Artikel mit Schlagwort ‘Senfkörner’

Wickel helfen gegen Erkältung

Mittwoch, November 2nd, 2011

Im Herbst kommt es wieder vermehrt zu Erkältungen. Nicht immer braucht es dabei Medikamente. Bei Erkältungen bewähren sich Wickel um Hals, Brust oder Waden als Hausmittel.

«Bei unkomplizierten Erkrankungen wie einer beginnenden Erkältung sollte man nicht vorschnell zu Medikamenten greifen, sondern zuerst versuchen, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu stärken», empfiehlt Friedemann Schmidt von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in Berlin.

Wickel wirken physikalisch über die Temperaturdifferenz zwischen Wickel und Haut. Wickel werden in der Regel mit feuchten Tüchern appliziert, die mit warmem oder kaltem Wasser getränkt sind. Zusätze wie zimmerwarmer Quark oder zerquetschte warme Kartoffeln helfen dabei,  die gewünschte Temperatur im Wickel länger halten.

Halswickel lindern Entzündungen und wirken gegen einen verschleimten Hals oder geschwollene Lymphknoten. Ein Leinentuch wird in kaltes Wasser getaucht, ausgewrungen und anschliessend um den Hals gelegt. Darüber legt man ein trockenes Leinentuch und schliesst den Halswickel mit einem Wolltuch ab. Der Halswickel bleibt dann etwa eine Stunde liegen und kann bis zu sechsmal pro Tag angewendet werden.

Brustwickel wirken gegen Husten. Ist der Husten krampfartig, sollte man warmes Wasser verwenden – sonst besser kaltes. Der Wickel sollte von den Achselhöhlen bis zu den Rippenbögen reichen, darf jedoch nicht zu eng gewickelt werden. Über das feuchte Leinentuch legt man ein trockenes Handtuch, darüber ein Wolltuch. Nach zirka 90 Minuten, wenn der Schweiß ausbricht, entfernt man den Brustwickel. Danach sollten Erkrankte eine weitere Stunde im Bett ruhen. Brustwickel können ein- bis zweimal pro Tag appliziert werden.

Wadenwickel wirken fiebersenkend. In kaltes Wasser eingetauchte Handtücher werden um die Unterschenkel gewickelt, dann wird mit einem trockenen Handtuch abgeschlossen. Die Tücher bleiben auf der Haut liegen, bis sie sich erwärmt haben. Nach diesem Zeitpunkt leiten sie keine Wärme mehr ab und können entfernt werden. Die Wadenwickel werden so angelegt, dass sie von der Kniekehle bis zu den Fußknöcheln reichen. Im Gegensatz zu den Hals- oder Brustwickeln werden Wadenwickel nicht mit einem Wolltuch abgeschlossen, denn das würde die erwünschte Wirkung der Wärmeableitung verhindern.

Quelle:

http://www.usinger-anzeiger.de/ratgeber/gesundheit/meldungen/11319027.htm

Kommentar & Ergänzung:

Wickel sind bewährte Hausmittel.

Hier eine kurze Beschreibung auf Wikipedia:

“Ein Wickel beschreibt ein oder mehrere zirkulär um den Körper (Ganzkörperwickel) oder einen Körperteil (Teilwickel) angelegte Tücher, die mit einer temperierten Flüssigkeit befeuchtet oder mit einer Substanz bestrichen sind. Zu den Wickeln werden in der Regel auch Auflagen, Kompressen oder Umschläge aus Tüchern gezählt, die auf der Haut angebracht werden. Im Bereich professioneller Pflege zählen Wickel und Auflagen zu den alternativpflegerischen Methoden, eine gesonderte Fortbildung zum Fachmann/frau für Wickelanwendungen ist in Deutschland und der Schweiz möglich. Wickel werden jedoch auch in der nichtberuflichen Pflege als Hausmittel eingesetzt. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist der Wadenwickel. Im Unterschied zu Verbänden und Heilpflastern werden Wickel nur kurzzeitig angelegt und sie werden vor allem zur Applikation von Wirkstoffen oder zum Erreichen physikalischer Wirkungen eingesetzt.“

Wickel können auch mit Heilpflanzen-Anwendungen kombiniert werden. Zum Beispiel bei hyperämisierende (hautreizende) Wickel oder Auflagen:

„Auflagen mit hautreizenden Substanzen bewirken durch Reizung der Haut eine reaktive Hyperämie, die Haut wird durch die Substanz gereizt, die Blutgefäße werden als Reaktion darauf weitgestellt und es findet eine deutlich stärkere Durchblutung des Gewebes statt. Eingesetzt werden diese Auflagen zur Linderung chronischer Erkrankungen wie Asthma oder bei Entzündungen im Bereich der Niere, Blase, Lunge, Stirn- und Kieferhöhle. Diese Art von Wickeln kann zu Hautschädigungen führen und belasten zum Teil sehr stark den Kreislauf. Sie sollten nur von fachkundigen Personen und nach ärztlicher Abklärung möglicher Risiken angewandt werden. Die Anwendungen und werden häufig als unangenehm empfunden. Eingesetzte Substanzen sind Ingwer, Senfkörner und Meerrettich in Form von Kompressen oder kleineren Auflagen.“

(Quelle: Wikipedia)

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Senf schützt vor krebserregenden Nahrungsbestandteilen

Dienstag, September 20th, 2011

Scharfer Senf schützt offenbar vor krebsauslösenden Stoffen, die mit der Nahrung aufgenommen werden. Das haben Forscher des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene der Universität Freiburg zeigen können. “Der Konsum von scharfem Senf schützt beispielsweise vor den erbgutschädigenden Wirkungen der beim Grillen und Braten von Fleisch entstehenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe, kurz PAK”, erklärt Institutsleiter Professor Volker Mersch-Sundermann. PAK gehören zu den krebsauslösenden Stoffen, sind also Kanzerogene.

In ihrer Untersuchung ließen die Wissenschaftler die Probanden ein paar Tage lang täglich 20 Gramm unterschiedlich scharfen oder gar keinen Senf zu sich nehmen, und versetzen anschließend ihr abgenommenes Blut mit krebsauslösenden Stoffen. Es zeigte sich, dass die weißen Blutkörperchen von Studienteilnehmern, die scharfen Senf konsumiert hatten, viel besser mit solchen gefährlichen Substanzen umgehen können. Die Werte bei den Probanden ohne Senfkonsum waren weitaus schlechter. Ein abgeschwächter Schutzeffekt zeigte sich nach dem Konsum von süßem Senf, was belegt, dass die Schärfe entscheidend ist. Darüber hinaus zeigte sich, dass die schützende Wirkung auch nach dem Senfkonsum einige Zeit anhält. Deswegen gehen die Freiburger Forscher davon aus, dass ein regelmäßiger Genuss von scharfem Senf dazu beitragen könnte, das Krebsrisiko nachhaltig zu senken. Am besten geeignet ist Senf mit einem grossen Anteil an der schärferen, braunen Senfsaat, der lediglich daraus sowie aus Wasser, Essig und Salz besteht.

Die krebshemmende Wirkung von Senf ist teilweise auf sekundäre Pflanzenstoffe zurückzuführen, speziell auf die Senföle. Unklar ist bisher jedoch noch, welche Mindestkonzentrationen der “scharfen” sekundären Pflanzenstoffe es braucht, damit der Senf seine vor krebsauslösenden Stoffen schützende (chemopräventive) Wirkung entfalten kann. Daher wollen die Forscher nun unter anderem die zellulären Mechanismen erforschen, die dem Schutzeffekt zugrunde liegen.
Insgesamt entfalten nur ganz bestimmte Obst- und Gemüsesorten beziehungsweise deren Inhaltsstoffe vor Krebs schützende Effekte. Eine solche chemopräventive Wirkung besitzen zum Beispiel Kohlsorten aus der Familie der Kreuzblütler wie Brokkoli,  Kohlrabi, Weißkohl, aber auch Radieschen und eben Senf.

Quelle:

http://de.nachrichten.yahoo.com/senf-schützt-vor-krebserregenden-stoffen-der-nahrung-135431879.html

Kommentar & Ergänzung:

Zu den Inhaltsstoffen des Senfs gibt es eine gute Beschreibung bei Wikipedia:

„ Senfsamen enthalten neben etwa 20 bis 36 % nussig-mildem Senföl und 28 % Eiweiß die Glykoside Sinalbin (weißer Senf) bzw. Sinigrin (brauner und schwarzer Senf), die für den scharfen Geschmack und damit auch für die appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung verantwortlich sind. Diese Glykoside sind allerdings selbst nicht scharf. Erst durch das Schroten oder Mahlen der Samen und Kontakt mit Flüssigkeit wird das ebenfalls im Senfsamen enthaltene Enzym Myrosinase aktiv und verwandelt die Glykoside in Traubenzucker, Schwefelsäure und scharfe, tränenreizende Isothiocyanate (die häufig ebenfalls wie das fette Senföl auch ätherisches „Senföl“ genannt werden). Deshalb haben Senfkörner erst einen milden, nussartigen Geschmack, der nur nach längerem Kauen etwas an Schärfe gewinnt, und auch trockenes Senfpulver hat zunächst einen faden, leicht bitteren, aber nicht scharfen Geschmack. Bei Tafelsenf dagegen hat sich durch Mahlen und die Zugabe von Wasser und anderen Zutaten bereits Isothiocyanat bilden können, so dass sich das scharfe Aroma von vornherein entfalten kann.

Neben den unterschiedlichen Farben der Samen zeichnen sich weißer, brauner und schwarzer Senf auch durch unterschiedliche Schärfe aus: Weißer Senf mit dem Glykosid Sinalbin ist milder, brauner und schwarzer Senf mit dem Glykosid Sinigrin sind deutlich schärfer. Durch das Mischungsverhältnis aus weißem und braunem bzw. schwarzem Senf kann daher die Schärfe einer Senfpaste nach Wunsch bestimmt werden. Da schwarzer Senf (Brassica nigra) maschinell schwerer zu ernten ist, werden heute im wesentlichen nur noch weißer Senf (Sinapis alba) und brauner Senf (Brassica juncea) verwendet.“

Zur Wirkung von Senf heisst es im PTA-Forum:

„ Die Kommission E nennt in ihrer Monographie die äußere Verwendung von weißen Senfsamen in Form von Pflastern oder Wickeln bei Katarrhen der Atemwege sowie chronisch degenerativen Gelenkerkrankungen und Weichteilrheumatismus. Die Tagesdosis beträgt 60 bis 240 g Droge. Zur Herstellung eines Senfwickels werden etwa 100 g Senfmehl mit lauwarmem Wasser angerührt, in ein Leinentuch gepackt und auf die Brust gelegt. PTA oder Apotheker sollten die Patienten darauf hinweisen, dass sie bei der Anwendung unbedingt die Augen und das Gesicht schützen müssen. Erwachsene können die Breiumschläge bis zu 15 Minuten einwirken lassen, sollten aber nach etwa 5 Minuten die Hautreaktion überprüfen. Auf keinen Fall dürfen sie die Anwendungsdauer erhöhen, denn sonst könnten sich Blasen, Geschwüre oder sogar Nekrosen bilden. Insgesamt sollten die Wickel maximal eine Woche angewendet werden, um Haut- und Nervenschäden zu vermeiden. Nicht geeignet sind Senfwickel bei Kindern sowie bei Patienten mit Hauterkrankungen. Selten sind allergische Reaktionen beobachtet worden.

Die Volksheilkunde nutzt Senfsamen äußerlich in Form von Senfpflastern und Breiumschlägen zur Durchblutungsförderung. Fußbäder mit Senfmehl sind traditionell üblich zur ‚Ableitung von Blut und Gewebsflüssigkeit vom Kopf in die Beine’. Hebammen setzen sie außerdem bei Wöchnerinnen zum Stoppen des Wochenflusses nach einer Geburt ein. Für ein Fußbad zur Durchblutungsanregung reichen 20 bis 30 Gramm Senfmehl pro Liter Wasser, für ein Vollbad 150 Gramm, in einem Stoffbeutel verpackt. Fußbad und Vollbad sollten nicht länger als 10 Minuten dauern. Bei Venenleiden der Beine wird von einer Anwendung abgeraten. Patienten mit einer Herz- oder Lungenerkrankung sollten vor der Behandlung mit ihrem Arzt Rücksprache halten.

Innerlich angewandt regt Senf die Magensaftproduktion an. Wissenschaftler vermuten, dass Senf auch im Darmtrakt antimikrobiell wirkt und möglicherweise der Entstehung von Krebs vorbeugt. Das ist allerdings nicht belegt. Wegen der schleimhautreizenden Effekte sollten PTA oder Apotheker Patienten mit Nierenerkrankungen oder Magen- und Darmbeschwerden von der innerlichen Anwendung von Weißem Senf abraten. Die innerliche Anwendung von Schwarzem Senf wird heute grundsätzlich nicht mehr empfohlen.“

Quelle: http://www.pta-forum.de/index.php?id=35

Ergänzt werden sollte meines Erachtens noch, dass bei der Zubereitung von Senfbädern und Senfwickeln das verwendete Wasser beim Kontakt mit dem Senfpulver nicht heisser als 40°C sein sollte, weil sonst das Enzym Myrosinase zerstört wird, wodurch die Wirkung weitgehend ausbleibt.

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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Senf als Heilpflanze

Mittwoch, September 15th, 2010

Senf schmeckt vielen Menschen zu einer herzhaften Wurst. Doch das altbekannte Gewürz kann viel mehr als “nur” Speisen würzen. Senf aktiviert die Verdauung, was schwere Speisen bekömmlicher macht. Werden Senfkörner gekaut oder zerstoßen, werden daraus die Senföle freigesetzt, die sowohl für den Würzwert als auch für den gesundheitlichen Aspekt des Senfes verantwortlich sind. Die Senföle steigern die Darmaktivität und verbessern die Verdauung. Das trifft auf jeden Senf zu; ob scharfer oder milder Senf bevorzugt wird, ist mehr eine Frage des Geschmacks.

Doch damit nicht genug: Das Schlucken ganzer Senfkörner, ohne sie zu zerkauen, soll auch gegen Sodbrennen helfen. Zwar werden die Körner nicht verdaut, geben jedoch im Magen Senföl und andere Wirkstoffe ab, welche gegen die Überproduktion der Magensäure wirken. Nach einigen Tagen der Einnahme soll so das Sodbrennen behoben sein.

Senfmehl im Badewasser verstärkt den schweißtreibenden Effekt des warmen Wassers. Nach dem Senfmehl-Bad fühlt man sich laut der Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände entspannt und der Kopf ist wieder frei. Sie empfehlen daher Senfbäder bei Kopfschmerzen, aber auch bei Beschwerden nach einer Grippe sowie bei Kreislaufproblemen. Einfach 200 Gramm frisch gemahlenes Senfmehl in ein Baumwollsäckchen dem Badewasser beigeben. Das Wasser sollte nicht zu heiß sein, weil dadurch die Wirkstoffe des Senfes zerstört würden. Ist das Säckchen samt Senfmehl vom Wasser gut durchdrungen, sollte der Beutel sanft ausgedrückt werden, damit die Wirkstoffe in das Wasser gelangen.

Als Zusatz für ein Fussbad gegen kalte Füße eignet sich das Senfmehl ebenfalls gut. Für zehn bis fünfzehn Minuten die Füße in ein Becken warmen Wassers mit einem Esslöffel gemahlener Senfkörner stellen, reicht für nachhaltige Wärme. Die Füße werden  im Anschluss daran kurz kalt abgebraust und dann gut abgetrocknet und mit dicken Socken versehen.

Durch Senfwickel wird die Durchblutung  angeregt. Bei Schnupfen und Bronchitis wirken Senfwickel zudem schleimlösend. Allerdings sollten sie nicht zu lange auf der Haut verweilen, weil dies zu teilweise starken Reizungen führen kann.

Quelle:

http://de.news.yahoo.com/

Kommentar & Ergänzung:

Senf als Verdauungsförderer, das ist natürlich eine traditionelle Erkenntnis, die im Ernährungsbereich oft  benutzt wird. Senf zählt daher meistens mehr zu den Gewürzen und weniger zu den Heilpflanzen.

Für die Phytotherapie ist aber die durchblutungsfördernde Wirkung  der Senfkörner auf die Haut  sehr interessant.

Für Senfbäder, Senffussbäder und Senfwickel gilt, dass das Wasser beim Kontakt mit dem Senfmehl nicht heisser als 45°C sein darf, weil sonst  ein Enzym zerstört wird, das für die Wirkung wichtig ist.

Ergänzend zu obigem Text:

- Beim Senf-Ganzkörperbad wäre ich beim ersten Mal vorsichtig mit der Dosierung, um die Verträglichkeit zu testen. Auch ist mir die Indikation “Kreislaufprobleme” bei Senfbädern zu vage. Es gibt auch Kreislaufprobleme, bei denen warme, durchblutungssteigernde Bäder eher kontraindiziert sind.

- Das Senfmehl-Fussbad hilft manchmal auch als Gegenstimulation zum Beispiel bei Spannungskopfschmerzen oder Menstruationskrämpfen-

- Senfwickel nicht im Gesicht anwenden, sondern auf die Brust. Und auch hier beim ersten Mal die Einwirkungszeit kurz halten, um die Verträglichkeit zu testen. Ein Senfmehlwickel kein in seiner Wirkung abgemildert werden durch Mischung mit Leinsamenmehl. Das empfiehlt sich oft vor allem bei Kindern.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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