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Aromatherapie / Aromapflege: Ätherische Öle mit antiviraler Wirkung

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Auf springermedizin.at veröffentlichte Wolfgang Steflitsch einen Beitrag mit dem Titel „Ein medizinischer Blick auf die Aromatherapie“. Ein Abschnitt in diesem Artikel geht auf die antivirale Wirkung von ätherischen Ölen ein:

„Aber auch die antivirale Aktivität zählt zu den Domänen von ätherischen Ölen. Besondere Einsatzgebiete sind dabei Herpes- und Influenza-Viren. Bewährte ätherische Öle in dieser Indikation sind Ingwer (Zingiber officinale), Kamille deutsch (Matricaria recutita), Manuka (Leptospermum scoparium), Sandelholz (Santalum album), Melisse (Melissa officinalis), Teebaum (Melaleuca alternifolia), Ravintsara (Cinnamomum camphora Ct. Cineol) und Ysop (Hyssopus officinalis).“

Quelle:

http://www.springermedizin.at/fachbereiche-a-z/i-o/komplementaermedizin/?full=41341

Komplementärmedizin Nr. 2 / 2014

 

Kommentar & Ergänzung:

Viele ätherische Öle zeigen antivirale Wirkungen. Das ist eine interessante Eigenschaft dieser Wirkstoffe aus Heilpflanzen.

Auf welchen Kriterien sich die obige Auswahl begründet, ist unklar. Mir fehlt hier zum Beispiel Pfefferminzöl, das gut wirksam ist gegen Herpesviren.

Es gibt allerdings einen wichtigen Aspekt, der bei diesem Thema zu beachten ist:

Im Labor können ziemlich leicht antivirale Wirkungen von ätherischen Ölen erzeugt und festgestellt werden. Entscheidend ist aber die Frage, ob solche Effekte auch in der konkreten Erkrankungssituation auftreten. Bei Herpes ist das plausibel, wenn Melissenöl oder Pfefferminzöl im Frühstadium lokal aufgetragen wird. Bei Influenza (Grippe) ist das schwieriger. Ätherische Öle kann man mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht in so hohen Dosierungen einnehmen, dass sie eine Konzentration erreichen, die im ganzen Körper antiviral wirkt. Und auch beim Verdunstenlassen in der Raumluft ist fraglich, ob eine wirksame Konzentration erreicht wird. Allenfalls könnte man durch direktes Inhalieren von ätherischen Ölen einen lokalen antiviralen Effekt in den Atemwegen bewirken, aber es stellen sich hier noch sehr viele offene Fragen.

Meinem Eindruck nach gibt es in der Aromatherapie bzw. Aromapflege eine Tendenz, allzu schnell von Laborwirkungen auf Wirkungen in der Erkrankungssituation zu schliessen. Da würde ich mir mehr Differenzierung wünschen.

Siehe auch:

Antivirale Wirkung von Pfefferminzöl und Melissenöl gegen Herpes-simplex-Viren

Herpesviren mit Melissenöl und Teebaumöl stoppen 

Melissenöl hält Herpesviren in Zellkulturen in Schach

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

www.phytotherapie-seminare.ch

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Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

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Sandelholzduft verbessert Wundheilung und Hautregeneration – zu mindestens im Labor

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Wissenschaftler der Universität Bochum entdecken Riechrezeptoren in der Haut. Die untersuchten Rezeptoren beschleunigen die Teilung und Wanderung von Zellen.

Hautzellen besitzen offenbar einen Riechrezeptor für Sandelholzduft. Das entdeckten Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum. Ihre Resultate zeigen, dass sich die Teilungsrate der Zellen erhöht und Wunden besser heilen, wenn diese Rezeptoren aktiviert sind. Dieser Mechanismus sei ein möglicher Ansatzpunkt für neue Medikamente und Kosmetika, schreibt die Ruhr-Universität. Das Team um Dr. Daniela Busse und Prof. Dr. Dr. Dr. med. habil. Hanns Hatt vom Lehrstuhl für Zellphysiologie publizierte die Studie im „Journal of Investigative Dermatology“.

Menschen besitzen in der Nase etwa 350 unterschiedliche Arten von Riechrezeptoren. Riechrezeptoren kommen jedoch nicht nur in der Nase vor.

Auch in anderen Geweben konnten Riechrezeptoren nachgewiesen werden, beispielsweise auf Spermien, in der Prostata, dem Darm und der Niere. Das Team der Ruhr-Universität entdeckte sie nun auch in Keratinozyten, den Zellen, die die äußerste Schicht der Haut bilden. Die Forscherinnen und Forscher experimentierten mit Kulturen menschlicher Hautzellen.

Sie untersuchten den in der Haut vorkommenden Duftrezeptor OR2AT4 genauer und entdeckten dabei, dass ein synthetischer Sandelholzduft, Sandalore genannt, ihn aktiviert. Das Sandelholzaroma kommt oft in Räucherstäbchen vor und ist auch Bestandteil mancher Parfüms. Der aktivierte OR2AT4-Rezeptor stößt in der Hautzelle einen kalziumabhängigen Signalweg an. Dieser bewirkt, dass sich Hautzellen vermehrt teilen und schneller wandern – Vorgänge, die typischerweise die Wundheilung verbessern. In Kooperation mit der Dermatologie der Universität in Münster konnten die Bochumer Zellphysiologen diesen Effekt an Hautzellkulturen und Hautexplantaten zeigen.

Neben OR2AT4 haben die Forscher eine Reihe weiterer Duftrezeptoren in der Haut gefunden, deren Funktion sie in Zukunft genauer entschlüsseln wollen.

Die Resultate zeigen nach Ansicht von Prof. Hanns Hatt, dass die Duftrezeptoren in der Haut therapeutisches und kosmetisches Potenzial besitzen. Er weißt aber auch darauf hin, dass man mit konzentrierten Duftstoffen vorsichtig umgehen sollte, solange wir nicht wissen, welche Funktion die verschiedenen Duftrezeptoren in Hautzellen haben.

Quelle:

http://aktuell.ruhr-uni-bochum.de/pm2014/pm00107.html.de

Daniela Busse et al. (2014): A synthetic sandalwood odorant induces wound healing processes in human keratinocytes via the olfactory receptor OR2AT4, Journal of Investigative Dermatology, DOI: 10.1038/JID.2014.273

http://www.nature.com/jid/journal/vaop/naam/abs/jid2014273a.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Dass Riechrezeptoren nicht nur in der Nase vorkommen, sondern in einer ganzen Reihe von Körperteilen, ist eine interessante Erkenntnis.

Dass Sandelholzduft möglicherweise die Wundheilung beschleunigen könnte, ist genauso spannend.

Eingeschränkt werden muss dabei allerdings, dass es sich um Laborexperimente mit Hautzellkulturen handelt. Ob die positive Beeinflussung der Wundheilung auch bei der realen Wunde eines lebenden Menschen stattfindet, muss noch zuerst belegt werden. Laborergebnisse lassen sich nicht einfach auf die Situation am Menschen übertragen. Wenn nun also bereits Schlagzeilen erscheinen wie „Sandelholzduft lässt Wunden schneller heilen“, so ist das etwas gar vorschnell. Auch müsste zuerst eine wirksame Anwendungsform entwickelt werden.

„Sandalore“ ist im übrigen eine Marke der Firma Givaudan, dem weltweit grössten Hersteller von Aromen und Duftstoffen. „Sandalore“ wurde entwickelt, weil die Parfümindustrie einen drastischen Preisanstieg beim Sandelholzöl erlebte, verursachte durch die unkontrollierte Abholzung der Bäume (Santalum album) und durch eine zusätzliche Dezimierung durch Phytoplasmen-Befall. Chemisch besteht „Sandalore“ aus 5-(2,2,3-Trimethyl-3-cyclopentenyl)-3-methylpentan-2-ol und die Synthese geht aus von Campholenaldehyd.

Der chemische Grundstoff für die Produktion von Campholenaldehyd ist Terpentinöl, das aus Pinienbäumen gewonnen wird. So dient ein weit verbreiteter und rasch wachsender Baum als Rohstoff für den Geruch einer edlen und bedrohten Baumart: Santalum album.

Quelle:

http://www.dgp-die-parfumeure.de/attachments/article/29/Kongressbericht_SEPAWA_2013.pdf

 

Daraus wird ersichtlich: Mit Sandelholzöl, wie es auf den ersten Blick möglicherweise scheinen mag, hat die Forschung an der Universität Bochum nichts zu tun.

Sandelholzöl ist, wie jedes ätherische Öl, ein Gemisch vieler verschiedener Substanzen:

„Das Öl besteht zu 90 % und mehr aus den isomeren Alkoholen, α- und β-Santalol, und im Übrigen aus einer ganzen Reihe von Verbindungen, von denen hier die Kohlenwasserstoffe Santen und Santalen, die Alkohole Santenonalkohol und Teresantalol, die Aldehyde Nortrizykloeksantalal und Santalal, die Ketone Santenon und Santalon sowie die Teresantalsäure und Santalsäure genannt seien.“

Quelle: Wikipedia

Ausserdem:

„Echtes Sandelholz ist eine Kostbarkeit, da der Besitz, der Handel und die Lagerung von Sandelholz und dessen Produkten einer strengen gesetzlichen Regelung seitens der indischen Regierung unterliegt…

Sandelholz ist der wohl am meisten ‚gefälschte’ Holzduft, so wird vieles als Sandelholz-Öl deklariert, was mit dem Sandelholz nichts zu tun hat.“

Quelle: Wikipedia

Interessant wäre noch zu wissen, ob die Sandelholzduft-Forschung an der Universität Bochum von Givaudan finanziert wird. Das Abstract lässt dazu nichts verlauten.

Wir berühren hier ein Grundproblem der Naturstoff-Forschung: Geld in grosser Menge wird vor allem dort in die Forschung investiert, wo Naturstoffe so verändert werden, dass sie patentiert und markenrechtlich geschützt werden können. Der Weg vom Terpentinöl zum patentierten Sandelholzduft „Sandalore“ ist dafür ein Beispiel. Sandelholzöl als solches ist kommerziell weniger interessant für Forschungsprojekte, weil es dafür keinen Patentschutz gibt. Alle Forschungsergebnisse können so auch von der Konkurrenz kommerzialisiert werden. Unpatentierbare Naturstoffe kommen dadurch forschungsmässig leicht ins Hintertreffen.

Ich bin allerdings nicht der Meinung, dass in jedem Fall der reine, unverfälschte Naturstoff vorzuziehen ist. Die „Reine-Natur-Ideologie“ geht manchmal weit an der Realität vorbei.

So mag es beispielsweise für manche Anwendungen durchaus Sinn machen, den Sandelholzduft synthetisch nachzubauen, beispielsweise zum Schutz der Sandelholzbäume. Und ein isolierter Einzelstoff bietet gegenüber Vielstoffgemischen manchmal den Vorteil, dass damit auch das Allergisierungspotenzial kleiner ist.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Atemnot mit sojareicher Ernährung reduzieren

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Menschen, die sich sojareich ernähren, leiden seltener an Atemnot, weil sie eine bessere Lungenfunktion haben. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung (DLS) in Hannover hin. „Wer viel und häufig Sojaprodukte wie Tofu, Natto (vergorene Sojabohnen), Miso-Suppe (vergorene Sojabohnenpaste), Sojasprossen oder Sojamilch konsumiert, weist bessere Lungenfunktionswerte auf“, erklärt Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der DLS. „Das hat z.B. eine Studie in Japan ergeben, die den Einfluss der Ernährungsweise auf die Lungenfunktion von über 600 COPD-Patienten und Gesunden untersucht hat. Die besten Ergebnisse erzielten diejenigen Personen, die pro Tag mehr als 75 Gramm reinen Sojas aßen. Doch auch schon mit mindestens 50 Gramm Soja auf dem täglichen Speisezettel lässt sich den Forschern zufolge das Risiko für eine Erkrankung an COPD und das Erleiden von Atemnot verringern.“

COPD häufig durch Rauchen verursacht

Unter Atemnot haben hauptsächlich Patienten mit einer schweren chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zu leiden. Das ist eine unheilbare entzündliche Erkrankung der Lunge, die unter anderem mit einem krankhaft beschleunigten Lungenfunktionsverlust einhergeht und zu 90 Prozent durch Rauchen ausgelöst wird. „Auf das Rauchen verzichten ist selbstverständlich der wichtigste Schritt, eine COPD zu vermeiden bzw. dem Fortschreiten dieser Erkrankung Einhalt zu bieten“, stellt Morr fest. „Darüber hinaus lässt sich offenbar aber auch mit einer sojareichen Ernährung der beschleunigte Verlust der Lungenfunktion abbremsen – und zwar auch bei Gesunden, deren Lungenfunktion altersbedingt ebenfalls (wenn auch sehr viel langsamer als bei COPD-Patienten) abnimmt. Bereits an COPD erkrankte Patienten sollten insofern weniger Atemnot erleiden, wenn sie sich sojareich ernähren. Gesunden bietet diese Ernährungsweise eine Möglichkeit, ihre Lungenfunktion länger zu erhalten, und damit eine Art Anti-Aging-Mittel.“

Welche Inhaltsstoffe Soja so gesund für die Lunge machen, ist noch nicht genau bekannt. Vermutet wird jedoch eine antientzündliche Wirkung der in Sojaprodukten enthaltenen Flavonoide (Isoflavone) und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren).

Quelle:

http://www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/linaktuell/show.php3?id=2104&nodeid=18

Kommentar & Ergänzung:

Isoflavone gehören zu den Phytoöstrogenen und kommen nicht nur in Soja-Produkten vor.

Was sind Isoflavone und wo kommen sie in der Natur vor?

„Isoflavone, auch Isoflavonoide genannt, sind meist gelblich gefärbte Pflanzenfarbstoffe, die als Derivate des Isoflavons zur Klasse der Flavonoide zählen. Sie sind sekundäre Pflanzenstoffe, die u. a. eine Funktion für pflanzliche Abwehr von Pathogenen ausüben.

Der Grundkörper Isoflavon kommt in Kleearten vor. Einige bekanntere Isoflavone sind Daidzein, als Glucosid Daidzin in Sojamehl, Genistein aus Sojabohnen und Rotklee, Prunetin aus der Rinde von Pflaumenbäumen, Biochanin A aus Kichererbsen, Rotklee u. a. Kleearten, Orobol, Santal aus Sandelholz, Rotholz u. a. Hölzern, Pratensein aus frischem Rot- oder Wiesenklee und Iridin in einigen Schwertlilien.“

(Quelle: Wikipedia)

Und wie wirken Isoflavone?

„Wie auch die Lignane haben die Isoflavonoide wegen ihrer chemisch-strukturellen Ähnlichkeit zu den 17-Ketosteroiden (Östrogen, Androgene) in hohen Dosen eine schwache geschlechtshormonelle Wirkung auf den Menschen. Sie werden daher auch Phytoöstrogene genannt. In der Alternativmedizin wird der Verzehr von Flavonoiden bzw. Soja-Präparaten in den Wechseljahren empfohlen, allgemein gegen Altersbeschwerden, und auch zur Vorbeugung von hormonabhängigen Krebserkrankungen wie Brustkrebs und Prostatakrebs.

Aus diesem Grund werden sie in zahllosen Nahrungsergänzungsmitteln angeboten. Zugelassene Medikamente sind auf dem deutschen Arzneimittelmarkt jedoch nicht erhältlich, weil die Wirksamkeit bisher nicht bewiesen werden konnte. Manche Ärzte warnen im Gegenteil vor zu reichlichem Genuss von Sojaprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln mit isolierten Isoflavonen, weil Flavonoide im Verdacht stehen, die Schilddrüsenhormonproduktion zu hemmen und Kröpfe auslösen zu können.

In einer Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) wird darauf hingewiesen, dass die behaupteten positiven Wirkungen von Isoflavonen bei Wechseljahresbeschwerden nach derzeitigem Stand des Wissens wissenschaftlich nicht hinreichend gesichert sind und eine unerwünschte kanzerogene Wirkung von als Nahrungsmittelergänzung isolierten Isoflavonen nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Diese Warnung betrifft jedoch nicht Vollwertprodukte (wie Sojamilch, Tofu, Gerichte mit Sojavollbohnen), bei denen der ursprüngliche Lebensmittelverbund noch erhalten ist.

‚Dem BfR wurden bereits in der Vergangenheit verschiedene unerwünschte Wirkungen auf sojahaltige/rotkleehaltige Produkte gemeldet, die in der Bundesrepublik Deutschland als Lebensmittel in den Verkehr gebracht werden. Von 2002 bis zum 15. September 2006 wurden insgesamt 21 Meldungen registriert. […] Bis auf einen Fall, welcher sich auf eine Sojamilch bezieht, handelt es sich bei den verzehrten Produkten um als Nahrungsergänzungsmittel bezeichnete Erzeugnisse mit isolierten angereicherten Isoflavonen, bei denen der ursprüngliche Lebensmittelverbund nicht mehr vorhanden ist. […] Zwar war in Bevölkerungsstudien der Verzehr von Sojaprodukten mit verschiedenen gesundheitlichen Vorteilen verbunden. Insofern wird eine Ernährung, die Sojaprodukte, Getreide, Gemüse und Obst reichlich enthält, empfohlen. Von der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, die sekundäre Pflanzenstoffe in konzentrierter Form enthalten, wird seitens der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Ernährung abgeraten, da nicht bekannt ist, welche sekundären Pflanzenstoffe im einzelnen und in welcher Menge präventiv wirken.’“

(Quelle: Wikipedia)

Zum Thema „Soja & Lungenerkrankungen“:

Phytoöstrogene aus Soja – Helfer bei Lungenkrebs?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

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Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

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Phytoöstrogene aus Soja – Helfer bei Lungenkrebs?

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Soja steigert die Effektivität einer Bestrahlung von Lungenkrebs-Zellen. Gleichzeitig schützt Soja gesundes Gewebe vor Strahlenschäden.

Wissenschaftler um Professor Gilda Hillman aus Detroit haben in Zellversuchen entdeckt, dass Sojaisoflavonoide wie Genistein, Daidzein und Glycitein den DNA-Reparaturmechanismus von Krebszellen blockieren.

Darüber hinaus wirken die Phytoöstrogene als Antioxidanzien und schützen so die gesunden Lungenzellen (Journal of Thoracic Oncology 2011; 6 / 4: 688).

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/bronchial-karzinom/article/648896/helfer-lungenkrebs-phytooestrogene-soja.html?sh=290&h=-1436656583

http://journals.lww.com/jto/Abstract/2011/04000/Soy_Isoflavones_Augment_Radiation_Effect_by.6.aspx

Kommentar & Ergänzung:

Diese Ergebnisse mögen zwar interessant sein. Es muss in solchen Fällen aber immer auch festgehalten werden, dass ein Zellversuch noch kaum etwas darüber aussagt, ob die gefundenen Effekte auch im lebenden Patienten stattfinden.

Die Phytoöstrogene im Soja gehören zur Gruppe der Isoflavonoide bzw. Isoflavone. Sie werden hauptsächlich empfohlen bei Beschwerden in den Wechseljahren.

Nachfolgend dazu die wichtigsten Informationen (Quelle: Wikipedia).

Was sind Isoflavone / Isoflavonoide und in welchen Pflanzen kommen sie vor?

„Isoflavone, auch Isoflavonoide genannt, sind meist gelblich gefärbte Pflanzenfarbstoffe, die als Derivate des Isoflavons zur Klasse der Flavonoide zählen. Sie sind sekundäre Pflanzenstoffe, die u. a. eine Funktion für pflanzliche Abwehr von Pathogenen ausüben.

Der Grundkörper Isoflavon kommt in Kleearten vor. Einige bekanntere Isoflavone sind Daidzein, als Glucosid Daidzin in Sojamehl, Genistein aus Sojabohnen und Rotklee, Prunetin aus der Rinde von Pflaumenbäumen, Biochanin A aus Kichererbsen, Rotklee u. a. Kleearten, Orobol, Santal aus Sandelholz, Rotholz u. a. Hölzern, Pratensein aus frischem Rot- oder Wiesenklee und Iridin in einigen Schwertlilien.“

(Quelle: Wikipedia)

Und was ist bekannt über die Wirkung von Isoflavone / Isoflavonoide?

„Wie auch die Lignane haben die Isoflavonoide wegen ihrer chemisch-strukturellen Ähnlichkeit zu den 17-Ketosteroiden (Östrogen, Androgene) in hohen Dosen eine schwache geschlechtshormonelle Wirkung auf den Menschen. Sie werden daher auch Phytoöstrogene genannt. In der Alternativmedizin wird der Verzehr von Flavonoiden bzw. Soja-Präparaten in den Wechseljahren empfohlen, allgemein gegen Altersbeschwerden, und auch zur Vorbeugung von hormonabhängigen Krebserkrankungen wie Brust- und Prostatakrebs.

Aus diesem Grund werden sie in zahllosen Nahrungsergänzungsmitteln angeboten. Zugelassene Medikamente sind auf dem deutschen Arzneimittelmarkt jedoch nicht erhältlich, weil die Wirksamkeit bisher nicht bewiesen werden konnte. Manche Ärzte warnen im Gegenteil vor zu reichlichem Genuss von Sojaprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln mit isolierten Isoflavonen, weil Flavonoide im Verdacht stehen, die Schilddrüsenhormonproduktion zu hemmen und Kröpfe auslösen zu können.

In einer Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) wird darauf hingewiesen, dass die behaupteten positiven Wirkungen von Isoflavonen bei Wechseljahresbeschwerden nach derzeitigem Stand des Wissens wissenschaftlich nicht hinreichend gesichert sind und eine unerwünschte kanzerogene Wirkung von als Nahrungsmittelergänzung isolierten Isoflavonen nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Diese Warnung betrifft jedoch nicht Vollwertprodukte (wie Sojamilch, Tofu, Gerichte mit Sojavollbohnen), bei denen der ursprüngliche Lebensmittelverbund noch erhalten ist.

‚Dem BfR wurden bereits in der Vergangenheit verschiedene unerwünschte Wirkungen auf sojahaltige/rotkleehaltige Produkte gemeldet, die in der Bundesrepublik Deutschland als Lebensmittel in den Verkehr gebracht werden. Von 2002 bis zum 15. September 2006 wurden insgesamt 21 Meldungen registriert. […] Bis auf einen Fall, welcher sich auf eine Sojamilch bezieht, handelt es sich bei den verzehrten Produkten um als Nahrungsergänzungsmittel bezeichnete Erzeugnisse mit isolierten angereicherten Isoflavonen, bei denen der ursprüngliche Lebensmittelverbund nicht mehr vorhanden ist. […] Zwar war in Bevölkerungsstudien der Verzehr von Sojaprodukten mit verschiedenen gesundheitlichen Vorteilen verbunden. Insofern wird eine Ernährung, die Sojaprodukte, Getreide, Gemüse und Obst reichlich enthält, empfohlen. Von der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, die sekundäre Pflanzenstoffe in konzentrierter Form enthalten, wird seitens der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Ernährung abgeraten, da nicht bekannt ist, welche sekundären Pflanzenstoffe im einzelnen und in welcher Menge präventiv wirken'“

(Quelle: Wikipedia)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
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