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Menthol / Pfefferminzöl gegen Juckreiz

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Die österreichische Tageszeitung „Der Standard“ bringt ein Gespräch mit dem Dermatologen Franz Legat, dem Leiter der Juckreizambulanz in Graz.

Dabei wird als Mittel gegen Juckreiz (Pruritus) unter anderem auch Menthol erwähnt.

Zitat:

„Auch Cremes mit speziellen Inhaltsstoffen, etwa mit Urea, also Harnstoff, oder Menthol können helfen. Eine Therapie in Kältekammern oder die Phototherapie, also die Therapie mit UV-Strahlen, kann juckreizlindernd wirken.“

Quelle:

http://derstandard.at/2000057056706/Pruritus-Im-Juck-Kratz-Zyklus-sein

Kommentar & Ergänzung:

Menthol ist ein Bestandteil des Pfefferminzöls und dort in einem Anteil von 35 – 70 % vorhanden. Man kann also grob davon ausgehen, dass Pfefferminzöl etwas zur Hälfte aus Menthol besteht.

Bei der Anwendung von Menthol ist die Konzentration wichtig.

Um Juckreiz zu lindern sind Konzentrationen von 0,1 – 1% Menthol wirksam. Rechnet man bei Pfefferminzöl mit einen Mentholgehalt von etwa 50%, könnte man deshalb 1 – 2 % Pfefferminzöl in einer Salbengrundlage oder in fettem Öl (z. B. Mandelöl) applizieren.

Als Counterirritant zum Beispiel gegen Spannungskopfschmerzen beträgt die empfohlene Konzentration 1,25 – 16% Menthol. Üblich ist hier eine 10%ige Pfefferminzöl-Lösung auf alkoholischer Basis.

Urea (Harnstoff) ist eine organische Verbindung und bei Säugetieren ein harnpflichtiges Stoffwechselprodukt, das mit dem Urin und dem Schweiß ausgeschieden wird. In Salben und Lotionen dient er als Feuchtigkeitsspender und wird zu diesem Zweck synthetisch hergestellt.

Wissenschaftsgeschichtlich gilt Harnstoff als die erste aus anorganischen Ausgangsstoffen synthetisierte organische Verbindung.

Das widersprach der damals verbreiteten Vorstellung, dass organische Substanzen grundsätzlich nur von Lebewesen durch die so genannte vis vitalis (Lebenskraft) hergestellt werden könnten. Die erste Synthese von Harnstoff im Jahr 1828 durch Friedrich Wöhler gilt daher als Geburtsstunde der Biochemie. Durch diese Entwicklung galt der vitalistische Ansatz in der Biologie zunehmend als überholt.

Der Vitalismus nahm als Grundlage aller Lebensvorgänge als eigenständiges Prinzip eine Lebenskraft an. Die Hernstoffsynthese zeigte, dass zur Herstellung organischer Substanzen die Annahme einer Lebenskraft nicht notwendig ist.

Erwähnen möchte ich noch einen anderen interessanten Aspekt, der im Gespräch mit Franz Legat zu Sprache kommt:

Ein Juckreiz kann chronisch werden und sich dann von der ursprünglichen Ursache lösen. Zitat:

„Es entsteht ein Juck-Kratz-Zyklus, und der wird zu einer eigenen Juckreizerkrankung, die dann oft mit speziellen juckenden Hautveränderungen in einer sogenannten chronischen Prurigo mündet. In diesem Stadium bringt dann auch die Behandlung der auslösenden Ursache keine Hilfe mehr.“

Das scheint mir ähnlich zu sein wie bei chronischen Schmerzen. Auch sie können sich von der ursprünglichen Ursache lösen und zur eigenständigen Schmerzkrankheit werden.

Starker Juckreiz kann genauso stark belasten wie chronischer Schmerz.

In der Medizin kommen gegen Juckreiz oft Arzneimittel zur Anwendung, die eigentlich gegen andere Erkrankungen entwickelt wurden. Im Interview erwähnt werden als Optionen die Wirkstoffe Gabapentin und Pregabalin, die die Wahrnehmung und Weiterleitung von Juckreiz hemmen und bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz oder mit Nervenschäden meist gut wirken sollen.

Auch der Neurokinin-1-(NK1)-Antagonist Aprepitant habe sich als gutes Mittel gegen schweren chronischen Pruritus erwiesen, sei aber eigentlich zugelassen, um die Übelkeit bei stark wirksamen Chemotherapien zu lindern. Das Mittel sei teuer, und die Erfahrungen mit Langzeitbehandlungen seien derzeit noch gering.

Es gebe derzeit noch kein Medikament, das gegen Juckreiz zugelassen sei, sagt Legat.

In der Phytotherapie wird als Option bei Juckreiz noch der Paprika-Wirkstoff Capsaicin äusserlich angewendet. Siehe dazu:

Capsaicin-Creme hilft gegen Juckreiz

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

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Naturmuseum Winterthur: Ausstellung Galapágos

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Wer sich nicht gerade einen kleinen Abstecher auf die Galapágos-Inseln leisten kann oder will, hat vom 6. Oktober 2013 bis 16. März 2014 Gelegenheit, dieses Naturparadies an einer Sonderausstellung im Naturmuseum Winterthur kennenzulernen.

Zugegeben, das ist nicht das gleiche wie eine wirkliche Reise, aber immerhin ein guter Anfang….und sicher die ökologischere Variante.

Entwickelt und erstellt wurde die Wechselausstellung vom Zoologischen Museum der Universität Zürich.

Die kleine Inselgruppe im Pazifik war einst Fluchtburg für Piraten und Proviantlager für Walfänger und ist heute das Pazifikeldorado für Naturfreunde und Forschende.

Von zentraler Bedeutung waren die Galapágos-Inseln in der Geschichte der Evolutionsforschung.

Charles Darwin, der wohl bekannteste Naturforscher, machte auf Galapágos Beobachtungen, die ihn später davon überzeugten, dass Arten durch natürliche Selektion entstehen können – für die Wissenschaft eine revolutionäre Erkenntnis.

Die Ausstellung gibt einen Einblick in die aussergewöhnliche Tier- und Pflanzenwelt der Galapágos-Inseln. Besuchende lernen zum Beispiel Leguane kennen, die über Generationen gelernt haben, am Meeresboden Algen abzuweiden oder gigantische Riesenschildkröten.

Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten existieren nur hier als sogenannte Endemiten und sind Zeugen der Evolution. Ihre Vorfahren kamen vom südamerikanischen Festland gut tausend Kilometer auf dem Meerweg. Das schafften nicht viele: einige Wirbellose, Vögel und Reptilien, vereinzelte Säugetiere, jedoch keine Amphibien. Alle mussten sich in ihrer neuen Heimat an neue Lebensräume anpassen.

Weil es hier Millionen Jahre lang weder Mensch, Hunde, Katzen oder andere räuberischen Säugetiere gab, verloren zahlreiche Tierarten auf Galapágos ihr natürliches Fluchtverhalten. Die Zahmheit der Tiere auf Galapágos beeindruckt denn auch die Besuchenden.

Einigen Arten wurde das allerdings zum Verhängnis, denn auch wenn die Tiere nicht vor den Touristen flüchten, sind sie trotzdem gestresst.

Eingeschleppte Tiere und Pflanzen sowie die grassierende Überbevölkerung gefährden die einzigartige Lebenswelt von Galapágos. Gegen diese Bedrohung engagieren sich Naturschützer und Forschende. Biologinnen und Biologen der Universität Zürich siedeln zum Beispiel die von Aussterben bedrohten Spottdrosseln neu an. Für einen erfolgreichen Schutz des ersten Unesco-Weltnaturerbes sind öffentliches Interesse, Naturschutz und Forschung unverzichtbare Bedingungen. Dafür wirbt die Sonderausstellung mit spannenden Installationen, prächtigen Präparaten und informativen Kurzfilmen.

Quelle:

Naturmuseum Winterthur: http://natur.winterthur.ch

Kommentar & Ergänzung:

Auch die Dauerausstellung im Naturmuseum Winterthur ist sehr sehenswert. Das Museum eignet sich auch gut für Kinder.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Insektizid Rotenon fördert möglicherweise Parkinson

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Wissenschaftler der Universität Dresden haben den Mechanismus entdeckt, wie das Pflanzenschutzmittel Rotenon Symptome der Krankheit Parkinson auslöst und verstärkt, meldet das Universitätsklinikum Dresden. Eine zentrale Rolle spielten dabei Nervenverbindungen zwischen Darm und Gehirn. Die Resultate der Forschungsarbeiten wurden in der Zeitschrift «Nature Scientific Reports» publiziert.

Die Dresdener Wissenschaftler konnten zeigen, dass Rotenon zur Ausschüttung des Proteins Alpha-Synuclein durch die Nervenzellen im Darmtrakt führt. Alpha-Synuclein wird von Nervenzellen im Gehirn aufgenommen und im Zellkörper abgelagert, wo es die Zellen zerstört. Wurden die entscheidenden Nerven im Darmbereich von Mäusen jedoch durchtrennt, konnte das Protein die Neuronen des Mittelhirns nicht mehr erreichen und die parkinsonähnlichen Symptome wurden vermindert. Sollten sich diese Ergebnisse bei Parkinsonpatienten bestätigen, sei das ein bedeutender Schritt für neue Ansätze zur frühzeitigen Diagnose und Therapie, erklärte der Leiter der Studien, Francisco Pan-Montojo.

Etwa drei Prozent der Bevölkerung in Deutschland leiden an Parkinson. Insbesondere Menschen, die Pestiziden ausgesetzt sind und in der Landwirtschaft arbeiten, sind von der Krankheit betroffen. Sie zeigt sich in starren Muskeln, einem fast maskenhaften Gesichtsausdruck und zitternden Händen. Ausgelöst werden diese Veränderungen durch das Absterben von Dopamin produzierenden Nervenzellen im Mittelhirn.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=44380&Nachricht_Title=Nachrichten_Insektizid+kann+Parkinson+ausl%F6sen&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Was ist Rotenon?

Rotenon ist ein pflanzliches Insektizid und der bekannteste Vertreter der Rotenoide.

Rotenon wird aus der Wurzel von Barbasco (Deguelia utilis) oder der Tubawurzel (Derris elliptica) gewonnen, einem in Borneo heimischen Schmetterlingsblütler. Die Wirkung dieser Pflanzen (und damit des Giftes) war bereits seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Rotenon ist nicht nur gegen Insekten und Spinnen wirksam, sondern auch sehr giftig für Fische (aber weniger giftig für Säugetiere und Bienen).

Fischer der Trobriand-Inseln machten sich diese Eigenschaft beim Fischfang zu nutze – mit dem Rotenon aus zerstampften Derriswurzeln wurden Fische betäubt und anschließend aufgespießt. Auch in Mexiko, Ecuador und Brasilien wird die Pflanze im Fischfang eingesetzt.

„Im Freien zersetzt sich Rotenon relativ schnell, ist aber dennoch gefährlich, da es auch über die Haut oder als Staub in die Lunge eindringt. Laut einigen Studien steht Rotenon in Verdacht, Parkinson-Krankheit auszulösen. Rotenon ist aktuell in Deutschland laut BBA nicht als Insektizid zugelassen (aber in der Schweiz, Spanien und in einigen anderen Ländern).“

(Quelle: Wikipedia)

Rotenon ist mir als pflanzliches Insektizid aus meiner Drogisten-Zeit bekannt. Es hatte wegen seiner guten Abbaubarkeit und seiner für Menschen verhältnismässig geringen Toxizität einen guten Ruf. Die starke Giftigkeit für Fische war allerdings auch damals ein Thema.

Dass Rotenon möglicherweise die Parkinson-Krankheit fördern könnte ist mir dagegen neu. Solche Meldungen sind interessant und ernst zu nehmen.

Allerdings erwecken die Meldungen über diese Studien zum Teil den Eindruck, dass mit dem Rotenon die Ursache der Parkinson-Krankheit entdeckt worden ist. Das ist aber allerhöchstwahrscheinlich eine grobe Vereinfachung. Die Ursache(n) von Parkinson sind weitgehend ungeklärt und dürften ziemlich komplex sein.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Pflanzenschutzmittel bedrohen Fledermäuse

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Fledermäuse sind als Tiergruppe sehr bedroht. Viele Menschen setzten sich aber für Fledermäuse ein und die gesamte Tiergruppe steht in Europa unter Schutz.

Eine Studie der Universität Koblenz-Landau kommt nun zum Schluss, dass die Pestizidbelastung der Nahrung zu Langzeiteffekten bei Fledermäusen führen kann.

Bevor die EU ein Pflanzenschutzmittel die Marktzulassung bekommt, wird es einer gesetzlich vorgeschriebenen Risikoabschätzung unterzogen. Anhand verschiedener Szenarien werden die Risiken für verschiedene Lebewesen geprüft – sowohl akute Auswirkungen als auch Langzeiteffekte wie zum Beispiel Auswirkungen auf die Vermehrung. Bisher wird in dieser Risikoabschätzung zwar geprüft, ob neue Pflanzenschutzmittel Vögel und Säugetiere schädigen, die Fledermaus taucht in dieser Richtlinie zur Risikobetrachtung bei der Zulassung von Pestiziden jedoch nicht auf.

Studien weisen schon darauf hin, dass Fledermäuse speziell empfindlich auf Pestizide reagieren. Dass die bedrohten Fledermausarten bei der Risikoabschätzung nach wie vor schlichtweg ignoriert werden, hängt laut Dr. Carsten Brühl und Peter Stahlschmidt vom Institut für Umweltwissenschaften Landau mit einem Datenmangel zusammen. Das habe damit zu tun, dass die meisten Untersuchungen zu Fledermäusen in Naturschutz- oder Waldgebieten stattfanden, erklärt Stahlschmidt. Bislang sei nicht untersucht worden, ob Fledermäuse für ihre Nahrungsaufnahme überhaupt in Kulturlandschaften aktiv sind. Und das, obgleich mehr als die Hälfte der Fläche der BRD landwirtschaftlich genutzt werde. In einer vorangegangenen Untersuchung konnten die Forscher auf intensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen total 14 Fledermaus-Arten nachweisen.

In ihrer aktuellen Studie untersuchten die Landauer Ökotoxikologen auf einer Obstbaumplantage die Nahrung der Fledermäuse genauer. Zwei Wochen lang nach Ausbringen des kommerziellen Pflanzenschutzwirkstoffes Fenoxycarb, der das Wachstum von Insekten hemmt, maßen die Forscher die chemischen Rückstände auf Fliegen und Faltern. Die höchsten Pestizidrückstände fanden sie bei Insekten und Spinnen, die auf den Blättern der Obstbäume saßen. Weniger mit dem Pestizid belastet waren die Fluginsekten. Auf dieser Datenbasis berechneten die Wissenschaftler – wie es bei einer Risikoabschätzung üblich ist – stufenweise verschiedene Szenarien für Fledermäuse, die sich in der Plantage ernähren. Im errechneten Bestfall, in dem die Fledermäuse ihre Nahrung zum Teil auch in unbelasteten Gegenden aufnehmen können, waren Langzeiteffekte bei einer der sechs in der Berechnung verwendeten Fledermaus-Arten nicht auszuschließen, im schlechtesten Falle bei drei Fledermaus-Arten. Am stärksten betroffen waren diejenigen Fledermaus-Arten, die als Nahrung auf Obstbäumen sitzende Insekten und Spinnen verspeisen.

Das tatsächliche Risiko könnte für die Tiere sogar noch höher liegen als errechnet, vermutet Stahlschmidt. Weil für die Fledermaus keine Sensitivitätsdaten existieren, verwenden die Berechnungsformeln im Bewertungsverfahren die Toxizitätsdaten der Hausmaus und kalkulieren einen Sicherheitsfaktor von 5 mit ein. Die Fledermaus sei jedoch aufgrund ihrer ökologischen Eigenschaften wie einer langen Lebenszeit und geringen Nachkommenschaft mit meistens einem Jungtier ein sehr empfindlicher Organismus, sagt Stahlschmidt. Deshalb könne wahrscheinlich sogar ein Empfindlichkeitsunterschied größer als 5 zwischen der Hausmaus und der Fledermaus liegen. Das könnte bedeuten, dass auch bei den Fledermaus-Arten, die nur die weniger belasteten Fluginsekten bevorzugen, ein nicht akzeptables Risiko existiert.

Wenn die gefährdeten Flugsäuger nachhaltig geschützt werden sollen, muss sich also dringend etwas ändern. Das aktuelle Zulassungsverfahren für Pestizide müsse auf Fledermäuse ausgeweitet werden und weitere Forschungsarbeiten zur Empfindlichkeit der Säugergruppe gegenüber Pestiziden seien umgehend notwendig, sagt Stahlschmidt.

Die Studie „Bats at risk? Bat activity and insecticide residue analysis of food items in an apple orchard”, Peter Stahlschmidt and Carsten A. Brühl ist in der internationalen Fachzeitschrift “Environmental Toxicology and Chemistry publiziert worden und online abrufbar unter:

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/etc.1834/abstract

Quelle:

http://idw-online.de/pages/de/news493080

Kommentar & Ergänzung:

Fledermäuse sind eine interessante Tiergruppe, doch braucht es einige Grundkenntnisse (Wo? Wann?), wenn man sie intensiver beobachten will.

Die Studie der Universität Koblenz-Landau zur Pestizidbelastung von Fledermäusen spricht meines Erachtens für die Bevorzugung der Biolandwirtschaft.

In der Diskussion um biologisch angebaute Lebensmittel geht es oft um die Frage, ob solche Produkte für die Konsumentinnen und Konsumenten gesünder oder im Geschmack überlegen seien.

Dazu gebt es durchaus widersprüchliche Studienergebnisse.

Aber das die Biolandwirtschaft weniger Pestizide in die Umwelt zerstäubt und damit viele Tiere schont, schleckt einfach keine Geiss weg. Das reicht mir als Argument, um wo möglich Bioprodukte vorzuziehen.

Es gibt übrigens 30 verschiedene Fledermausarten in der Schweiz:

Familie Rhinolophidae

Gattung Rhinolophus

Grosse Hufeisennase                Rhinolophus ferrumequinum

Kleine Hufeisennase                 Rhinolophus hipposideros

Mittelmeer Hufeisennase        Rhinolophus euryale

Familie Vespertilionidae

Gattung Myotis

Bartfledermaus                         Myotis mystacinus

Brandtfledermaus                     Myotis brandtii

Wimperfledermaus                  Myotis emarginatus

Fransenfledermaus                  Myotis nattereri

Bechsteinfledermaus               Myotis bechsteinii

Grosses Mausohr                     Myotis myotis

Kleines Mausohr                      Myotis blythii

Wasserfledermaus                   Myotis daubentonii

Langfussfledermaus                Myotis capaccinii

Nymphenfledermaus               Myotis alcathoe

Gattung Pipistrellus

Zwergfledermaus                    Pipistrellus pipistrellus

Rauhautfledermaus                Pipistrellus nathusii

Weissrandfledermaus           Pipistrellus kuhlii

Mückenfledermaus                Pipistrellus pygmaeus

Gattung Nyctalus

Kleiner Abendsegler             Nyctalus leisleri

Grosser Abendsegler            Nyctalus noctula

Riesenabendsegler                Nyctalus lasiopterus

Gattung Eptesicus

Nordfledermaus                    Eptesicus nilssonii

Breitflügelfledermaus          Eptesicus serotinus

Gattung Hypsugo

Alpenfledermaus                   Hypsugo savii

Gattung Vespertilio

Zweifarbenfledermaus          Vespertilio murinus

Gattung Barbastella

Mopsfledermaus                    Barbastella barbastellus

Gattung Plecotus

Braunes Langohr                    Plecotus auritus

Graues Langohr                     Plecotus austriacus

Alpenlangohr                          Plecotus macrobullaris

Gattung Miniopterus

Langflügelfledermaus            Miniopterus schreibersii

Familie Molossidae

Gattung Tadarida

Bulldoggfledermaus               Tadarida teniotis

Weitere Infos:

Stiftung Fledermausschutz

http://www.fledermausschutz.ch/

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Naturkunde: Was blüht gerade? – Gundelrebe / Gundermann

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Gundermann (Glechoma hederacea,  Gundelrebe), ist eine Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Gundelrebe ist in Europa weit verbreitet und sehr häufig.

Foto auf Wikipedia

Gundelrebe wächst hauptsächlich in frischen, nährstoffreichen Säumen, Wäldern und Wiesen. Er entwickelt lange, niedrige Ausläufer, von denen aufrechte Blütensprosse aufsteigen. Die Bestäubung der Blüten geschieht meist durch Hummeln.

Als häufige Blütenbesucher kommen auch Schwebfliegen vorbei, die nur Pollen aufnehmen, da ihr Rüssel für den Nektar zu kurz ist, ausserdem Wollschweber der Gattung Bombylius, Käfer, Ameisen, sowie einige Schmetterlinge (Aurorafalter, Zitronenfalter, Rapsweißling).

Wegen der ätherischen Öle und der Bitterstoffe wurde der Gundermann früher als Gewürzpflanze genutzt. Diese Inhaltsstoffe bedingen jedoch auch seine Giftigkeit für viele Säugetiere, besonders Pferde und etliche Nagetiere. Vergiftungen beim Menschen sind unbekannt.

Gundelrebe als Heilpflanze

Die Pflanze enthält Flavonoide, Triterpenoide und Rosmarinsäure, denen eine entzündungswidrige Wirkung zugeschrieben wird. Genauere Untersuchungen fehlen jedoch.

Der Teeaufguss wirkt durch Gerbstoffe leicht stopfend bei Durchfall. Saponine und das ätherische Öl könnten schleimlösend wirken bei Husten.

Es gibt allerdings keine geklärten und belegten Wirkungen der Gundelrebe.

Bei den Germanen soll sie aber eine Zauberpflanze gewesen sein und ihr Auftreten an alten Gemäuern verband man mit dem Sitz von guten Hausgeistern. Im Althochdeutschen bezieht sich der Wortstamm „Gund“ auf Eiter, faulriechenden Ausfluss und Geschwür, wogegen der Gundermann angewendet wurde.

In der Volksmedizin wird die Pflanze innerlich empfohlen bei Durchfall, Magenkatarrh, Darmkatarrh leichten Erkrankungen der oberen Bronchien und zur symptomatischen Behandlung von Husten sowie als Diuretikum bei Blasensteinen und Nierensteinen.

In den alten Kräuterbüchern findet man darüber hinaus aber noch zahlreiche andere Anwendungsbereiche wie Keuchhusten, Ohrensausen, Halsbeschwerden, Heiserkeit, Lungenkatarrh, Kopfschmerzen, Stirnhöhenentzündung, Stress, Hysterie, Lungenkatarrh, Hämorrhoiden, Blasenentzündung, Gallensteine, Milzstörungen, Verstopfung, Bisswunden, Bluterguss, Muskelquetschungen….

Wir haben es hier mit einer Indikationslyrik zu tun, wie sie in der Volksmedizin oft vorkommt – und diese Auswahlsendung hätte es wie bei jeder Indikationslyrik nötig, gründlich überprüft zu werden.

Äusserlich wurde die Gundelrebe in der Volksmedizin vor allem angewendet zum Waschen von schlecht heilenden Wunden und Geschwüren und anderen Hautkrankheiten sowie bei Arthritis und Rheuma (in Italien).

In der chinesischen Medizin wird Gundelrebe zum Beispiel eingesetzt bei Karbunkel, Erysipel, Unterleibsschmerzen, Krätze, Skrofulose, ungleichmässiger Menstruation, Husten, Dysenterie, Gelbsucht.

Alle diese Anwendungsbereiche der Gundelrebe sind in ihrer Wirksamkeit nicht belegt und für viele Bereiche gibt es andere Heilpflanzen, deren Wirksamkeit besser dokumentiert ist. Daher wird die Gundelrebe heute seltener verwendet.

Gundelrebe als Gewürz

Vor allem die jungen Blätter der Gundelrebe sind aromatisch-würzig und können als Gemüse gekocht werden. Sie sind auch Bestandteil der traditionellen Gründonnerstagsuppe zusammen mit beispielsweise: Guter Heinrich, Sauerampfer, Gänseblümchen, Brennnessel, Spitzwegerich, Vogel-Sternmiere (die Rezepte varieren).

Auf die Verwendung als Gewürzpflanze weißt auch der Volksname „Soldatenpetersilie“ hin. Gundelrebenblätter werden auch Salaten, Kräutersaucen und Kräuterbutter zugesetzt.

Bevor zu diesem Zweck der Gebrauch des Hopfens aufkam, wurde Gundelrebe in England zum Aromatisieren des Biers verwendet.

Und zu guter letzt: Schauen Sie sich die Gundelrebenblüte mal von der Nähe an. Die ist nämlich wirklich ein Bijou.

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Naturkunde: Was blüht gerade? – Schlehdorn / Schwarzdorn

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Jetzt im Frühling fällt er besonders auf: Der Schlehdorn ( = Schwarzdorn. Prunus spinosa). Seine Blüten erscheinen vor den Blättern, so steht er strahlend weiss in der Landschaft (Foto auf Wikipedia).

Der Schlehdorn ist eine Pflanzenart aus der Gattung Prunus, der zur Tribus der Steinobstgewächse (Amygdaleae) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehört.

Der Schwarzdorn gilt als Stammform der Kulturpflaume.

Weil die weißen Blüten des Schlehdorns bereits im März und April  lange vor dem Laubaustrieb erscheinen, lässt er sich in diesem Zeitraum leicht vom Weißdorn unterscheiden, dessen Blüten erst nach den Blättern gebildet werden.

Charakteristisch für die Schlehdornblüten ist ihr leichter Mandelduft. Die Innenseite des Blütenbechers sondert reichlich Nektar ab, so dass die Schlehe für viele Insekten im zeitigen Frühjahr eine wertvolle Nahrungsquelle darstellt. Der Schwarzdorn wird von Insekten bestäubt.

Später entwickelt sich eine kugelige, dunkelblau bis schwarze, stark bereifte Steinfrucht, die sehr sauer und herb schmeckt und erst nach einem Frost schmackhafter wird. Sie reift von Oktober bis November und verbleibt den Winter über am Strauch. Tiere, die den Samen der Frucht wieder ausscheiden, besorgen die Ausbreitung.

Schlehdorn – eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten, Vögel und Säugetiere

Die Schlehe gehört zu den wichtigsten Wildsträuchern für Tiere.

Schon in der ersten wärmenden Frühlingssonne finden Honigbienen, Wildbienen (z. B. Sandbienen, Mauerbienen, Kuckucksbienen, Hummeln, Schwebefliegen und zahlreiche andere Insekten in den Schlehdornblüten reichlich Nektar und Blütenstaub.

Einige früh im Jahr fliegende Schmetterlinge schätzen den energiereichen Nektar der Schlehe ebenfalls (Tagpfauenauge, C-Falter, Grosser Fuchs, Kleiner Fuchs).

Die später im Jahr erscheinenden Schlehdornblätter werden sogar von über 100 Schmetterlingsarten zur Eiablage genutzt, einige von ihnen sind sogar fast ausschliesslich auf Schlehdornblätter angewiesen. Von den Tagfaltern sind bekannte Beispiele der wunderschöne Segelfalter, der Baumweissling und mehrere Zipfelfaltern (Schlehenzipfelfalter, Birkenzipfelfalter, Pflaumenzipfelfalter). Von den Nachtfaltern nutzen die Schlehe unter anderem Schlehen-Grünwidderchen, Kupferglucke, Schlehenspinner, Silberspinner, Wollafter, Gelbes Ordensband, Kleines Nachtpfauenauge.

Neben 73 Kleinschmetterlingsarten wurden als ständige oder vorübergehende Gäste der Schlehe ermittelt: 23 Rüsselkäferarten, 15 Bockkäferarten, 14 Blattwespenarten, 7 Blattlausarten, 5 Wanzenarten.

Für die Früchte, Blätter und Triebe der Schlehe interessieren sich zudem bis zu 18 Säugetierarten.

Schwarzdornhecken bieten darüber hinaus ausgezeichnete Nistplätze für Vögel. Die Dornen wehren Räuber ab.

Bis zu 20 Vogelarten errichten als Buschbrüter im Schlehdorn ihr Nest – zum Beispiel Neuntöter, Dorngrasmücke, Zaungrasmücke, Gelbspötter. In der dichten Vegetation zu Füssen des Schlehdornstrauchs nisten Goldammer, Rotkehlchen, Rebhuhn.

Die Schlehdornfrüchte werden im Winter zum Beispiel gerne gefressen von Rotkehlchen, Kohlmeise, Kernbeisser, Fichtenkreuzschnabel, Amsel, Singdrossel, Misteldrossel, Wacholderdrossel.

Verwendung in der Volksmedizin

„Die Blüten, Rinde und Früchte wirken adstringierend (zusammenziehend), harntreibend, schwach abführend, fiebersenkend, magenstärkend und entzündungshemmend. Ein Blütenaufguss wird besonders bei Kindern bei Durchfallerkrankungen, bei Blasen- und Nierenproblemen und Magenbeschwerden eingesetzt. Schlehenelixier gilt als geeignetes Stärkungsmittel nach Infektionskrankheiten.“

(Quelle: Wikipedia)

Verwendung für Nahrungsmittel und Getränke

„Die Früchte können unreif wie Oliven eingelegt werden, reif zur Herstellung von Marmeladen, Fruchtsäften, Fruchtweinen und als Zusatz zu Likör (Sloe Gin, Schlehenfeuer), Branntwein (Schlehenbrand) und anderen Spirituosen verwendet werden. Schlehenwein ist ein Fruchtwein, der nur auf den Früchten des Schlehdorns basiert. In manchen Gegenden werden die Früchte auch in geringen Mengen dem Apfelwein zugesetzt, wodurch dieser aufgrund der Gerbstoffe in den Schlehenfrüchten einen etwas weinähnlicheren Charakter erhält.

Die Früchte werden erst nach dem ersten Frost am Strauch geerntet. Durch die Frosteinwirkung am Strauch wird ein Teil der bitter schmeckenden und adstringierend wirkenden Gerbstoffe in den Früchten enzymatisch abgebaut. Dabei sinkt der Gerbstoffgehalt im Fruchtsaft von ca. 10 g/l auf unter 5 g/l. Dieser Vorgang kann nicht durch Einfrieren der Früchte in der Tiefkühltruhe ausgelöst werden. Ein vollständiger Abbau der Gerbstoffe ist hingegen unerwünscht, da sie wesentlich zum Geschmack der Produkte beitragen.“

(Quelle: Wikipedia)

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Xylitol-Kaugummi reduziert Risiko für Mittelohrentzündung bei Kindern

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Xylitol-Kaugummis können das Risiko für Mittelohrentzündungen bei Kindern um bis zu 25 Prozent senken. Die Autoren eines neuen Cochrane-Reviews mit Daten aus Finnland fanden ausreichend Hinweise darauf, dass eine tägliche Dosis von 8,4 Gramm Xylitol eine akute Otitis media (Mittelohrentzündung) bei Kindern bis 12 Jahren verhindern kann, wenn sie nicht gleichzeitig unter einem Infekt der oberen Atemwege leiden. Die Wissenschaftler werteten in ihrem Review vier Studien mit mehr als 3000 Kindern aus, die finnische Tagesbetreuungsstätten besuchten. In den berücksichtigten Studien kauten die Kinder fünfmal täglich nach den Mahlzeiten zwei Stück Kaugummi jeweils während fünf Minuten. Mit Xylitol-haltigen Lutschtabletten und Sirupen ließen sich ähnliche Resultate erzielen.

Der Zuckeralkohol Xylitol wird normalerweise als Zuckerersatz für Diabetiker und als Süßungsmittel mit Antikarieswirkung eingesetzt. Darüber hinaus kann Xylitol jedoch auch die Anheftung von Bakterien wie Streptococcus pneumoniae und Haemophilus influenzae an Zellen des Nasen-Rachen-Raums reduzieren. Das haben In-vitro-Untersuchungen (Laborexperimente) gezeigt.

Schätzungen zufolge machen knapp zwei Drittel aller Kinder schon im ersten Lebensjahr eine akute Mittelohrentzündung durch. Bis zum Alter von drei Jahren sollen vier von fünf Kindern eine solche Erkrankung hinter sich haben. Die Folge ist oft der Einsatz von Antibiotika mit entsprechendem Risiko von Nebenwirkungen, Resistenzbildung und Kosten für das Gesundheitssystem.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=39991&Nachricht_Title=Nachrichten_Kaugummikauen+sch%FCtzt+Kinder+vor+Mittelohrentz%FCndung&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Xylitol ist eine vielfältig wirksame Substanz:

„Xylitol, auch Xylit (auch Birkenzucker genannt), sind Trivialnamen für Pentanpentol, einen Zuckeralkohol, der als Zuckeraustauschstoff (E 967) verwendet wird. Die Entdeckung geht auf den späteren Nobelpreisträger Emil Fischer zurück.

Die Besonderheit an Xylitol ist seine in verschiedenen klinischen Studien nachgewiesene kariostatische und antikariogene Wirkung. Auf einige Säugetiere, vor allem Hunde, wirkt Xylitol dagegen toxisch.“

(Quelle: Wikipedia)

Und zur medizinsichen Bedeutung von Xylitol:

Anti-kariogene Wirkung

Xylitol wurde Anfang der 1970er-Jahre als ein mögliches kariesreduzierendes Kohlenhydrat entdeckt. An der Universität Turku (Finnland) wurden in den Jahren 1972 bis 1975 zwei klinische Studien (bekannt als Turku-Zuckerstudien) durchgeführt, die eine hochsignifikante Reduktion von Karies belegen konnten.

In der ersten, einer zweijährigen Ernährungsstudie wurde Zucker (Saccharose) in allen Lebensmitteln durch Fructose bzw. Xylitol ersetzt. Insgesamt 115 Personen in insgesamt 3 Gruppen nahmen teil. Der Verzehr der Süßmittel belief sich auf 50 bis 67 g pro Tag. Nach der Studie konnte eine Kariesreduktion von 30 % bei Fructose und von über 85 % beim Einsatz von Xylitol ermittelt werden. Zum Vergleich wurde der sogenannte DMFS-Index herangezogen. Die Zunahme des Index war 7,2 in der Saccharose-Gruppe, bei 3,8 in der Fructose-Gruppe und 0,0 in der Xylitolgruppe.

Die zweite Studie wurde gestartet, als bei verschiedenen Probanden während der ersten Studie eine markante Reduktion der DMFS-Werte festgestellt wurden, d. h. dass sie eine sogenannte „Kariesreversion“ aufwiesen, wobei bestimmte Kariesläsionen einen Wiedererhärtungsprozess durchgemacht hatten. Rund 100 Personen wurden in Saccharose- und Xylitolgruppen aufgeteilt. Die Süßmittel wurden im Zeitrahmen von einem Jahr in Kaugummis verabreicht, ca. 7 Gramm täglich pro Person. Im Vergleich zur Saccharosegruppe wurde bei den Xylitolprobanden eine Reduktion der Karieszuwachsrate um mehr als 82 % ermittelt. Der Kaueffekt konnte ausgeschlossen werden, da beide Gruppen die gleiche Menge Kaugummi konsumierten. Ein Fazit der Studie ist auch, dass bereits geringe Mengen an Xylitol ausreichen und eine komplette Umstellung des Süßmittels nicht notwendig ist.

Diese Effekte werden dadurch erklärt, dass die kariogenen Streptococcus mutans das Xylitol nicht verstoffwechseln können und damit absterben. Weiterhin werden sie auch daran gehindert, als Plaquebakterien an der Zahnoberfläche anzuheften. Als optimale Xylitolmenge wurden zwischen 5 und 10 Gramm pro Tag in mehreren Portionen ermittelt. Diese kann mittels Kaugummi oder Lutschpastillen aufgenommen werden.

Darüber hinaus regt Xylitol die Speichelproduktion an und fördert die Bildung von Komplexen mit Calcium und Speicheleiweißen in der Mundhöhle, was zu einer Remineralisation von Zahnhartsubstanz führt.

In einer weiteren Turku-Studie aus dem Jahr 2000 wurden die Wechselwirkungen zwischen Müttern, die regelmäßig xylitolhaltige Kaugummis kauten, und ihren Kindern (bis 2 Jahre alt) untersucht. Ergebnis der Untersuchung war, dass der regelmäßige Konsum von Xylitol-Kaugummis durch die Mütter den Befall mit Streptococcus mutans bei den Kindern signifikant hemmt.

Mittelohrentzündungsvorbeugende Wirkung

In einer finnischen Studie wurde nachgewiesen, dass Kinder, die täglich Xylitol als Sirup oder in Form von Gummibonbons erhielten, im Vergleich zu Kindern einer Kontrollgruppe, die das Süßungsmittel nicht erhielt, 30–40 % weniger häufig an einer Mittelohrentzündung erkrankten.

Osteoporosevorbeugende Wirkung

Im Darm bildet Xylitol Komplexe mit Calcium und erleichtert dessen Resorption. Dies könnte ein noch wenig erforschter Weg zur Vorbeugung von Osteoporose sein.“

( Quelle: Wikipedia)

Xylitol kann als Nebenwirkung Durchfall erzeugen, hat aber auch noch andere interessante Eigenschaften:

„Xylitol hat denselben Geschmack und die nahezu gleiche Süßkraft wie Saccharose. Löst sich Xylitol im Mund im Speichel, entzieht es der Umgebung Wärme und erzeugt auf der Zunge einen Kühleffekt (endotherme Lösungswärme) von −153,2 J/g, der ähnlich beschrieben wird wie der erfrischende Geschmack von Menthol.

Der bezogene Nährwert von 10 kJ/g (2,4 kcal/g) ist 40 % geringer als bei Haushaltszucker. Der Stoffwechselweg im menschlichen Körper läuft insulinunabhängig ab, beeinflusst den Blutzucker- und Insulinspiegel nur geringfügig und ist somit für Diabetiker geeignet.

Xylitol ist hitzestabil und karamellisiert nur, wenn es mehrere Minuten auf über 200 °C erhitzt wird. Bei Temperaturen um ca. 100 °C findet keine Karamellisierung statt.

Xylitol ist ein Molekül, das viel Wasser an sich zu binden vermag. Es wird im Dünndarm nur passiv, also langsam und unvollständig resorbiert. Bei regelmäßiger Einnahme kann die Resorptionsrate im Dünndarm durch Enzyminduktion erhöht werden. Bei Einnahme von mehr als 0,5 g Xylitol pro kg Körpergewicht kann eine abführende Wirkung auftreten, welche nach Adaption des Organismus verschwinden kann. Es wurden in Studien Einnahmen von 200 g Xylitol täglich problemlos vertragen. Bei Sorbitol besteht diese Anpassung nicht, daher wirkt Sorbitol immer abführend.

Im Dickdarm wird das restliche Xylitol (etwa 2/3 der eingenommenen Menge) durch Bakterien zerlegt und zu kleinen Fettsäurebestandteilen abgebaut und resorbiert. Diese werden zu Kohlendioxid (CO2) und Wasser verstoffwechselt.“

(Quelle: Wikipedia)

Ob es nun angebracht ist, allen Kindern xylitolhaltige Kaugummis zu empfehlen, darüber kann man geteilter Meinung sein. Gegenüber zuckerhaltigen Süssigkeiten hat Xylitol aber klare Vorteile. Und bei Kindern die zu Mittelohrentzündungen neigen, scheint mir Xylitol ein interessanter Typ. Verhinderte Mittelohrentzündungen sparen Schmerzen und Antibiotika.

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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Wirkstoffe der Heilpflanzen: Alkaloide

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„Alkaloide sind im Pflanzenreich sehr verbreitet, von heilsam bis tödlich ist dabei alles vertreten. So reichen schon fünf bis zehn Milligramm des aus dem Eisenhut gewonnenen Aconitin, um einen Menschen zu töten. Das gleiche Gift entfaltet jedoch in geringeren Dosen durchaus eine heilsame Wirkung: Es kann beispielsweise als schweißtreibendes Mittel eingesetzt werden. Ebenso giftig, aber dabei auf das Nervensystem wirkend, sind Alkaloide wie Strychnin. Die in den Samen der Brechnuss enthaltene Verbindung führt bei Säugetieren und beim Menschen zu heftigsten Krämpfen. Das Gift führt dazu, dass die hemmenden Synapsen, im Nervensystem gewissermaßen die ‚Sicherungen’ gegen Überreizungen, ausfallen. Umgekehrt bewirkt das Chelidonin aus dem Milchsaft des Schöllkrauts das Gegenteil: Es lindert Krämpfe bei Epilepsie und wird auch als Schmerzmittel eingesetzt.

Ein ‚Januskopf’ unter den Alkaloiden ist das Opium, gewonnen aus dem getrockneten Milchsaft des Schlafmohns. Als Suchtmittel verschrien, geht in der modernen Schmerzmedizin jedoch kaum mehr etwas ohne Opiate. Nahezu jede Narkose oder örtliche Betäubung beruht auf der Wirkung eines Opium-Abkömmlings. Opium, das Rohmaterial sowohl für Suchtmittel als auch für Schmerzmittel, ist zu 20 bis 25 Prozent ein Gemisch verschiedener Alkaloide, darunter Morphin (Morphium), Noskapin, Thebain, Codein, Papaverin und Narcein.

Weitere bekannte Alkaloide sind die Solanine, die in den grünen Teilen der Nachtschattengewächsen, wie in den Früchten der Kartoffelpflanze oder vergrünten Kartoffelknollen, in unreifen, grünen Tomate oder der Tollkirsche, enthalten sind. Tödlich, wenn geschluckt oder getrunken, helfen sie rein äußerlich angewendet jedoch gut gegen Ekzeme.

Und auch in unserer täglichen Tasse Tee oder Kaffee geht es nicht ohne Alkaloid: Auch Koffein und Teein gehören zu diesen Pflanzeninhaltsstoffen.

Quelle:

http://www.scinexx.de/dossier-detail-340-8.html

Kommentar & Ergänzung:

Alkaloide sind wichtige Pflanzeninhaltsstoffe, doch haben viele Alkaloide eine kleine therapeutische Breite. Das heisst: Die wirksame und die giftige Dosis liegen nahe beieinander. Viele Alkaloid-Pflanzen eigenen sich daher nicht für die Selbstbehandlung. So soll bitte niemand auf die Idee kommen, mit Eisenhut bzw. Aconitin zu experimentieren. Blauer Eisenhut wird nur in der Homöopathie verwendet. Dort wird die Giftpflanze aber so stark verdünnt, dass gar nicht mehr drin ist, was auf der Etikette drauf steht.

Bei Aconitum D6 mit einer Verdünnung von 1: 1 Million und auch bei Aconitum D12 mit einer Verdünnung von 1 : 1 000 000 000 000 sind noch minimale Spuren zu finden. Bei Aconitum C30 (30 mal 1: 100 verdünnt) und Aconitum C200 (200 mal 1: 100 verdünnt) ist in dem Präparat kein Molekül aus dem Eisenhut mehr vorhanden.

So verschwindet jede Giftigkeit, allerdings gibt es auch keine Belege für eine spezifische Wirksamkeit.

Sehr giftig ist auch das Alkaloid Colchicin aus der Herbstzeitlose (Colchicum autumnale).

Auch Chelidonin aus dem Schöllkraut gegen Epilepsie und als Schmerzmittel einzusetzen, ist ganz und gar nicht zu empfehlen. Schöllkraut wird aber in der traditionellen Pflanzenheilkunde gern äusserlich gegen Warzen eingesetzt (Schöllkrautsaft auftragen).

Opium wird aus dem Schlafmohn gewonnen und ist ein Gemisch verschiedener Alkaloide.

Tollkirsche (Atropa belladonna) enthält nicht die erwähnten Solanine, sondern die Tropanalkaloide Hyoscyamin (Atropin), Scopolamin, Apoatropin, Belladonnin und Scopoletin.

Zu den Alkaloiden gehört auch die Droge Kokain.

Und bei Koffein und Teein handelt es sich um identische Stoffe.

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Garten: Weissdorn, Holunder, Wacholder statt Mahonie, Cotoneaster & Co.

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Einheimische Sträucher im Garten vorziehen

Wer in seinen Garten Tiere locken und sie beobachten möchte, sollte auf jeden Fall auch einheimische Sträucher pflanzen. Oft werden bevorzugt fremdländische Ziergehölze und Nadelbäume gepflanzt, die für die einheimische Tierwelt nur von bescheidenem ökologischem Nutzen sind. Zwar werden zum Beispiel auch die Blüten der Zwergmispel (Cotoneaster) von Bienen umschwärmt und die Beeren der Mahonie von Amseln gefressen. Das ist aber kein Vergleich zu dem überaus reichen Tierleben in einer Hecke aus heimischen Wildsträuchern.

Sie bieten unseren Wildvögeln einen wichtigen Lebensraum.

Die Früchte des heimischen Weißdorns (Crataegus spec.) werden zum Beispiel von 32 Vogelarten gefressen, die des nahverwandten nordamerikanischen Scharlachdorns dagegen nur von zwei Arten. Der heimische Wacholder ernährt sogar 43 Vogelarten, der oft in Gärten gepflanzte Chinesische Wacholder jedoch nur eine einzige Art.

Ähnlich verhält es sich mit Insekten, deren Larven oftmals auf wenige oder gar nur eine einzige Nahrungspflanze spezialisiert sind. Während heimische Wildsträucher ein schier unerschöpfliches Nahrungsangebot für viele Insekten in allen Entwicklungsstadien bieten, wird man an exotischen Gehölzen in unseren Gärten kaum jemals Fraßspuren von Raupen entdecken. Ein gutes Beispiel hierfür ist der beliebte, aber nichtheimische Sommerflieder (Buddleja) oder Schmetterlingsstrauch – für erwachsene Falter zwar eine sehr begehrte Nektarquelle, als Raupenfutterpflanze jedoch absolut wertlos. Ohne Raupen fehlt aber die Nahrungsgrundlage für Meisen und andere Vögel. Auch ein wohlmeinend aufgehängter Nistkasten nützt dann nicht mehr viel.

Dagegen nisten im schützenden Dickicht von Sträuchern wie Holunder, Weißdorn oder Pfaffenhütchen gerne zahlreiche Vögel wie Heckenbraunelle und Nachtigall. Im Herbst bieten die bunten Beeren den Vögeln einen reich gedeckten Tisch: Von Vogelbeere und Schwarzem Holunder ernähren sich zum Beispiel jeweils über 60 Vogelarten. Aber auch zahlreiche Säugetiere wie Mäuse und selbst Fleischfresser wie Fuchs und Marder naschen gerne an den leckeren Früchten.
Zahlreiche gute Gründe also, im Herbst einige einzelne Sträucher zu setzen oder eine ganze Hecke aus mehreren Arten anzulegen. Im übrigen sind einheimische Sträucher anspruchsloser und widerstandsfähiger, auch gegen witterungsbedingte Einflüsse und gegen Schädlinge. Zudem ist für jeden Gartenstandort etwas dabei: Weißdorn und Wildrosen lieben es sonnig, Haselnuss und Pfaffenhütchen genügt ein halbschattiger Standort und die Heckenkirsche gibt sich sogar mit einem schattigen Plätzchen zufrieden. Einheimische Sträucher sind jedoch nicht nur nützlich, sondern sehen auch hübsch aus. Und sie bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Naturbeobachtung.
Quelle:

http://hamburg.nabu.de/projekte/garten/gartentipps/05228.html

www.nabu.de

Kommentar & Ergänzung:

Für Naturbeobachtungen empfehle ich Ihnen meine Naturseminare

– Weissdorn, Holunder und Wacholder sind im Übrigen auch wichtige Heilpflanzen:

Weissdorn ist die wichtigste Herzpflanze der Phytotherapie, Schwarzer Holunder wirkt gegen Erkältungskrankheiten und Wacholderbeeren lindern Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Völlegefühl.

– Aus der Mahonie (Mahonia aquifolium, Zierberberitze) werden Salben hergestellt, die unterstützend eingesetzt werden bei Psoriasis, also bei Schuppenflechte.

– Beim Weissdorn-Strauch ist ein Problem im Auge zu behalten: Weissdorn überträgt – wie z. B. Cotoneaster, Loorbeermispel (Photinia davidiana), Vogelbeere – die Pflanzenkrankheit Feuerbrand, die durch Bakterien (Erwinia amylovora) verursacht wird.

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Faszination Natur: Wanderfalke & Habicht im Flug

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Die Natur ist rundum faszinierend. Darum scheint es mir zu eng, in der Natur ausschliesslich Heilpflanzen zu beachten und damit genau das, was für uns nützlich sein kann. Es ist viel bereichernder, darüber hinaus auch die Wahrnehmung zu schärfen für vordergründig Nutzloses, das vielleicht „nur“ interessant, eindrücklich oder schön ist. Diese erweiterte Wahrnehmung schliesst dann die Vogelwelt mit ein, aber auch Insekten wie Schmetterlinge, Käfer usw.

So bietet Pflanzenheilkunde / Phytotherapie auch Gelegenheit zu vielfältigen Naturerlebnissen.

In untenstehendem Video hat man Wanderfalken und Habichten eine kleine Minikamera mitgegeben. Die Bilder sind beeindruckend:

http://www.youtube.com/watch?v=p-_RHRAzUHM&feature=player_embedded

Zur Jagdweise des Wanderfalkens schreibt Wikipedia:

„Wanderfalken jagen fast ausschließlich Vögel im freien Luftraum. Da eine gedeckte Annäherung an die Beute hier nicht möglich ist, wird der Überraschungsmoment durch die Annäherung mit größtmöglicher Geschwindigkeit erreicht. Der Beute bleibt dann nur ein sehr kurzes Zeitfenster zur Reaktion. Die beiden wesentlichen Jagdtechniken sind der Steilstoß aus großer Höhe und der Flachstoß von einer Warte.

Beim Steilstoß kreist der Falke in größerer Höhe und wartet auf Vögel, die unter ihm entlang fliegen. Der Falke geht dann in den Sturzflug über und legt die Flügel an, die Steuerung erfolgt mit den Daumenfittichen. Höchstwahrscheinlich benutzen die Falken für den eigentlichen Schlag dann die ungeöffneten Füße. Der Falke fliegt nach dem Schlag aufgrund seiner großen Geschwindigkeit an der Beute vorbei und kehrt dann in einer Kurve zu dieser zurück. Die Beute wird häufig allein durch den Aufprall getötet, falls sie nur verletzt ist, tötet der Falke sie dann mit einem Biss ins Genick. Vögel, die den anfliegenden Falken rechtzeitig bemerken, beginnen sofort, sehr eng zu kreisen. Diese Manöver kann der anfliegende Falke aufgrund seiner hohen Geschwindigkeit nicht mitmachen und ist dann meist erfolglos. Es wird oft vermutet, dass der Wanderfalke bei seinen Sturzflügen konkurrenzlose Spitzengeschwindigkeiten von 340 km/h oder mehr erreichen kann, verlässliche Radarmessungen in freier Wildbahn ergaben bisher jedoch nur Spitzengeschwindigkeiten von 140 km/h.

Beim Flachstoß von einer Warte erfolgt die Annäherung an die Beute von hinten und etwas versetzt unterhalb der Beute. Wanderfalken können jeden anderen Vogel im Geradeausflug schnell einholen, hier stellt der Falke das Überraschungsmoment also durch die schnelle Annäherung im „toten Winkel“ der Beute her. Der Beutevogel wird dann von hinten und unten gegriffen. Wenn Vögel die Annäherung des Falken rechtzeitig bemerken, haben sie relativ gute Chancen zu entkommen. Kleinere Vögel (z. B. Stare) lassen sich sofort fallen, größere wie Tauben versuchen ähnlich wie bei Steilstößen durch das Fliegen sehr enger Kurven zu entkommen, auch in diesen Fällen ist der Falke dann meist aufgrund seiner zu geringen Wendigkeit erfolglos.

Diese beiden Grundmuster der Jagd werden vielfältig variiert oder auch kombiniert. Insbesondere außerhalb der Brutzeit jagen die Paare häufig gemeinsam, die Annäherung an einen Beutevogel erfolgt dann in einem gewissen Abstand zueinander, so dass der zweite Falke bei einem Fehlstoß des ersten auf den ausweichenden Vogel nachstoßen kann. Weicht der Vogel nach oben aus, folgt einer der Falken dem Vogel in die Höhe, während der andere (meist das Weibchen) unter dem Beutevogel kreist und ihm so den Weg nach unten abschneidet“

Zur Jagdweise des Habichts schreibt Wikipedia:

„Habichte erjagen ihre Beutetiere überwiegend aus dem bodennahen Flug oder vom Ansitz aus in einem kurzen, schnellen und sehr wendigen Verfolgungsflug direkt auf dem Boden oder im bodennahen Luftraum. Dabei werden natürliche Strukturen wie Hecken, Bäume, im Siedlungsraum aber auch Häuser sehr geschickt für einen gedeckten Anflug genutzt. Seltener werden aus dem hohen Kreisen heraus im Sturzflug Vögel im freien Luftraum oder in Bodennähe angejagt. Im Frühjahr und Sommer suchen Habichte systematisch in höherer Vegetation und auf Bäumen nach Nestern und erbeuten so zahlreiche nestjunge Vögel. Bei kleineren Vogelarten wird dabei häufig das ganze Nest mit Inhalt gegriffen, die leeren Nester sind dann häufig an den Rupfplätzen zu finden. Auch die Jagd zu Fuß wurde bei Habichten beobachtet, dabei werden zum Beispiel Maulwürfe erbeutet, auf dicht bewachsenen Inseln werden so auch brütende Stockenten geschlagen.

Die Beute wird mit den Füßen (Fängen) gegriffen und getötet, die Krallen der sehr kräftigen ersten und zweiten Zehe werden dabei solange in die Beute gebohrt, bis diese aufhört, sich zu bewegen. Im Zusammenwirken mit den relativ langen Beinen ermöglicht diese Tötungsmethode dem Habicht die Nutzung von vergleichsweise sehr großen und wehrhaften Beutetieren.

Habichte ernähren sich in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet fast ausschließlich von kleinen bis mittelgroßen Vögeln und Säugetieren“

Ich kann Ihnen in meinen Natur-Seminaren zwar keinen Wanderfalken oder Habicht garantieren, aber die Tier- und Pflanzenwelt bietet eine grosse Vielfalt an faszinierenden Phänomenen – auch im Mikrokosmos der Insektenwelt. So sehen wir zum Beispiel fast jedes Jahr im Heilpflanzen- und Alpenblumenkurs an der Lenk im Simmental frisch geschlüpfte Libellen auf ihrem Jungfernflug. Es sind vor allem die kleinen Wunder am Wegrand, die man übersieht, solange man sie nicht kennt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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