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Was ist Gerstengras?

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Der Name „Gerstengras“ tönt geheimnisvoller als das, was es ist. Gemeint ist damit ganz einfach die junge Gerstenpflanze.

Für die Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln werden meist die Blätter der jungen Pflanze gefriergetrocknet und gemahlen.

Gerstengras ist reich an Nährstoffen und wird daher in der Tiermast eingesetzt.

Und darüber hinaus wird Gerstengras im Internet über allen Klee gelobt und als „Superfood“ vermarktet. Wenn ein Produkt derart als Wundermittel gegen alles und jedes angepriesen wird, ist immer eine gehörige Portion Skepsis angebracht.

Ich habe mich auf den entsprechenden Internetseiten ein wenig umgeschaut. Da wird Gerstengras nicht gerade bescheiden als eines der kostbarsten Lebensmittel unseres Planeten bezeichnet. Irgendwie muss man den Preis ja rechtfertigen.

Und wie es bei fragwürdigen Produkten oft der Fall ist:

Gerstengras hilft gegen Brustkrebs, Prostatakrebs, Hautkrebs, Colitis ulcerosa, Diabetes, zu hohem Cholesterinspiegel, Candida-Infektionen, Depressionen – und es beugt Herzinfarkt und Schlaganfall vor. Wer ein solches Mittel nicht kauft und einnimmt, ist selber schuld.

Für alle diese Behauptungen gibt es nicht den Hauch eines fundierten Belegs. Zwar wird auf einigen Internetseiten zum Thema Gerstengras eine ganze Reihe von Studien aufgeführt. Es wird also mit Studien argumentiert.

Schaut man sich allerdings die Studien genauer an, wird rasch deutlich, wie absurd die darauf begründeten Versprechungen sind.

Bei den Studien, die sich Prostatakrebs, Hautkrebs und Brustkrebs beziehen, handelt es sich um Laborstudien im Reagenzglas mit Krebszellen. Eine Frau mit Brustkrebs ist aber komplexer als ein Reagenzglas. Es gibt unzählige Naturstoffe, die im Reagenzglas an isolierten Krebszellen tolle Wirkungen zeigen. Solche Laborexperimente sagen nichts aus über eine Wirksamkeit im Organismus einer krebskranken Person. Es ist nicht klar, ob allfällige Wirkstoffe aus dem Verdauungstrakt überhaupt in den Organismus gelangen, ob sie – wenn das der Fall ist – dort eine ausreichende Konzentration erreichen und ob sie in dieser Konzentration wirklich nur die Krebszellen schädigen und nicht auch noch gesunde Zellen.

Ob den Betreibern dieser Websites die sehr begrenzte Aussagekraft solcher Studien einfach nicht verstehen oder ob sie es zwar wissen, aber in ihren Texten unter den Tisch fallen lassen, lässt sich kaum beurteilen.

Ein Schwimmtest mit Mäusen wird flugs zum Wirksamkeitsbeleg gegen Depressionen. Und die Wirkung gegen den zu hohen Cholesterinspiegel? – Da wird eine kleine Studie aufgeführt, bei der die Probanden aber zusätzlich zum Gerstengras auch Olivenöl einnehmen mussten. Offenbar verschwenden die Gerstengras-Propagandisten keinen Gedanken daran, dass die gemessene Reduktion des Cholesterinspiegels auch vom Olivenöl bewirkt sein könnte.

Die einzige, zwar ebenfalls kleine, aber qualitativ offenbar akzeptable Studie zum Einfluss von Gerstengras auf den Cholesterinspiegel aus Korea finde ich dagegen auf keiner Gerstengras-Website. Kein Wunder: Die Resultate waren enttäuschend. Selbst nach drei Monaten Einnahme von Gerstengras-Extrakt zeigten sich keine Unterschiede zu jenen Personen, die Kapseln mit einem wirkungslosen Scheinpräparat bekommen hatten. Wegen der geringen Teilnehmerzahl und der kurzen Studiendauer sind die Resultate auch dieser Studie nur bedingt aussagekräftig. Genauer beschrieben wird die Studie im Portal medizin-transparent.at.

Die Wissenschaftler dort haben weltweit nach Studien zur Wirksamkeit von Gerstengras gesucht und nur diese eine bewertbare klinische Studie gefunden.

Spricht das gegen Gerstengras? Nein. Es spricht nur gegen die überzogenen Versprechungen.

Wer gerne Gerstengras hat und sich die Präparate leisten kann und will, soll sie doch nehmen.

Gerstengras enthält Vitamin B , Vitamin C , Kalzium, Kalium und Eisen in größeren Konzentrationen. Das ist ja schon mal was. Diese Stoffe kann man sich allerdings in der Regel auch gut mit einer normalen Ernährung in ausreichender Menge zuführen.

Solche mit Gesundheitshoffnungen aufgeladenen Präparate werden jedoch sowieso eher aus psychologischen Gründen gekauft.

Sie lindern zum Beispiel das schlechte Gewissen, das uns die Hersteller und Verkäufer zuvor einreden, weil wir nicht in allen Facetten so gesund leben, wie wir das angeblich sollten.

Oder sie reduzieren diffuse Besorgtheit und Ängstlichkeit um unsere Gesundheit, die manchmal eine reale Basis haben, oft aber auch von den Medien geschürt werden.

Wer sich nicht 24 Stunden mal 7 Tage die Woche um seine Gesundheit sorgt, ist schliesslich ein schlechter Konsument.

Seiner Gesundheit sorge tragen, das ist ja nicht falsch. Nur kann man das quasi auf eine eher gesunde Art tun oder auf eine eher kranke Art.

Eher krank scheint mir die Sorge um die Gesundheit, wenn sie zum hauptsächlichen Lebensinhalt wird, ohne dass dafür konkrete Gründe zu erkennen sind.

Und wenn das Gesundbleiben vor allem erreicht werden soll durch den wahllosen Konsum von Gesundheitsprodukten wie Nahrungsergänzungsmittel, Schüssler Salzen, Pflanzentinkturen, Globuli etc. – dann stimmt da für etwas nicht mehr so ganz. Man unterminiert nämlich das Vertrauen in die eigenen Selbstheilungskräfte und Regulierungsfähigkeiten, wenn man permanent irgendein Mittelchen einwirft, das Gesundheit und Wohlbefinden stabilisieren und garantieren soll.

Niemand kann seine Gesundheit vollkommen im Griff haben, auch nicht mit einem vollkommen gesunden Lebensstil. Aber soweit wir etwas zu unserer Gesundheit beitragen können, sind es in der Regel ziemlich unspektakuläre Sachen: Genug Bewegung, ausreichende Erholung, nur soviel Kalorien zuführen, wie man wieder verbraucht, intaktes soziales Umfeld…..Das lässt sich jedenfalls nicht mit Nahrungsergänzungsmitteln ersetzten.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

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Edzard Ernst zu Nutzen und Risiken von Pflanzenheilmitteln

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Edzard Ernst ist emeritierter Professor für Alternativmedizin an der Universität Exeter (Grossbritannien). Der profilierte Kritiker der Homöopathie stellt sich im Interview mit dem Tages-Anzeiger den Fragen von Kai Kupferschmidt.

In der Alternativmedizin wird oft behauptet, dass alternative Heilverfahren sich nicht eignen für die Prüfung in klinischen Studien im Vergleich zu Scheinpräparaten (Placebos). Ernst hält diese Behauptung für Humbug und findet, dass diejenigen, die so argumentieren, einfach nicht zu einem endgültigen Ergebnis kommen wollen.

Im Interview wird Ernst gefragt, ob denn gar nichts wirke in Naturheilkunde und Alternativmedizin. Doch, er habe einmal in einer Publikation nur die positiven Dinge rausgestellt, antwortet Ernst. Da seien etwa 20 Therapieformen genannt, vornehmlich Pflanzenheilmittel, aber auch physikalische Massnahmen wie Massage.

Warum gerade Pflanzenheilmittel gut abschneiden, fragt der Interviewer weiter.

Antwort Ernst:

„Viele moderne Medikamente haben eine pflanzliche Basis. Pflanzen enthalten pharmakologisch aktive Moleküle, es ist nicht erstaunlich, dass sie etwas Gutes bewirken können. Gleichzeitig können sie aber auch Schaden verursachen.“

Diesen Faden nimmt der Interviewer auf mit der Feststellung, dass viele glauben, dass ein pflanzliches Mittel nicht schaden kann.

Darauf Ernst:

„Dabei sind viele regelrecht gefährlich. Chinesische Phytotherapeutika zum Beispiel sind meist Kombinationen. Da weiss niemand, was wirklich mit was interagiert. Oft sind sie mit Schwermetallen verunreinigt, oder es sind chemische Präparate reingemischt. Johanniskraut kann bei Depressionen helfen, aber wenn es mit anderen Medikamenten interagiert, etwa mit Gerinnungshemmern, kann es den Spiegel dieser Medikamente im Blut so stark senken, dass Patienten einen Schlaganfall erleiden.“

Quelle:

http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Wir-lassen-uns-viel-zu-viel-gefallen/story/20481809

 

Kommentar & Ergänzung:

Die Behauptung, dass alternative Heilverfahren sich nicht eignen für die Prüfung in klinischen Studien im Vergleich zu Scheinpräparaten (Placebos), ist meiner Ansicht nach oft tatsächlich fragwürdig. Und sie dient dann wohl wirklich nur zur Abwehr negativer Studienergebnisse.

Heilpflanzenpräparate (Phytopharmaka) jedenfalls eignen sich grundsätzlich gut zur Überprüfung mittels klinischer Studien im Vergleich zu Placebos.

Trotzdem muss man aber meines Erachtens berücksichtigen, dass es in der Forschung über Phytopharmaka einige spezifische Schwierigkeiten gibt:

– Firmen investieren hauptsächlich dann im grossen Stil Geld in Forschung, wenn die dazu gehörenden Produkte patentierbar sind. Bei neu entwickelten chemischen Verbindungen ist das Patentieren einfacher. Heilpflanzen als solche können nicht patentiert werden.

Beispiel: Johanniskraut als Kräutertee wird nicht erforscht, weil sich das für keine Firma rentiert. Jeder könnte die Forschungsergebnisse für sich nutzen. Daher konzentriert sich die Forschung auf firmenspezifisch entwickelte Johanniskraut-Extrakte, die patentierbar sind.

– Die verschiedenen Präparate aus einer Heilpflanze unterscheiden sich bezüglich Wirkstoffgehalt und Wirkung oft beträchtlich. Die Forschung kann daher genau genommen nichts Generelles sagen über die Wirkung beispielsweise von Baldrian, sondern nur über die Wirkung des jeweils untersuchten Präparats.

Beispiel:

Forschungsresultate eines bestimmten Baldrianextrakts lassen sich nicht 1:1 auf andere Baldrianextrakte und schon gar nicht auf Baldriantinktur oder Baldriantee übertragen.

Jeder Hersteller muss daher die Wirksamkeit seines Präparats separat belegen, was aufwändig ist. Und weil die Präparate oft sehr unterschiedlich sind, lassen sich die Forschungsresultate auch nicht so einfach für Metastudien zusammenfassen.

Und ja, Professor Ernst hat Recht mit dem Hinweis, dass Pflanzenpräparate auch Schaden können. Das kommt zwar eher selten vor und ist meistens die Folge von falscher Anwendung, doch müssen allfällige Nebenwirkungen und Interaktionen berücksichtigt werden.

Das ist ein Unterschied zu Homöopathika, Schüssler Salzen oder Bach-Blütentropfen, die keine Wirkstoffe enthalten und daher keine spezifischen Wirkungen, aber auch keine spezifischen Nebenwirkungen und keine Interaktionen auslösen.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Grüntee und Schwarztee ohne Milch gesünder

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Milch macht gefäßschützende Katechine unwirksam.

Wer Schwarztee oder Grüntee mit Milch trinkt, macht deren günstige Wirkungen auf das Blutgefäßsystem zunichte. Eine Studie zeigte, dass die Proteine in der Milch die gesundheitsfördernden Katechine im Tee inaktivieren – und damit auch die Schutzwirkung gegen Herzerkrankungen.

Der Konsum von Tee hat eine entspannende und erweiternde Wirkung auf die Arterien. Untersuchungen an gesunden Testpersonen haben gezeigt, dass dieser Effekt ausbleibt, wenn dem Getränk Milch beigegeben wird. Entsprechende Resultate brachten auch zusätzliche Experimente an Zellkulturen. Dass sich Tee günstig auf das Gefäßsystem auswirkt, wurde durch Studien inzwischen gut belegt. Er kann beispielsweise vor Gefäßverkalkung und koronarer Herzerkrankung schützen und besitzt antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen. Tee habe sehr vielfältige gesundheitsfördernde Effekte, sagt Studienleiterin Professor Verena Stangl von der Klinik für Kardiologie und Angiologie der Charité in Berlin.

Bisher war jedoch nicht klar, dass Milch diese Effekte vermindert.

Für die Studie haben Probanden entweder Schwarztee ohne Milchzusatz oder mit einer in England üblichen Dosis Milch getrunken. Zur Kontrolle wurde Testpersonen warmes Wasser zu trinken gegeben. Jeweils eine Stunde vor und bis zwei Stunden nach dem Konsum wurden am Unterarm Ultraschallmessungen durchgeführt. Das Resultat: Nach dem Trinken von Wasser war keine Veränderung festzustellen. Beim Konsum von Tee ohne Milch hingegen haben sich die Arterien aller Probanden erweitert, wodurch der Blutfluss verbessert wird. Beim Hinzufügen von Milch zeigte sich diese Wirkung nicht.

 

Erklären lässt sich dieser Effekt mit den Proteinen der Milch, den so genannten Kaseinen. Sie bewirken, dass das im Tee enthaltene Katechin seine Wirkung verliert. Den Katechinen wird unter anderem eine antithrombotische und antientzündliche Wirkung zugeschrieben.

 

Es sei nicht ausgeschlossen, dass Milch die ebenfalls erwiesene Antikrebswirkung von Tee beeinträchtigen könnte, sagt Dr. Mario Lorenz, der die Studie durchgeführt hat. Das Resultat der Studie ist seiner Ansicht nach eine Erklärung dafür, dass in Ländern wie England, wo der Tee üblicherweise mit Milch getrunken wird, dessen Schutzwirkung gegen Herzerkrankung ausbleiben könnte.

 

Epidemiologische Untersuchungen haben gezeigt, dass Herzerkrankungen in Asien seltener auftreten. Dr. Lorenz sieht einen Zusammenhang mit seiner Studie. Er argumentiert, dass in Asien traditionell viel Tee konsumiert wird, und zwar ohne Milch.

 

Die Arbeitsgruppe von Prof. Stangl wird untersuchen, ob Grüntee aufgrund seines höheren Katechingehalts wirkungsvoller ist als Schwarztee. Ausserdem soll erforscht werden, ob Teeinhaltsstoffe möglicherweise auch der Wiederverengung von Blutgefäßen nach einer Katheterbehandlung entgegen wirken können.

 

Quelle:

Charité-Universitätsmedizin Berlin

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-5910-2007-01-11.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Grüntee und Schwarztee unterscheiden sich zwar in der Zusammensetzung ihrer Polyphenole, doch sind sie wahrscheinlich etwa ähnlich gesund.

Weitere Informationen:

Wirkstoffkunde: Theaflavine aus Schwarztee 

Schwarztee senkt Blutdruck  

Grüntee oder Schwarztee?

Grüntee und Schwarztee – Schutz vor Schlaganfall

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Viele Ernährungsstudien mit wenig Aussagekraft

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Untersuchungen zur Frage der gesunden Ernährung gibt es zuhauf. Doch sind die Schlussfolgerungen der meisten Studien fragwürdig. Um wirklich herauszufinden, welche Ernährung die Gesundheit schützt, wären riesige, teure Studien nötig.

In der ÄrzteZeitung brachte Beate Schumacher vor einiger Zeit die Problematik der Situation auf den Punkt:

„Das Risiko für Myokardinfarkt und Schlaganfall lässt sich um 39 Prozent senken, wenn man täglich acht Gramm Schokolade nascht. Alternativ kann man auch Nüsse knabbern – damit geht die Herzinfarktrate um 48 Prozent zurück. Oder wenigstens einmal in der Woche fetten Fisch auf den Tisch bringen: macht 44 Prozent weniger Infarkte.“

Die genannten und vielfach berichteten relativen Risikoreduktionen stammen aus Beobachtungsstudien, die solche Schlussfolgerungen eigentlich gar nicht zulassen, stellt Schumacher klar.

Mithilfe von Beobachtungsstudien könne nur festgestellt werden, ob zwei Konstellationen besonders häufig gemeinsam auftreten. Aus einem solchen Zusammentreffen lasse sich jedoch kein ursächlicher Zusammenhang ableiten. Wenn eine Beobachtungsstudie ergebe, dass ältere Männer, die das Frühstück ausfallen lassen, häufiger einen Herzinfarkt erleiden, bedeutet dies eben nicht, dass Frühstücken vor dem Infarkt schützt.

Es könnte ja auch sein, dass sich gestresste und daher infarktgefährdete Menschen einfach nur nicht die Zeit für eine Morgenmahlzeit nehmen.

Solche Korrelationen zu Kausalitäten umzudeuten sei unzulässig, werde aber trotzdem oft gemacht.

Neben dieser eingeschränkten Aussagekraft aller Beobachtungsstudien kommt bei Ernährungsstudien als spezielle Schwierigkeit dazu, dass Essverhalten der Probanden in der Regel von den Studienteilnehmern erfragt wird und die Ergebnisse daher von deren Gedächtnis beeinflusst werden. Und dieses ist nicht immer zuverlässig. So fanden sich beispielsweise in verschiedenen Studien unphysiologisch tiefe Angaben zur Energieaufnahme.

Darüber hinaus scheinen Abhängigkeiten die Resultate mancher Ernährungsstudien zu beeinflussen. Beispielsweise wird der Limonadenkonsum zwar in 80 Prozent aller epidemiologischen Studien mit einer Gewichtszunahme in Verbindung gebracht. Beschränkt man sich aber auf diejenigen Studien, die von den Getränkeherstellern unterstützt wurden, dann finden ebenfalls 80 Prozent keinen derartigen Zusammenhang.

Besonders anfällig für systematische Verzerrungen sind Beobachtungsstudien mit erwartbar kleinen Effekten, wie es in der Primärprävention mit einzelnen Nahrungsmitteln der Fall ist.

Jeder Störfaktor oder jede Ungleichheit in den Patientengruppen kann so ein statistisches Rauschen verursachen, das den eigentlichen Effekt weit übertrifft.

Aussagekräftiger wären große prospektive Studien

Damit die Ernährungsforschung ernst zu nehmende Resultate liefern könne, seien mehr randomisierte kontrollierte Studien nötig. Davon sind viele Fachleute überzeugt.

Das heisst: Es braucht eine Gruppe, die über lange Zeit eine bestimmte, genau definierte Ernährungsweise einhält, und eine Kontrollgruppe, die sich anders ernährt. Und es muss per Zufall entschieden werden ( = Randomisierung), wer welcher Gruppe zugeteilt wird.

Nur mit riesigen Langzeitstudien unter randomisierten kontrollierten Bedingungen werde es letztlich möglich sein, herauszufinden, mit welcher Ernährungsweise sich die Sterblichkeit reduzieren lässt. Solche Studien seien extrem aufwendig und teuer. Am Ernährungsverhalten insgesamt werden sie vermutlich trotzdem nicht viel ändern, schreibt Beate Schumacher.

Auch heute schon wisse man, dass eine ausgeglichene normokalorische Diät eine Adipositas mit ihren tödlichen Folgen verhindern kann. Dennoch seien 23 Prozent der Deutschen fettsüchtig. Wenn es für die Ernährungsberatung nicht genügend Geld gebe, sei die Ernährungsforschung wenig wert.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/adipositas/article/855000/leitartikel-ernaehrung-viele-studien-naehrwert.html?sh=19&h=-906492551

 

Kommentar & Ergänzung:

Aus Beobachtungsstudien werden tatsächlich nicht selten voreilig Schlüsse gezogen.

Man erfasst über lange Zeiträume die Ernährungsgewohnheiten einer Gruppe von Menschen (nach deren Angaben), und sucht dann Zusammenhänge zwischen bestimmten Nahrungsbestandteilen und dem Auftreten bestimmter Krankheiten.

So findet man dann beispielsweise heraus: Wer viel Anthocyane einnimmt – das sind blaue und rote Farbstoffe aus Beeren – hat ein tieferes Parkinsonrisiko.

Wer nun daraus schliesst: „Anthocyane schützen vor Parkinson“, liegt möglicherweise falsch. Vielleicht leben Leute, die viele Beeren essen, auch in anderen Bereichen gesünder, und es gibt andere Faktoren, die für das tiefere Parkinsonrisiko verantwortlich sind.

Mehr dazu hier:

Schützen Flavonoide aus Beeren vor Parkinson?

Die kritische Einschätzung von Beobachtungsstudien, die Beate Schumacher in der AerzteZeitung vornimmt, ist daher sehr berechtigt.

Aber die grossen, randomisierten, kontrollierten Langzeitstudien, die mehr fundierte Erkenntnisse in die Ernährungsforschung bringen sollen, sind alles andere als einfach zu realisieren.

Wer lässt sich schon per Zufall auf eine bestimmte Ernährungsform festlegen und hält die dann über Jahre durch?

Und so sieht es ganz danach aus, dass wir im Bereich der Ernährungslehren noch lange auf zweifelsfrei gesicherte Erkenntnisse warten müssen – wenn es sie denn je geben sollte. Vielleicht ist das ja gar nicht einmal so schlecht. Wenn allen klar ist, dass die vorliegenden Erkenntnisse nur begrenzte Aussagekraft haben, dann schützt das möglicherweise auch vor Dogmatismus, also vor der Absolutsetzung bestimmter Diäten oder Ernährungsweisen. Das setzt allerdings voraus, dass wir immer wieder lernen, auch ohne absolute Wahrheiten zu leben.

Wichtig wäre in diesem Zusammenhang vor allem noch, dass bei der Berichterstattung über Forschungsergebnisse auch die jeweiligen Limitierungen der zugrundeliegenden Studien mitgeliefert werden.

Die Verwechslung von Korrelation mit Kausalität, die Beate Schumacher beschreibt, ist im Übrigen nicht nur in der Ernährungsforschung ein oft vorkommender Fehlschluss, sondern genauso auch bei der Beurteilung der Wirksamkeit von Heilmitteln.

Siehe dazu:

Komplementärmedizin: Der Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss als häufige Irrtumsquelle 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Fischölkapseln schützen nicht vor Herzinfarkt und Schlaganfall

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Kanadische Wissenschaftler haben überprüft, ob Fischölkapseln tatsächlich wie versprochen gegen Herzinfarkt und Schlaganfall schützen.

Trotz des zum Teil schlechten Geschmacks und des unangenehmen fischigen Aufstoßens nehmen Millionen Menschen täglich Fischöl-Kapseln ein. Denn seit Jahrzehnten wird propagiert, Fischölkapseln seien wegen ihres hohen Gehalts an Omega-3-Fettsäuren gut für angegriffene Koronargefäße und schützten vor Herzinfarkt und Schlaganfall. Die Omega-3-Fettsäuren sollen dazu beitragen, dass die Blutgefäße weniger schnell verkalken und sie sollen den Cholesterinspiegel senken.

Seinen Anfang nahm der Boom mit den Fischölkapseln Anfang der 1970er-Jahre. Zwei Wissenschaftler aus Dänemark, Bang und Dyerberg untersuchten die Essgewohnheiten der grönländischen Inuit, nachdem sie erfahren hatten, dass diese Menschen selten an koronarer Herzkrankheit (KHK) und Schlaganfällen leiden sollen. Als Ursache für die tiefere Zahl der KHK-Fälle vermuteten sie die großen Mengen an Fetten tierischen Ursprungs, die hauptsächlich in Form von Robbenfleisch und Walfischspeck Bestandteil des Speiseplans der Inuit waren. Nachdem diese These durch verschiedene Veröffentlichungen unter dem Begriff «Eskimo-Diät» populär geworden war, begann der Siegeszug der Fischölkapseln mit Omega-3-Fettsäuren.

Kanadische Wissenschaftler haben nun überprüft, ob die tägliche Einnahme von Fischöl-Kapseln Risikopatienten tatsächlich vor Herzinfarkten und Schlaganfällen schützt. Sie haben in alten Studien aus den 1970er-Jahren und späteren Studien nachgeschaut und dabei entdeckt, dass der Hypothese, dass die Einwohner Grönlands, die Inuit, aufgrund ihres hohen Fischkonsums seltener an Herzkrankheiten leiden, eine solide Grundlage fehlt.

Ihre Untersuchung veröffentlichten die Forscher im «Canadian Journal of Cardiology». Die Resultate zeigen, dass in den meisten Studien, die zu diesem Thema publiziert wurden, kein Unterschied in der Häufigkeit von KHK bei den Inuit in Grönland und denen in Kanada und Alaska im Vergleich zur europäisch-stämmigen Bevölkerung festzustellen ist.

Die Auswertung der Studien zeigte unter anderem, dass die Einwohner nördlich des Polarkreises häufiger an Schlaganfällen sterben und ihre Lebenserwartung sogar um 10 Jahre unter derjenigen in Dänemark liegt. Der hohe Fettanteil der Nahrung im hohen Norden – bei gleichzeitig tiefem Konsum von Obst und Gemüse – scheint also gar nicht so gesund zu sein, wie es die Hypothese von der „Eskimo-Diät“ verspricht – zudem  widerspricht diese Art von Speisen allen gängigen Ernährungsempfehlungen zur Vorbeugung von Herzinfarkten und Schlaganfällen.

Bereits im Jahr 2012 kam eine Metanalyse, die im Fachmagazin «JAMA» veröffentlicht wurde, zum Schluss, dass die meist als Nahrungsergänzungsmittel vertriebenen Fischöl-Präparate für Koronarpatienten keine messbaren Vorteile zur Infarkt-Prophylaxe bringen. Diese Resultate werden durch die nun veröffentlichten Ergebnisse der kanadischen Wissenschaftler unterstützt.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=52124

http://www.onlinecjc.ca/article/S0828-282X(14)00237-2/abstract

Kommentar & Ergänzung:

Schon erstaunlich, wie lange sich Gesundheitsmythen halten, wenn sie sich einmal etabliert haben. Jedenfalls spricht immer mehr dafür, dass Fischölkapseln nicht halten, was die Werbung verspricht.

Siehe auch:

Fischöl-Kapseln unwirksam gegen Schlaganfall und Herzinfarkt (zur JAMA-Studie von 2012)

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Leinsamen als Blutdrucksenker?

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Eine Ernährung reich an Leinsamen soll gemäss einer Studie den Blutdruck senken.

Leinsamen enthält einen hohen Anteil an gesunden Omega-3-Fettsäuren, vor allem Alpha-Linolensäure, sowie Ballaststoffe und Lignane, die eine potente Kombination zur Erhaltung der Herzgesundheit sein könnten. Hauptsächlich für Patienten mit hohem Blutdruck (Hypertonie) und Arteriosklerose – eine Kombination, die oft schwerwiegende Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall auslöst, könnten von der gefäßerweiternden Wirkung einer gesunden Ernährung mit Leinsamen Vorteile erlangen.

Forscher untersuchten nun im Rahmen einer Doppelblindstudie (FLAX-PAD-Studie), ob der tägliche Konsum von 30 g geschrotetem Leinsamen über einen Zeitraum von sechs Monaten den Blutdruck von Arteriosklerose-Patienten reduzieren kann. Gut die Hälfte der 110 Testpersonen verzehrte täglich Nahrungsmittel, die jeweils 30 g Leinsamen enthielten. Der Ernährungsplan enthielt unter anderem Bagels, Muffins, Riegel, Brötchen, Pasta und Biskuits. Die andere Hälfte der Probanden nahm die gleichen Nahrungsmittel zu sich, die aber kein Leinsamen, sondern geschroteten Weizen enthielten. Im Verlauf der Studie wurden die Probanden angehalten, wegen einer möglichen Verzerrung des Resultate nicht mehr als zwei Fischmahlzeiten pro Woche zu sich zu nehmen. Die Befolgung dieser Vorgabe durch die Testpersonen wurde regelmäßig durch die Untersuchung des Blutplasmas auf Docosahexaensäure, einer mehrfach ungesättigten Fettsäure, überprüft.

Nach sechs Monaten zeigten die Messungen, dass der obere (systolische) Blutdruck in der Leinsamen-Gruppe im Mittel signifikant von 143 auf 136 mm Hg vermindert war, während die Werte sich in der Placebo-Gruppe sogar leicht erhöht hatten (von 142 auf 146 mm Hg). Auch hinsichtlich des unteren (diastolischen) Blutdrucks profitierten die Probanden in der Interventionsgruppe vom täglichen Konsum Leinsamen-haltiger Lebensmittel (Reduktion um rund 10 %). Bei den Probanden der Placebo-Gruppe veränderten sich diese Werte so gut wie nicht.

Der Studienleiter Dr. Rodriguez schlussfolgert, dass durch die Anreicherung des täglichen Lebensmittelverzehrs mit 30 g Leinsamen die Hälfte der Schlaganfälle und ein Drittel der Herzinfarkte vermeidbar wären.

Verantwortlich für die blutdrucksenkende Wirkung des Leinsamens machen die Forscher das synergistische Zusammenspiel der Wirkkomponenten Alpha-Linolensäure, Enterolignan, Ballaststoffe und Peptide. Den genauen Wirkmechanismus, die langfristigen Effekte und Vorteile einer mit Leinsamen angereicherten Ernährung für die Herzgesundheit müssen allerdings in weiteren Studien noch genauer untersucht werden.

Quelle:

http://www.carstens-stiftung.de/artikel/blutdrucksenker-leinsamen.html

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24126178

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21616170

Kommentar & Ergänzung:

Einen „ausgewachsenen“ Bluthochdruck wird man mit einer Leinsamen-Supplementation kaum unter Kontrolle bringen und Blutdrucksenker nicht vermeiden können. Nicht auszuschliessen wäre aber, dass sich über längere Zeit eingenommen damit eine Blutdrucksenkung erzielen lässt, die eine Reduktion der Medikamente möglich macht.

Auch bei einer grenzwertigen Hypertonie könnte eine Leinsamen-Zulage sinnvoll sein.

Wenn der Studienleiter schlussfolgert, mit 30 g Leinsamen pro Tag könnten ein Drittel der Herzinfarkte und die Hälfte aller Schlaganfälle vermieden werden, dann scheint mir das sehr optimistisch und es wäre wohl eine Nobelpreis-würdige Entdeckung, wenn es wirklich so wäre.

Schlussfolgern ist hier einfach, belegen schwierig.

Einen (Blutdruck-)Messwert zu verändern mag ja schön und gut sein. Entscheidender wäre aber der Zielpunkt, dass weniger Todesfälle durch Herzinfarkt und Schlaganfall auftreten. Um so etwas zu belegen, müsste die Studie aber wohl deutlich länger andauern und mit einer deutlich grösseren Probandenzahl durchgeführt werden.

P. S. Wenn Sie die positiven Wirkungen von Leinsamen auf den Blutdruck nutzen möchten, müssen Sie – wie in der Studie – geschrotete Leinsamen verwenden. Aus ganzen Leinsamen werden keine Omega-3-Fettsäuren in den Organismus aufgenommen.

Aus geschroteten Leinsamen werden zudem Phytoöstrogene aus der Gruppe der Lignane aufgenommen.

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Studie: Koffein soll Blutfluss verstärken

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Kaffee ist nicht nur ein Wachmacher. Er soll auch den Blutfluss verstärken.

Zu diesem Resultat kommen zumindest Wissenschaftler der Universität Ryukyus in Japan.

Die Studie wurde nun an einem Kongress der  American Heart Association vorgestellt.. Danach zeigten die 27 Probanden der Untersuchung, die eine Tasse Kaffee getrunken hatten, für 75 Minuten einen um 30 Prozent verbesserten Blutfluss in den Fingern. Die Messungen am Finger sind besonders aussagekräftig, weil sich dort besonders viele kleine Blutgefäße befinden. Frühere Studien legen bereits nahe, dass durch das Kaffeetrinken die Risiken für Herzinfarkte und Schlaganfälle sinken. Weshalb das Koffein dazu beiträgt, den Blutfluss zu verbessern, wissen die Wissenschaftler aus Japan allerdings nicht.

Quelle:

http://www.dradiowissen.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=294909

http://www.asianscientist.com/health-medicine/caffeine-perk-me-up-linked-improved-blood-flow-2013/

Kommentar & Ergänzung:

Ob und in welcher etablierten Fachzeitschrift die Studie publiziert wurde, ist mir nicht ersichtlich. Das wäre ein Qualitätsmerkmal. Die Präsentation an einem Kongress sagt diesbezüglich noch nicht viel aus. „asianscientist“ ist offenbar nur ein Newsportal.

Aber nehmen wir mal an, die Resultate haben Hand und Fuss:

Dann müsste eine Tasse Kaffee eine gut wahrnehmbare positive Wirkung bei kalten Händen haben – und dies natürlich über den Effekt hinaus, den das Halten einer warmen Tasse in der Hand hat. Da ich kaum kalte Hände habe, kann ich das nicht gut beurteilen.

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Lebensstiländerungen können Bluthochdruck senken

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Die österreichische Zeitung „Der Standard“  hat einen Artikel veröffentlicht zum Thema Bluthochdruck. Der Beitrag geht auch auf die positiven Wirkungen von Lebensstiländerungen ein.

Zum  Thema Bewegung empfehle die Europäische Leitlinie zur Behandlung von Bluthochdruck:

„Mindestens 30 Minuten an fünf bis sieben Tagen der Woche spazieren zu gehen, zu schwimmen, Rad zu fahren oder zu joggen….So ein aerobes Ausdauertraining kann den oberen Blutdruckwert um 6,9 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) senken. Medikamente drücken den Wert um 8 bis 10 mmHg.“

Die Leitlinie rate zudem, mit dem Rauchen aufzuhören und Übergewicht zu reduzieren. Jedes Kilo Übergewicht weniger senke den oberen Druckwert um 2 mmHg, sagt  dazu Thomas Lüscher, Chef-Kardiologe am Universitätsspital Zürich.

Gut belegt sei auch der günstige Effekt einer mediterranen Ernährung mit viel Gemüse und Obst, Olivenöl statt tierischer Fette, kaum Fleisch und mäßig Alkohol. Man müsse nicht wie ein Mönch leben, aber wenn man gestresst sei, ungesund esse und wenig Sport treibe, seien die Gefäße am Limit, sagt Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde im Immanuel Krankenhaus in Berlin und Professor für Naturheilkunde an der Charité. Schlanke Menschen, die regelmässig Sport treiben, bräuchten beim Essen weniger vorsichtig sein, den ihre Blutgefässe seien gesünder.

Michalsen empfiehlt eine vegetarische Ernährung. Das senke nicht nur den Blutdruck, sondern schütze auch die Niere vor möglichen Schäden.

Schokolade in Maßen sei für Bluthochdruckpatienten im übrigen durchaus erlaubt. Vor allem dunkle Schokolade enthalte den blutdrucksenkenden Inhaltsstoff Epicatechin

Andere blutdrucksenkende Nahrungsmittel seien Hibiskus- und Grüntee, Roter-Rüben-Saft, Soja-Nahrungsergänzungsmittel oder Olivenblätterextrakt.

Allerdings sei bisher nicht geklärt, wie lange der Effekt solcher naturheilkundlicher Massnahmen anhalte. Eine wirksame Therapie sollte den Blutdruck nicht nur zu einem beliebigen Zeitpunkt senken, sondern auch langfristig Komplikationen vermeiden, sagt Michael Wolzt von der Bluthochdruck-Ambulanz am AKH Wien. Bei Medikamenten sei dies klar belegt, während bei der Naturheilkunde keine Langzeitstudien mit solchen Ergebnissen vorliegen.

Michalsen entgegnet auf diesen Einwand, dass es für solche Untersuchungen leider keine Milliarden an Forschungsgeldern gebe, wie sie die Pharmaindustrie für Arzneimittelstudien bereitstellt. Daher gehe die Forschung nur schleppend voran.

Quelle:

http://derstandard.at/1381369307866/Bluthochdruck-Den-Druck-aushalten

Kommentar & Ergänzung:

In diesem Artikel werden klassische Ansätze der Naturheilkunde empfohlen wie Bewegung, Ernährung und Heilpflanzen. Das ist erfreulich.

Siehe auch:

Lebensstil ändern senkt Bluthochdruck ohne Medikamente

Es spricht viel dafür, dass bei leicht erhöhtem Blutdruck Blutdrucksenker oft unnötig und oft unwirksam sind. Ob auf sie verzichtet werden soll und kann, hängt aber von einer Gesamtbeurteilung des Risikos ab, für die eine fundierte medizinische Diagnostik und Beratung nötig ist.

Siehe dazu:

Leicht erhöhter Blutdruck: Medikamente oft unnötig und oft ohne Wirkung

Gemäss diesem Bericht hat es bei leicht erhöhtem Blutdruck keinen Einfluss auf die Häufigkeit von Herzinfarkt, Schlaganfall und Todesfällen, ob die Patienten Blutdrucksenker schlucken oder nicht.

Das unterstreicht die Wichtigkeit von Lebensstil-bezogenen Massnahmen.

Klar ist zudem, dass bei einem „ausgewachsenen“ hohen Blutdruck naturheilkundliche bzw. phytotherapeutische Massnahmen nicht ausreichen, und dass in solchen Situationen synthetische Blutdrucksenker im Zentrum stehen.

Aus der Perspektive der Pflanzenheilkunde finde ich Hibiskus (Karkadetee) und Rote-Beete-Saft (in der Schweiz = Randensaft) am interessantesten.

Siehe dazu:

Karkadetee senkt systolischen Blutdruck um 13 mmhg

Rote Beete (CH = Randen) reduziert Blutdruck

Rote Beete (Randen) reduziert Blutdruck

Randensaft / Rote Beete senkt Blutdruck

Zwischenbemerkungen:

1.) Der Einwand von Michael Wolzt kann nicht einfach vom Tisch gewischt werden. Die Senkung eines Messwertes wie dem Blutdruck in einer Studie ist noch kein Beleg für eine therapeutische Wirksamkeit. Um therapeutische Wirksamkeit zu belegen müssten in Langzeitstudien die Raten von Herzinfarkt, Schlaganfall oder Todesfall gesenkt werden.

2.) Zur Wirkung von Karkadetee und Randensaft bei Bluthochdruck gibt es zwar kleinere Studien. Für grosse klinische Langzeitstudien fehlen aber genau jene Forschungsgelder, von denen Michalsen spricht.

Siehe dazu:

Forschung ist nicht neutral

Weitere interessante Möglichkeiten aus der Pflanzenwelt:

Schwarztee senkt Blutdruck

Grüntee steht im Zentrum intensiver Forschung und entsprechender Werbung. Schwarztee wird dagegen wohl zu Unrecht unterschätzt und hat durchaus gesundheitliches Potenzial. Die blutdrucksenkende Wirkung ist aber gering.

Blaue Kartoffeln reduzieren den Blutdruck

Die Studie mit den Blauen Kartoffeln war allerdings sehr klein und dauerte nur einen Monat.

Der Artikel im „Standard“ erwähnt als Möglichkeiten noch Soja und Olivenblätterextrakt.

Zu Soja:

Eine kleine Studie hat gezeigt: Bei Frauen nach den Wechseljahren mit erhöhtem oder normalem Blutdruck können zusätzliche Sojaproteine  die Blutdruckwerte reduzieren (Arch Intern Med 2007;167:1060-1067 – Welty FK et al).

Zum Olivenblätterextrakt:

Die Wirksamkeit bei Bluthochdruck ist nicht belegt. Es liegen zwar Hinweise für eine solche Wirkung aus tierexperimentellen Untersuchungen vor, doch lassen sich solche Ergebnisse nicht einfach auf Menschen mit Bluthochdruck übertragen. Olivenblätterextrakt hat mich bisher nicht überzeugt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Soziale Isolation erhöht die Sterblichkeit – aber nicht aufgrund von Einsamkeit

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Alte Menschen ohne Kontakt zu Familie und Freunden sterben früher. Ob sie sich in den Jahren vor ihrem Tod einsam gefühlt haben, bleibt darauf aber ohne Einfluss. Das schreiben englische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (doi: 10.1073/pnas.1219686110).

Forschern ist seit Jahren bekannt, dass alte Menschen in sozialer Isolation früher sterben als Senioren mit regelmäßigem Kontakt zu Freunden und Familie. Bisher nahmen die Experten jedoch an, dass das Gefühl der Einsamkeit für die schädlichen Folgen der Isolation auf die Gesundheit verantwortlich ist. Klare Belege dafür konnten sie aber nicht erbringen.

Gesundheitsforscher um Andrew Steptoe vom University College in London konnten diese Annahme nun widerlegen. Die Wissenschaftler begleiteten mehr als sieben Jahre lang 6.500 Menschen, die beim Start der Studie mindestens 52 Jahre alt waren.

Teilnehmende, die wenig oder keinen Kontakt zu Familie, Freunden oder Vereinen hatten, wurden von den Wissenschaftlern als sozial isoliert klassifiziert. Ob mit diesem Mangel an Kontakten auch das Gefühl der Einsamkeit verbunden war, erfassten die Forscher mittels Fragebögen.

Ohne soziale Kontakte lag das Sterberisiko ein Viertel höher

Rund jeder siebte Teilnehmer starb im Verlaufe der Studie. Unter sozial isolierten Menschen war der Anteil der Todesfälle fast doppelt so hoch wie bei gesellschaftlich integrierten Senioren. Bei einsamen Personen lag der Anteil um 50 Prozent höher. Berücksichtigten die Wissenschaftler das unterschiedliche Alter, die je nach Geschlecht unterschiedliche Lebenserwartung und zusätzliche Faktoren wie Vorerkrankungen und Wohlstand, war die Sterbehäufigkeit bei Menschen ohne regelmäßige Sozialkontakte noch um ein Viertel erhöht.

Überrascht war das Forscherteam, als sie auch für einsame Menschen die genannten Einflussfaktoren herausrechneten: Derart bereinigt ergab die Statistik, dass der prozentuale Anteil der Todesfälle unter einsamen Menschen nicht mehr erhöht war. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass hauptsächlich soziale Nachteile wie kleines Einkommen oder tiefer Bildungsstand sowie Erkrankungen den Zusammenhang zwischen Einsamkeit und Todesfällen erklärten.

Als Bindeglied zwischen sozialer Isolation und höherer Sterblichkeit konnten die Forscher das Gefühl der Einsamkeit ausschließen. Egal, ob sozial isolierte Menschen sich einsam fühlten oder nicht – ihr Sterberisiko lag ein Viertel höher als bei gut integrierten Personen.

Schwere Vorerkrankungen kommen als Ursache nicht in Frage

Die ebenfalls mögliche Erklärung, dass sterbenskranke Menschen sozial isolierter sind, konnten die Wissenschaftler weitgehend ausschließen.

Die Befunde dieser Studie bestätigen nach Ansicht der Forscher, dass soziale Isolation mit einer höheren Sterblichkeit bei älteren Männern und Frauen verbunden ist. Dieser Effekt ist jedoch unabhängig von der emotionalen Erfahrung der Einsamkeit. Für das Wohlergehen und die Lebensqualität sei es wichtig, sowohl die Isolation als auch die Einsamkeit zu reduzieren. Im Hinblick auf die Lebenserwartung hätten Maßnahmen gegen die soziale Isolation jedoch größeren Nutzen.

Quelle:

http://de.nachrichten.yahoo.com/soziale-isolation-verkürzt-das-leben-073738654.html

Kommentar & Ergänzung:

Diese interessante Studie zeigt einmal mehr, wie komplex es ist, von festgestellten Fakten – hier die erhöhte Sterblichkeit von sozial isolierten Menschen – auf die dafür verantwortlichen Ursachen zu schliessen. Wie leicht nimmt man da jene Ursache an, die den eigenen Überzeugungen entspricht. In diesem Fall zum Beispiel die Einsamkeit.

Keine Frage: Die Themen „Soziale Isolation“ und „Einsamkeit“ im Alter sind wichtig.

Wenn es um eine erhöhte Sterblichkeit von sozial isolierten Menschen geht, dann fehlt mir in der Diskussion um die Ursachen meist ein ziemlich auf der Hand liegender Einfluss:

Wer isoliert lebt, der hat bei einem akuten Notfall weniger Hilfe zur Verfügung.

Beispielsweise wird bei einem Schlaganfall oder Herzinfarkt, bei dem es um schnelle Alarmierung von Rettungskräften und rasche medizinische Intervention geht, seltener jemand anwesend sein, der diese Hilfe anfordern könnte. Mir scheint, dies könnte vielleicht einen Teil der erhöhten Sterblichkeit erklären.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Wirkstoffkunde: Theaflavine aus Schwarztee

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Theaflavine sind sekundäre Pflanzenstoffe, die zu den Polyphenolen gehören. Sie entstehen hauptsächlich bei der Fermentation von Grüntee zu Schwarztee aus den im Teeblatt enthaltenen Catechinen sowie bei der Verstoffwechselung von Catechinen in der Leber.

Aufgrund des vermuteten günstigen Einflusses von Theaflavinen auf die menschliche Gesundheit rückt diese Stoffgruppe zunehmend in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen.

Viele Polyphenole zeigen im Labor anitvirale Effekte

Manche Polyphenole können die Vermehrung von HIV-1 hemmen. In Experimenten mit Zellkulturen zeigten Theaflavine dahingehend ein höheres Potenzial als die ebenfalls für diesen Effekt bekannten Catechine, eine Stoffklasse, die für Grüntee charakteristisch ist (im Grüntee vor allem Epigallocatechingallat, EGCG). Theaflavine wie auch Catechine verhindern die Vermehrung des Virus, indem sie an dessen Oberflächenmolekül gp41 binden, welches das Virus braucht, um über den CD4-Rezeptor in seine Wirtszelle einzudringen.

Den Resultaten klinischer Studien zufolge können Theaflavine ausserdem sowohl den Cholesterinspiegel als auch die Menge des Low Density Lipoprotein im menschlichen Körper reduzieren.

Theaflavine scheinen zudem eine starke antibakterielle Wirkung zu besitzen. In Laboruntersuchungen an den Bakterien Stenotrophomonas maltophilia und Acinetobacter baumannii, welche inzwischen gegen viele Antibiotika Resistenzen entwickelt haben, zeigten sie sich sehr effektiv.

Quelle: Wikipedia

Kommentar & Ergänzung:

Theaflavine sind orangerot gefärbt und tragen zur Farbe des Schwarztees bei.

Zitronensaft hellt Schwarzen Tee auf, weil Theaflavine sich wie ein chemischer Indikator verhalten: Bei einem anderen pH-Wert der Umgebung absorbieren sie Licht anders und verleihen dadurch der Teefüssigkeit eine andere Farbe.

Theaflavine kommen nur in Schwarzem Tee vor und nicht in Grüntee Ihr Gehalt liegt meist bei 1-2 %.

Während Grüntee seit Jahren intensiv erforscht wird und ein hochgradig gesundes Image hat, wurde der Schwarztee meinem Eindruck nach vielleicht zu Unrecht viel weniger beachtet.

Siehe auch:

Grüntee oder Schwarztee?

Grüntee und Schwarztee – Schutz vor Schlaganfall?

Schwarztee senkt Blutdruck

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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