Artikel mit Schlagwort ‘Rheuma’
Montag, März 5th, 2012
Die „Welt“ publizierte einen informativen Beitrag über Weihrauch.
Dabei kam auch die medizinische Wirkung zur Sprache:
„Sogar eine kleine medizinische Renaissance könnte das Weihrauchharz erleben, nachdem es als Arzneimittel weitgehend durch wirksamere synthetische Stoffe ersetzt worden war. In den 90er-Jahren fanden Pharmakologen im Harz eine Reihe von Substanzen, unter anderem die Boswellia-Säuren, die eine entzündungshemmende Wirkung haben sollen. So könnten sie möglicherweise Rheuma, chronische Darmentzündungen, Multiple Sklerose, Schuppenflechte, Asthma und die Beschwerden von Hirntumoren lindern
Die Forschung, in Deutschland vor allem an den Unis in Tübingen und Saarland, ist aber noch nicht abgeschlossen, es gibt erst wenige Studien mit Patienten. Eine Arzneimittelzulassung gibt es nicht.“
Quelle:
http://www.welt.de/wissenschaft/article13771012/Weihrauch-ist-eine-Wissenschaft-fuer-sich.html
Kommentar & Ergänzung:
In der Schweiz ist ein Weihrauchpräparat (H 15 Gufic) im Kanton Appenzell als Heilmittel zugelassen. Bei Rheuma (Arthritis) und Darmentzündungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) kommt Weihrauch in Tablettenform innerlich zur Anwendung. Weihrauchsalben, die seit einiger Zeit ebenfalls im Handel sind, eignen sich allenfalls bei Hautentzündungen (Neurodermitis, Psoriasis), aber nicht bei Rheuma. Es ist nämlich völlig ungeklärt, ob die Wirkstoffe durch die Haut aufgenommen werden können und auf diesem Weg eine Wirkung entfalten.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: Appenzell, Arthritis, Arzneimittel, Asthma, Boswellia, Boswellia-Säuren, chronische Darmentzündungen, Colitis ulcerosa, Darmentzündungen, Deutschland, Forschung, Gesundheitsberufe, Gufic, H 15, H 15 Gufic, Harz, Haut, Hautentzündungen, Heilkräuterkurse, Heilmittel, Heilpflanze, Heilpflanzen-Seminar, Hirntumore, Kanton, Kanton Appenzell, Klinik, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Morbus Crohn, Multiple Sklerose, Naturheilkunde, Neurodermitis, Palliative Care, Pflege, Pflegeheim, Phytotherapie-Ausbildung, Psoriasis, Psychiatrische Klinik, Renaissance, Rheuma, Saarland, Schmerzen, Schuppenflechte, Schweiz, Spital, Spitex, Sprache, Studien, Tübingen, Weihrauch, Weihrauchharz, Weihrauchpräparat, Weihrauchsalbe, Weiterbildung, Winterthur, Wirkstoffe, Wirkung, Zürich
Posted in Phytotherapie | 2 Comments »
Sonntag, März 4th, 2012
In der „Pharmazeutischen Zeitung“ publizierte Professor Dr. Oliver Werz von der Friedrich-Schiller-Universität in Jena einen informativen Beitrag zur Rheumabehandlung mit Phytopharmaka.
Zur Bedeutung dieser Heilpflanzen-Präparate schreibt er einleitend:
„ Zur (Begleit-)Therapie rheumatischer Erkrankungen inklusive degenerativer Gelenkerkrankungen und milder bis mittelstarker Muskel- und Rückenschmerzen stehen ausgewählte Phytopharmaka zur Verfügung.
Diese sind insbesondere als alternative oder komplementäre Therapie-Optionen zur klassischen medikamentösen Behandlung mit steroidalen und nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) von Bedeutung.
Ob Teufelskralle, Weidenrinde, Brennnessel oder Weihrauch, ob Cannabis, Hagebutte oder Mutterkraut: Nahezu jeder Rheuma-Patient bedient sich pflanzlicher Antiphlogistika, nicht zuletzt, da er die Nebenwirkungen chemisch definierter Arzneimittel und hier insbesondere der Glucocorticoide fürchtet.
Für ihre Effektivität spricht auch und gerade die Tatsache, dass Zubereitungen entzündungshemmender Kräuter seit Jahrtausenden in der Volksmedizin angewandt werden.
Für zahlreiche Pflanzen(-präparationen), die als Interna zur Entzündungs- und auch Schmerzhemmung bei diversen Krankheitsbildern wie Rheumatoide Arthritis oder Osteoarthrose genutzt werden, liegen, wie bei chemisch definierten Arzneistoffen, wissenschaftliche Daten sowie Hinweise auf Wirkmechanismen und Targets in der menschlichen Entzündungspathogenese vor.
Dennoch wird ihre Effektivität von einigen Fachleuten in Frage gestellt, gilt die klinische Wirksamkeit dieser Phytopharmaka als umstritten. Durch die mangelnde Anerkennung und wenig konsequente Weiterverfolgung der hier bereits vorliegenden Erkenntnisse zu Forschungs- und Therapie-Potenzialen werden große Chancen vertan.“
Quelle:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/?type=0&id=40814
Kommentar & Ergänzung:
Heilpflanzen-Präparate können in vielen Situationen für die Behandlung von Arthritis und Arthrose von Nutzen sein. Heikel ist es allerdings, wenn bei schweren Entzündungen ausschliesslich auf Phytoparmaka oder andere Naturheilmittel gesetzt wird. In solchen Fällen braucht es oft starke Entzündungshemmer (z. B. Glucocorticoide, NSAR), um Schaden von den betroffenen Gelenken abzuwenden und die Schmerzen erträglich zu machen. Diese starken Entzündunghemmer sind bei langdauerndem Gebrauch und bei hohen Dosierungen aber mit einigen ernsthaften Risiken verbunden. Bei abklingenden Entzündungen und in Zwischenphasen können Phytopharmaka wie Weihrauch, Teufelskralle, Weidenrinde, Hagebutte oder Brennessel mithelfen, die Dosierungen von Glucocorticoiden oder NSAR herunterzufahren. Es geht also nicht um ein Gegeneinander von synthetischen Medikamenten und Naturheilmitteln, sondern um eine stadiengerechte Behandlung mit der jeweils besten Option.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: Antiphlogistika, Antirheumatika, Arthritis, Arthrose, Brennnessel, Cannabis, degenerative Gelenkerkrankungen, Dosierungen, Entzündungen, Entzündungshemmer, Entzündungspathogenese, Friedrich Schiller, Gelenke, Gelenkerkrankungen, Gesundheitsberufe, Glucocorticoide, Hagebutte, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen-Seminar, Jena, Klinik, Krankenpflege, Kräuter, Kräuterexkursionen, Muskel, Mutterkraut, Naturheilkunde, Naturheilmittel, Nebenwirkungen, nicht steroidale Antirheumatika, NSAR, Oliver Werz, Osteoarthrose, Palliative Care, Pflege, Pflegeheim, Phytopharmaka, Phytotherapie-Ausbildung, Psychiatrische Klinik, Rheuma, Rheumabehandlung, rheumatische Erkrankungen, rheumatoide Arthritis, Risiken, Rückenschmerzen, Schmerzen, Schweiz, Spital, Spitex, Teufelskralle, Universität, Volksmedizin. Schmerzhemmung, Weidenrinde, Weihrauch, Weiterbildung, Winterthur, Wirksamkeit, Zürich
Posted in Phytotherapie | No Comments »
Samstag, März 3rd, 2012
Lindenblütentee enthält Schleimstoffe und lindert dadurch trockenen Reizhusten. Die traditionelle Pflanzenheilkunde schreibt dem Lindenblütentee zudem eine schweisstreibende Wirkung, welche zur Fiebersenkung bei Grippe und Erkältungskrankheiten genutzt wird. Dieser Anwendungsbereich der Lindenblüte ist aber bis heute nicht belegt.
Manchmal hört man zudem, dass der Lindenblütentee als Beruhigungsmittel genutzt wird.
Eine mögliche Erklärung dafür findet sich hier:
„An Versuchstieren konnte eine Interaktion von Komponenten eines wäßrigen Extraktes mit GABA-Rezeptoren festgestellt werden. Dies könnte eine erste Erklärung für die diskutierte sedative Wirkung von Lindenblüten sein.“
(Quelle: http://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Lindenbluete.html)
Diskutiert wird aber auch – und das scheint mir plausibler – eine beruhigende Wirkung auf inhalativem Weg über Inhaltsstoffe des ätherischen Öls wie Linalool, Geraniol und Benzylalkohol (Max Wichtl, Teedrogen)
Das wäre dann eine Art von Aromatherapie via Tee und es wäre sinnvoll, zu diesem Zweck den Lindenblütentee langsam und schluckweise zu trinken, damit das ätherische Öl gut auf die Geruchsrezeptoren einwirken kann.
Wikipedia umschreibt die Anwendungsbereiche des Lindenblütentees so:
„Lindenblütentee wirkt bei Katarrhen der Atemwege aufgrund der Schleimstoffe hustenreizstillend und beruhigt Halsschmerzen. Die anderen Inhaltsstoffe wie die (Glykoside) geben der Lindenblüte eine krampflösende, schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung. Daher wird sie vorwiegend bei fieberhaften Erkrankungen, grippalen Infekten und Katarrhen der oberen Atemwege und in Erweiterung bei Rheuma, Nierenentzündung und Ischias eingesetzt.
Die Lindenblüte dient auch zur Behandlung von leichten Krämpfen, Migräne und Magenbeschwerden. Lindenblüten enthalten zudem beruhigend wirkende Stoffe und werden zur Linderung von Unruhezuständen verwendet.“
Die Empfehlung bei Rheuma, Nierenentzündung, Migräne und Ischias ist meines Erachtens überhaupt nicht nachvollziehbar.
Interessant ist folgender Hinweis:
„Nach Wasserdampfinhalation unter Lindenblütenzusatz zeigte sich bei unkomplizierten Erkältungskrankheiten eine Besserung der Beschwerdensymptomatik im Vergleich zur Kontrollgruppe (nur Wasserdampf)“
Quelle: Handbuch Phytotherapie, 2003, von Thomas Brendler, Jörg Grünwald, Christof Jänicke
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: 2003, Aromatherapie, Atemwege, ätherisches Öl, Benzylalkohol, Beruhigungsmittel, Erkältungskrankheiten, Fiebersenkung, GABA, GABA-Rezeptoren, Geraniol, Geruchsrezeptoren, Gesundheitsberufe, Glykoside, grippale Infekte, Grippe, Halsschmerzen, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen-Seminar, Inhaltsstoffe, Interaktion, Ischias, Katarrhe, Klinik, Krämpfe, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Linalool, Lindenblüten, Lindenblütentee, Magenbeschwerden, Max Wichtl, Migräne, Naturheilkunde, Nierenentzündung, Palliative Care, Pflege, Pflegeheim, Phytotherapie-Ausbildung, Psychiatrische Klinik, Reizhusten, Rheuma, Schleimstoffe, Schmerzen, Schweiz, Spital, Spitex, Tee, Teedrogen, Unruhe, Unruhezustände, Versuchstiere, Wasserdampf, Wasserdampfdestillation, Weiterbildung, Wikipedia, Winterthur, Wirkung, Zürich
Posted in Phytotherapie | No Comments »
Mittwoch, Februar 1st, 2012
Maisgriffel werden im Internet für die verschiedensten Anwendungsbereiche propagiert: Nierenbeschwerden, Blasenbeschwerden, Cellulite, Fettleibigkeit, Nierensteine, Ödeme, Bluthochdruck, Rheuma, Gicht, Arthritis, Schmerzen……
Immer wieder taucht auch die Empfehlung von Maisgriffel als Schlankheitsmittel auf.
Die Empfehlungen im Internet überborden und sind zum Teil ziemlich abenteuerlich. Dem entgegen steht eine ausgesprochen magere Datenlage. Als glaubwürdig dokumentiert gilt in der Phytotherapie-Fachliteratur nur gerade eine leichte harntreibende Wirkung, wahrscheinlich aufgrund des hohen Kaliumgehalts. That’s it. Davon wird jedenfalls niemand schlank.
Aber mit grossartigen Versprechungen lassen sich gute Geschäfte machen.
Immer wenn es um Heilungsanpreisungen geht, scheint mir ein Rat von Erich Fromm bedenkenswert:
„Da das meiste, was wir hören oder in den Zeitungen lesen, zu Tatsachen verdrehte Interpretationen sind, ist es weitaus am besten, äusserst skeptisch zu sein und von der Annahme auszugehen, dass der grösste Teil von dem, was wir hören, wahrscheinlich eine Lüge oder Verzerrung ist. Wenn dies zu hart und zynisch klingt, so möchte ich beifügen, dass ich dies nicht ganz wörtlich meine. Dennoch möchte ich betonen, dass diese Einstellung viel gesünder ist, als vom Gegenteil auszugehen, nämlich zu meinen, die Leute sagen die Wahrheit, ausser man kann das Gegenteil beweisen. Vielleicht klingt meine Empfehlung weniger menschenfeindlich, wenn ich betone, dass es um den Wahrheitsgehalt von Aussagen geht und nicht um die Frage, ob jemand lügt oder nicht. Aber erwiesenermassen glauben die meisten Menschen, deren Aussagen unwahr oder halbwahr sind, dass sie wirklich die Wahrheit sagen – oder zumindest überreden sie sich selbst dazu.“
Zitat aus: Erich Fromm, Vom Haben zum Sein, Beltz 1989
Hinweise darauf, dass Maisgriffel schädlich wäre, gibt es allerdings keine.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: 1989, Arthritis, Beltz, Blasenbeschwerden, Bluthochdruck, Cellulite, Erich Fromm, Fettleibigkeit, Gesundheitsberufe, Gicht, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen-Seminar, Internet, Interpretationen, Kaliumgehalt, Klinik, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Lüge, Maisbart, Maisbarthaare, Maisgrannen, Maisgriffel, Naturheilkunde, Nierenbeschwerden, Nierensteine, Ödeme, Palliative Care, Pflanzenheilkunde, Pflege, Pflegeheim, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Phytotherapie-Fachliteratur, Rheuma, Schlankheitsmittel, Schmerzen, Schweiz, Spitex, Wahrheit, Weiterbildung, Winterthur, Wirkung, Zeitungen, Zitat, Zürich
Posted in Gesundheitliches, Naturheilkunde-Debatte, Philosophisches, Phytotherapie | No Comments »
Freitag, Januar 27th, 2012
Arnika (Arnica montana) ist eine der bekanntesten Heilpflanzen. Sie wird vor allem eingesetzt als Arnikagel / Arnikasalbe oder als (verdünnte) Arnikatinktur.
Folgende Anwendungsbereiche gelten in der Phytotherapie als anerkannt:
„Zur äußerlichen Anwendung bei Verletzungs- und Unfallfolgen, z.B. bei Hämatomen, Distorsionen, Prellungen, Quetschungen, Frakturödemen; außerdem bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden. Entzündungen der Schleimhäute von Mund- und Rachenraum; Furunkulose und Entzündungen als Folge von Insektenstichen; oberflächliche Venenentzündung (Kommission E); äußerlich bei Blutergüssen Verstauchungen und Entzündungen infolge von Insektenstichen; bei Mundschleimhautentzündungen, aphthenartigen Geschwüren; zur symptomatischen Behandlung von rheumatischen Beschwerden (ESCOP).“
Quelle: http://www.koop-phyto.org/arzneipflanzenlexikon/arnika.php
Kommentar & Ergänzung:
Arnika gehört zu den bekanntesten Alpenpflanzen und wächst auf sauren Böden.
Eine gute Übersicht zu den Wirkungen von Arnika gibt Wikipedia:
„Den antiken Schriftstellern war Arnika als Heilpflanze nicht bekannt. Die wohl früheste Erwähnung findet sich bei Hildegard von Bingen. Bei der von ihr als „Wolfsgelegena“ bezeichneten Pflanze könnte es sich um die Arnika handeln. Ab dem 18. Jahrhundert wurde Arnika tatsächlich bei Beschwerden und Krankheiten eingesetzt. Das Anwendungsspektrum war weit gefächert, neben Blutergüssen und allgemeinen Verletzungen wurden auch Krampfadern, Venenentzündungen, Gicht und Rheuma behandelt. Außerdem fand eine Verwendung als Analeptikum und Stimulans statt. Häufig wurde es auch missbräuchlich als Abortivum benutzt.
Heutzutage wird Arnika zur äußeren Anwendung bei Verletzungen und bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden verwendet. Die Anwendung ist dabei zugelassen und klinisch belegt.
Bei der äußeren Anwendung wird am häufigsten eine (alkoholische) Tinktur hergestellt. Hierbei gehen die meisten Sesquiterpenlactone in Lösung. Auf Wasserbasis kann man auch einen wässrigen Auszug verwenden, bei dem 75 % der Sesquiterpenlactone in Lösung gelangen. Tinkturen bzw. Auszüge zur äußeren Anwendung wirken antimikrobiell und antiphlogistisch. Arnika-Salben bzw. Arnika-Gele können auch bei Veneninsuffizienz einen therapeutischen Effekt erzielen.
Da die innere Anwendung nicht zugelassen ist, wurden sehr viele Teepräparate vom Markt genommen. Nur zur äußeren Anwendung sind diese erlaubt, wenngleich nicht zum Dauergebrauch. Hierbei wurden Arnikablüten mit kochendem Wasser überbrüht und ausgesiebt. Heutzutage ist die Teebereitung indes nicht mehr so gebräuchlich.
Besonders in der Homöopathie werden Arnika-Potenzen häufig bei Blessuren eingesetzt. Zahlreiche wissenschaftliche Studien konnten keinen Nutzeffekt dieser Präparate feststellen.“
(Quelle: Wikipedia)
Mit „Arnika-Potenzen“ sind homöopathische Globuli gemeint. Erkennbar sind diese Produkte an den Verdünnungsstufen, die dem Namen “Arnica” folgen. Also zum Beispiel Arnica D6, Arnica C30, Arnica C200.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: Abortivum, Alpenpflanzen, Analeptikum, Arnica, Arnica C200, Arnica C30, Arnica D6, Arnica montana, Arnika, Arnika-Gele, Arnika-Potenzen, Arnika-Salben, Arnikablüten, Arnikagel, Arnikasalbe, Arnikatinktur, Blessuren, Blutergüsse, Distorsionen, Entzündungen, ESCOP, Frakturödeme, Furunkulose, Gelenkbeschwerden, Geschwüre, Gesundheitsberufe, Gicht, Globuli, Hämatome, Heilkräuterkurse, Heilpflanze, Heilpflanzen-Seminar, Hildegard von Bingen, Homöopathie, Insektenstiche, Klinik, Kommission E, Krampfadern, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Mund, Mundschleimhautentzündung, Muskel, Naturheilkunde, oberflächliche Venenentzündung, Palliative Care, Pflanzenheilkunde, Pflege, Pflegeheim, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Prellungen, Quetschungen, Rachenraum, Rheuma, rheumatische Beschwerden, Schleimhäute, Schmerzen, Schweiz, Sesquiterpenlactone, Spitex, Stimulans, Studien, Teepräparate, Tinktur, Tinkturen, Unfallfolgen, Venenentzündung, Venenentzündungen, Veneninsuffizienz, Verletzung, Verstauchungen, Weiterbildung, Wikipedia, Winterthur, Wirkungen, Zürich
Posted in Phytotherapie | No Comments »
Montag, Januar 16th, 2012
Das schreibt die Boulevardzeitung „Krone“ und rät ihren Leserinnen und Lesern:
„Von wegen Unkraut! Um überschüssigen Kilos den Kampf anzusagen, empfiehlt sich nämlich Brennnessel-Tee. Er enthält Mineralsalze, Kiesel- und Essigsäure sowie Vitamin E und treibt Giftstoffe aus dem Körper. Einen gehäuften Teelöffel Brennnesselblätter (gibt’s in der Apotheke) mit kochendem Wasser übergießen und fünf Minuten ziehen lassen. Drei Mal täglich eine Tasse trinken und schon werden die Kilos purzeln.“
Quelle:
http://www.krone.at/Gesund-Fit/Beauty-Elixier_Tee_So_schoen_machen_Rooibos_und_Co.-Rundum_gepflegt-Story-308056
Kommentar & Ergänzung:
Eine glatte Lüge, dieser Ratschlag mit den purzelnden Kilos. Und Brennnesseltee enthält tatsächlich Essigsäure?
Beeindruckend. Kann ich damit vielleicht auch gleich die Blutgefässe entkalken? 100%ig korrekt ist hingegen, dass Brennnessel Vitamin E enthält – in den Brennnesselsamen. Aber wo kommen wir denn hin, wenn wir solche Unterscheidungen machen. Die Welt ist ja sonst schon komplex genug. Und welche Giftstoffe soll die Brennnessel denn genau aus dem Körper treiben? Und was mach ich dann mit den ausgeschiedenen Giftstoffen? Doch nicht etwa ins Klo?
Gar auf die Sondermülldeponie? – Schliesslich kommen da ja mehrere Kilos Giftstoffe zusammen, wenn die Kilos wirklich purzeln sollen.
Im Ernst: Brennnesseltee hat eine leicht harntreibende Wirkung. Genauer gesagt, wird dank Brennnesseltee mehr Wasser ausgeschieden. Und daraus folgt: Je mehr Brennnnesseltee man trinkt, desto mehr Wasser geht weg.
Erleichtert wird man dadurch kein Gramm.
Der Ratschlag der Kronenzeitung ist eine einzige Verarschung.
Um Missverständnissen vorzubeugen, sei aber noch erwähnt, dass ich gar nichts gegen Brennnesseltee habe und auch keinesfalls ein Brennnessel-Feind bin. Bewahre!
Nur solche völlig hohlen Versprechungen, die finde ich gar nicht nett.
Vertiefende Informationen zur Entschlackologie:
Mit Heilfasten und Entschlackungskuren ins Neue Jahr 2012
Darmreinigung: Mehr Schaden als Nutzen durch Entgiftungskur
Unsinnig und Irreführend: Sidroga® Wellness Entschlackungstee
Fasten und Entschlacken
Entschlackung – unnötig und ungesund
Entgiften und Entschlacken – Höchst fragwürdige Versprechungen
Entschlackung – illusionäre Hoffnung auf Gewichtsreduktion
Die Kronen-Zeitung hat übrigens ihren Leserinnen und Lesern schon einmal wirre Brennnessel-Entschlackungsfantasien vorgesetzt:
Frühjahrskur mit Brennnessel – Fragwürdige Tipps der Kronen-Zeitung
Der „Kurier“ ist aber auch nicht besser:
Begriffssalat um Schulmedizin Komplementärmedizin – Alternativmedizin
Reiner Zufall, dass es sich da um zwei Zeitungen aus unserem östlichen Nachbarland Österreich handelt. Ich schwörs! Ich habe auch gar nichts gegen Österreich…..
Und nun zur „Ehrenrettung“ der Brennnessel:
1.) Hinweise aus der Phytotherapie-Forschung deuten auf günstige Effekte von Brennnesselmus bei Rheuma hin aufgrund einer entzündungshemmenden Wirkung:
Brennnesselkur gegen Rheuma
2.) Die von der Kronen–Zeitung empfohlene Brennnessel-Anwendung ist nach gegenwärtigem Wissensstand harmlos und ohne Nebenwirkungen.
3.) Ich finde, wir sollten im Umgang mit der Natur und den Pflanzen nicht immer nur unseren eigenen Nutzen im Kopf haben.
Am wichtigsten sind Brennnesseln nämlich für Schmetterlinge:
„Für die Raupen von rund 50 Schmetterlingsarten sind bestimmte Brennnessel-Arten eine Futterpflanze.
Die Schmetterlingsarten Admiral, Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs (auch als Nesselfalter bekannt), Silbergraue Nessel-Höckereule, Dunkelgraue Nessel-Höckereule, Brennnessel-Zünslereule (Hypena obesalis) und das Landkärtchen sind dafür sogar auf die Brennnessel angewiesen, andere Pflanzen kommen für diese Arten nicht in Betracht (Monophagie). Trotzdem scheinen sich diese Schmetterlingsarten kaum gegenseitig Konkurrenz zu machen, denn sie bevorzugen jeweils andere Wuchssorten der Brennnessel oder sind relativ selten.“
Quelle: Wikipedia
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Pflanzenheilkunde
www.phytotherapie-seminare.ch
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: 2012, Admiral, Alternativmedizin, Apotheke, Blutgefässe, Boulevardzeitung, Brennnessel, Brennnessel- Zünslereule, Brennnessel-Arten, Brennnessel-Tee, Brennnesselblätter, Brennnesselkur, Brennnesselmus, Brennnesselsamen, Brennnesseltee, Darmreinigung, Dunkelgraue Nessel-Höckereule, Entgiftungskur, Entschlacken, Entschlackung, Entschlackungskuren, Entschlackungstee, Essigsäure, Fasten, Frühjahrskur, Futterpflanze, Gesundheitsberufe, Gewichtsreduktion, Giftstoffe, Heilfasten, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen-Seminar, Hypena obesalis, Kiesel, Kilos, Kleiner Fuchs, Klinik, Klo, Komplementärmedizin, Konkurrenz, Körper, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Krone, Landkärtchen, Mineralsalze, Monophagie, Natur, Naturheilkunde, Nebenwirkungen, Nesselfalter, Palliative Care, Pflanzenheilkunde, Pflege, Pflegeheim, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Phytotherapie-Forschung, Raupen, Rheuma, Schäden, Schmerzen, Schmetterlinge, Schmetterlingsarten, Schulmedizin, Schweiz, Sidroga, Sidroga Wellness Entschlackungstee, Sidroga® Wellness Entschlackungstee, Silbergraue Nessel-Höckereule, Sondermülldeponie, Spitex, Tagpfauenauge, Unkraut, Vitamin E, Weiterbildung, Wellness, Wikipedia, Winterthur, Wirkung, Zürich
Posted in Naturheilkunde-Debatte, Phytotherapie | No Comments »
Montag, Januar 9th, 2012
Nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) steigern das Risiko für bestimmte Herz-Rhythmus-Störungen – hauptsächlich zu Behandlungsbeginn. Zu diesem Resultat kommen dänische Wissenschaftler in einer aktuell im «British Medical Journal» veröffentlichten Studie. Die Forscher der Universität Aarhus werteten die Daten von mehr als 32000 Patienten aus, die zwischen 1999 und 2008 zum ersten Mal die Diagnose «Vorhofflimmern» oder «Vorhofflattern» bekommen hatten. Als Vergleichsgruppe dienten rund zehnmal so viele Personen ohne Herz-Rhythmus-Störungen.
Speziell die erstmalige Einnahme von nicht selektiven NSAR oder selektiven Hemmstoffen der Cyclooxygenase 2 (COX-2-Hemmer, Coxibe) steigerte das Risiko für Vorhofflimmern oder Vorhofflattern. Patienten, welche erstmalig ein Rezept über ein anderes NSAR als Acetylsalicylsäure eingelöst hatten, erkrankten um mehr als 40 Prozent häufiger an einer dieser Herz-Rhythmus-Störungen als die Vergleichspersonen. Der Start einer Behandlung mit Coxiben steigerte die Anzahl der Neuerkrankungen (Inzidenz) sogar um etwa 70 Prozent. Das höchste Erkrankungsrisiko zeigten ältere Personen sowie Patienten mit chronischen Nierenleiden oder rheumatoider Arthritis. Patienten mit Vorhofflimmern oder Vorhofflattern sollten Ärzte NSAR oder COX-2-Hemmer deshalb nicht leichtfertig verordnen, folgern die Autoren der Studie.
Quelle:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=38527&Nachricht_Title=Nachrichten_Schmerzmittel+erh%F6hen+Risiko+f%FCr+Herz-Rhythmus-St%F6rung&type=0
Kommentar & Ergänzung:
Was genau sind Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR)?
Im Pharmawiki wird diese Arzneimittelgruppe so beschrieben:
„Nicht-steroidale Entzündungshemmer sind Schmerzmittel mit vielfältigen Wirkungen. Sie wirken schmerzstillend, fiebersenkend, entzündungshemmend und können die Blutgerinnung hemmen. Dementsprechend werden sie bei Schmerzen verschiedener Ursache, bei Fieber, entzündlichen Erkrankungen und zur Blutverdünnung verwendet. Eine längerfristige Einnahme der Medikamente ist problematisch und kann unter anderem zu Kopfschmerzen, Geschwüren im Magen und im Darm und zu Nierenerkrankungen führen. Deshalb sollen sie kurzfristig und wenn möglich in tiefer Dosis angewandt werden.“
Beispiele für NSAR (auch NSAID genannt) in der Schweiz:
Mefenaminsäure (Ponstan®, Mefenacid)
Flufenaminsäure (Assan®)
Etofenamat (Rheumon®, Traumalix®)
Acemetacin (Tilur®)
Bufexamac (Parfenac®)
Diclofenac, Diclofenac-Gel (Voltaren®)
Indometacin (Indocid®)
Nepafenac (Nevanac®)
Phenazon
Aminophenazon
Propyphenazon
Metamizol (Novalgin®)
Phenylbutazon
Ich bin kein fundamentalistischer Gegner „chemischer“ Medikamente. Dieses einseitige Schwarz-Weiss-Denken – hier die böse „Chemie“, dort die sanfte „Naturmedizin“ – in Komplementärmedizin und Alternativmedizin leider verbreitet – halte ich für bescheuert. Es braucht anstelle dieses unseligen „Lagerdenkens“ eine optionale Grundhaltung. Das heisst: Alle Wahlmöglichkeiten (Optionen) sollen dargelegt und geprüft werden, um die jeweils beste zu wählen. So können auch NSAR in manchen Situationen wichtig und richtig sein, beispielsweise im hoch entzündlichen Polyarthritisschub, bei Hexenschuss (Lumbago, Ischias-Syndrom) oder starken Zahnschmerzen.
Aber es braucht auch mildere Mittel für leichtere Entzündungen und leichtere Schmerzen, bei denen der Einsatz von NSAR nicht notwendig ist. Vor allem der langfristige Einsatz von NSAR ist nicht risikolos, wie unter anderem die oben beschriebene Studie gezeigt hat.
In diesem milderen Segment können Naturheilmittel (Wickel, Heilpflanzen-Anwendungen) eine wichtige Rolle spielen.
„Pharmawiki“ erwähnt übrigens unter der Rubrik „Pflanzliche NSAID“ die Weidenrinde (Salix spec.) und die Spierblume (Spierstaude, Mädesüss, Wiesen-Geissbart, Filipendula ulmaria).
Vor allen Weidenrinden-Extrakt ist als leichtes Schmerzmittel gut dokumentiert und wird zum Beispiel bei Arthrose eingesetzt.
Siehe auch:
Heilpflanzen-Präparate bei Rheuma
Heilpflanzen gegen Kopfschmerzen
Phytotherapie bei Arthrose: Weidenrinde, Teufelskralle
Phytotherapie bei Schmerzen
Phytotherapie: Heilpflanzen zur Schmerzbehandlung
Phytotherapie: Weidenrinde gegen Kopfschmerzen, Fieber, Rheumabeschwerden
Weidenrinden-Extrakte lindern Arthritis
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Pflanzenheilkunde
www.phytotherapie-seminare.ch
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: 1999, 2008, Aarhus, Acemetacin, Acetylsalicylsäure, Alternativmedizin, Aminophenazon, Antirheumatika, Arthritis, Arthrose, Assan, Assan®, Blutgerinnung, Blutverdünnung, Bufexamac, COX-2, COX-2-Hemmer, Coxibe, Cyclooxygenase, Cyclooxygenase 2, Darm, Diagnose, Diclofenac, Diclofenac-Gel, Dosis, Entzündungshemmer, Etofenamat, Fieber, Filipendula ulmaria, Flufenaminsäure, Geschwüre, Gesundheitsberufe, Heilpflanzen, Heilpflanzen-Präparate, Heilpflanzen-Seminar, Herz, Herz-Rhythmus-Störung, Hexenschuss, Indocid, Indocid®, Indometacin, Ischias, Ischias-Syndrom, Klinik, Komplementärmedizin, Kopfschmerzen, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Lumbago, Mädesuss, Magen, Mefenacid, Mefenaminsäure, Metamizol, Naturheilmittel, Naturmedizin, Nepafenac, Nevanac®, nicht steroidale Antirheumatika, Nicht-steroideale-Antirheumatika, Nierenerkrankungen, Nierenleiden, Novalgin, Novalgin®, NSAID, NSAR, Palliative Care, Parfenac, Parfenac®, Pflanzenheilkunde, Pflege, Pflegeheim, Pharmawiki, Phenazon, Phenylbutazon, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Polyarthritis, Polyarthritisschub, Ponstan, Ponstan®, Propyphenazon, Rheuma, Rheumabeschwerden, rheumatoide Arthritis, Rheumon, Rheumon®, Risiko, Salix, Schmerzbehandlung, Schmerzen, Schmerzmittel, Schweiz, Spierblume, Spierstaude, Spitex, Studie, Teufelskralle, Tilur, Tilur®, Traumalix, Traumalix®, Universität, Voltaren, Voltaren®, Vorhofflattern, Vorhofflimmern, Weidenrinde, Weidenrinden-Extrakt, Weiterbildung, Wickel, Wiesen-Geissbart, Winterthur, Wirkungen, Zahnschmerzen, Zürich
Posted in Gesundheitliches, Phytotherapie | No Comments »
Sonntag, Dezember 11th, 2011
Bockshornklee ist eine spannende Pflanze mit einer interessanten Geschichte. Verwendung findet der Bockshornklee als Gewürz in der indischen Küche (z. B. in Curry-Mischungen) und als Heilpflanze.
Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum) zählt zur Unterfamilie Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Der Bockshornklee ist ein naher Verwandter des Schabzigerklees (Trigonella caerulea).
Bockshornklee bevorzugt Standorte mit viel Sonnenlicht und eher lehmigem Boden.
Woher kommt der Name Bockshornklee?
Die Übersetzung von „foenum-graecum“ lautet „griechisches Heu“. Als weitere deutsche Trivialnamen sind bekannt: Kuhhornklee, Ziegenhorn, Hirschwundkraut, Rehkörner, feine Grete, Filigrazie, Schöne Margreth, Siebenzeiten, Stundenkraut, Methika und Philosophenklee. In der Bodybuilding-Szene ist Bockshornklee unter seinem englischen Trivialnamen Fenugreek bekannt.
Der arabische Name hulbah / حلبه und sein hebräisches Pendent hilbeh [חילבה] sind vermutlich nativ semitisch und leiten sich wohl von der Wurzel ḤLB „Milch“ ab, die auch dem Namen der Mahaleb-Kirsche zu Grunde liegt. Das Benennungsmotiv wäre dann die in der Volksmedizin vielfach genutzte Milch treibende (galaktogoge) Wirkung. Spanisch alholva ist, wie zahlreiche Pflanzennamen der iberischen Halbinsel (siehe auch Kaper), eine Entlehnung aus dem Arabischen: al-hulbah / الحلبه /‚der Bockshornklee‘. Sein Name auf Persisch ist Shanbalile شَنبَلیله , auf Hindi heißt er Methi und auf Amharisch (Äthiopien) heißt er Abisch.
Geschichte des Bockshornklees
Der Bockshornklee wurde schon im Chalkolithikum domestiziert, verkohlte Samen stammen etwa aus Tell Halaf. Ein Nachweis aus der Eisenzeit gelang im Tell von Deir Alla im Jordantal. Bockshornklee wurde auch im alten Ägypten verwendet, wo er sowohl in Pflanzenheilkunde und Geburtshilfe als auch in religiösen Handlungen eine Rolle spielte. Arabische Ärzte lehrten, dass sich nach einer Anwendung von abgekochten Bockshornkleesamen Schuppen und Haarausfall vermindern und die Haare gelockter werden.
In Indien wird der Bockshornkleesamen als Aromatikum, Carminativum, Tonikum und Aphrodisiakum und ein Aufguss bei Pocken zur Kühlung angewendet. Der Bockshornklee fand jedoch auch frühzeitig in der Gartenkunst im Kaiserreich China Verwendung.
Nördlich der Alpen bemühten sich Benediktinermönche, Bockshornklee in den Klostergärten zu akklimatisieren und er wird im „Capitulare de villis“ (verfasst zirka 795) von Karl dem Großen zum Anbau angeordnet. Hildegard von Bingen nennt Bockshornklee als Heilmittel gegen Hautkrankheiten. Durch Pfarrer Sebastian Kneipp wurde die Verwendung des Bockshornklees in der Volksheilkunde wieder neu belebt. Die grosse Nachfrage führte dazu, dass der Bockshornklee wieder angebaut wurde. Sebastian Kneipp lobte diese Heilpflanze bei jeder Gelegenheit und setzte sich für ihren Anbau ein. Foenum graecum sei das beste von allen ihm bekannten Heilmitteln zum Auflösen von Geschwülsten und Geschwüren, schrieb Kneipp.
Vom Propheten Mohammad soll die Aussage stammen: „Wenn meine Leute wüssten, wieviel Heilkraft im Bockshornklee enthalten ist, dann würden sie ihn kaufen und sein Gewicht in Gold aufwiegen“. In einer anderen Überlieferung des Propheten erklärt er sinngemäß „mische Bockshornklee in deine Arzneien“. Im muslimischen Kulturkreis finden sich demnach außer den oben genannten medizinischen Anwendungen zahlreiche weitere, unter anderem als Bockshornkleesprossen gegen Haarausfall bei Männern, den Samen zur Behandlung von Diabetes mellitus oder bei Menstruationsbeschwerden.
Zum Vorkommen des Bockhornklees
Bockshornklee ist über das südliche Europa, Afrika, den Nahen Osten, Indien, China und Australien verbreitet. Hauptanbauländer sind Marokko und Indien. Kleinere Mengen werden auch für Stilltees und andere Zwecke noch in Deutschland (100ha) und Frankreich (500ha) kultiviert.
Verwendung des Bockshornklees
In trockenen Ländern im Nahen Osten, in Nordafrika und in Spanien wird Bockshornklee als Nahrungsmittel oder Futterpflanze kultiviert und geröstet, gekocht oder frisch verzehrt. Er verträgt auch einen hohen Bodenversalzungsgrad. Darüber hinaus wird Bockshornklee als Gewürz verwendet und ist zum Beispiel ein wesentlicher Bestandteil von Currypulver. Ebenso werden die Bockshornsamen – wie auch Schabzigerklee – beispielsweise in Südtirol als Brot- oder Käsegewürz verwendet. Bockshornklee ist Bestandteil einer Gewürzmischung zur Produktion der türkischen Trockenfleischspezialität Pastırma.
Bockshornkleesamen, der von Ägypten nach Europa importiert und dort zu Sprossengemüse verarbeitet wurde, hat mit grosser Wahrscheinlichkeit die HUS-Epidemie 2011 verursacht.
Aus den Samen des Bockshornklees lässt sich ein fettes Öl mit Triglyceriden der Linolensäure, Palmitinsäure, Linolsäure und Ölsäure gewinnen. Sie enthalten Lecithin und Phytosterin, Schleimstoffe, Saponine und Sapogenine, die Vitamine A und D, Phosphor und Cholin, das angeblich einer Verfettung der Leber entgegenwirkt, den Stoffwechsel günstig beeinflussen und einer Arteriosklerose vorbeugen soll.
Darüber hinaus enthält Bockshornklee die Aminosäure Histidin, die angeblich Leberschädigungen entgegenwirken soll. Als Tee ist er hauptsächlich in China, Indien und Tibet bekannt. Er wird dort als Hustenmittel und zur Reinigung der Atemwege verwendet. Weiterhin enthält Bockshornklee Diosgenin (ein Wirkstoff der möglicherweise gegen Dickdarmkrebs eingesetzt werden kann und vor allem aus Dioscorea villosa (Yams) bekannt ist.
Bockshornkleesamen werden in der Pflanzenheilkunde bei leichterem oder als Begleitmedikation auch bei schwererem Diabetes mellitus angewendet (ähnlich einem oralen Antidiabetikum). Sie führen nachweislich zur Senkung des Blutzuckers und des LDL-Cholesterins. Eine übliche Dosis sind etwa 25 Gramm Samenpulver pro Tag. Die äußerliche Anwendung als Auflage oder Wickel hemmt Entzündungen und lindert Nasennebenhöhlenentzündungen, Atemwegsbeschwerden oder Rheuma, ausserdem auch Hauteiterungen oder Ekzeme. Zu diesem Zweck werden 50 Gramm Samen gemahlen und mit 250 Milliliter Wasser zu einem Brei verkocht. Von stillenden Frauen wird Bockshornklee als milchbildendes Mittel (Galaktagogum) genutzt.
Bockshornkleesamen sind als Tee, als Pulver oder als fertige Auflagen im Handel. Des Weiteren sind Nahrungsergänzungsmittel mit Bockshornsamenpulver oder Bockshornsamenkonzentrat erhältlich.
Quelle: Wikipedia
Kommentar und Ergänzung:
Aus meiner früheren Zeit als Drogist kenne ich Bockshornkleesamenpulver als Fresslustpulver in der Veterinärmedizin und als Kataplasma (Breiumschlag) bei Furunkel und Stirnhöhlenentzündung.
Auf neueren Erkenntnissen beruht die Anwendung bei Diabetes mellitus zur Senkung des Blutzuckers sowie zur Senkung des LDL-Cholesterins. In diesen Bereichen wirkt der Bockshornklee in der gleichen Art wie Haferkleie, Guarmehl, Flohsamen, Pektin, Johannisbrotkernmehl.
Interessant ist auch der mit dem Bockshornklee verwandte Schabzigerklee. Er dient ausschließlich getrocknet zum Würzen. In der Schweiz wird Schabzigerklee, der etwas milder als der Bockshornklee ist und stark würzig nach frischem Heu riecht und eigenartig bitter schmeckt, zur Produktion des Schabzigers verwendet. Das ist ein sehr aromatischer, nahezu fettfreier Käse (“Glarner Schabziger”).
Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:
Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch
Info-Treff Pflanzenheilkunde
Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen
Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
moodle.heilpflanzen-info.ch/
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: 2011, A ntidiabetikum, Afrika, Ägypten, Alpen, Aminosäure, Aphrodisiakum, Aromatikum, Arteriosklerose, Arznei, Atemwege, Atemwegsbeschwerden, Äthiopien, Auflage, Ausbildung, Australien, Benediktinermönche, Blutzucker, Bockshornklee, Bockshornkleesamen, Bockshornkleesprossen, Bockshornsamenkonzentrat, Bockshornsamenpulver, Bodenversalzungsgrad, Bodybuilding, Breiumschlag, Capitulare de villis, Carminativum, chalkolithikum, China, Cholin, Curry, Curry-Mischungen, Currypulver, Deutschland, Diabetes, Diabetes mellitus, Dickdarmkrebs, Dioscorea villosa, Diosgenin, Dosis, Eisenzeit, Ekzeme, Entzündungen, Europa, Exkursionen, Fabaceae, Faboideae, Familie, feine Grete, Fenugreek, fettes Öl, Filigrazie, Flohsamen, Frankreich, Fresslustpulver, Furunkel, Futterpflanze, Galaktagogum, Gartenkunst, Geburtshilfe, Geschichte, Geschwülste, Geschwüre, Gewürz, Gewürzmischung, Glarner Schabziger, Gold, Guarmehl, Haarausfall, Haare, Haferkleie, Hauteiterung, Hautkrankheiten, Heilkräuter, Heilmittel, Heilpflanze, Heilpflanzen, heu, Hildegard von Bingen, Hirschwundkraut, Histidin, Hülsenfrüchtler, HUS, HUS-Epidemie, Hustenmittel, Iberische Halbinsel, Indien, indische Küche, Johannisbrotkernmehl, Jordantal, Kaiserreich, Kaper, Karl der Grosse, Käse, Käsegewürz, Kataplasma, Klostergärten, Kräuterwanderungen, Kuhhornklee, Kurse, LDL-Cholesterin, Leber, Leberschädigung, Lecithin, Linolensäure, Linolsäure, Mahaleb-Kirsche, Marokko, Menstruationsbeschwerden, Methika, Milch, milchbildendes Mittel, Mohammad, Naher Osten, Nahrungsergänzungsmittel, Nahrungsmittel, Nasenhöhlenentzündung, Naturheilkunde, Ölsäure, orales Antidiabetikum, Palmitinsäure, Pastırma, Pektin, Pflanzenheilkunde, Philosophenklee, Phosphor, Phytosterin, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Pocken, Rehkörner, Rheuma, Sapogenine, Saponine, Schabziger, Schabzigerklee, Schleimstoffe, Schmetterlingsblütler, Schöne Margreth, Schuppen, Schweiz, Sebastian Kneipp, Senkung des Blutzuckers, Siebenzeiten, Sonnenlicht, Spanien, Sprossengemüse, Stilltee, Stirnhöhlenentzündung, Stoffwechsel, Stundenkraut, Südtirol, Tee, Tell Halaf, Tibet, Tonikum, Triglyceride, Trigonella caerula, Trigonella foenum-graecum, Trivialnamen, Verfettung, Verfettung der Leber, Verwendung, Veterinärmedizin, Vitamin A, Volksheilkunde, Volksmedizin, Weiterbildung, Wickel, Wikipedia, Winterthur, Wirkstoff, Yams, Ziegenhorn, Zürich
Posted in Phytotherapie | No Comments »
Donnerstag, November 17th, 2011
Eine Studie bei Rheumapatienten widerlegt das Gerücht, wonach die Homöopathie nicht in kontrollierten klinischen Studien überprüfbar sei. Und sie zeigt, dass Homöopathie sowohl wirkt als auch nicht wirkt.
Wissenschaftler aus Großbritannien haben sich jedenfalls alle Mühe gegeben, um ein Studiendesign zu entwerfen, welches der Tatsache Rechnung trägt, dass sich Homöopathie und Medizin in mehr unterscheiden als nur in der Verabreichung von homöopathisch zubereiteten Arzneimitteln.
Ein oft gehörter Einwand gegen die wissenschaftliche Überprüfung der Homöopathie lautet: Homöopathie und Schulmedizin seien von ihrem ganzen Ansatz her so verschieden, dass sie in einer randomisiert-kontrollierten Doppelblind-Studie gar nicht sinnvoll verglichen werden können. Die Rheumatologin Dr. Sarah Brien von der Complementary and Integrated Medicine Research Unit am Aldermoor Health Centre in Southamptom hat deshalb ausdrücklich versucht, diesen populären Einwand zu berücksichtigen. In einer randomisierten und bei der Medikation doppelt verblindeten und placebokontrollierten Studie bei Patienten mit stabiler, konventionell medikamentös eingestellter rheumatoider Arthritis untersuchte sie, ob die Homöopathie wirkt und wenn ja weshalb. Die Resultate sind nachzulesen in der Zeitschrift Rheumatology (2010/11/08), wo sie sogar im Volltext abrufbar sind.
Sarah Brien hat zunächst einmal den Einwand berücksichtigt, dass der ganze homöopathische Versorgungsprozess irgendwie besonders sei. Sie bildete daher zwei Gruppen, eine in der die Patienten konventionell medizinisch beraten wurden und eine, in der eine bekanntlich aufwändigere homöopathische Beratung beziehungsweise Anamnese und Befunderhebung durchgeführt wurde.
Die Patienten in der Gruppe mit schulmedizinischer Beratung wurden dann weiter randomisiert (= per Zufall in Gruppen aufgeteilt):
Sie bekamen entweder
- die von dem Homöopathen empfohlene homöopathische Komplextherapie,
- oder ein Placebopräparat in identischer Aufmachung.
In der Gruppe, in der homöopathisch beraten wurde, wurden die Patienten bei der Medikation sogar in drei Gruppen randomisiert, nämlich
- Placebo,
- Komplexbehandlung oder
- individuelle homöopathische Zubereitung.
Die ausgewählten primären Endpunkte der Studie ( = das erstrangige Ziel der Studie) entsprachen denen der klassischen Rheumatologie:
eine mindestens 20prozentige Verbesserung des Abschneidens beim Standardscore ACR und eine Verbesserung der globalen Selbsteinschätzung des Patienten auf Monatsbasis.
Sekundäre Endpunkte der Studie waren verschiedene Schmerz- und Gelenksparameter, von denen bekannt ist, dass sie Aussagen zur Lebensqualität des Patienten ermöglichen.
Resultat:
Zwischen den insgesamt fünf Gruppen gab es hinsichtlich der primären Endpunkte keine statistisch signifikanten Unterschiede.
Bei den sekundären Endpunkten Schmerzempfinden, Zahl der geschwollenen Gelenke, Patientenselbsteinschätzung auf Wochenbasis und Stimmung zeigten sich dagegen jeweils signifikante Vorteile für jene Patienten, die homöopathisch beraten wurden im Vergleich zu jenen, die nur medizinisch beraten wurden.
Das interessante Ergebnis ist nun, dass es innerhalb der Beratungsgruppen jeweils keinerlei Unterschiede gab. Es war also egal, ob die Patienten Placebo, Komplexhomöopathie oder individuell zubereitete homöopathische Medikamente bekamen, solange sie nur vorher homöopathisch beraten wurden. Anders gesagt: Reden ist wirksam, Globuli sind es nicht.
Eine Schwäche der Studie besteht darin, dass sie vergleichsweise klein ist. Werden 83 Patienten auf fünf Gruppen verteilt, bleiben bei einer Dropout-Quote (= „Aussteiger-Quote“) von immerhin 30 Prozent nur noch rund zwei Handvoll Teilnehmende pro Gruppe übrig. Der fast durchgängige und statistisch signifikante Effekt zugunsten der homöopathischen Beratung bei den (prädefinierten) sekundären Endpunkten weist allerdings darauf hin, dass die Studie für das, was sie zeigen wollte, nicht dramatisch zu klein war.
Im Editorial zu der Studie stellt Edzard Ernst die Frage: Have we lost core medical values? Prof. Edzard Ernst ist Inhaber des Lehrstuhls für Komplementärmedizin an der Universität Exeter. Er unterstreicht im Einklang mit der Studienleiterin Sarah Brien, dass es die therapeutische Beziehung zwischen homöopathisch tätigem Arzt und Patient zu sein scheine, die den Unterschied mache, nicht die homöopathischen Globuli als solche. Offen bleibt natürlich die Frage, ob es etwas spezifisch Wirksames an einer homöopathischen Konsultation gibt, oder ob nicht eher generell eine intensivere Beziehung zwischen Arzt und Patient zu einem größeren Behandlungserfolg führt. Ernst zumindest neigt zu Letzterem.
Quelle:
http://news.doccheck.com/de/article/202282-homoeopathie-reden-hilft-globuli-nicht/
http://rheumatology.oxfordjournals.org/content/early/2010/11/08/rheumatology.keq234.full
Kommentar & Ergänzung:
Homöopathie erweist sich in verschiedenen Bereichen als wirksam. Das haben mehrere Studien gezeigt. Die Behandlungserfolge basieren aber nicht auf einer spezifischen Wirkung der Globuli. Auch dafür gibt es deutliche Belege.
Die Arbeit von Sarah Brien passt gut zu dieser Interpretation und stärkt sie.
Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:
Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch
Info-Treff Pflanzenheilkunde
Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen
Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
moodle.heilpflanzen-info.ch/
Tags: Anamnese, Ausbildung, Doppelblind-Studie, Edzard Ernst, Exkursionen, Gelenke, Gerücht, Grossbritannien, Heilkräuter, Heilpflanzen, Homöopathie, homöopathische Komplextherapie, klinische Studien, Komplementärmedizin, Komplexbehandlung, Komplexhomöopathie, Komplextherapie, kontrollierte klinische Studien, Kräuterwanderungen, Kurse, Lebensqualität, Medizin, Naturheilkunde, Pflanzenheilkunde, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Placebo, Placebopräparat, Rheuma, Rheumapatienten, rheumatoide Arthritis, Rheumatologie, Sarah Brien, Schmerz, Schmerzempfinden, Schulmedizin, Schweiz, Southhamptom, Studie, Universität, Universität Exeter, Weiterbildung, Winterthur, Zeitschrift, Zürich
Posted in Gesundheitliches, Naturheilkunde-Debatte | No Comments »
Mittwoch, November 9th, 2011
„Das vielleicht bekannteste Glykosid ist das Gift des Roten Fingerhuts, das – entsprechend niedrig dosiert – als Herzmittel eingesetzt wird. Je nach chemischer Zusammensetzung können die Verbindungen aus einem Zucker und einem Nichtzucker jedoch ganz unterschiedliche Wirkungen entfalten.
Die in Seifenkraut, Ringelblume, Linde, Taubnessel und Efeu enthaltenen Saponine beispielsweise sind eher seifenähnlich und wirken reizend auf Schleimhäute. Damit beschleunigen sie einerseits die Aufnahme anderer Wirkstoffe, dienen aber andererseits als Hustenmittel oder als Brechmittel. Sie wirken zudem entzündungshemmend und pilztötend.
Flavonoide ist die Bezeichnung für eine Gruppe meist gelb gefärbter Pflanzenstoffe, die beispielsweise in Ginkgoblättern, Birkenblättern, Holunderblüten und Lindenblüten enthalten sind. Sie wirken unter anderem erweiternd auf die Nierengefäße und steigern damit die Harnausscheidung. Cumarine sind Riechstoffe aus zahlreichen Pflanzen wie beispielsweise des Waldmeisters. Sie wirken gerinnungs- und entzündungshemmend. In zu hoher Dosierung können sie zu Kopfschmerzen, Schwindel, Bewusstlosigkeit und Atemlähmung führen.“
Quelle:
http://www.scinexx.de/dossier-detail-340-8.html
Kommentar & Ergänzung:
Die Wirkstoffgruppe der Glykoside ist sehr heterogen – und dies sowohl von der Toxikologie als auch von den Anwendungsgebieten her.
Im Bereich der Toxikologie finden wir hier zum Beispiel die sehr giftigen Herzglykoside (Digoxin, Digitoxin, Strophanthin…), aber auch ausgesprochen verträgliche Flavonoide wie Silymarin (aus Mariendistel), Quercetin (in vielen Heilpflanzen und Lebensmitteln), Rutin (aus Buchweizenkraut).
Von den Anwendungsbereichen gibt es wohl kaum eine vielfältigere Wirkstoffgruppe.
Beispielsweise:
Herz: Herzglykoside Digitoxin, Digitoxin (rezeptpflichtig), Flavonoide aus Weissdorn;
Niere:. Flavonoide aus Goldrute, Birkenblätter als „Entwässerungstee“;
Leber: Silymarin aus Mariendistel;
Venenschwäche: Rutin aus Buchweizenkraut, Aescin aus Rosskastanie;
Arterielle Durchblutung: Flavonoide aus Ginkgo biloba;
Schmerz / Rheuma: Salicin aus der Weidenrinde
Verstopfung: Anthranoide aus Sennesblättern, Faulbaumrinde;
Blasenentzündung: Senfölglykoside aus Meerrettich; Arbutin aus Bärentraubenblätter.
Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:
Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch
Info-Treff Pflanzenheilkunde
Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen
Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
moodle.heilpflanzen-info.ch/
Tags: Aescin, Anthranoide, Arbutin, Arterielle Durchblutung, Atemlähmung, Ausbildung, Bärentraubenblätter, Bewusstlosigkeit, Birkenblätter, Blasenentzündung, Brechmittel, Buchweizenkraut, Cumarine, Digitoxin, Digoxin, Dosierung, Durchblutung, Efeu, Entwässerungstee, Exkursionen, Fingerhut, Flavonoide, Gift, Ginkgo biloba, Ginkgoblätter, Glykosid, Glykoside, Goldrute, Harnausscheidung, Heilkräuter, Heilpflanzen, Herz, Herzglykoside, Herzmittel, Holunderblüten, Hustenmittel, Kopfschmerzen, Kräuterwanderungen, Kurse, lebensmittel, Leber, Linde, Lindenblüten, Mariendistel, Meerrettich, Naturheilkunde, Niere, Nierengefässe, Pflanzenheilkunde, Pflanzenstoffe, Phytotherapie, Quercetin, Raulbaumrinde, Rheuma, Riechstoffe, Ringelblume, Rosskastanie, Roter Fingerhut, Rutin, Salicin, Saponine, Schleimhäute, Schmerz, Schweiz, Schwindel, Seifenkraut, Senfölglykoside, Sennesblätter, Silymarin, Strophanthin, Taubnessel, Toxikologie, Venenschwäche, Verstopfung, Waldmeister, Weidenrinde, Weissdorn, Weiterbildung, Winterthur, Wirkstoffe, Zucker, Zürich
Posted in Phytotherapie | No Comments »