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Tausendgüldenkraut von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) positiv bewertet

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Die EMA trägt in regelmässigen Abständen Informationen zu Arzneipflanzen zusammen und bewertet deren Einsatz in der Pharmazie. Diese Bewertungen sollen Apotheken, Ärzten und Verbrauchern klare Richtlinien geben, inwieweit der Einsatz aus wissenschaftlicher Sicht sinnvoll ist. Inzwischen liegt auch eine positive Beurteilung des Tausendguldenkrauts (Centaurii herba) vor.

Für den Einsatz bei milden Verdauungs- oder Magenbeschwerden und Appetitlosigkeit seien die Erfahrungswerte sehr gut, schreibt die EMA. Sofern nach zwei Wochen die Beschwerden trotz Anwendung des Tausendgüldenkrauts nicht nachgelassen haben, soll laut Empfehlung ein Arzt aufgesucht werden. Obwohl Nebenwirkungen nicht bekannt sind, sollen Menschen mit peptischen Ulcera (Magengeschwüren) Tausendgülden-Produkte meiden.

Abgesehen vom mehr als 30-jährigen Erfahrungswissen nennt die EMA keine Fakten, die die Wirksamkeit des Tausendgüldenkrauts belegen. Klinische Studien sind keine durchgeführt worden und in-vitro-Daten aus Laboruntersuchungen nur marginal vorhanden. Es existieren laut EMA wenige Hinweise auf die stimulierende Wirkung von Appetit und Verdauung.

In Deutschland ist ein Präparat im Handel das Tausendgüldenkraut kombiniert mit Liebstöckel und Rosmarin enthält und bei unkomplizierten Harnwegsinfekten helfen soll. Für diese Indikation gibt die EMA aber keine Empfehlung ab.

Quelle:

https://m.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/pharmazie/arzneipflanzen-ema-empfiehlt-drei-phyto-klassiker-epilobium-eleutherococcus-centaurium/?forceMobile=1%3F&noMobile=1&tx_aponews_newsdetail%5B%40widget_4%5D%5BcurrentPage%5D=2&tx_aponews_newsdetail%5B%40widget_4%5D%5BitemsPerPage%5D=1&cHash=7114c4db7166baf0d965eea791dd4b48&tx_ttnews%5BsViewPointer%5D=2

 

Kommentar & Ergänzung:

Das Echte Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea) gehört zu den Bitterstoffpflanzen, die hauptsächlich bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt werden. Weitere Beispiele für Bitterstoffpflanzen sind Enzian, Löwenzahn, Engelwurz, Hopfen (wird aber vor allem gegen Schlafstörungen eingesetzt), Schafgarbe, Wermut, Beifuß, Kardobenediktenkraut, Kalmus, Bitterklee, Artischocke, Isländisch Moos (wird aber vor allem gegen Reizhusten eingesetzt) und Teufelskralle (wird aber vor allem gegen Rheuma, Arthrose etc. eingesetzt).

Hier gibt’s weitere Informationen zu den Bitterstoffpflanzen:

Wirkstoffe der Heilpflanzen: Bitterstoffe

 

Beim erwähnten Kombi-Präparat gegen Harnwegsinfekte mit Tausendgüldenkraut, Rosmarin und Liebstöckel halte ich die Wirksamkeitsbelege für sehr schwach. Das Thema in diesem Beitrag:

Urologen erforschen Phytopräparat mit drei Heilpflanzen

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

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Erkältungsmittel: Hustenstiller und Schleimlöser bewertet

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Die Deutsche Apotheker Zeitung berichtet über die Bewertung von Erkältungsmitteln durch die „Stiftung Warentest“ und vergleicht die Empfehlungen mit der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Bei den Hustenmitteln haben dabei die Phytopharmaka (Heilpflanzen-Präparate) eine überraschend gute Stellung.

Werden Schleimlöser oder Hustenstiller gewünscht, können laut Stiftung Warentest bei Reizhusten Dextromethorphan oder zur Schleimlösung Acetylcystein (ACC) oder Ambroxol zur Anwendung kommen.

ACC und Ambroxol allerdings nur mit Einschränkung, da ihre Wirksamkeit nicht bewiesen sei. Aus dem selben Grund rät die DEGAM-Leitlinie „Husten“ von ACC und Ambroxol ab, für Hustenstiller sieht sie nur in Ausnahmefällen eine Berechtigung, zum Beispiel nachts, um besser schlafen zu können.

In der Bewertung der „Stiftung Warentest“ finden sich auch Phytopharmaka, nämlich Spitzwegerichextrakt gegen Hustenreiz und Schleimlöser mit Efeu oder Thymian. Aber auch sie werden nur mit Einschränkung empfohlen, da sie nicht ausreichend erforscht seien.

Die DEGAM-Leitlinie dagegen steht den Phytopharmaka offener gegenüber. Sie anerkennt insbesondere für Myrtol Hinweise auf positive Effekte. Myrtol wird von der „Stiftung Warentest“ gar nicht erwähnt. Auch Kombipräparaten von Thymianextrakt mit Efeuextrakt beziehungsweise Thymianextrakt mit Primelwurzel-Extrakt wird in der DEGAM-Leitlinie durchaus ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis zugeschrieben. Sie schreibt deshalb, dass bei entsprechendem Therapiewunsch des Patienten diese Phytopharmaka zur moderaten Symptomlinderung bzw. – verkürzung bei Erkältungshusten bzw. akuter Bronchitis erwogen werden können.

Quelle:

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2015/erkaltungsmittel-gut-und-gunstig-und-leitliniengerecht

Kommentar & Ergänzung:

Dann will ich mal versuchen, nachfolgend bei den aufgeführten Hustenmittteln Phytopharmaka und synthetische Mittel gegenüber zu stellen.

Die Hustenstiller:

Bei Hustenstillern und insbesondere bei Schleimlösern stehen die Phytopharmaka im Vergleich mit den synthetischen Wirkstoffen gut da, was die wissenschaftlichen Belege und die Sicherheit angeht.

Mag sein, dass Spitzwegereichextrakt als Hustenstiller nicht ausreichend erforscht ist. Aber schauen wir uns einmal die synthetische Alternative Dextromethorphan an. Die Wirksamkeit von Dextromethorphan ist zumindestens fragwürdig. Der WDR hat den Forschungsstand am 15. 12. 2014 zusammengefasst und beruft sich dabei auf die renommierte Cochrane Collabortion:

„Die Cochrane Collaboration hat insgesamt 26 Studien zu Codein- und Dextromethorphan-haltigen Präparaten beurteilt. Das Fazit: Die Studienlage ist insgesamt uneinheitlich: Oft zeigten unterschiedliche Studien widersprüchliche Ergebnisse. Daher kann das Expertengremium keine wirkliche Empfehlung für oder gegen Hustenstiller aussprechen. Zudem wirkte Honig in vielen Studien sogar besser als Dextromethorphan.“

Quelle: http://www1.wdr.de/themen/wissen/erkaeltungsmittel114.html

Sehr überzeugend tönt das nicht, wenn sogar Honig besser wirkt als Dextromethorphan.

Spielstand Hustenstiller: Spitzwegerichextrakt : Dextromethorphan 1:1

Dazu kommt aber noch die Frage nach den Risiken: Beim Spitzwegerichextrakt sind Risiken nicht bekannt und auch nicht zu erwarten.

Bei Dextromethorphan sieht das ganz anders aus:

„Nebenwirkungen treten unter Dextromethorphan in geringer Dosierung relativ selten auf. Bei einem geringen Prozentsatz der Bevölkerung (je nach Quelle 1 %-10 %) findet sich jedoch eine pharmakogenetische Schwäche des Cytochrom-P450-Enzyms CYP2D6, so dass bereits bei therapeutischer Dosierung Halluzinationen, Realitätsverlust und psychotische Episoden auftreten können. Gelegentlich sind Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen zu beobachten. Bei einigen Personen kann auch eine niedrige Dosis Juckreiz auslösen. Bei einer Überdosierung kann es zu Halluzinationen und psychotischen Episoden kommen.“

Quelle: Wikipedia

Dextromethorphan zeigt zudem Wechselwirkungen insbesondere mit bestimmten Antidepressiva und mit Alkohol.

Und dann gibt es noch ein Missbrauchsrisiko:

„Dextromethorphan wird auch missbräuchlich eingenommen, da es in hohen Dosen dissoziative und anderweitig berauschende Effekte hat (ähnlich der bei niedrig dosiertem Ketamin). Der Missbrauch von Dextromethorphan kann eine Drogenpsychose nach sich ziehen, unkontrolliertes Verhalten kann zur Selbst- oder Fremdgefährdung führen. Regelmäßige missbräuchliche Einnahme kann zur Suchterkrankung führen, unter Umständen ist auch mit Hirnschäden zu rechnen.

Direkt durch Dextromethorphan bedingte Todesfälle sind theoretisch möglich, dafür aber müsste es in einer derart hohen Dosis eingenommen werden, wie es in der Praxis kaum möglich ist. In der Kombination mit Paracetamol sind jedoch Todesfälle bekannt. Zum Missbrauch vom Dextromethorphan sind nur wenige Studien verfügbar. Die bekannteste Arbeit zum Thema stellt wohl die DXM-FAQ von William E. White, einem amerikanischen Dextromethorphan-Forscher, dar. Seine Thesen stützen sich teilweise auf Berichte von mehreren Hundert Konsumenten.“

Quelle: Wikipedia

Das spricht gegen Dextromethorphan und für Spitzwegerichextrakt.

Fazit:

Spielstand Hustenstiller: Spitzwegerichextrakt : Dextromethorphan 2:1

Und nun zu den Schleimlösern:

Halten wir fest: Die Wirksamkeit der oft konsumierten synthetischen Wirkstoffe Acetylcystein und Ambroxol ist nicht belegt.

Acetylcystein ist beispielsweise enthalten in ACC Sandoz® (früher ACC eco®), Ecomucyl®, Fluimucil®, Mucostop® und Solmucol®;

Ambroxol beispielsweise in Mucosolvon® und Bisolvon Ambroxol®.

Gut belegt sind dagegen verschiedene Phytopharmaka als Schleimlöser:

Kombipräparate von Thymianextrakt mit Efeuextrakt beziehungsweise Thymianextrakt mit Primelwurzel-Extrakt, ausserdem Myrtol (enthalten in Gelomyrtol®).

Spielstand Schleimlöser: Phytopharmaka : Acetylcystein / Ambroxol 1 : 0

Fazit Hustenmittel insgesamt: Phytopharmaka : Synthetika 3 : 1

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Isländisches Moos gegen Husten (Cetraria islandica)

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Isländisches Moos (Cetraria islandica) wird aufgrund des hohen Gehalts an Schleimstoffen als linderndes Mittel bei trockenem Reizhusten eingesetzt. Einschränkend ist bei der Anwendung als Tee allerdings der ausgesprochen bittere Geschmack. Reinhard Länger empfiehlt in der Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie“ (Nr. 4 / 2015) deshalb die Zubereitung als Kaltauszug:

„Untersuchungen am Dept. für Pharmakognosie der Univ. Wien haben ergeben, dass im Gegensatz zu vielen Literaturangaben die Flechtensäuren in kaltem Wasser nur schlecht löslich sind und daher Kaltauszüge (Mazerate) nicht bitter schmecken. Sie enthalten aber denn noch ausreichend Schleimstoffe, so dass sie bei Reizhusten und entzündlichen Mund- und Rachener- krankungen sowie Heiserkeit gut eingesetzt werden können. Aus praktischen Gründen empfiehlt es sich, am Morgen eine größere Menge Kaltauszug herzustellen und diesen im Kühlschrank zu lagern. Über den Tag verteilt können dann kleinere Mengen leicht erwärmt zum Gurgeln, Spülen oder Trinken verwendet werden. Aus Gründen der mikrobiologischen Qualität sollten am Abend eventuelle Reste des Mazerats entsorgt werden. Erfolgt die Extraktion mit Wasser, das auch nur leicht angewärmt ist, schmeckt der Teeaufguss extrem bitter.“

Quelle:

http://www.phytotherapie.co.at/pdf/PT0415.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Für den Geschmack ist der Kaltauszug zweifellos von Vorteil. Allerdings entfernt man mit den bitteren Flechtensäuren auch die antimikrobielle Wirkung des Isländischen Mooses. Für die Behandlung von trockenem Reizhusten sind die Flechtensäuren jedoch nicht relevant.

Der Name „Isländisches Moos“ ist im übrigen ziemlich irreführend, da es sich um eine Flechte handelt, nicht um ein Moos. Flechten bestehen aus einer Symbiose zwischen Pilz und Alge. „Isländische Flechte“ wäre eine treffendere Bezeichnung.

Und diese Flechte kommt zwar in Island vor, aber auch bei uns in den Alpen. Dort wächst sie recht häufig am Boden und kann leicht entdeckt werden, wenn man sie kennt.

Auf vielen Kräuterwanderungen in den Bergen, die ich im Sommerhalbjahr anbiete, können Sie „Isländisches Moos“ in der Natur kennenlernen.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Risiken von Hustenpräparaten und Erkältungsmitteln mit Codein

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Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic empfiehlt neue Einschränkungen in der Anwendung von Hustenpräparaten und Erkältungsmitteln mit Codein und will die Arzneimittelinformationen entsprechend anpassen. Auslöser für diese Massnahmen ist ein kürzlich erfolgter Beschluss der europäischen Arzneimittelbehörde EMA.

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat die Codein-haltigen Husten- und Erkältungsmittel aufgrund ihrer Risiken überprüft und im April dieses Jahres Einschränkungen in ihrer Anwendung verfügt (Beschluss EMA/CMDh/206590/2015).

Codeinhaltige Medikamente können bei empfindlichen Patienten Atemproblemen auslösen. Gefährdet sind Kinder unter 12 Jahren und Säuglinge stillender Mütter, sofern diese Codein einnehmen, darüber hinaus auch Personen, die Codein schneller zu Morphin umwandeln als normal (sog. ultraschnelle Metabolisierer). Swissmedic rät darum, Husten und Erkältung bei diesen Patientengruppen mit Präparaten ohne Codein zu behandeln. Bei Jugendlichen über 12 Jahren, die eine eingeschränkte Atemfunktion haben, ist Vorsicht nötig.

Der Beschluss der EMA und die entsprechenden Anpassungen der Arzneimittelinformationen werden gegenwärtig in den EU-Ländern umgesetzt.

Swissmedic hat die Firmen, in unserem Land eine Zulassung für Husten- und Erkältungsmittel mit Codein haben aufgefordert, die gleichen Einschränkungen in die Arzneimittelinformationen aufzunehmen. Swissmedic prüft darüber hinaus, die Anwendung bei den aufgeführten Risikogruppen auszuschliessen (Kontraindikation).

Quelle:

http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=5211&NMID=5211&LANGID=2

Swissmedic – online, 27.07.2015

 

Kommentar & Ergänzung:

Codein ist ein Alkaloid, das zu etwa 0,3 – 3 % im Opium vorkommt, das aus getrocknetem Milchsaft unreifer Samenkapseln von Schlafmohn (Papaver somniferum) gewonnen wird und auch andere Alkaloide wie Morphin, Papaverin, Thebain und Narcotin enthält.

Obwohl Codein ein pflanzlicher Wirkstoff ist, wird seine Anwendung heute von den meisten Fachleuten nicht zu Phytotherapie gerechnet, weil unter Phytotherapie die Anwendung von Wirkstoffgemischen aus Pflanzen verstanden wird und nicht die Anwendung von isolierten Einzelsubstanzen.

Codein ist seit langem Bestandteil vieler Hustenpräparate und soll zur Linderung von trockenem Reizhusten beitragen. Dabei gibt es auch fragwürdige Kombinationen mit Arzneistoffen, die das Lösen und Abhusten von Schleim fördern sollen. Wenn Codein nämlich tatsächlich wie erwartet die Hustenfrequenz reduziert, wirkt es dem Abhusten von Schleim eher entgegen.

Obwohl Codein verbreitet in Hustenpräparaten und Erkältungsmitteln eingesetzt wird, ist seine Wirksamkeit gar nicht so eindeutig belegt, wie man das annehmen würde.

Das „Pharmawiki“ schreibt dazu:

„Codein wird häufig eingesetzt und prominent im WHO-Stufenschema erwähnt, sein medizinischer Einsatz ist in der wissenschaftlichen Literatur jedoch nicht unbestritten. So wird beispielsweise in einigen Publikationen hinterfragt, ob Codein tatsächlich gegen Husten wirksam ist. Kontrovers diskutiert wird auch die variable Pharmakokinetik, die vermutlich dazu führt, dass einige Patienten übermässig und andere gar nicht auf das Medikament ansprechen….Moderne Zulassungsstudien fehlen.“

Quelle:

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Codein

 

Die „variable Pharmakokinetik“ von Codein hängt mit genetischen Faktoren zusammen, die bewirken, dass etwa 10 % der Bevölkerung weisser Hautfarbe Codein nur langsam verstoffwechseln, was zu einer abgeschwächten Wirkung führt. Etwa 1 – 5,5 % der weissen Bevölkerung gehören dagegen zu den sogenannten Schnellmetabolisierern, bei denen es durch beschleunigt ablaufende Umwandlungsprozesse zu erhöhten Morphinkonzentrationen im Plasma kommt und dadurch zum Risiko von morphinbedingten Nebenwirkungen.

Codein hat auch ein Missbrauchspotenzial weil es im Organismus durch Enzyme in Morphin umgewandelt werden kann.

Interessant ist der Hinweis im Pharmawiki, dass moderne Zulassungsstudien fehlen.

Vor allem in den niedrigeren Dosierungen, wie sie in nicht-rezeptpflichtigen Hustenpräparaten vorkommen, ist die Wirksamkeit gegen trockenen Reizhusten offenbar alles andere als klar belegt.

Es scheint eine ganze Reihe von alten Arzneimitteln zu geben, deren Wirksamkeit nie mit modernen Zulassungsstudien belegt wurde.

Es gibt also nicht nur traditionelle pflanzliche Arzneimittel, die vom Wirksamkeitsnachweis befreit wurden, sondern offenbar auch traditionelle Arzneistoffe der Pharmakologie.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Eibischwurzel im Kaltauszug zubereiten – mit welcher Begründung?

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Eibischwurzel wird in der Phytotherapie empfohlen bei trockenem Reizhusten.

In Kräuterbüchern und in der Phytotherapie-Fachliteratur findet man oft den Hinweis, dass Tee aus der Eibischwurzel mit einem Kaltauszug hergestellt werden sollte. Und oft liest man den Hinweis, dass schleimhaltige Heilpflanzen generell kalt ausgezogen werden müssten, weil die Schleimstoffe hitzeempfindlich seien.

Was hat es damit auf sich?

Reinhard Länger hat dazu schon vor einigen Jahren in der Zeitschrift „PhytoTherapie austria“ (1 / 2007) gute Informationen weitergegeben:

„Im Zusammenhang mit schleimhaltigen Hustenmitteln war die optimale Zubereitungsart des Arzneitees über viele Jahre ein Diskussionsthema. Es wurde vermutet, dass heißes Wasser die Polysaccharide zerstören könnte. Deshalb findet man in der Literatur meist den Hinweis, dass Eibischtee mit kaltem Wasser angesetzt werden sollte. Allerdings regten sich gewisse Bedenken wegen der mikrobiellen Qualität derartiger Zubereitungen. Kaltes Wasser reduziert im Gegensatz zu heißem die natürliche Keimbesiedlung der Arzneidrogen nicht, und Polysaccharide bieten darüber hinaus einen guten Nährboden für Mikroorganismen. Eine Dissertation am Department für Pharmakognosie der Universität Wien schuf diesbezüglich Klarheit: die physikalischen Bedingungen bei der Teebereitung mit heißem Wasser schaden den langkettigen Polysacchariden nicht.“

Was bedeutet dies genau für Eibisch:

„Eibischblätter, die ohnehin meist in Mischungen mit anderen Arzneidrogen angewendet werden, können als ganz herkömmlicher Teeaufguss zubereitet werden (ca. 1 Teelöffel Tee mit 150 ml heißem Wasser übergießen, ca. 10 Minuten ziehen lassen, abseihen, nicht zu heiß trinken).

Eibischwurzel sollte, sofern sie in einer Teemischung angewendet wird, in der gleichen Art zubereitet werden. Ein Tee, der nur aus Eibischwurzel besteht, sollte hingegen mit kaltem Wasser angesetzt werden (Tagesbedarf: ca. 3 Teelöffel mit 1⁄2 Liter kaltem Wasser ansetzen, etwa 90 Minuten unter gelegentlichem Umrühren stehen lassen, abseihen, leicht erwärmt trinken). Der Grund: Eibischwurzel enthält sehr viel Stärke, die bei Kontakt mit heißem Wasser verkleistert. Die Wurzelstückchen sind daher sofort von einer „Isolierschicht“ umzogen, die wertvollen Schleime werden nur mehr zu einem Bruchteil extrahiert.“

Quelle:

http://www.phytotherapie.co.at/pdf/PT0107.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Diese Hinweise tragen meines Erachtens viel zur Klärung bei.

Die generelle Empfehlung, schleimhaltige Heilpflanzen kalt zuzubereiten, lässt sich nicht aufrechterhalten, wenn Schleimstoffe stabil gegen Hitze sind. Die erwähnte Dissertation am Department für Pharmakognosie der Universität Wien trägt hier tatsächlich zur Klärung bei.

Die Empfehlung, Eibischwurzel kalt anzusetzen, basiert also nicht auf der Wärmeempfindlichkeit der Schleimstoffe, sondern darauf, dass beim Erhitzen die Stärke in der Eibischwurzel verkleistert und dadurch den Auszug der Schleimstoffe reduziert. Diese Erklärung findet sich an mehreren Stellen in der Phytotherapie-Fachliteratur.

 

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Eibischschleim als Schutz für die Schleimhaut

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Schleimhaltige Heilpflanzen werden schon lange zum Schutz entzündeter Schleimhäute eingesetzt, zum Beispiel bei Reizhusten oder bei Mundschleimhautentzündung. Damit verbunden ist in der Regel die Vorstellung, dass sich die Schleimstoffe passiv als Schutzschicht auf die Schleimhaut legen und darüber hinaus jedoch nichts weiteres tun. Das ist aber sehr wahrscheinlich zu einfach und zudem gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Schleimpflanzen.

Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang der Schleim aus der Eibischwurzel. Reinhard Länger hat dazu schon vor einiger Zeit geschrieben:

„Es konnte gezeigt werden, dass sich der Eibischschleim nicht nur passiv auf eine entzündete Schleimhaut legt, sondern Bindungen zwischen der Mucosa und dem Polysaccharid ausgebildet werden. Die entzündete Schleimhaut wird dadurch von einer ‚Schutzschicht‘ überzogen, der Hustenreiz tritt nicht mehr auf, die Abheilung der Entzündung wird erleichtert.“

Quelle:

PHYTOTherapie Austria Nr. 1 / 2007

http://phytotherapie.co.at/pdf/PT0107.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Die Eibischwurzel stammt von Althaea officinalis, einem Malvengewächs (Malvaceae).

Der Eibischschleim scheint eine besonders stabile Schleimschicht auf der Schleimhaut zu bilden, was seine Schutzwirkung optimiert.

Zudem gibt es Forschungsergebnisse, die zeigen, dass Polysaccharide aus dem Eibischschleim in die Schleimhautzelle aufgenommen werden, dort den Zellstoffwechsel günstig beeinflussen und das Wachstum und die Vermehrung der Schleimhautzellen anregen.

Siehe:

Phytotherapie: Polysaccharide – Wirkstoffe mit Potenzial

Phytotherapie: Eibischwurzel-Extrakt schützt Epithelzellen

Eibischwurzel gehört daher zu den besten Schleimpflanzen bei trockenem Reizhusten, aber auch bei Mundschleimhautentzündung zum Beispiel als Folge einer Chemotherapie.

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Hausmittel bei Erkältungen: Lindenblütentee

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„N24“ berichtet über Hausmittel bei Erkältungen:

Lindenblütentee kurbelt das Schwitzen an.

Eines ist vielen Hausmitteln gemein: Sie ersetzen die ausgeschwitzte Flüssigkeit. Sie befeuchten außerdem die Schleimhäute, so dass sie sich gegen Eindringlinge schützen kann, und kurbeln mit ihrer Wärme die Durchblutung an. Das gilt auch für Tees. Vor allem Lindenblütentee soll das Schwitzen kräftig ankurbeln. Die Wärme erleichtert dem Körper, die Temperatur zu erhöhen, was den Kampf gegen die Viren unterstützt.“

Quelle: http://www.n24.de/n24/Wissen/Gesundheit/d/5452400/diese-drei-hausmittel-stoppen-die-erkaeltung.html

Kommentar & Ergänzungen:

Lindenblütentee hat eine lange Tradition als Mittel bei Erkältungen und Fieber. Unklar ist allerdings, ob Lindenblütentee wirklich das Schwitzen ankurbelt über den Effekt des heissen Wassers hinaus.

Lindenblütentee enthält Schleimstoffe, die möglicherweise lindernd wirken können bei trockenem Reizhusten. Ausserdem findet sich in den Lindenblüten ein ätherisches Öl in sehr kleinen Mengen, das leicht beruhigend zu wirken scheint.

Lindenblütentee ist sehr gut verträglich und obwohl eine spezifische Wirkung auf die Schweissproduktion nicht belegt ist, passt er gut als Kräutertee bei Erkältungen und Fieber.

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Phytotherapie: Polysaccharide – Wirkstoffe mit Potenzial

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Polysaccharide sind eine interessante Gruppe pflanzlicher Inhaltsstoffe und als Schleime Bestandteil zahlreicher Heilpflanzen wie Leinsamen, Flohsamen, Lindenblüten, Eibisch, Malvenblüten, Isländisch Moos.

Eingesetzt werden sie vor allem im Verdauungstrakt (gegen Verstopfung, Durchfall, Schleimhautentzündungen) und gegen trockenen Reizhusten. Im Vergleich zu anderen Wirkstoffklassen wie Alkaloiden und Flavonoiden sind Polysaccharide bisher wenig untersucht. Professor Dr. Andreas Hensel von der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster und seine Arbeitsgruppe untersuchten, was an der Lehrbuch-Hypothese dran ist, dass sich die Polysaccharide wie eine Schutzschicht auf die Schleimhäute auflagern.

Bei Eibisch stellten die Forscher tatsächlich fest, dass sich zeit- und konzentrationsabhängig ein massiver Schutzfilm auf die Epithelschicht der Rachen- und Darmschleimhaut legt. Das funktioniert aber offenbar nur, wenn die körpereigene Mucinschicht noch vorhanden ist, da sich die Polysaccharide über Calciumbrücken darin binden. Hensels Untersuchungen zeigen aber auch, dass Leinsamen nicht bioadhäsiv sind und daher über einen anderen Mechanismus wirken müssen. Sehr stark adhäsiv seien Extrakte aus Lindenblüten und Ringelblumen, berichtet Prof. Hensel. In Zellkulturen konnte Hensels Forschungsgruppe zeigen, dass die Polysaccharide aus dem Eibisch sich nicht nur anlagern und damit physikalisch wirken, sondern die Epithelschicht auch zur Proliferation anregen, also das Wachstum und die Vermehrung der Schleimhautzellen fördern. Das gelte ebenso für Indischen Flohsamen.

Die Forschungsergebnisse aus Münster widersprechen der Lehrbuchmeinung, dass die Polysaccharide wegen ihrer Grösse und Hydrophilie ausserhalb der Zelle bleiben. Polysaccharide – so die neue Erkenntnis – gelangen über aktive Transportmechanismen in die Zelle.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=41169

Kommentar & Ergänzung:

Bei diesen interessanten Forschungsergebnissen aus Münster handelt es sich allerdings um Laboruntersuchungen an Zellen oder Zellgeweben. Ob die Förderung der Zellproliferation auch im lebenden Organismus stattfindet, ist damit noch nicht klar. Aber es ist ein fundamentaler Unterschied, ob die Schleimstoffe nur auf der Schleimhaut liegen und dadurch einen Schutzeffekt bieten, oder ob sie auch die Zellproliferation günstig beeinflussen. Das könnte ein wichtiges unterstützendes Element sein beispielsweise bei der Behandlung von Mundschleimhautentzündungen bei Chemotherapie. Schleimauszüge aus Eibischwurzel sind in diesem Bereich sowieso schon eine interessante Option. Bei der Zubereitung eines Eibischwurzel-Schleimauszugs braucht es den Kaltauszug.

Siehe auch: Wirkungsweise von schleimhaltigen Heilpflanzen entschlüsselt

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Isländisch Moos gegen Reizhusten

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Die Sendung „Puls“ von SRF berichtete über Heilpflanzen gegen Erkältungskrankheiten und kam dabei auch auf das Isländisch Moos zu sprechen.

Zitat:

„Ist der Hals entzündet und kratzt die Stimme oder ist sie heiser, können Bronchialtees und Pastillen mit Isländisch Moos beruhigen. Die Schleimstoffe der kälteliebenden Flechte legen sich wie eine Schutzschicht auf die Schleimhäute. So lindern sie auch trockenen Reizhusten. Isländisch Moos ist daher in einigen Hustensäften enthalten.“

Quelle:

http://www.srf.ch/gesundheit/alltag-umwelt/mit-heilpflanzen-gegen-die-erkaeltung

Kommentar & Ergänzung.

Isländisch Moos (Cetraria islandica) enthält zwar hustenreizstillende Schleimstoffe, aber auch Bitterstoffe, die den Tee geschmacklich sehr unattraktiv machen. Schleimstoffe gegen Husten kann man angenehmer anwenden, beispielsweise aus Malvenblüten und aus Eibischwurzel.

Ich würde bei trockenem Reizhusten Malvenblüten oder Eibischwurzel vorziehen.

Bei den Bitterstoffen im Isländisch Moos handelt es sich um Flechtensäuren, die antimikrobielle Wirkungen entfalten.

Bei den Isländisch-Moos-Pastillen, die gegen Husten verkauft werden, gibt es grosse Qualitätsunterschiede.

Isländisch Moos ist kein Moos sondern eine Flechte. Wie alle Flechten besteht Isländisch Moos daher aus einer Symbiose von Alge und Pilz.

Isländisch Moos kommt nicht nur in Island vor, sondern unter anderem auch in der Schweiz.

Falls Sie Isländisch Moos  in Natura sehen wollen: Auf den meisten Kräuterexkursionen in den Bergen kann ich Ihnen die Flechte gerne zeigen.

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Tipps für die Hustensaison

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In der Nordsee-Zeitung gibt der Lungenarzt Dr. Thomas Mutz vom Medizinischen Versorgungszentrum im Klinikum Bremerhaven nützliche Tipps aus der Phytotherapie zur Behandlung von Husten:

„Wenn einen tatsächlich eine Erkältung plagt, sind Ruhe, körperliche Schonung und unterstützende Maßnahmen wie Inhalationen, fiebersenkende und schmerzlindernde Medikamente sinnvoll. Hilfreich sind auch naturheilkundliche Therapien („Phytotherapie“) und alte Hausmittel wie Thymian, Efeu, Spitzwegerich, Isländisch Moos, Myrtol und Primel. Sei es nun als Inhalation, Arzneitee oder in anderer Darreichung. Zu bedenken ist aber auch stets, dass Husten immer auch ein natürlicher Schutzreflex ist und mit Antitussiva (Hustenstoppern) nicht komplett unterdrückt werden sollte. Eines ist sowieso klar: Ob mit oder ohne zusätzliche Therapien braucht der Mensch zur Regeneration mindestens eine Woche.“

Quelle:

http://www.nordsee-zeitung.de/nachrichten/wirtschaft_artikel,-Die-Hustensaison-hat-begonnen-_arid,811412.html

Kommentar & Ergänzung:

Die empfohlenen Heilpflanzen sind gut gewählt. Präzisieren müsste man nur den Satz: „Sei es nun als Inhalation, Arzneitee oder in anderer Darreichung“. Man könnte ihn nämlich so verstehen, als komme es auf die Darreichungsform nicht so an, als könne man die aufgeführten Heilpflanzen so oder so anwenden, zum Beispiel als Kräutertee oder als Inhalation.

Das wäre aber eine irrige Interpretation. Es kommt sehr darauf an, in welcher Form!

Interessant ist zudem die Frage, welche der erwähnten Heilpflanzen bei welcher Art von Husten geeignet ist.

– Thymian: Am sinnvollsten dürfte die Inhalation mit Thymianöl sein. Schleimlösend bei produktivem Husten.

– Efeu: Nur in Form von Efeuextrakt empfehlenswert. Schleimlösend, krampflösend auf die Bronchien.

– Spitzwegerich: Als Kräutertee oder als Bestandteil von Kräutertee-Mischungen („Brusttee“, Hustentee), für Inhalationen ungeeignet. Enthält Schleimstoffe. Eher bei trockenem Reizhusten.

– Isländisch Moos: Als Tee, der allerdings sehr bitter ist. In Hustenpastillen mit ungeklärter Wirksamkeit. Enthält Schleimstoffe, eher bei trockenem Reizhusten.

– Myrtol: Gemeint ist wohl „Gelomyrtol®“, ein Präparat, das ein Destillat aus einer Mischung von Eukalyptusöl, Süssorangenöl, Myrtenöl und Zitronenöl enthält und schleimlösend bei produktivem Husten wirkt. Es handelt sich um magensaftresistente Weichkapseln.

– Primel: Schlüsselblumenblüten und Schlüsselblumenwurzel enthalten enthalten Saponine mit schleimlösender Wirkung bei produktivem Husten. Bestandteil von Hustentee bzw. „Brusttee“ und von Hustensirup. Ungeeignet für Inhalationen, weil die Wirkstoffe nicht flüchtig sind.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
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www.phytotherapie-seminare.ch

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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