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Salbei gegen Halsschmerzen

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Das Magazin „Stern“ empfiehlt als Hausmittel gegen Halsschmerzen das Gurgeln mit Salbeitee:

„Der Name der Salbeipflanze leitet sich vom lateinischen Wort „salvare“, also heilen, ab. Tatsächlich wirkt die Pflanze antibakteriell und hemmt das Wachstum von Viren und Pilzen. Zum antiseptischen Effekt kommen noch abschwellende und gefäßabdichtende Eigenschaften, das im ätherischen Öl enthaltene Thujon wirkt schmerzlindernd. Die Experten der Kommission E, einem Expertengremium für pflanzliche Arzneimittel, raten bei Mund- und Rachenentzündungen deshalb zum Gurgeln mit Salbeitee.“

Der entzündungswidrige Effekt von Salbei-Gurgelungen kommt durch Gerbstoffe zustande (Lamiaceen-Gerbstoffe). Die Kombination von ätherischem Salbeiöl und Gerbstoff dürfte für die gute Wirkung wesentlich sein. Die erwähnten „Experten der Kommission E“ sind ein seriöses Fachgremium, dessen Empfehlungen Bedeutung zukommt. Allerdings stammt die Monografie der Kommission E zu den Salbeiblättern aus dem Jahr 1985. Was ist die Kommission E? Antwort dazu hier.

Und wie werden Salbeiblätter bei Halsschmerzen angewendet? „Stern“ empfiehlt:

„Einen Teelöffel getrocknete Salbeiblätter mit einem halben Liter kochendem Wasser übergießen. Zehn Minuten ziehen lassen und den Tee abgießen. Mehrmals täglich damit gurgeln bis die Beschwerden abklingen.“

Die Ausführungen im „Stern“ zur Anwendung von Salbei gegen Halsschmerzen bewegen sich im Rahmen der Phytotherapie-Fachliteratur. Das ist für eine Publikumszeitschrift nicht selbstverständlich.

Die Dosierung würde ich allerdings etwas höher ansetzen und 2 – 3 Teelöffel auf einen halben Liter Wasser empfehlen. Den Salbei-Aufguss sollte man zugedeckt ziehen lassen.

Quelle der Zitate:

http://www.stern.de/gesundheit/grippe/erkaeltung–ohrenschmerzen–halsschmerzen–diese-hausmittel-helfen-6565438.html#mg-1_1507549325859

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Zimt verbessert Lernvermögen bei Labormäusen

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Manchen Menschen fällt das Lernen einfach schwerer. Ihnen könnte möglicherweise eine Prise Zimt helfen. Hinweise in diese Richtung zeigten sich in einer neuen US-Studie mit Mäusen, in der Zimt das Lernvermögen verbessert.

Gaben die Forscher Labormäusen, die schlecht lernten, einen Monat lang zusätzlich zu ihrem Futter Zimt ins Futter, verbesserte sich ihr Gedächtnis und ihr Lernvermögen deutlich und wurde so gut wie das von schnell lernenden Mäusen.

Das berichten die Wissenschaftler um den Neurologen Kalipada Pahan von der Rush University in Chicago im Journal of Neuroimmune Pharmacology.

Auf Mäuse, die bereits schnell lernten, hatte die Zimtgabe keinen Einfluss.

Die Forscher hatten Mäuse ins Barnes-Labyrinth geschickt, eine große Arena, in die am Rand 40 Löcher gestanzt sind. In diese Löcher kann eine Maus hineinschlüpfen, doch führt nur eines der Löcher durch einen Gang in ein echtes Versteck. Die anderen Löcher enden blind und die Maus wird sich darin unwohl fühlen.

Am Rand der Arena gibt es Markierungen, damit eine Maus, wenn sie einmal das echte Versteck gefunden hat, dieses sofort wiedererkennen kann. Wird die Maus ins Labyrinth gesetzt, huscht sie rasch zum richtigen Loch.

Mit dem Barnes-Labyrinth können Forscher also Mäuse auf ihre Lernfähigkeit testen. Mäuse mit guten Lernwerten verschwinden augenblicklich im richtigen Loch. Mäuse mit Lernproblemen suchen alle Löcher ab und finden das Versteck erst nach längerer Zeit. Bei diesen Schlecht-Lerner-Mäusen war nun die Steigerung der Lernfähigkeit nach Zimtgabe signifikant.

Eine Maus, die beispielsweise 150 Sekunden brauchte, um im Barnes-Test das richtige Loch zu finden, schaffte das innert 60 Sekunden, nachdem sie einen Monat lang Zimt bekommen hatte.

Die Wissenschaftler entdeckten in weiteren Tests sogar die neurobiologischen Grundlagen für diesen Effekt. Zimt-Inhaltsstoffe werden in der Leber zu Natriumbenzoat verstoffwechselt. Diese Substanz beeinflusst offenbar den Hippocampus, einen kleinen Hirnbereich, der Erinnerungen sortiert und speichert.

Schlechte Lerner haben im Hippocampus tiefere Werte des Proteins CREB, das beteiligt ist an Erinnerung und Lernen, und höhere Werte von Proteinen, die hemmend auf diese Prozesse wirken.

Natiumbenzoat verändert die Menge dieser Stoffe in günstiger Weise und stimuliert im Hippocampus die Plastizität, also letztlich die Lernfähigkeit des Gehirns.

Ob Zimt auch die Lernfähigkeit des Menschen steigern kann, ist allerdings noch völlig offen.

Sollten sich ihre Resultate bei Menschen bestätigen, die sich mit dem Lernen schwertun, wäre dies ein bemerkenswerter Fortschritt, erklären die Forscher. Kalipada Pahan schreibt:

„Dies wäre einer der sichersten und einfachsten Ansätze, um aus schlechten Lernern gute Lerner zu machen.“

In normalen Mengen konsumiert, sind Zimt und Natiumbenzoat für den Menschen unbedenklich. Die Forscher empfehlen aber, auf die Qualität des Zimts zu achten. Billiger Cassia-Zimt, auch chinesischer Zimt genannt, enthält höhere Mengen an Cumarin, das die Leber schädigen kann. Im sogenannten Ceylon-Zimt kommt Cumarin nur in sehr geringen Mengen vor.

Quellen:

http://www.aponet.de/aktuelles/kurioses/20160715-zimt-verbessert-das-lernvermoegen.html

http://www.welt.de/gesundheit/article157299038/Wer-Zimt-isst-lernt-womoeglich-leichter.html

https://www.sciencedaily.com/releases/2016/07/160712214659.htm

http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs11481-016-9693-6

DOI: 10.1007/s11481-016-9693-6

 

Kommentar & Ergänzung:

Grundsätzlich sind diese Ergebnisse sehr interessant, doch kann nicht genug betont werden, dass von Laborergebnissen und Tierexperimenten nicht einfach auf entsprechende Wirkungen beim Menschen geschlossen werden kann. Das sagen ja auch die Wissenschaftler selber in ihrer Zimtstudie. Auch die Frage, welche Dosis für Menschen nötig wäre, ist ungeklärt.

In der Originalpublikation steht einfach, dass Zimt von den Mäusen in Natriumbenzoat umgewandelt wird. Das ist natürlich vereinfacht dargestellt. Es muss ein bestimmter Inhaltsstoff von Zimt sein und bisher habe ich nicht herausgefunden, welcher dafür in Frage kommt.

Interessants gibt es aber auch zum Natriumbenzoat zu sagen:

Natriumbenzoat hemmt Bakterien und Pilze und wird daher als Lebensmittelzusatzstoff (E 211) zur Konservierung von Lebensmitteln eingesetzt.

Wikipedia schreibt zur Verträglichkeit:

«Natriumbenzoat kann Allergien wie Asthma und Nesselsucht auslösen und belastet den Leberstoffwechsel. Eine britische Studie nannte Natriumbenzoat, das als Konservierungsstoff in Colagetränken verwendet wird, neben anderen Zusatzstoffen als möglichen Auslöser für ADHS. Wörtlich heißt es in der Studie, die im britischen Medizinjournal The Lancet erschien: „Diese Ergebnisse zeigen, dass ungünstige Wirkungen nicht nur bei Kindern mit extremer Hyperaktivität (wie ADHS), sondern auch in der normalen Bevölkerung auftreten“»

Da die aus Zimt umgewandelten Mengen an Natriumbenzoat wohl doch eher klein sein dürften, kann ich mir unerwünschte Nebenwirkungen wie eine Belastung des Leberstoffwechsels auf diesen Weg nicht recht vorstellen. Für Allergien reichen allerdings schon sehr geringe Stoffmengen. Interessant ist das Zitat aus „The Lancet“ am Schluss. Da stellt sich die Frage, ob Natriumbenzoat im Gehirn durch Einwirkung auf bestimmte Proteine nicht nur günstige Wirkungen auf Lernprozesse auslösen kann, sondern in manchen Situationen vielleicht auch dysregulierend wirken könnte. Allerdings wurde in der betreffenden Lance-Studie Natriumbenzoat zusammen mit bestimmten Lebensmittelfarbstoffen untersucht, so dass nicht eindeutig ist, ob Natriumbenzoat an diesem negativen Effekt beteiligt ist und wenn ja, wie stark:

„An der Studie nahmen rund 300 Kinder teil, die in drei Gruppen aufgeteilt wurden. Sie wurden gebeten, über den Zeitraum von sechs Wochen Fruchtsäfte zu trinken. Bei zwei der drei Gruppen waren die Säfte aber mit den Farbstoffen Sunsetgelb (E110), Chinolingelb (E104), Azorubin (E122) und Allularot (E129) sowie dem Konservierungsstoff Natriumbenzoat (E211) versetzt. Letzteres wird häufig Erfrischungsgetränken wie Cola beigemischt.

Die Flüssigkeiten, die den Drei- beziehungsweise Acht- bis Neunjährigen gegeben wurden, entsprachen den Forschern zufolge Getränken, die im Handel erhältlich sind. In der Untersuchung fanden die Wissenschaftler heraus, dass in beiden Altersgruppen die Kinder, die die präparierten Flüssigkeiten zu sich nahmen, unruhig wurden und leichter die Konzentration verloren.

„Diese Ergebnisse zeigen, dass ungünstige Wirkungen nicht nur bei Kindern mit extremer Hyperaktivität (wie ADHS), sondern auch in der normalen Bevölkerung auftreten“, schreiben die Forscher in ihrer Studie.»

Quelle: https://web.archive.org/web/20070908220223/http://www.netzeitung.de/wissenschaft/732690.html

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Schwarztee lindert Sonnenbrand

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Schwarztee wird in der Phytotherapie oft empfohlen zur Linderung von Sonnenbrand. Interessant ist, dass dieses Hausmittel inzwischen auch Support bekommt von Hautärzten.

Beispiel 1:

Dr. Reinhard Mrotzek, Hautarzt und Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD), kommt auf  T-online zu Wort:

«Viel besser als Quark ist schwarzer Tee geeignet. Dieser wirkt entzündungshemmend und kühlend. „Doch dafür muss man keine Teebeutel auf die Haut legen. Wer schwarzen Tee zubereitet und ihn, nachdem er abgekühlt ist, auf die Haut aufträgt, hat den gleichen Effekt“, sagt der Sonnenschutz-Experte. Auch hier sind Kompressen bestens geeignet. Die zerstörte Haut reparieren kann der Tee aber nicht, sondern lediglich die Symptome lindern. Das gilt auch für After-Sun-Lotions und –Cremes.»

Quelle: http://www.t-online.de/lifestyle/gesundheit/id_63907268/erste-hilfe-bei-sonnenbrand-quark-lindert-den-schmerz.html

Beispiel 2:

Prof. Dr. med. Reinhard Dummer vom Universitätsspital Zürich auf 20min.ch zur Frage, was zu tun ist bei einem Sonnenbrand:

« Kühlende Umschläge helfen: Einfach Schwarztee aufsetzen, auskühlen lassen, in den Kühlschrank stellen und dann Kompressen einlegen und auf die verbrannten Stellen auflegen. Eventuell empfiehlt sich die Einnahme einer Schmerztablette wie zum Beispiel Aspirin. Auf jeden Fall sollte man am nächsten Tag unbedingt die Sonne meiden.»

Auf die Frage, ob man bei einem Sonnenbrand kein Aftersun-Produkt auftragen müsse, kommt Dummer noch auf ein weiteres Hausmittel zu sprechen:

«Müssen tun sie das nie. Denn die Wirkung ist nicht wissenschaftlich erwiesen. Wenn sie ihre Haut kühlen möchten, können sie auch Gurkenscheiben auflegen.»

Quelle:

http://www.20min.ch/sogehtsommer/sommer/story/27908403

Kommentar & Ergänzung:

Man macht beim Schwarztee die adstringierende Wirkung der Gerbstoffe für die lindernde Wirkung bei Sonnenbrand verantwortlich. Schwarztee enthält aber neben den Gerbstoffen auch weitere Polyphenole mit antioxydativer Wirkung. Da auch Grüntee reich an Gerbstoffen und weiteren Polyphenolen ist, dürfte er sich zur Linderung von Sonnenbrand ebenso eignen.

Wichtig: Mit kochendem Wasser übergiessen, etwa 10 Minuten ziehen lassen (weil sich die Gerbstoffe langsam lösen), abkühlen lassen.

Schwarztee und Grüntee eignen sich auch zur Linderung von Hautentzündungen anderer Genese, zum Beispiel bei Intertrigo, auch „Hautwolf“ genannt. Dabei handelt es sich um eine entzündliche Hauterkrankung, die auf gegenüberliegenden Hautoberflächen in Hautfalten entsteht, zum Beispiel im Genitoanalbereich, an der Leiste, in Bauchfalten und unter den Brüsten. Ausgelöst wird sie zum einen von Reibung, gestauter Wärme und Feuchtigkeit, welche die Hautbarriere stören und zum anderen von einer Superinfektion mit Pilzen oder Bakterien. Vor allem bei nässenden Hautentzündungen haben sich Schwarztee-Kompressen bewährt. Ich bin immer wieder beeindruckt, wenn ein so simples und billiges Mittel funktioniert.

Siehe auch:

Schwarztee bei Windeldermatitis

Schwarztee gegen Hautentzündungen

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Olbas Tropfen – ein Gemisch von ätherischen Ölen – getestet auf antimikrobielle Wirkung

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Olbas Tropfen – ein traditionelles pflanzliches Arzneimittel – enthalten ein Destillat aus einer Mischung von Pfefferminzöl, Cajeputöl, Eukalyptusöl, Wacholderbeeröl und Wintergrünöl im Verhältnis von 53 : 21 : 21 : 3 : 2.

Das Präparat wird traditionell zur Einnahme und Inhalation bei Erkältungskrankheiten (Husten, Schnupfen, Heiserkeit) empfohlen, zur Einnahme bei leichten Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, zur äußerlichen Anwendung bei leichten Kopfschmerzen, beispielsweise bei Verspannungszuständen, sowie zur äußerlichen Anwendung bei umschriebenen (lokalen) Muskelschmerzen nach Überanstrengung / Fehlbelastung. Darüber hinaus ist es auch bekannt für seine Anwendung bei diversen Sportverletzungen.

Die „Pharmazeutische Zeitung“ hat den Stand der Forschung zu Olbas zusammengestellt. Daraus lassen sich interessante Schlüsse ziehen. unter anderem auch bezüglich der antimikrobiellen Wirkungen der einzelnen ätherischen Öle, die Bestandteil der Olbas-Mischung sind.

Zahlreiche Laboruntersuchungen (in-vitro) belegen zweifelsfrei die antimikrobielle Wirkung von ätherischen Ölen. Viele Bakterien, Pilze und Viren reagieren äusserst sensibel auf ätherische Öle.

Solche positiven Resultate lassen den unterstützenden oder zum Teil alleinigen Einsatz von ätherischen Ölen in der Phytotherapie und Aromatherapie bei Haut- und Wundinfektionen sowie bei Erkältungskrankheiten plausibel erscheinen.

Eine In-vitro-Studie untersuchte das antimikrobielle Potenzial von Olbas im Vergleich zu seinen individuellen Basisölen (Cajeputöl, Eukalyptusöl, Pfefferminzöl, Wacholderbeeröl und Wintergrünöl). Die Ergebnisse zeigen, dass Olbas ein relativ breites Wirkungsspektrum mit insgesamt guter bis sehr guter antimikrobieller Wirkung gegen alle Testkeime besitzt, einschließlich Methicillin-resistenter (MRSA) Stämme und Vancomycin-resistenter Enterococcus (VRE) Stämme. Besonders hervorgehoben wird von den Autoren die relativ hohe Sensibilität der Bakterien Acinetobacter baumanii, Escherichia coli und Pseudomonas aeruginosa sowie des Hefepilzes Candida albicans gegen Olbas. Die genannten Bakterien bewirken Wundinfektionen sowie Spitalinfektionen und erweisen sich oft als multiresistent gegen verschiedene Antibiotika. Im Fall der erwähnten Untersuchung war Pseudomonas aeruginosa gegen die Antibiotika Ampicillin und Vancomycin resistent. Interessant ist die Wirksamkeit gegen Pseudomonas aeruginosa, weil dieser Keim gegen zahlreiche ätherische Öle eine stark verminderte Sensibilität aufweist. Dies hängt damit zusammen, dass Pseudomonas aeruginosa über sogenannte MDR-Effluxpumpen verfügt, die in der Lage sind, eingedrungene Monoterpene (= Bestandteile vieler ätherischer Öle) wieder aus der Zelle zu schleusen.

Vergleicht man die Wirksamkeit der einzelnen Basisöle mit derjenigen der Olbas-Kombination, dann sind nur die antimikrobiellen Aktivitäten von Pfefferminzöl und Cajeputöl erwähnenswert. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass die antimikrobielle In-vitro-Wirkung von Olbas weitgehend auf derjenigen von Pfefferminzöl beruht.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=51283

Kommentar & Ergänzung:

Für mich sind vor allem die Vergleichswerte der verschiedenen ätherischen Öle interessant. Die detaillierten Werte sind im Artikel der „Pharmazeutischen Zeitung“ in einer Tabelle zusammengestellt.

Bemerkenswert ist für mich die klare Überlegenheit von Pfefferminzöl gegen Bakterien. Nur gegen Pseudomonas aeruginosa ist Cajeputöl sehr deutlich und Eukalyptusöl deutlich wirksamer. Und gegen Streptococcus pyogenes und Streptococcus oralis ist Pfefferminzöl gleichauf mit Cajeputöl an der Spitze. Auch gegen Hefepilze (Candida albicans) zeigt Pfefferminzöl von den untersuchten Einzelöle die beste Wirkung.

Cajeputöl (aus Melaleuca leucadendra) ist botanisch verwandt mit Teebaumöl (aus Melaleuca alternifolia).

Generell muss zu diesen Untersuchungsergebnissen gesagt werden:

Dass ätherische Öle zum Teil bemerkenswerte antimikrobielle Wirkungen haben und in dieser Hinsicht angesichts zunehmender Antibiotika-Resistenzen vermehrte Beachtung verdienen, steht ausser Frage.

Man muss aber wissen, dass solche eindrücklichen Ergebnisse wie in der beschriebenen Untersuchung im Labor stattfinden, in dem ätherische Öle in eine Bakterien- oder Pilzkultur appliziert werden. Das ist ein sehr direkter Kontakt mit hoher Konzentration.

Mir fällt einfach auf, dass in der Aromatherapie-Literatur solche In-vitro-Ergebnisse oft sehr schnell auf die Anwendung von Aromaölen im Alltag übertragen werden. Beispielsweise wird dann einem ätherischen Öl, das im Labor in einer Bakterienkultur einen Spitalkeim abtöten kann, auch zugetraut, dass es diesen Spitalkeim genauso hemmt, wenn man es im Spital als Duft einsetzt. Das sind aber zwei völlig unterschiedliche Kontexte und es wird beim Verdunstenlassen im Raum einfach nicht annähernd die Konzentration erreicht, die in der Bakterienkultur direkt wirksam wird.

Der Kontext, in dem eine Erkenntnis gewonnen wurde, darf bei der Beurteilung nicht ausser acht gelassen werden.

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Arzneipflanze des Jahres 2016: Kümmel (Carum carvi)

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Kümmel ist bekannt als Gewürz, doch die Pflanze hat auch interessante und wertvolle Heilwirkungen:

Kümmeltee und Kümmelöl können Krämpfe im Verdauungstrakt lösen und Blähungen und Völlegefühl vertreiben.

Nun wurde der Echte Kümmel (Carum carvi) zur Arzneipflanze des Jahres 2016 gekürt.

«Kümmel ist ein sehr gutes Mittel gegen Reizdarmbeschwerden, wenn man es über magensaftresistente Kapseln nimmt. Als Tee kann Kümmel auch bei leichteren Beschwerden wirken», erklärt der Medizinhistoriker Johannes Gottfried Mayer anlässlich der Präsentation der „Arzneipflanze des Jahres“ in Würzburg.

Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg „ernennt“ jedes Jahr eine andere anerkannte Heilpflanze zur „Arzneipflanze des Jahres“.

Die wissenschaftliche Bedeutung der Arzneipflanzen als wirksame Medizin soll damit stärker ins Bewusstsein gerückt werden. «Wir wollen zeigen, dass es Pflanzen auf der Seite Arzneimittel gibt, die mit synthetischen Medikamenten mithalten können und zudem weniger Nebenwirkungen haben», erklärt Johannes Gottfried Mayer weiter.

Kümmel ist wohl eine der ältesten Gewürz- und Heilpflanzen in Europa. Verwendet werden die Früchte der Pflanze, die hauptsächlich in Deutschland, den Niederlanden, Polen und Ägypten angebaut wird.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=60174

Kommentar & Ergänzung:

Kümmel wird nicht nur angebaut. Die Pflanze kommt insbesondere in mittleren und höheren Lagen des Berglandes auch wild vor. Wer Kümmel in der Natur kennenlernen will, kann das also auf vielen meiner Kräuterwanderungen in den Bergen tun.

Kümmel als Gewürz ist vielen Menschen ein Begriff, aber wie die Pflanze aussieht und wo sie wächst, das wissen nur wenige.

So sieht Kümmel aus: Foto auf Wikipedia

Kümmel gehört allerdings zu den Doldenblütlern (Apiaceae) und die sind oftmals nicht ganz einfach botanisch zu bestimmen. Kümmel kommt beispielsweise mit rötlicher oder mit weisser Blütenfarbe vor, was auch auf andere Doldenblütler zutrifft (z. B. auf die Grosse Bibernelle, Pimpinella major). So muss man jedenfalls genau hinschauen, wenn man sicher sein will.

Das ätherische Kümmelöl besteht zu etwa 50 – 65 % aus Carvon, das eine hemmende Wirkung auf das Wachstum verschiedener Bakterien und Pilze hat. Könnte man zum Beispiel gegen Fusspilz versuchen.

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Alkohol als Desinfektionsmittel

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Ulrike Viegner hat in der „Pharmazeutischen Zeitung“ einen informativen Artikel publiziert über das „Multitalent Ethanol“. Neben dem Anwendungsbereich in der Arzneimittelherstellung – zum Beispiel für Pflanzentinkturen – kommt die Autorin auch auf die pharmazeutische Wirkung zu sprechen, die der Alkohol bzw. Ethanol selbst besitzt.

Seine antimikrobielle Wirkung mache Ethanol zu einem viel verwendeten Desinfektionsmittel, schreibt Viegner. Geeignet für diesen Zweck sei ein Gemisch aus 70 Teilen Ethanol und 30 Teilen Wasser.

„Mit einer 70-prozentigen Ethanol-Lösung werden Bakterien durch Eiweißdenaturierung zuverlässig abgetötet, wobei der Wasseranteil durch seine Quellwirkung wie ein Türöffner funktioniert. In 100-prozentigem Ethanol dagegen wird lediglich das Bakterienwachstum gehemmt.“

70-prozentiges Ethanol wirke nicht nur bakterizid (bakterientötend), sondern auch zuverlässig fungizid (pilztötend).

„Sporen von Pilzen und Bakterien lassen sich so allerdings nicht vernichten.“ Die viruzide (= virentötende) Wirkung von Ethanol sei ebenfalls gut, weise jedoch eine Lücke bei den nackten Spezies ohne Virushülle auf. Die mikrozide Wirkung von Ethanol trete innerhalb weniger Minuten ein. Für die Anwendung als Hautdesinfizienz sei auch von Vorteil, dass Ethanol kein allergenes Potenzial besitze. Von Nachteil sei dagegen das Brennen auf offenen Wunden.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=41009

Kommentar & Ergänzung:

Alkohol ist eine sehr simple Substanz, aber Einfachheit kann eben auch ein Vorteil sein.

Alkohol 70% zur Desinfektion kauft man in der Apotheke oder Drogerie. Er ist vergällt, enthält also einen Stoff mit schlechtem Geschmack, der verhindern soll, dass er innerlich verwendet, also getrunken wird. Darum ist er billig im Vergleich zum Trinksprit, der stark mit Steuern verteuert wird.

Für die Herstellung von Pflanzentinkturen, die äusserlich angewendet werden – zum Beispiel Ringelblumentinktur oder Kamillentinktur – kann auch der billigere Alkohol 70% verwendet werden. Für Pflanzentinkturen zu innerlichem Gebrauch wird dagegen der teurere Trinksprit eingesetzt.

 

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Honig verhindert Schleimhautentzündung (Mukositis)

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Werden Patienten mit HNO-Tumoren bestrahlt, kann Honig offenbar einer Schleimhautentzündung im Mund-Rachen-Bereich vorbeugen. Zudem scheint Honig auch vor Gewichtsverlust zu schützen.

Eine Mukositis im Mund-Rachenbereich gehört zu den Komplikationen bei Strahlentherapie und Chemotherapie im HNO-Bereich (HNO = Hals-Nasen-Ohren).

Diese Schleimhautentzündungen können dazu führen, dass die Bestrahlung nicht in der gewünschten Dosis oder in den erforderlichen Intervallen erfolgen kann, was die Erfolgsaussichten vermindert. Darüber hinaus kann die Mukositis zu Infektionen mit Bakterien und Pilzen führen, aber auch zu Schmerzen und Problemen beim Essen und Trinken, wodurch ein deutlicher Gewichtsverlust eintreten kann.

Auf diese Folgen weisen Wissenschaftler um Dr. Hye Kyung Cho von der Gachon-Universität in Incheon hin (Laryngoscope 2015, online 16. März).

Da inzwischen oft Honig als nebenwirkungsarmes Mittel zur unterstützenden Wundheilung bei Verbrennungen, Hauttransplantationen, Ulzera und postoperativen Wundinfektionen eingesetzt wird, haben die Wissenschaftler um Cho untersucht, ob es entsprechende Studien auch zur vorbeugenden Anwendung bei Patienten mit Kopftumoren und Halstumoren gibt.

Die Wissenschaftler fanden neun Studien, in denen oral verabreichter Honig gegen Placebo oder gegen keine Therapie verglichen wurde, bei Patienten, die aufgrund eines Kopftumors oder Halstumors eine Strahlentherapie oder Radiochemotherapie (Kombination von Strahlentherapie und Chemotherapie) bekamen.

An den neun Studien hatten total 476 Patienten teilgenommen.

Patienten mit Honigtherapie entwickelten insgesamt signifikant seltener eine moderate bis schwere Mukositis als bei Prophylaxe mit Placebo oder keiner Behandlung.

Die Heterogenität der analysierten Studien war allerdings sehr hoch – in einigen Studien zeigten sich also sehr ausgeprägte Effekte, in anderen praktisch keine.

Die Wissenschaftler trennten nun die Patienten in solche mit Radiochemotherapie und solche mit alleiniger Strahlentherapie. Dabei schienen nur die Patienten mit Radiotherapie signifikant von der Honigprophylaxe zu profitieren, nicht jedoch die mit Radiochemotherapie.

Entwickelte sich eine Mukositis, so trat diese bei Honigtherapie in den ersten drei Behandlungswochen signifikant seltener auf, danach aber nicht mehr.

Mit Honigtherapie seltener Gewichtsverlust

Keine statistisch belastbaren Differenzen zwischen Patienten mit und ohne Honig zeigten sich bei Superinfektionen mit Bakterien und Pilzen, allerdings trat in den Honiggruppen hochsignifikant seltener ein Gewichtsverlust auf.

Hier fand sich in den Resultaten auch keine bedeutsame Heterogenität. Für alle statistisch signifikanten Ergebnisse fanden die Wissenschaftler einen klinisch relevanten Effekt.

Eine orale Honigtherapie vor oder nach Strahlentherapie scheine also in der Lage zu sein, die negativen Auswirkungen einer Strahlentherapie auf Mund- und Rachenschleimhaut zu mildern, schreiben die Wissenschaftler.

Den ausbleibenden Effekt auf das Auftreten von Superinfektionen erklären sich die Forscher damit, dass in den Placebogruppen oft Zuckersirup eingesetzt wurde, der aufgrund seiner osmotischen Eigenschaften möglicherweise ebenfalls das Bakterien- und Pilzwachstum hemmt.

Da an den meisten der Studien nur sehr wenige Patienten teilgenommen hatten, sollten die Resultate mit einer gewissen Zurückhaltung betrachtet und möglichst durch größere Untersuchungen überprüft werden.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/article/885541/hno-radiatio-honig-verhindert-mukositis.html

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/lary.25233/abstract

Kommentar & Ergänzung:

Der Apitherapie (Therapie mit Bienenprodukten) werden sehr viele Heilwirkungen zugesprochen, die zum teil auch fragwürdig sind. Es gibt aber auch sehr interessante Anwendungsbereiche, die zunehmend auch wissenschaftlich erforscht werden.

Dazu gehört auch die Anwendung von Honig gegen Mukositis.

Siehe auch:

Palliative Care & Onkologiepflege: Honig bei Mucositis / Mundschleimhautentzündung

Honig bei Mundschleimhautentzündung infolge Chemotherapie

Palliative Care: Myrrhentinktur bei Mucositis / Mundschleimhautentzündung

Vorbeugung von Mukositis bei Chemotherapie

 

 

 

 

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Naturheilmittel Teebaumöl

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Die „B. Z.- Berlin“ stellt Teebaumöl als Naturheilmittel vor – mit einer Mischung von Fakten und Fiktion.

Nachfolgend einige Zitate (kursiv) mit Kommentar (M.K.):

„Bekannt ist das beliebte ätherische Öl schon seit der Entdeckung Australiens.“

M.K.: Das stimmt nicht. Die einheimischen Aborigines verwendeten Teebaumblätter als Tee. Erstmals für die westliche Welt beschreiben wurde diese Anwendung von Crew-Mitgliedern des englischen Entdeckers James Cook (1728 – 1779). Erst in den 20/30er-Jahren des 20. Jahrhunderts setzte sich das europäisch kolonialisierte Australien mit Teebaumöl auseinander und erst 1925 wurde erstmals das ätherische Öl destilliert.

Die Anwendung von isoliertem Teebaumöl ist also keine Arborigines-Medizin und auch noch nicht sehr alt.

„So wurde bereits nachgewiesen, dass mit Teebaumöl das Bakterienwachstum auf der Haut gestoppt werden kann und Viren gänzlich abgetötet werden. Entsprechend gestreut sind die Hauptanwendungsgebiete: So wird Teebaumöl als Zusatz bei der Bekämpfung von Fußpilz, Akne, Herpes und anderen Auffälligkeiten mit gutem Erfolg angewandt.“

M.K.: Die Wirksamkeit von Teebaumöl gegen Bakterien, Pilze und Viren ist recht gut belegt.

Ergänzen müsste man aber dazu noch, dass viele ätherische Öle solche antimikrobiellen Wirkungen haben – zum Beispiel Korianderöl, Lavendelöl, Kümmelöl, Thymianöl. Und manche dieser anderen ätherischen Öle sind zudem besser verträglich und im Duft angenehmer. Die einzigartige Stellung, die dem Teebaumöl zuweilen zugeschrieben wird, dürfte also weitgehend marketingbedingt sein.

„In der normalen Fußpflege spielen Produkte mit Teebaumöl inzwischen eine große Rolle. Ebenso bei der Behandlung von Kopfhautschuppen, bei Abgespanntheit und als Massageöl. Allerdings kann die unverdünnte Anwendung zu Hautreizungen führen und allergische Reaktionen auslösen.“

M.K.: Die Anwendung von Teebaumöl zur normalen Fusspflege und als Massageöl ist meiner Erachtens unsinnig. Ein Nutzen ist nicht ersichtlich und Teebaumöl kann nicht nur bei unverdünnter Anwendung allergisierend wirken. Und wenn schon der Nutzen nicht klar ist, dann ist auch jedes Allergierisiko zu vermeiden.

Bei Kopfschuppen wäre eine Differenzierung nötig. Kopfschuppen gibt es in einer trockenen und einer fettigen Variante. Bei der trockenen Variante dürfte Teebaumöl nutzlos bis falsch sein. Bei der fettigen Variante spielt häufig ein Hefepilz namens Pityrosporum ovale eine Rolle, und weil Teebaumöl pilzhemmend wirkt, ist in diesen Fällen ein günstiger Effekt nicht ausgeschlossen. Über die passende Konzentration müsste man dann noch reden.

Für „Abgespanntheit“ als Anwendungsbereich gibt es meines Wissens keinerlei fundierte Begründung. Und wie sollte das eingesetzt werden? Einatmen?

„In den letzten Jahren sind weitere Anwendungen des ätherischen Öls hinzugekommen.“

M.K.: Das geschieht oft so. Hat ein Mittel einen gewissen Kultstatus erreicht, wie das beim Teebaumöl der Fall ist, werden die Anwendungsbereich laufend erweitert (dieses Phänomen wird auch Indikationslyrik genannt).

Ob all die Anwendungsbereiche dann auch sinnvoll und plausibel sind, müsste immer wieder kritisch überprüft werden.

„So sind Entzündungsbehandlungen im Mund- und Rachenbereich wohl ebenso erfolgversprechend…..“

M.K.: Vielleicht dann, wenn es auf eine antimikrobielle Wirkung ankommt. Das ist aber lange nicht immer der Fall. Bei Entzündungen im Bereich von Mund und Rachen sind oft Gerbstoffe wirksamer – vor allem in akuteren Fällen über ein paar Tage – oder längerfristig schützende und reizlindernde Schleimstoffe.

„…..erfolgsversprechend wie die psychische Wirkung. Diese soll stärkend und ausgleichend sein, vor allem bei Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit und Erschöpfungszuständen.“

M.K.: Diese Angaben sind meines Erachtens aus der Luft gegriffen. Es gibt keine auch nur ansatzweise fundierten Begründungen dafür. „Stärkend und ausgleichend“ – das ist eine sehr wolkige Aussage. Wer kann Stärkung und Ausgleich nicht brauchen. Und Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit und Erschöpfungszustände? Kennt das in unterschiedlichem Mass nicht jeder Mensch gelegentlich. So wird ein Mittel kreiert, das für fast jede Lebenslage gut ist.

Damit kein Missverständnis entsteht: Mir geht es nicht darum, das Teebaumöl „runterzumachen“. Es ist nur immer wieder wichtig zu klären, was die „Kernkompetenz“ eines Naturheilmittels ist, und was „Ausschmückung“.

Quelle:

http://www.bz-berlin.de/ratgeber/gesundheit/naturheilmittel-teebaumoel

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Fenchelfrüchte bei Völlegefühl, Blähungen und krampfartigen Bauchbeschwerden

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Auf n-tv.de hat Heidi Driesner gerade einen informativen Beitrag veröffentlicht zur Verwendung von Fenchel als Gewürz, Gemüse und Heilpflanze.

Zitat zu den Wirkungen des Fenchels als Heilpflanze:

„Richtig dosiert aber lindern die ätherischen Öle in den Samen tatsächlich Blähungen und Koliken. Besonders reich sind die Samen an Anethol, es bewirkt den anisartigen Duft und Geschmack des Fenchels (befindet sich auch in Anis). Anethol steigert die Bewegung der Muskulatur in Magen und Darm und wirkt zusätzlich krampflösend. Beides zusammen hilft bei Völlegefühl, Blähungen und krampfartigen Bauchbeschwerden. Es regt außerdem den Appetit an und fördert die Verdauung. Schon Sebastian Kneipp wusste Bauchschmerzen mit Fenchel zu vertreiben. Er empfahl, 1 Esslöffel Fenchelsamen mit 150 Milliliter Milch aufzukochen und möglichst heiß in kleinen Schlucken zu trinken.

Das Fenchon im Fenchel dagegen schmeckt bitter und kampferartig. Diesem ätherischen Öl wird eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben, so dass Fenchel auch dazu beitragen kann, Bakterien und Pilze im Wachstum zu hindern.“

Quelle:

http://www.n-tv.de/leute/essen/Ein-Kraut-fuers-ganze-Leben-article14582226.html

Kommentar & Ergänzung:

Der Abschnitt umreisst die Wirkungen und Anwendungsbereiche der Fenchelfrüchte gut.

Interessant ist die Empfehlung von Sebastian Kneipp, die Fenchelfrüchte mit Milch aufzukochen.

Das Abkochen mit Milch dürfte zwar geschmacklich nicht jedermanns Sache sein, doch hat diese Variante der Teezubereitung einen interessanten Vorteil.

Weil Milch fetthaltig ist und ätherische Öle sich besser in Fett als in Wasser lösen, wird die Ausbeute an ätherischem Öl etwa doppelt so hoch sein als bei der Zubereitung mit Wasser. Allerdings muss dazu Vollmilch verwendet werden. Bei teilentrahmter Milch ist der Fettanteil zu tief.

Der letzte Abschnitt im Zitat ist etwas verwirrlich. Wenn das ätherische Fenchelöl entzündungswidrig wirkt, folgt daraus nicht die bakterienhemmende und pilzhemmende Wirkung. Das sind zwei unabhängige Wirkungen.

Die antimikrobielle Wirkung von Fenchelöl gegen Bakterien und Pilze ist aber in zahlreichen Testsystemen bestätigt worden.

Was im Zitat noch fehlt ist die schleimlösende (= expektorierende) Wirkung von Fencheltee und Fenchelöl. Sie regen die Flimmerhärchen in den Bronchien an und wirken so auswurffördernd.

Anethol und Fenchon vermindern zudem nach Inhalation die Dichte des Bronchialsekrets und verflüssigen die Atemwegsflüssigkeit.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Lavendelöl gegen Hautpilze

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Lavendelöl wird in Aromatherapie und Phytotherapie gern als Beruhigungsmittel eingesetzt und bewährt sich auch bei Schlafstörungen.

Lavendelöl wirkt aber auch gut gegen Hautpilze verschiedener Art, zum Beispiel gegen Fusspilz und Scheidenpilz.

Die antimykotische Wirkung von Lavendelöl ist auch in der Phytotherapie-Fachliteratur beschrieben.

Beispiele:

– Georg Schneider, Arzneidrogen, Spektrum Akademischer Verlag, 2004:

Die Autoren schreiben zur antimikrobiellen Aktivität von Lavendelöl gegen Bakterien und Pilze:

„Lavendelöl hemmt im Agardiffusionstest das Wachstum von Bacillus subtilis, Escherichia coli, Staphylococcus aureus und Candida albicans, jedoch nicht von Pseudomonas aeruginosa. Der Phenolkoeffizient von 1,6 weißt das Öl als mässig effektiv aus…..Auf die Dermatophythen Epidermophyton floccosum und Trichophyton rubrum wirkt Lavendelöl im Verdünnungstest hemmend (MHK-Werte unter 313 ppm). Die antimikrobielle Aktivität geht auf das Linalool zurück.“

(Seite 364)

 

– Matthias Augustin / Yvonne Hoch (Hrsg.): Phytotherapie bei Hauterkrankungen, Urban & Fischer Verlag 2004:

„Antifungale Wirkung

Eine antifungale Wirkung des ätherischen Öls konnte in mehreren In-vitro-Studien nachgewiesen werden. Lavendelöl hemmt das Wachstum und die Konidienkeimung von Penicillium digitatum. Bei Kontakt von Trichophyton mentagrophytes und Trichophyton rubrum mit Lavendeldampf in Konzentrationen von 40 – 160 µg/ml Luft kommt es zur Tötung der Konidien und zu einer Hemmung des Auskeimens und der Hyphenverlängerung. Lavendel zeigte in diesem Versuch trotz einer bescheidenen MID (minimale Hemmdosis) eine bessere Wirkung als Thymian, Zitronengras und andere ätherische Öle. Das ätherische Öl hemmt im Plattendiffusionstest und in der Brühverdünnungsmethode das Wachstum von Aspergillus niger und – etwas schwächer – von Aspergillus flavus…..Seine antimikrobielle Wirkung ist auf den Gehalt an Linalool zurückzuführen, das im Plattentest eine Hemmwirkung gegen eine Vielzahl von Mikroorganismen zeigt. Im Agardiffusionstest zeigt reines Öl Wirkung auf Escherichia coli, Candida albicans, Bacillus subtilis und Staphylococcus aureus, nicht jedoch auf Pseudomonas aeruginosa.“

(Seite 151/152, Literatur siehe dort)

 

„Neuere experimentelle und klinische Studien weisen auf gute antimykotische Eigenschaften von Koriander-, Thymian- und Lavendelöl hin. Diese gelten sowohl für Epidermophyten wie auch für Candida-Spezies.“

(Seite 296)

 

Die Angaben in den obigen Zitaten beziehen sich höchstwahrscheinlich auf Lavendelöl aus Lavandula angustifolia in Arzneibuchqualität, wie es in der Phytotherapie verwendet wird.

Eine Forschergruppe in Portugal untersuchte dagegen Lavendelöl aus Lavandula viridis (Grüner Lavendel). Siehe dazu:

Lavendelöl wirksam gegen Hautpilze

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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