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Rotes Weinlaub und Rosskastanien-Extrakt gegen Krampfadern – ja, aber in welcher Form?

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T-online hat einen Artikel zum Thema „Venenschwäche“ veröffentlicht mit dem Titel „Krampfadern vorbeugen: So zögern Sie sie hinaus.“

Darin gibt es eine Reihe nützlicher, aber auch schon ziemlich bekannter Tipps. Beispielsweise zu Risikofaktoren für Krampfadern wie:

langes Stehen

langes Sitzen

Bewegungsmangel

Übergewicht

Rauchen

Antibabypille

Hormonersatztherapien etwa in den Wechseljahren.

 

Auch wird auf die Bedeutung ausreichender Bewegung hingewiesen.

In einem Nebensatz kommt dazu noch netterweise eine Empfehlung zweier Heilpflanzen:

„In der Naturheilkunde werden auch Cremes und Umschläge aus rotem Weinlaub- oder Rosskastanien-Extrakt gegen Krampfadern eingesetzt.“

Damit trifft t-online im selben Satz voll ins Schwarze und voll daneben.

Rotes Weinlauf und Rosskastanien-Extrakt, das sind zusammen mit Buchweizenkraut (Rutin) tatsächlich die Favoriten der Phytotherapie, wenn es um Venenschwäche und Krampfadern geht.

Zwei Punkte laufen aber schief:

  1. Studien, die eine Wirksamkeit zeigen, gibt es beim Roten Weinlaub und beim Rosskastanien-Extrakt nur für Präparate zum Einnehmen, zum Beispiel in Kapselform. Dass die Wirkstoffe aus Rotem Weinlauf (Flavonoide) und aus Rosskastanien-Extrakt (Aescin) durch die Haut in relevanten Mengen aufgenommen werden, ist sehr unwahrscheinlich und nicht einmal ansatzweise belegt. Umschläge mit Roten Weinlaub oder Rosskastaniensalben sind daher als Anwendungsform sehr fragwürdig
  1. Es gibt keine fundierten Hinweise darauf, dass Präparate aus Rotem Weinlaub oder Rosskastanien-Extrakt vorbeugend oder gar heilend wirken bei Krampfadern, wie es der Text nahelegt. Belegt wurde eine Linderung der Beschwerden bei Venenschwäche bzw. Krampfadern. Venöse Stauungen (Ödeme) und das Gefühl schwerer Beine wurden reduziert. Das ist wertvoll, aber es ist eben nicht die Vorbeugung oder gar Heilung, die von der Werbung oft versprochen wird.

Darüber hinaus enthält der Text auf t-online noch Tipps zur Ernährung, zum Beispiel:

„Fördern Sie die Venendurchblutung mit Gewürzen wie Ingwer, Pfeffer und Chili.“

Nichts gegen Ingwer, Pfeffer und Chili, aber so ganz nachvollziehbar ist diese Empfehlung nicht. Der Wirkstoff im Chili (Capsaicin) wirkt beispielsweise auf der Haut durchblutungsfördernd und erweitert dazu kleine Kapillargefässe. Aber ob ich eine solche Wirkung auch auslösen kann durch Einnahme von Chili ist sehr fraglich. Wieviel Chili müsste ich denn täglich einnehmen, damit der Wirkstoff in relevanter Konzentration in kleinen Venen gelangt und sie erweitert. Und wäre das überhaupt sinnvoll für einen besseren venösen Rückfluss oder eher kontraproduktiv?

Quelle der Zitate:

http://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_46399962/krampfadern-vorbeugen-mit-sport-und-richtiger-ernaehrung.html

Siehe auch:

Empfehlungen zur Behandlung chronischer Venenleiden

Venenerkrankungen: Wirksamkeit von Rosskastanienextrakt erneut bestätigt

Cochrane-Studie zu Rosskastanien-Extrakt bei Venenbeschwerden

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Was hilft gegen Krampfaderbeschwerden?

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Die österreichische Kronenzeitung befasst sich mit dem Thema Krampfadern.

Dabei kommen auch pflanzliche Arzneimittel zur Sprache.

Ass.- Prof. Priv.-Doz. Dr. Stanislava Tzaneva von der Klinischen Abteilung für Dermatologie der MedUni Wien erklärt dazu:

„Das konsequente (!) Tragen von Kompressionsstrümpfen, -strumpfhosen oder Verbänden während des Tages fördert den Rückfluss des Blutes. In Kombination mit dieser Basistherapie kann der Betroffene auch venoaktive Medikamente, z. B. mit Rosskastanien oder Traubenkernextrakt einnehmen. Das Ziel ist die Linderung typischer Beschwerden wie Schwellungen, Schweregefühl und Schmerzen.“

Eine weitere Möglichkeit sei das operative Entfernen der Krampfadern (Venenstripping).

„Diese Methode wurde in den vergangenen Jahren aber mehr und mehr von der Radiofrequenz- und Laserbehandlung verdrängt, die nun erste Wahl sind“, erklärt die Fachärztin für Dermatologie und Venerologie. Als dritte Möglichkeit komme die Verödung mit Flüssigkeit oder Schaum zum Einsatz.

Quelle:

http://www.krone.at/gesund-fit/was-hilft-bei-krampfadern-zeigt-her-eure-beine-story-570161

Kommentar & Ergänzung:

Die Wirksamkeit von Rosskastanienextrakt bei Krampfaderbeschwerden wie Schwellungen, Schweregefühl und schmerzenden Beinen ist gut mit Studien belegt.

Es braucht aber einen Extrakt, der eingestellt ist auf eine Tagesdosis von 100 mg Aescin und die Einnahme über längere Zeit.

Tee aus Rosskastaniensamen ist keie praktikable Anwendungsform und Rosskastanientinktur enthält zuwenig Aescin. Beliebt sind Rosskastaniensalben, doch ist ungeklärt, ob dadurch eine Wirkung über die Haut erzielt werden kann.

Traubenkernextrakt ist reich an oligomeren Proanthocyanidinen (OPC), wirkt deshalb als Antioxydans und wird in Nahrungsergänzungsmitteln als Anti-Aging-Mittel propagiert. Studien, die diese Versprechungen belegen würden, fehlen allerdings.

Auch eine Wirksamkeit gegen Krampfaderbeschwerden ist nicht plausibel belegt. Daher würde ich bei Krampfaderbeschwerden auf Rosskastanienextrakt setzen.

Siehe auch:

Cochrane-Studie zu Rosskastanien-Extrakt bei Venenbeschwerden

Venenschwäche – hilft Rosskastaniensalbe?

Pharmawiki: Rosskastanien-Extrakt bei Venenleiden

Venenerkrankungen: Wirksamkeit von Rosskastanienextrakt erneut bestätigt

 

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Weshalb heisst „Waldmeister“ Waldmeister…..

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DRWissen erklärt heute die Bedeutung des Namens Waldmeister (Galium odoratum):

„Der Name ‚Waldmeister’ existiert seit dem 15. Jahrhundert und entstand aus dem Frühneuhochdeutschen ‚Waltmeister’ – mit ‚t’ -, das vermutlich eine Umformung des Wortes ‚Waldmiere’ ist. Mieren sind eine Pflanzengattung der Nelkengewächse. Und der ‚Waldmeister’ wie wir ihn kennen gehört zu dieser Gattung.

Der Waldmeister als Heilpflanze wirkt gefäßerweiternd, entzündungshemmend und krampflösend – deshalb wird ihm eine ‚meisterhafte Heilkraft’ zugeschrieben. Im Französischen nennt man ihn nicht umsonst ‚reine des bois’, die ‚Königin der Wälder’.“

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=249498

Kommentar & Ergänzung:

Für die Bedeutung der Pflanzennamen gibt es oft mehrere widersprüchliche Erklärungen. Waldmeister war wohl zuerst ein Heilkraut, dann eine Bierwürze-Pflanze. Die Verwendung als Beigabe zur Maibowle ist verhältnismässig jung (19. Jahrhundert).

Die Bezeichnung „Meister“ wird bei dieser Pflanze in den Wörterbücher der Pflanzennamen auch in Bezug gesetzt zu „magister“ in der Bedeutung von „Arzt“.

„Waldmeister“ könne auch umgedeutet sein aus „Waldmeier“. „Meier“ als Bezeichnung mehrerer Asperula—Arten sei eine Form des Pflanzennamens „Miere“.  So steht’s in Friedhelm Sauerhoff’s „Etymologisches Wörterbuch der Pflanzennamen“.

Das deckt sich etwa mit den Angaben von DRWissen.

Nur eines stimmt absolut nicht:

Waldmeister ist kein Nelkengewächs und gehört nicht zu den Mieren, sondern zur Gattung Labkraut (Galium) und die gehört zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae).

Soviel zur Botanik. Heinomol.

Waldmeister setzt beim Welken Cumarin frei, das für den charakteristischen Duft verantwortlich ist (Heuduft ist auch Cumarin). Die Pflanze hat heute in der Phytotherapie keinen zentralen Platz mehr.

Ähnlich wie die Cumarin-Pflanze Steinklee (Honigklee, Melilotus officinalis) wurde sie zeitweise als Heilpflanze gegen venöse Ödeme eingesetzt. Da Cumarin auf längere Sicht genommen nicht ganz unproblematisch ist, werden diese Pflanzen heute wohl sinnvollerweise durch Buchweizenkraut ersetzt.

Am besten dokumentiert bezüglich Wirksamkeit bei Venenbeschwerden sind aber Rosskastanien-Extrakte (innerlich).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Mäusedorn bei Venenbeschwerden

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Bei Venenbeschwerden (Ödeme, Krampfadern, Venenschwäche) stehen in der Phytotherapie als Heilpflanzen-Anwendungen Rosskastanien-Extrakt, Buchweizenkraut und Rotes Weinlaub im Zentrum. Weniger bekannt ist Stechender Mäusedorn (Ruscus aculeatus).

Foto auf Wikipedia

Der Stechende Mäusedorn ist im Mittelmeergebiet und Nordafrika bis Vorderasien heimisch und auch an der Atlantikküste Frankreichs und Englands zu finden. Die Pflanze gehört zur Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae) und wächst als immergrüner, die Trockenheit liebender Strauch in Gebüschen und an trockenen, steinigen Abhängen.

Mäusedornwurzelstock enthält Steroidsaponine.

Wissenschaftlich anerkannte Anwendungbereiche:

„Zur unterstützenden Therapie von Beschwerden bei chronisch venöser Insuffizienz wie Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen, nächtliche Wadenkrämpfe, Juckreiz und Schwellungen. Unterstützende Therapie von Beschwerden bei Hämorrhoiden wie Juckreiz, Brennen (Kommission E, ESCOP).“

Quelle: http://www.koop-phyto.org/arzneipflanzenlexikon/maeusedorn.php

Kommentar & Ergänzung:

Mäusedorn ist in der Schweiz hauptsächlich als Venengel im Handel. Die Wirksamkeit von Venengelen und Venensalben ist aber generell nicht plausibel belegt.

Für die innerliche Anwendung ist die Auswahl an Fertigpräparaten bescheiden. Neben Mäusedorntinktur gibt es noch Mäusedorn-Kapseln von Arkokaps.

Rosskastanien-Extrakte sind sehr viel besser belegt bezüglich Wirkung gegen Venenbeschwerden (Chronisch-venöse Insuffizienz: Krampfadern, Schmerzen, Schweregefühl, geschwollene Beine, Wadenkrämpfe).

Siehe auch:

Rosskastanien-Extrakt bei Venenleiden

Phytotherapie – chronisch-venöse Insuffizienz

Heilpflanzen-Präparate lindern Venenbeschwerden

Heilpflanzen bei Venenbeschwerden

Weinlaub-Extrakt gegen schwere Beine

Cochrane-Studie zu Rosskastanien-Extrakt bei Venenbeschwerden

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Phytotherapie bei Venenleiden

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Auch in der modernen Venentherapie haben Heilpflanzen-Präparate einen festen Platz. Die Behandlung mit Arzneimitteln, die ausschließlich aus Pflanzen gewonnen werden, heißt Phytotherapie. Die bekanntesten Phytotherapeutika zur Behandlung von Venenleiden sind die Extrakte aus rotem Weinlaub und Rosskastanien.

Ihre Wirkstoffe dichten die Venenwände ab und wirken so der Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe entgegen (Ödembildung). Sie lindern so die „schweren Beine“, stabilisieren das Venengerüst, wirken zusammenziehend, straffend, entzündungshemmend und steigern die Durchblutung. Darum raten Phlebologen – so die Bezeichnung der Fachärzte für Venenleiden – vor einem Langstreckenflug Heilpflanzen-Präparate aus rotem Weinlaub oder Rosskastanien einzunehmen.

In einer Studie konnte gezeigt werden, dass gesunde Versuchspersonen auf einer 14-stündigen Flugreise erkennbar vor dem Anschwellen ihrer Beine geschützt waren. Sie hatten mit der Einnahme der pflanzlichen Medikamente zehn Tage vor Reisebeginn angefangen. Das ist ein wichtiger Punkt, weil Phytotherapeutika ihre heilende Wirkung erst nach längerer Einnahme entfalten.

Quelle:

http://www.express.de/medizin-spezial/gegen–schwere-beine–pflanzen–die-den-kranken-venen-helfen,3464074,16302078.html

Kommentar & Ergänzung:

Ödeme bei Krampfadern / Venenschwäche sind ein beliebtes Anwendungsgebiet von Heilpflanzen-Präparaten.

Für die Wirksamkeit von Rosskastanien-Extrakt und Extrakt aus Rotem Weinlaub sprechen die Resultate von klinischen Studien. Das gilt aber nur für Extrakt-Präparate zum Einnehmen in Form von Tabletten, Kapseln oder Tropfen. Dagegen ist die Wirksamkeit der Einnahme von Rosskastanientinktur nur ungenügend belegt.

Ungeklärt ist auch die Wirksamkeit von Rosskastanien-Extrakt und Weinlaub-Extrakt bei äusserlicher Anwendung (Venensalbe, Venengel).

Als weitere pflanzliche Venenmittel für die innerliche Anwendung erwähnenswert sind noch das Buchweizenkraut und der Mäusedorn-Extrakt.

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Heilpflanzen bei Venenleiden: Mäusedorn

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Verglichen mit Rosskastanien-Extrakt und Buchweizenkraut ist der Mäusedorn als Heilpflanze bei Venenbeschwerden weniger bekannt.

Welche Anwendungen sind medizinisch anerkannt?

„Zur unterstützenden Therapie von Beschwerden bei chronisch venöser Insuffizienz wie Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen, nächtliche Wadenkrämpfe, Juckreiz und Schwellungen. Unterstützende Therapie von Beschwerden bei Hämorrhoiden wie Juckreiz, Brennen (Kommission E, ESCOP).“

Quelle: http://www.koop-phyto.org/arzneipflanzenlexikon/maeusedorn.php

Kommentar & Ergänzung:

Der Stechende Mäusedorn (Ruscus aculeatus) ist eine Pflanzenart, die zu den Spargelgewächsen (Asparagaceae) zählt. Sie ist vor hauptsächlich rund um das Mittelmeer sowie bis Vorderasien heimisch und wurde zur Arzneipflanze des Jahres 2002 gekürt.

Gut zusammengefasst werden die Anwendungsbereiche im Pharmawiki:

„- Chronisch-venöse Insuffizienz: Krampfadern, Schmerzen, Schweregefühl, geschwollene Beine, Wadenkrämpfe

– Stumpfe Sportverletzungen

– Zur Narbenpflege

Mäusedorn soll äusserlich auch zur Behandlung der Rosazea geeignet sein. Das Gel ist in der Schweiz in dieser Indikation jedoch nicht zugelassen und gemäss unseren Recherchen für diese Anwendung wissenschaftlich nicht ausreichend untersucht.“

Quelle: http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Mäusedorn

Mäusedorn ist in der Schweiz hauptsächlich als Venengel im Handel. Die Wirksamkeit von Venengelen und Venensalben ist aber generell nicht plausibel belegt.

Für die innerliche Anwendung ist die Auswahl an Fertigpräparaten bescheiden. Neben Mäusedorntinktur gibt es noch Mäusedorn-Kapseln von Arkokaps.

Rosskastanien-Extrakte sind sehr viel besser belegt bezüglich Wirkung gegen Venenbeschwerden (Chronisch-venöse Insuffizienz: Krampfadern, Schmerzen, Schweregefühl, geschwollene Beine, Wadenkrämpfe).

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Krampfadern: Hochlagern der Beine entlastet die Venen

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Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland leiden an Veränderungen der Venen, erklärt Lutz Schimmelpfennig, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie. Ein Risikofaktor, der Krampfadern fördere, sei mangelnde Bewegung. Er rät deshalb, die Venen durch möglichst wenig Sitzen und viel Bewegung zu unterstützen.

Entlastung für die Venen bringe zudem das Hochlagern der Beine, weil dadurch der Rückfluss des Blutes zum Herzen hin gefördert wird.

Wann immer sich im Laufe des Tages die Möglichkeit biete, sollte man die Füße für ein paar Minuten auf einen Stuhl oder eine Tischkante legen, empfiehlt der Experte. Bewegungsübungen wie Radfahren in der Luft könne man auch gut zwischendurch in den Alltag integrieren

Quelle:

http://de.nachrichten.yahoo.com/das-hochlegen-der-beine-entlastet-die-venen-072428443.html

Kommentar & Ergänzung:

Dass bei Venenbeschwerden das Hochlagern der Beine positiv wirken kann, ist eine ziemlich bekannte Empfehlung.

Entscheidend scheint mir eher, ob man im Alltag genügend oft daran denkt.

Vielleicht wäre es da nützlich, passende Möbelstücke im Umfeld zu platzieren.

Und dass Bewegung wichtig ist für die Vorbeugung und Behandlung von Venenbeschwerden, steht ausser Frage.

In der Phytotherapie werden bei Venenbeschwerden (Krampfadern, venöse Ödeme) zum Beispiel Rosskastanien-Extrake, Buchweizenkrauttee, Mäusedorn und Rotes Weinlaub verwendet.

Siehe auch:

Pharmawiki: Rosskastanien-Extrakt bei Venenleiden

Phytotherapie bei chronisch-venöser Insuffizienz

Heilpflanzen-Präparate lindern Venenbeschwerden

Heilpflanzen bei Venenbeschwerden

Weinlaub-Extrakt gegen schwere Beine

Cochrane-Studie zu Rosskastanien-Extrakt bei Venenbeschwerden

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Heilpflanzen-Anwendungen bei Hämorrhoiden

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Hämorrhoiden sind Erweiterungen der Gefässpolster im Analkanal, die zu Blutungen, Schmerzen und Entzündungen führen können. Zu den möglichen Auslösern zählen ein starkes Pressen bei der Defäkation (Stuhlentleerung), eine Verstopfung und eine Schwangerschaft. Eine ärztliche Diagnose ist nötig, um andere Ursachen auszuschliessen und eine adäquate Behandlung einzuleiten. Zur medikamentösen Therapie werden Ballaststoffe, Venenmittel, Salben und Zäpfchen angewendet. Neben synthetischen Wirkstoffen kommen bei Hämorrhoidenleiden auch Heilpflanzen-Präparate zur Anwendung.

Je nach Ausprägung und Symptomatik kann auch ein kleiner oder grösserer medizinischer Eingriff nötig werden; Hämorrhoiden können jedoch auch von alleine wieder zurückgehen.

Symptome bei Hämorrhoidenleiden

Zu den möglichen Symptomen von Hämorrhoiden zählen:

Blutungen, Blut am Toilettenpapier

Druckbeschwerden, Schmerzen, Brennen

Unangenehmes Gefühl

Entzündungen, Schwellungen, perianale Dermatitis

Juckreiz im Analbereich

Abgang von Schleim, Nässen

Vorfall, Ausstülpungen ausserhalb des Anus (Prolaps)

Hämorrhoiden können nach verschiedenen Kriterien eingeteilt werden. Geläufig ist die Klassifikation nach dem anatomischen Ursprung in innere und äussere Hämorrhoiden. Innere Hämorrhoiden haben ihren Ursprung oberhalb der Grenze zwischen Rektum und Analkanal (Linea dentata), äussere Hämorrhoiden unterhalb. Entsprechend dem Schweregrad des Vorfalls werden Hämorrhoiden in vier Stadien unterteilt.

Komplikationen

Zu den möglichen Komplikationen zählen Stuhlinkontinenz, Thrombosen, Nekrosen und Ulzerationen, die mit starken akuten Schmerzen einhergehen. Eine längerfristige Blutung kann Eisenmangel und Blutarmut zur Folge haben.

Ursachen

Zu den Ursachen von Hämorrhoiden zählen eine Schwächung des Bindegewebes mit zunehmendem Alter, Scherkräfte bei der Passage von hartem Stuhl, starkes Pressen, Stauung des Bluts und unzureichender venöser Blutabfluss sowie ein zu hoher Druck in den Gefässen. Als auslösende Faktoren können dazu kommen eine ballaststoffarme Ernährung und Verstopfung, Übergewicht, eine Schwangerschaft, Bewegungsmangel, langer Aufenthalt auf der Toilette und einige Medikamente wie beispielsweise Phosphodiesterase-5-Hemmer (Viagra), Mittel gegen Durchfall, Abführmittel und Pegvisomant. Nicht-steroidale Entzündungshemmer können Blutungen auslösen.

Diagnose

Die ärztliche Diagnose soll andere Ursachen ausschliessen. Zu den möglichen Differentialdiagnosen zählen Tumore, Analfissuren, Fisteln, Infektionen, Abszesse, Hautfalten, Polypen, Papillen, perianale Thrombosen, Warzen, Trauma und weitere Erkrankungen. Es wird vermutet, dass viele Patienten für sich selbst eine Fehldiagnose machen, weil andere Ursachen, die ähnliche Beschwerden hervorrufen, kaum bekannt sind.

Nicht-medikamentöse Behandlung der Hämorrhoiden

Zentral ist die Regulation des Stuhls durch Ernährungs- und Lebensstilveränderungen. Der Stuhl sollte weder zu flüssig noch zu fest sein. Zu den Empfehlungen zählen:

Ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen

Während der Defäkation nicht pressen und keine schweren Gegenstände anheben

Ergänzend Ballaststoffe zu sich nehmen

Warme und reizarme Sitzbäder ohne Seife

NSAID wenn möglich absetzen

Reizende Gewürze meiden

Ausreichend körperliche Bewegung, nicht zu lange sitzen

Harte Sitzunterlage

Feuchtes Toilettenpapier

Kalte Auflagen zur Schmerzlinderung

Je nach Stadium und Symptomen werden Hämorrhoiden mit kleineren und grösseren Eingriffen therapiert: Sklerosierungstherapie, Infrarottherapie, Ligatur, Operation, Hämorrhoidektomie.

Schlussendlich gehen Hämorrhoiden innert Tagen oder Wochen oft auch wieder von alleine zurück – können jedoch wiederkehrend auftreten.

Orale Therapie mit Heilpflanzen-Präparaten

Innerlich kommen zur Behandlung von Hämorrhoiden oft Heilpflanzen zu Anwendung. Einzig zur Linderung stärkerer Schmerzen werden synthetische Schmerzmittel eingesetzt.

Zur innerlichen Hämorrhoiden-Therapie werden hauptsächlich gut verträgliche Ballaststoffe und Abführmittel bei Verstopfung zur Steigerung des Stuhlvolumens und Erweichung des Stuhls eingesetzt, zum beispielsweise Flohsamen, Indische Flohsamenschalen, Leinsamen und Sterculia.

Einige Venenpräparate mit pflanzlichen oder teilsynthetischen Wirkstoffen sind zur Behandlung von Hämorrhoiden zugelassen, bspw. Flavonoide wie Oxerutin (Venoruton®), Troxerutin (Venutabs®) und Diosmin (Daflon®) sowie Anthocyanoside aus der Heidelbeere (Myrtaven®) und Mäusedornextrakte (Phlebodril®). Auch Rosskastanien-Extrakte kommen zum Einsatz.

Solche Venenpräparate sollen die Kapillaren stärken und ihre Durchlässigkeit reduzieren und entzündlichen Prozessen entgegenwirken.

Ihre Wirksamkeit für die Hämorrhoiden-Therapie ist umstritten.

Orale Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen können kurzfristig zur Schmerzerleichterung angewendet werden.

Lokale medikamentöse Therapie

Hämorrhoidenmittel kommen äusserlich in Form von Salben, Zäpfchen und Tamponaden zur Anwendung. Sie sollen die Symptome wie Juckreiz und Schmerzen lindern, sowie hautpflegend und schmierend wirken. Sie beeinflussen jedoch nicht den Krankheitsverlauf. Die Behandlungsdauer ist für die Selbstmedikation auf 1-2 Wochen begrenzt. Falls die Beschwerden unter der Selbstbehandlung innert 1 – 2 Wochen nicht zurückgehen, ist eine ärztliche Abklärung angezeigt. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen lokaler Hämorrhoidenmittel zählen allergische Reaktionen. Zahlreiche Komponenten von Hämorrhoidenmitteln sind bekannte Allergene wie zum Beispiel Kamille, Lokalanäthetika und Perubalsam.

Welche Stoffe oder Heilpflanzen kommen für die lokale Therapie zur Anwendung?

– Mittel gegen Juckreiz wie Menthol (Hauptbestandteil im Pfefferminzöl) und Kampfer sind angenehm kühlend, juckreizlindernd und schmerzlindernd.

– Synthetische Lokalanästhetika wie Benzocain, Cinchocain, Quinisocain und Lidocain betäuben den Schmerz und hemmen möglicherweise den Juckreiz. Allergische Reaktionen auf diese Stoffe werden allerdings immer wieder beobachtet.

– Sitzbäder mit Kamille sind entzündungshemmend, wobei Kamille allerdings ebenfalls ein bekanntes Allergen ist.

– Glucocorticoide wie Prednisolon, Hydrocortison, Dexamethason und Fluocinolon wirken entzündungshemmend und sekundär gegen Juckreiz. Gemäss der Fachinformation haben diese „chemischen“ Medikamente einen Einfluss auf die Gefässerweiterung und sollen Gefässneubildungen hemmen. Sie sollten nur kurzfristig eingesetzt werden, weil sie die Perianalhaut schädigen können und möglicherweise die Anfälligkeit für Infekte steigern.

– Venenmittel wie zum Beispiel Rosskastanienextrate werden nicht nur systemisch, sondern auch lokal angewandt in Form von Venengelen und Venensalben. Ihr Nutzen in diesem Anwendungsbereich ist unklar.

– Gerbstoffe wie Policresulen, Hamamelis und Eichenrinde wirken zusammenziehend, entzündungshemmend und juckreizlindernd. Bei entzündeten Hämorrhoiden bewährend sich Sitzbäder mit Eichenrinde immer wieder.

Quelle:

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Hämorrhoiden

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Pharmawiki: Rosskastanien-Extrakt bei Venenleiden

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Im „Pharmawiki“ ist in der Rubrik Heilpflanzen ein neuer Beitrag über Rosskastanien erschienen. Hier ein paar Zitate aus dem informativen und fundierten Text (kursiv), jeweils mit Ergänzungen und Anmerkungen von mir:

„ Extrakte aus den Samen der Rosskastanie Aesculus hippocastanum haben gefässabdichtende und venenstärkende Eigenschaften. Die Arzneimittel werden hauptsächlich zur innerlichen und äusserlichen Behandlung von Venenleiden eingesetzt. Weitere Anwendungsgebiete sind Hämorrhoiden, Sportverletzungen und Wadenkrämpfe“

Rosskastanien-Extrakt sorgt durch die gefässabdichtende Wirkung vor allem für den Abbau von venösen Ödemen (Wasseransammlungen im Gewebe).

„ Rosskastanien-Extrakte sind in Form von topischen Zubereitungen wie Gelen und Salben sowie als orale Formen wie Tabletten, Dragées, Kapseln, Tinkturen und Tropfen erhältlich…. Neben den Extrakten wird auch der Inhaltsstoff Aescin zu Arzneimitteln verarbeitet.“

Belegt ist die Wirkung gegen venöse Ödeme allerdings nur bei Rosskastanien-Präparaten, die eingenommen werden, nicht jedoch bei topischer Anwendung, also bei Venensalben und Venengelen aus Rosskastanien bzw. Aescin.

Venenpräparate ausschliesslich mit dem reinen Wirkstoffgemisch Aescin sind unter dem Namen Reparil im Handel.

„Als relevanter Inhaltsstoff wird vor allem das Triterpensaponin-Gemisch Aescin angesehen. Daneben enthalten die Samen unter anderem Flavonoide, Cumarine, Gerbstoffe und Nährstoffe.“

Bisher wurde bei den Rosskastaniensamen ausschliesslich Aescin als Wirkstoff gründlich untersucht.

„ In Untersuchungen mit Rosskastanien-Extrakten wurden antiexsudative, gefässabdichtende, venentonisierende, ödemprotektive, entzündungshemmende und antioxidative Wirkungen nachgewiesen. Zur tatsächlichen Wirksamkeit können wir keine Aussage machen. Pittler und Ernst kommen in ihrer umfangreichen Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2006 zum Schluss, dass Rosskastanien-Extrakte wahrscheinlich für die Kurzzeitbehandlung der chronisch-venösen Insuffizienz geeignet sind.“

Der Ausdruck Kurzzeitbehandlung könnte etwas irreführend sein.

Eine Sofortwirkung ist vom Rosskastanienextrakt jedenfalls nicht zu erwarten. Klinische Studien, welche die Wirkung belegen, wurden über 4 Wochen durchgeführt. Das scheint mir eine empfehlenswerte Mindestanwendungsdauer. Hört man mit der Einnahme des Rosskastanien-Präparates auf, geht auch die Wirkung wieder weg.

„Rosskastanien-Extrakte werden heute vorwiegend zur Behandlung von Venenbeschwerden eingesetzt, also bei Krampfadern, Schmerzen, Juckreiz, Schwellungen und müden Beinen. Weitere Anwendungsgebiete sind Wadenkrämpfe, Blutergüsse, Sportverletzungen, Hämorrhoiden und Hauterkrankungen.“

Bei Blutergüssen und Sportverletzungen würde ich äusserlich Arnikagel, Arnikasalbe oder verdünnte Arnikatinktur empfehlen, weil der Rosskastanien-Wirkstoff Aescin durch die Haut nicht aufgenommen wird.

Für Sportverletzungen eignet sich auch Beinwell (Wallwurz) in Form von Beinwellsalbe / Beinwellgel.

Quelle:

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Rosskastanie

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Phytotherapie: Venenmittel gegen Hämorrhoiden?

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Auch wenn nicht gerne darüber geredet wird: Rund die Hälfte der Bevölkerung leidet an Hämorrhoiden. Dabei handelt es sich bei den Betroffenen im Gegensatz zur chronisch venösen Insuffizienz (CVI, Venenschwäche) in der Mehrzahl um Männer.

Gute Erfahrungen mit dem Einsatz eines Venenpräparats bei Hämorrhoidalleiden und Perianalthrombosen hat Dr. Brita Larenz in ihrer Praxis gesammelt.

Aus ihrer Praxis berichtet Brita Larenz über mehrere Fälle, in denen Patienten aufgrund ihres Venenleidens ein Venenmittel bekamen und im Laufe der Behandlung — eher beiläufig — von einer Besserung ihrer Hämorrhoiden-Beschwerden berichteten.

So nahm zum Beispiel ein 48-jähriger Mann mit rechtsseitiger Seitenastvarikosis, Hämorrhoidenverödung und wiederkehrenden Analfissuren auf Anraten seiner Ehefrau vor einer erneut anstehenden Hämorrhoiden-Operation täglich 2 x 1 Tablette eines Weinlaubpräparates ein. Der Patient hatte schon bei einer Analfissur-Operation gute Erfahrungen mit diesem OTC-Präparat gemacht. Nach der aktuellen Operation hatte er ebenfalls weniger Beschwerden.

Bei Perianalthrombosen, von denen oft auch jüngere Patienten betroffen sind, die noch nie unter Hämorrhoidalbeschwerden litten, hat die Ärztin ebenso gute Erfahrungen gemacht. Ein Beispiel dafür sei eine 40-jährige, hypertone Patientin mit Diabetes mellitus Typ 2, mit linksseitiger Stammvarikosis und wiederkehrenden Perianalthrombosen. Sie trage nach Doppler-Untersuchung regelmäßig Kompressionsstrümpfe und nehme seit einem Jahr ebenfalls ein pflanzliches Venenmittel. Perianalthrombosen seien seitdem nicht mehr aufgetreten.

Diese Beobachtungen aus der Praxis seien alleine sicher nicht repräsentativ, so die Ärztin, auch wenn alle danach befragten Patienten einmütig von einer subjektiven Besserung ihrer Hämorrhoiden-Beschwerden berichteten. Sie fragt daher ihre Fachkollegen, ob es sich dabei tatsächlich nur um Einzelfälle handele, oder ob es hier einen Zusammenhang gebe, der wissenschaftlich genauer untersucht werden sollte, da er von Nutzen für die Therapie sein könnte.

Dr. Brita Larenz schildert dann, wie sich solche positiven Effekte von Venenmitteln auf Hamorrhoidenleiden erklären lassen:

„Die in pflanzlichen Venenmitteln enthaltenen bioaktiven Wirkstoffe, z. B. die Flavonoide aus dem Extrakt des Roten Weinlaubs oder die Saponine der Rosskastanie. Sie haben bekanntermaßen antiinflammatorische (entzündungshemmende, M.K.), ödemprotektive und das Endothel stabilisierende Eigenschaften. Das wurde in klinischen Studien belegt. Auch ein direkter, stärkender Effekt auf die Mikrozirkulation wurde nachgewiesen. Warum sollten sich diese Wirkungen auf das Venengewebe der Beine beschränken? Schließlich handelt es sich auch beim Hämorrhoidalleiden um ein chronisch entzündliches Geschehen, das von antiinflammatorischen Stoffen profitieren könnte. Mikrothromben entstehen, wenn die Mikrozirkulation gestört ist. Auch die CVI entsteht nicht durch Degeneration der großen Venen, sondern die Erkrankung beginnt in den kleinen Körpervenen. Genau dort setzt die Wirkung dieser Pflanzenextrakte an.“

Quelle:

Zeitschrift: Der Hausarzt 2011; 48 (2): 39

http://www.springermedizin.de/mit-venenmitteln-gegen-haemorrhoiden/334544.html

Kommentar & Ergänzung:

Über einen möglichen positiven Effekt von Venenpräparaten auf Hämorrhoidenleiden wird in der Phytotherapie immer  wieder nachgedacht und es werden auch entsprechende Therapieversuche gemacht, obwohl der Nutzen nicht nachgewiesen ist.

Dr. Brita Larenz weißt zurecht darauf hin, dass Einzelfallbeobachtungen nur beschränkte Aussagekraft haben. Ihr Vorgehen ist dabei absolut vorbildlich:

Wer interessante Einzelfallbeobachtungen macht, soll diese anderen Fachleuten mitteilen und fragen, ob sie ähnliche Erfahrungen kennen. Verdichten sich so die Hinweise auf eine positive Wirkung, so können wissenschaftliche Untersuchungen aufgegleist werden, um eine allfällige Wirksamkeit oder Unwirksamkeit zu dokumentieren, und damit die Frage so gut wie möglich genauer zu klären.

Allzu oft werden nämlich Einzelbeobachtungen vorschnell als Tatsachen dargestellt und in die Welt hinaus posaunt.

Daher nehme ich diesen Bericht sehr interessiert zur Kenntnis. Er stützt meine eigene Ansicht betreffend einer positiven Wirkung von Venenpräparaten auf der Basis von Rosskastanien-Extrakt oder Weinlaub-Extrakt (oder von Buchweizenkraut) zur Linderung von Hämorrhoidenleiden. Und ich bin mir dabei aber auch bewusst, dass dieser Effekt noch weiter untersucht werden muss, bis er als gesichert gelten kann.

Auch wenn die Beschreibung von möglichen Wirkungsmechanismen, welche Dr. Brita Larenz am Schluss des Textes gibt, fachlich sehr fundiert und plausibel ist.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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www.phytotherapie-seminare.ch

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