem Supplement ein sojahaltiges Getränk gemixt hatten.

In der Kontrollgruppe, in der die Patienten ein Supplement mit Milcheiweiß bekommen hatten, war die Rate mit 29,5 Prozent nicht signifikant höher. Auch die leichten Vorteile bezüglich der Dauer bis zum Rezidiv (31,5 versus 44 Wochen) überzeugte das Team um Bosland nicht, sodass man daher die Studie vorzeitig abbrach. Die Resultate bedeuten nicht, dass eine sojareiche Kost keine vorbeugende Wirkung haben kann. Es gibt gemäss Bosland aber keine medizinische Evidenz für den Einsatz beim diagnostizierten Prostatakrebs.

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/55123/Prostatakarzinom-Soja-Supplemente-in-Studie-ohne-protektive-Wirkung

http://jama.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=1710457

Kommentar & Ergänzung:

Ähnlich stellt sich die Frage des Nutzens einer Soja-Zufuhr bei Brustkrebs-Patientinnen.

Es gibt dazu eine Studie, wonach regelmässiger Sojakonsum bei Frauen mit Brustkrebs das Rückfall- und Sterblichkeitsrisiko reduzieren kann.

Allerdings lässt sich mit diesem Typ von Studie nicht zweifelsfrei belegen, dass dieser günstige Effekt wirklich durch den Sojakonsum zustande kommt, und nicht etwas durch andere unbekannte Faktoren.

Siehe:

Studie empfiehl Soja bei Brustkrebs

Einen kleineren Hinweis auf Soja & Prostatakrebs gibt es hier:

Isoflavone aus Soja und Rotklee bei Wechseljahrsbeschwerden

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Soja reduziert Hitzewallungen in den Wechseljahren

Diesen Artikel teilen:

Frauen, die rund um die Wechseljahre (Klimakterium) zweimal pro Tag Soja konsumieren, können damit offenbar die Häufigkeit und das Ausmaß der Hitzewallungen lindern. Zumindest um ein Viertel gehe das charakteristische Menopause-Symptom auf diese Weise zurück, berichten Wissenschaftler der University of Delaware in der Fachzeitschrift „Menopause“.

Die Wissenschaftler um Melissa Melby werteten 19 Studien mit total 1.200 Frauen aus, die bisher zur Auswirkung von Soja auf die Wechseljahre durchgeführt wurden. Kombiniere man alle bisherigen Untersuchungen, ergebe sich ein positiver Effekt, resümiert die Studienleiterin. Ein spezielles  Augenmerk wurde auf die im Soja enthaltenen Isoflavone gelegt. Diese Pflanzenstoffe sollen eine milde, Östrogen-ähnliche Wirkung entfalten. In jedem Gramm Sojaprotein von Sojabohnen sowie auch zahlreicher Sojaprodukte sind 3,5 Milligramm Isoflavone enthalten. Daneben gibt es auch Nahrungsergänzungsmittel speziell mit dieser Substanz.

Bei Frauen, die über sechs Wochen oder länger täglich 54 Milligramm davon zu sich nahmen, zeigten sich um 20 Prozent weniger Hitzewallungen und ein Rückgang des Schweregrades um 26 Prozent. Da diese Resultate stets im Vergleich zu einem Placebo-Präparat gemessen wurde, dürfte der endgültige Effekt noch höher liegen.

Bei längerfristiger Einnahme zeigten die Soja-Isoflavone in den Studien noch eine deutlich stärkere Wirkung. Aufmerksam auf das Thema Soja und Isoflavone wurde die Forschung, weil Japanerinnen im Klimakterium kaum Hitzewallungen entwickeln: Sojaprodukte begleiten in Japan bereits im Mutterleib und über die gesamte Lebensspanne den Alltag. Wenn man mit 50 Jahren nie Soja gegessen habe, sei es jedoch noch nicht zu spät. Zwar steige die Wirkung der Isoflavone mit der Dauer ihrer Einnahme. Die Forscher sind aber überzeugt, dass sie auch bei spätem Beginn noch helfen.

Quelle:

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=37190

http://www.udel.edu/udaily/2012/apr/melby-soy-menopause-040412.html

Kommentar & Ergänzung:

Zur Frage der Wirksamkeit von Sojaprodukten gegen Wallungen in den Wechseljahren gibt es verwirrend gegensätzliche Resultate und Stellungsnahmen.

Siehe auch:

Wechseljahre: keine Linderung von Hitzewallungen durch Soja

Soja: Keine Wirkung gegen Hitzewallungen in den Wechseljahren

Allerdings hat eine Metaanalyse, also die Auswertung aller geeigneten Studien zu einem bestimmten Thema, wie sie offenbar das Team der Universität Delaware gemacht hat, mehr Gewicht als eine Einzelstudie. Sofern sie gut gemacht wurde und die Studien, auf die sie sich stützt, von guter Qualität sind.

Interessant ist die Bemerkung, dass Japanerinnen, die von Kindheit an regelmässig Soja konsumieren, möglicherweise mehr profitieren als Frauen in Europa und Amerika, die erst in den Wechseljahren mit der Sojaeinnahme beginnen.

Ein Erklärungsversuch für dieses Phänomen würde mich interessieren.

Eine ähnliche Frage stellt sich bei der Brustkrebs-Prävention.

Japanerinnen erkranken offenbar seltener an Brustkrebs, wofür häufig der höhere Sojakonsum verantwortlich gemacht wird (Japanerinnen unterscheiden sich aber noch an vielen weiteren Punkten ihres Lebensstils von Europäerinnen!).

Falls Soja tatsächlich kausal für die tieferen Brustkrebsraten in Japan verantwortlich eine sollte, könnte es auch sein, dass dieser Schutzeffekt schon und vor allem in jungen Jahren relevant ist. Dann wäre es nicht mehr sinnvoll, wenn eine 50 jährige Sojaprodukte isst mit der Erwartung einer Brustkrebs-präventiven Wirkung.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Wechseljahre – Keine Linderung von Hitzewallungen durch Soja

Diesen Artikel teilen:

Zahlreiche Frauen mit Beschwerden in den Wechseljahren suchen nach Alternativen zu synthetischen Hormonpräparaten. Ob Soja helfen kann, haben Forscher nun erneut untersucht.

Die ersten Stadien der Menopause sind gekennzeichnet durch raschen Knochendichteverlust, vaginale Trockenheit, Hitzewallungen und Schlafstörungen. Als Alternative zur Hormonersatztherapie waren bisweilen Sojatabletten im Gespräch.

Eine Östrogentherapie mit oder ohne Progesteron schützt vor zahlreichen Veränderungen hauptsächlich in der ersten Zeit der Wechseljahre.

Doch die Resultate der WHI-Studie (women’s health initiative) haben diese Behandlungsform gegen Knochendichteverlust, Schlafstörungen, Hitzewallungen und Scheidentrockenheit in Verruf gebracht.

Denn die Hormonersatztherapie (HRT) steigerte die Brustkrebsrate und bewirkte vermehrt kardiovaskulären Ereignissen.

Frauen wie auch Ärzte suchen deshalb nebenwirkungsarme Alternativen.

Als Alternative zur Hormonersatztherapie waren bisweilen Sojatabletten oder Sojaprodukte im Gespräch.

Da Frauen in Asien viele der Wechseljahresprobleme westlicher Frauen nicht kennen oder deutlich weniger ausgeprägt darunter leiden, lag die Vermutung nahe, dies könne etwas mit dem teils hohen Verzehr an Sojaprodukten zusammenhängen. In zahlreichen Nahrungsergänzungsmitteln für Frauen in den Wechseljahren sind deshalb Soja-Isoflavone enthalten.

Eine Studie mit knapp 250 Frauen kam allerdings zu einem negativen Resultat für Sojaisoflavone.

Die teilnehmenden Frauen – alle in den ersten fünf Jahren der Menopause – bekamen zwei Jahre lang entweder hochdosierte Soja-Isoflavone ( = Verum) oder Placebo (ein Scheinmedikament).

Die Verumdosis (also Soja-Isoflavone) entsprach der doppelten Menge an Soja-Isoflavonen, die in asiatischer Diät mit dem höchsten Sojaanteil enthalten ist (Arch Int Med 2011; 171: 1363).

Die Resultate sind ernüchternd. Bei der Knochendichte gab es keine Differenzen zwischen beiden Gruppen:

Die DXA-Werte –  gemessen an mehreren Stellen – unterschieden sich nicht signifikant.

Hinsichtlich der Wechseljahresbeschwerden fiel das Resultat für die Soja-Isoflavone sogar schlechter aus: Zum Studienende berichtete jede zweite Frau in der Sojagruppe über Hitzewallungen, in der Placebogruppe jedoch nur jede dritte.

Und 31 Prozent der Teilnehmerinnen in der Sojagruppe berichteten über Darmträgheit, in der Placebogruppe waren es 21 Prozent. Die Differenz war nicht signifikant.

Zwar sei es nötig, Frauen in der Menopause auch Alternativen zur HRT anzubieten, so die Wissenschaftler. Soja-Isoflavone seien jedoch angesichts der Studiendaten dafür nicht geeignet.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/hormonstoerungen/article/665393/hilft-soja-wechseljahren.html

Kommentar & Ergänzung:

Im Kommentar zu dieser Studie schreibt Michael Hubert in der „Aerztezeitung“:

„Es wäre so schön gewesen: Mit einer Sojapille sind alle Wechseljahresbeschwerden auf einmal verflogen. Hitzewallungen weg, Schlafstörungen verschwunden, Scheide wieder feucht, die Knochen dicht.

Doch Beobachtungen wie jene, dass Asiatinnen weniger Wechseljahresbeschwerden haben als Frauen aus Europa oder Amerika, sind das eine. Die Folgerung, dies liege am hohen Verzehr von Sojaprodukten, ist das andere. Soja-Isoflavone mögen positive Effekte haben, Wechseljahresbeschwerden aber verhindern sie nicht, hat jetzt eine Studie ergeben.“

Soja-Produkte sind als Nahrungsergänzungsmittel registriert, aber nicht als Arzneimittel. Darauf spielt Hubert an wenn er schreibt:

„Wollen Frauen gegen Hitzewallungen etc. etwas tun, bleiben Arzneimittel. Hier sind in der Indikation Wechseljahresbeschwerden sowohl pflanzliche als auch synthetische Arzneien zugelassen. Anders als Nahrungsergänzungsmittel haben sie einen bedeutenden Vorteil: Für ihre Zulassung musste der Hersteller die Wirksamkeit nachweisen.“

Dieser Unterschied ist vielen Konsumentinnen und Konsumenten nicht klar. Heilpflanzen-Produkte können als Nahrungsergänzungsmittel oder als Arzneimittel zugelassen sein. Nahrungsergänzungsmittel wie zum Beispiel die Soja-Produkte bzw. Isoflavone brauchen ihre Wirksamkeit nicht zu dokumentieren.

Bei den pflanzlichen Arzneimitteln, und hier ist der Kommentar nicht ganz präzis, gibt es solche mit einer Zulassung auf der Basis von langjähriger Anwendung (traditionelle Heilpflanzen-Präparate), die ihre Wirksamkeit auch nicht belegen müssen, und es gibt eine ganze Reihe von Phytopharmaka, die genauso wie synthetische Medikamente durch klinische Studien belegt sind.

Im Bereich der Hitzewallungen sind das Heilpflanzen-Extrakte auf der Basis von Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa).

Bei schweren Wechseljahressymptomen reicht ihre Wirkung allerdings in der Regel und dann wird eine Hormonersatztherapie oft zum Thema. Dann sollten Gynäkologinnen und Gynäkologen die Frauen über Nutzen und Risiken aufzuklären und dann selbst entscheiden zu lassen.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/hormonstoerungen/article/665383/soja-nicht-stoff-alles.html

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:

Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

moodle.heilpflanzen-info.ch/

Diesen Artikel teilen:

Atemnot mit sojareicher Ernährung reduzieren

Diesen Artikel teilen:

Menschen, die sich sojareich ernähren, leiden seltener an Atemnot, weil sie eine bessere Lungenfunktion haben. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung (DLS) in Hannover hin. „Wer viel und häufig Sojaprodukte wie Tofu, Natto (vergorene Sojabohnen), Miso-Suppe (vergorene Sojabohnenpaste), Sojasprossen oder Sojamilch konsumiert, weist bessere Lungenfunktionswerte auf“, erklärt Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der DLS. „Das hat z.B. eine Studie in Japan ergeben, die den Einfluss der Ernährungsweise auf die Lungenfunktion von über 600 COPD-Patienten und Gesunden untersucht hat. Die besten Ergebnisse erzielten diejenigen Personen, die pro Tag mehr als 75 Gramm reinen Sojas aßen. Doch auch schon mit mindestens 50 Gramm Soja auf dem täglichen Speisezettel lässt sich den Forschern zufolge das Risiko für eine Erkrankung an COPD und das Erleiden von Atemnot verringern.“

COPD häufig durch Rauchen verursacht

Unter Atemnot haben hauptsächlich Patienten mit einer schweren chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zu leiden. Das ist eine unheilbare entzündliche Erkrankung der Lunge, die unter anderem mit einem krankhaft beschleunigten Lungenfunktionsverlust einhergeht und zu 90 Prozent durch Rauchen ausgelöst wird. „Auf das Rauchen verzichten ist selbstverständlich der wichtigste Schritt, eine COPD zu vermeiden bzw. dem Fortschreiten dieser Erkrankung Einhalt zu bieten“, stellt Morr fest. „Darüber hinaus lässt sich offenbar aber auch mit einer sojareichen Ernährung der beschleunigte Verlust der Lungenfunktion abbremsen – und zwar auch bei Gesunden, deren Lungenfunktion altersbedingt ebenfalls (wenn auch sehr viel langsamer als bei COPD-Patienten) abnimmt. Bereits an COPD erkrankte Patienten sollten insofern weniger Atemnot erleiden, wenn sie sich sojareich ernähren. Gesunden bietet diese Ernährungsweise eine Möglichkeit, ihre Lungenfunktion länger zu erhalten, und damit eine Art Anti-Aging-Mittel.“

Welche Inhaltsstoffe Soja so gesund für die Lunge machen, ist noch nicht genau bekannt. Vermutet wird jedoch eine antientzündliche Wirkung der in Sojaprodukten enthaltenen Flavonoide (Isoflavone) und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren).

Quelle:

http://www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/linaktuell/show.php3?id=2104&nodeid=18

Kommentar & Ergänzung:

Isoflavone gehören zu den Phytoöstrogenen und kommen nicht nur in Soja-Produkten vor.

Was sind Isoflavone und wo kommen sie in der Natur vor?

„Isoflavone, auch Isoflavonoide genannt, sind meist gelblich gefärbte Pflanzenfarbstoffe, die als Derivate des Isoflavons zur Klasse der Flavonoide zählen. Sie sind sekundäre Pflanzenstoffe, die u. a. eine Funktion für pflanzliche Abwehr von Pathogenen ausüben.

Der Grundkörper Isoflavon kommt in Kleearten vor. Einige bekanntere Isoflavone sind Daidzein, als Glucosid Daidzin in Sojamehl, Genistein aus Sojabohnen und Rotklee, Prunetin aus der Rinde von Pflaumenbäumen, Biochanin A aus Kichererbsen, Rotklee u. a. Kleearten, Orobol, Santal aus Sandelholz, Rotholz u. a. Hölzern, Pratensein aus frischem Rot- oder Wiesenklee und Iridin in einigen Schwertlilien.“

(Quelle: Wikipedia)

Und wie wirken Isoflavone?

„Wie auch die Lignane haben die Isoflavonoide wegen ihrer chemisch-strukturellen Ähnlichkeit zu den 17-Ketosteroiden (Östrogen, Androgene) in hohen Dosen eine schwache geschlechtshormonelle Wirkung auf den Menschen. Sie werden daher auch Phytoöstrogene genannt. In der Alternativmedizin wird der Verzehr von Flavonoiden bzw. Soja-Präparaten in den Wechseljahren empfohlen, allgemein gegen Altersbeschwerden, und auch zur Vorbeugung von hormonabhängigen Krebserkrankungen wie Brustkrebs und Prostatakrebs.

Aus diesem Grund werden sie in zahllosen Nahrungsergänzungsmitteln angeboten. Zugelassene Medikamente sind auf dem deutschen Arzneimittelmarkt jedoch nicht erhältlich, weil die Wirksamkeit bisher nicht bewiesen werden konnte. Manche Ärzte warnen im Gegenteil vor zu reichlichem Genuss von Sojaprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln mit isolierten Isoflavonen, weil Flavonoide im Verdacht stehen, die Schilddrüsenhormonproduktion zu hemmen und Kröpfe auslösen zu können.

In einer Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) wird darauf hingewiesen, dass die behaupteten positiven Wirkungen von Isoflavonen bei Wechseljahresbeschwerden nach derzeitigem Stand des Wissens wissenschaftlich nicht hinreichend gesichert sind und eine unerwünschte kanzerogene Wirkung von als Nahrungsmittelergänzung isolierten Isoflavonen nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Diese Warnung betrifft jedoch nicht Vollwertprodukte (wie Sojamilch, Tofu, Gerichte mit Sojavollbohnen), bei denen der ursprüngliche Lebensmittelverbund noch erhalten ist.

‚Dem BfR wurden bereits in der Vergangenheit verschiedene unerwünschte Wirkungen auf sojahaltige/rotkleehaltige Produkte gemeldet, die in der Bundesrepublik Deutschland als Lebensmittel in den Verkehr gebracht werden. Von 2002 bis zum 15. September 2006 wurden insgesamt 21 Meldungen registriert. […] Bis auf einen Fall, welcher sich auf eine Sojamilch bezieht, handelt es sich bei den verzehrten Produkten um als Nahrungsergänzungsmittel bezeichnete Erzeugnisse mit isolierten angereicherten Isoflavonen, bei denen der ursprüngliche Lebensmittelverbund nicht mehr vorhanden ist. […] Zwar war in Bevölkerungsstudien der Verzehr von Sojaprodukten mit verschiedenen gesundheitlichen Vorteilen verbunden. Insofern wird eine Ernährung, die Sojaprodukte, Getreide, Gemüse und Obst reichlich enthält, empfohlen. Von der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, die sekundäre Pflanzenstoffe in konzentrierter Form enthalten, wird seitens der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Ernährung abgeraten, da nicht bekannt ist, welche sekundären Pflanzenstoffe im einzelnen und in welcher Menge präventiv wirken.’“

(Quelle: Wikipedia)

Zum Thema „Soja & Lungenerkrankungen“:

Phytoöstrogene aus Soja – Helfer bei Lungenkrebs?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:

Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

moodle.heilpflanzen-info.ch/

Diesen Artikel teilen:

Phytoöstrogene aus Soja – Helfer bei Lungenkrebs?

Diesen Artikel teilen:

Soja steigert die Effektivität einer Bestrahlung von Lungenkrebs-Zellen. Gleichzeitig schützt Soja gesundes Gewebe vor Strahlenschäden.

Wissenschaftler um Professor Gilda Hillman aus Detroit haben in Zellversuchen entdeckt, dass Sojaisoflavonoide wie Genistein, Daidzein und Glycitein den DNA-Reparaturmechanismus von Krebszellen blockieren.

Darüber hinaus wirken die Phytoöstrogene als Antioxidanzien und schützen so die gesunden Lungenzellen (Journal of Thoracic Oncology 2011; 6 / 4: 688).

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/bronchial-karzinom/article/648896/helfer-lungenkrebs-phytooestrogene-soja.html?sh=290&h=-1436656583

http://journals.lww.com/jto/Abstract/2011/04000/Soy_Isoflavones_Augment_Radiation_Effect_by.6.aspx

Kommentar & Ergänzung:

Diese Ergebnisse mögen zwar interessant sein. Es muss in solchen Fällen aber immer auch festgehalten werden, dass ein Zellversuch noch kaum etwas darüber aussagt, ob die gefundenen Effekte auch im lebenden Patienten stattfinden.

Die Phytoöstrogene im Soja gehören zur Gruppe der Isoflavonoide bzw. Isoflavone. Sie werden hauptsächlich empfohlen bei Beschwerden in den Wechseljahren.

Nachfolgend dazu die wichtigsten Informationen (Quelle: Wikipedia).

Was sind Isoflavone / Isoflavonoide und in welchen Pflanzen kommen sie vor?

„Isoflavone, auch Isoflavonoide genannt, sind meist gelblich gefärbte Pflanzenfarbstoffe, die als Derivate des Isoflavons zur Klasse der Flavonoide zählen. Sie sind sekundäre Pflanzenstoffe, die u. a. eine Funktion für pflanzliche Abwehr von Pathogenen ausüben.

Der Grundkörper Isoflavon kommt in Kleearten vor. Einige bekanntere Isoflavone sind Daidzein, als Glucosid Daidzin in Sojamehl, Genistein aus Sojabohnen und Rotklee, Prunetin aus der Rinde von Pflaumenbäumen, Biochanin A aus Kichererbsen, Rotklee u. a. Kleearten, Orobol, Santal aus Sandelholz, Rotholz u. a. Hölzern, Pratensein aus frischem Rot- oder Wiesenklee und Iridin in einigen Schwertlilien.“

(Quelle: Wikipedia)

Und was ist bekannt über die Wirkung von Isoflavone / Isoflavonoide?

„Wie auch die Lignane haben die Isoflavonoide wegen ihrer chemisch-strukturellen Ähnlichkeit zu den 17-Ketosteroiden (Östrogen, Androgene) in hohen Dosen eine schwache geschlechtshormonelle Wirkung auf den Menschen. Sie werden daher auch Phytoöstrogene genannt. In der Alternativmedizin wird der Verzehr von Flavonoiden bzw. Soja-Präparaten in den Wechseljahren empfohlen, allgemein gegen Altersbeschwerden, und auch zur Vorbeugung von hormonabhängigen Krebserkrankungen wie Brust- und Prostatakrebs.

Aus diesem Grund werden sie in zahllosen Nahrungsergänzungsmitteln angeboten. Zugelassene Medikamente sind auf dem deutschen Arzneimittelmarkt jedoch nicht erhältlich, weil die Wirksamkeit bisher nicht bewiesen werden konnte. Manche Ärzte warnen im Gegenteil vor zu reichlichem Genuss von Sojaprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln mit isolierten Isoflavonen, weil Flavonoide im Verdacht stehen, die Schilddrüsenhormonproduktion zu hemmen und Kröpfe auslösen zu können.

In einer Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) wird darauf hingewiesen, dass die behaupteten positiven Wirkungen von Isoflavonen bei Wechseljahresbeschwerden nach derzeitigem Stand des Wissens wissenschaftlich nicht hinreichend gesichert sind und eine unerwünschte kanzerogene Wirkung von als Nahrungsmittelergänzung isolierten Isoflavonen nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Diese Warnung betrifft jedoch nicht Vollwertprodukte (wie Sojamilch, Tofu, Gerichte mit Sojavollbohnen), bei denen der ursprüngliche Lebensmittelverbund noch erhalten ist.

‚Dem BfR wurden bereits in der Vergangenheit verschiedene unerwünschte Wirkungen auf sojahaltige/rotkleehaltige Produkte gemeldet, die in der Bundesrepublik Deutschland als Lebensmittel in den Verkehr gebracht werden. Von 2002 bis zum 15. September 2006 wurden insgesamt 21 Meldungen registriert. […] Bis auf einen Fall, welcher sich auf eine Sojamilch bezieht, handelt es sich bei den verzehrten Produkten um als Nahrungsergänzungsmittel bezeichnete Erzeugnisse mit isolierten angereicherten Isoflavonen, bei denen der ursprüngliche Lebensmittelverbund nicht mehr vorhanden ist. […] Zwar war in Bevölkerungsstudien der Verzehr von Sojaprodukten mit verschiedenen gesundheitlichen Vorteilen verbunden. Insofern wird eine Ernährung, die Sojaprodukte, Getreide, Gemüse und Obst reichlich enthält, empfohlen. Von der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, die sekundäre Pflanzenstoffe in konzentrierter Form enthalten, wird seitens der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Ernährung abgeraten, da nicht bekannt ist, welche sekundären Pflanzenstoffe im einzelnen und in welcher Menge präventiv wirken'“

(Quelle: Wikipedia)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Studie empfiehlt Soja bei Brustkrebs

Diesen Artikel teilen:

Frauen mit Brustkrebs sollten Sojaprodukte auf ihrem Speiseplan nehmen: Einer Studie zufolge reduziert regelmäßiger Sojakonsum das Rückfall- und Sterblichkeitsrisiko.

Die Schutzwirkung von Sojaproteinen wurde an 5042 Patientinnen untersucht, die an der Shanghai Breast Cancer Survival Study mitmachten.

Zwischen 2002 und 2006 hatte man bei den teilnehmenden Frauen ein Mammakarzinom (Brustkrebs) diagnostiziert. Die Nachbeobachtung erfolgte bis Mitte 2009.

Währenddessen wurden auch die therapeutischen Maßnahmen und die weitere Lebensführung erfasst. Durchschnittlich 3,9 Jahre nach der Krebsdiagnose traten bei 5033 operierten Patientinnen 444 Todesfälle, 534 Rezidive (das Wiederauftreten der Erkrankung) oder brustkrebsbedingte Todesfälle auf,  beschreibt die Zeitschrift „Journal of the American Medical Association“.

Auffällig war bei der Analyse der Ernährungsgewohnheiten, dass Frauen, die vergleichsweise am meisten Sojaproteine eingenommen hatten, eine 29 % tiefere Sterblichkeits- und eine um 32 % niedrigere Rezidivrate aufwiesen als die Patientinnen mit dem geringsten Sojakonsum.

Die Vierjahressterberate betrug 10,3 % in der Gruppe mit dem tiefsten Sojaverzehr gegenüber 7,4 % im Vergleichskollektiv. Die entsprechenden Rückfallquoten lagen bei 11,2 % und 8 %. Den Wissenschaftlern zufolge spielte es keine Rolle, ob die Frauen Östrogenrezeptor-negative oder Östrogenrezeptor-positive Tumoren hatten. Auch eine Tamoxifen-Therapie (Chemotherapie) schien die Studienresultate nicht zu beeinflussen.

Als tägliche Sojaproteinration genügten offenbar 11 Gramm – das entspricht 40 mg Isoflavonen. Bis zu dieser Menge nahm die Korrelation zwischen konsumiertem Sojaeiweiss und Schutzeffekt linear zu. Wer mehr Soja eingenommen hatte, war trotzdem nicht besser vor den Spätfolgen der Krebserkrankung geschützt.
Quelle:

Xiao Ou Shu et al., JAMA 2009; 302: 2437–2484

MTD, Ausgabe 8 / 2010 S.24

http://www.medical-tribune.de/patienten/news/25979/

Kommentar & Ergänzung:

Soja bietet zwar keine Versicherung gegen Rückfälle, scheint aber gemäss dieser Studie doch einen messbaren günstigen Einfluss zu besitzen.

Allerdings lässt sich bei dieser Art von Studien nicht mit völliger Gewissheit ausschliessen, dass noch andere Faktoren für die Unterschiede mitverantwortlich sind.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Soja gut für die Lunge

Diesen Artikel teilen:

Menschen, die sich sojareich ernähren, haben weniger häufig Atemnot. Das erklären die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung (DLS) in Hannover und berufen sich dabei auf eine aktuelle Untersuchung, welche in der Fachzeitschrift Respiratory Research (2009, Band 10, Seite 56 ) publiziert wurde.

“Wer viel und häufig Sojaprodukte wie Tofu, Natto (vergorene Sojabohnen), Miso-Suppe (vergorene Sojabohnenpaste), Sojasprossen oder Sojamilch zu sich nimmt, weist bessere Lungenfunktionswerte auf”, stellt Prof. Harald Morr fest, Vorstandsvorsitzender der DLS.

“Das hat eine Studie in Japan ergeben, die den Einfluss der Ernährungsweise auf die Lungenfunktion von über 600 COPD-Patienten und Gesunden untersucht hat. Die besten Ergebnisse erzielten diejenigen Personen, die pro Tag mehr als 75 Gramm reinen Sojas aßen. Doch auch schon mit mindestens 50 Gramm Soja auf dem täglichen Speisezettel lässt sich den Forschern zufolge das Risiko für eine Erkrankung an COPD und das Erleiden von Atemnot verringern.”

Sojaprodukte können fortschreitenden Lungenfunktionsverlust abbremsen

Unter Atemnot haben hauptsächlich Patienten mit einer schweren chronisch, obstruktiven Lungenerkrankung (COPD ) zu leiden. Das ist eine unheilbare, fortschreitende entzündliche Erkrankung der Lunge, die unter anderem mit einem krankhaft beschleunigten Lungenfunktionsverlust einhergeht und zu 90 Prozent durch Rauchen verursacht wird.

“Auf das Rauchen verzichten ist selbstverständlich der wichtigste Schritt, eine COPD zu vermeiden bzw. dem Fortschreiten dieser Erkrankung Einhalt zu bieten”, sagt Morr. “Darüber hinaus lässt sich offenbar aber auch mit einer sojareichen Ernährung der beschleunigte Verlust der Lungenfunktion abbremsen – und zwar auch bei Gesunden, deren Lungenfunktion altersbedingt ebenfalls (wenn auch sehr viel langsamer als bei COPD-Patienten) abnimmt.
Bereits an COPD erkrankte Patienten sollten insofern weniger Atemnot erleiden, wenn sie sich sojareich ernähren. Gesunden bietet diese Ernährungsweise eine Möglichkeit, ihre Lungenfunktion länger zu erhalten, und damit eine Art Anti-Aging-Mittel.”

Welche Inhaltsstoffe Soja so gesund machen, ist noch nicht genau bekannt. Vermutet wird jedoch eine antientzündliche Wirkung der in Sojaprodukten enthaltenen Flavonoide (Isoflavone) und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren).

Quelle:
http://www.lungenaerzte-im-netz.de

Kommentar & Ergänzung:

“Soja und verbesserte Lungenfunktion” – dieses Thema ist meines Wissens ziemlich neu und auch interessant, obwohl natürlich bei dieser japanischen Studie noch viele Fragen offen bleiben.
Die Sojabohne enthält reichlich Phytoöstrogene. Deren Hauptvertreter, die Isoflavone Genistein und Daidzein, sind Gegenstand zahlreicher aktueller Forschungsarbeiten und wurden hauptsächlich mit dem geringeren Vorkommen von Gefäßkrankheiten wie der koronaren Herzkrankheit in ostasiatischen Ländern in Verbindung gebracht, wo Soja in viel grösseren Mengen konsumiert wird als in Westeuropa und den USA.

Aufgrund der Datenlage gestattet die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA auf Sojaprodukten das Anbringen der werbenden Aussage: „Eine an gesättigten Fettsäuren und Cholesterin arme Diät, die 25 g Sojaprotein pro Tag enthält, kann das Risiko von Herzerkrankungen reduzieren.“

Auch das geringere Auftreten von Tumorerkrankungen wie dem Brustkrebs sowie chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen in diesen Ländern ist in Verbindung mit dem täglichen Phytoöstrogenkonsum gebracht worden, sodass Isoflavon-Produkte aus Soja in jüngerer Vergangenheit auch mit Hinweis auf diese Eigenschaften intensiv beworben werden. Die Belege für diese Indikationen bleiben allerdings dürftig.

Isoflavone aus Soja sollen als Phytoöstrogene auch bei Beschwerden während der Wechseljahre (Klimakterium) wie beispielsweise Wallungen wirksam sein.
Es gibt in der Phytotherapie für diesen Anwendungsbereich allerdings besser gesicherte Heilpflanzen-Präparate.

Zudem gibt es auch Forschungsresultate, die auf eine schädliche Wirkung von Isoflavonen hindeuten. So bewirkten Isoflavone beispielsweise in der Zellkultur eine Zunahme des programmierten Zelltods in Herzmuskelzellen neugeborener Schweine. Andere Forschungsresultate deuten auf einen Zusammenhang mit verringerter Spermienqualität hin. Weil die Übertragbarkeit und Bedeutung dieser Resultate aus der Grundlagenforschung völlig ungeklärt bleiben, lassen sich hieraus keine fundierten Ernährungsempfehlungen ableiten.

Im Grossen und Ganzen scheint Soja durchaus ein gesundes Nahrungsmittel zu sein. Ein Wundermittel, das gegen alle Zivilisationskrankheiten schützt, ist es aber kaum. Es dürfte immer ein Irrweg sein, wenn von einem einzigen Nahrungs- oder Heilmittel die umfassende Sicherung der Gesundheit erwartet wird.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Soja gegen Osteoporose?

Diesen Artikel teilen:

Osteoporose tritt bei älteren Frauen häufig auf und ist Ursache von Knochenbrüchen und Behinderungen. Die Pharmakotherapie mit Bisphosphonaten ist allerdings von Nebenwirkungen begleitet.

In den letzten Jahren wurde als Alternative eine “natürliche” Behandlung mit Isoflavonen aus Sojaprodukten diskutiert. Untersuchungen zur Wirkung auf die Knochendichte kamen allerdings zu widersprüchlichen Resultaten.

Die Ergebnisse von zehn randomisierten kontrollierten Studien mit 896 Frauen wurden nun von chinesischen Wissenschaftern ausgewertet. Die Frauen hatten mindestens ein Jahr lang durchschnittlich 87 mg Soja-Isoflavone eingenommen. Diese Nahrungsergänzung mit Isoflavonen konnte Veränderungen der Knochendichte allerdings nicht signifikant beeinflussen.

Auch in Untergruppen ließ sich keine signifikante Wirkung belegen. Erst bei höheren Dosen war ein geringer nützlicher Effekt auf die Knochendichte der Wirbel nachzuweisen.
Eine Nahrungsergänzung mit Isoflavonen hat gemäss dieser Übersichtsstudie keine wesentliche Wirkung auf die Knochendichte der Lendenwirbel oder der Hüfte.

Quelle:
Medical Tribune – 41. Jahrgang – Nr. 10/2009

Originalarbeit: J. Liu et al., Bone 2009; doi:10.1016/ j.bone.2008.12.020

Kommentar:

Dieses Resultat ist enttäuschend. Ich erinnere mich aber an eine andere Übersichtsarbeit, die zu einem etwas differenzierteren Schluss kam, wonach eine günstige Wirkung von Soja nur festgestellt werden konnte, wenn mit der Soja-Einnahme ziemlich unmittelbar nach der Menopause begonnen wurde. Später einsetzende Soja-Zufuhr hatte keinerlei Effekt.

Es scheint mir nach heutigem Wissensstand schwierig zu entscheiden, was stimmt. Wenn Liu et al. tatsächlich 10 Studien mit insgesamt 896 Frauen ausgewertet hat, dann müssten diese Studien von den Teilnehmerinnenzahlen her recht klein sein. Da könnte man bezüglich Aussagekraft wohl einige Fragen aufwerfen.

Klar scheint mir aber, dass regelmässige Bewegung eine wichtige Präventionsmassnahme gegen Osteoporose ist. Starkes Untergewicht dürfte sich negativ auf die Knochendichte auswirken, weil Frauen nach den Wechseljahren Östrogene im Fettgewebe produzieren. Wer keinerlei Fettpölsterchen hat, ist deshalb bezüglich Osteoporose gefährdeter und auch anfälliger bezüglich Wechseljahrbeschwerden wie Wallungen.

Aus dem Bereich der Phytotherapie bzw. Pflanzenheilkunde sind bisher keine überzeugenden Heilpflanzen zur Osteoporose-Vorbeugung bekannt.
Aber Bewegung und eine passende Ernährung sind ja auch wichtige Elemente aus der Naturheilkunde. Es müssen nicht immer Heilpflanzen sein. Es gibt genügend andere interessante Anwendungsgebiete für seriöse Heilpflanzen-Präparate.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Viel Soja, wenig Spermien

Diesen Artikel teilen:

Wenn Männer viel Sojaprodukte essen, kann sich die Anzahl ihrer Spermien reduzieren. Das haben Wissenschaftler der Harvard-Universität in Boston entdeckt. Als Ursache werden pflanzliche Hormone vermutet.

Speziell tief war die Spermienzahl bei jenen Männern, die viele Soja-Nahrungsmittel aßen und zu dick waren. Zuvor war der Zusammenhang zwischen der Einnahme von Soja, das pflanzliche Hormone enthält, und Unfruchtbarkeit bisher nur bei Tieren nachgewiesen worden.

Für ihre Studie untersuchten der Ernährungswissenschaftler Jorge Chavarro und Kollegen 99 Männer, die zusammen mit ihren Partnerinnen zwischen 2000 und 2006 in einer Unfruchtbarkeitsklinik behandelt worden waren.
In der Gruppe jener Patienten, die am meisten Sojaprodukte verzehrten, konnten durchschnittlich nur 41 Millionen Spermien pro ml Ejakulat nachgewiesen werden. Die Normalwerte bewegen sich zwischen 80 und 120 Millionen.

Chavarro vermutet, dass die pflanzlichen Hormone in den Sojaprodukten die Spermienzahl beeinflussen. Dieser Effekt, so Chavarro, könnte durch Übergewicht noch verstärkt werden, da dicke Männer mehr Östrogen produzieren als schlanke.

Soja-haltige Lebensmittel sind zum Beispiel Tofu in allen Variationen,
Tempeh (indonesisches Produkt aus fermentierten Sojabohnen), Miso-Suppe,
Sojamilch, Sojakäse und Sojajoghurt, gekochte Sojabohnen, Sojanüsse, einige Energieriegel und Energiedrinks.

Quelle: www.aerztlichepraxis.de
Originalpublikation
me / dpa / J Hum Reprod online (doi:10.1093/humrep/den243)

Kommentar:

Das ist ein Beispiel dafür, dass man auch bei Naturprodukten und Heilpflanzen genau unterscheiden muss, wann sie sinnvoll einzusetzen sind und wann nicht.
Männer mit Fruchtbarkeitsproblemen jedenfalls, so scheint es, sollten wohl besser auf allzu viel Sojakonsum verzichten.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen: