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Phytopharmaka in der Europäischen Leitlinie zur Behandlung von Rhinosinusitis

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Die europäische Leitlinie zur Behandlung der Rhinosinusitis ist gegenwärtig die aktuellste Therapieempfehlung von HNO-Ärzten für die Behandlung viraler Atemwegsinfektionen (»Erkältung«). Sie enthält auch Empfehlungen für pflanzliche Arzneimittel (Phytopharmaka), die in einem Artikel der „Pharmazeutischen Zeitung“ beschrieben werden:

„Cineol und Myrtol, aber auch Pelargonium-Extrakte kommen zur Therapie viraler Atemwegsinfekte infrage….. In klinischen Studien konnten im Vergleich zu Placebo die Symptome bei einer akuten viralen Rhinosinusitis ab dem vierten Tag gelindert werden Auch die Kombination aus fünf Pflanzenextrakten (Enzian, Schlüsselblume, Sauerampfer, Holunder und Eisenkraut) konnte in einer neueren, Placebo-kontrollierten klinischen Studie positive Effekte auf die Symptome einer akuten Rhinosinusitis zeigen. Die Effektstärke war vergleichbar mit der Stärke der Wirkstoffe, die in der europäischen Leitlinie bereits diskutiert wurden (Cineol, Myrtol, Pelargonium)“

Die Effektstärke der genannten Therapeutika sei in den Studien nicht sehr groß gewesen und die Wirkung sei erst mit Verzögerung (vier bis sieben Tage) eingetreten.

„Dennoch gelten diese ausgewählten pflanzlichen Arzneimittel als angemessene und wirksame Apothekenempfehlung, auch ergänzend zur akut symptomatischen Therapie.“

Für die traditionelle chinesische Medizin spricht die Europäische Leitlinie aufgrund unzureichender Daten explizit keine Empfehlung aus.

Für Echinacea-haltige Präparate schätzt sie die Datenlage als widersprüchlich ein und empfiehlt sie aus diesem Grund ebenfalls nicht.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=59826

Kommentar & Ergänzung:

In die Leitlinien aufgenommen zu werden ist so etwas wie eine Auszeichnung, weil es dazu positive Ergebnisse aus klinischen Studien braucht.

Und damit solche Ergebnisse zustande kommen, braucht es Firmen, die Geld in die Forschung stecken. Das ist nicht ganz einfach für Phytopharmaka, weil grosse Investitionen in die Forschung sich nur lohnen für patentierte Produkte. Die Mehrzahl der Heilpflanzen-Präparate ist aber nicht patentiert.

Leitlinien sind für die Phytotherapie meines Erachtens nicht das einzige oder letzte Mass. Sie bieten aber trotzdem eine wichtige Orientierung.

Bei der in den Leitlinien erwähnten Kombination aus fünf Pflanzenextrakten (Enzian, Schlüsselblume, Sauerampfer, Holunder und Eisenkraut) handelt es sich im „Sinupret®“. Die Zusammensetzung dieses Präparats ist nicht sehr plausibel, doch gibt es dafür positive klinische Studien. Myrtol ist als „Gelomyrtol®“-Kapseln im Handel, Pelargonium als „Umckaloabo®“ und „Kaloabo®.

Siehe auch:

Phytopharmaka gehören in die Leitlinien

S3-Leitlinie bestätigt Empfehlung für Johanniskraut als Erstlinientherapie der unipolaren Depression

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Unkritisches Porträt des Homöopathie-Gründers Samuel Hahnemann

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RadioWissen auf Bayern 2 bringt oft informative Sendungen. Das kürzlich ausgestrahlte Porträt Samuel Hahnemanns strotzt aber vor unkritischer Naivität und Einseitigkeit.

Samuel Hahnemann kommt das Verdienst zu, dass er die grösstenteils unwirksamen und zugleich belastenden Behandlungsmethoden der Medizin seiner Zeit (z. B. Aderlass, Quecksilberbehandlungen) weggelassen und durch ebenfalls unwirksame, aber unschädliche Interventionen ersetzt hat. Davon haben seine Patientinnen und Patienten profitiert. Er hat aber auch mit ausgesprochen missionarischem Gestus ein hoch dogmatisches System aufgebaut, das viele seiner Anhängerinnen und Anhänger bis heute unkritisch nachbeten.

Dass RadioWissen die doch ziemlich weit hergeholten Überzeugungen Hahnemanns ohne jedes Fragezeichen und ohne jede Distanz als Fakt wiedergibt, ist schon sehr bemerkenswert.

Auch im Bereich Komplementärmedizin / Alternativmedizin zeigt sich eine Tendenz im Journalismus, dem Publikum einfach zu liefern, was es zu hören, zu sehen oder zu lesen wünscht. Das mag gut sein für Quoten und Verkaufszahlen, nicht aber für die notwendige sorgfältig-kritische Auseinandersetzung mit solchen Themen.

Hier finden Sie die Radiosendung zum Nachhören.

Und hier ein Aufzählung Samuel Hahnemanns mit all den Faktoren und Einflüssen,  die eine homöopathische Behandlung unwirksam machen (aus dem Organon der Heilkunst):

„Kaffee, feiner chinesischer und anderer Kräuterthee; Biere mit arzneilichen, für den Zustand des Kranken unangemessenen Gewächssubstanzen angemacht, sogenannte feine, mit arzneilichen Gewürzen bereitete Liqueure, alle Arten Punsch, gewürzte Schokolade, Riechwasser und Parfümerieen mancher Art, stark duftende Blumen im Zimmer, aus Arzneien zusammengesetzte Zahnpulver und Zahnspiritus. Riechkißchen, hochgewürzte Speisen und Saucen, gewürztes Backwerk und Gefrornes mit arzneilichen Stoffen, z.B. Kaffee, Vanille u.s.w. bereitet, rohe, arzneiliche Kräuter auf Suppen, Gemüße von Kräutern, Wurzeln und Keim-Stengeln (wie Spargel mit langen, grünen Spitzen), Hopfenkeime und alle Vegetabilien, welche Arzneikraft besitzen, Selerie, Petersilie, Sauerampfer, Dragun, alle Zwiebel-Arten, u.s.w.; alter Käse und Thierspeisen, welche faulicht sind, (Fleisch und Fett von Schweinen, Enten und Gänsen, oder allzu junges Kalbfleisch und saure Speisen; Salate aller Art), welche arzneiliche Nebenwirkungen haben, sind eben so sehr von Kranken dieser Art zu entfernen als jedes Uebermaß, selbst das des Zuckers und Kochsalzes, so wie geistige, nicht mit viel Wasser verdünnte Getränke; Stubenhitze, schafwollene Haut-Bekleidung, sitzende Lebensart in eingesperrter Stuben-Luft, oder öftere, bloß negative Bewegung (durch Reiten, Fahren, Schaukeln), übermäßiges Kind-Säugen, langer Mittagsschlaf im Liegen (in Betten), Lesen in wagerechter Lage, Nachtleben, Unreinlichkeit, unnatürliche Wohllust, Entnervung durch Lesen schlüpfriger Schriften, Onanism oder, sei es aus Aberglauben, sei es um Kinder-Erzeugung in der Ehe zu verhüten, unvollkommner, oder ganz unterdrückter Beischlaf; Gegenstände des Zornes, des Grames, des Aergernisses, leidenschaftliches Spiel, übertriebene Anstrengung des Geistes und Körpers, vorzüglich gleich nach der Mahlzeit; sumpfige Wohngegend und dumpfige Zimmer; karges Darben~ u.s.w. Alle diese Dinge müssen möglichst vermieden oder entfernt werden, wenn die Heilung nicht gehindert oder gar unmöglich gemacht werden soll.“

Da fragt es sich doch, wie Homöopathie überhaupt möglich ist, wenn man die Aussagen Samuel Hahnemanns ernst nimmt. Aber RadioWissen blendet aus, was nicht ins harmonische Hahnemann-Bild passt. Eine derart schlagseitige, geglättete Darstellung trägt zur Verdummung bei und passt nicht so recht in ein Sendegefäss mit dem Namen RadioWissen. Meine Erwartung an ein solches Porträt wäre, dass ein Menschen auch in seinen Widersprüchen fassbar gemacht wird. Bei Politikern, Kaisern, Philosophen, Schriftstellern etc. gelingt das der Redaktion von RadioWissen doch auch – warum nicht bei Hahnemann?

Quellenangabe siehe:

Menthol & Kampfer – warum nicht zusammen mit Homöopathie?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Naturkunde: Was blüht gerade? – Gundelrebe / Gundermann

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Gundermann (Glechoma hederacea,  Gundelrebe), ist eine Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Gundelrebe ist in Europa weit verbreitet und sehr häufig.

Foto auf Wikipedia

Gundelrebe wächst hauptsächlich in frischen, nährstoffreichen Säumen, Wäldern und Wiesen. Er entwickelt lange, niedrige Ausläufer, von denen aufrechte Blütensprosse aufsteigen. Die Bestäubung der Blüten geschieht meist durch Hummeln.

Als häufige Blütenbesucher kommen auch Schwebfliegen vorbei, die nur Pollen aufnehmen, da ihr Rüssel für den Nektar zu kurz ist, ausserdem Wollschweber der Gattung Bombylius, Käfer, Ameisen, sowie einige Schmetterlinge (Aurorafalter, Zitronenfalter, Rapsweißling).

Wegen der ätherischen Öle und der Bitterstoffe wurde der Gundermann früher als Gewürzpflanze genutzt. Diese Inhaltsstoffe bedingen jedoch auch seine Giftigkeit für viele Säugetiere, besonders Pferde und etliche Nagetiere. Vergiftungen beim Menschen sind unbekannt.

Gundelrebe als Heilpflanze

Die Pflanze enthält Flavonoide, Triterpenoide und Rosmarinsäure, denen eine entzündungswidrige Wirkung zugeschrieben wird. Genauere Untersuchungen fehlen jedoch.

Der Teeaufguss wirkt durch Gerbstoffe leicht stopfend bei Durchfall. Saponine und das ätherische Öl könnten schleimlösend wirken bei Husten.

Es gibt allerdings keine geklärten und belegten Wirkungen der Gundelrebe.

Bei den Germanen soll sie aber eine Zauberpflanze gewesen sein und ihr Auftreten an alten Gemäuern verband man mit dem Sitz von guten Hausgeistern. Im Althochdeutschen bezieht sich der Wortstamm „Gund“ auf Eiter, faulriechenden Ausfluss und Geschwür, wogegen der Gundermann angewendet wurde.

In der Volksmedizin wird die Pflanze innerlich empfohlen bei Durchfall, Magenkatarrh, Darmkatarrh leichten Erkrankungen der oberen Bronchien und zur symptomatischen Behandlung von Husten sowie als Diuretikum bei Blasensteinen und Nierensteinen.

In den alten Kräuterbüchern findet man darüber hinaus aber noch zahlreiche andere Anwendungsbereiche wie Keuchhusten, Ohrensausen, Halsbeschwerden, Heiserkeit, Lungenkatarrh, Kopfschmerzen, Stirnhöhenentzündung, Stress, Hysterie, Lungenkatarrh, Hämorrhoiden, Blasenentzündung, Gallensteine, Milzstörungen, Verstopfung, Bisswunden, Bluterguss, Muskelquetschungen….

Wir haben es hier mit einer Indikationslyrik zu tun, wie sie in der Volksmedizin oft vorkommt – und diese Auswahlsendung hätte es wie bei jeder Indikationslyrik nötig, gründlich überprüft zu werden.

Äusserlich wurde die Gundelrebe in der Volksmedizin vor allem angewendet zum Waschen von schlecht heilenden Wunden und Geschwüren und anderen Hautkrankheiten sowie bei Arthritis und Rheuma (in Italien).

In der chinesischen Medizin wird Gundelrebe zum Beispiel eingesetzt bei Karbunkel, Erysipel, Unterleibsschmerzen, Krätze, Skrofulose, ungleichmässiger Menstruation, Husten, Dysenterie, Gelbsucht.

Alle diese Anwendungsbereiche der Gundelrebe sind in ihrer Wirksamkeit nicht belegt und für viele Bereiche gibt es andere Heilpflanzen, deren Wirksamkeit besser dokumentiert ist. Daher wird die Gundelrebe heute seltener verwendet.

Gundelrebe als Gewürz

Vor allem die jungen Blätter der Gundelrebe sind aromatisch-würzig und können als Gemüse gekocht werden. Sie sind auch Bestandteil der traditionellen Gründonnerstagsuppe zusammen mit beispielsweise: Guter Heinrich, Sauerampfer, Gänseblümchen, Brennnessel, Spitzwegerich, Vogel-Sternmiere (die Rezepte varieren).

Auf die Verwendung als Gewürzpflanze weißt auch der Volksname „Soldatenpetersilie“ hin. Gundelrebenblätter werden auch Salaten, Kräutersaucen und Kräuterbutter zugesetzt.

Bevor zu diesem Zweck der Gebrauch des Hopfens aufkam, wurde Gundelrebe in England zum Aromatisieren des Biers verwendet.

Und zu guter letzt: Schauen Sie sich die Gundelrebenblüte mal von der Nähe an. Die ist nämlich wirklich ein Bijou.

Wenn Sie Pflanzen und Tiere in der Natur kennen lernen möchten, finden Sie hier die Daten und Orte meiner Alpenblumenkurse, Heilkräuterexkursionen und Naturseminare.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Brennnessel für Feinschmecker

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Brennnesseln wachsen am Straßenrand, im Blumenbeet und auf der Wiese. Sie sind verschrienen als Unkraut und wer barfuß auf sie tritt, bekommt dies schmerzhaft zu spüren.

Doch aus dem gemeinen Unkraut lassen sich auch allerlei Köstlichkeiten für Feinschmecker zaubern, schreibt der aid-infodienst. Vor allem die jungen Blätter mit ihrem fein-säuerlichen Aroma lassen sich in der Küche vielseitig verwenden. Zusammen mit Löwenzahn, Sauerampfer oder Bärlauch ergibt sich ein wohlschmeckender Wildkräutersalat. Brennnesseln lassen sich aber auch als Suppe, im Pfannkuchen oder als Rührei zubereiten. Die Kräuterbutter lasse sich ebenfalls mit Brennnesseln abschmecken.

Die Zubereitung als Gemüse ist laut dem aid sehr einfach: Ähnlich wie Spinat werden die Brennnesselblätter zunächst in kochendem Salzwasser blanchiert. Abtropfen lassen, anschliessend kleinhacken und mit gedünsteten Zwiebeln kurz erhitzen. Die Brennnesseln danach mit Salz, Pfeffer, Muskat und bei Bedarf einem Spritzer Zitronensaft abschmecken. Ein Schuss Sahne verleiht dem Gemüse eine feine Note.

Damit das Pflücken der Brennnesseln ganz ohne Pusteln abläuft, ist es empfehlenswert Handschuhe zu tragen. Besonders zart und aromatisch seien die jungen, etwa 20 Zentimeter hohen Pflanzen, schreibt der aid-Infodienst. Von Mai bis Juli können die Brennnesseln gepflückt werden – vorzugsweise an geschützten Standorten wie dem eigenen Garten oder am Waldrand.

Quelle:

http://www.fr-online.de/ratgeber/verbraucher/brennnesseln-fuer-feinschmecker/-/1473052/8429884/-/index.html

Kommentar & Ergänzung:

Die Brennnessel gehört natürlich auch zu den Heilpflanzen.

Brennnesselblätter werden verwendet zur Durchspülungstherapie Harnwegsinfekten, allerdings meist gemischt mit anderen Heilpflanzen (Goldrute, Bärentraube. Birkenblätter, Schachtelhalm).

Interessanter ist aber die entzündungswidrige Wirkung bei Rheuma / Arthritis.

Siehe dazu:

Brennnessel-Kur gegen Rheuma

Unsinnig ist die Propagierung der Brennnessel als „Blutreinigungstee“ oder „Entschlackungsmittel“ bzw. „Entschlackungskur“.

Es gibt im menschlichen Organismus keine Schlacken, die auf solche Weise entfernt werden könnten. Entschlackung ist daher unnötig.

Während viele Blutreinigungstees und Entschlackungsmittel stark abführende Heilpflanzen enthalten (z. B. Sennesblätter), ist die Brennnessel in dieser Hinsicht neutral und damit zumindestens unschädlich.

Siehe dazu:

Naturheilmittel: Ärgernis Blutreinigungstee

Entschlackung – was ist das?

Fasten & Entschlacken

Entschlackung – unnötig und ungesund

Schlackenstoffe – ein Phantom macht Karriere

Entschlackung – illusionäre Hoffnung auf Gewichtsreduktion

Die Brennnesselwurzel lindert Beschwerden bei der gutartigen Prostatavergrösserung älterer Männer (Benigne Prostatahyperplasie, BPH), wobei sie zu diesem Zweck oft kombiniert wird mit Sägepalmenfrüchten von Sabal serrulata (Serenoa repens), oder mit Kürbeissamen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Rhabarber: Ernten bis 24. Juni

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Bis zum 24. Juni darf Rhabarber noch geerntet werden, weil die Stangen danach zu viel Oxalsäure enthalten. Oxalsäure ist in großen Mengen gesundheitsschädlich. Aber auch für die Rhabarber-Pflanze ist das Ende der Ernte gut, denn sie braucht viel „Sommerschlaf“.

Ab Ende Juni brauche Rhabarbar dringend Ruhe – quasi einen Winterschlaf, serklärt Peter Muß, stellvertretender Geschäftsführer des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauern in Bonn. So könne Die Rhabarber-Pflanze wieder Nährstoffe in den Wurzeln einlagern und für das nächste Jahr vorsorgen.

Die nötigen Nährstoffe bekommt der Rhabarber durch eine Portion mineralischen oder organischen Dünger. Muß rät, eine Kompostbeigabe um die Stangen und Blätter zu verteilen. Keinesfalls sollte diese in die Erde eingearbeitet werden, weil der Rhabarber sehr flache Wurzeln hat.

Die Blätter werden nach dem Abschluss der Ernte nicht entfernt. Sie rollen sich im November von selbst ein, und das Rhizom überdauert im Boden den Winter. Soll der Rhabarber verpflanzt oder geteilt werden, sollte dies im Frühjahr geschehen, bevor die Blätter wieder austreiben, empfielt Muß.

Quelle:

http://www.ruhrnachrichten.de/leben/haus_und_garten/die_welt_des_gartens/Sommerschlaf-und-Duenger-fuer-Rhabarber;art395,1314135

Kommentar & Ergänzung:

Interessant ist die Geschichte der Kulturpflanze Rhabarber. Wenig bekannt ist beispielsweise, dass Rhabarber aus der Himalayaregion stammt.

„Ursprünglich stammt Rhabarber aus der Himalayaregion. Im 16. Jahrhundert wurde er in Russland angebaut und gelangte im 18. Jahrhundert auch in andere Teile Europas. Über Frankreich und die Niederlande kam er nach England, wo der Anbau seit 1753 belegt ist. Die Treiberei wurde als erstes von Gärtnern in Chelsea betrieben. Der erste gewerbsmäßige Anbau in Deutschland erfolgte 1848 in Hamburg-Kirchwerder und breitete sich von Norden nach Süden aus. 1937 betrug die Anbaufläche in Deutschland 1700 Hektar, 1993 zwischen 350 bis 400 Hektar. Seit 1947 wird Rhabarber in den USA gesetzlich als Obst betrachtet.“

(Quelle: Wikipedia)

Spannend ist auch die Herkunft des Wortes Rhabarber (die Etymologie):

„Der Name Rheum rhabarbarum stammt vom mittellateinischen Wort rheu barbarum in der Bedeutung einer fremdländischen Wurzel: rheum für Wurzel und barbarus für ausländisch, fremd. Das deutsche Wort Barbar hat mithin denselben lateinischen Ursprung wie die Pflanzenbezeichnung Rhabarber. Bei seiner Ankunft in Europa im 18. Jahrhundert wurde die deutsche Bezeichnung aus dem italienischen Wort rabarbaro entlehnt, entsprechend dem französischen rhubarbe und dem spanischen ruibarbo.

Eine vom Duden abweichende Version vertritt Friedrich Kluge: Er bezieht die Wanderung der Pflanze von Ost nach West ein. Dabei wurden das persische Wort rewend sowie eine Anlehnung an den Eigennamen Rhã für den Fluss Wolga (russisch Волга) transportiert.“

(Quelle: Wikipedia)

Qxalsäure ist fördert bei längerer Aufnahme zu hoher Dosen die Entstehung von Oxalat-Nierensteinen.

Natürlich ist der Oxalatgehalt im Rhabarber nicht einfach Knall auf Fall ab 24. Juni zu hoch. Er steigt vielmehr kontinuierlich an und erreicht dann irgendwann um dieses Datum herum ungesunde Werte. Der 24. Juni ist einfach ein leicht zu merkendes Datum (Johannistag).

Die biologische Bedeutung der Qxalsäure beschreibt Wikipedia so:

„Oxalsäure ist in höherer Konzentration gesundheitsschädlich, kommt in geringer Konzentration aber in Lebensmitteln wie Tee (insbesondere schwarzer Tee und Pfefferminztee), in Rhabarber, in Sauerampfer, in Kakao und Schokolade vor. Calciumoxalat entsteht in der Natur häufig beim Absterben von Pflanzenzellen. Es kann unter polarisiertem Licht in Form von hellen rechteckigen Kristallen erkannt werden (besonders einfach in braunen Zwiebelschalen). Nierensteine bestehen meist aus Calciumoxalat und Harnsäure, die Steinbildung wird aber durch Zitronensäure, welche in Früchten vorkommt, verhindert.

Da Oxalsäure die Resorption (Aufnahme) von Eisen im Darm erschwert, sollte man bei einer Eisentherapie, z. B. im Rahmen einer Eisenmangelanämie mit dem Verzehr der o. g. Lebensmittel zurückhaltend sein und diese auch nicht gleichzeitig mit der Einnahme von Eisentabletten zu sich nehmen. Nach Aufnahme von Oxalsäure kommt es im betroffenen Gewebe zu einer Verarmung an Calcium, in schweren Fällen kann dies eine Schädigung des Herzens zur Folge haben. Nach Aufnahme von größeren Dosen kann es zu Lähmungserscheinungen kommen, in jedem Fall (auch bei leichten Vergiftungen) kommt es zu Nierenschäden durch verstopfte Nierentubuli. Die letale Dosis (LDLo beim Menschen, oral) wird mit 600 mg/kg angegeben.“

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Menthol & Kampfer – warum nicht zusammen mit Homöopathie?

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Ich werde immer wieder gefragt ob es richtig ist, dass Menthol & Kampfer nicht zusammen mit Präparaten der Homöopathie eingenommen werden dürfen. Menthol & Kampfer sollen – so die in der Homöopathie offenbar verbreitete Überzeugung – die Wirksamkeit der Homöopathie stören.

Diese Frage kommt in Heilpflanzen-Kursen auf, weil Menthol als Bestandteil von Pfefferminzöl und Kampfer als Bestandteil von Erkältungskrankheiten in der Phytotherapie eine Rolle spielen.

Als Vertreter der Phytotherapie kann ich diese Frage nicht wirklich beantworten, weil sie eigentlich an Vertreterinnen oder Vertreter der Homöopathie gerichtet werden müsste.

Ich selber habe allerdings beim Versuch,  von Homöopathinnen und Homöopathen  eine Antwort auf diese Frage und ein Begründung für die angebliche Störwirkung von Menthol & Kampfer zu bekommen, sehr widersprüchliche Antworten erhalten.

Und ich kann mir aus Sicht der Phytotherapie nicht vorstellen, weshalb ausgerechnet Menthol & Kampfer problematisch sein sollen, die Vielzahl von verwandten Stoffen in Heilpflanzen,  Gemüsen oder Gewürzen jedoch  nicht.

Darum bin ich dieser Frage nachgegangen.

Samuel Hahnemann (1755 – 1843), der Begründer der Homöopathie, hat 1810 ein Buch veröffentlicht: Das Organon der Heilkunst. In dieser „Bibel der Homöopathie“ die noch heute das Mass aller Dinge in der Homöopathie ist, steht genau beschrieben wie Homöopathie nach Ansicht Hahnemanns funktioniert und wie man sie anwendet.

Aufschlussreich ist vor allem eine Anmerkung Hahnemanns zu §284 des Organons (3. Auflage von 1824). Dort listet Samuel Hahnemann alles auf, was einer effektiven Behandlung der Homöopathie entgegenwirkt:

„ Kaffee, feiner chinesischer und anderer Kräuterthee; Biere mit arzneilichen, für den Zustand des Kranken unangemessenen Gewächssubstanzen angemacht, sogenannte feine, mit arzneilichen Gewürzen bereitete Liqueure, alle Arten Punsch, gewürzte Schokolade, Riechwasser und Parfümerieen mancher Art, stark duftende Blumen im Zimmer, aus Arzneien zusammengesetzte Zahnpulver und Zahnspiritus. Riechkißchen, hochgewürzte Speisen und Saucen, gewürztes Backwerk und Gefrornes mit arzneilichen Stoffen, z.B. Kaffee, Vanille u.s.w. bereitet, rohe, arzneiliche Kräuter auf Suppen, Gemüße von Kräutern, Wurzeln und Keim-Stengeln (wie Spargel mit langen, grünen Spitzen), Hopfenkeime und alle Vegetabilien, welche Arzneikraft besitzen, Selerie, Petersilie, Sauerampfer, Dragun, alle Zwiebel-Arten, u.s.w.; alter Käse und Thierspeisen, welche faulicht sind, (Fleisch und Fett von Schweinen, Enten und Gänsen, oder allzu junges Kalbfleisch und saure Speisen; Salate aller Art), welche arzneiliche Nebenwirkungen haben, sind eben so sehr von Kranken dieser Art zu entfernen als jedes Uebermaß, selbst das des Zuckers und Kochsalzes, so wie geistige, nicht mit viel Wasser verdünnte Getränke; Stubenhitze, schafwollene Haut-Bekleidung, sitzende Lebensart in eingesperrter Stuben-Luft, oder öftere, bloß negative Bewegung (durch Reiten, Fahren, Schaukeln), übermäßiges Kind-Säugen, langer Mittagsschlaf im Liegen (in Betten), Lesen in wagerechter Lage, Nachtleben, Unreinlichkeit, unnatürliche Wohllust, Entnervung durch Lesen schlüpfriger Schriften, Onanism oder, sei es aus Aberglauben, sei es um Kinder-Erzeugung in der Ehe zu verhüten, unvollkommner, oder ganz unterdrückter Beischlaf; Gegenstände des Zornes, des Grames, des Aergernisses, leidenschaftliches Spiel, übertriebene Anstrengung des Geistes und Körpers, vorzüglich gleich nach der Mahlzeit; sumpfige Wohngegend und dumpfige Zimmer; karges Darben~ u.s.w. Alle diese Dinge müssen möglichst vermieden oder entfernt werden, wenn die Heilung nicht gehindert oder gar unmöglich gemacht werden soll.“

Da steht jedenfalls nichts Konkretes von Menthol oder Kampfer, dafür eine ganze Reihe von Einschränkungen, bei denen man sich fragt, ob diese Regeln irgendjemand einhalten kann.

Meinem Eindruck nach handelt es sich bei diesen Einschränkungen – und wohl auch bei Menthol & Kampfer – um eine Immunisierung gegen Misserfolg.

Damit ist gemeint:

Wenn für den Erfolg einer Theorie – hier also für das Eintreten einer Heilwirkung – sehr viele komplexe Bedingungen erfüllt sein müssen, dann lässt sich beim Ausbleiben dieser Wirkung immer ein Faktor finden, der für das Scheitern verantwortlich gemacht werden kann. Irgend ein angenommener Regelverstoss erlaubt es, den Misserfolg zu erklären.  Eine ausbleibende Heilwirkung  weist dann nicht auf fehlende Wirksamkeit hin, sondern nur auf einen der zahlreichen Störfaktoren. So wird eine Theorie vor Misserfolgen geschützt bzw. eben „immunisiert“.

Falls Sie in homöopathischer Behandlung sind und kein Menthol bzw. Kampfer verwenden dürfen, dann fragen Sie doch nach genauen Begründungen für diese Regeln. Meiner Ansicht nach werden in der Komplementärmedizin allzuoft Regeln fraglos hingenommen, was jeder Idee eines mündigen Patienten widerspricht.

Wir sollten uns meiner Ansicht nach nicht daran gewöhnen, Regeln und Vorschriften einfach blind zu befolgen. Ich erwarte auch von meinem Hausarzt selbstverständlich Begründungen und bekomme sie auch. Ich will überzeugt werden und mich nicht schön brav  verhalten wie ein folgsames Schaf (…wobei das vielleicht ein Vorurteil ist gegenüber „Pullover-Kühen“).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie bei Kindern mit Erkältungskrankheiten

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Pflanzliche Arzneimittel gelten als sicher und nebenwirkungsarm, was besonders wichtig ist für den Einsatz bei Kindern. „Phytotherapie bei Kindern“ war daher auch ein Thema bei den 24. Südtiroler Herbstgesprächen für Pharmazeuten.

Akute Infektionen der Atemwege sind die häufigsten Auslöser für einen Arztkontakt im Kindessalter – bis zu 60 Prozent aller Arztkontakte sind darauf zurückzuführen. Im Vorschulalter treten jährlich vier bis zwölf Infekte auf, bei Schulaustritt höchstens vier Infekte pro Jahr. 90 Prozent der unkomplizierten Atemwegsinfekte werden durch Viren verursacht. Univ.-Doz. DDr. Ulrike Kastner sagte dazu: „Die typische Symptomatik ist Erkältung mit Schnupfen, Halsweh und Husten oder der grippale Infekt – mit mäßig hohem Fieber Frösteln, Halsschmerzen, Husten, Schnupfen und Gliederschmerzen.“

Wichtig bei der Behandlung mit Phytopharmaka ist, nicht die Gefahr einer Kinderkrankheit (Masern, Mumps, Varizellen oder Scharlach) bzw. den Beginn einer schweren viralen oder bakteriellen Infektion (Meningitis, Sepsis oder Pneumonie) zu übersehen. Zum Einsatz können traditionelle Hausmittel wie Wickel, Schwitzkuren oder Überwärmungsbäder ebenso gelangen wie Heilpflanzen-Präparate (Medizinaltee, ätherische Öle und Phytopharmaka), aber auch Synthetika und Produkte aus der Komplementärmedizin. „Ein Problem bei Phytopharmaka ist die Dosierung“, erklärte Doz. Kastner: „Es gibt meist keine klaren Richtlinien bei der Dosierung oder – auch im Austria Codex – Angaben mit großen Schwankungsbreiten.“ Als Möglichkeit sieht Doz. Kastner die Anwendung von Dosisberechnungen. Sie empfiehlt als eine Option die Faustregel fünf Prozent der Erwachsenendosis pro Lebensjahr.
Problem Alkohol?
Oftmals werden auch die alkoholischen Zubereitungen in der Kinderheilkunde kritisiert. Viele Mütter lehnen alkoholhältige Tropfen wie zum Beispiel Pflanzentinkturen ganz einfach ab. Doz. Kastner dazu: „Vorsichtig sollte man eigentlich nur bei Säuglingen und Neugeborenen bis zum 6. Monat sein. Denn bis dahin ist die Aktivität der Alkoholdehydrogenase sehr gering oder fehlt sogar noch ganz.“ Aber auch bei anderen Trägermitteln ist Vorsicht nötig. Bei Propylenglykol oder Sorbitol besteht das Risiko einer Intoxikation.

Welche Heilpflanzen bei Erkältungskrankheiten?

Wann sollen jedoch welche Phytopharmaka eingesetzt werden.? Doz. Kastner rät im trockenen Stadium einer Erkältung Immunmodulatoren (Echinacea, Pelargonium sidoides oder Bakterienlysate).
Im Akutstadium mit seröser und zäher Sekretion sind Rhinologika (ätherische Öle), Muzilaginosa (Schleimhaltige Heilpflanzen). Expektoranzien (= Auswurffördernde Mittel, ätherische Öle, Saponoine) und Antitussiva (Hustenreiz-Stiller) empfehlenswert. Als konkreten Tipp rät Doz. Kastner bei einer Rhinitis (Schnupfen) im Säuglingsalter Baby Luuf-Balsam, eine Mischung aus Eukalyptusöl, Kampfer, Terpentinöl und ätherischem Majoranöl, oder Babix-Inhalationslösung (Kajeputöl, Latschenkieferöl und Eukalyptusöl). Bei Husten im Säuglingsalter sei die Anwendung von Pilka-Tropfen sinnvoll, einer äthanolischen Lösung mit Drosera-Extrakt (Sonnentau) und Thymianextrakt. Für die adjuvante Behandlung einer Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) bei Schulkindern und Jugendlichen empfiehlt Doz. Kastner Sinupret, eine Kombination aus Enzian, Primel, Sauerampfer, Holunder und Eisenkraut. Es wirkt sekretolytisch (schleimlösend), antiphlogistisch (entzündungshemmend) und antiviral.

Doz. Kastner hält jedoch auch fest: „Wichtig ist in jedem Fall der frühzeitige Einsatz der Phytotherapeutika, aber auch die Beachtung von gewissen Anwendungsbeschränkungen. Vor allem bei anhaltendem Fieber, Atemnot, Kopfschmerzen oder Nackensteifigkeit sollte der Arzt oder das Spital eingeschaltet werden.“

Quelle:

http://www.pharmaceutical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=100985&dspaid=833722

24. Südtiroler Herbstgespräche –
Wissenschaftliche Fortbildung zur
Phytotherapie; Bozen, Oktober 2009

Kommentar & Ergänzung:

Die erwähnten Fertigpräparate sind grösstenteils österreichischer Herkunft und daher in der Schweiz nicht erhältlich. Wobei es bei uns ähnliche Heilpflanzen-Präparate gibt.

Die erwähnten Heilpflanzen entsprechen etwa dem aktuellen Wissensstand in der Phytotherapie.

Zur Frage des Alkoholgehaltes in Pflanzentinkturen:

Pflanzentinkturen enthalten zwar etwa 60% Alkohol, doch fällt dies bei den wenigen Tropfen, die jeweils angewendet haben, tatsächlich nicht ins Gewicht. Ich schliesse mich hier aber dem „Schilcher“ an (Leitfaden Phytotherapie), der unterhalb von 8 Lebensmonaten den absoluten Verzicht auf alkoholhaltige Arzneiformen wie zum Beispiel Pflanzentinkturen fordert. Ich selber würde im ersten Lebensjahr nach alkoholfreien Alternativen suchen, zum Beispiel Frischpflanzenpresssäfte.

Falls Sie sich Kompetenz im Bereich der Selbstbehandlung von Erkältungskrankheiten mit Heilpflanzen erwerben möchten:

Einen guten Überblick über die Behandlung von Erkältungskrankheiten mit Heilpflanzen bietet das Tagesseminar zu diesem Thema.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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