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Können Flavonoide aus Rotwein, Heidelbeeren und Schwarztee vor Grippe schützen?

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Das „Aerzteblatt“ schreibt über sehr interessante Studien, die sich mit Zusammenhängen zwischen der Darmflora und Grippe-Infektionen befassen.

So haben Studien zum Beispiel gezeigt, dass die Pathogenität von Grippe-Viren von der Darmflora beeinflusst wird (Pathogenität von pathogen = eine Krankheit verursachend).

Mäuse sterben häufiger an einer Grippe, wenn ihre Darmflora zuvor durch Antibiotika beseitigt wurde. Wissenschaftler der Washington University School of Medicine in St. Louis vermuten, dass die schützende Wirkung über das Immunsystem zustande kommt. Der Darm enthält die größte Ansammlung von Immunzellen im Organismus, und die Darmbakterien sind entscheidend daran beteiligt, die Abwehrzellen für ihre Aufgabe der Infektabwehr auszubilden. Dabei spielt die Aktivierung von Typ I-Interferonen eine bedeutende Rolle, die von verschiedenen Körperzellen als Reaktion auf Virusinfektionen gebildet werden.

Mäuse, die aufgrund eines Gendefekts verstärkt Typ I-Interferone bilden, zeigten in Experimenten eine erhöhte Resistenz gegen Grippe-Infektionen.

Eine ähnliche Schutzwirkung wie die Gene entfalteten in weiteren Untersuchungen Darmbakterien. Da diese Darmbakterien nicht die Lunge als Eintrittspforte der Grippe-Viren erreichenkönen, muss es eine vermittelnde Substanz geben, die den positiven Effekt bewirkt.

Die Wissenschaftler suchten daher systematisch nach Stoffwechselprodukten der Darmbakterien, die in der Lage sein könnten, die Produktion von Typ I-Interferonen zu erhöhen. Dabei stiessen sie auf Desaminotyrosin.

Das Darmbakterium Clostridium orbiscindens, ein Verwandter des gefürchteten Durchfallerregers Clostridium difficile, kann Desaminotyrosin bei der Verstoffwechselung von Flavonoiden aus Rotwein, Heidelbeeren oder bestimmten Teesorten herstellen.

Desaminotyrosin hat in tierexperimentellen Studien die Produktion von Typ I-Interferonen angeregt und Mäuse vor tödlichen Grippe-Infektionen geschützt. Die Studie wurde in Science (2017; 357: 498-502) publiziert und wirft ein neues Licht auf die Bedeutung der Darmflora für die Infektionsabwehr, auch wenn die klinische Bedeutung für die Humanmedizin offen bleiben muss.

Flavonoide sind eine Gruppe von Pflanzenfarbstoffen, die in unter anderem in Petersilie, Heidelbeeren, Schwarztee, Zitrusfrüchten und Rotwein enthalten sind.

Weitere Untersuchungen haben gezeigt, dass die orale Gabe von Desaminotyrosin Mäuse vor einer Grippe schützt. Die Substanz bewahrte die Mäuse vor einem sicheren Grippetod, der sie erwartete, wenn ihre Darmflora vor der Infektion durch einen Antbiotika-Cocktail aus Vancomycin, Neomycin, Ampicillin und Metronidazol eliminiert wurde. Das spricht dafür, dass Desaminoyrosin offenbar die Schutzwirkung der Darmflora vermittelt.

Es sind nur nur wenige Darmbakterien bekannt, die in der Lage sind, Flavonoide abzubauen. Dazu zählt Clostridium orbiscindens. Dieser normale Darmbewohner reagiert empfindlich auf die Antibiotika Vancomycin und Metronidazol, was erklären könnte, weshalb Antibiotika-Behandlungen (bei Mäusen) die Pathogenität einer Grippe steigern.

Welche Bedeutung diese Entdeckung für die klinische Medizin und damit für den Menschen hat, ist unklar.

Denkbar wäre die vorbeugende Behandlung mit Desaminotyrosin.

Tatsächlich überlebten Mäuse die für sie im Normalfall tödliche Grippe, wenn sie vorgängig eine Woche lang mit Desaminotyrosin behandelt wurden. Die Behandlung blieb wirkungslos, wenn die Behandlung erst zwei Tage nach der Infektion mit den Grippe-Viren begonnen wurde. Die Sterblichkeit war dann laut sogar erhöht. Eine andere Konsequenz aus diesen Erkenntnissen könnte die Vermeidung unnötiger Antibiotikatherapien sein.

 

Allerdings fehlt es weitgehend an epidemiologischen Daten, die eine gesteigerte Anfälligkeit von Menschen für grippale Infekte nach Antibiotikatherapien zeigen. Eine vorbeugende Wirkung von Desaminotyrosin müsste zudem noch in klinischen Studien untersucht und bestätigt werden.

Das „Aerzteblatt“ schliesst mit der Bemerkung:

„Die Nutzen-Schadenbilanz von Rotwein dürfte eher negativ ausfallen. Gegen eine gesunde ausgewogene Ernährung mit anderen Flavonoid-haltigen Nahrungsmitteln dürfte nichts einzuwenden sein.“

 

Quelle:

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/Grippe%2FInfluenza?nid=77460

http://science.sciencemag.org/content/357/6350/498

 

Kommentar & Ergänzung:

Flavonoide gehören zur Gruppe der Polyphenole und sind eine sehr interessante Wirkstoffgruppe in der Phytotherapie. Über mögliche indirekte Wirkungen von Polyphenolen im Zusammenhang mit Verstoffwechselungsprozessen der Darmflora gibt es bereits einige Forschungsarbeiten.

Die hier präsentierten Forschungen zum Thema Grippeprophylaxe sind sehr spannend. Es zeigt sich dabei aber auch, dass diese Ergebnisse aus dem Labor und mit Mäusen noch sehr viele Fragen offen lassen, was eine wirksame Anwendung beim Menschen angeht.

Noch ist überhaupt nicht klar, ob Menschen von diesen Erkenntnissen profitieren, und falls das irgendwann der Fall sein sollte, wird wohl ein Pharmaprodukt auf der Basis von Desaminotyrosin daraus hervorgehen. Das lässt sich dann patentieren, wodurch die Forschungskosten wieder hereingespielt werden können. So funktionieren halt unsere Forschung und unsere Wirtschaft. Dass die Weinproduzenten eine klinische Studie mit Rotwein sponsern ist kaum anzunehmen.

Für die Phytotherapie scheint mir ein interessanter Punkt, dass Flavonoide über dieses Zusammenspiel mit der Darmflora eine ganz neue Kategorie von Wirkungen haben könnten. Auch unterstreichen diese Studien die grosse Bedeutung einer intakten Darmflora. Und dass flavonoidreiche Nahrungsmittel ein wichtiger Bestandteil einer vielfältigen Ernährung sind, wird durch diese Erkenntnisse erneut unterstrichen.

Beachtenswert sind dabei insbesondere die Anthocyane, eine Untergruppe der Flavonoide, die als blaue und rote Farbstoffe zum Beispiel in Beeren vorkommen (Heidelbeeren, Aroniabeeren, Schwarze Holunderbeeren, Schwarze Johannisbeern, Brombeeren, Himbeeren). Beiträge zum Thema „Anthocyane“ finden Sie, wenn Sie diesen Begriff als Suchwort oben rechts auf dieser Website ins Suchfeld eingeben.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Myrtillin aus Heidelbeeren gegen Entzündungen und Freie Radikale

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Die „Süddeutsche“ veröffentlichte direkt aus dem dpa-Newskanal eine Meldung über Heidelbeeren:

„Das Myrtillin in den Heidelbeeren ist ein natürlicher Farbstoff und verleiht ihnen die dunkelblaue Farbe. Zudem neutralisiert er im Körper Freie Radikale.

Außerdem wirkt der Farbstoff entzündungshemmend und macht die Blutgefäße elastischer. So beugt er Herz- und Kreislaufkrankheiten vor.“

Quelle:

http://www.sueddeutsche.de/news/leben/ernaehrung-heidelbeeren-neutralisieren-freie-radikale-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-150610-99-02161

Kommentar & Ergänzung:

Myrtillin gehört zur Stoffklasse der Anthocyane. Das sind Pflanzenfarbstoffe, welche für die rote, violette, blaue oder blauschwarze Färbung vieler Blüten und Früchte verantwortlich sind. Sie zeigen experimentell (im Reagenzglas) antioxidative Eigenschaften, die diejenigen von Vitamin C und Vitamin E um ein Vielfaches übersteigen können. Soweit decken sich die Angaben aus der Fachliteratur mit den Aussagen in der dpa-Meldung.

Allerdings gibt es Einschränkungen, die in der dpa-Meldung nicht erwähnt werden.

Die beeindruckenden Laborergebnisse lassen sich nicht 1 : 1 auf den menschlichen Organismus übertragen. Anthocyane werden nur zum geringen Teil in den Körper aufgenommen und dort rasch umgebaut und ausgeschieden. Die sogenannte Bioverfügbarkeit ist also gering.

Am plausibelsten scheint mir daher eine Wirksamkeit gegen Entzündungen im Verdauungstrakt, zum Beispiel bei Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn. Allerdings fehlen dazu überzeugende Belege aus Patientenstudien.

Heidelbeeren-Anthocyane im Verdauungstrakt 

Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen Entzündungen

Zur Wirkung von Anthocyanen aus Heidelbeeren

Ob Myrtillin eine vorbeugende Wirkung gegen Herz- und Kreislaufkrankheiten hat, ist gänzlich ungeklärt.

Dass Heidelbeeren – so wie auch andere Anthocyan-Quellen – wertvolle Bestandteile einer abwechslungsreichen Ernährung sind, liegt aber auf der Hand.

Anthocyane aus Heidelbeeren sind zudem als Wirkstoff im rezeptpflichtigen Präparat Myrtaven® enthalten, das zur Anwendung kommt bei Schädigung der Blutgefässe infolge von Diabetes oder Bluthochdruck, bei Venenstauungen, Hämorrhoiden und Krampfaderleiden, sowie in der Augenheilkunde bei Netzhauterkrankungen.

In der Phytotherapie werden getrocknete Heidelbeeren vor allem gegen Durchfall angewendet, aber auch zur Linderung von Mundschleimhautentzündungen.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Arzneipflanzenforscher Professor Franz-Christian Czygan gestorben

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Am Montag ist der Arzneipflanzenforscher Franz-Christian Czygan im Alter von 77 Jahren gestorben. Die „Mainpost“ würdigte ihn unter anderem mit folgenden Worten:

„So war der Naturwissenschaftler: vielseitig, offen, begeistert von Kunst und Kultur. Sein Schaffen hatte sich rund um das Thema Arzneipflanzen und ihre Inhaltsstoffe gedreht. Ihre Verwendung in der Volksheilkunde und in der modernen Medizin interessierten ihn genauso wie ihre Geschichte und ihre Darstellung in Malerei und Dichtung. Der Pharmazeut und Biologe, der 1970 nach Würzburg gekommen war und über ein Vierteljahrhundert lang den Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie inne gehabt hatte, erforschte Pflanzenfarbstoffe und Alkaloide, begründete die Forschungsgruppe Klostermedizin mit, war Autor der „Zeitschrift für Phytotherapie“. Auch dem Studienkreis, der die „Arzneipflanze des Jahres“ kürt, gehörte Czygan als Gründungsmitglied an.“

Quelle:

http://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Kunstsinniger-Botaniker-Professor-Franz-Christian-Czygan-ist-gestorben;art735,6564824

Kommentar & Ergänzung:

Im Leben und Werk von Prof. Franz-Christian Czygan zeigt sich exemplarisch, was die Faszination der Phytotherapie ausmacht.

Wer offen dafür ist, kann in der Phytotherapie Wissensgebiete miteinander verknüpfen, die scheinbar weit voneinander entfernt sind. Da gibt es einerseits die Erkenntnisse moderner Arzneipflanzenforschung, basierend auf wissenschaftlichen Fächern wie Biologie und Pharmazie. Doch die Menschen haben sich schon seit Jahrtausenden mit Heilpflanzen befasst. Und so kommt man in der Phytotherapie immer auch in Berührung mit der Kulturgeschichte der Heilpflanzen. Was Menschen über Heilpflanzen in den verschiedenen Epochen gedacht haben, sagt mehr aus über die Menschen als über die Heilpflanzen. In diesem Bereich der Phytotherapie fliessen Kunst, Philosophie und Geschichte mit ein.

Ich habe Professor Franz-Christian Czygan nur aus seinen Publikationen gekannt.

Diese lassen aber keinen Zweifel daran, dass er sich stark für beide Bereiche interessierte: Die wissenschaftliche Arzneipflanzenforschung und die Kulturgeschichte der Heilpflanzen. In diesem Sinne war Prof. Franz-Christian Czygan für mich immer ein Vorbild. Leider werden Menschen mit dieser „Verknüpfungsfunktion“ seltener. Der Trend geht meinem Eindruck nach nämlich in eine andere Richtung. Zugespitzt formuliert:

Die einen negieren konsequent jede naturwissenschaftliche Erkenntnis über Arzneipflanzen und segeln in relativistisch-beliebigen, trüben esoterischen Gewässern. Die anderen blicken niemals über die Grenzen naturwissenschaftlicher Erkenntnisse hinaus und verpassen das sinnliche, ästhetische und kulturhistorische Potenzial im Umgang mit Heilpflanzen. Beide Extreme reduzieren bedauerlicherweise die Vielfalt.

Daher an dieser Stelle wieder einmal mein Plädoyer für die Verbindung von Kulturgeschichte und Arzneipflanzenforschung in der Phytotherapie.

Wir brauchen mehr Menschen in der Phytotherapie, die sich wie Professor Franz-Christian Czygan mit beiden Bereichen auseinandersetzen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Was ist Johannisbrotkernmehl?

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Johannisbrotkernmehl ist als Heilpflanzen-Anwendung wenig bekannt und kommt auch in der Phytotherapie selten zum Einsatz.

Das ist schade, weil Johannisbrotkernmehl durchaus interessante Wirkungen zeigt  – beispielsweise gegen Durchfall. Sehr vielfältig eingesetzt wird Johannisbrotkernmehl zudem in der Lebensmittelindustrie.

Johannisbrotkernmehl stammt vom Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua), auch Karubenbaum oder Karobbaum genannt, einer Pflanzenart aus der Unterfamilie der Johannisbrotgewächse (Caesalpinioideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Diese Pflanzenart kommt im Mittelmeerraum und Vorderasien vor.

Johannisbrotkernmehl stammt von den extrem harten, glänzenden Samen der Johannisbrotbaumfrucht.

Zur Zusammensetzung von Johannisbrotkernmehl schreibt Wikipedia:

„Das Johannisbrotkernmehl ist weiß, manchmal leicht beige und geschmacksneutral. Es ist ein Polysaccharid, das größtenteils aus Galactose (20 %) und Mannose (80 %) besteht. Dieser Mehrfachzucker kann vom menschlichen Körper nur teilweise verdaut werden und gilt deshalb als Ballaststoff. Neben dem Polysaccharid sind noch ca. 6 % Eiweißstoffe sowie wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe (Flavonoide) und Spuren von Mineralstoffen enthalten. Alles in allem entsprechen die Eigenschaften größtenteils denen des Guarkernmehls, wobei die Viskosität der Lösungen bei gleicher Konzentration etwas geringer ist. Johannisbrotkernmehl kann zwischen dem 80- und 100-fachen seines Eigengewichts an Wasser binden (fünfmal so quellfähig wie Stärke), stabilisiert Emulsionen und unterbindet Kristallbildung. Weiterhin zeigt es Synergien mit Xanthan, Carrageen und Agar.“

(Quelle: Wikipedia)

Und zur Nutzung von Johannisbrotkernmehl:

„Heute liefern die Kerne ein technologisch genutztes Verdickungsmittel, das Carubin oder auch Johannisbrotkernmehl, Karuben- oder Carubenmehl genannt wird. Hierzu werden das Endosperm abgetrennt und die Samen vermahlen.

Unter der Nummer E 410 ist es in der EU uneingeschränkt (auch für Bio-Produkte) als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen. Es kommt in Süßwaren, Soßen, Suppen, Puddings und Speiseeis vielfach zum Einsatz. Für diätetische Zwecke dient Johannisbrotkernmehl als Backhilfsmittel in glutenfreiem Brot. Akute Ernährungsstörungen, Verdauungsstörungen, Durchfallerkrankungen, Erbrechen, Colitis und Zöliakie sind Anwendungsgebiete für Diätprodukte aus dem Samenmehl. Außerdem sind ein hoher Cholesterinspiegel, Diabetes mellitus und Fettsucht möglicherweise mit Johannisbrotkernmehl zu behandeln.

Ein aus dem Kern isolierter Stoff senkt erwiesenermaßen sowohl den Blutzuckerspiegel als auch den Cholesterinspiegel und wirkt gewichtsreduzierend. Johannisbrotkernmehl wirkt bei einer Überdosierung leicht abführend und vergrößert durch sein Quellvermögen den Darminhalt. Es behindert geringfügig die Eiweißverdauung und kann in Einzelfällen Allergien auslösen.“

(Quelle: Wikipedia)

Und dann  gibt es noch eine interessante geschichtliche Bedeutung der Johannisbrotkerne:

„Die sehr harten und unverwüstlichen Kerne hatten früher noch eine weitere Bedeutung: Da die Samenkörner des Johannisbrotbaumes ein konstantes Durchschnittsgewicht von rund 200 Milligramm aufweisen (das Gewicht der einzelnen Samen variiert beim Johannisbrotbaum ebenso stark wie bei vielen anderen Baumarten!), vor allem aber, weil sich bei ihnen auch sehr kleine Gewichtsunterschiede von nur 5 Prozent zwischen einzelnen Samenkörnern mit erstaunlicher Genauigkeit (> 70 % Trefferquote) schätzen lassen, wurden sie in der Antike als Wägeeinheit für Diamanten verwendet. Daran erinnert die noch heute gebräuchliche Bezeichnung Karat. Das Karat ist ein Lehnwort nach dem Französischen le carat, welches seinen Ursprung im italienischen carato, m. hat. Dieses entstand über das Arabische qi¯ra¯t aus dem Griechischen kerátion („Hörnchen“), da die Frucht (Hülse) des Johannisbrotbaumes hörnchenförmig ist. Daraus hat sich auch der wissenschaftliche Name für den Johannisbrotbaum, Ceratonia siliqua, hergeleitet.“

(Quelle: Wikipeda)

Das Beispiel des Johannisbrotkernmehls zeigt übrigens, was die Phytotherapie zu einem spannenden Wissensgebiet macht: Sie verbindet medizinische Fragen mit Kenntnissen über die Pflanzenwelt und mit kulturgeschichtlichen Aspekten,

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Atemnot mit sojareicher Ernährung reduzieren

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Menschen, die sich sojareich ernähren, leiden seltener an Atemnot, weil sie eine bessere Lungenfunktion haben. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung (DLS) in Hannover hin. „Wer viel und häufig Sojaprodukte wie Tofu, Natto (vergorene Sojabohnen), Miso-Suppe (vergorene Sojabohnenpaste), Sojasprossen oder Sojamilch konsumiert, weist bessere Lungenfunktionswerte auf“, erklärt Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der DLS. „Das hat z.B. eine Studie in Japan ergeben, die den Einfluss der Ernährungsweise auf die Lungenfunktion von über 600 COPD-Patienten und Gesunden untersucht hat. Die besten Ergebnisse erzielten diejenigen Personen, die pro Tag mehr als 75 Gramm reinen Sojas aßen. Doch auch schon mit mindestens 50 Gramm Soja auf dem täglichen Speisezettel lässt sich den Forschern zufolge das Risiko für eine Erkrankung an COPD und das Erleiden von Atemnot verringern.“

COPD häufig durch Rauchen verursacht

Unter Atemnot haben hauptsächlich Patienten mit einer schweren chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zu leiden. Das ist eine unheilbare entzündliche Erkrankung der Lunge, die unter anderem mit einem krankhaft beschleunigten Lungenfunktionsverlust einhergeht und zu 90 Prozent durch Rauchen ausgelöst wird. „Auf das Rauchen verzichten ist selbstverständlich der wichtigste Schritt, eine COPD zu vermeiden bzw. dem Fortschreiten dieser Erkrankung Einhalt zu bieten“, stellt Morr fest. „Darüber hinaus lässt sich offenbar aber auch mit einer sojareichen Ernährung der beschleunigte Verlust der Lungenfunktion abbremsen – und zwar auch bei Gesunden, deren Lungenfunktion altersbedingt ebenfalls (wenn auch sehr viel langsamer als bei COPD-Patienten) abnimmt. Bereits an COPD erkrankte Patienten sollten insofern weniger Atemnot erleiden, wenn sie sich sojareich ernähren. Gesunden bietet diese Ernährungsweise eine Möglichkeit, ihre Lungenfunktion länger zu erhalten, und damit eine Art Anti-Aging-Mittel.“

Welche Inhaltsstoffe Soja so gesund für die Lunge machen, ist noch nicht genau bekannt. Vermutet wird jedoch eine antientzündliche Wirkung der in Sojaprodukten enthaltenen Flavonoide (Isoflavone) und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren).

Quelle:

http://www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/linaktuell/show.php3?id=2104&nodeid=18

Kommentar & Ergänzung:

Isoflavone gehören zu den Phytoöstrogenen und kommen nicht nur in Soja-Produkten vor.

Was sind Isoflavone und wo kommen sie in der Natur vor?

„Isoflavone, auch Isoflavonoide genannt, sind meist gelblich gefärbte Pflanzenfarbstoffe, die als Derivate des Isoflavons zur Klasse der Flavonoide zählen. Sie sind sekundäre Pflanzenstoffe, die u. a. eine Funktion für pflanzliche Abwehr von Pathogenen ausüben.

Der Grundkörper Isoflavon kommt in Kleearten vor. Einige bekanntere Isoflavone sind Daidzein, als Glucosid Daidzin in Sojamehl, Genistein aus Sojabohnen und Rotklee, Prunetin aus der Rinde von Pflaumenbäumen, Biochanin A aus Kichererbsen, Rotklee u. a. Kleearten, Orobol, Santal aus Sandelholz, Rotholz u. a. Hölzern, Pratensein aus frischem Rot- oder Wiesenklee und Iridin in einigen Schwertlilien.“

(Quelle: Wikipedia)

Und wie wirken Isoflavone?

„Wie auch die Lignane haben die Isoflavonoide wegen ihrer chemisch-strukturellen Ähnlichkeit zu den 17-Ketosteroiden (Östrogen, Androgene) in hohen Dosen eine schwache geschlechtshormonelle Wirkung auf den Menschen. Sie werden daher auch Phytoöstrogene genannt. In der Alternativmedizin wird der Verzehr von Flavonoiden bzw. Soja-Präparaten in den Wechseljahren empfohlen, allgemein gegen Altersbeschwerden, und auch zur Vorbeugung von hormonabhängigen Krebserkrankungen wie Brustkrebs und Prostatakrebs.

Aus diesem Grund werden sie in zahllosen Nahrungsergänzungsmitteln angeboten. Zugelassene Medikamente sind auf dem deutschen Arzneimittelmarkt jedoch nicht erhältlich, weil die Wirksamkeit bisher nicht bewiesen werden konnte. Manche Ärzte warnen im Gegenteil vor zu reichlichem Genuss von Sojaprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln mit isolierten Isoflavonen, weil Flavonoide im Verdacht stehen, die Schilddrüsenhormonproduktion zu hemmen und Kröpfe auslösen zu können.

In einer Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) wird darauf hingewiesen, dass die behaupteten positiven Wirkungen von Isoflavonen bei Wechseljahresbeschwerden nach derzeitigem Stand des Wissens wissenschaftlich nicht hinreichend gesichert sind und eine unerwünschte kanzerogene Wirkung von als Nahrungsmittelergänzung isolierten Isoflavonen nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Diese Warnung betrifft jedoch nicht Vollwertprodukte (wie Sojamilch, Tofu, Gerichte mit Sojavollbohnen), bei denen der ursprüngliche Lebensmittelverbund noch erhalten ist.

‚Dem BfR wurden bereits in der Vergangenheit verschiedene unerwünschte Wirkungen auf sojahaltige/rotkleehaltige Produkte gemeldet, die in der Bundesrepublik Deutschland als Lebensmittel in den Verkehr gebracht werden. Von 2002 bis zum 15. September 2006 wurden insgesamt 21 Meldungen registriert. […] Bis auf einen Fall, welcher sich auf eine Sojamilch bezieht, handelt es sich bei den verzehrten Produkten um als Nahrungsergänzungsmittel bezeichnete Erzeugnisse mit isolierten angereicherten Isoflavonen, bei denen der ursprüngliche Lebensmittelverbund nicht mehr vorhanden ist. […] Zwar war in Bevölkerungsstudien der Verzehr von Sojaprodukten mit verschiedenen gesundheitlichen Vorteilen verbunden. Insofern wird eine Ernährung, die Sojaprodukte, Getreide, Gemüse und Obst reichlich enthält, empfohlen. Von der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, die sekundäre Pflanzenstoffe in konzentrierter Form enthalten, wird seitens der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Ernährung abgeraten, da nicht bekannt ist, welche sekundären Pflanzenstoffe im einzelnen und in welcher Menge präventiv wirken.’“

(Quelle: Wikipedia)

Zum Thema „Soja & Lungenerkrankungen“:

Phytoöstrogene aus Soja – Helfer bei Lungenkrebs?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Schwarzer Holunder / Holundersaft gegen Grippe & Erkältung

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Ein Viertel aller Nutzer von Naturheilkunde bevorzugt Präparate, die aus heimischen Heilpflanzen hergestellt wurden. Das Vertrauen in die Heilkräuter aus dem Garten ist demnach besonders hoch, auch zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten. Eine tatsächlich immunstärkende Wirkung konnten Wissenschaftler jedoch nur für wenige einheimische Pflanzen nachweisen.

Ein Beispiel dafür ist der schwarze Holunder. „Studien haben gezeigt, dass Menschen die über mehrere Monate hinweg täglich Holundersaft zu sich nehmen, seltener an einer Erkältung erkranken als andere, die den Saft nicht eingenommen haben“, sagt Prof. Karin Kraft vom Lehrstuhl für Naturheilkunde der Universität Rostock.

Ganz ungefährlich ist schwarze Holunder allerdings nicht. In den schwarzen Beeren ist der Giftstoff Sambunigrin enthalten. Wer die Beeren roh einnimmt, kann deshalb mit Erbrechen reagieren. Erhitzt man die Früchte, baut sich Sambinigrin vollständig ab. Holunderbeeren enthalten Vitamin C, B und das farbgebende Anthocyan, welches zu den Antioxidantien zählt und die Zellmembran vor Veränderungen durch freie Radikale schützt.

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/erkaeltung/naturmedizin/tid-19998/naturheilmittel-mit-kraeutern-das-immunsystem-kraeftigen_aid_557132.html

Kommentar & Ergänzung:

Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) bzw. der Holundersaft hat in der traditionellen Pflanzenheilkunde einen ausgesprochen guten Ruf als Mittel gegen Erkältungskrankheiten.

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Kubelka vom Institut für Pharmakognosie der Universität Wien schreibt zu den Holunderbeeren:

„Als Wirkstoffe des Schwarzen Holunders, die im Zusammenhang mit grippalen Infekten besondere Bedeutung haben, sind einerseits die Flavonoide und Anthocyane aufgrund ihrer antioxidativen Effekte anzusprechen, andererseits Fruchtsäuren und die im Fruchtextrakt enthaltenen Vitamine, vor allem C- und B-Komplex, von denen man eine Unterstützung der Immunabwehr erwarten kann.“

Insbesondere der Anteil der Anthocyane, der violett-schwarzen Pflanzenfarbstoffe, soll deutlich höher sein als bei anderen Obst- und Gemüsesorten. Die Anthocyane (blaue Farbstoffe) haben antioxidante Wirkung und schützen die Zellmembranen vor Veränderungen durch sogenannte Freie Radikale. Dadurch sollen Viren wie zum Beispiel Grippeerreger davon abgehalten werden, in die Zellen einzudringen.

Quelle:

http://www.dieuniversitaet-online.at/personalia/beitrag/news/schwarzer-holunder-gegen-erkaltung-und-grippe/301/neste/3.html

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Phytoöstrogene aus Soja – Helfer bei Lungenkrebs?

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Soja steigert die Effektivität einer Bestrahlung von Lungenkrebs-Zellen. Gleichzeitig schützt Soja gesundes Gewebe vor Strahlenschäden.

Wissenschaftler um Professor Gilda Hillman aus Detroit haben in Zellversuchen entdeckt, dass Sojaisoflavonoide wie Genistein, Daidzein und Glycitein den DNA-Reparaturmechanismus von Krebszellen blockieren.

Darüber hinaus wirken die Phytoöstrogene als Antioxidanzien und schützen so die gesunden Lungenzellen (Journal of Thoracic Oncology 2011; 6 / 4: 688).

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/bronchial-karzinom/article/648896/helfer-lungenkrebs-phytooestrogene-soja.html?sh=290&h=-1436656583

http://journals.lww.com/jto/Abstract/2011/04000/Soy_Isoflavones_Augment_Radiation_Effect_by.6.aspx

Kommentar & Ergänzung:

Diese Ergebnisse mögen zwar interessant sein. Es muss in solchen Fällen aber immer auch festgehalten werden, dass ein Zellversuch noch kaum etwas darüber aussagt, ob die gefundenen Effekte auch im lebenden Patienten stattfinden.

Die Phytoöstrogene im Soja gehören zur Gruppe der Isoflavonoide bzw. Isoflavone. Sie werden hauptsächlich empfohlen bei Beschwerden in den Wechseljahren.

Nachfolgend dazu die wichtigsten Informationen (Quelle: Wikipedia).

Was sind Isoflavone / Isoflavonoide und in welchen Pflanzen kommen sie vor?

„Isoflavone, auch Isoflavonoide genannt, sind meist gelblich gefärbte Pflanzenfarbstoffe, die als Derivate des Isoflavons zur Klasse der Flavonoide zählen. Sie sind sekundäre Pflanzenstoffe, die u. a. eine Funktion für pflanzliche Abwehr von Pathogenen ausüben.

Der Grundkörper Isoflavon kommt in Kleearten vor. Einige bekanntere Isoflavone sind Daidzein, als Glucosid Daidzin in Sojamehl, Genistein aus Sojabohnen und Rotklee, Prunetin aus der Rinde von Pflaumenbäumen, Biochanin A aus Kichererbsen, Rotklee u. a. Kleearten, Orobol, Santal aus Sandelholz, Rotholz u. a. Hölzern, Pratensein aus frischem Rot- oder Wiesenklee und Iridin in einigen Schwertlilien.“

(Quelle: Wikipedia)

Und was ist bekannt über die Wirkung von Isoflavone / Isoflavonoide?

„Wie auch die Lignane haben die Isoflavonoide wegen ihrer chemisch-strukturellen Ähnlichkeit zu den 17-Ketosteroiden (Östrogen, Androgene) in hohen Dosen eine schwache geschlechtshormonelle Wirkung auf den Menschen. Sie werden daher auch Phytoöstrogene genannt. In der Alternativmedizin wird der Verzehr von Flavonoiden bzw. Soja-Präparaten in den Wechseljahren empfohlen, allgemein gegen Altersbeschwerden, und auch zur Vorbeugung von hormonabhängigen Krebserkrankungen wie Brust- und Prostatakrebs.

Aus diesem Grund werden sie in zahllosen Nahrungsergänzungsmitteln angeboten. Zugelassene Medikamente sind auf dem deutschen Arzneimittelmarkt jedoch nicht erhältlich, weil die Wirksamkeit bisher nicht bewiesen werden konnte. Manche Ärzte warnen im Gegenteil vor zu reichlichem Genuss von Sojaprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln mit isolierten Isoflavonen, weil Flavonoide im Verdacht stehen, die Schilddrüsenhormonproduktion zu hemmen und Kröpfe auslösen zu können.

In einer Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) wird darauf hingewiesen, dass die behaupteten positiven Wirkungen von Isoflavonen bei Wechseljahresbeschwerden nach derzeitigem Stand des Wissens wissenschaftlich nicht hinreichend gesichert sind und eine unerwünschte kanzerogene Wirkung von als Nahrungsmittelergänzung isolierten Isoflavonen nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Diese Warnung betrifft jedoch nicht Vollwertprodukte (wie Sojamilch, Tofu, Gerichte mit Sojavollbohnen), bei denen der ursprüngliche Lebensmittelverbund noch erhalten ist.

‚Dem BfR wurden bereits in der Vergangenheit verschiedene unerwünschte Wirkungen auf sojahaltige/rotkleehaltige Produkte gemeldet, die in der Bundesrepublik Deutschland als Lebensmittel in den Verkehr gebracht werden. Von 2002 bis zum 15. September 2006 wurden insgesamt 21 Meldungen registriert. […] Bis auf einen Fall, welcher sich auf eine Sojamilch bezieht, handelt es sich bei den verzehrten Produkten um als Nahrungsergänzungsmittel bezeichnete Erzeugnisse mit isolierten angereicherten Isoflavonen, bei denen der ursprüngliche Lebensmittelverbund nicht mehr vorhanden ist. […] Zwar war in Bevölkerungsstudien der Verzehr von Sojaprodukten mit verschiedenen gesundheitlichen Vorteilen verbunden. Insofern wird eine Ernährung, die Sojaprodukte, Getreide, Gemüse und Obst reichlich enthält, empfohlen. Von der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, die sekundäre Pflanzenstoffe in konzentrierter Form enthalten, wird seitens der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Ernährung abgeraten, da nicht bekannt ist, welche sekundären Pflanzenstoffe im einzelnen und in welcher Menge präventiv wirken'“

(Quelle: Wikipedia)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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