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Heilpflanzen gegen Prostatabeschwerden

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Zu Beginn eines Benignen Prostatasyndroms (BPS) genügen häufig Maßnahmen wie Blasentraining oder Abnehmen. Heilpflanzen-Präparate können unterstützend wirken.

Typisch für das Benigne Prostatasyndrom (BPS) ist eine Trias aus Prostatavergrößerung, Symptomen des unteren Harntrakts (LUTS) und Blasenauslass-Obstruktion. Zwischen ihnen bestehe kein fester Zusammenhang, erklärte Professor Klaus Höfner beim Uro Update in Düsseldorf.

So könne bei einem Patienten eine Veränderung allein auftreten, bei anderen zwei oder auch alle drei, wobei die Symptome von milde bis stark reichen.

Über die einzuleitenden Maßnahmen entscheiden Arzt und Patient gemeinsam, empfehlen Fachgesellschaften Deutscher Urologen in ihren Leitlinien zum BPS und stellen dafür einen Algorithmus bereit (Der Urologe A. 2009; 48: 1503). Als Hauptkriterien für die Behandlung haben sich herauskristallisiert: Wie stark ist die Blasenauslass-Obstruktion? Schreitet die Krankheit fort, und wie gross ist das Risiko von Komplikationen?

Für die Indikation zu einer Behandlung sei die individuelle Progression einzuschätzen, empfahl der Urologe aus Oberhausen. Im ersten Stadium sind Medikamente häufig nicht unbedingt nötig („Watchful Waiting“). Dabei ist es gut zu wissen, dass sich die Prognose der Prostata-Obstruktion sich durch dieses kontrollierte Zuwarten nicht verschlechert.

Es eignet sich für Patienten mit leichten Beschwerden, kaum eingeschränkter Lebensqualität, kleiner Prostata, niedrigem PSA, wenig Restharn und gutem Harnfluss. Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind Bestandteil dieses Konzepts, genauso wie Änderungen des Lebensstils: Regulieren der Flüssigkeitszufuhr, wenig Alkohol und Kaffee, Blasentraining und für Übergewichtige Abnehmen, weil das die Beschwerden verringert.

Eine Option bei milden BPS-Symptomen sind pflanzliche Präparate (Phytopharmaka), in Deutschland hauptsächlich Extrakte aus Sägezahnpalmenfrüchten (Serenoa repens, Sabal serrulata), Brennnesselwurzeln (Urtica dioica), Kürbissamen (Cucurbita pepo), Roggenpollen (Secale cereale) sowie Phytosterole aus der afrikanischen Wurzel Hypoxis rooperi, aus Kiefer und Fichte (Pinus und Picea).

Für einige Phytotherapeutika (Harzol®, Azuprostat®, ProstaFink®, Permixon® und Prostagutt®) ergeben sich aus randomisierten Studien Hinweise auf Wirksamkeit.

Eine Übersicht der Cochrane Collaboration zu β-Sitosterol-haltigen Präparaten haltigen Präparaten zeigt: Sie werden gut vertragen, die Beschwerden bessern sich, der Harnstrahl wird kräftiger.

Seit 2004 müssen Patienten diese Phytotherapeutika in Deutschland selbst bezahlen. Die Konsultation in der Praxis ist jedoch über EBM abzurechnen.

Die Präparate bestehen aus einer Arzneipflanze oder aus mehreren. Die Hersteller verwenden unterschiedliche Extraktionsverfahren, so dass die Heilpflanzen-Präparate in ihrer Zusammensetzung variieren, selbst wenn sie aus derselben Pflanze stammen, erklärte Höfner. Resultate aus Grundlagenforschung und klinischen Studien zu Wirkung, Bioverfügbarkeit und Pharmakodynamik sind nicht von einem Präparat auf ein anderes übertragbar, auch wenn beide aus der gleichen Heilpflanze produziert werden.

Zudem sei noch nicht erforscht, ob die Heilpflanzen-Präparate langfristig wirken, ob sie das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen und Harnverhalt oder Operation vorbeugen. Dennoch erscheine der Ansatz interessant und solle weiter beobachtet werden, sagte Höfner.

Er stellte eine neue Studie zu einer Serenoa-repens-Zubereitung vor: Im Tiermodell hemmte sie, additiv verstärkt durch Selen und das in Tomaten vorkommende Lycopin, die Entzündung und Hyperplasie, die mit der Obstruktion einhergehen (Urology 2011; 77: 248).

Ein Naturprodukt, das bereits bei Harnwegsinfekten getestet wurde, schlagen Wissenschaftler jetzt für die BPS-Behandlung vor: ein Pulver aus Cranberries. Teilnehmer einer Studie waren 42 Männer mit LUTS, erhöhtem PSA und chronischer, nicht-bakterieller Prostatitis. 21 nahmen sechs Monate täglich 1500 mg des Pulvers.

Danach hatten sich die Werte auf dem Internationalen Prostata Symptomen-Score IPSS, Lebensqualität, Uroflow und Restharn signifikant stärker gebessert als bei den 21 nicht-behandelten Prostata-Patienten (Br J Nutr 2010; 104: 1181).

Quellen:

http://journals.cambridge.org/action/displayAbstract?fromPage=online&aid=7912891&fulltextType=RA&fileId=S0007114510002059

http://www.aerztezeitung.de/medizin/article/656555/pflanzen-prostatabeschwerden.html

Kommentar & Ergänzung:

Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in der Schweiz einige Phytopharmaka zur Linderung der Beschwerden bei Gutartiger Prostatavergrösserung (Benigne Prostatahyperplasie) die von den Krankenkassen via Grundversicherung bezahlt werden, wenn eine Ärztin oder ein Arzt sie verschreibt.

Wichtig ist bei allen Heilpflanzen-Präparaten in diesem Bereich, dass sie langfristig eingenommen werden sollten, idealerweise mindestens über sechs Monate.

Die erwähnte Anwendung von Cranberries bei Prostatabeschwerden (nicht-bakterielle Prostatitis) ist eine ziemlich neue Idee. Die beschriebene Studien ist zwar interessant, ihre Aussagekraft allerdings nur schon wegen der kleinen Zahl der Teilnehmer sehr begrenzt.

Ansonsten erwähnt der Bericht die wichtigsten Prostatapflanzen: Sabalfrüchte, Kürbissamen, Brennnesselwurzel, Roggenpollen.

Erstaunen mag, dass der in der traditionellen Pflanzenheilkunde  häufig angewendete Weidenröschentee nicht erwähnt wird. Das hat damit zu tun, dass zur Wirkung des „Kleinblütigen Weidenröschens“ gegen Prostatabeschwerden im Gegensatz zu den aufgeführten Heilpflanzen keine fundierte Dokumentation vorliegt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Sabalfrüchte gegen Prostatabeschwerden

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Für Patienten mit milden Beschwerden eines benignen Prostatasyndroms sind Heilpflanze-Präparate eine Option. Für einige Phytotherapeutika gebe es aus randomisierten Studien Hinweise auf Wirksamkeit, darunter für Extrakte aus Sägezahnpalmenfrüchten (Serenoa repens, Sabal serrulata, Sägepalme), erklärte Professor Klaus Höfner beim Uro Update in Düsseldorf.

Dort stellte der Experte aus Oberhausen eine neue Studie zu einer Serenoa-repens-Zubereitung vor: Im Tiermodell hemmte das Präparat, additiv verstärkt durch Lycopin und Selen, die mit der Obstruktion einhergehende Entzündung und Hyperplasie (Urology 2011; 77: 248).

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/urologische-krankheiten/prostata/article/652374/saegezahnpalmenfruechte-prostatasymptome.html?sh=8&h=-202169220

Kommentar & Ergänzung:

Trockenextrakte aus den Sabalfrüchten werden zur Linderung von milderen gutartigen Prostatabeschwerden schon seit längerem erforscht.

Tatsächlich gibt es Hinweise auf eine Wirksamkeit aus randomisierten klinischen Studien. Der Text  übergeht an diesen Punkt allerdings, dass es auch Studien gibt, in denen Sabalfrüchte keine Wirkung zeigten. Insofern ist die Darstellung einseitig.

Wichtig scheint mir in diesem Zusammenhang:

Alle positiven Hinweise aus Patienten-Studien basieren auf Langzeitanwendungen über drei bis (eher) sechs Monate. Kurzzeitige Anwendung über wenige Wochen sind daher  nicht sehr erfolgsversprechend.

Bei der erwähnten Untersuchung am „Tiermodell“ bleibt  völlig offen, ob daraus auch Schlüsse auf eine Wirkung auch beim Menschen gezogen werden kann.

Ernstnehmen kann man hier eigentlich nur klinische Studien mit Prostata-Patienten.

Weitere Informationen zu Lycopin:

Lycopin im Tomatensaft reduziert Knochenschwund

Tomatenmark schützt vor Sonnenschäden

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Studie bestätigt: Kürbissamen bessern Nykturie bei Prostatavergrösserung

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Die Behandlung mit einem Kürbissamenextrakt lindert bei Patienten mit benigner Prostatahyperplasie (gutartiger Prostatavergrösserung) die charakteristischen Beschwerden beim Wasserlassen – vor allem ständigen Harndrang und Nykturie (vermehrtes, nächtliches Harnlassen). Kürbissamen verbessern die im IPSS-Gesamtscore erfasste Lebensqualität. Zu diesem Ergebnis kam die Placebo-kontrollierte G.R.A.N.U.-Studie, wie GlaxoSmithKline Consumer HealthCare mitgeteilt hat.

Je ein Drittel der total 1430 Studienteilnehmer mit einem IPSS-Gesamtscore zwischen 13 und 19 Punkten, also mit mittelschweren Beschwerden, nahm ein Jahr lang entweder täglich 2 x 500 mg Kürbissamenextrakt, täglich 2 x 5 g gereinigte Kürbissamen oder Placebo ein.

Zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden sei es schon nach vierwöchiger Einnahme der Kürbissamen-Präparate gekommen: Die Nykturie ging von 2,5 auf 1,7 zurück (Placebo: 2,6 auf 2,0). Die per IPSS festgestellte Lebensqualität verbesserte sich von 3,5 auf 2,2 (Placebo: von 3,5 auf 2,5). Im weiteren Verlauf sei es in beiden Kürbissamen-Gruppen zu einer kontinuierlichen Besserung von Nykturie und Lebensqualität gekommen, während mit Placebo nach sechs Monaten keine signifikanten Änderungen mehr feststellbar gewesen seien

(G.R.A.N.U.: German Research Activities on Natural Urologicals)

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/urologische-krankheiten/prostata/article/625592/studie-bestaetigt-kuerbissamen-bessert-nykturie.html?sh=18&h=-14188817

Kommentar & Ergänzung:

Kürbissamen scheinen mir bei gutartiger Prostatavergrösserung in den leichteren Stadien eine interessante Behandlungsoption. Das sieht auch die Phytotherapie-Fachliteratur so.

Die Meldung  – basierend auf einer Mitteilung von GlaxoSmithKline – lässt aber noch viele Fragen offen:

Die beschriebene Studie wurde offenbar (noch?) nicht in einer Fachzeitschrift veröffentlicht, sonst wäre dieser wichtige Punkt erwähnt worden. Die Publikation in einer Fachzeitschrift stellt ein gewisses Gütezeichen dar, weil die Studie dann vorgängig von Fachleuten auf ihre Qualität hin begutachtet wird.

Die Studie soll placebokontrolliert durchgeführt worden sein. Beim Kürbiskern-Extrakt lässt sich eine Placebokontrolle leicht durchführen, indem eine gleichartige Placebokapsel abgegeben wird.

Daher wird das Placebo eine Kapsel gewesen sein. Die Kürbissamen sind aber wohl kaum verblindet worden. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen wie man da ein Placebo erstellt. Also dürften die Kürbissamen-Konsumenten gewusst haben, dass sie ein Verum einnehmen.

Die Studie soll placebokontrolliert durchgeführt worden sein. Aber war sie auch doppelblind? Nur wenn die abgebenden Aerzte und Aerztinnen auch nicht wissen, ob der Patient ein Placebo oder ein Kürbissamen-Präparat bekommt, wird eine unbewusste Beeinflussung ausgeschlossen. Solange „doppelblind“ im Bericht nicht erwähnt wird, muss wohl davon ausgegangen werden, dass die Studie nur „einfachblind“ war.

War die Studie randomisiert? Nur wenn per Zufall entschieden wurde, ob jemand in die Placebo-Gruppe oder in die Kürbissamen-Gruppe kommt, ist die Qualität der Studie vertrauenswürdig. Leider fehlt diese Information im Bericht.

Positiv scheint mir, dass die Kürbissamen-Studie über ein Jahr lief.

Heilpflanzen-Präparate gegen Beschwerden bei gutartiger Prostatavergrösserung brauchen eine langdauernde Einnahme, damit sie ihr Potential voll entfalten können.

Neben den Kürbissamen gibt es in der Phytotherapie noch weitere Heilpflanzen zur Linderung der Beschwerden bei gutartiger Prostatavergrösserung, zum Beispiel Sägepalme (Sabal serrulata, Serenoa repens, Sabal-Früchte) oder Brennesselwurzel.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Warnung vor pflanzlichem (?) Potenzmittel Viapro

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Die „Zeitschrift für Phytotherapie“ warnt in ihrer jüngsten Ausgabe (Nr. 3 / 2010) vor dem im Internet als natürlicher Viagra-Ersatz  vertriebenen pflanzlichen Produkt Viapro:

„Bei Viapro handelt es sich um ein Nahrungsergänzungsmittel, welches eine Kombination aus 22 verschiedenen Kräutern enthalten soll und für den Einsatz bei erektiler Dyfunktion beworben wird. Ein solcher Indikationsanspruch würde das Präparat nach deutschem Recht automatisch dem Arzneimittelrecht unterwerfen, ein Vertrieb als Nahrungsergänzungsmittel wäre demnach illegal. In einer Untersuchung stellte die FDA im Juli 2008 die Anwesenheit einer Analogsubstanz des Sildenafils, nämlich Thio-Methisosildenafil in einer Charge des Präparates fest und forderte den Hersteller zum Rückruf auf. Patienten bzw. Kunden müssen über die gefährlichen Auswirkungen nicht deklarierter und nicht standardisierter Wirkstoff-Beimengungen aufgeklärt werden. Das Mittel sollte sofort abgesetzt werden.“

Sildenafil ist der keineswegs pflanzliche Wirkstoff im Viagra. Die Anwesenheit von Thio-Methisosildenafil als Analogsubstanz des Sildenafils gefährde den Verbraucher, „weil der Blutdruck aufgrund einer gravierenden Wechselwirkung mit Medikamenten wie z.B. Trinitroglycerin gefährlich absinken kann. Patienten mit Diabetes, hohem Blutdruck, hohen Cholesterinwerten oder Herzerkrankungen gehören oftmals zu den Betroffenen.“

Nach Herstellerangaben soll das Produkt speziell für die Beeinflussung der männlichen Erektion, also zur Behandlung von Impotenz, entwickelt worden sein.

Die „Zeitschrift für Phytotherapie“ druckt aus einem Verkaufsprospekt Angaben zur Zusammensetzung von Viapro ab (Zitat inkl. Fehler im Verkaufsprospekt):

»Smilax extract (Sarsaparille) – ist dafür bekannt ein Hormongleichgewicht zu halten. Der Saft verbessert die Blutzirkulation und die männliche Potenz.

Avena sativa Extrakt (oat straw) – dient als Aphrodisiakum. Fördert die Libido bei Männer und Frauen.

Zyzphys Jujube (Jujube) – verbessert die Libido beim Mann. Durch den süßlichen Geruch werden Frauen davon angezogen.

Weitere Wirkstoffe sind – Kapsikum annum (Cayenne), Eleutherococcus senticocus (Ginseng), Urtica dioca (stinging nettles), Sernoa repens (saw palmetto), Cucurbita pepo (Kürbiskerne).«

Quelle:

Zeitschrift für Phytotherapie 3 / 2010

Kommentar & Ergänzung:

Es ist eine hoch betrügerische Sache, dass immer wieder angeblich rein pflanzliche Naturheilmittel mit undeklarierten synthetischen Zusätzen vermarktet werden. Immer wieder festgestellt wurden solch gefährliche Betrügereien bei asiatischen Heilmitteln, die via Internet bestellt wurden.

Viapro ist nun offenbar ein europäisch-amerikanisches Beispiel.

Aber auch unabhängig von dem 2008 von der FDA gefundenen Sildenafil-Analogon ist die Zusammensetzung von Viapro mehr als fragwürdig.

– Sarsaparilla gehört zu den Stechwindengewächsen. Die China-Stechwinde (Smilax china) kam 1525 durch Vinzenz Gilius von Tristan nach Europa und wurde als Mittel gegen Lustseuche (Syphilis) empfohlen. Eine solche Heilpflanze einem Potenzmittel gleich beizufügen wäre ja zumindestens originell, wenn davon eine Wirkung erwartet werden könnte. Allerdings fehlen Hinweise auf solche Effekte.

– Avena sativa (Hafer) gilt als sehr energiereiches Pferdefutter…kann also in einem Potenzmittel auch nicht schaden. In der traditionellen Pflanzenheilkunde soll Hafertinktur allerdings eher beruhigend wirken – bleibt also zu hoffen, dass „er“ nicht einschläft.

– Die Chinesische Jujube (Ziziphus zizyphus, syn. Ziziphus jujuba), auch Chinesische Dattel oder Rote Dattel genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae) und stammt aus Nord- und Nordostchina. Die Jujube-Früchte dienen in getrockneter Form als Brusttee bei Erkältungen; aus diesem Grunde ist sie bei Apothekern häufig auch als Brustbeere bekannt. In China stellte sie schon sehr früh eine der wichtigsten Arzneipflanzen dar. Eine Wirkung als Potenzmittel ist nicht plausibel.

– Capsicum annuum (Spanischer Pfeffer, Paprika) hat zwar eine Ruf als unregendes Gewürz – aber in Kapselform?? Ausserdem wird Paprikaextrakt eingesetzt zur Förderung der Durchblutung und Reizempfindlichkeit im Genitalbereich – allerdings als Creme….

– Eleutherococcus senticosus (Taiga-Wurzel, Sibirischer Ginseng), im Prospekt fälschlich einfach als Ginseng (wodurch normalerweise gemeint ist: Panax ginseng) bezeichnet, verbessert als adaptogene Heilpflanze die Fähigkeit des Organismus zur Stressbewältigung. Das zumindestens kann ja in einem Potenzmittel nicht schaden….

– Urtica dioica, die altbekannte Brennessel. Um sie ranken sich zahlreiche Geschichten. Die Brennesselsamen sollen feurig machen in der Liebe – getestet von Pferdehändlern, die vor einem Verkauf damit ihre Tiere behandelt haben sollen, damit sie fitter aussehen. Und Brennesselpeitschungen sollen anregend wirken…na ja, wems gefällt.

Brennesselwurzel dagegen sind tatsächlich in ihrer Wirkung gut erforscht zur Linderung der Beschwerden bei gutartiger Prostatavergrösserung. Kann also für Männe auch nicht schaden, doch werden die Kapseln kaum die Wurzeln enthalten.

–  Serenoa repens (Zwergpalme, Sägepalme, Sabal serrulata) ist das am besten dokumentierte Heilpflanzen-Mittel gegen gutartige Prostatavergrösserung älterer Männer. Aber potenzsteigernd?

– Cucurbita pepo (Kürbiskerne) sind ebenfalls wirksam gegen Beschwerden bei gutartiger Prostatavergrösserung. Aber potenzsteigernd?

Eine ziemlich wilde, unsinnige Kräutermischung also, welches da als natürliches Potenzmittel vermarktet wird.

Allerdings wird von einem solchen Produkt schon ein anständiger Placeboeffekt zu erwarten sein. In Situationen, in denen Potenzmittel angewendet werden, spielt die Erwartungshaltung eine grosse und wohl mitunter entscheidende Rolle.

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Heilpflanzen-Extrakte zeigen günstige Effekte bei bakterieller Prostatitis

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Der Zusatz pflanzlicher Arzneien bessert eine bakterielle Prostatitis schneller als ein Antibiotikum allein. Einen Monat nach der Behandlung mit Prulifloxacin plus Serenoa repens, Urtica dioica (ProstaMEV®), Quercetin und Curcumin (FlogMEV®) zeigten 90 Prozent von 143 Studienteilnehmern keine Symptome mehr, berichten Wissenschaftler aus Florenz. Mit Prulifloxacin pur dagegen wurde nur knapp ein Drittel beschwerdefrei. Ein halbes Jahr später hatte keiner mit der Kombi einen Rückfall, mit Monotherapie jedoch waren es zwei Patienten (Int J Antimicrob Agents 33, 2009: 549).

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de

Kommentar & Ergänzung:

Eine interessante Meldung. Bakterielle Prostatitis ist bisher  für die Phytotherapie eher ein randständiges Thema. Im Vordergrund der Phytotherapie im Bereich Urologie stehen Heilpflanzen zur Linderung der Beschwerden bei benigner Prostatahyperplasie (gutartige Prostatavergrösserung):

Vor allem Sägepalmenfrüchte, aus der Sägepalme, ( = Zwergpalme, Sabal serrulata, Serenoa repens),

Brennesselwurzel aus der Brennessel (= Urtica dioica) und

Kürbissamen (Cucurbita pepo).

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Phytotherapie: Cimicifuga auch gegen BPH wirksam?

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Neue Forschungsresultate zeigen, dass bestimmte Extrakte der Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) nicht nur Frauen, sondern auch Männern helfen können. Erste Untersuchungen von Dr. Dana Seidlova-Wuttke von der Universität Göttingen deuten darauf hin, dass bestimmte Cimifuga-Zubereitungen zur Prävention und Behandlung von altersbedingten Veränderungen der Prostata wirksam sein könnten.

Quelle: http://www.aerztezeitung.de

Kommentar & Ergänzung:

Die Aussagen in diesem Text sind zu Recht noch vorsichtig formuliert. Die Forschung zur Wirksamkeit von Traubensilberkerze bei benigner Prostatahyperplasie (= gutartige Prostatavergrösserung, BPH) stecken noch in den Anfängen. Die Hormonexpertin Dr. Seidlova-Wuttke ist aber eine Kapazität in der Erforschung von Cimicifuga-Wirkungen.

Traubensilberkerzen-Extrakte sind in der Phytotherapie gut etabliert und dokumentiert zur Anwendung bei Beschwerden im Klimakterium, also in den Wechseljahren, beispielsweise bei Hitzewallungen.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es allerdings noch viel zu früh, Traubensilberkerze auch bei BPH zu empfehlen. Hier stehen nach wie vor im Vordergrund

– Sägepalme ( = Früchte der Zwergpalme, Sägezahnpalme, Sabal serrulata, Serenoa repens),

– Brennessel (Wurzel von Urtica dioica) und

– Kürbissamen (Cucurbita pepo, Gartenkürbis).

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Phytotherapie in der Urologie – ein kurzer Überblick

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Hier eine überarbeitete und gekürzte Zusammenstellung aus der Universität Duisburg-Essen mit den wichtigsten Heilpflanzen für Erkrankungen der Harnwege und der Prostata:

Die Indikationsbereiche für Phytotherapeutika in der Urologie sind die benigne
Prostatahypertrophie (BPH, gutartige Prostatavergrösserung; Phytopharmaka häufig erste Wahl bei beginnender Hypertrophie) und entzündliche Krankheiten der ableitenden Harnwege.

Benigne Prostatahypertrophie (gutartige Prostatavergrösserung)

Bei BPH werden antigonadotrope, aber auch reiz- und entzündungshemmende
Wirkungen der Heilflanzen ausgenutzt. Geeignet dafür sind
– Sägepalme (Sabal serrulata),
– Kürbiskerne (auch bei Reizblase, auch für Frauen)
– Brennnesselwurzel
Ein Prostatakarzinom (Prostatakrebs) muss ausgeschlossen sein. Die erwähnten Heilpflanzen wirken vor allem auf den Beschwerdekomplex ein, weniger auf die fortschreitende Hypertrophie (Vergrösserung der Prostata).
Die Einnahme der Heilpflanzen-Präparate muss langfristig angelegt sein.

Entzündungen der ableitenden Harnwege (z. B. Blasenentzündung / Zystitis)

Unterschieden wird zwischen Aquaretika (Diuretika) und Harnwegsdesinfizienzien.
Empfehlenswert ist immer eine gesteigerte Flüssigkeitszufuhr als zusätzliche Durchspülungstherapie.

Aquaretika haben keine saluretische Wirkung und wirken über eine Verdünnungsdiurese. Sie sind deshalb keine Diuretika im eigentlichen Sinne. Hierzu zählen
– Birkenblätter
– Brennesselkraut
– Goldrutenkraut
– Orthosiphon (Katzenbart)
– Schachtelhalmkraut
Eine aquaretische Wirkung zeigen
– Petersilienwurzel
– Wacholderbeeren

Harnwegsdesinfizienzien sind beispielsweise Heilpflanzen mit Senfölglykosiden (Kresse, Rettichpflanzen) und weitere.
– Bärentraubenblätter
– Brunnenkresse- und Kapuzinerkressekraut
– Meerrettichwurzel
– Preiselbeerblätter (mit Escherichia coli spezifischer Wirkung)
– Sandelholz, weißes
– Cranberrysaft (widersprüchliche Resultate)
Bärentraubenblätter dürfen nur über eine Woche und höchstens fünfmal im Jahr
eingesetzt werden. Sie sind bei saurem Urin weniger wirksam.
Die unter Prostatahypertrophie aufgeführten Heilpflanzen können bei Harnwegsinfekten mit Reizblase wegen ihrer reizmildernden Wirkung nützlich sein.

Kommentar & Ergänzung:

Im Überblick der Universität Dusiburg-Essen werden die wichtigsten drei Heilpflanzen gegen die Beschwerden der gutartigen Prostatavergrösserung korrekt aufgeführt:
Kürbissamen, Sabalfrüchte und Brennesselwurzel.

Im Abschnitt Aquaretika wird richtigerweise darauf hingewiesen, dass die erwähnten Heilpflanzen die Wasserausscheidung fördern, worauf die Bezeichnung “Aquaretka” bezug nimmt. Dagegen wird im Gegensatz zu den Saluretika die Ausscheidung von Salzen nicht gefördert. Dies trifft allerdings auf alle dort aufgeführten Heilpflanzen zu, die spezielle Erwähnung einer aquaretischen Wirkung bei Petersilienwurzel und Wacholderbeeren ist unnötig und irreführend.

Im Abschnitt “Harnwegsdesinfizienzien” herrscht im Text der Universität Duisburg-Essen ein ziemliches Chaos: Es müsste darstellerisch klar unterschieden werden zwischen:

– Antibakteriell wirkenden Heilpflanzen
a) mit Senfölglykosiden (Meerrettichwurzel, Kresse, Rettich)
b) Arbutin-Pflanzen (Bärentraubenblätter, Preiselbeerblätter)

– Cranberrysaft, welcher die Anheftung der uropathogenen Keimen an den Schleimhäuten hemmt
(und dessen Wirkung inzwischen besser dokumentiert ist).

– Sandelholz, welches früher als ätherisches Öl eingesetzt wurde (heute überholt und nicht mehr gebräuchlich)

Ob Bärentraubenblätter wirklich bei saurem Urin weniger wirksam sind, ist heute nicht mehr so klar. Es gibt auch eine Studie, die das in Frage stellt.

Abschliessend zu diesem Überblick der Universität Duisburg-Essen soll noch betont werden, dass es nicht nur darauf ankommt, die richtige Heilpflanze für eine bestimmte Krankheit zu finden. Ebenso wichtig ist es, in welcher Form die Heilpflanze zur Anwendung kommt (z. B. Tee, verschiedene Varianten von Tinktur oder Extrakt).
Es ist nämlich eine ganze Anzahl von Heilpflanzen-Präparaten im Handel, von denen ausgesprochen fragwürdig ist, ob sie überhaupt eine Wirkung haben – neben fundierten Produkten, die es natürlich auch gibt.

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Phytotherapie – wo sie helfen kann

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Die Grundlage unseres gegenwärtigen Wissensstandes über die Anwendung von Heilpflanzen ist die
oft Jahrhunderte lange traditionelle Anwendung von Pflanzen in der Volksmedizin.

Allerdings hat die traditionelle Pflanzenheilkunde nicht nur viele wertvolle Erkenntnisse auf der Grundlage von Erfahrungen gewonnen. Sie hat sich auch an zahlreichen Punkten über Jahrhunderte gründlich geirrt, weil wir Menschen mit unseren Erfahrungen einer ganzen Reihe von Täuschungsmöglichkeiten ausgesetzt sind.

Deshalb versucht eine neuere Phytotherapie die alten Erfahrungen aufzugreifen und sie mit wissenschaftlichen Methoden zu bestätigen oder zu widerlegen. Diese Arzneipflanzenforschung ist bestrebt, von modellhaften Labortests bis hin zu klinischen Studien an
Patienten Fakten für den therapeutischen Wert und die Unbedenklichkeit von Heilpflanzen-Präparaten (Phytopharmaka) zu liefern.

In folgenden Anwendungsbereichen hat sich die Phytotherapie alleine oder kombiniert mit anderen therapeutischen Maßnahmen bewährt:

(Die aufgeführten Arzneipflanzen stellen nur eine kleine Auswahl dar. Weil die Heilpflanzen bei Präparaten meist mit dem lateinischen Namen aufgeführt sind, ist auch dieser angegeben:

– Vorbeugung von Krankheiten:

Stärkung des Immunsystems, sogenannte Immunstimulation:
Roter Sonnenhut, Echinacea purpurea

Schwitzkuren bei Erkältungen bzw. beginnenden grippalen Infekten:

Holunderblüten, Sambucus nigra
Lindenblüten, Tilia – Arten, z. B. Tilia cordata (Winterlinde) und Tilia platyphyllos (Sommerlinde)

– Befindlichkeitsstörungen im Verdauungstrakt:

Entzündungen im Bereich der Mundhöhle (z. B. Mundschleimhautentzündung, Aphthen):
Salbei, Salvia officinalis
Blutwurz, Tormentill, Potentilla erecta

Blähungen, Krämpfe im Verdauungstrakt:
Kamille, Matricaria recutita
Kümmel, Carum carvi
Fenchel, Foeniculum vulgare
Pfefferminze, Mentha piperita

Appetitlosigkeit:
Arzneipflanzen mit Bitterstoffen:
Gelber Enzian, Gentiana-Arten
Tausendguldenkraut, Centaurium erythraea
Fieberklee, Bitterklee, Menyanthes trifoliata

Arzneipflanzen mit aromatisch-bitterem Geschmack:
Wermut, Artemisia absinthium
Schafgarbe, Achillea millefolium

Magenübersäuerung, Hyperacidität:
Käsepappel, Chäslichrut, Malva – Arten, vor allem Malva silvestris und Malva neglecta

Lebererkrankungen, Leberschutz:
Mariendistel, Silybum marianum

Erkrankungen der Galle:
Artischocke, Cynara scolymus
Löwenzahn, Taraxacum officinale

Durchfallerkrankungen:
Tormentill, Blutwurz, Potentilla erecta
Heidelbeeren (getrocknet!), Vaccinium myrtillus

Verstopfung:
Faulbaum, Frangula alnus
Senna, Cassia – Arten
Rhabarber, Rheum palmatum
Leinsamen, Linum usitatissimum
Flohsamen, Plantago ovata
Rizinus (als Rizinusöl), Ricinus communis

– Erkrankungen im Bereich der Atemwege:

Reizhusten – Tees mit schleimhaltigen Heilpflanzen:
Eibisch, Althaea officinalis
Isländisches Moos, Cetraria islandica
Wald-Malve, Wilde Malve, Malva silvestris
Spitzwegerich, Plantago lanceolata

Auswurffördernde Hustenmittel:

a) Arzneipflanzen mit ätherischem Öl:
Thymian, Thymus vulgaris
Anis, Pimpinella anisum
Eukalyptus, Eucalyptus globulus
Latschenkiefer, Pinus mugo

b) Arzneipflanzen mit Saponinen:
Schlüsselblume, Primula veris
Efeu, Hedera helix

c) Arzneipflanzen mit anderen Wirkstoffen:
Sonnentau, Drosera rotundifolia

– Erkrankungen im Urogenitaltrakt

Erhöhung der Harnmenge,
besonders bei Steinleiden oder
Entzündungen der ableitenden
Harnwege, z. B. Blasenentzündung (Cystitis)

Birke, Betula pendula
Hauhechel, Ononis spinosa
Schachtelhalm, Equisetum arvense
Wacholder, Juniperus communis
Goldrute, Solidago virgaurea

Antimikrobiell wirkend bei Blasenentzündung:
Bärentraube, Arctostaphylos uva-ursi
Preiselbeersaft

Unterstützung bei gutartiger
Prostatavergrösserung (Prostatahyperplasie, BPH):

Weidenröschen, Epilobium angustifolium (eher volksheilkundlich)
Sägepalme, Serenoa repens, Sabal serrulata
Kürbissamen, Cucurbita pepo

– Herz-Kreislaufbeschwerden:

Leichte Herzmuskelschwäche, “Altersherz”:
Weißdorn, Crataegus-Arten, v. a. Crataegus monogyna und Crataegus laevigata (= Crataegus oxyacantha)

Krampfadern, chronisch-venöse Insuffizinez, venöse Stauungen in den Beinen:
Rosskastanie, Aesculus hippocastanum

Durchblutungsstörungen:
Ginkgo, Ginkgo biloba
Vorbeugung gegen Arteriosklerose (= “Verkalkung”):
Knoblauch, Allium sativum
Artischocke, Cynara scolymus

– Nervöse Störungen:

Leichte und mittelschwere
Depressionen:

Johanniskraut, Hypericum perforatum

Einschlafstörungen:
Baldrian, Valeriana officinalis
Melisse, Melissa officinalis
Hopfen, Humulus lupulus
Lavendel, Lavandula angustifolia

– Erkrankungen aus Gynäkologie / Frauenheilkunde

Prämenstruelles Syndrom, Beschwerden im Klimakterium (Wechseljahrbeschwerden):
Mönchspfeffer, Keuschlamm, Vitex agnus-castus
Nordamerikanisches Wanzenkraut, Traubensilberkerze, Cimicifuga racemosa

– Hauterkrankungen:

Ringelblume, Calendula officinalis
Arnika, Arnica montana
Hamamelis, Zaubernuss, Hamamelis virginiana
Ballonrebe, Cardiospermum halicacabum
Mahonie, Zierberberitze, Mahonia aquifolia
Nachtkerze, Oenothera biennis
Kamille, Matricaria recutita

Wichtig ist aber im Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde immer:
Es kommt nicht nur darauf an, welche Heilpflanzen bei welchen Beschwerden eingesetzt werden können.
Genauso viel Sorgfalt verlangt die Frage, in welcher Form eine bestimmte Heilpflanze angewendet werden soll, zum Beispiel als Tee, Tinktur, Extrakt, ätherisches Öl, Inhalation, Bad, Salbe etc.
Zudem gibt es grosse Unterschiede beispielsweise bezüglich der Qualität von Tinkturen, Extrakten etc.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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