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Menthol / Pfefferminzöl gegen Juckreiz

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Die österreichische Tageszeitung „Der Standard“ bringt ein Gespräch mit dem Dermatologen Franz Legat, dem Leiter der Juckreizambulanz in Graz.

Dabei wird als Mittel gegen Juckreiz (Pruritus) unter anderem auch Menthol erwähnt.

Zitat:

„Auch Cremes mit speziellen Inhaltsstoffen, etwa mit Urea, also Harnstoff, oder Menthol können helfen. Eine Therapie in Kältekammern oder die Phototherapie, also die Therapie mit UV-Strahlen, kann juckreizlindernd wirken.“

Quelle:

http://derstandard.at/2000057056706/Pruritus-Im-Juck-Kratz-Zyklus-sein

Kommentar & Ergänzung:

Menthol ist ein Bestandteil des Pfefferminzöls und dort in einem Anteil von 35 – 70 % vorhanden. Man kann also grob davon ausgehen, dass Pfefferminzöl etwas zur Hälfte aus Menthol besteht.

Bei der Anwendung von Menthol ist die Konzentration wichtig.

Um Juckreiz zu lindern sind Konzentrationen von 0,1 – 1% Menthol wirksam. Rechnet man bei Pfefferminzöl mit einen Mentholgehalt von etwa 50%, könnte man deshalb 1 – 2 % Pfefferminzöl in einer Salbengrundlage oder in fettem Öl (z. B. Mandelöl) applizieren.

Als Counterirritant zum Beispiel gegen Spannungskopfschmerzen beträgt die empfohlene Konzentration 1,25 – 16% Menthol. Üblich ist hier eine 10%ige Pfefferminzöl-Lösung auf alkoholischer Basis.

Urea (Harnstoff) ist eine organische Verbindung und bei Säugetieren ein harnpflichtiges Stoffwechselprodukt, das mit dem Urin und dem Schweiß ausgeschieden wird. In Salben und Lotionen dient er als Feuchtigkeitsspender und wird zu diesem Zweck synthetisch hergestellt.

Wissenschaftsgeschichtlich gilt Harnstoff als die erste aus anorganischen Ausgangsstoffen synthetisierte organische Verbindung.

Das widersprach der damals verbreiteten Vorstellung, dass organische Substanzen grundsätzlich nur von Lebewesen durch die so genannte vis vitalis (Lebenskraft) hergestellt werden könnten. Die erste Synthese von Harnstoff im Jahr 1828 durch Friedrich Wöhler gilt daher als Geburtsstunde der Biochemie. Durch diese Entwicklung galt der vitalistische Ansatz in der Biologie zunehmend als überholt.

Der Vitalismus nahm als Grundlage aller Lebensvorgänge als eigenständiges Prinzip eine Lebenskraft an. Die Hernstoffsynthese zeigte, dass zur Herstellung organischer Substanzen die Annahme einer Lebenskraft nicht notwendig ist.

Erwähnen möchte ich noch einen anderen interessanten Aspekt, der im Gespräch mit Franz Legat zu Sprache kommt:

Ein Juckreiz kann chronisch werden und sich dann von der ursprünglichen Ursache lösen. Zitat:

„Es entsteht ein Juck-Kratz-Zyklus, und der wird zu einer eigenen Juckreizerkrankung, die dann oft mit speziellen juckenden Hautveränderungen in einer sogenannten chronischen Prurigo mündet. In diesem Stadium bringt dann auch die Behandlung der auslösenden Ursache keine Hilfe mehr.“

Das scheint mir ähnlich zu sein wie bei chronischen Schmerzen. Auch sie können sich von der ursprünglichen Ursache lösen und zur eigenständigen Schmerzkrankheit werden.

Starker Juckreiz kann genauso stark belasten wie chronischer Schmerz.

In der Medizin kommen gegen Juckreiz oft Arzneimittel zur Anwendung, die eigentlich gegen andere Erkrankungen entwickelt wurden. Im Interview erwähnt werden als Optionen die Wirkstoffe Gabapentin und Pregabalin, die die Wahrnehmung und Weiterleitung von Juckreiz hemmen und bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz oder mit Nervenschäden meist gut wirken sollen.

Auch der Neurokinin-1-(NK1)-Antagonist Aprepitant habe sich als gutes Mittel gegen schweren chronischen Pruritus erwiesen, sei aber eigentlich zugelassen, um die Übelkeit bei stark wirksamen Chemotherapien zu lindern. Das Mittel sei teuer, und die Erfahrungen mit Langzeitbehandlungen seien derzeit noch gering.

Es gebe derzeit noch kein Medikament, das gegen Juckreiz zugelassen sei, sagt Legat.

In der Phytotherapie wird als Option bei Juckreiz noch der Paprika-Wirkstoff Capsaicin äusserlich angewendet. Siehe dazu:

Capsaicin-Creme hilft gegen Juckreiz

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

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Aloe vera bei Schuppenflechte?

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Lindert Aloe vera Beschwerden durch Psoriasis (Schuppenflechte)? Diese Frage hat das Portal Medizin-Transparent untersucht und ist dabei auf eine widersprüchliche Studienlage gestossen.

Immerhin finden sich einige Studien, die den Nutzen von Aloe vera bei Schuppenflechte (Psoriasis) untersucht haben. Diese Studien entsprechen laut der Beurteilung durch Medizin-Transparent zumindest den Grundanforderungen an aussagekräftige, wissenschaftliche Arbeiten.

Leider widersprechen sich aber deren Resultate stark. Deshalb lasse sich nicht sagen, ob Aloe vera tatsächlich etwas gegen Schuppenflechte ausrichten kann, schreibt Medizin-Transparent.

Forscher haben zum Thema „Aloe & Schuppenflechte“ insgesamt drei randomisiert-kontrollierte, klinische Studien gefunden, die die Wirksamkeit von Aloe vera als Einzelwirkstoff untersucht haben. Auch wenn darin jeweils nur zwischen 40 und 80 Testpersonen untersucht wurden, wären sie prinzipiell von ausreichender Qualität, um aussagekräftig zu sein. Die Resultate waren jedoch widersprüchlich. In einer der Studien wirkte Aloe vera besser als ein wirkstoffloses Gel, in einer anderen Studie war Aloe vera sogar gleich wirksam wie ein oft verwendetes, Kortison-ähnliches Mittel. In der dritten Untersuchung wirkte Aloe vera dagegen schlechter als ein wirkstoffloses Scheinpräparat. Für mehr Klarheit seien auf jeden Fall weitere Studien notwendig, schlussfolgert Medizin-Transparent.

Schuppenflechte betrifft zumeist Erwachsene und verläuft in Schüben. Das Hautbild kann sich spontan verbessern, jedoch auch plötzlich wieder verschlechtern.

Die Krankheit gilt bislang als nicht heilbar. Die Symptome werden dermatologisch im ersten Schritt mit feuchtigkeitsspendenden Salben bekämpft, dazu kommen Kortikoid-Präparate, Retionoid-Präparate und Vitamin-D-Präparate; wenn das nicht hilft, kann eine Kombination aus Lichttherapie und Badetherapie versucht werden.

Quelle:

http://www.medizin-transparent.at/wie-gut-ist-aloe-vera-fuer-die-haut

 

Kommentar & Ergänzung:

Der stark schubweise Verlauf der Schuppenflechte erschwert die Beurteilung von Therapieerfolgen im Einzelfall. Daher sind Studien zur Klärung der Wirksamkeit sehr wichtig. Schwierig ist dabei, dass Aloe-vera-Präparate in sehr unterschiedlicher Qualität produziert und verkauft werden. Wenn also drei Studien zusammenfassend beurteilt werden, können Widersprüche in den Resultaten auch durch Qualitätsunterschiede der Produkte verursacht sein.

Siehe auch:

Aloe vera als Wundheilmittel

Aloe vera verbessert Wundheilung nach Hämorrhoidenoperation

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Empfehlungen zur Behandlung chronischer Venenleiden

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Schwere Beine, Krampfadern und Ödeme gehören zu den häufigsten Symptomen der chronischen Venenerkrankung. Professor Dr. Markus Stücker vom Venenzentrum des Universitätsklinikums Bochum hat auf einer Pressekonferenz des Antistax®-Herstellers Boehringer-Ingelheim in Berlin davor gewarnt, diese auf die leichte Schulter zu nehmen.

Die chronische Veneninsuffizienz (Venenschwäche) begünstige Thrombosen und Lungenembolien, sagte Stücker.

Als mögliche Auslöser dieser Venenprobleme sieht er drei verschiedene Mechanismen am Werk: eine gestörte Funktion der Venenklappen, Gefäßverschlüsse sowie eine eingeschränkte Funktion der Muskelpumpe. Insbesondere das Tragen hoher Absätze könne die Muskelpumpe beeinträchtigen, warnt der Venenexperte. In der sogenannten Spitzfußhaltung, bei der die Ferse beim Laufen nicht auf dem Boden aufsetzt, seien die Wadenmuskeln maximal verkürzt. Das vermindere den venösen Rückstrom.

Die sogenannten Besenreiser hält Stücker dagegen in erster Linie für ein kosmetisches Problem – zumindest wenn sie an der Außenseite der Oberschenkel auftreten. Im Fuß-Knöchel-Bereich können Besenreiser allerdings auf tief liegende Krampfadern hinweisen.

Treten irreversible rostbraune Verfärbungen der Haut auf, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen. Diese Verfärbungen seien meist auf Eiseneinlagerungen zurückzuführen und dann ein Zeichen dafür, dass das Venenleiden schon verhältnisweise weit fortgeschritten ist.

Unbehandelt könne die Veneninsuffizienz zu einem offenen Bein führen, dem Ulcus cruris venosum.

Mit den Behandlungsmöglichkeiten, die uns heute zur Verfügung stehen, müsse es dazu aber nicht mehr kommen, erklärte Stücker.

Eine der drei Säulen sei noch immer die invasive Behandlung. Früher habe man die Venen einfach gezogen. Heute könnten sie auch gelasert oder mit einem speziellen Schaum sklerosiert werden.

Die zweite wichtige Säule in der Behandlung chronischer Venenerkrankungen ist laut Stücker die Kompressionstherapie. Die Kompressionstherapie kann Ödeme ausschwemmen, die Symptome der Patienten lindern und die Muskelpumpe unterstützen. Kompressionsstrümpfe seien deutlich wirksamer als Bandagen. Um die Compliance (Mitwirkung) der Betroffenen nicht zu gefährden, rät der Experte, den Druck nicht zu hoch zu wählen. Den Druck zu erhöhen bringe nur bis zu einem gewissen Grad eine Linderung der Symptome. Alles, was darüber hinausgehe, verschlechtere das Befinden des Patienten.

Pflanzliche Ödemprotektiva als Ergänzung

Die Einnahme oraler Ödemprotektiva könne die Behandlung sinnvoll ergänzen. Diese Arzneimitttel enthalten Flavonoide wie Quercetin (Antistax®) und Oxerutin (Venoruton®) oder Triterpensaponine wie Aescin (Venostasin®). Sie unterbrechen laut Stücker den Entzündungsprozess um die Venen herum. Die Kombination aus oralen Ödemprotektiva und Kompressionstherapie sei der Kompression allein deutlich überlegen, sagt der Venenspezialist. Die Effekte hielten zudem nach dem Ende der Behandlung länger an. In einem 2013 im Fachjournal »Phlebology« publizierten Konsensuspapier hatte sich eine Expertenrunde für den Einsatz von Flavonoiden bei chronischen Venenerkrankungen ausgesprochen (DOI: 10.1177/0268355512471929).

Der Wirkeintritt dieser Venenmittel könne nach etwa acht Wochen erwartet werden. Zwar berichteten einige Patienten schon früher über eine Verbesserung ihrer Beschwerden, der kurzfristige Einsatz – zum Beispiel bei Flugreisen – bringe jedoch keinen Vorteil. Auch bei Beseneisern seien Ödemprotektiva nicht indiziert. Bei Patienten, die bereits unter einem offenen Bein litten, sollten Ödemprotektiva allenfalls ergänzend angewendet werden, empfiehlt Stücker. Er betont aber, dass die Kompressionstherapie beim offenen Bein durch nichts zu ersetzen ist. Eine orale Behandlung sei in solchen Fällen definitiv nicht ausreichend.«

Langfristiger Einsatz unbedenklich

Den langfristigen Einsatz der Ödemprotektiva bei gegebener Indikation hält er für unbedenklich. Es seien auch bei dauerhafter Einnahme keine Nebenwirkungen zu erwarten. Sehr selten komme es zu Unverträglichkeiten und über andere unerwünschte Wirkungen sei bislang nichts bekannt. Man könne aber auch nur zeitweise auf Ödemprotektiva zurückzugreifen, zum Beispiel bei Menschen, die nur in den Sommermonaten an Venenbeschwerden leiden. Dann könne eine Intervalltherapie ausreichen.

Salben und Cremes zur Behandlung von Venenbeschwerden überzeugen den Experten dagegen kaum. Er weißt zwar darauf hin, dass die Massagen und der kühlende Effekt als angenehm empfunden werden können. Für die Behandlung von Venenleiden reichen äusserlich aufgetragenen Mittel wie Venensalben und Venencremes nach Ansicht von Stücker in der Regel nicht aus.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=63110

Kommentar & Ergänzung:

Dass an einer Pressekonferenz des Antistax®-Herstellers Boehringer-Ingelheim die Flavonoide als Therapie der Wahl bei Venenleiden in den Vordergrund gerückt werden, ist nicht überraschend, weil Antistax® auf Flavonoiden basiert.

Aus meiner Sicht sind Flavonoide und Aescin (aus Rosskastaniensamen) zur Behandlung etwa gleichwertig. In der Phytotherapie wird aus der Gruppe der Flavonoide zudem das Buchweizenkraut bei Venenbeschwerden empfohlen. Es enthält das Flavonoid Rutin.

Der „Leitfaden Phytotherapie“ (2016) nennt Fertigarzneimittel mit Rosskastaniensamenextrakt als Mittel der ersten Wahl, fügt aber an, dass auch die Wirksamkeit des Extrakts aus Rotem Weinlaub (Antistax®) inzwischen klinisch gut belegt ist.

Der Text in der Pharmazeutischen Zeitung enthält wichtige Informationen. Zum Beispiel zur grossen Bedeutung der Kompessionstherapie und zur nötigen langen Anwendungsdauer der pflanzlichen Venenmittel. Die Skepsis betreffend dem Nutzen von Venensalben und Venengele teile ich voll. Meinem Eindruck nach ist es sehr fraglich, ob Flavonoide und Aescin in ausreichender Menge durch die Haut gehen. Die beliebte Rosskastaniensalbe hilft wohl mehr durch die Massage oder bei einem Venengel durch den Kühleffekt lindernd.

Erwähnt werden könnte beim Thema Venenleiden noch, dass regelmässige Bewegung vorbeugend und lindernd wirkt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Was sind Phytopharmaka?

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Das Nachschlagewerk „Pharmawiki“ hat vor kurzem einen neuen und informativen  Artikel publiziert zum Stichwort „Phytopharmaka“. Mit dem Ausdruck „Phytopharmaka“ werden Arzneimittel pflanzlichen Ursprungs bezeichnet.

Der Artikel beschreibt den Unterschied zu chemisch definierten Medikamenten so:

„Im Unterschied zu den chemisch definierten Arzneimitteln, die in der Regel nur einen oder wenige Wirkstoffe enthalten, sind Phytopharmaka Vielstoffgemische, die aus hunderten unterschiedlichen Substanzen bestehen. Von diesen werden einige als pharmakologisch aktiv und andere als inaktiv angesehen. Die Wirksamkeit resultiert aus der komplexen Interaktion der Inhaltsstoffe mit molekularen Zielstrukturen, also z.B. mit Rezeptoren, Enzymen und Transportern.“

Man spricht bei Phytopharmaka auch von einer Multi-Target-Therapie.

Siehe dazu:

Phytotherapie – auf die Mischung kommt es an

Als Beispiele für Phytopharmaka, die wie schulmedizinische Medikamente in doppelblinden, randomisierten und kontrollierten klinischen Studien überprüft wurden, führt Pharmawiki auf:

„Johanniskraut zur Behandlung von depressiven Verstimmungen

Pestwurz gegen Heuschnupfen

Ginkgo zur Behandlung von Einbussen der mentalen Leistungsfähigkeit

Traubensilberkerze zur Behandlung von Wechseljahrbeschwerden

Weissdorn zur Behandlung von Herzbeschwerden

Baldrian und Hopfen zur Behandlung von Schlafstörungen.“

In einem speziellen Abschnitt wird der Unterschied zwischen Phytopharmaka und Homöopathika erklärt:

„Phytopharmaka enthalten aktive pharmazeutische Wirkstoffe, die mit Strukturen im Organismus, den sogenannten Drug Targets, interagieren. Sie unterscheiden sich deshalb wesentlich von den homöopathischen Mitteln, welche so stark verdünnt sind, dass fast oder überhaupt nichts mehr von der Ausgangssubstanz vorhanden ist. Die Homöopathie hat im Unterschied zur Phytotherapie keine wissenschaftliche Basis. Ihr Wirkprinzip ist demjenigen der modernen Arzneimitteltherapie fundamental entgegengesetzt.“

Gut verständlich erläutert der Artikel zudem, wie und weshalb heute in der Phytotherapie oft standardisierte Extrakte zur Anwendung kommen:

„Weil Phytopharmaka Naturprodukte sind – wie Kaffee, Wein oder Kakao – hängt ihre Qualität von vielen Faktoren ab. Beispielsweise von der Pflanzensorte, dem Anbauklima, dem Erntezeitpunkt, der Trocknung und der weiteren Verarbeitung. Deshalb ist es möglich, dass die für die Wirkung verantwortlichen Inhaltsstoffe in zwei Tees in sehr unterschiedlicher Konzentration vorhanden sind. Aus diesem Grund werden heute vermehrt Extrakte (Auszüge) hergestellt, die auf die wesentlichen Substanzen eingestellt sind – also immer definierte Mengen der Stoffe enthalten. Dabei können auch unerwünschte Stoffe, welche Nebenwirkungen verursachen, entfernt werden. Extrakte verschiedener Hersteller sind deshalb nur bedingt miteinander vergleichbar. Aus den Extrakten werden verschiedene Darreichungsformen wie Tabletten, Tropfen oder Salben produziert.“

Quelle der Zitate und weitere Informationen zum Thema:

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Phytopharmaka

 

Kommentar & Ergänzung:

Es gibt allerdings noch einen weiteren Grund, weshalb von den Phytopharmaka-Herstellern oft Extrakte vorgezogen werden: Produziert man sie nach einem Spezialverfahren, können sie in der Regel patentiert werden. Dadurch lässt sich sicherstellen, dass die Forschungs- und Entwicklungsausgaben dem eigenen Produkt und nicht der Konkurrenz zugute kommen.

Wer an Naturheilmitteln interessiert ist, sollte mit Vorteil die Unterschiede verstehen zwischen Phytopharmaka, Homöopathika, Bachblüten und synthetischen Medikamenten. Mir fällt auf, dass das Wissen über diese Unterschiede in weiten Kreisen minimal, fehlend oder schlicht falsch ist.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Capsaicin bei neuropathischen Schmerzen / Polyneuropathien

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Im Phyto-Forum der Ärztezeitung publizierte der Pharmakologe Dr. Rainer C. Görne interessante Informationen zur Wirkungsweise von Capsaicin bei neuropathischen Schmerzen / Polyneuropathien.

Der Scharfstoff Capsaicin ist ein Alkaloid aus der Paprikafrucht (Capsicum annuum, Capsicum frutescens u. a. aus der Pflanzenfamilie der Nachtschattengewäche (Solanaceen).

Die Früchte der meisten Paprika-Arten enthalten in sehr unterschiedlicher Konzentration Capsaicin (Methylvanillylnonenamid), eine lipophile ( = fettliebende) Substanz, die für den scharfen Geschmack verantwortlich ist.

In den 80er Jahren habe man die pharmakologische Wirkung von Capsaicin mit der Depletion von Substanz P aus den sensorischen afferenten Nervenfasern zu erklären versucht, schreibt Görne.

(„Depletion“ ist die Entfernung von Substanzen aus dem Körper beziehungsweise den pathologisch gesteigerten Verbrauch dieser Substanzen durch den Organismus)

Görne weiter:

„Inzwischen konnte geklärt werden, dass der pharmakologische Wirkmechanismus von Capsaicin auf der Interaktion mit dem TRPV1-Rezeptor, einem Transmembran-Rezeptor-Ionenkanal-Komplex, beruht. Dieser wird auch als Vanilloid-Rezeptor bezeichnet.

Physiologisch wird der TRPV1-Rezeptor durch Temperatur, pH-Wert und endogene Lipide aktiviert. So erfolgt eine direkte Aktivierung bei Temperaturen von 43°C oder höher oder pH-Werten von unter 6. Aus der Aktivierung resultiert durch kurzzeitige Öffnung der Membran eine Depolarisation von sensorischen Nerven (meist C-und Ad-Fasern) durch den Zustrom von Natrium- und Calcium-Ionen.“

Diese Aktivierung werde als lokale Wärme, Brennen, Stechen oder Jucken empfunden.

Am TRPV1-Rezeptor wirken pharmakologisch neben Capsaicin verschiedene andere Substanzen (z.B. Anandamid, N-Acyldopamin, bestimmte langkettige ungesättigte Fettsäuren, Lipoxygenase-Verbindungen und mehrere Oxide der Linolsäure) als hoch selektive Agonisten (Der Begriff „Agonist“ bedeutet „der Handelnde“ und bezeichnet eine Substanz oder Struktur, die im Hinblick auf eine bestimmte Aktion verursachend wirkt).

Bei chronischen, neuropathischen Schmerzen kommt es zur kutanen (= zur Haut gehörenden) Überempfindlichkeit.

Bei der topischen (=lokal-örtlichen) Gabe von Capsaicin, das in Salben und Pflastern enthalten sein kann, werden kutane Überempfindlichkeit und die neuropathischen Schmerzen gedämpft. Dies wird durch einen Vorgang vermittelt, der am besten als „Defunktionalisierung“ von Nozizeptor-Fasern beschrieben werden kann.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/schmerz/default.aspx?sid=859001&sh=86&h=-1625197168&ticket=ST-8537-SId3WdHFalIKL1YpRnseD9WmxkY6EgLgrCG-20

 

Kommentar & Ergänzung:

Dieser Text erklärt vor allem die Wirkungsweise von Capsaicin, er setzt aber einiges voraus an Kenntnissen in Anatomie und Physiologie.

Capsaicin ist aber fraglos ein interessanter Naturstoff zur Behandlung von Juckreiz und neuropathischen Schmerzen.

Die ESCOP empfiehlt Cayennepfeffer bzw. Capsaicin für folgende Anwendungsbereiche:

 

„Zur Linderung von Muskelschmerzen, z.B. Rückenschmerzen, und zur Behandlung von Schmerzen bei degenerativen Gelenkerkrankungen (Arthrose) und rheumatoider Arthritis; weiterhin zur Behandlung von Nervenschmerzen, wie sie z.B. als Folge einer Gürtelrose auftreten können oder bei schmerzhafter diabetischer Neuropathie; außerdem gegen den Juckreiz verschiedener Ursache, z.B. im Zusammenhang mit Schuppenflechte oder Blutdialyse und bei Kontakt mit Wasser.“

Quelle:

http://www.koop-phyto.org/arzneipflanzenlexikon/cayennepfeffer.php

Siehe auch:

Schmerztherapie: Capsaicin aus Cayennepfeffer 

Rheumapflaster mit dem Paprika-Wirkstoff Capsaicin

Capsaicin-Creme hilft gegen Juckreiz

Paprika-Wirkstoff Capsaicin bald als Patch

Chili-Pflaster lindert Schmerzen 

Chili-Pflaster gegen Nervenschmerzen

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Zeolithe zur Entgiftung?

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Zeolithe kommen in der Natur hauptsächlich als Vulkangesteine vor, werden aber auch synthetisch hergestellt.  Bei den klassischen Zeolithen handelt es sich um Aluminiumsilikate, die wie Tonminerale eine grosse innere Oberfläche besitzen, an die sich kleine Moleküle und Ionen anlagern können.

Zeolithe werden in vielen Varianten technisch vielseitig angewendet. Sie binden zum Beispiel Gerüche, Schwermetalle oder Kalzium im Waschwasser.

Seit etwa dem Jahr 2000 werden Nahrungsergänzungsmittel auf der Basis von gemahlenem Zeolith zur Entgiftung des Organismus propagiert.  Diese Präparate sollen gegen eine grosse Palette von Krankheiten wirken – von Krebs, Schizophrenie, Infektionen, Parkinson bis Herzinfarkt.

Wundermittel, die gegen fast alle Krankheiten helfen, sind immer suspekt. Sie schützen wohl vor allem gegen die Angst von Krankheiten.

Das Magazin „Stern“ berichtet gerade über dieses Thema und schreibt:

„Findige Geschäftsleute vermarkten neuerdings Zeolithe zur Entgiftung von innen. Man soll sich die aluminiumhaltigen Kieselsäuresalze zum Beispiel in den Joghurt rühren, als Pulver zu 60 Euro das Kilo. Auch in Form von Kapseln oder Salben sind sie erhältlich. Mal werden sie als Medizinprodukt angeboten, mal ohne nähere Bezeichnung. Einen Wirksamkeitsnachweis müssen Hersteller in keinem Fall erbringen.“

Der Artikel endet mit dem Fazit, es habe nie jemand systematisch an Menschen untersucht, wie viel Zeolith man schlucken muss, um sich wovon auch immer zu entgiften:

„Es gibt keine Patientenstudien dazu, vor welchen Krankheiten die Mineralien schützen. Immerhin scheint sich abzuzeichnen, dass man sich daran wohl nicht vergiften wird. Man wird nur um ein paar Euro ärmer – und scheidet das Pulver wieder aus.“

Quelle:

http://www.stern.de/gesundheit/teure-mineralien-was-zeolithe-zur-entgiftung-taugen-2096313.html

Kommentar & Ergänzung:

Immer, wenn Ihnen jemand dringend eine „Entgiftung“ nahelegt, würde ich genau nachfragen, welche Giftstoffe entfernt werden sollen, auf welchem Weg das geschehen soll und wie das Entgiftungsmittel „weiss“ welche Stoffe  es als Giftstoffe entfernen und welche lebenswichtigen Substanzen es keinesfalls eliminieren soll.

Das Thema Zeolithe ist ein gutes Beispiel dafür, wie mit aufgeblasenen Versprechungen und ohne auch nur einigermassen fundierte Belege Geld gemacht wird.

Dieser sich laufend ausdehnende Alternativmedizin-Markt, in dem jede Qualitätskontrolle fehlt, braucht meines Erachtens dringend mehr kritische Auseinandersetzung.

Weitere Infos:

– Wikipedia zur Verwendung von Zeolith

– Psiram zum Thema Zeolith

Zeolith – ein angeblicher Wunderheiler gegen Krebs

Ergänzung zum angeblichen Krebswundermittel Zeolith

(zu möglichen Risiken und Nebenwirkungen von Zeolith)

Entgiften und Entschlacken – höchst fragwürdige Versprechungen

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Schnupfen: Nasensalbe mit Pfefferminzöl, Eukalyptusöl oder Kiefernnadelöl

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Die Apothekerkammer Niedersachsen empfiehlt:

„Bei einer Schnupfennase können Salben mit ätherischen Ölen helfen, wieder leichter durchzuatmen. Öle aus Eukalyptus, Pfefferminz oder Kiefernnadeln lassen nach Angaben der Apothekerkammer Niedersachsen die Nasenschleimhaut zwar nicht abschwellen. Sie haben aber einen kühlenden Effekt und geben dem Patienten dadurch das Gefühl, wieder besser Luft zu bekommen. Zum Befeuchten der Schleimhäute empfehlen sich Sprays mit steriler, isotonischer Kochsalzlösung oder Meersalz.“

Quelle:

http://www.ksta.de/gesundheit/salben-mit-aetherischem-oel-erleichtern-schnupfen-nase,15938564,26008940.html

Kommentar & Ergänzung:

Vor allem Pfefferminzöl beziehungsweise sein Hauptinhaltsstoff Menthol stimulieren die Kälterezeptoren in der Nasenschleimhaut.

Das bewirkt – wie im Zitat beschrieben – ein Gefühl von „mehr Luft bekommen“.

Das kommt davon, dass man die Luft, welche durch die Nase zieht, intensiver als Kältestrom wahrnimmt. Es geht nicht wirklich mehr Luft durch die Nase. Eine Täuschung also, aber eine angenehme und nützliche Täuschung. Und was will man beim Schnupfen schon mehr.

Siehe auch:

Nasensalbe Rüedi – ein Naturheilmittel?

Schnupfen: Eukalyptusöl, Pfefferminzöl, Latschenkiefernöl

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Lavendelblüten und Lavendelöl als Sedativum

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In der Zeitschrift „PHYTOTherapie (Nr. 4 / 2013) der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie geht Reinhard Länger auch die Wirkungen von Lavendel ein:

„Lavendelblüten und Lavendelöl gelten in der Phytotherapie als mildes Sedativum, auch die Anwendung zur Linderung der Symptome von Stress und mentaler Erschöpfung ist traditionell belegt. Neue klinische Studien zeigen nach oraler Anwendung von Lavendelöl Wirksamkeit bei bestimmten Angstformen. Äußerlich angewendet fördert Lavendelöl wie viele andere ätherische Öle lokal die Durchblutung, daher die Verwendung in diversen Salben zur Behandlung von Muskelverspannungen und rheumatischen Beschwerden. Spiköl wird bei Rhinosinusitis und Husten zur Schleimlösung eingesetzt.“

Quelle:

http://www.phytotherapie.co.at/pdf/PT0413.pdf

Kommentar und Ergänzung:

Lavendelblüten und Lavendelöl, die in der Phytotherapie eingesetzt werden, stammen üblicherweise von Lavandula angustifolium (Echter Lavendel).

Spiköl stammt dagegen von Lavandula latifolia (Grosser Speik, Narde, Breitblättriger Lavendel). Spiköl enthält eine relevante Menge an 1,8-Cineol und Kampfer. Diese Inhaltsstoffe dürften für die schleimlösende Wirkung bei Rhinusinusitis (Nebenhöhlenentzündung) und Husten verantwortlich sein. Spiköl wird auch für Einreibungen eingesetzt und ist in Rheumasalben enthalten.

Lavendelblüten und Lavendelöl aus Lavandula angustifolia sind dagegen charakterisiert durch die Hauptkomponenten Linalylacetat (30-50) und Linalool (20-50 %), die sedierend wirken.

Die orale Anwendung von Lavendelöl bei bestimmten Angstformen erfolgt in Kapselform (Lasea).

Siehe dazu:

Lavendelöl reduziert Angst und bessert Schlaf

Lavendel ist eine Gattung in der Pflanzenfamilie der Lamiaceen (Lippenblütler).

Siehe:

Phytotherapie: Von welcher Lavendelart stammen Lavendelöl und Lavendelblüten?

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Heilpflanzen bei Schnupfen

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Die Zeitschrift „Die Apotheke“ (Nr. 1 / 2012) veröffentlichte einen Beitrag zum Thema Schnupfenbehandlung. Dabei kamen auch Heilpflanzen-Anwendungen zum Zug:

„Aus der Pflanzenheilkunde ergeben sich wirksame Möglichkeiten, den gewöhnlichen Schnupfen in den Griff zu bekommen. Beispielsweise ist die Verwendung ätherischer Öle in Form von Tropfen oder Sprays empfehlenswert. Um die Beweglichkeit der in den Atemwegen befindlichen Flimmerhärchen nicht einzuschränken, sollte auf eine hydrophile, d.h. wässrige Zusammensetzung – statt fettreicher Salben – geachtet werden. Durch den Einsatz ätherischer Öle in dieser Form kann eine Verbesserung der Nasenluft-Passage erzielt werden. Weiters bewirkt auch der aus Pflanzen gewonnene Wirkstoff Myrtol die Verflüssigung und den anschließenden Abtransport von Schleimansammlungen.  Auch die Kombination aus Enzianwurzel, Schlüsselblumenblüte, Sauerampferkraut, Holunderblüte und Eisenkraut ist bei Erkrankungen der oberen Atemwege wirksam.“

Kommentar & Ergänzung:

Bei den ätherischen Ölen stehen für die Schnupfenbehandlung im Vordergrund Eukalyptusöl, Thymianöl und Pfefferminzöl. Man kann von einem dieser ätherischen Öle ein paar Tropfen auf ein Papiertaschentuch geben und dieses im Raum deponieren.

Oder man gibt einen Tropfen auf einen Topf mit heissem Wasser und atmet die Dämpfe direkt ein.

Ätherische Öle sollten bei Säuglingen und Kleinkindern nicht in der Nähe von Mund und Nase appliziert werden.

Wer keine isolierten ätherischen Öle anwenden will, kann auch Kamillenblüten und Thymiankraut mischen, kochendes Wasser darüber giessen und den Dampf inhalieren.

Kamille und Thymian eignen sich gut als Inhalationsmischung.

Der Hinweis auf den Wirkstoff Myrtol bezieht sich auf das Phytopharmakon Gelomyrtol®. Die magensaftresistenten Kaseln werden eingenommen und enthalten Myrtol, ein Destillat aus einer Mischung von Eukalyptusöl, Süssorangenöl, Myrtenöl und Zitronenöl. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen zählen die Monoterpene Limonen, Cineol und α-Pinen.

Gelomyrtol® wird angewendet bei akuter und chronischer Bronchitis und akuter und chronischer Sinusitis bei Erwachsenen und Kindern ab 4 Jahren.

Der Hinweis auf die Kombination aus Enzianwurzel, Schlüsselblumenblüte, Sauerampferkraut, Holunderblüte und Eisenkraut bezieht sich auf das Präparat Sinupret®. Das pflanzliche Kombinationspräparat wird vor allem eingesetzt bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen.

Der Schnupfen (Rhinitis) ist aber auch das klassische Anwendungsgebiet der Nasenspülung mit Kochsalzwasser. Einer Studie zufolge, bei der eine isotonische Salzlösung eingesetzt wurde, war bei Kindern in der Akutphase einer Rhinitis das Ausmaß der Nasenschleimhautschwellung und der Nasensekretion im Vergleich zu einer Kontrollgruppe ohne Nasenspülung signifikant vermindert. In der Präventionsphase zeigten sich weniger Sekretion, Halsschmerzen und Husten, es mussten weniger fiebersenkende oder abschwellende Medikamente eingesetzt werden und zudem fielen signifikant weniger Krankheitstage an. Eine Studie aus Deutschland kommt bei Erwachsenen zu einem vergleichbaren Resultat.

Nasenspülungen mit physiologischer Kochsalzlösung sind billig, unschädlich und wirksam.

Siehe auch:

Ätherische Öle bei Schnupfen

Menthol bei Schnupfen

Tägliche Inhalation mit Salzwasser beugt Erkältungen vor

Salzwasser-Inhalationen als Mittel gegen Erkältungen, Schweinegrippe & Co.

Akuter Schnupfen bei Kindern: Nasenspülungen sind wirksam

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Weiterbildung Palliative Care & Onkologie-Pflege: Gerbstoffe bei Mundschleimhautentzündung

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Die Zeitschrift „Die Apotheke“ schildert Heilpflanzen-Anwendungen bei Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum – konkret von Mundhöhle (Stomatitis), Zahnfleisch (Gingivitis), Zahnhalteapparat (Parodontitis), Rachen (Pharyngitis), Zunge (Glossitis) oder Mandeln (Angina tonsillaris).

Ein Abschnitt, der auch für Palliative Care und Onkologie-Pflege interessant ist, gilt der Anwendung von Gerbstoffen:

„Gerbstoffe wirken entzündungshemmend, schwach antiseptisch und wundheilungsfördernd. Gerbstoffe bewirken im Mund ein »zusammenziehendes« (adstringierendes) Gefühl und entzündete Schleimhäute werden oberflächlich unempfindlich gegenüber äußeren Reizen. Gerbstoffe sind gut wasserlöslich – zur einfacheren Anwendung wird meist die Tinktur (Tormentillwurzel, Ratanhiawurzel, Eichenrinde) vorgezogen, die verdünnt als Gurgellösung oder unverdünnt zur Pinselung eingesetzt werden kann. Die Rhabarberwurzel enthält neben den abführend wirkenden Anthrachinonen Gerbstoffe. In geringer Konzentration überwiegt die adstringierende Wirkung der Gerbstoffe, weshalb sie zur Pinselung entzündeter Mundschleimhäute eingesetzt wird.“

Quelle: http://www3.apoverlag.at/pdf/files/DA/DA-2012/DA-2012-02.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Für Palliative Care und Onkologie-Pflege sind Gerbstoffpflanzen wie Tormentill (Blutwurz) interessant  bei Entzündungen im Mundraum und gegen Hautentzündungen.

Gerbstoffe wirken relativ intensiv und rasch entzündungswidrig und werden im Mundraum über begrenzte Zeit eingesetzt, weil sie sonst austrocknend wirken können. Deshalb wird nachfolgend oft auf Schleimpflanzen umgestellt (Leinsamen, Eibischwurzel), die reizlindernd und beruhigend auf Schleimhäute wirken.

Die erwähnte Rhabarberwurzel ist Bestandteil von Pyralvex® , einer Lösung zur lokalen Behandlung von:

– Akuten und chronischen Entzündungen der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches

– Aphthen, Eiterfluss der Zahnhöhlen und beim Durchbruch der Zähne

Die Gerbstoffe der Rhabarberwurzel wirken auch gegen Herpesviren und werden deshalb in Salben gegen Fieberbläschen eingesetzt (Parsenn Herpescreme = Phytovir; kombiniert mit Salbeiextrakt)

Eine weitere interessante Gerbstoffpflanze ist der Schwarztee. Er hat den Vorteil, in jeder Pflegeinstitution vorhanden zu sein.Schwarztee dient nicht nur innerlich als Genussmittel. Er lässt sich gut einsetzen äusserlich gegen Schleimhautentzündungen und Hautreizungen. Dazu muss der Tee aber lange ziehen (etwa 10 Minuten).

Siehe auch:

Gerbstoffe: Eichenrinde bei Durchfall, Parodontitis, Hämorrhoiden,

Wirkstoffe in der Phytotherapie: Gerbstoffe

Eine Weiterbildung “Heilpflanzen-Anwendungen in Palliative Care und Onkologie-Pflege“ finden Sie hier.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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