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Phytotherapie: Pflanzenmedizin gegen Husten

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Die Zeitschrift „Die Apotheke“ ( Nr. 7 / 2012) fasst aktuelle Empfehlungen bezüglich Heilpflanzen-Anwendungen bei Husten zusammen:

„Atemwegsinfekte sind der häufigste Anlass für Krankschreibungen. Gerade gegen Husten bietet die Pflanzenmedizin aber gut verträgliche Hilfen an, deren Evidenz inzwischen auch in Leitlinien wissenschaftlicher Gremien Anerkennung fand. So hat die Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin gleich zwei Pflanzenkombinationen in ihre Therapieempfehlungen aufgenommen, die in der Leitlinie zu »Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit akutem und chronischem Husten« genannt werden. Sie stufte die Wirksamkeit von Thymiankraut und Efeublättern und Thymiankraut und Primelwurzeln als wissenschaftlich nachgewiesen ein. Ursache eines akuten Hustens sind fast immer Viren. Eine antibiotische Therapie – die bekanntlich nur gegen Bakterien wirken kann – ist deshalb nur in Ausnahmefällen indiziert. Die pflanzlichen Präparate bewirken dagegen erwiesenermaßen eine schnellere Linderung des Hustens im Vergleich zu Placebo.

Als schleimlösende Mittel (Expectorantien) werden von den Lungen- und Atemwegsspezialisten Extrakte aus Anis, Myrtol, Pfefferminz, Eukalyptus, Thymian, Efeublättern und Primelwurzeln aufgezählt. Hustenstillende Eigenschaften weisen laut Leitlinie Extrakte aus Thymian, Spitzwegerich, Drosera und Wollblumen auf. Allerdings entsprechen längst nicht alle Präparate, die derartige Pflanzen enthalten, den geforderten wissenschaftlichen Qualitätskriterien. Fragen Sie dazu Ihren Apotheker. Pflanzliche Hustenmittel gelten auch in der Behandlung von Kindern als besonders geeignet.“

Kommentar & Ergänzung:

Diese Empfehlungen in den Leitlinien sind erfreulich und nachvollziehbar. Heilpflanzen-Anwendungen bei Husten können es jedenfalls oft auch aus einem wissenschaftlichen Blickwinkel bei einer Gesamtbetrachtung durchaus mit synthetischen Präparaten aufnehmen.

Bei den synthetischen Expectorantien (Schleimlöser) ist zum Beispiel beim Klassiker N-Acetylcystein (Fluimucil) die Studienlage sehr widersprüchlich und die Wirksamkeit nicht eindeutig belegt, obwohl das Präparat oft verkauft und eingenommen wird.

Bei den synthetischen Antitussiva (Hustenstiller) unterscheidet man Opioide (Wirksamkeit ungenügend geklärt, Risiko von Nebenwirkungen) und Nicht-Opioide (Wirksamkeit ungenügend geklärt):

– Opioide Antitussiva wie Codein, Dextromethorphan, Dihydrocodein, Pholcodin, Hydrocodon, Noscapin, Ethylmorphin und Opium sollen den Hustenreiz zentral im Gehirn blockieren. Insbesondere Codein und Dextromethorphan sind in zahlreichen Medikamenten enthalten und werden oft angewendet. Ob sie jedoch tatsächlich wirksam sind, ist umstritten und in klinischen Studien bisher nicht zweifelsfrei belegt. Opioide können unerwünschte Wirkungen wie Müdigkeit, Atemdepression und Verstopfung verursachen. Ausserdem kann sich eine Abhängigkeit entwickeln.

– Nicht-opioide Antitussiva wie Butamirat, Butetamat, Levodropropizin und Morclofon sind chemisch nicht mit den Opioiden verwandt und sind daher frei von opioiden unerwünschten Wirkungen. Sie sind jedoch wissenschaftlich nicht ausreichend dokumentiert und moderne Zulassungsstudien fehlen.

Berücksichtigt man sowohl Wirkungen als auch unerwünschte Nebenwirkungen für die Beurteilung, so schneiden die erwähnten Heilpflanzen-Anwendungen im Vergleich zu den synthetischen Substanzen gut ab.

Allerdings stimmt auch der Hinweis im Zitat, dass längst nicht alle Präparate, welche die erwähnten Heilpflanzen enthalten, den geforderten Qualitätskriterien genügen.

Es gibt sehr grosse Qualitätsunterschiede bei Heilpflanzen-Präparaten.

P.S.

– Mit Drosera ist Sonnentau gemeint, eine insektenfressende Pflanze, die im Hochmoor wächst.

– Efeublätter nicht als Tee verwenden, sondern nur als Fertigpräparat, das auf einen bestimmten Wirkstoffgehalt eingestellt ist.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Heilpflanzen-Präparate mit grossem Qualitätsunterschieden

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In einem Interview mit einer Apotheken-Kundenzeitschrift wird die Apothekerin Anke Grabow gefragt, welchen Beratungsbedarf es speziell bei pflanzlichen Medikamenten gibt.

Antwort:

„Schwierig ist vor allem, dass sich hinter dem Oberbegriff Phytopharmaka unterschiedlichste Präparate verbergen. Tees zählen ebenso dazu wie Tinkturen und Säfte oder anthroposophische Mittel. Zudem variiert die Qualität der verarbeiteten Pflanzen. Ich empfehle in erster Linie Präparate aus dem nachhaltigen Pflanzenanbau, etwa von Firmen mit eigenen Anbauprojekten.“

Quelle:

http://www.apotheken-umschau.de/Erkaeltung/Pflanzenheilkunde-Gute-Beratung-in-der-Apotheke-wichtig-118551.html

Kommentar & Ergänzung:

Das ist ein wichtiger Aspekt:Es gibt sehr grosse Qualitätsunterschiede bei den Heilpflanzen-Präparaten und es wird auch in Apotheken und Drogerien – geschweige denn im Internethandel – viel unwirksamer „Schrott“ verkauft.

Und zwar bei Naturheilmitteln wie auch bei Präparaten der Komplementärmedizin. Hier besteht nämlich in vielen Bereichen eine Qualitätskontrolle allenfalls pro Forma und greift nicht wirklich.

Fragwürdig ist meines Erachtens, wenn in diesem Interview Anthroposophika zu den Phytopharmaka gerechnet werden. Präparate der Anthroposophischen Medizin basieren auf Grundsätzen, die sich sehr deutlich von den Leitlinien der Phytotherapie unterscheiden.

Anthroposophika:

…..basieren auf Anregungen Rudolf Steiner’s, der sich als Menschheitsführer und als Reinkarnation von Aristoteles und Thomas von Aquin sah, und der davon überzeugt war, dass seine Erkenntnisse aus der Akasha-Chronik stammen.

Die Anthroposophische Medizin schreibt ihren Präparaten okkulte Kräfte zu, zum Beispiel einen Einfluss auf die zwei anthroposophischen Widersachermächte Ahriman und Luzifer.

Das tönt in anthroposophischen Worten zum Beispiel so:

„Substanziell gesehen ist jedoch das Karzinom etwas Luziferisches, das durch das Ahrimanische des Mistelgiftes kompensiert wird.“

(aus: Dietrich Boie, Mistel und Krebs, Eine anthroposophisch-medizinische Studie zur Mistel-Therapie des Krebses, Schriftenreihe der Arbeitsgemeinschaft anthroposophischer Ärzte, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1970)

Zubereitungen der Anthroposophischen Medizin bestehen nicht nur aus Heilpflanzen. Manche Präparate enthalten auch Schwermetalle wie Blei oder tierische Komponenten wie lebend verriebene und  verdünnte Ameisen (Formica).

Phytopharmaka

…sind frei von dieser esoterischen Einfärbung.

Phytotherapie basiert im Gegensatz zur Anthroposophischen Medizin nicht auf den Ideen eines Einzelnen. Phytotherapie-Wissen entsteht und entwickelt sich in einem kooperativen Prozess ohne vordefinierte Führerfigur.

Meines Erachtens ist es wichtig, solch fundamentale Unterschiede nicht zu verwischen, sondern so gut wie möglich herauszuarbeiten. Nur so können Konsumentinnen und Konsumenten eine informierte und fundierte Wahl treffen.

Ich persönlich halte kooperativ erarbeitetes Wissen für glaubwürdiger als die Erkenntnisse eines angeblichen Hellsehers.

Und ich ziehe Heilpflanzen-Anwendungen vor, die nicht mit Fantasien über ahrimanische und luziferische Einflüsse kontaminiert sind.

Falls Sie an kooperativ erarbeitetem und „geisterfreiem“ Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Lavendelöl als Appetithemmer?

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Lavendelöl zeigt eine gute Wirkung als Beruhigungsmittel und als Einschlafhilfe.

In einem Interview mit dem ORF macht die Ernährungswissenschaftlerin Veronika Somoza von der Universität Wien eine interessante Anmerkung zum Lavendel. Sie erwähnt dabei eine Untersuchung mit Ratten:

„Tiere, auf deren Käfige ein mit Lavendel getränktes Stück Stoff gelegt wurde, fraßen messbar weniger.“

Quelle: http://science.orf.at/stories/1695533/

Kommentar & Ergänzung:

Das ist zwar nur ein (wahrscheinlich verhältnismässig tierfreundlicher) Tierversuch. Dabei bleibt offen, ob eine ähnliche Wirkung auch beim Menschen zu erwarten ist. Obwohl der Hinweis kaum Infos enthält, ist er natürlich interessant und ich habe versucht, mehr über diese mögliche Lavendel-Wirkung herauszufinden.

In einem „Standard“-Interview vom Februar beschreibt Veronika Somoza den Versuch etwas genauer:

„Man konnte die Wirkung von Linalool, eine Verbindung, die im Lavendel, in schwarzem Pfeffer und Ingwer vorkommt, nachweisen, allerdings nur in Tierstudien. Ratten, denen über ein Monat täglich eine Viertelstunde ein mit Lavendelöl getränktes Stück Stoff auf den Käfig gelegt wurde, fraßen weniger als die Kontrollgruppe. Das heißt aber nicht, dass man das Schnuppern an einem Lavendeltaschentuch als neue Diätmaßnahme proklamieren kann, so weit sind wir noch nicht.“

Quelle: http://derstandard.at/1329703280417/Saettigungsgefuehle-Es-ist-die-Nadel-im-Heuhaufen-die-wir-suchen

Der Hinweis auf eine appetithemmende Wirkung des Lavendelöls findet sich auch in einem „Welt“-Artikel von 2008:

„Auch innerlich entfaltet das blaue Kraut seine wohltuende Wirkung. Als Tee hilft es gegen Blähungen und Magen-Darm-Beschwerden und soll – im Gegensatz zu Lavendelöl, dem man eine appetithemmende Wirkung zuspricht – den Appetit fördern. Abends vorm Schlafengehen ist ein heißer Lavendeltee mit Honig der optimale Schlummertrunk. Und selbst in der Küche kommt Lavendel zur Anwendung: es ist Bestandteil vieler Kräuter-der-Provence-Gewürzmischungen und auch Eintöpfe, Fischsuppen und Hammelfleischgerichte werden mit Lavendel gewürzt. Kreationen wie Lavendelkekse, -schokolade und -eis sind eher ein Phänomen jüngerer Zeit.“

Quelle: http://www.welt.de/lifestyle/article1530953/Was_gewoehnlicher_Lavendel_alles_kann.html

Der „Welt“-Text bringt aber auch gute Informationen zur äusserlichen Anwendung von Lavendel bzw. Lavendelöl:

„Lavendel ist eines der vielseitigsten ätherischen Öle, das bei kleinen Verbrennungen, Hautabschürfungen, Schnittwunden, Prellungen, Entzündungen oder Insektenstichen hilft. Auf die betroffene Stelle geträufelt sorgt Lavendel für eine schnelle Heilung. In der Duftlampe angewendet verbreitet das Lavendelöl einen Wohlfühlduft, der ausgleichend und stimmungsaufhellend wirkt. Gibt man einige Tropfen Lavendelöl aufs Kopfkissen, schläft man besser. Unter Fernreisenden, die sich an einen veränderten Tag-Nacht-Rhythmus gewöhnen müssen, gilt er als Geheimtipp. Und ein paar Lavendelblüten zwischen den Bettlaken sollen dafür sorgen, dass sich ein Paar nie streitet.“

Quelle: http://www.welt.de/lifestyle/article1530953/Was_gewoehnlicher_Lavendel_alles_kann.html

Ergänzend noch als Indikation für die äusserliche Anwendung von Lavendelöl: Fusspilz.

Und zum Lavendelbad:

„Ein Lavendelbad hilft gegen Erschöpfung, Nervosität und Muskelkater. Wer nicht auf einen der zahlreichen Badezusätze in Form von Öl, Milch, Sprudeltabletten oder Schaumbad zurückgreifen will, kann eine Tasse Lavendelblüten in einem Liter Wasser aufkochen, durchsieben und dem warmen Badewasser zugeben. Bei unreiner Haut kann eine selbst gemachte Lavendeltinktur klärend wirken. Dafür werden Lavendelblüten mit Alkohol angesetzt.“

Quelle: http://www.welt.de/lifestyle/article1530953/Was_gewoehnlicher_Lavendel_alles_kann.html

Lavendelöl eignet sich gut als Entpannungsbad und als Abendbad zur Schlafförderung. Am einfachsten mischt man dazu etwa 8 Tropfen Lavendelöl mit etwas Kaffeerahm oder mit einer Tasse Vollmilch. Die Mischung gibt man dann ins Badewasser.

Zu Lavendelöl siehe auch:

Lavendelöl: Grosse Qualitätsunterschiede

Orangenöl & Lavendelöl bei Zahnarztangst

Lavendelöl gegen Hautpilze

Lavendelöl reduziert Angst und bessert den Schlaf

Phytotherapie: Lavendelöl als Angstlöser

Phytotherapie: Lavendelöl gegen Unruhe

Lavendel belebt in der  dunklen Jahreszeit

Lavendelöl zur Behandlung von Angststörungen

Lavendelöl-Bestandteil Linalool dämpft Stressreaktion

Wer sich vertieft für Wirkung und Anwendungsbereiche von Lavendelöl interessiert, findet dazu Informationen in meiner Broschüre „Ätherische Öle in der Pflege“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Lavendelöl – grosse Qualitätsunterschiede

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Auf dem Phytodoc-Portal  findet sich ein informativer Text von Prof. Heinz Schilcher zur Qualität von Lavendelöl.

Hier dazu ein Zitat:

„Lavendelöle weisen enorme Qualitätsunterschiede auf, und sie zählen zu denjenigen ätherischen Ölen, die am häufigsten  ‚verschnitten‘  bzw. durch Zugabe von synthetischem Linalylacetat und Linalool geruchlich ‚aufgebessert‘ werden.

Bei der Gewinnung von Lavendelöl wird nicht nur die im Arzneibuch vorgeschriebene Lavendel-Art Lavandula angustifolia MILL. verwendet, sondern auch die qualitativ schlechteren Arten Lavandula hybrida (syn. intermedia) und Lavandula latifolia, die sich leichter kultivieren lassen und höhere Erträge an ätherischem Öl ergeben.“

http://www.phytodoc.de/post/aetherisches-lavendeloel/

Kommentar & Ergänzung:

Vor allem in der Aromatherapie werden diverse Lavendelöle angewendet, während die Phytotherapie Lavendelöl aus Lavandula angustifolia einsetzt.

Lavendelöl aus Lavandula angustifolia ist im Arzneibuch (Pharmakopoea) aufgeführt und daher als Arzneimittel anerkannt.

Zur Wirkung von Lavendelöl und zu seinen Anwendungsmöglichkeiten finden Sie ausführliche Informationen in der Broschüre:

Ätherische Öle in der Pflege – Wirkung und Anwendungsmöglichkeiten von Lavendelöl

Weitere Informationen zur Wirkung von Lavendelöl:

Orangenöl & Lavendelöl gegen Zahnarztangst

Phytotherapie: Von welcher Lavendelart stammen Lavendelart und Lavendelblüten?

Lavendelöl wirksam gegen Hautpilze (hier geht es um Forschung mit Lavandula viridis, Grüner Lavendel)

Phytotherapie: Lavendelöl als Angstlöser

http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/01/25/lavendelol-reduziert-angst-und-bessert-den-schlaf.html

Phytotherapie: Lavendelöl gegen Unruhe

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:

Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

moodle.heilpflanzen-info.ch/

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Qualitätsunterschiede bei Heilpflanzen-Präparate

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Mir scheint es immer wieder wichtig darauf hinzuweisen, dass es bei Heilpflanzen-Präparaten sehr grosse Qualitätsunterschiede gibt.

Der „Giessener-Anzeiger“ berichtete vor kurzem über einen Vortrag der Apothekerin Ingrid Fischer bei den Landfrauen Lollar-Treis.

Der Text bringt Qualitätsunterschiede ausgezeichnet auf den Punkt. Darum hier ein Zitat:

„Bei den pflanzlichen Arzneimitteln muss man zwischen den rationalen und den traditionellen Phytopharmaka unterscheiden. Die rationalen Phytopharmaka müssen die gleichen Zulassungsverfahren durchlaufen wie chemische Arzneimittel. Wirkung und Verträglichkeit muss durch Studien nachgewiesen werden. Sie müssen einen Mindestgehalt an wirksamen Stoffen haben und die Herstellung der verwendeten Extrakte erfolgt nach standardisierten Verfahren. Die Pflanzen, die zur Extraktherstellung benötigt werden, stammen überwiegend aus kontrolliertem Anbau, damit immer die gleiche Qualität gewährleistet ist. Rationale Phytopharmaka müssen genaue gesetzliche Angaben auf der Packung haben: zum Beispiel eine genaue Indikationsangabe, der verwendete Pflanzenteil, das Extraktionsmittel, die Menge Extrakt pro Dosis, und Dosierung.

Traditionelle Phytopharmaka findet man hauptsächlich in Supermärkten. Die herstellenden Firmen müssen keinen Wirksamkeitsnachweis erbringen. Es müssen nur die Verträglichkeit und Unbedenklichkeit garantiert werden. Diese pflanzlichen Arzneimittel dürfen nicht zur Heilung von Krankheiten eingesetzt werden, wie die rationalen Phytopharmaka. Auf diesen Packungen steht zum Beispiel folgender Text: „traditionell eingesetzt zur Besserung des Allgemeinbefindens“. Aus Sicherheitsgründen hat der Gesetzgeber bei den traditionellen, frei verkäuflichen Arzneimitteln die Dosierung auf zehn bis 30 Prozent der aus wissenschaftlicher Sicht wirksamen Dosis reduziert.“

http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/kreis-giessen/lollar/10276611.htm

Kommentar & Ergänzung:

Dieser Vortrag – das legt der Bericht nahe – hat die Konsumentinnen wohl tatsächlich informiert und nicht nur – wie das ziemlich oft geschieht – mit tollen Versprechungen eingelullt.

Er entspricht damit genau denn, was mir selber auch am Herzen liegt.

Grossartige Heilungsversprechungen gibt es nämlich im Bereich von Komplementärmedizin und Pflanzenheilkunde mehr als genug.

Ergänzend vielleicht noch:

Traditionelle Phytopharmaka (Heilpflanzen-Präparate) sind nicht grundsätzlich unwirksam. Es ist aber für die Konsumentinnen und Konsumenten wichtig zu wissen, dass sie seitens der Arzneimittelbehörden eine Zulassung als Medikament bekommen, ohne dass sie ihre Wirksamkeit dokumentieren müssen. Ohne Wirkungsnachweis als Heilmittel verkauft werden auch Produkte aus den Bereichen Homöopathie, Anthroposophischer Medizin, Spagyrik, Bach-Blüten, Schüssler-Salze.

Die Aussage, dass traditionelle Phytopharmaka ohne Wirkungsnachweis vor allem im Supermarkt verkauft werden, würde ich zumindestens für die Schweiz nicht teilen. Für einen sehr grossen Teil der in Apotheken und Drogerien verkauften Naturheilmittel  liegt keinerlei Wirkungsnachweis vor. Konsumentinnen und Konsumenten müssten darüber meines Erachtens transparent informiert werden, was leider nicht der Fall ist.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Grosse Qualitätsunterschiede bei Heilpflanzen-Präparaten

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Die Zeitschrift „Viamedici“ spricht ein wichtiges Thema an: Die Qualitätsunterschiede bei Heilpflanzen-Präparaten:

„ Johanniskraut gegen Depressionen, Mistel bei Krebs, Weißdorn bei Herzinsuffizienz … – so oder ähnlich lauten die Headlines in naturheilkundlichen Ärztezeitschriften. „Gesundheitssendungen“ im Fernsehen schüren das Interesse der Patienten und erwecken oft ungerechtfertigte Hoffnungen. Gerade im Bereich der Phytotherapie die Spreu vom Weizen trennen zu können, ist keine leichte Aufgabe für Ärztin oder Arzt. Es gibt durchaus Phytotherapeutika, deren klinische Wirksamkeit und Unbedenklichkeit weitgehend nach schulmedizinischen Kriterien nachgewiesen sind. Ein Problem bei der Bewertung von Pflanzenpräparaten ist jedoch die Standardisierung. Denn die Pflanzenextrakte sind Vielstoffgemische, die von Präparat zu Präparat variieren – je nach Zusammensetzung, Konzentration und Extraktionsverfahren. Johanniskrautpräparat ist also nicht gleich Johanniskrautpräparat. Auf einen standardisierten Extrakt, eine klare Deklaration der Inhaltsstoffe und eine exakte Dosierung kommt es an.“

Quelle:

http://www.thieme.de/viamedici/medizin/alternativ/phytotherapie1.html#anker2

Kommentar & Ergänzung:

Dieser Hinweis ist für die Phytotherapie sehr wesentlich. Genau genommen kann man also nicht sagen:

Johanniskraut wirkt gegen Depressionen

Weissdorn lindert Herzschwäche

Echinacea steigert die Aktivität des Immunsystems

Mariendistel schützt die Leber

Etc…….

Man müsste sagen: Weissdorn in dieser bestimmten Form (Tinktur, Extrakt, Tee), dieser bestimmten Konzentration und Dosierung, verbessert die Arbeit des Herzmuskels.

Das heisst: Es geht in der Phytotherapie nicht nur darum zu lernen, welche Heilpflanze gegen welches Leiden wirksam ist. Wir müssen (oder dürfen) uns auch sehr genau damit auseinandersetzen, in welcher Form die entsprechende Heilpflanze optimal zur Anwendung kommen soll. Die Wichtigkeit dieser Frage ist aber vielen Leuten nicht klar. Daher werden auch zahlreiche Heilpflanzen-Präparate entwickelt, verkauft und konsumiert, die in ihrer Wirksamkeit sehr fraglich sind.

Falls Sie lernen wollen, wie sich die Spreu vom Weizen unterscheiden lässt, empfehle ich meine Lehrgänge „Heilpflanzen-Seminar“ oder „Integrative Phytotherapie“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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