Artikel mit Schlagwort ‘Pflanzenheilkunde’

Krankenpflege & Naturheilkunde: Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Palliative Care, Spital

Dienstag, Februar 7th, 2012

Sie suchen eine fundierte Weiterbildung im Bereich „komplementäre Pflege“?

In Winterthur am Seminar für Integrative Phytotherapie gibt es einen Speziallehrgang für professionelle Heilpflanzen-Anwendungen in der Pflege. Phytotherapie verbindet die traditionelle Pflanzenheilkunde mit den Erkenntnissen moderner Arzneipflanzenforschung.

Phytotherapie ist kompatibel mit medizinischem Denken und Handeln, was eine Voraussetzung ist für eine Integration in Pflegeheime, Spitex-Dienste, Palliative Care, Klinik / Spital.

Komplementäre Pflege bzw. komplementärmedizinische Pflege ist ein Thema, das zunehmend auf Interesse stösst, doch genau wie beim Begriff „Komplementärmedizin“ ist nirgendwo verbindlich definiert, was genau damit gemeint ist. Das hat zur Folge, dass in Ausbildungen und Weiterbildungen in „Komplementärer Pflege“ meistens eine ganze Reihe von Methoden vermittelt werden, die zum grossen Teil einfach zu „exotisch“ sind, um in „normalen“ Pflegeinstitutionen umgesetzt zu werden. Sie eignen sich allenfalls für komplementärmedizinisch orientierte Spezialkliniken (werden dort aber dann hautsächlich von Ärzten angewendet).

Heilpflanzen-Anwendungen sind dagegen so breit in der Bevölkerung verankert, dass sie auch in vielen „normalen“ Pflegeheimen, Spitex-Diensten und Kliniken akzeptiert werden, wenn sie in einem professioneller Rahmen angeboten werden.

Phytotherapie auf der Grundlage professioneller Krankenpflege ist eine ideale Brücke zwischen Medizin und Naturheilkunde. Pflegende als medizinische Fachpersonen bringen zudem ausgezeichnete Voraussetzungen mit, um im Sinne der Gesundheitsförderung fundiertes Heilpflanzenwissen an die Bevölkerung weiterzugeben.

Informationen zum Thema „Phytotherapie in der Pflege“:

Phytotherapie-Ausbildung für Pflegepersonen

(medizinkompatibler, pflegekompatibler Lehrgang)

Argumente für Phytotherapie in der Pflege

(zum Beispiel für Gespräche mit Pflegedienstleitungen)

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege

(Presse-Berichte zu Beispielen erfolgreicher Integration von Heilpflanzen-Anwendungen in Spitex, Pflegeheime und Kliniken, Angebot für Teamweiterbildung)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Gelenkschmerzen lindern mit Zitronenverbene (Verveine) und Fischöl?

Montag, Februar 6th, 2012

Die Carstens-Stiftung berichtet über eine Studie zur Wirksamkeit von Verveine-Extrakt und Fischöl gegen Gelenkbeschwerden.

Oxidativer Stress spiele bei entzündlichen Gelenkerkrankungen wie Arthritis oder der entzündlich aktivierten Arthrose eine primäre Rolle. Wie die Schädigung der Gelenke durch antioxidativ wirksame Stoffe aufgehalten werden könne, habe nun eine spanische Studie zu klären versucht.

In der Vergangenheit hätten verschiedene Studien gezeigt, dass eine an Omega-3-Fettsäuren reichhaltige Diät entzündliche Gelenkerkrankungen lindern kann. Zahlreiche dieser gesunden Fettsäuren seien zum Beispiel im Fischöl enthalten.

Zur Verveine schreibt die Stiftung:

„Zitronenverbene (Aloysia triphylla) dagegen gelangte im kulinarischen Bereich eher als Würzkraut zur Berühmtheit. Allerdings weisen die Verbascoside in der Zitronenverbene ein hohes antioxidatives und antientzündliches Potenzial auf.“

Im Rahmen einer Doppelblindstudie wurde nun eine Kombination aus Fischöl und Zitronenverbene in ihrer Wirkung auf die Gelenkfunktionen und den Gelenkschmerz bei Patienten mit Gelenkbeschwerden wie Arthritis oder Arthrose untersucht.

Innerhalb der ersten sechs Wochen Behandlungszeit schluckten die insgesamt 45 Studienteilnehmer entweder sechs Kapseln mit je 370 Milligramm Fischöl-Pulver und 230 Milligramm standardisierten Zitronenverbene-Extrakt pro Tag vor den Mahlzeiten, oder aber die gleiche Menge Placebo-Kapseln. In den letzten drei Wochen der insgesamt neun Behandlungswochen wurde die Dosis dann halbiert.

Mit Hilfe des WOMAC-Testverfahrens wurden sowohl die Schmerzintensität, das Ausmaß der Gelenksteifheit und der Gelenkfunktionalität erfasst. Verglichen mit der Placebo-Gruppe konnte der WOMAC-Wert in der Fischöl-Zitronenverbenen-Gruppe um über die Hälfte verbessert werden.

Quellen:

http://www.carstens-stiftung.de/artikel/schmerzfreie-gelenke-mit-zitronenverbene-und-fischoel.html

Literatur Caturla N, Funes L, Pérez-Fons L, Micol V. A randomized, double-blinded, placebo-controlled study of the effect of a combination of Lemon verbena extract and fish oil omega-3 fatty acid on joint management. J Altern Complement Med 2011; 17(1): 1051-1063

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22087615

Kommentar & Ergänzung:

Für mich ist an dieser Meldung nicht das Fischöl interessant, sondern die Zitronenverbena (Zitronenstrauch, Verveine).

Als Genusstee ist der Verveinetee sehr bekannt und beliebt. In der Phytotherapie-Fachliteratur fristet die Pflanze ein Mauerblümchen-Dasein, weil über ihre Wirkungen nur wenig fundierte Informationen vorliegen.

Ausserdem wird Verveine oft verwechselt mit dem einheimischen Eisenkraut (Verbena officinalis), das aber Bitterstoffe enthält und als Genusstee denkbar ungeeignet ist. Verveine stammt ursprünglich aus Mittelamerika und Südamerika (besonders Argentinien und Chile) und wird vor allem im Mittelmeergebiet kultiviert (vor allem in Spanien und Südfrankreich).

An Studien zur Wirkung der Verveine-Pflanze bin ich nur schon wegen dem eher mageren Stand des Wissens zu dieser Heilpflanze immer interessiert.

Schwierig an der beschriebenen Studie ist nun aber, dass Fischöl und Zitronenverbenen-Extrakt als Kombination angewendet wurden. So lässt sich nicht beurteilen, welcher Anteil an der Wirkung dem Fischöl zukommt und welcher der Zitronenverbene.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Weihrauch-Forschung zu Polyarthritis, Osteoarthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Asthma bronchiale

Samstag, Februar 4th, 2012

Die Pharmaceutical-Tribune veröffentlichte vor kurzem einen interessanten Beitrag zum Weihrauch. Hier daraus ein Zitat:

„Die Ergebnisse der jüngsten Forschung belegen den forcierten Einsatz im Rahmen chronisch entzündlicher Erkrankungen. Im Blickpunkt stehen: primäre chronische Polyarthritis, Osteoarthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und chronisches Asthma bronchiale. Im Bereich der rheumatoiden Arthritis liegen positive Untersuchungen zur Reduktion der Schmerzen und Schwellungen vergleichbar der Goldtherapie vor. Als Dosierung sind dreimal tgl. mind. 300 mg Weihrauchextrakt (standardisierter Gehalt 37 % Boswelliasäuren) empfohlen.“

Quelle:

http://www.pharmaceutical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=111435&dspaid=966986

Kommentar & Ergänzung:

Der Text umreisst gut die Forschungsschwerpunkte beim Weihrauch:

Polyarthritis, Osteoarthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Asthma bronchiale.

Weihrauch ist eine interessante und vielversprechende Heilpflanze, doch sind bei allen erwähnten Indikationen noch zahlreiche Fragen offen. Weihrauch hat denn auch noch keine offizielle Zulassung als Heilmittel (abgesehen vom Kanton Appenzell, der aber nur minimalste Anforderungen stellt und dessen Zulassung eher eine Farce ist).

Wichtig ist dabei, dass es nur Forschung und Dokumentation gibt  bezüglich Weihrauch-Präparaten zum Einnehmen. Bei den seit einiger Zeit angebotenen Weihrauchsalben ist sehr fraglich, ob die Weihrauch-Wirkstoffe durch die Haut wirksam werden können.

Zu Weihrauch siehe auch:

Weihrauch bei chronischen Darmerkrankungen

Weihrauch als Heilpflanze gegen Stress, Angst und Depressionen?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie: Was ist Perubalsam?

Freitag, Februar 3rd, 2012

Als Perubalsam (Balsamum peruvianum) wird der Balsam aus den eingeritzten, geschwelten Stämmen des Balsambaums Myroxylon balsamum var. Pereirae bezeichnet.  Perubalsam wird medizinisch unter anderem zur Förderung der Wundheilung, bei Hauterkrankungen und Erkältungskrankheiten eingesetzt. Perubalsam ist ein bekanntes Kontaktallergen und kann eine allergische Kontaktdermatitis und andere Hauterkrankungen auslösen.

Perubalsam-Produkte in der Schweiz

Perubalsam ist in der Schweiz unter anderem ein Bestandteil in Erkältungssalben, Balsam-Stiften und Lippenbalsamen (Dermophil Indien®, Peru-Stick®), Zugsalben (Leucen®), Nasensalben (H.E.C.®) und Heilsalben (Rapura®, Zeller Balsam®). Es handelt sich dabei überwiegend um traditionelle Arzneimittel, die bereits seit Jahrzehnten im Handel sind.

Inhaltsstoffe des Perubalsams

Perubalsam enthält einen hohen Anteil an Estern, hauptsächlich Benzylester der Benzoesäure und der Zimtsäure. Das Gemisch wird auch Cinnamein genannt.

Wirkungen des Perubalsams

Perubalsam soll antimikrobiell, antiseptisch, wundheilungsfördernd und antiparasitär wirken.

Anwendungsgebiete für Perubalsam

Hauptsächlich Schrunden, Rhagaden, trockene Lippen, Hautaffektionen, schlecht heilende Wunden, Frostbeulen, Scabies, Erkältungskrankheiten,

Hämorrhoiden.

Unerwünschte Wirkungen des Perubalsams

Perubalsam ist ein bekanntes Kontaktallergen und kann eine allergische Kontaktdermatitis, phototoxische und weitere Hautreaktionen verursachen. Er sollte deshalb nur zurückhaltend eingesetzt werden.

Quelle:

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Perubalsam

Kommentar & Ergänzung:

In der Krankenpflege wurde früher Perubalsam zur Behandlung von Dekubitus eingesetzt. Dieser Anwendungsbereich wurde wieder fallengelassen wegen dem hohen Allergisierungspotenzial des Perubalsams.

In Form von Dermophil Indien® und Peru-Stick® ist er aber zur Behandlung von Schrunden und Rhagaden auch heute noch im Einsatz und auch wirksam.

Die Anwendung sollte aber aufgrund des Allergisierungspotenzials nicht länger als eine Woche dauern. Fragwürdig ist daher die Anwendung in Lippenpomaden, weil diese meist täglich über längere Zeit benutzt werden.

Perubalsam wurde (oder wird?) zudem angewendet als Fixateur in der Parfumerie.

Myroxylon balsamum ist übrigens in den Bergwäldern der Küstenregion von San Salvador beheimatet und wird unter anderem auch angebaut auf Jamaika sowie Sri Lanka. Haupterzeugerland für Perubalsam ist aber San Salvador. Interessieren würde mich, wie der Perubalsam zu seinem Namen kommt, wenn er doch nicht aus Peru stammt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Wirkstoffkunde: Thymol aus Thymianöl

Donnerstag, Februar 2nd, 2012

Thymol ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der ätherischen Öle und eine natürliche Komponente des Thymianöls.

Thymol hat antiseptische Eigenschaften und wird vor allem gegen Erkältungskrankheiten sowie als Tierarzneimittel gegen Varroamilben bei Honigbienen angewendet.

In welchen Produkten wird Thymol eingesetzt?

Thymol ist in Kombination mit anderen ätherischen Ölen unter anderem als Salbe, Lösung und Öl vorwiegend in Erkältungsmitteln enthalten (z.B. Vicks VapoRub®).

Als Tierarzneimittel ist Thymol in Form von Verdampfungsplättchen und als Gel erhältlich (Thymovar®, Apiguard®, Api Life Var®).

Thymol wirkt antiseptisch, hautreizend, expectorierend ( = auswurffördernd) und akarizid (milbentötend) gegen die Varroamilben bei Bienen.

Quelle:

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Thymol

Kommentar & Ergänzung:

In Aromatherapie und Phytotherapie kommt Thymol als Bestandteil von Thymianöl zur Inhalation bei Husten und Schnupfen zur Anwendung.

Die Phytotherapie nutzt die Wirkung von Thymol auch in Form von Thymiantinktur. Bei der Herstellung dieser Pflanzentinktur löst sich jedenfalls das Thymianöl mit dem Thymol sehr gut im alkoholischen Lösungsmittel.

Etwas schlechter ist die Löslichkeit von Thymianöl / Thymol, wenn ein Thymiantee zubereitet wird. Wasser als Lösungsmittel ist für ätherische Öle nicht optimal, so dass sie nur teilweise in den Kräutertee übergehen.

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Maisgriffel (Maisbarthaare, Maisgrannen) – ein Schlankheitsmittel?

Mittwoch, Februar 1st, 2012

Maisgriffel werden im Internet für die verschiedensten Anwendungsbereiche propagiert: Nierenbeschwerden, Blasenbeschwerden, Cellulite, Fettleibigkeit, Nierensteine, Ödeme, Bluthochdruck, Rheuma, Gicht, Arthritis, Schmerzen……

Immer wieder taucht auch die Empfehlung von Maisgriffel als Schlankheitsmittel auf.

Die Empfehlungen im Internet überborden und sind zum Teil ziemlich abenteuerlich. Dem entgegen steht eine ausgesprochen magere Datenlage. Als glaubwürdig dokumentiert gilt in der Phytotherapie-Fachliteratur nur gerade eine leichte harntreibende Wirkung, wahrscheinlich aufgrund des hohen Kaliumgehalts. That’s it. Davon wird jedenfalls niemand schlank.

Aber mit grossartigen Versprechungen lassen sich gute Geschäfte machen.

Immer wenn es um Heilungsanpreisungen geht, scheint mir ein Rat von Erich Fromm bedenkenswert:

„Da das meiste, was wir hören oder in den Zeitungen lesen, zu Tatsachen verdrehte Interpretationen sind, ist es weitaus am besten, äusserst skeptisch zu sein und von der Annahme auszugehen, dass der grösste Teil von dem, was wir hören, wahrscheinlich eine Lüge oder Verzerrung ist. Wenn dies zu hart und zynisch klingt, so möchte ich beifügen, dass ich dies nicht ganz wörtlich meine. Dennoch möchte ich betonen, dass diese Einstellung viel gesünder ist, als vom Gegenteil auszugehen, nämlich zu meinen, die Leute sagen die Wahrheit, ausser man kann das Gegenteil beweisen. Vielleicht klingt meine Empfehlung weniger menschenfeindlich, wenn ich betone, dass es um den Wahrheitsgehalt von Aussagen geht und nicht um die Frage, ob jemand lügt oder nicht. Aber erwiesenermassen glauben die meisten Menschen, deren Aussagen unwahr oder halbwahr sind, dass sie wirklich die Wahrheit sagen – oder zumindest überreden sie sich selbst dazu.“

Zitat aus: Erich Fromm, Vom Haben zum Sein, Beltz 1989

Hinweise darauf, dass Maisgriffel schädlich wäre, gibt es allerdings keine.

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Menthol bei Schnupfen

Montag, Januar 30th, 2012

Menthol kommt in Pflanzen der Gattung Mentha (Minzen) vor. Es ist der Hauptbestandteil im ätherischen Öl der Pfefferminze (Mentha piperita, Lamiaceae). Menthol wird synthetisch hergestellt oder aus der japanischen Minze (Mentha arvensis var. piperascens) gewonnen.

Menthol wird in zahlreichen Präparaten eingesetzt, die bei Schnupfen „Luft“ geben sollen. Interessant daran ist, dass nicht wirklich mehr Luft durch die Nase geht, sondern nur die Empfindung einer freieren Nase ausgelöst wird.

„Pharmawiki“ beschreibt diesen Effekt so:

„Bei Schnupfen und verstopfter Nase in Form von Inhalierstiften, Nasenmitteln oder Erkältungsbalsamen. Menthol löst bei der Inhalation ein Frischegefühl in der Nase aus und hat einen subjektiv (aber nicht objektivierbaren) befreienden Effekt. Es sollte nicht bei Säuglingen oder Kleinkindern angewendet werden, da dies zu einem Atemstillstand führen kann.“

Quelle:

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Menthol

Kommentar & Ergänzung:

Menthol reizt die Kälterezeptoren in der Nasenschleimhaut, wodurch der Eindruck entsteht, dass die Nase freier wird:

„Es wirkt am Kälte-Menthol-Rezeptor (TRPM8), daher hat Menthol einen (scheinbar) kühlenden Effekt beim Auftragen auf die Haut, die Körpertemperatur wird jedoch nicht beeinflusst. Diese Wirkung ist vergleichbar mit der von Capsaicin (scheinbar heißer Effekt).“

(Quelle: Wikipedia)

Menthol wird auch eingesetzt als Lokalanästhetikum bei Juckreiz.

Menthol bzw. Pfefferminzöl bewähren sich auch bei Spannungskopfschmerzen.

Weiteres zu Menthol:

Pfefferminzöl lindert Spannungskopfschmerzen

Hilft  Menthol gegen medikamenteninduzierte Polyneuropathie bei Chemotherapie?

Pfefferminzöl bei Reizdarm schmerzlindernd

Menthol & Kampfer – warum nicht zusammen mit Homöopathie?

Schnupfen: Eukalyptusöl, Pfefferminzöl, Latschenkiefernöl

Spannungskopfschmerzen lindern mit Pfefferminzöl oder Tigerbalsam

Phytotherapie: Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom

Pflanzenheilkunde: Pfefferminze lindert Übelkeit

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Milch und Chlorophyll gegen Knoblauch-Geruch?

Sonntag, Januar 29th, 2012

Es gibt gute Tipps und gutgemeinte Tipps.

Gutgemeinte Tipps gegen den Knoblauch-Geruch gibt das Internetportal „madonna“.

Zuerst wird der Knoblauch als eines der universellsten Heilmittel gelobt. Er halte Herz- und Kreislauf jung, bekämpfe Viren, Bakterien und Entzündungen, beuge Herzkreislauferkrankungen vor, unterstütze die Verdauung und schütze vor Krebs.

Sein einziges Manko sei der strenge Geruch. Nicht nur via Atemluft mache er sich bemerkbar, er finde auch den Ausgang über die Drüsen der Haut.

Dann geht der Text auf „madonna“ konkreter auf den Knoblauch-Geruch ein:

„Verantwortlich für den penetranten Geruch ist das Allicin im Knoblauch. Es enthält Schwefel, der unseren Geruchssinn reizt. Das Allicin wandert über den Blutkreislauf in den ganzen Körper.“

Milch neutralisiere den Knoblauch-Geruch, schreibt „madonna“:

„Milch soll einer US-Studie der Ohio State University zufolge, das beste Mittel gegen die Knoblauchfahne sein. Sie neutralisiert 50 Prozent der Schwefelverbindungen im Atem. Trinken Sie ein Glas Milch beim Essen oder danach.“

So wie Milch binde auch Chlorophyll Geruchsstoffe. Wer beides miteinander kombinieren wolle, solle einen halben Bund gehackte Petersilie in die Milch geben und alles gemeinsam pürieren.

Als Tipps für kurzfristige Abhilfe nennt „madonna“ noch: Schokolade lutschen, Kaffeebohnen zerkauen und die Finger nach dem Knoblauchschneiden an einem Chromstahlstein reiben.

Quelle:

http://madonna.oe24.at/gesund/Knoblauch-Geruch-wegmachen-Das-hilft/53344090?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+oe24-Gesund+%28oe24+-+Gesund%29

Kommentar & Ergänzung:

Milch und Chlorophyll binden also schwefelhaltige Inhaltsstoffe, die für den Knoblauch-Geruch verantwortlich sind. Schön und gut. Erwähnen müsste man in diesem Zusammenhang allerdings auch, dass die schwefelhaltigen Inhaltsstoffe des Knoblauchs nach gegenwärtigem Wissensstand auch zum grössten Teil für die therapeutischen Wirkungen dieser Heilpflanze verantwortlich sind.

Wer auf diese Art den Knoblauch-Geruch vermindert, reduziert wahrscheinlich auch die Wirkung. Wenn man Knoblauch in der Küche als Gewürz verwendet, spielt das keine Rolle, wenn man ihn als Heilpflanze einsetzt allerdings schon. Für diesen Fall ist der „Madonna-Tipp“ wohl eher gutgemeint.

Siehe auch:

Phytotherapie: Knoblauch kann zur Blutdrucksenkung beitragen

Knoblauch – Bärlauch – Zwiebel & Co.

Knoblauch gegen Erkältungen

Knoblauch entspannt Blutgefässe dank Schwefelwasserstoff

Studien bestätigen günstige Wirkungen von Knoblauch-Extrakt auf Herz und Gefässe

Knoblauch: Studien bestätigen günstige Einflüsse auf Herz und Gefässe

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Heilpflanzen bei Venenleiden: Mäusedorn

Samstag, Januar 28th, 2012

Verglichen mit Rosskastanien-Extrakt und Buchweizenkraut ist der Mäusedorn als Heilpflanze bei Venenbeschwerden weniger bekannt.

Welche Anwendungen sind medizinisch anerkannt?

„Zur unterstützenden Therapie von Beschwerden bei chronisch venöser Insuffizienz wie Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen, nächtliche Wadenkrämpfe, Juckreiz und Schwellungen. Unterstützende Therapie von Beschwerden bei Hämorrhoiden wie Juckreiz, Brennen (Kommission E, ESCOP).“

Quelle: http://www.koop-phyto.org/arzneipflanzenlexikon/maeusedorn.php

Kommentar & Ergänzung:

Der Stechende Mäusedorn (Ruscus aculeatus) ist eine Pflanzenart, die zu den Spargelgewächsen (Asparagaceae) zählt. Sie ist vor hauptsächlich rund um das Mittelmeer sowie bis Vorderasien heimisch und wurde zur Arzneipflanze des Jahres 2002 gekürt.

Gut zusammengefasst werden die Anwendungsbereiche im Pharmawiki:

„- Chronisch-venöse Insuffizienz: Krampfadern, Schmerzen, Schweregefühl, geschwollene Beine, Wadenkrämpfe

- Stumpfe Sportverletzungen

- Zur Narbenpflege

Mäusedorn soll äusserlich auch zur Behandlung der Rosazea geeignet sein. Das Gel ist in der Schweiz in dieser Indikation jedoch nicht zugelassen und gemäss unseren Recherchen für diese Anwendung wissenschaftlich nicht ausreichend untersucht.“

Quelle: http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Mäusedorn

Mäusedorn ist in der Schweiz hauptsächlich als Venengel im Handel. Die Wirksamkeit von Venengelen und Venensalben ist aber generell nicht plausibel belegt.

Für die innerliche Anwendung ist die Auswahl an Fertigpräparaten bescheiden. Neben Mäusedorntinktur gibt es noch Mäusedorn-Kapseln von Arkokaps.

Rosskastanien-Extrakte sind sehr viel besser belegt bezüglich Wirkung gegen Venenbeschwerden (Chronisch-venöse Insuffizienz: Krampfadern, Schmerzen, Schweregefühl, geschwollene Beine, Wadenkrämpfe).

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Geistheilung im Test

Samstag, Januar 28th, 2012

Edzard Ernst hat als Professor für Alternativmedizin (Universität Exeter) 18 Jahre lang erforscht, welche alternativen Heilmethoden wirken. Nun geht er in Pension und beantwortete im Interview Fragen der „Sonntagszeitung“. Die Interviewerin fragte, welches Ergebnis seiner Studien ihn am meisten überrascht habe:

„Bei einer Studie zur Effizienz von Geistheilern war ich sehr beeindruckt, wie stark ein Placeboeffekt, also eine Scheinbehandlung, sein kann. Geistheiler sind Menschen, die vorgeben, durch Handauflegen kosmische oder göttliche Energie in Heilkräfte umzuwandeln. In Grossbritannien war das weit verbreitet, als ich 1993 an der Universität von Exeter meinen Lehrstuhl antrat.“

Danach beantwortete Edzard Ernst die Frage, wie man Geistheiler testet.

„Wir beobachteten rund 130 Patienten, die von Geistheilern oder anderen Personen behandelt wurden. Wir teilten die Kranken in vier Gruppen ein. Die eine war in direktem Kontakt mit den Geistheilern. Bei der zweiten sassen die Heiler hinter einer undurchsichtigen Wand. Eine dritte Gruppe wurde von geschulten Schauspielern behandelt, und bei der vierten Gruppe sass niemand hinter der Wand, was die Studienteilnehmer aber nicht wussten.“

Und auf die Frage, wie es den Patienten in dieser Studie erging, sagt Edzard Ernst:

„Das war unglaublich. Da gab es Kranke, die aus dem Rollstuhl aufstanden und sagten, sie hätten sich schon lange nicht mehr so gut gefühlt. Diese positiven Effekte waren aber kein Beweis für eine Geistheilung, denn diese eklatanten Fälle traten in allen Gruppen auf – selbst dort, wo die Patienten allein im Raum waren.“

Quelle:

http://www.sonntagszeitung.ch/wissen/artikel-detailseite/?newsid=199734

Kommentar & Ergänzung:

Die geschilderten Untersuchungen zeigen eines deutlich. Wenn es um Geistheilung geht, dann ist der Geistheiler oder die Geistheilerin im Grunde genommen überflüssig. Entscheidend ist nur, dass der kranke Mensch daran glaubt oder die Vorstellung hat, dass da ein Geistheiler oder eine Geistheilerin vorhanden sei. Dann tut es ein leerer Stuhl hinter der Wand auch.

Die Geistheilung findet also im eigenen Kopf statt.

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