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Phytotherapie – was sind Adaptogene?

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Den Begriff „Adaptogene“ prägte der russische Forscher Dr. Nicolai Lazarev schon im Jahr 1958. Der Mediziner bezeichnete damit Pflanzen, deren Inhaltstoffe die Resistenz des Körpers gegenüber Stress steigern.

Gemäss einer Definition des Committee on Herbal Medicinal Products (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur EMA sollen Adaptogene die Resistenz des Organismus gegen ein breites Spektrum an widrigen biologischen, chemischen und physikalischen Faktoren verbessern. Im Gegensatz zu Tonika und Stimulanzien soll eine durch Adaptogene erhöhte Arbeitskapazität nach Absetzen nicht wieder sinken. Des Weiteren sollen Adaptogene gut verträglich und frei von Nebenwirkungen sein.

Weltweit haben es bisher nur wenige Heilpflanzen geschafft, den Kriterien der EMA zu genügen: Dazu zählen beispielsweise Chinesisches Spaltkörbchen (Schisandra chinensis), Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus), Ginsengwurzel (Panax ginseng) und die Rosenwurz (Rhodiola rosea).

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=54660

Kommentar & Ergänzung:

Die Phytotherapie setzt Adaptogene vor allem bei Stress und in der Rekonvaleszenz ein. Vom Wirkungsprofil passen diese Heilpflanzen auch zu „Burnout“, was aber ein umstrittener Begriff ist und keine eigentliche Diagnose.

Ganz scharf gefasst ist aber auch dieser Begriff der „Adaptogene“ nicht. Auffallend ist zudem, dass die Heilpflanzen, die als „Adaptogene“ genutzt werden, sehr unterschiedliche Wirkstoffe enthalten. Die adaptogene Wirkung lässt sich jedenfalls nicht auf eine einheitliche Wirkstoffgruppe zurückführen.

Zu erwähnen ist noch, dass die vier aufgeführten Adaptogene Chinesisches Spaltkörbchen, Taigawurzel, Ginsengwurzel und Rosenwurz jeweils in sehr unterschiedlichen Arzneizubereitungen auf dem Markt sind – zum Beispiel als Wurzelpulver, Pflanzentinktur, Pflanzenextrakt etc.

Dabei gibt es grosse Unterschiede in der Wirksamkeit, die man kennen sollte, wenn man die Pflanzen nutzbringend anwenden will.

Das ist grundsätzlich ein wichtiger Punkt in der Phytotherapie: Es kommt nicht nur darauf an, die passende Heilpflanze oder das passende Phytopharmaka zu einen bestimmten Beschwerdebild zu finden. Genauso wichtig ist die Frage, welche Zubereitungsform in der jeweiligen Situation am wirksamsten ist.

Burnout-Syndrom: Adaptogene wie Ginsengwurzel, Taigawurzel, Rosenwurz

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Milcheiweiss Casein wirksam gegen Stress und Einschlafprobleme?

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Der Pharmavista Newsletter berichtet in seiner neusten Ausgabe über Casein als möglicherweise wirksames Mittel bei Stress und gegen Einschlafprobleme.

Casein ist die Haupteiweisskomponente der Milch. Es besteht nicht aus einer definierten, homogenen Substanz. Die Bezeichnung Casein umfasst vielmehr verschiedene Phosphoproteine, die in Form von Micellen vorliegen.

Caseine in der Milch enthalten Peptidsequenzen mit opioidartigen Eigenschaften, wozu Exorphine zählen wie die beta-Casomorphine. Im Tiermodell beeinflussten diese Peptide die Regulation des Elektrolyttransports, verminderten das Schmerzempfinden und wirkten einschlaffördernd.

Alphacasozepin, das Decapeptid von Alphacasein, zeigte in Versuchen und klinischen Studien eine benzodiazepinähnliche Wirkung mit Bindungsaffinität zu den GABA-A-Rezeptoren. Diese Substanz hat stressvermindernde und anxiolytische (= angstlösende) Eigenschaften ohne nachteiligen Gewöhnungseffekt.

Nahrungsergänzungsmittel mit Casein (oder Proteinhydrolysat aus Milch) werden in Frankreich als Einschlafhilfe empfohlen und kommen bei Stress zur Anwendung. Casein, mit einem mehr oder weniger festgelegten Gehalt an Alphacasozepin, wird kombiniert mit adaptogen wirksamen Pflanzen wie Rhodiola (bspw. Seriane Kps.) oder Eleutherococcus (bspw. Anbosyn Tbl.) angeboten. Anbosyn wurde in einer kleinen klinischen Studie mit 87 Versuchspersonen über einen Zeitraum von 12 Wochen bezüglich Wirksamkeit bei Burnout geprüft. Bei drei von vier Personen soll ein positiver Effekt festgestellt worden sein.

In Pulverform werden caseinhaltige Präparate auch von Sportlern zur Vermehrung der Muskelmasse eingenommen.

Wie andere Eiweissse aus Kuhmilch kann auch Casein bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen auslösen. Nahrungsergänzungsmittel auf der Grundlage von Casein werden für Schwangere, Stillende und Kinder unter 15 Jahren nicht empfohlen.

Als Quellenangabe führt der Pharmavista-Newsletter auf:

_Le Moniteur des pharmacies; no3068/2015/p48

Quelle:

http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=5145&NMID=5145&LANGID=2

 

Kommentar & Ergänzung:

Interessantes Thema. Möglicherweise ist das ein Erklärungsmodell für das alte Hausmittel „Ein Glas Milch mit Honig“ gegen Einschlafstörungen.

Allerdings muss dazu festgehalten werden, dass es sich bei diesen Angaben wohl hauptsächlich um Erkenntnisse aus Laborversuchen und aus kleinen klinischen Studien handelt, wobei aus der Beschreibung im Pharmavista-Newsletter nicht einmal ersichtlich ist, ob dabei eine Placebo-Kontrolle eingebaut war. Also insgesamt wohl noch eine ziemlich unsichere Datenlage. Aber trotzdem sehr überraschend. Mir war jedenfalls bisher nicht bekannt, dass Eiweissbausteine (Peptide) aus der Milch zu mindestens im Experiment schmerzlindernde und angstlösende Eigenschaften zeigen und benzodiazepinähnliche Effekte an Rezeptoren auslösen. Benzodiazepine sind als Tranquilizer als (allzu)viel verwendete Medikamentengruppe eine bedeutende Grösse im Pharmamarkt (z. B. Lexotanil®, Temesta®, Valium®, Seresta®).

Bisher wurde die Anwendung von Milch als Einschlafhilfe im Übrigen anders erklärt:

„Milch enthält in relativ hoher Konzentration die Aminosäure Tryptophan. Unser Körper kann diesen Eiweißbaustein nicht herstellen, benötigt ihn aber, um im Hirn den Botenstoff Serotonin zu erzeugen. Der wiederum sorgt nicht nur für allgemeines Wohlbefinden, sondern beruhigt auch und hilft beim Einschlafen. Man kann Tryptophan in der Apotheke als »natürliches« Schlafmittel kaufen. Um auf die allgemein empfohlene Tryptophan-Dosis zu kommen, müsste man allerdings etwa zwei Liter Milch trinken. Im Honig dagegen ist die Konzentration nicht ausreichend.“

Quelle:

http://www.zeit.de/2009/11/Stimmts

Interessant ist zudem auch die erwähnte Kombination von Casein mit Rhodiola (Rhodiola rosea, Rosenwurz) und Eleutherococcus (Eleutherococcus senticosus, Taigawurzel).

Siehe dazu:

Burnout-Syndrom: Adaptogene wie Ginsengwurzel, Taigawurzel, Rosenwurz

Taigawurzel, Ginseng Rosenwurz & Co. – Was sind Adaptogene?

Phytotherapie: Eleutherococcus senticosus – Taigawurzel

Rosenwurz (Rhodiola rosea, Orpin rose) gegen Stress und Müdigkeit 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Hirndoping: Forscher befürchten langfristig negative Folgen

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Immer mehr Schüler und Studenten setzen Medikamente ein, um ihre geistigen Leistungen zu steigern.

Besonders für junge Erwachsene kann dieses Hirndoping jedoch nachhaltige Folgen haben, warnen nun Wissenschaftler.

Gerade das oft zu diesem Zweck missbrauchte ADHS-Mittel Methylphenidat (Ritalin) hemme längerfristig die Plastizität des Gehirns. Diesen Schluss legen jedenfalls Versuche mit Ratten nahe. Darunter sollen die Lernfähigkeit und die Flexibilität des Verhaltens leiden.

Methylphenidat – der Wirkstoff des Medikaments Ritalin – wird zur Behandlung der Aufmerksamkeitsstörung ADHS verschrieben, ist jedoch gleichzeitig eine der am häufigsten zu Hirndoping eingesetzten „Smart drugs“, die auf dem Schwarzmarkt an High Schools und an Universitäten gehandelt wird.

Allein in den USA verwenden 1,3 Millionen Jugendliche und junge Erwachsene Methylphenidat als Mittel zum Hirndoping, sagt eine aktuelle Studie.

Dieser Wirkstoff wird eingesetzt, um auch nachts noch lernen oder bei Prüfungen klarer denken zu können. Gerade junge Erwachsene seien einem zunehmenden Druck ausgesetzt, immer mehr Leistung zu bringen und seien deshalb in Versuchung, entsprechende Mittel zu nehmen, erklären Kimberly Urban von der University of Delaware in Newark und Wen-Jun Gao vom Drexel College in Philadelphia.

Dieser schon weit verbreitete Missbrauch unter Heranwachsenden ist nach Ansicht der beiden Forscher besorgniserregend. Denn in diesem Alter sei ein entscheidendes Zentrum des Gehirns besonders anfällig für solche Manipulationen: der präfrontale Cortex. Diese Hirnregion – erklären die Wissenschaftler – sei das Steuerzentrum für unser Urteilsvermögen, die Kontrolle der Gefühle, des Verhaltens und der Entscheidungsfindung.

Im Unterschied zu anderen Hirnarealen ist der präfrontale Cortex bei Teenagern und Twens noch nicht ausgereift. Er entwickelt sich noch bis zum Alter von rund 30 Jahren weiter – und ist in dieser Phase speziell empfindlich gegenüber Schwankungen wichtiger Hirnbotenstoffe wie Dopamin und Norepinephrin. Wenn man dann eine Substanz wie Methylphenidat einnehme, die diese Neurotransmitter verändere, dann könne das die Reifung des präfrontalen Cortex stören und bleibende Verhaltensänderungen nach sich ziehen, warnen die Forscher.

Experimente mit Ratten, die Urban und Gao durchgeführt haben, zeigten folgendes: Bekamen Jungratten niedrige Dosen von Methylphenidat, veränderte sich die Erregbarkeit ihrer Hirnzellen im präfrontalen Cortex – die Aktivität der Neuronen war gedämpft. Dadurch wiederum wird die Ausschüttung von Botenstoffen beeinflusst, welche Gefühle und Verhalten prägen.

Darüber hinaus könnte auch die Plastizität des Gehirns durch Hirndoping mit Methylphenidat, aber auch mit dem Narkolepsie-Medikament Modafinil, langfristig gestört werden, warnen die Wissenschaftler. Eine wichtige Eigenschaft des präfrontalen Cortex sei seine hohe Plastizität, welche die Basis ist für das Arbeitsgedächtnis und die aktive Entscheidungsfindung. Grundlage dieser Plastizität sei ein gegenüber anderen Hirnarealen sehr hoher Anteil eines bestimmten Rezeptortyps.

Doch genau diesen Rezeptortyp können die „Smart Drugs“ verändern, wie die Versuche der Forscher mit Ratten zeigten. Bekamen die Tiere in ihrer Jugend niedrige Dosen Methylphenidat oder Modafinil, dann sank dieser Rezeptortyp selektiv ab. Das wiederum förderte zwar kurzfristig die Aufmerksamkeit, hemmte jedoch langfristig die Flexibilität und Lernfähigkeit, wie die Wissenschaftler erklären.

 

Langfristige Folgen möglicherweise auch bei irrtümlicher ADHS-Therapie

 

Die Einnahme von Methylphenidat könnte deshalb für gesunde Jugendliche und junge Erwachsene langfristige Folgen haben – und dies auch bei den Kindern, die dieses Mittel irrtümlich gegen ADHS bekommen, ohne tatsächlich an dieser Störung zu leiden.

Scheinbar wäre diese Behandlung bei den Jugendlichen dann zunächst erfolgreich: Sie folgen dem Unterricht aufmerksam, sind weniger hyperaktiv und lernen besser, erklären die Forscher.

 

Tests des Arbeitsgedächtnisses und der Flexibilität des Verhaltens dieser Kinder könnten aber subtile Defizite zeigen, die ihr gesamtes weiteres Leben beeinträchtigen. Denn bereits bei so simplen Fertigkeiten wie dem Autofahren oder im Sozialverhalten sei es wichtig, flexibel reagieren zu können, sagen Urban und Gao.

 

Nach Ansicht der Forscher sind dringend weitere Studien zur Wirkung dieser Mittel bei jungen Menschen nötig. Schon jetzt gebe es eine hohe Nachfrage für Methylphenidat an Schulen und Universitäten, deshalb seien viele junge Erwachsene der unkontrollierten Einnahme dieser Substanz ausgesetzt, warnen sie. Um den Risiken des Hirndopings besser vorbeugen zu können, brauche es mehr Verständnis dafür, welche Veränderungen im Gehirn stattfinden und wie sie das Verhalten und die Hirnplastizität beeinflussen.

Quelle:

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-17553-2014-05-14.html

http://journal.frontiersin.org/Journal/10.3389/fnsys.2014.00038/abstract

(Frontiers in Systems Neuroscience, 2014; doi: 10.3389/fnsys.2014.000

 

Kommentar & Ergänzung:

 

Dass Hirndoping nicht ohne Risiken zu haben ist, zeichnet sich immer deutlicher ab.

Siehe auch:

Hirndoping an Universitäten verbreitet 

Warnung vor Hirndoping 

Das Thema „Hirndoping“ wirft aber auch zahlreiche grundsätzliche Fragen auf.

Sollte tatsächlich einmal eine wirksame „Hirnpille“ ohne gravierende Nebenwirkungen entwickelt werden und sollte sich diese durchsetzten, so kämen möglicherweise „Nicht-Anwender“ zunehmend unter Druck.

Und was soll nun genau mit „Hirndoping“ optimiert werden? Die Verarbeitungsgeschwindigkeit im Gehirn? Die Merkfähigkeit? Die Müdigkeitsresistenz?

Sind das nicht ziemlich quantitative Aspekte? Und wäre es nicht sinnvoller, die Qualität von Denkprozessen weiterzuentwickeln? Das könnte zum beispielsweise bedeuten: wir streben nach möglichst sorgfältiger Urteilsbildung und Entscheidungsfindung, nach präzisem, differenziertem Denken…….

Und dazu braucht es meinem Eindruck nach Übung und allenfalls ein Stück Anleitung – aber wohl kaum Medikamente.

Es gibt auch Heilpflanzen-Präparate, die im Gehirn eine Leistungssteigerung bewirken sollen. Im Vordergrund stehen dabei Ginkgo biloba, Rosenwurz (Rhodiola rosea) und Ginsengwurzel (Panax ginseng). Diese Heilpflanzen entfalten ihre Wirkung langsam, was unter anderem auch dazu beiträgt, dass kein Abhängigkeitsrisiko besteht.

Ob und wie stark ein gesundes Hirn von Heilpflanzen wie Ginseng, Rosenwurz und Ginkgo profitieren kann, ist allerdings trotz entsprechender Studien nicht eindeutig geklärt.

Zu Rosenwurz siehe:

Rosenwurz (Rhodiola rosea / Orpin rose) gegen Stress & Müdigkeit

Ein ganz anderes Thema wie „Hirndoping“ ist die therapeutische Anwendung von Ritalin bei ADHS. Darüber herrscht eine heftige Auseinandersetzung.

Meinem Eindruck nach gibt es Situationen, in denen die Anwendung von Ritalin sinnvoll und wirksam ist. Aber dass man mit diesem Mittel vorsichtig und sorgfältig umgehen muss, und es nicht unnötigerweise einsetzen darf, scheint mir ebenso gewiss.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Burnout-Syndrom: Adaptogene wie Ginsengwurzel, Taigawurzel, Rosenwurz

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Das Burnout-Syndrom (englisch burn out = ausbrennen) wird als Zustand emotionaler Erschöpfung

mit verminderter physischer und intellektueller Leistungsfähigkeit beschrieben. Die „Internationale Klassifikation der Erkrankungen“ (ICD) beschreibt das Syndrom als „Ausgebrannt Sein“ und „Zustand der totalen Erschöpfung“.

Das Burnout-Syndrom gilt nicht als Behandlungsdiagnose, auf deren Grundlage die Entwicklung und Zulassung spezieller Arzneimittel möglich wäre.

Deshalb gibt es gegenwärtig auch keine Arzneien mit der Indikation „Burn-out-Syndrom“.

Zentral in der Behandlung ist ohnehin eine langfristig ausgelegte Änderung der Lebensführung.

Auf diesem Hintergrund kann Phytotherapie bei Burnout nur einen kleinen Beitrag leisten im Rahmen eines umfassenderen Therapiekonzepts.

Einigen Heilpflanzen und daraus hergestellten Zubereitungen werden „adaptogene“ Wirkungen zugeschrieben.

Solche „Adaptogene“ sollen die Widerstandsfähigkeit des Organismus gegenüber physikalischen, chemischen und biologischen und psychischen „Stressoren“ steigern.

Der Endokrinologe Hans Selye hat schon 1946 ein Adaptations-Modell mit den Stufen „Alarm“, „Widerstand“ und „Erschöpfung“ beschreiben.

Die Erschöpfungs-Phase entspricht weitgehend dem heutigen „Burnout-Syndrom“.

Nach Hans Selye sollten adaptogene Wirkstoffe die therapeutischen Qualitäten „unschädlich“, „unspezifisch“ und „normalisierend“ aufweisen.

Diese Ideal-Vorstellungen erfüllt bis heute noch kein einziges Mittel.

Einige Phytopharmaka kommen diesem Ideal jedoch nahe:

Ginsengwurzel

An erster Stelle ist dabei die Wurzel des Ginseng (Panax ginseng) zu erwähnen, die seit rund 2000 Jahren einen festen Platz in der traditionellen Heilkunde Ostasiens belegt. Die Kommission E formulierte im Resultat ihrer Aufbereitung das bis heute unverändert gültige Anwendungsgebiet: „Als Tonikum zur Stärkung und Kräftigung bei Müdigkeits- und Schwächegefühl, nachlassender Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit sowie in der Rekonvaleszenz”.

Taigawurzel  („Sibirische Ginseng”, Eleutherococcus senticosus),

Zu den pflanzlichen Adaptogenen gehört auch der „Sibirische Ginseng” (Eleutherococcus senticosus), ein im Norden Russlands heimischer, bis etwa 2 bis 3 m hoch werdender Strauch, der entfernt mit dem asiatischen Ginseng verwandt ist. Eleutherococcus-Wurzel ( = „Taigawurzel“) wurde in den 60iger Jahren in der damaligen Sowjetunion als Ersatzpflanze für den asiatischen Ginseng intensiv erforscht. Die mit Eleutherococcus-Extrakt durchgeführten Untersuchungen entsprechen nach Anlage und Resultaten weitgehend den mit Ginseng-Extrakt durchgeführten Studien. Deshalb empfiehlt die Monographie „Eleutherococci radix (Eleutherococcus-senticosus-Wurzel)” der Kommission E folgerichtig auch identische Anwendungsbereiche wie für Ginsengwurzel.

Rosenwurz (Rhodiola rosea)

Im letzten Jahrzehnt ist in Europa die Rosenwurz (Rhodiola rosea) zunehmend bekannter geworden. Die mehrjährige Sukkulente gehört zur Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) und stammt aus dem nördlichen Polarkreis. Zubereitungen aus der Rosenwurz werden traditionell in Skandinavien und in Sibirien als Mittel zur universellen Stärkung und Erhöhung der Widerstandskraft verwendet. Ähnlich wie die Teaigawurzel soll Rosenwurz hauptsächlich stressmindernde und leistungssteigernde Eigenschaften, daneben jedoch auch antioxidative und kardioprotektive Wirkungen haben.

Quelle:

http://www.phytotherapie.co.at/105051184007801_7809_Abstracts-f2.pdf

Phytotherapie Austria 5 / 2011

Kommentar & Ergänzung:

„Adaptogene“ ist ein nicht sehr klar definierter Begriff.

So beschreibt Wikipedia die Adaptogene:

„ Adaptogen ist eine alternativmedizinische Bezeichnung für pflanzliche Zubereitungen und Drogen, die dem Organismus helfen sollen, sich an Stresssituationen anzupassen und einen positiven Effekt bei Stress-induzierten Krankheiten ausüben. Ähnliche Bezeichnungen sind Verjüngungsmittel und (im Ayurveda) Rasayana. Der Körper bzw. das Immunsystem soll an den Stress angepasst, also adaptiert werden. Der russische Forscher Nicolai Vasilevich Lazarev hat den Begriff 1958 geprägt. Adaptogene sollen völlig ungiftig und mit breiter positiver Wirkung ausgestattet sein.

Beispiele für Pflanzen, denen solche Wirkungen nachgesagt werden sind Ginseng, Morinda citrifolia (Noni), Shiitake, Reishi/Ling-Zhi, Maitake, Klapperschwamm, Mandelpilz, Schisandra, Rosenwurz, Ashwaganda, Schlafbeere, Tulsi, Jiaogulan, Maca,Kalmegh und Marihuana.“

Der Begriff „Drogen“ meint im Kontext der Phytotherapie „getrocknete Heilpflanze“ und nicht wie heute üblich „Betäubungsmittel“.

Mit dem fragwürdigen Begriff „Verjüngungsmittel“ würde ich Adaptogene nicht in Verbindung bringen. Die Wikipedia-Liste mit Beispielen für adaptogene Pflanzen ist etwas fragwürdig. Sie enthält viele Heilpflanzen, deren Profil ganz und gar nicht klar ist.

In der Phytotherapie-Fachliteratur haben meiner Einschätzung nach Ginsengwurzel, Taigawurzel und Rosenwurz am meisten „Fleisch am Knochen“.

Im Phytokodex wird die adaptogene Wirkung von Ginseng so beschrieben:

„ Adaptogene Effekte (unspezifische Erhöhung der körpereigenen Abwehr gegenüber exogenen Noxen und Stressoren physikalischer, chemischer und biologischer Natur): Ginsengextrakte zeigten im Tierversuch positive Effekte bei Einwirkung sowohl physikalischer Stressoren (Hitze, Kälte, Elektroschock) als auch chemischer Noxen (Alkohol). Die radioprotektive Wirkung konnte sowohl im Tierexperiment als auch an Patienten unter Strahlentherapie bewiesen werden, die Leuko-, Thrombo- und Erythrozytenzahl stieg signifikant, blutzellbildende Stammzellen regenerierten beschleunigt.“

Quelle: http://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Ginsengwurzel.html

Zu erwähnen ist noch, dass es bei Ginsengwurzel, Taigawurzel und Rosenwurz Produkte mit sehr unterschiedlicher Qualität gibt. Das ist aber bei Heilpflanzen-Präparaten oft der Fall. Man kann nicht einfach pauschal eine Heilpflanze wie zum Beispiel Johanniskraut empfehlen – man muss immer noch dazu sagen, welches die geeignete Anwendungsform ist – zum Beispiel Kräutertee, Pflanzentinktur, Trockenextrakt – und auch innerhalb dieser Anwendungsformen gibt es unterschiedliche Qualitäten, zum Beispiel verschiedene Verfahren zur Herstellung einer Pflanzentinktur oder eines Extraktes.

Diese Vielfalt trägt mit dazu bei, dass Phytotherapie ein spannendes Wissensgebiet ist.

Siehe auch:

Taigawurzel – Ginseng – Rosenwurz & Co. – was sind Adaptogene?

Ginseng als Adaptogen

Rosenwurz (Rhodiola rosea, Orpin rose) gegen Stress & Müdigkeit

Phytotherapie: Eleutherococcus senticosus (Taigawurzel)

Modewort Burn-out ist zu ungenau

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Radiotipp: Ginseng-Geschichten aus der Mandschurei

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Der Ginseng (Panax ginseng) ist von zahlreichen Mythen und Geschichten umrankt und seinen Wurzeln werden fast magische Heilkräfte nachgesagt. Doch die Wildpflanze wächst nur an ganz wenigen Orten der Welt, beispielsweise in der Mandschurei im Nordosten Chinas.

Mareile Flitsch, die Ethnologin und Direktorin des zürcherischen ethnologischen Museum, hat die Geschichten, die zu Hunderten um diese alte Heilpflanze ranken, gesammelt und untersucht.

Die Radiosendung auf DRS2 können Sie hier hören (55.40 Minuten).

Kommentar & Ergänzung:

Die Sendung gibt einen schönen Einblick in die Kulturgeschichte des Ginsengs in Nordostchina.

Die Ofenbetten, von denen Mareile Flitsch in der Sendung spricht, habe ich selber im Februar 2012 in Nordostchina noch gesehen (in Yabuli bei Harbin). „Firebed“ sagte Yue.

Der allergrösste Teil der Ginsengwurzeln wird heute aus Anbau gewonnen und vor allem auch aus Südkorea importiert.

Ginseng gehört zur Familie der Efeugewächse (Araliaceae).

Er wird sowohl in der traditionellen chinesischen Medizin als auch in der westlichen Phytotherapie eingesetzt.

In der westlichen Phytotherapie gilt Ginseng als Adaptogen.

Was ist ein Adaptogen?

„ Adaptogen ist eine alternativmedizinische Bezeichnung für pflanzliche Zubereitungen und Drogen, die dem Organismus helfen sollen, sich an Stresssituationen anzupassen und einen positiven Effekt bei Stress-induzierten Krankheiten ausüben. Ähnliche Bezeichnungen sind Verjüngungsmittel und (im Ayurveda) Rasayana. Der Körper bzw. das Immunsystem soll an den Stress angepasst, also adaptiert werden. Der russische Forscher Nicolai Vasilevich Lazarev hat den Begriff 1958 geprägt. Adaptogene sollen völlig ungiftig und mit breiter positiver Wirkung ausgestattet sein. Beispiele für Pflanzen, denen solche Wirkungen nachgesagt werden sind Ginseng, Morinda citrifolia (Noni), Shiitake, Reishi/Ling-Zhi, Maitake, Klapperschwamm, Mandelpilz, Schisandra, Rosenwurz, Ashwaganda, Schlafbeere, Tulsi, Jiaogulan, Maca, Kalmegh und Marihuana.“

Quelle: Wikipedia

Mit dem fragwürdigen Begriff „Verjüngungsmittel“ würde ich Adaptogene nicht in Verbindung bringen.

Im Phytokodex wird die adaptogene Wirkung von Ginseng so beschrieben:

„ Adaptogene Effekte (unspezifische Erhöhung der körpereigenen Abwehr gegenüber exogenen Noxen und Stressoren physikalischer, chemischer und biologischer Natur): Ginsengextrakte zeigten im Tierversuch positive Effekte bei Einwirkung sowohl physikalischer Stressoren (Hitze, Kälte, Elektroschock) als auch chemischer Noxen (Alkohol). Die radioprotektive Wirkung konnte sowohl im Tierexperiment als auch an Patienten unter Strahlentherapie bewiesen werden, die Leuko-, Thrombo- und Erythrozytenzahl stieg signifikant, blutzellbildende Stammzellen regenerierten beschleunigt.“

Quelle: http://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Ginsengwurzel.html

Als anerkannte medizinische Anwendungsgebiete für Ginsengwurzel gelten Müdigkeits- und Schwächegefühl, nachlassender Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit sowie in der Rekonvaleszenz (Kommission E, ESCOP).

Darüber hinaus wird Ginseng aber auch für alle möglichen Beschwerden empfohlen, wodurch eine fragwürdige Indikationslyrik entsteht.

Voraussetzungen für die Wirksamkeit sind aber ausreichende Dosierung und ein qualitativ hochstehendes Ginsengpräparat mit standardisiertem Gehalt an Ginsenosiden. Viele Ginsengprodukte vor allem aus dem Internethandel sind von fragwürdiger Qualität.

Von den anderen erwähnten Adaptogenen sind nur wenige gut untersucht.

Siehe dazu auch:

Taigawurzel, Ginseng, Rosenwurz & Co. – was sind Adaptogene?

Rosenwurz (Rhodiola rosea, orpin rose) gegen Stress und Müdigkeit

Ginseng als Adaptogen

Die Noni-Frucht – dürftige Belege für grosse Versprechungen

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Heilpflanzen bei Depression, Angst und Schlafstörungen

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Unter dem Titel „Phytosedativa – Schlaftherapie ohne Risiko?“ publizierte das Komitee  Forschung Naturmedizin (KFN) einen Beitrag von Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Martin E. Keck.

Darin findet sich eine interessante Übersicht von Heilpflanzen, die in den Bereichen Depression, Angst und Schlafstörungen eingesetzt werden. Hier die Übersicht (Darstellung leicht verändert, Schreibfehler bei den Pflanzennamen korrigiert, Inhalt unverändert):

„Arzneipflanzen, die bei depressiven Störungen, Angst- und Schlafstörungen

eingesetzt werden:

Pflanze / Deutscher Name: Anwendung

Bacopa monnieri / Brahmi: Depression, Angst, Schlaf

Centella asiatica / Indischer Wassernabel: Depression, Angst

Crocus sativus / Safran: Depression, Angst

Echinum amoenum / Borage:  Depression, Angst

Ginkgo biloba / Ginkgo: Depression, Angst

Hypericum perforatum / Johanniskraut:  Depression, Angst, Schlaf

Lavandula spp / Lavendel: Depression, Angst, Schlaf

Matricaria recutita / Kamille: Angststörungen

Melissa officinalis / Melisse: Depression, Angst, Schlaf

Panax ginseng / Ginseng: Depression, Angst, Schlaf

Papaver somniferum / Mohn: Sedation, Euphorie

Passiflora incarnata / Passionsblume: Angst, Schlaf

Piper methysticum / Kava-Kava: Depression, Angst, Schlaf

Rhodiola rosea/ Rosenwurz: Depression, Angst, Erschöpfung

Scutellaria lateriflora / Helmkraut: Angst, nervöse Erschöpfung, Schlaf

Eschscholzia californica / Kalifornischer Mohn: Angst, Schlaf

Valeriana spp. / Baldrian:  Depression, Angst, Schlaf

Vitex agnus-castus / Mönchspfeffer: (menstruelle) Dysphorie, Schlaf

Withania somnifera / Schlafbeere:  Angst, Schlaf, nervöse Erschöpfung

fett = basierend auf Humanstudien

(nach Sarris et al. A systematic review of insomnia and complementary

medicine.SleepMedRev 15, 99-106, 2011)“

Quelle: http://www.phytotherapie-komitee.de/News/pk_18_04_12/Prof-Keck-Statement.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Diese Aufstellung enthält gute Anregungen und Ideen. Die Wirksamkeit der einzelnen Heilpflanzen bei den aufgeführten Indikationen ist aber sehr unterschiedlich gut belegt. Für die Wirksamkeit von Johanniskraut-Extrakten bei leichten und mittleren Depressionen gibt es beispielsweise gute klinische Studien, bei Mönchspfeffer gegen Schlafstörungen oder bei Kamille gegen Angststörungen ist das nicht der Fall.

Beim Thema Schlaf fehlt mir in dieser Aufstellung der Hopfen, welcher vor allem als Hopfenextrakt zusammen mit Baldrianextrakt angewendet wird.  Für solche Kombinationspräparate gibt es ebenfalls guten klinische Studien.

Beliebt als Abendtee bzw. Schlaftee sind zudem Orangenblüten und Goldmelissenblüten, obwohl für beide keine Belege für die Wirksamkeit vorliegen.

Von Kava-Kava gibt es leider zur Zeit keine wirksamen Präparate im Handel. Kava-Extrakte zeigen in klinischen Studien Wirksamkeit bei generalisierten Angststörungen. Die entsprechenden Fertigpräparate wurden vor einigen Jahren wegen Verdachtsmeldungen auf Leberschäden aus dem Handel genommen (wobei ein ursächlicher Zusammenhang mit der Kava-Einnahme nur mangelhaft geklärt ist).

Siehe auch:

Neue Kava-Studie zeigt Wirksamkeit wässriger Extrakte

Passionsblume und Kava-Kava lindern Angstzustände

Anstelle der vom Markt genommen wirksamen Kava-Extrakte werden nun Similasan Kava-Kava Tabletten oder spagyrische Kava-Tinktur verkauft, die beide bei der Heilmittelbehörde als Homöopathika angemeldet sind, deshalb keinen Wirksamkeitsbeleg vorlegen müssen und die Wirksamkeit entsprechend auch nicht belegt haben. Die Präparate haben nichts mit den ursprünglichen Kava-Extrakten zu tun, beanspruchen aber dieselbe Wirkung. Meiner Ansicht nach werden hier die Konsumentinnen und Konsumenten hinters Licht geführt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Nachtschichten steigern Diabetesrisiko

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Wer Schicht arbeitet und auch nachts Dienst tut, hat offenbar ein besonders hohes Risiko, an Diabetes zu erkranken. Zwei US-Studien mit Krankenschwestern zeigten, dass auch die Zahl der Dienstjahre eine Rolle spielt.

Nach drei bis neun Jahren Wechselschicht hatten Krankenschwestern – verglichen mit nur tagsüber arbeitenden Schwestern – ein um 20 Prozent höheres Risiko für Typ-2-Diabetes, wie Wissenschaftler um Dr. An Pan von der Harvard School of Public Health berichten (PLoS Medicine 2011; 8(12): e1001141).

Nach zehn bis 19 Jahren erhöhte sich das Risiko um 40 Prozent und nach mehr als 20 Jahren sogar um 58 Prozent.

Die Wissenschaftler hatten Daten zweier prospektiver Kohortenstudien ausgewertet, der Nurses Health Studien (NHS) I und II. Die Krankenschwestern – in der Schweiz sagt man heute Pflegefachfrauen –  hatten mindestens dreimal pro Monat im wechselnden Turnus Nachtdienst geschoben.

Risikosteigerung betrifft nicht nur ältere Frauen

Der Zusammenhang zwischen Nachtschicht und Typ-2-Diabetes ließ sich dabei nur zum Teil auf den Body-Mass-Index (BMI) zurückführen: Rechnete man den BMI heraus, verminderte sich der Risikoanstieg zwar auf sechs Prozent nach drei bis neun Jahren, zehn Prozent nach zehn bis 19 Jahren und 24 Prozent nach 20 und mehr Jahren, die Steigerung blieb immer noch statistisch signifikant.

Die 69.269 am NHS I teilnehmenden Frauen waren zu Studienbeginn 42 bis 67 Jahre alt. 6.165 von ihnen erkrankten innerhalb von 20 Jahren an Typ-2-Diabetes.

Die 107.915 Teilnehmerinnen von NHS II waren 25 bis 42 Jahre alt, von diesen Pflegepersonen erkrankten 3.961 binnen 18 Jahren. Die Risikoerhöhung zeigte sich also nicht nur bei älteren Frauen.

Die Wechselschichten machten die Frauen tatsächlich dicker, das ergab eine separate Subanalyse, für die nur die Daten der 25- bis 42-jährigen Krankenschwestern herangezogen wurden. Dabei erhöhte sich das Risiko, Pfunde zuzulegen, in Abhängigkeit von den in Nachtschicht gearbeiteten Jahren.

Diabetesrisiko durch mehrere Faktoren erhöht

Ob die Frauen Sport trieben, Kontrazeptiva einnahmen oder Übergewicht in der Familienanamnese aufwiesen, war dabei nicht relevant.

Mehrere Faktoren begünstigen offenbar das erhöhte Diabetesrisiko bei Nachtarbeit, vermuten die Wissenschaftler. So führen wechselnde zirkadiane Rhythmen zur Abnahme des Leptinspiegels, lassen Blutzucker, Insulin und Blutdruck steigen und führen oft zu Schlafstörungen.

Pflegende mit Nachtschichten rauchten zudem über die Jahre mehr als Schwestern ohne Nachtschichten. Pflegende mit Nachtschichten mussten zudem zwangsläufig ihre Mahlzeiten den Schichten anpassen.

Ständiges Verschieben von Essenszeiten hatte man schon in anderen Untersuchungen mit einem Anstieg von postprandialen Glukosewerten, Insulinspiegel und BMI in Zusammenhang gebracht.

Quellen:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/diabetes/article/683717/nachtschichten-foerdern-diabetes.html?sh=19&h=1618356173

http://www.plosmedicine.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pmed.1001141

Kommentar & Ergänzung:

Diese Studie ist ein Hinweis darauf, wie wichtig der Lebens- und Arbeitskontext für die Gesundheit ist. Man kann Gesundheit und Krankheit nicht immer nur am individuellen Verhalten festmachen. Wir sind immer auch eingebettet in Strukturen, die Einfluss nehmen auf unsere Gesundheit. Und diese Strukturen lassen sich vom Einzelnen nur beschränkt beeinflussen. Also müssen wir als Gesellschaft  für gesundheitsfördernde Strukturen sorgen.  Weil es Menschen braucht, die Nachtschicht arbeiten, muss die Gesellschaft dafür sorgen, dass diese Arbeit so gesundheitsfreundlich wie mögliche getan werden kann. Beispielsweise, indem ausreichend Erholungsphasen ermöglicht werden.

Phytotherapeutisch könnten bei Nachtschicht-Arbeit möglicherweise Adaptogene sinnvoll sein. Die wichtigsten Adaptogene in der Phytotherapie sind Ginsengwurzel, Taigawurzel, Rosenwurz.

Siehe dazu:

Taigawurzel, Ginseng, Rosenwurz & Co. – Was sind Adaptogene?

Phytotherapie: Eleutherococcus senticosus – Taigawurzel

Ginseng als Adaptogen

Rosenwurz (Rhodiola rosea) gegen Stress und Müdigkeit

Adaptogene helfen dem Organismus bei der Bewältigung belastender Situationen.

Allerdings sollten solche Heilpflanzen-Präparate nicht als Alibi-Übung dienen und anstelle einer Verbesserung der Verhältnisse konsumiert werden.

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:

Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

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Warnung vor Hirndoping

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Angesichts des wachsenden Erfolgsdrucks in Schule, Ausbildung und Beruf sind zahlreiche Menschen bereit, zu einer leistungssteigernden Pille zu greifen. Doch ein solches „Hirndoping“ könne gefährlich werden, warnt die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS).

Etwa 2 Millionen Beschäftige im Alter von 20-50 Jahren (5 % der Befragten) gaben in einer Umfrage der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) an, als Gesunde schon einmal leistungssteigernde und stimmungsaufhellende Medikamente konsumiert zu haben. 2 Prozent der befragten Personen erklärten gar, dass sie sich regelmäßig und sehr gezielt „dopen“. Für ein Viertel aller Befragten ist es vertretbar, derartige Arzneimittel zur Steigerung der kognitiven Leistungen im Beruf einzunehmen, ohne dass dafür eine medizinische Notwendigkeit vorliegt.

Aus Sicht der DHS ist diese Einstellung aber ein Irrweg. Antidepressiva und Präparate gegen Demenz oder gegen das sogenannte Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADHS) seien Medikamente zur Linderung oder Heilung von Krankheiten. „Es sind verschreibungspflichtige Medikamente, die missbräuchlich verwendet werden“, stellt DHS-Geschäftsführer Raphael Gassmann fest.

Zu den bekanntesten Substanzen, die im Zusammenhang mit Hirndoping missbraucht werden, zählen vor allem stimulierende Wirkstoffe wie das Methylphenidat (z.B. Ritalin®) zur medizinisch-indizierten Therapie des Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) und das Modafinil (Handelsname in D: Vigil®, in CH, A: Modasomil®) zur Behandlung der Narkolepsie. Auch Antidepressiva und Antidementiva werden missbräuchlich eingesetzt.

Die gewünschte Wirkung bleibe bei Gesunden aber zumeist aus, erklärt die DHS. Antidepressiva führten bei Gesunden sogar nicht selten zu einer Verschlechterung der Leistungsfähigkeit. So werden zum Beispiel Aufmerksamkeit und Wachheit durch die Aufnahme von Fluoxetin, Citalopram und Sertralin vermindert. Auch finden sich der DHS zufolge keine Belege für eine Steigerung der Gedächtnisleistung Gesunder durch Antidementiva (Medikamente gegen Demenz). Eher würden durch sie Kopfschmerzen, Ruhelosigkeit und Übelkeit ausgelöst. Noch riskanter sei die Einnahme von Methylphenidat  durch gesunde Personen, die bereits über eine gute Aufmerksamkeitsfokussierung verfügen. „Die Einnahme führt bei Gesunden nachweislich weder zu gewünschter Stimmungsaufhellung noch zur Steigerung der Leistungsfähigkeit, eher erreichen sie die Verringerung von Leistungsfähigkeit und Aktivität“, betont  Prof. Dr. Gerd Glaeske. Neben anderen unerwünschten Nebenwirkungen weisen die stimulierenden Wirkstoffe Methylphenidat und Modafinil ausserdem ein hohes psychisches Abhängigkeitsrisiko auf.

Die DHS verlangt vor diesem Hintergrund eine ergebnisorientierte Verhältnisprävention. Arbeitsplatzregelungen und Sozialleistungen könnten nicht nur wirtschaftspolitisch diskutiert und entschieden werden. Sie müssten deutlicher als bisher auch gesundheitspolitisch ausgerichtet werden. DHS-Geschäftsführer Gassmann sagt dazu: „Wir leben nicht nur, um zu arbeiten. Wenn Schule, Ausbildung und Beruf krank oder süchtig machen, ist es Zeit, sie grundsätzlich zu entschärfen.“

Quelle:

http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2011/06/20/dhs-warnt-vor-hirndoping.html

Kommentar & Ergänzung:

Im Bereich des Hirndopings kommen auch Heilpflanzen-Präparate zur Anwendung. Im Vordergrund stehen dabei Ginkgo biloba, Rosenwurz (Rhodiola rosea) und Ginsengwurzel (Panax ginseng). Diese Heilpflanzen entfalten ihre Wirkung langsam, was unter anderem auch dazu beiträgt, dass kein Abhängigkeitsrisiko besteht.

Ob und wie stark ein gesundes Hirn von Heilpflanzen wie Ginseng, Rosenwurz und Ginkgo profitieren kann, ist allerdings trotz entsprechender Studien nicht eindeutig geklärt.

Zu Rosenwurz siehe:

Rosenwurz (Rhodiola rosea, orpin rose) gegen Stress & Müdigkeit

http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/30/rosenwurz-rhodiola-rosea-orpin-rose-gegen-stress-mudigkeit.html

Beim Thema „Hirndoping“ stellen sich aber auch viele grundsätzliche Fragen.

Sollte tatsächlich einmal eine wirksame „Hirnpille“ ohne gravierende Nebenwirkungen entwickelt werden und sollte sich diese durchsetzten, so kämen möglicherweise „Nicht-Anwender“ zunehmend unter Druck.

Und was soll nun genau mit „Hirndoping“ verbessert werden? Die Verarbeitungsgeschwindigkeit im Gehirn? Die Merkfähigkeit? Die Müdigkeitsresistenz?

Sind das nicht ziemlich quantitative Aspekte? Und wäre es nicht sinnvoller, die Qualität von Denkprozessen weiterzuentwickeln?  Das könnte zum Beispiel heissen, wir streben nach möglichst sorgfältiger Urteilsbildung und Entscheidungsfindung, nach präzisem, differenziertem Denken…….

Und dazu braucht es meinem Eindruck nach Übung und allenfalls ein Stück Anleitung – aber wohl kaum Medikamente.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Taigawurzel, Ginseng, Rosenwurz & Co. – Was sind Adaptogene?

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Mit Taigawurzel, Ginseng, Rosenwurz & Co. wird in der Phytotherapie eine Gruppe von Heilpflanzen eingesetzt, die als Adaptogene bezeichnet werden.

Was genau unter Adaptogenen zu verstehen ist, bleibt aber dabei oft unklar.

Univ. Doz. Reinhard Länger gibt in der Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie eine gute Beschreibung der Adaptogene:

„Das Herbal Committee der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) publizierte ein Dokument, in dem Adaptogene näher charakterisiert werden:

Adaptogene sollen die Fähigkeit besitzen, durch Stress beeinträchtigte Körperfunktionen zu normalisieren und zu stärken. Adaptogene sind im Allgemeinen nicht toxisch und weisen eher unspezifische pharmakologische

Eigenschaften auf. Sie sollen die Resistenz des Organismus gegen ein breites Spektrum an widrigen biologischen, chemischen und physikalischen Faktoren steigern. Im Gegensatz zu Tonika und Stimulantien soll eine durch Adaptogene gesteigerte Arbeitskapazität nach Absetzen nicht wieder abfallen. Obwohl zahlreiche Versuche unternommen wurden, dies mit klinischen Studien zu belegen, ist der Begriff Adaptogen nach wie vor in der wissenschaftlichen Phytotherapie nicht generell akzeptiert und wird daher im Bereich der traditionellen pflanzlichen Arzneimittel verwendet. Als Beispiele für Arzneipflanzen, auf die diese Definition zutrifft, werden

Ginseng (Panax ginseng), Chinesische Beerentraube (Schisandra chinensis), Rosenwurz (Rhodiola rosea) und Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus) genannt. Außer Rhodiola rosea, die auch in unseren Alpen heimisch ist, kommen die anderen genannten Arten ausschließlich in Asien natürlich vor.“

Quelle: http://www.phytotherapie.co.at/PHYTO-Therapie_1-11_web.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Weitere Informationen:

Rosenwurz (Rhodiola rosea, orpin rose) gegen Stress & Müdigkeit

Ginseng als Aphrodisiakum

Ginseng als Adaptogen

Ginseng lindert Fatique bei Krebskranken

Phytotherapie: Eleutherococcus senticosus – Taigawurzel

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Rosenwurz (Rhodiola rosea, orpin rose) gegen Stress & Müdigkeit?

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Die Rosenwurz (Rhodiola rosea, orpin rose) ist eine sukkulente Pflanze, welche in den arktischen Regionen heimisch und auch in manchen Gebirgsregionen Europas und Asiens zu finden ist. Verwendet wird der Wurzelstock (Rhizom) in Form von standardisierten Extrakten. Als Wirkstoffe enthält Rosenwurz Phenylpropane (Rosavine) und Phenylethylderivate (v.a. Rhodiolosid), ausserdem Flavonoide, Phytosterole und Phenolcarbonsäuren.

Die Rosenwurz wird seit langem als Heilpflanze verwendet, früher beispielsweise von den Wikingern, um Kraft, Ausdauer und Widerstandsfähigkeit gegen Erkältungen zu steigern, aber auch zur Förderung der Fruchtbarkeit.

In mehreren kontrollierten klinischen Studien erhöhten Rosenwurz-Extrakte die physische Kraft und Ausdauer und linderten Symptome von Asthenie sowie von verschiedenen neurologischen Beschwerden. Weil die meisten Untersuchungen entweder in slawischer oder skandinavischer Sprache publiziert wurden, blieben die Resultate im übrigen Europa weitgehend unbekannt. Zudem fehlen kontrollierte klinische Studien nach modernen Standards.

In Russland und in Schweden ist Rhodiola rosea seit Jahrzehnten als pflanzliches Medizinprodukt etabliert. Als Adaptogen wird es heute hauptsächlich zur Steigerung der physischen und psychischen Ausdauer und bei Asthenie eingesetzt, aber auch zur Linderung von Altersbeschwerden.

Der genaue Wirkmechanismus ist noch nicht vollständig aufgeklärt, wahrscheinlich beeinflussen die Inhaltsstoffe den Neurotransmitter-Stoffwechsel. Auch ein Schutz vor freien Radikalen wird als Wirkmechanismus diskutiert.

Tagesdosis für Rosenwurz-Extrakt:

1%iger Extrakt (stand. auf Rosavin): 360 – 600 mg

2%iger Extrakt (stand. auf Rosavin): 180 – 300 mg

3.6%iger Extrakt (stand. auf Rosavin): 100 – 170 mg

(bis zu 4 Monate lang).

In den Studien zeigten sich unter den beschriebenen Dosierungen keine Nebenwirkungen. Bei extrem hoher Dosierung kann es zu Unruhe und Schlaflosigkeit kommen.

Literatur:

– Van Wyk, Wink, Wink, Handbuch der Arzneipflanzen, 1. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, 2004

Quelle:

http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=1872&NMID=1872&LANGID=2

Kommentar & Ergänzung:

Interessieren würde mich, woher genau bekannt ist, wofür die Wikinger Rosenwurz verwendet haben (Originalquellen).

Rosenwurz ist eine interessante Heilpflanze, deren Wert für die Phytotherapie zur Zeit aber noch schwer zu beurteilen ist.

Das erwähnte „Handbuch der Arzneipflanzen“ finden Sie im Buchshop.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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