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Der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis) ist die Blume des Jahres 2015

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Die Loki Schmidt Stiftung hat den Gewöhnlichen Teufelsabbiss (Succisa pratensis) zur Blume des Jahres 2015 gewählt (Pflanzenfoto auf Wikipedia).

Mit der „Blume des Jahres“ macht die Loki Schmidt Stiftung jeweils auch auf einen bedrohten Lebensraum hin.

Beim Teufelsabbiss sind das magere und offene Feuchtwiesen, Moore und Heiden.

Das Rhizom ( = Wurzelstock) des Gewöhnlichen Teufelsabbisses wird bis zu 50 cm tief und stirbt im Herbst von unten ab. Der Teufel soll die Wurzel jeweils von unten abbeissen, aus Zorn über ihre Heilkraft, sagt ein alter Volksglaube.

Quelle:

http://www.loki-schmidt-stiftung.de/downloads/blumen_des_jahres_pdfs/Blume_des_Jahres_2015.pdf

 

Kommentar & Ergänzung:

Teufelsabbiss enthält Saponine, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Stärke und Saccharose. Die Pflanze wurde in der traditionellen Volksheilkunde eingesetzt zur „Blutreinigung“, als Diuretikum, gegen Husten, Heiserkeit, Lungenerkrankungen, als Anthelmintikum (wurmwidriges Mittel), äusserlich bei Hauterkrankungen, Ekzemen, Geschwüren und Quetschungen.

Wie viele andere Pflanzen auch, wurde Teufelsabbiss früher gegen Pest empfohlen. Aber schon Tolstoi hat geschrieben: Wenn gegen eine Krankheit viele verschiedene Heilmittel empfohlen werden ist das ein Zeichen, dass sie unheilbar ist. Mit anderen Worten: Gegen Pest hat man früher in grosser Not einfach fast alles probiert, was greifbar war.

Keine dieser Indikationen ist aber bisher geklärt worden, so dass der Teufelsabbiss heute in der Phytotherapie nicht mehr zur Anwendung kommt.

Zum Anschauen in der Natur ist die Pflanze allerdings ausgesprochen hübsch, aber nicht häufig anzutreffen. Wenn Sie mehr Wildpflanzen und Heilkräuter in der Natur kennenlernen möchten, dann schauen Sie sich mal mein Programm 2015 für die Kräuterwanderungen an.

Botanisch gehört der Teufelsabbiss zur Pflanzenfamilie der Kardengewächse (Dipsacoideae), zu der auch die Witwenblumen, die Skabiosen und die Karden zählen.

Teufelsabbiss blüht erst spät im Jahr (Juli bis September) und wird von Bienen, Schmetterlingen und Fliegen bestäubt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

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Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Schwingen: Dopingfall Bruno Gisler – Nikethamid im Spagyrik-Spray?

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Der Nordwestschweizer Bruno Gisler wurde am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest positiv auf Doping getestet Bei Kontrollen von Antidoping Schweiz wurde die verbotene Substanz Nikethamid festgestellt.

Bruno Gisler wird vom Schwingerverband für sechs Monate gesperrt.

Er spricht von einem Missgeschick.

Weil er kurz vor dem Eidgenössischen Grippemerkmale aufwies, habe er einen homöopathischen Resistenzspray verwendet. Dieser stand im Badezimmer neben einem Spagyrik-Spray seiner Frau. Durch Unachtsamkeit habe er offensichtlich mehrmals den Spray seiner Frau genommen. Wie oft das vorkam, könne er nicht sagen. Er sei ein entschiedener Doping-Gegner und habe nie eine Leistungssteigerung herbeiführen wollen, ergänzte Bruno Gisler.

Quelle:

http://www.aargauerzeitung.ch/sport/aargau/doping-suender-bruno-gisler-habe-wohl-den-falschen-spray-erwischt-127454035#comment-jumpto

Kommentar & Ergänzung:

Unabhängig von der Frage, ob juristisch ein Dopingfall vorliegt oder nicht:

Die Erklärung mit dem verwechselten Spagyrik-Spray ist sehr skurril.

Ein Spagyrik-Spray enthält kein Nikethamid (oder sollte es jedenfalls nicht!).

Nikethamid (synonym: Nicethamidum PhEur, Nicotinsäurediethylamid, Nicethamid, Coramin®) wurde 1924 in den Ciba-Laboratorien synthetisiert.

Nikethamid ist in der Schweiz Bestandteil der Gly-Coramin® Lutschtabletten, die zusätzlich Traubenzucker und Saccharose (Haushaltszucker) enthalten. Im Jahr 2010 wurde Gly-Coarmin® in der Schweiz von Novartis an die Hänseler AG in Herisau verkauft.

(Quelle: Pharmawiki).

Der Erklärungsversuch Bruno Gislers zeigt aber auch, was ich immer wieder beobachte: Sehr viele Konsumentinnen und Konsumenten von Naturheilmittel haben keine Ahnung, was sie da genau einnehmen. Für die Sicherheit und Wirksamkeit der Behandlung ist das verheerend und öffnet Betrug und Täuschung Tür und Tor. Wenn Sie sich ein Stück Kompetenz erwerben wollen, um solche Produkte zu beurteilen, dann kommen Sie zu mir ins Heilpflanzen-Seminar oder in die Phytotherapie-Ausbildung. Ich sehe meine Aufgabe als Dozent nämlich nicht darin, Ihnen möglichst viele Produkte anzudrehen. Mir liegt daran, dass meine Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer lernen, wie sie sich eine eigenständige, fundierte Meinung bilden können.

P.S.: Spagyrik-Sprays werden ohne Wirksamkeitsnachweis verkauft. Es gibt keine auch nur einigermassen plausible Hinweise auf eine spezifische Wirksamkeit dieser Präparate.  Spagyrik-Sprays profitieren davon, dass sie oft gegen Beschwerden eingesetzt werden, die auch dank Selbstheilungskräften nach einer gewissen Zeit wieder bessern. Die Konsumentinnen und Konsumenten schreiben diese Besserung dann den Spagyrik-Spray zu. Das ist ein klassischer Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss.

Siehe:

Komplementärmedizin: Der Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss als häufige Irrtumsquelle

Dazu kommt dann noch ein guter Placebo-Effekt. Gegen die Anwendung solcher Präparate spricht nicht viel, ausser dass Sie unnötig Geld ausgeben.

In leichteren Fällen, die sich für eine Selbstbehandlung eignen, ist Abwarten und Teetrinken jedenfalls meistens die günstigste und natürlichste Variante. Und wenn eine weitergehende  Selbstbehandlung angebracht ist, gibt es phytotherapeutisch in der Regel günstigere, einfachere, wirksamere Lösungen.

Was ist Spagyrik?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Süssholzwurzeltee schützt Magenschleimhaut

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Das Magazin „Focus“ schreibt zur Wirkung von Süssholzwurzel:

„Die Süßholzwurzel hemmt Entzündungen, schützt die Magenschleimhaut und entkrampft den Magen. Hauptwirkstoff ist das Saponin Glycyrrhizin, das auch der Lakritze ihren charakteristischen Geschmack verleiht.

Für den Tee die Süßholzwurzel in kleine Stücke schneiden und kurz aufkochen lassen. Wer mag, kann auch etwas Fenchel dazugeben. Dann fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Je süßer der Tee werden soll, desto länger muss er ziehen. Schluckweise über den Tag verteilt trinken.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/verdauung/magen/tid-21554/hausmittel-magenkraempfe-entspannung-fuer-den-magen_aid_605248.html

Kommentar & Ergänzung:

Das ist soweit korrekt. Häufiger als bei Magenschleimhautentzündung wird Süssholz allerdings als schleimlösendes Mittel bei Husten eingesetzt.

Süssholz ist ein häufiger Bestandteil von Hustentee-Mischungen („Brusttee“), beispielsweise zusammen mit Thymiankraut, Schlüsselblumenblüten, Spitzwegerichkraut, Anisfrüchten, Malvenblüten oder Königskerzenblüten.

Die Süssholzpflanze (Glycyrrhiza glabra) gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und ist im Mittelmeergebiet und in Westasien beheimatet (Abbildung auf Wikipedia).

Mit verschiedenen Varietäten besiedelt die Pflanze eine große Region vom südöstlichen Europa über Vorderasien, Ukraine, Mittelrussland, südliches Sibirien, Afghanistan bis zum westlichen China.

Die stark süß schmeckende Süssholzwurzel enthält Glycyrrhizin, ein Triterpensaponin, das etwa die 50-fache Süßkraft von Rohrzucker (Saccharose) besitzt.

Die Wurzeln werden zur Gewinnung von „Süßholzsaft“ (Liquiritiae succus) verwendet, der in die weltweit beliebten Lakritz-Süßwaren eingearbeitet wird. Zu diesem Zweck werden die frischen Wurzeln zerkleinert und mit Wasser viele Stunden ausgekocht. Der so gewonnene Saft wird anschliessend ganz langsam bis zur zähflüssigen Konsistenz eingedickt. Bei diesem Vorgang bildet sich das so charakteristische Lakritzaroma. Der zähflüssige Extrakt wird zu 5% bis maximal 50% zusammen mit Zucker, Mehl, Stärke und/oder Gelatine sowie Geruchs- und Geschmacksstoffen zu Lakritzwaren verarbeitet.

Bei längerer Anwendung und höherer Dosierung kann Lakritze Störungen im Mineralstoffhaushalt bewirken: mineralokortikoide Effekte in Form einer Natrium- und Wasser-Retention, Kaliumverlust mit Bluthochdruck, Ödeme (Wasseransammlung in Geweben) und in seltenen Fällen Myoglobinurie (Eiweiß des Muskelgewebes im Harn).

Während der Schwangerschaft ist Lakritze zu meiden.

Siehe auch:

In der Schwangerschaft Lakritze besser meiden

Lakritze schädlich in der Schwangerschaft?

Und sonst noch zu Süssholz bzw. Lakritze:

Amorfructine aus Süssholz gegen Diabetes

Fundstück: Rezept für hausgemachte Lakritze

Süssholz zur Arzneipflanze des Jahres 2012 gewählt

Zuviel Lakritze kann den Blutdruck steigern

Lakritze vorbeugend gegen postoperative Rachenentzündung

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Xylitol-Kaugummi reduziert Risiko für Mittelohrentzündung bei Kindern

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Xylitol-Kaugummis können das Risiko für Mittelohrentzündungen bei Kindern um bis zu 25 Prozent senken. Die Autoren eines neuen Cochrane-Reviews mit Daten aus Finnland fanden ausreichend Hinweise darauf, dass eine tägliche Dosis von 8,4 Gramm Xylitol eine akute Otitis media (Mittelohrentzündung) bei Kindern bis 12 Jahren verhindern kann, wenn sie nicht gleichzeitig unter einem Infekt der oberen Atemwege leiden. Die Wissenschaftler werteten in ihrem Review vier Studien mit mehr als 3000 Kindern aus, die finnische Tagesbetreuungsstätten besuchten. In den berücksichtigten Studien kauten die Kinder fünfmal täglich nach den Mahlzeiten zwei Stück Kaugummi jeweils während fünf Minuten. Mit Xylitol-haltigen Lutschtabletten und Sirupen ließen sich ähnliche Resultate erzielen.

Der Zuckeralkohol Xylitol wird normalerweise als Zuckerersatz für Diabetiker und als Süßungsmittel mit Antikarieswirkung eingesetzt. Darüber hinaus kann Xylitol jedoch auch die Anheftung von Bakterien wie Streptococcus pneumoniae und Haemophilus influenzae an Zellen des Nasen-Rachen-Raums reduzieren. Das haben In-vitro-Untersuchungen (Laborexperimente) gezeigt.

Schätzungen zufolge machen knapp zwei Drittel aller Kinder schon im ersten Lebensjahr eine akute Mittelohrentzündung durch. Bis zum Alter von drei Jahren sollen vier von fünf Kindern eine solche Erkrankung hinter sich haben. Die Folge ist oft der Einsatz von Antibiotika mit entsprechendem Risiko von Nebenwirkungen, Resistenzbildung und Kosten für das Gesundheitssystem.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=39991&Nachricht_Title=Nachrichten_Kaugummikauen+sch%FCtzt+Kinder+vor+Mittelohrentz%FCndung&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Xylitol ist eine vielfältig wirksame Substanz:

„Xylitol, auch Xylit (auch Birkenzucker genannt), sind Trivialnamen für Pentanpentol, einen Zuckeralkohol, der als Zuckeraustauschstoff (E 967) verwendet wird. Die Entdeckung geht auf den späteren Nobelpreisträger Emil Fischer zurück.

Die Besonderheit an Xylitol ist seine in verschiedenen klinischen Studien nachgewiesene kariostatische und antikariogene Wirkung. Auf einige Säugetiere, vor allem Hunde, wirkt Xylitol dagegen toxisch.“

(Quelle: Wikipedia)

Und zur medizinsichen Bedeutung von Xylitol:

Anti-kariogene Wirkung

Xylitol wurde Anfang der 1970er-Jahre als ein mögliches kariesreduzierendes Kohlenhydrat entdeckt. An der Universität Turku (Finnland) wurden in den Jahren 1972 bis 1975 zwei klinische Studien (bekannt als Turku-Zuckerstudien) durchgeführt, die eine hochsignifikante Reduktion von Karies belegen konnten.

In der ersten, einer zweijährigen Ernährungsstudie wurde Zucker (Saccharose) in allen Lebensmitteln durch Fructose bzw. Xylitol ersetzt. Insgesamt 115 Personen in insgesamt 3 Gruppen nahmen teil. Der Verzehr der Süßmittel belief sich auf 50 bis 67 g pro Tag. Nach der Studie konnte eine Kariesreduktion von 30 % bei Fructose und von über 85 % beim Einsatz von Xylitol ermittelt werden. Zum Vergleich wurde der sogenannte DMFS-Index herangezogen. Die Zunahme des Index war 7,2 in der Saccharose-Gruppe, bei 3,8 in der Fructose-Gruppe und 0,0 in der Xylitolgruppe.

Die zweite Studie wurde gestartet, als bei verschiedenen Probanden während der ersten Studie eine markante Reduktion der DMFS-Werte festgestellt wurden, d. h. dass sie eine sogenannte „Kariesreversion“ aufwiesen, wobei bestimmte Kariesläsionen einen Wiedererhärtungsprozess durchgemacht hatten. Rund 100 Personen wurden in Saccharose- und Xylitolgruppen aufgeteilt. Die Süßmittel wurden im Zeitrahmen von einem Jahr in Kaugummis verabreicht, ca. 7 Gramm täglich pro Person. Im Vergleich zur Saccharosegruppe wurde bei den Xylitolprobanden eine Reduktion der Karieszuwachsrate um mehr als 82 % ermittelt. Der Kaueffekt konnte ausgeschlossen werden, da beide Gruppen die gleiche Menge Kaugummi konsumierten. Ein Fazit der Studie ist auch, dass bereits geringe Mengen an Xylitol ausreichen und eine komplette Umstellung des Süßmittels nicht notwendig ist.

Diese Effekte werden dadurch erklärt, dass die kariogenen Streptococcus mutans das Xylitol nicht verstoffwechseln können und damit absterben. Weiterhin werden sie auch daran gehindert, als Plaquebakterien an der Zahnoberfläche anzuheften. Als optimale Xylitolmenge wurden zwischen 5 und 10 Gramm pro Tag in mehreren Portionen ermittelt. Diese kann mittels Kaugummi oder Lutschpastillen aufgenommen werden.

Darüber hinaus regt Xylitol die Speichelproduktion an und fördert die Bildung von Komplexen mit Calcium und Speicheleiweißen in der Mundhöhle, was zu einer Remineralisation von Zahnhartsubstanz führt.

In einer weiteren Turku-Studie aus dem Jahr 2000 wurden die Wechselwirkungen zwischen Müttern, die regelmäßig xylitolhaltige Kaugummis kauten, und ihren Kindern (bis 2 Jahre alt) untersucht. Ergebnis der Untersuchung war, dass der regelmäßige Konsum von Xylitol-Kaugummis durch die Mütter den Befall mit Streptococcus mutans bei den Kindern signifikant hemmt.

Mittelohrentzündungsvorbeugende Wirkung

In einer finnischen Studie wurde nachgewiesen, dass Kinder, die täglich Xylitol als Sirup oder in Form von Gummibonbons erhielten, im Vergleich zu Kindern einer Kontrollgruppe, die das Süßungsmittel nicht erhielt, 30–40 % weniger häufig an einer Mittelohrentzündung erkrankten.

Osteoporosevorbeugende Wirkung

Im Darm bildet Xylitol Komplexe mit Calcium und erleichtert dessen Resorption. Dies könnte ein noch wenig erforschter Weg zur Vorbeugung von Osteoporose sein.“

( Quelle: Wikipedia)

Xylitol kann als Nebenwirkung Durchfall erzeugen, hat aber auch noch andere interessante Eigenschaften:

„Xylitol hat denselben Geschmack und die nahezu gleiche Süßkraft wie Saccharose. Löst sich Xylitol im Mund im Speichel, entzieht es der Umgebung Wärme und erzeugt auf der Zunge einen Kühleffekt (endotherme Lösungswärme) von −153,2 J/g, der ähnlich beschrieben wird wie der erfrischende Geschmack von Menthol.

Der bezogene Nährwert von 10 kJ/g (2,4 kcal/g) ist 40 % geringer als bei Haushaltszucker. Der Stoffwechselweg im menschlichen Körper läuft insulinunabhängig ab, beeinflusst den Blutzucker- und Insulinspiegel nur geringfügig und ist somit für Diabetiker geeignet.

Xylitol ist hitzestabil und karamellisiert nur, wenn es mehrere Minuten auf über 200 °C erhitzt wird. Bei Temperaturen um ca. 100 °C findet keine Karamellisierung statt.

Xylitol ist ein Molekül, das viel Wasser an sich zu binden vermag. Es wird im Dünndarm nur passiv, also langsam und unvollständig resorbiert. Bei regelmäßiger Einnahme kann die Resorptionsrate im Dünndarm durch Enzyminduktion erhöht werden. Bei Einnahme von mehr als 0,5 g Xylitol pro kg Körpergewicht kann eine abführende Wirkung auftreten, welche nach Adaption des Organismus verschwinden kann. Es wurden in Studien Einnahmen von 200 g Xylitol täglich problemlos vertragen. Bei Sorbitol besteht diese Anpassung nicht, daher wirkt Sorbitol immer abführend.

Im Dickdarm wird das restliche Xylitol (etwa 2/3 der eingenommenen Menge) durch Bakterien zerlegt und zu kleinen Fettsäurebestandteilen abgebaut und resorbiert. Diese werden zu Kohlendioxid (CO2) und Wasser verstoffwechselt.“

(Quelle: Wikipedia)

Ob es nun angebracht ist, allen Kindern xylitolhaltige Kaugummis zu empfehlen, darüber kann man geteilter Meinung sein. Gegenüber zuckerhaltigen Süssigkeiten hat Xylitol aber klare Vorteile. Und bei Kindern die zu Mittelohrentzündungen neigen, scheint mir Xylitol ein interessanter Typ. Verhinderte Mittelohrentzündungen sparen Schmerzen und Antibiotika.

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:

Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

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Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

moodle.heilpflanzen-info.ch/

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Süssmittel Stevia – aktuelle Situation in der Schweiz

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Stevia rebaudiana Bertoni ist in Südamerika heimisch und zählt zur Familie der Asteraceae. Die Bezeichnung “Bertoni” bezieht sich auf den Schweizer Botaniker Moises S. Bertoni. Der nach Südamerika ausgewanderte Tessiner hat 1899 die ersten Arbeiten über Stevia veröffentlicht.

Steviablätter, auch Süsskraut genannt, besitzen einen typischen, süssen Geschmack. Der wichtigste Bestandteil ist das Heterosid Steviosid, welches durch Hydrolyse in 3 Moleküle Glucose und 1 Molekül Steviol gespalten wird. Als weitere süsse Inhaltsstoffe enthält die Pflanze Ducosin, Rebaudiosin und Steviolbiosin. Steviosid besitzt eine 300-fach stärkere Süsskraft als Saccharose und erinnert geschmacklich sehr an Süssholz.

In verschiedenen Ländern wird Stevia in Form von Blättern oder Extrakten als nicht kalorienhaltiges Süssungsmittel eingesetzt. Die Pflanze ist weder in der Schweiz noch in den EU-Ländern als Nahrungsmittel erlaubt. Zurzeit sind Steviablätter nur in kleinen Mengen als Bestandteil von Teemischungen zugelassen. Der Anteil in einer Teemischung darf maximal 2% betragen. Jegliche andere Anwendung der Pflanze oder der Blätter in Lebensmitteln ist untersagt.

Anders zeigt sich die Lage für den Steviaextrakt, welcher eine starke Süsskraft besitzt. Im Juni 2008 hat der gemeinsame FAO/WHO-Sachverständigenausschuss für Lebensmittelzusatzstoffe (engl. Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives – JECFA) einen Extrakt mit 95% Steviolglykosiden ausgewertet und beurteilt. Die zugelassene Tagesdosis wurde schlussendlich auf 0-4mg/kg Körpergewicht festsetzt.
In diesem Extrakt sind die zwei Glykoside Steviosid und Rebaudiosid enthalten. Beide Inhaltsstoffe fallen in die Kategorie der Zusatzstoffe beziehungsweise der Süssungsmittel. Weil diese Stoffe nicht im Anhang 1 der Zusatzstoffverordnung (ZuV) erwähnt sind, muss für die Anwendung von Fall zu Fall eine Bewilligung eingeholt werden.
Das Bundesamt für Gesundheit kann also im Einzelfall eine Zulassung zur Verwendung eines Steviaextrakts als Süssungsmittel erteilen, wenn der Extrakt den Anforderungen des JECFA genügt.

Die Schweiz ist eines der ersten Länder in Europa, welches einen Steviaextrakt zur Produktion von Süssgetränken zugelassen hat. Einzelne Detailhändler in der Schweiz bieten nun schon steviagesüsste Getränke an. Zurzeit gibt es aber keinen pulverförmigen oder flüssigen Pflanzenextrakt zur individuellen Anwendung.

Quelle: www.pharmavista.net

Kommentar:

Der Pharmavista-Text gibt die momentane rechtliche Situation um Stevia in der Schweiz wieder. Stevia ist auch in der Pflanzenheilkunde schon lange ein Thema, weil es zum Süssen von Teemischungen aus Heilpflanzen, von Kräutertees, verwendet wird. Am einfachsten besorgt man sich zu diesem Zweck in einer Gärtnerei ein Steviapflänzchen, von dem man dann ein bisschen von den Blättern in den Tee gibt. Ich würde empfehlen, Stevia zwar zu nutzen, aber mit etwas Zurückhaltung, also nicht Tag für Tag in grösseren Mengen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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