Artikel mit Schlagwort ‘Schlafmedikamente’

Phytotherapie bei Schlafstörungen

Freitag, Oktober 22nd, 2010

Die Österreichische Apotheker-Zeitung (Heft 6/2010, Seiten 345-346) publizierte einen Artikel von Univ.-Doz. Dr. Reinhard Länger mit dem Titel „Phytopharmaka in Neurologie und Psychiatrie“. Zum Thema „Schlafstörungen“ schreibt der fundierte Kenner der Phytotherapie:

„Da pflanzliche Einschlafhilfen im Gegensatz zu »chemischen Keulen« mild wirken, ist der eindeutige Nachweis einer Wirksamkeit dementsprechend schwer zu erbringen. Aus heutiger Sicht erscheint der Wirksamkeitsnachweis gegeben für Trockenextrakte aus Baldrianwurzel, hergestellt mit Ethanol-Wasser-Mischungen mit 40 bis 70% Ethanol und für Kombinationen von bestimmten Trockenextrakten aus Baldrianwurzel und Hopfenzapfen. Schlaflatenz und Schlafqualität konnten in den Studien günstig beeinflusst werden. Für Monopräparate aus Hopfenzapfen wie auch für Auszüge aus Melissenblättern liegen zurzeit keine ausreichenden klinischen Studien vor.“

Quelle:

http://www3.apoverlag.at/pdf/files/OAZ/OAZ-2010/OAZ-2010-06.pdf

Kommentar &  Ergänzung:

Heilpflanzen-Präparate gegen Schlafstörungen sind nicht schlaferzwingend. Das heisst: Sie wirken nicht in jedem Fall. Aber sie sind dafür sehr gut verträglich und bergen keine Abhängigkeitsgefahr. Synthetische Schlafmedikamente erhöhen vor allem bei älteren Menschen das Sturzrisiko. Auch in dieser Hinsicht sind Heilpflanzen-Präparate ohne Gefahr.  Daraus lässt sich der Schluss ziehen, dass wann immer es möglich ist, pflanzliche Schlafmittel vorzuziehen sind.

Baldrian ist zur Zeit von allen Heilpflanzen am besten dokumentiert im Hinblick auf eine schlaffördernde Wirkung. Hopfen wird meist in Kombination mit Baldrian verwendet und selten als Mono-Präparat. Daher gibt es wohl auch weniger Forschung über die Wirkung von Hopfen-Monopräparate. Bei Melisse scheint mir der Trockenextrakt nicht die optimale Anwendungsform. Melisse dürfte wirksamer sein, wenn sie in Form von Melissenöl inhalativ eingesetzt wird oder als Melissenbad.

Als weitere Möglichkeiten der Phytotherapie könnten noch erwähnt werden die Passionsblume und das Lavendelöl.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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