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Blume des Jahres 2016: Die Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris)

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Die Loki Schmidt Stiftung in Hamburg hat die Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris) zur Blume des Jahres 2016 ernannt. Damit soll für den Schutz dieser selten gewordenen Pflanze geworben werden, die in vielen Regionen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht. Die jeweilige Blume des Jahres steht immer auch stellvertretend für einen bedrohten Lebensraum – das sind bei der Wiesen-Schlüsselblume sind sonnige, eher trockene Wiesen und lichte Wälder auf kalkhaltigen Böden.

Die satt gelben Blüten der Wiesen-Schlüsselblume gelten als Frühlingsboten, doch wird die Pflanze in vielen Gebieten immer seltener. Die intensive Nutzung von Wiesen und Weiden, die Düngung, und auch der Umbruch von Grünland zu Ackerland bewirken, dass die Pflanze an zahlreichen Orten nicht mehr zu finden ist. An anderen Stellen verdrängen Büsche und Bäume die lichtliebenden Schlüsselblumen, weil die traditionelle Nutzung der Wiesen aufgegeben wurde. Zwar kann die Blume des Jahres 2016 auch in lichten Wäldern wachsen, doch verschwindet sie, wenn die Beschattung im Wald zu stark wird. „Unsere letzten ungedüngten Wiesen auf trockeneren Böden müssen unbedingt erhalten werden“, fordert der Geschäftsführer der Loki Schmidt Stiftung, Axel Jahn.

Die Wiesen-Schlüsselblumen werden von vielen Insekten bestäubt, beispielsweise von Schmetterlingen, Hummeln, verschiedenen Fliegenarten und zahlreichen anderen.

Mit der Wahl der Wiesen-Schlüsselblume zur Blume des Jahres 2016 wirbt die Loki Schmidt Stiftung für einen schonenden Umgang mit den Lebensräumen dieser Pflanze. Als Schutzmaßnahme sollte dort auf eine Düngung verzichtet und jeder Nährstoffeintrag unterbunden werden.

Wird die Nutzung einer Fläche eingestellt, ist eine regelmäßige Biotoppflege anzustreben, beispielsweise durch Beweidung oder Mahd, um eine Beschattung durch Gehölze zu verhindern. Die Schlüsselblume braucht nämlich Sonnenbestrahlung. Viele weitere Pflanzen- und Tierarten profitieren ebenfalls von solchen Massnahmen.

Fotos der Wiesen-Schlüsselblume gibt es hier auf Wikipedia.

Mit der Bekanntgabe der Blume des Jahres erinnert die Stiftung an ihre Gründerin Loki Schmidt (1919-2010), die sich viele Jahrzehnte für den Naturschutz in Deutschland eingesetzt und die Aktion „Blume des Jahres“ im Jahr 1980 ins Leben gerufen hat.

Quelle:

www.loki-schmidt-stiftung.de

Kommentar & Ergänzung:

Die Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris) wird, wie auch die Wald-Schlüsselblume (Primula elatior), als schleimlösendes Mittel bei produktivem Husten eingesetzt. Als Wirkstoff gelten Saponine, die in der Schlüsselblumenblüte vorhanden sind, aber in noch grösserer Konzentration in der Schlüsselblumenwurzel.

Angewendet werden Schlüsselblumen vor allem in Hustentee-Mischungen oder als Bestandteil von Hustensirup.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

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Phytopharmaka in der Europäischen Leitlinie zur Behandlung von Rhinosinusitis

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Die europäische Leitlinie zur Behandlung der Rhinosinusitis ist gegenwärtig die aktuellste Therapieempfehlung von HNO-Ärzten für die Behandlung viraler Atemwegsinfektionen (»Erkältung«). Sie enthält auch Empfehlungen für pflanzliche Arzneimittel (Phytopharmaka), die in einem Artikel der „Pharmazeutischen Zeitung“ beschrieben werden:

„Cineol und Myrtol, aber auch Pelargonium-Extrakte kommen zur Therapie viraler Atemwegsinfekte infrage….. In klinischen Studien konnten im Vergleich zu Placebo die Symptome bei einer akuten viralen Rhinosinusitis ab dem vierten Tag gelindert werden Auch die Kombination aus fünf Pflanzenextrakten (Enzian, Schlüsselblume, Sauerampfer, Holunder und Eisenkraut) konnte in einer neueren, Placebo-kontrollierten klinischen Studie positive Effekte auf die Symptome einer akuten Rhinosinusitis zeigen. Die Effektstärke war vergleichbar mit der Stärke der Wirkstoffe, die in der europäischen Leitlinie bereits diskutiert wurden (Cineol, Myrtol, Pelargonium)“

Die Effektstärke der genannten Therapeutika sei in den Studien nicht sehr groß gewesen und die Wirkung sei erst mit Verzögerung (vier bis sieben Tage) eingetreten.

„Dennoch gelten diese ausgewählten pflanzlichen Arzneimittel als angemessene und wirksame Apothekenempfehlung, auch ergänzend zur akut symptomatischen Therapie.“

Für die traditionelle chinesische Medizin spricht die Europäische Leitlinie aufgrund unzureichender Daten explizit keine Empfehlung aus.

Für Echinacea-haltige Präparate schätzt sie die Datenlage als widersprüchlich ein und empfiehlt sie aus diesem Grund ebenfalls nicht.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=59826

Kommentar & Ergänzung:

In die Leitlinien aufgenommen zu werden ist so etwas wie eine Auszeichnung, weil es dazu positive Ergebnisse aus klinischen Studien braucht.

Und damit solche Ergebnisse zustande kommen, braucht es Firmen, die Geld in die Forschung stecken. Das ist nicht ganz einfach für Phytopharmaka, weil grosse Investitionen in die Forschung sich nur lohnen für patentierte Produkte. Die Mehrzahl der Heilpflanzen-Präparate ist aber nicht patentiert.

Leitlinien sind für die Phytotherapie meines Erachtens nicht das einzige oder letzte Mass. Sie bieten aber trotzdem eine wichtige Orientierung.

Bei der in den Leitlinien erwähnten Kombination aus fünf Pflanzenextrakten (Enzian, Schlüsselblume, Sauerampfer, Holunder und Eisenkraut) handelt es sich im „Sinupret®“. Die Zusammensetzung dieses Präparats ist nicht sehr plausibel, doch gibt es dafür positive klinische Studien. Myrtol ist als „Gelomyrtol®“-Kapseln im Handel, Pelargonium als „Umckaloabo®“ und „Kaloabo®.

Siehe auch:

Phytopharmaka gehören in die Leitlinien

S3-Leitlinie bestätigt Empfehlung für Johanniskraut als Erstlinientherapie der unipolaren Depression

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Schlüsselblume als Hustenmittel

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Die Sendung „Puls“ von SRF berichtete über Heilpflanzen gegen Erkältungskrankheiten und kam dabei auch auf die Schlüsselblume zu sprechen.

Zitat:

„Von der attraktiven Frühlingsblume verwendet man die Blüten und Wurzeln für Heilzwecke. Sie reizen den Magen, dadurch bilden die Bronchien reflexartig neuen Schleim, der sich besser abhusten lässt. Vorhandenes Sekret wird verflüssigt. Besonders beliebt ist die Kombination mit Thymian.“

Quelle:

http://www.srf.ch/gesundheit/alltag-umwelt/mit-heilpflanzen-gegen-die-erkaeltung

Kommentar & Ergänzung:

Die Schlüsselblume wird vor allem bei produktivem Husten als schleimlösendes Mittel eingesetzt. Sie enthält Saponine als Hauptwirkstoffe, wobei der Gehalt in den Schlüsselblumenwurzeln etwa 4mal höher ist als in den Schlüsselblumenblüten.

Verwendet wird die Frühlings-Schlüsselblume (= Primula veris, Echte Schlüsselblume, Wiesen-Schlüsselblume) oder die Wald-Schlüsselblume ( = Primula elatior, Hohe Schlüsselblume), die in der Phytotherapie als gleichwertig gelten.

In der Natur sollten die Schlüsselblumen geschont werden. Für die Verwendung als Heilpflanze stehen Schlüsselblumen aus dem Anbau zur Verfügung.

Schlüsselblumenwurzeln und Schlüsselblumenblüten werden nur selten einzeln eingesetzt, sondern eher gemischt mit anderen Pflanzen in Hustenpräparaten wie Brusttee-Mischungen, Hustensirup, Hustentropfen etc.

Die Wirksamkeit eines Kombipräparates mit Schlüsselblumen und Thymian als Schleimlöser ist mit Studien belegt (im Gegensatz zu synthetischen Schleimlösern).

Die Wirkstoffe in den Schlüsselblumen sind nicht flüchtig und können daher nicht inhaliert werden – im Gegensatz zu Thymian. Thymianöl eignet sich gut zur Inhalation.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Phytotherapie: wo sie helfen kann….

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Die Grundlage unseres gegenwärtigen Wissensstandes über die Anwendung pflanzlicher Arzneimittel ist die oft Jahrhunderte lange traditionelle Anwendung von Heilpflanzen in der Volksmedizin. In einer modernen, wissenschaftlich orientierten Therapieform reicht dies jedoch nicht als Wirksamkeitsbeweis. Darum strebt die Arzneipflanzenforschung danach, von modellhaften Labortests bis hin zu klinischen Studien an Patienten Fakten für den therapeutischen Wert und die Unbedenklichkeit von Phytopharmaka zu liefern.

Im „Kleinen Wörterbuch der Pflanzenmedizin“ wird aufgeführt, in welchen Einsatzbereichen sich die Phytotherapie, alleine oder in Kombination mit anderen therapeutischen Maßnahmen bewährt. Hier eine modifizierte Übersicht auf der Basis dieser Publikation:

1. Vorbeugung von Krankheiten

– Stärkung des Immunsystems:

Roter Sonnenhut, Echinacea purpurea

– Schwitzkuren bei beginnenden grippalen Infekten:

Holunderblüten, Sambucus nigra

Lindenblüten, Tilia – Arten (Tilia cordata, Tilia platyphyllos)

2. Befindlichkeitsstörungen im Verdauungstrakt

– Entzündungen im Bereich der Mundhöhle:

Salbei, Salvia officinalis

– Blähungstreibend, krampflösend:

Kamille, Matricaria recutita

Kümmel, Carum carvi

Fenchel, Foeniculum vulgare

Pfefferminze, Mentha piperita

– Appetitanregend:

Arzneipflanzen mit Bitterstoffen:

Enzian, Gentiana-Arten, vor allem Gelber Enzian, Gentiana lutea

Tausendguldenkraut, Centaurium erythraea

Fieberklee, Menyanthes trifoliata

Arzneipflanzen mit aromatisch-

bitterem Geschmack:

Wermut, Artemisia absinthium

Schafgarbe, Achillea millefolium

– Übersäuerung des Magens:

Käsepappel, Malva – Arten (Chäslichrut, Malva silvestris, Malva neglecta)

– Lebererkrankungen:

Mariendistel, Silybum marianum

– Erkrankungen der Galle:

Artischocke, Cynara scolymus

Löwenzahn, Taraxacum officinale

– Durchfallerkrankungen:

Tormentillwurzel, Potentilla erecta

Heidelbeeren (getrocknet!), Vaccinium myrtillus

– Verstopfung:

Faulbaum, Frangula alnus

Senna, Cassia – Arten

Rhabarber, Rheum palmatum

Leinsamen, Linum usitatissimum

Flohsamen, Plantago ovata

3. Erkrankungen im Bereich der Atemwege:

– Reizhusten: Tees mit schleimhaltigen Heilpflanzen:

Eibisch, Althaea officinalis

Isländische Flechte (Isländisches Moos), Cetraria islandica

– Auswurffördernde Hustenmittel:

Arzneipflanzen mit ätherischem Öl:

Thymian, Thymus vulgaris

Anis, Pimpinella anisum

Eukalyptus, Eucalyptus globulus

Latschenkiefer, Pinus mugo

Arzneipflanzen mit Saponinen:

Schlüsselblume, Primula veris

Efeu, Hedera helix

– Arzneipflanzen mit anderen Wirkstoffen:

Sonnentau, Drosera rotundifolia

4. Erkrankungen im Urogenitaltrakt:

– Erhöhung der Harnmenge, besonders bei Steinleiden oder Entzündungen der ableitenden Harnwege:

Birke, Betula pendula

Hauhechel, Ononis spinosa

Schachtelhalm, Equisetum arvense

Wacholder, Juniperus communis

– Unterstützung bei gutartiger Vergrößerung der Prostata (Prostatahyperplasie):

Weidenröschen, Epilobium angustifolium

Sägepalme, Serenoa repens (Sabal serrulata)

5. Herz- Kreislaufbeschwerden

– Leichte Herzmuskelschwäche, „Altersherz“:

Weißdorn, Crataegus-Arten, vor allem Crataegus oxyacantha und Crataegus monogyna)

– Krampfadern:

Rosskastanie, Aesculus hippocastanum

– Durchblutungsstörungen:

Ginkgo, Ginkgo biloba

– Vorbeugung gegen Arteriosklerose (= „Verkalkung“):

Knoblauch, Allium sativum

6. Nervöse Störungen

– Leichte und mittelschwere Depressionen:

Johanniskraut, Hypericum perforatum

– Einschlafstörungen:

Baldrian, Valeriana officinalis

Melisse, Melissa officinalis

Hopfen, Humulus lupulus

Lavendel, Lavandula angustifolia

7. Gynäkologische Erkrankungen

– Prämenstruelles Syndrom (PMS), klimakterische Beschwerden (z. B. Wallungen):

Mönchspfeffer, Vitex agnus-castus

Nordamerikanisches Wanzenkraut ( = Traubensilberkerze), Cimicifuga racemosa

8. Hauterkrankungen / Wunden:

Ringelblume, Calendula officinalis

Arnika, Arnica montana

Quelle:

Kleines Wörterbuch der Pflanzenmedizin,

herausgegeben von Pharmig, der Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen, Wien

in Zusammenarbeit mit dem Institut für Pharmakognosie der Universität Wien

www.pharmig.at

Kommentar & Ergänzung:

Die Aufstellung im „Kleinen Wörterbuch der Pflanzenmedizin“ gibt einen guten Überblick, führt aber natürlich längst nicht alle wichtigen Heilpflanzen der Phytotherapie auf.

Wichtig zu wissen ist aber auch, dass es nicht nur darauf ankommt, welche Heilpflanze bei welcher Krankheit eingesetzt werden kann. Mindestens so entscheidend ist auch die Frage, in welcher Arzneiform die jeweilige Heilpflanze optimal zur Wirkung kommt, zum Beispiel als Tee, Tinktur, Extrakt, Frischpflanzenpresssaft etc.

Vollständig vergessen ging in der Übersicht der Bereich Rheuma / Arthrose. Hier gibt es interessante und bewährte Heilpflanzen, die auch mit Patientenstudien erforscht werden, zum Beispiel Teufelskralle (Harpagophytum procumbens), Weidenrinde (Salix-Arten), Weihrauch (Olibanum), Paprika (Capsaicin), Hagebutte.

Interessant ist, dass die Publikation von Pharmig herausgegeben wird, der Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen. Es gibt in der Komplementärmedizin ein weit verbreitetes Feindbild, wonach die „Pharmaindustrie“ die Naturheilmittel kaputt machen will. Das ist ziemlich naiv, weil die Hersteller komplementärmedizinischer und phytotherapeutischer Präparate längst ein Teil der Pharmaindustrie sind. Sie sind bestens in die entsprechenden Branchenverbände eingebettet. Das pauschale Feinbild „Pharmaindustrie“ ist zwar unsinnig, doch soll die Absage an pauschale Feindbilder nicht davon abhalten, konkrete Pharmafirmen für konkrete Missstände zu kritisieren, wo dies nötig ist.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Heilpflanzen-Extrakte aus Schlüsselblume und Thymian helfen beim Abhusten

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Bestimmte Heilpflanzen-Präparate sind schleimlösend und haben darüber hinaus eine antibakterielle Wirkung.

Bei produktivem („schleimigem“) Husten sind Expektoranzien (auswurffördernde Mittel) und Bronchospasmolytika die symptomatische Therapie der ersten Wahl. Die Naturheilkunde kann hier einiges bieten, auch im Hinblick auf bakterielle Sekundärinfektionen.

Bei den Expektoranzien haben diverse ätherische Öle die beim produktiven Husten erforderlichen schleimlösenden Effekte, wie Professor Karin Kraft vom Lehrstuhl Naturheilkunde am Klinikum der Uni Rostock bei einem Internistenkongress in Wiesbaden erklärte. Anisöl, Thymianöl, Fenchelfrüchteöl und Pfefferminzöl seien nur einige der möglichen Behandlungsmöglichkeiten, die für die innere Anwendung zur Verfügung stehen.

Die reine Mukolyse (Schleimlösung) ist allerdings nur ein Wirkprinzip von Phytopharmaka für die symptomatische Behandlung bei produktivem Husten. Auch die Bronchospasmolyse – also die krampflösende Wirkung – trägt zur Linderung der Beschwerden bei. Bronchospasmolytisch wirksam seien unter anderem Efeublätter, Primelwurzel (= Schlüsselblumenwurzel), Süßholzwurzel und Thymiankraut, erklärte Kraft bei einer von der Firma Steigerwald unterstützten Veranstaltung.

Hilfreich könne ferner ein gewisser entzündungswidriger Effekt sein, wie er unter anderem bei der Anwendung von Efeublättern, Spitzwegerich oder Kamille zu erwarten sei. Eine unspezifisch antibakterielle Wirkung bei produktivem Husten schließlich hätten beispielsweise Brunnenkresse, Kapuzinerkresse und Primelwurzel. Das sei hauptsächlich mit Blick auf mögliche bakterielle Sekundärinfektionen interessant, die damit unterdrückt werden könnten, wenn die Wirkstoffe früh genug eingenommen werden, erklärte Kraft.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/erkaeltungskrankheiten/default.aspx?sh=99&h=-195116024&sid=598469&ticket=ST-4392-h3neL0kcpdUugzPTbepNK62diJs3jdDB10c-20

Kommentar & Ergänzung:

Schlüsselblume und Thymian sind für die Phytotherapie tatsächlich wichtige schleimlösende Heilpflanzen.

Heilpflanzen enthalten meistens mehrere Wirkstoffe und können deshalb einen Krankheitsprozess an verschiedenen Stellen günstig beeinflussen.

Sie wirken an mehreren sogenannten Zielstrukturen – auf Englisch “Targets” – und bekämpfen so gleichzeitig verschiedene Ursachen und Begleitsymptome. Wissenschaftler bezeichnen dies als Multi-Target-Therapie. Das ist ein Unterschied zu den meisten synthetischen Medikamenten, die nur eine Substanz enthalten.

So ist beispielsweise Thymian zugleich schleimlösend, antimikrobiell und krampflösend in den Bronchien.

Efeu wirkt wie in obigem Beitrag erwähnt schleimlösend und krampflösend auf die Bronchien, der aufgeführte entzündungswidrige Effekt fehlt aber in der Phytotherapie-Fachliteratur. Efeublatt als Hustenmittel würde ich zudem ausdrücklich nur als Efeu-Extrakt empfehlen, nicht aber als Efeutee oder Efeutinktur.

Und Schlüsselblumenwurzeln wirken gemäss Phytotherapie-Fachliteratur schleimlösend bzw. auswurffördernd, aber nicht antibakteriell und nicht bronchospasmolytisch.

Falls Sie sich Kompetenz im Bereich der Selbstbehandlung von Erkältungskrankheiten mit Heilpflanzen erwerben möchten:

Einen guten Überblick über die Behandlung von Erkältungskrankheiten mit Heilpflanzen bietet das Tagesseminar zu diesem Thema.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15

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[Buchtipp] Blütenpflanzen und ihre Gäste, Band 1, Hrsg. v. Bayer. Landesverband f. Gartenbau u. Landespflege — von Helmut und Margrit Hintermeier

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Kommentar:

Blütenpflanzen und ihre Gäste

Wer sich für die faszinierenden Zusammenhänge zwischen Blütenpflanzen und Insekten interessiert, wird durch dieses Buch eine Fülle von Anregungen erhalten. In einleitenden Abschnitten werden die Blüten und Insekten als Partner beschrieben, genauer: Honigbienen als Blütengäste, Hummeln als Blütengäste, Wildbienen als Blütengäste, Wespen als Blütengäste, Schwebfliegen als Blütengäste, Schmetterlinge als Blütengäste und Käfer als Blütengäste. Dann werden 60 Pflanzenarten mit ihren Beziehungen zur Insektenwelt genauer vorgestellt. Darunter auch die Heilpflanzen Weide, Huflattich, Bärlauch, Schlüsselblume, Stiefmütterchen, Löwenzahn, Linde, Königskerze, Nachtkerze, Eibisch, Boretsch, Rosskastanie, Wacholder und Birke. Wer besucht die Blüten? Welche Schmetterlingsraupen finden hier Nahrung?

Über die Beziehungen zwischen Blüten und Insekten hinaus gehen die Pflanzenportraits auch ein auf die Bedeutung der jeweiligen Pflanze in der Volksmedizin und ihre Rolle in Brauchtum, Aberglaube und Mythologie.

37 Zeichnungen und 307 Fotos illustrieren die beschriebenen Pflanzen und Tiere

Ich empfehle allen, die sich mit Pflanzenheilkunde befassen, einmal einen Blick in ein solches Buch zu werfen. Es gibt in der Pflanzenheilkunde nämlich eine meines Erachtens hoch fragwürdige Strömung, die glaubt aus den Farben und Formen der Blüten auf bestimmte Heilwirkungen schliessen zu können. Wer aber um das enge Zusammenspiel zwischen Blüten und Insekten weiss, sieht auch, dass die Blüten mit ihren Farben und Formen vollkommen auf die Insekten ausgerichtet sind. Und das bewahrt vor der Täuschung, dass die Farben und Formen der Blüten für uns gemacht sind, auf uns ausgerichtet, um uns zu sagen, wozu sie für uns gut seien. Mit dieser Idee von den Signaturen der Heilpflanzen ist eine sehr anthropozentrische Sicht auf die Natur verbunden: Der Mensch steht im Zentrum der Veranstaltung und die Pflanzen sind auf ihn ausgerichtet und für ihn da. Das Wissen um das vollkommene Zusammenwirken von Blüten und Insekten bringt diesen Anthropozentrismus ins Wanken. Wir können uns zwar an den Blüten erfreuen, doch sind wir unwichtig für sie. Ihre Botschaft ist an die Insekten gerichtet.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie – wo sie helfen kann

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Die Grundlage unseres gegenwärtigen Wissensstandes über die Anwendung von Heilpflanzen ist die
oft Jahrhunderte lange traditionelle Anwendung von Pflanzen in der Volksmedizin.

Allerdings hat die traditionelle Pflanzenheilkunde nicht nur viele wertvolle Erkenntnisse auf der Grundlage von Erfahrungen gewonnen. Sie hat sich auch an zahlreichen Punkten über Jahrhunderte gründlich geirrt, weil wir Menschen mit unseren Erfahrungen einer ganzen Reihe von Täuschungsmöglichkeiten ausgesetzt sind.

Deshalb versucht eine neuere Phytotherapie die alten Erfahrungen aufzugreifen und sie mit wissenschaftlichen Methoden zu bestätigen oder zu widerlegen. Diese Arzneipflanzenforschung ist bestrebt, von modellhaften Labortests bis hin zu klinischen Studien an
Patienten Fakten für den therapeutischen Wert und die Unbedenklichkeit von Heilpflanzen-Präparaten (Phytopharmaka) zu liefern.

In folgenden Anwendungsbereichen hat sich die Phytotherapie alleine oder kombiniert mit anderen therapeutischen Maßnahmen bewährt:

(Die aufgeführten Arzneipflanzen stellen nur eine kleine Auswahl dar. Weil die Heilpflanzen bei Präparaten meist mit dem lateinischen Namen aufgeführt sind, ist auch dieser angegeben:

– Vorbeugung von Krankheiten:

Stärkung des Immunsystems, sogenannte Immunstimulation:
Roter Sonnenhut, Echinacea purpurea

Schwitzkuren bei Erkältungen bzw. beginnenden grippalen Infekten:

Holunderblüten, Sambucus nigra
Lindenblüten, Tilia – Arten, z. B. Tilia cordata (Winterlinde) und Tilia platyphyllos (Sommerlinde)

– Befindlichkeitsstörungen im Verdauungstrakt:

Entzündungen im Bereich der Mundhöhle (z. B. Mundschleimhautentzündung, Aphthen):
Salbei, Salvia officinalis
Blutwurz, Tormentill, Potentilla erecta

Blähungen, Krämpfe im Verdauungstrakt:
Kamille, Matricaria recutita
Kümmel, Carum carvi
Fenchel, Foeniculum vulgare
Pfefferminze, Mentha piperita

Appetitlosigkeit:
Arzneipflanzen mit Bitterstoffen:
Gelber Enzian, Gentiana-Arten
Tausendguldenkraut, Centaurium erythraea
Fieberklee, Bitterklee, Menyanthes trifoliata

Arzneipflanzen mit aromatisch-bitterem Geschmack:
Wermut, Artemisia absinthium
Schafgarbe, Achillea millefolium

Magenübersäuerung, Hyperacidität:
Käsepappel, Chäslichrut, Malva – Arten, vor allem Malva silvestris und Malva neglecta

Lebererkrankungen, Leberschutz:
Mariendistel, Silybum marianum

Erkrankungen der Galle:
Artischocke, Cynara scolymus
Löwenzahn, Taraxacum officinale

Durchfallerkrankungen:
Tormentill, Blutwurz, Potentilla erecta
Heidelbeeren (getrocknet!), Vaccinium myrtillus

Verstopfung:
Faulbaum, Frangula alnus
Senna, Cassia – Arten
Rhabarber, Rheum palmatum
Leinsamen, Linum usitatissimum
Flohsamen, Plantago ovata
Rizinus (als Rizinusöl), Ricinus communis

– Erkrankungen im Bereich der Atemwege:

Reizhusten – Tees mit schleimhaltigen Heilpflanzen:
Eibisch, Althaea officinalis
Isländisches Moos, Cetraria islandica
Wald-Malve, Wilde Malve, Malva silvestris
Spitzwegerich, Plantago lanceolata

Auswurffördernde Hustenmittel:

a) Arzneipflanzen mit ätherischem Öl:
Thymian, Thymus vulgaris
Anis, Pimpinella anisum
Eukalyptus, Eucalyptus globulus
Latschenkiefer, Pinus mugo

b) Arzneipflanzen mit Saponinen:
Schlüsselblume, Primula veris
Efeu, Hedera helix

c) Arzneipflanzen mit anderen Wirkstoffen:
Sonnentau, Drosera rotundifolia

– Erkrankungen im Urogenitaltrakt

Erhöhung der Harnmenge,
besonders bei Steinleiden oder
Entzündungen der ableitenden
Harnwege, z. B. Blasenentzündung (Cystitis)

Birke, Betula pendula
Hauhechel, Ononis spinosa
Schachtelhalm, Equisetum arvense
Wacholder, Juniperus communis
Goldrute, Solidago virgaurea

Antimikrobiell wirkend bei Blasenentzündung:
Bärentraube, Arctostaphylos uva-ursi
Preiselbeersaft

Unterstützung bei gutartiger
Prostatavergrösserung (Prostatahyperplasie, BPH):

Weidenröschen, Epilobium angustifolium (eher volksheilkundlich)
Sägepalme, Serenoa repens, Sabal serrulata
Kürbissamen, Cucurbita pepo

– Herz-Kreislaufbeschwerden:

Leichte Herzmuskelschwäche, “Altersherz”:
Weißdorn, Crataegus-Arten, v. a. Crataegus monogyna und Crataegus laevigata (= Crataegus oxyacantha)

Krampfadern, chronisch-venöse Insuffizinez, venöse Stauungen in den Beinen:
Rosskastanie, Aesculus hippocastanum

Durchblutungsstörungen:
Ginkgo, Ginkgo biloba
Vorbeugung gegen Arteriosklerose (= “Verkalkung”):
Knoblauch, Allium sativum
Artischocke, Cynara scolymus

– Nervöse Störungen:

Leichte und mittelschwere
Depressionen:

Johanniskraut, Hypericum perforatum

Einschlafstörungen:
Baldrian, Valeriana officinalis
Melisse, Melissa officinalis
Hopfen, Humulus lupulus
Lavendel, Lavandula angustifolia

– Erkrankungen aus Gynäkologie / Frauenheilkunde

Prämenstruelles Syndrom, Beschwerden im Klimakterium (Wechseljahrbeschwerden):
Mönchspfeffer, Keuschlamm, Vitex agnus-castus
Nordamerikanisches Wanzenkraut, Traubensilberkerze, Cimicifuga racemosa

– Hauterkrankungen:

Ringelblume, Calendula officinalis
Arnika, Arnica montana
Hamamelis, Zaubernuss, Hamamelis virginiana
Ballonrebe, Cardiospermum halicacabum
Mahonie, Zierberberitze, Mahonia aquifolia
Nachtkerze, Oenothera biennis
Kamille, Matricaria recutita

Wichtig ist aber im Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde immer:
Es kommt nicht nur darauf an, welche Heilpflanzen bei welchen Beschwerden eingesetzt werden können.
Genauso viel Sorgfalt verlangt die Frage, in welcher Form eine bestimmte Heilpflanze angewendet werden soll, zum Beispiel als Tee, Tinktur, Extrakt, ätherisches Öl, Inhalation, Bad, Salbe etc.
Zudem gibt es grosse Unterschiede beispielsweise bezüglich der Qualität von Tinkturen, Extrakten etc.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Heisse Getränke lindern Erkältungen besser als kalte

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Ein altes, einfaches Hausmittel findet wissenschaftliche Bestätigung: Heiße Getränke lindern Erkältungssymptome tatsächlich besser als kalte. Das zeigte jetzt eine Studie der Universität Cardiff.
Im Rahmen der Untersuchung am „Common Cold Centre“ der Universität Cardiff unter Leitung von Prof. Ron Eccles bekamen 30 an einem grippalen Infekt erkrankte Personen einen Apfel-Johannisbeer-Drink, den sie heiß oder kühl (Zimmertemperatur) tranken.

Eine objektiv messbare Wirkung auf die Nasenatmung war in keinem Fall feststellbar. Dennoch berichteten die Patienten, dass sich ihre Nase nach Trinken des heißen Getränks deutlich freier anfühle.
Das Heißgetränk bewirkte eine rasche, anhaltende Besserung von Erkältungssymptomen wie laufender Nase, Husten, Halsschmerz, Niesen, Frösteln und Abgeschlagenheit. Das gleiche Getränk, auf Zimmertemperatur abgekühlt, war nur gegen Husten, Niesen und laufende Nase wirksam.
Als Erklärung für diese Unterschiede werden Placebo-Effekte ebenso diskutiert wie physiologische Einflüsse auf Speichelfluss und Sekretbildung.

Quelle: www.aerztlichepraxis.de, 22. 1. 2009
Originalpublikation: Rhinology 46 (2008) 271-275

Kommentar:
Für den Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde ist diese Studie insofern interessant, weil ihre Ergebnisse bezüglich der Behandlung von Erkältungskrankheiten für die Anwendung von Kräutertee sprechen. Heute werden oft Heilpflanzen-Präparate als Sirup, Tropfen oder Dragees vorgezogen, weil sie praktisch einzunehmen sind, auch für unterwegs. Auch gibt es bei vielen Heilpflanzen wissenschaftliche Studien nur von Extraktpräparaten, die vor allem als Dragees oder Tabletten erhältlich sind. Für Kräutertees dagegen fehlen in den meisten Fällen entsprechende Untersuchungen zu ihrer Wirksamkeit.

Diese Studie aus Cardiff zeigt aber, dass das Trinken von heissem Kräutertee durchaus gute Effekte haben kann, noch über die Wirkungen der angewendeten Heilpflanzen hinaus. Das langsame, schluckweise Trinken eines Kräutertees hat schon seine Qualitäten als Ritual, mit dem man sich etwas Gutes tut. Wenn nun die Wärme des Getränkes und die Wirkungen der verwendeten Heilkräuter noch dazu kommt, ergibt das ein sinnvolles Ganzes. Bei Erkältungskrankheiten sollte der Kräutertee deshalb auf jeden Fall eine wichtige Rolle spielen. Ob dann in der einzelnen Situation Thymian, Spitzwegerich, Malvenblüten, Schlüsselblume, Königskerze, Eibischwurzel, Lindenblüte, Holunderblüte oder was auch immer zur Anwendung kommt, hängt dann von der jeweiligen Art der Erkältung ab.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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