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Menthol / Pfefferminzöl gegen Juckreiz

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Die österreichische Tageszeitung „Der Standard“ bringt ein Gespräch mit dem Dermatologen Franz Legat, dem Leiter der Juckreizambulanz in Graz.

Dabei wird als Mittel gegen Juckreiz (Pruritus) unter anderem auch Menthol erwähnt.

Zitat:

„Auch Cremes mit speziellen Inhaltsstoffen, etwa mit Urea, also Harnstoff, oder Menthol können helfen. Eine Therapie in Kältekammern oder die Phototherapie, also die Therapie mit UV-Strahlen, kann juckreizlindernd wirken.“

Quelle:

http://derstandard.at/2000057056706/Pruritus-Im-Juck-Kratz-Zyklus-sein

Kommentar & Ergänzung:

Menthol ist ein Bestandteil des Pfefferminzöls und dort in einem Anteil von 35 – 70 % vorhanden. Man kann also grob davon ausgehen, dass Pfefferminzöl etwas zur Hälfte aus Menthol besteht.

Bei der Anwendung von Menthol ist die Konzentration wichtig.

Um Juckreiz zu lindern sind Konzentrationen von 0,1 – 1% Menthol wirksam. Rechnet man bei Pfefferminzöl mit einen Mentholgehalt von etwa 50%, könnte man deshalb 1 – 2 % Pfefferminzöl in einer Salbengrundlage oder in fettem Öl (z. B. Mandelöl) applizieren.

Als Counterirritant zum Beispiel gegen Spannungskopfschmerzen beträgt die empfohlene Konzentration 1,25 – 16% Menthol. Üblich ist hier eine 10%ige Pfefferminzöl-Lösung auf alkoholischer Basis.

Urea (Harnstoff) ist eine organische Verbindung und bei Säugetieren ein harnpflichtiges Stoffwechselprodukt, das mit dem Urin und dem Schweiß ausgeschieden wird. In Salben und Lotionen dient er als Feuchtigkeitsspender und wird zu diesem Zweck synthetisch hergestellt.

Wissenschaftsgeschichtlich gilt Harnstoff als die erste aus anorganischen Ausgangsstoffen synthetisierte organische Verbindung.

Das widersprach der damals verbreiteten Vorstellung, dass organische Substanzen grundsätzlich nur von Lebewesen durch die so genannte vis vitalis (Lebenskraft) hergestellt werden könnten. Die erste Synthese von Harnstoff im Jahr 1828 durch Friedrich Wöhler gilt daher als Geburtsstunde der Biochemie. Durch diese Entwicklung galt der vitalistische Ansatz in der Biologie zunehmend als überholt.

Der Vitalismus nahm als Grundlage aller Lebensvorgänge als eigenständiges Prinzip eine Lebenskraft an. Die Hernstoffsynthese zeigte, dass zur Herstellung organischer Substanzen die Annahme einer Lebenskraft nicht notwendig ist.

Erwähnen möchte ich noch einen anderen interessanten Aspekt, der im Gespräch mit Franz Legat zu Sprache kommt:

Ein Juckreiz kann chronisch werden und sich dann von der ursprünglichen Ursache lösen. Zitat:

„Es entsteht ein Juck-Kratz-Zyklus, und der wird zu einer eigenen Juckreizerkrankung, die dann oft mit speziellen juckenden Hautveränderungen in einer sogenannten chronischen Prurigo mündet. In diesem Stadium bringt dann auch die Behandlung der auslösenden Ursache keine Hilfe mehr.“

Das scheint mir ähnlich zu sein wie bei chronischen Schmerzen. Auch sie können sich von der ursprünglichen Ursache lösen und zur eigenständigen Schmerzkrankheit werden.

Starker Juckreiz kann genauso stark belasten wie chronischer Schmerz.

In der Medizin kommen gegen Juckreiz oft Arzneimittel zur Anwendung, die eigentlich gegen andere Erkrankungen entwickelt wurden. Im Interview erwähnt werden als Optionen die Wirkstoffe Gabapentin und Pregabalin, die die Wahrnehmung und Weiterleitung von Juckreiz hemmen und bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz oder mit Nervenschäden meist gut wirken sollen.

Auch der Neurokinin-1-(NK1)-Antagonist Aprepitant habe sich als gutes Mittel gegen schweren chronischen Pruritus erwiesen, sei aber eigentlich zugelassen, um die Übelkeit bei stark wirksamen Chemotherapien zu lindern. Das Mittel sei teuer, und die Erfahrungen mit Langzeitbehandlungen seien derzeit noch gering.

Es gebe derzeit noch kein Medikament, das gegen Juckreiz zugelassen sei, sagt Legat.

In der Phytotherapie wird als Option bei Juckreiz noch der Paprika-Wirkstoff Capsaicin äusserlich angewendet. Siehe dazu:

Capsaicin-Creme hilft gegen Juckreiz

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

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Capsaicin-Pflaster Qutenza™: Indikationserweiterung „schmerzhafte diabetische Neuropathie“

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Das Capasicin-Pflaster Qutenza™ kann neu bei Patienten mit schmerzhafter diabetischer Neuropathie eingesetzt werden.

Vor jeder Anwendung von Qutenza und bei den folgenden Arztbesuchen soll eine sorgfältige Untersuchung der Füsse durchgeführt werden, um Hautläsionen in Zusammenhang mit der zugrundeliegenden Neuropathie oder vaskulären Insuffizienz zu diagnostizieren.

Diabetes-Patienten, die zusätzlich an koronarer Herzerkrankung, Hypertonie oder kardiovaskulärer autonomer Neuropathie leiden, sollte besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Quelle:

http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?LangID=2&CommID=0

(Fachinformation Qutenza™)

Kommentar & Ergänzung:

Das Alkaloid Capsaicin kommt als Scharfstoff in verschiedenen Paprika-Arten vor.

Capsaicin wird schon seit langem äusserlich schmerzlindernd eingesetzt als Creme, Salbe oder Pflaster.

Qutenza ist eine neuere Entwicklung. Die Capsaicin-Konzentration im Qutenza-Pflaster ist dabei um ein vielfaches höher (8%) als in herkömmlichen Capsaicin-Anwendungen. Das Produkt darf daher nur unter ärztlicher Anleitung von instruiertem Fachpersonal angewendet werden. Es wird zur Schmerzlinderung bei Menschen angewendet, die Nervenschmerzen aufgrund von geschädigten Nerven in der Haut haben.

Hautnerven können durch verschiedene Krankheiten wie beispielweise Gürtelrose und HIV-Infektion, bestimmte Arzneimittel und andere Zustände geschädigt werden.

Diabetes-Kranke waren bisher von der Behandlung mit Qutenza ausgeschlossen.

Die neue Indikation „schmerzhafte diabetische Neuropathie“ bringt hier eine wesentliche Erweiterung.

Siehe auch:

Schmerztherapie: Capsaicin aus Cayennepfeffer

Chili-Pflaster gegen Nervenschmerzen

Paprika-Wirkstoff Capsaicin bald als Patch

 

 

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Detox entschlankt nur den Geldbeutel

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Früher war die Rede von Frühlingskuren.

Seit einigen Jahren nun haben jeden Frühling Detox-Programme aller Art Hochkonjunktur. Das tönt schon mal viel hyper.

Da werden detaillierte Entgiftungkuren mit Gemüsesäften und grünen Smoothies propagiert und zum Teil teuer verkauft.

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Die ganzen Detox-Konzepte basieren auf falschen Vorstellungen. Uns werden nicht existierende Probleme eingeredet, damit man uns passende (Schein)Lösungen verkaufen kann.

Detox-Programme um unseren Organismus von Giftstoffen zu befreien sind unwirksam und unnötig. Wo dies möglich ist, schafft unser Organismus die Entgiftung nämlich ganz alleine. Diese Kompetenz sollte man unserem Organismus nicht absprechen.

Die österreichische Zeitung „Kurier“ hat sich mit dem Thema Detox befasst. Der Artikel zitiert den US-amerikanischen Mediziner Timothy Caulfield und den Ernährungswissenschaftler Jürgen König von der Universität Wien.

Hier eine kurze Zusammenfassung:

Der US-amerikanische Mediziner Timothy Caulfield hat ein viel zitiertes Buch geschrieben, in dem er die Beauty- und Gesundheitstipps der Stars anzweifelt. Darin stellt er fest: „Ohne die Befürwortung von Prominenten wären Trends wie glutenfreie Ernährung, Saftkuren und Detox nicht mal annähernd so beliebt.“

Wissenschaftlich gesehen hat der Entgiftungshype jedenfalls keine Berechtigung.

Timothy Caulfield:

„Aus medizinischer Sicht gibt es absolut keinen Grund für ‚Detox‘. Es ist auf so vielen Ebenen absurd: Unser Körper braucht keine Entschlackungskur und es gibt keinen Beweis dafür, dass die vorgeschlagenen Produkte irgendetwas bringen. Das ist totaler Quatsch.“

Caulfield kritisiert die Saftkuren, die auch hierzulande immer beliebter werden. Firmen wie „Frank Juice“ oder „Detox Delight“ bieten gepresste Gemüsesäfte und -suppen an, die für einen bestimmten Zeitraum nachhause geliefert werden. Entschlankt wird dabei insbesondere das Konto: Säfte für eine fünftägige Detox-Kur sind ab 200 Euro zu bekommen. „Sparen Sie Ihr Geld lieber und legen Sie Wert auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung“, empfiehlt Caulfield.

Die Idee hinter dem Detox-Hype lässt sich schnell erklären: Gemäss Oxford Dictionary bezeichnet „Detoxification“, kurz Detox, den Prozess, den Körper von giftigen Substanzen zu befreien.

Alles Unsinn, meint dazu Univ.-Prof. Jürgen König, Leiter des Department für Ernährungswissenschaften an der Uni Wien. Entgiften sei eine der Hauptaufgaben unseres Körpers – die Leber filtert Giftstoffe aus dem Blut, Nieren und Darm sorgen dafür, dass Schadstoffe über Urin und Stuhl ausgeschieden werden:

„Wenn wir uns halbwegs vernünftig ernähren, können wir unseren Organismus so am Laufen halten, dass er automatisch Giftstoffe ausscheidet“, stellt König fest, und ergänzt:

„Wenn der Stoffwechsel grundsätzlich gut funktioniert, muss man die Entgiftung nicht fördern. Es gibt auch keine Nährstoffe, die den Körper besonders dazu befähigen, zu entgiften. “

Der einzige Weg, wie wir unserem Körper beim Entgiften helfen können, sei trinken, trinken, trinken:

„Wir brauchen Wasser, um Giftstoffe auszuschwemmen. Im Wesentlichen geht es um die Flüssigkeitszufuhr. Dann braucht man nichts Zusätzliches.“

Jürgen König unterstreicht zudem, dass normalgewichtigen Frauen eine Saftkur mehr schaden als nutzen kann:

„Wenn eine ohnehin schlanke Person noch weniger isst, kann es zu Mangelerscheinungen kommen.“

Denn eine Saftkur bedeutet für den Organismus eine extrem einseitige Ernährung: Die kaltgepressten Smoothies weisen einen hohen Fruchtzuckeranteil auf und enthalten häufig zu wenig Ballaststoffe.

Viel-Essern könne die kurzzeitige Saftkur gut tun, sagt König. Das sei dann aber kein Entgiftungs- oder Detox-Effekt, sondern eine Auswirkung dessen, dass man weglässt, was man sonst zu viel isst. Ob man eine Saftkur mache oder eine Woche nur Gemüse esse, mache aber keinen Unterschied:

„Die Menschen fühlen sich besser, weil sie sich besser ernähren.“

Die zusätzliche Aufnahme von Nährstoffen habe keinen positiven Effekt, warnt Ernährungswissenschaftler König. Im Gegenteil:

„Bei extrem hoher Aufnahme von Beta-Carotin (u. a. in Karotten und Paprika enthalten, Anm.) kann es so weit gehen, dass freie Radikale gefördert werden, statt dass man geschützt wird.“

Laut König sollte man auch den psychologischen Effekt nicht außer Acht lassen:

„Man gibt ein paar hundert Euro aus, dann will man auch, dass es etwas bringt. Im Endeffekt ist es ein super Geschäft. Die Rohmaterialien kosten kaum etwas, mit der richtigen Vermarktung kann man eine sehr hohe Gewinnspanne erzielen.“

Statt viel Geld für cleveres Marketing auszugeben, helfe auf Dauer nur ein gesunder Lebensstil, erklärt Jürgen König: ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, keine Zigaretten, wenig Alkohol. Und dazu, auch wenn es viele Leute nicht hören wollen: Verzicht.

„Unsere Ernährung ist eigentlich so gut, dass wir uns keine Gedanken machen müssen. Wenn, dann ist es das Zuviel, das uns Sorge machen müsste. Das kann man aber nicht mit Säften ausschwemmen. Man muss es einfach nur weglassen.“

Quelle:

http://kurier.at/wellness/der-detox-schmaeh-warum-saftkuren-nur-ins-geld-gehen/196.906.712

Kommentar & Ergänzung:

Es gibt natürlich schon Schadstoffe, die unser Organismus nicht ausscheiden kann. Zum Beispiel fettliebende Umweltchemikalien, die sich im Fettgewebe ablagern. Diese Stoffe lassen sich aber auch mit Detox-Programmen nicht eliminieren.

Die wichtigste Aussage von Jürgen König ist für mich aber, dass unser Hauptproblem ernährungsmässig ein „Zuviel“ ist, und nicht ein Mangel. Das gerät immer wieder leicht in Vergessenheit. Wir haben diesbezüglich eigentlich vor allem Luxusprobleme – insbesondere wenn man vergleicht mit vielen anderen Weltgegenden. Auch die vielen Nahrungsergänzungsmittel, die viele Leute bei uns konsumieren zu müssen glauben, sich ein Luxusproblem. Wer überzeugt davon ist, solche Detox-Programme zu brauchen, der soll sie halt konsumieren. Ausreden muss man das niemandem.

Nur wenn solche Entgiftungskuren als „gesund“ und „unumgänglich nötig“ propagiert werden, dann ist Einspruch angebracht. Wenn die Ansicht propagiert wird, dass alle Menschen „Detox“ brauchen, dann sollte klar gestellt werden, dass davon vor allem die Hersteller und Verkäufer profitieren.

Siehe auch:

Detox – Fragwürdiger Trend mit Entgiftungskuren

Detox-Kuren – eingebildete Lösungen für nicht existierende Probleme

Detox-Rezepturen: Entgiftungsmittel meiden

Michèle Binswanger im Tages-Anzeiger über Entgiftung und Detox für Deppen

Entgiftungsdiäten / Detox-Diäten – Bodenlose Versprechungen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Phytotherapie: EMA veröffentlicht Empfehlungen zu Phytopharmaka

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Die europäische Aufsichtsbehörde „European Medicines Agency“ (EMA) will Informationen zu pflanzlichen Arzneimitteln (Phytopharmaka) einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen. Deshalb werden ab sofort die Empfehlungen zur Anwendung von Phytopharmaka, die der zuständige Ausschuss, das Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), publiziert, in laienverständlicher Sprache zusammengefasst.

Die Zusammenfassungen umfassen Informationen zur Bewertung des Phytopharmakons, die Schlussfolgerungen des HMPC betreffend die empfohlene Anwendung, sowie die Daten, auf denen die Empfehlungen basieren und Hinweise auf mögliche Nebenwirkungen.

Diese Angaben sollen die Packungsbeilage ergänzen und den Bürgern helfen, informierte Entscheidungen zu treffen, wenn sie die entsprechenden Präparate in der Selbstmedikation anwenden.

Für sechs Heilpflanzen, deren Bewertung schon abgeschlossen ist, wurden die Zusammenfassungen nun publiziert.

In Zukunft sollen diese Dokumente für alle neu bewerteten Heilpflanzen sowie für alle Revisionen, die im Rahmen der üblichen Routine stattfinden, verfügbar sein.

Die EMA beabsichtigt, nach und nach die publizierten Zusammenfassungen in alle offiziellen Sprachen der EU zu übersetzt.

Bislang publiziert sind:

 

Kalifornischer Mohn (Eschscholzia california)

Ginkgo (Ginkgo biloba)

Beinwell (Symphytum officinale)

Paprika (Capsicum annuum)

Odermennig (Agrimonia eupatoria)

Mausohr-Habichtskraut (Hieracium pilosella)

 

Quelle:

http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2015/08/05/phytoempfehlungen-der-ema-kuenftig-auch-fuer-laien-verstaendlich/16417.html

Kommentar & Ergänzung:

So kommen Sie zu diesen Zusammenfassungen:

Gehen Sie auf die Übersichtsseite. Unter „Browse A – Z“ klicken Sie auf den Buchstaben, der dem ersten Buchstaben des lateinischen Namens der Heilpflanze entspricht, die Sie suchen.

Aus der Liste wählen Sie die entsprechende Heilpflanze aus.

Wenn Sie auf der Seite der gesuchten Heilpflanze sind, zum Beispiel „Ginkgo“, dann sehen Sie zuerst die Zusammenfassung. Unter „All documents“ kommen Sie zu PDFs mit weiteren Informationen.

Dort können Sie zum Beispiel die Monografie zu Ginkgo abrufen.

Die Beschreibungen der Heilpflanzen ist nicht umfangreich. Davon sollte man sich nicht über ihren Wert täuschen lassen. Die Knappheit ist Resultat eines wohl ziemlich aufwendigen Auswahlprozesses. Die Quantität sagt nichts über die Qualität aus. Das ist im übrigen ähnlich bei Vorträgen und Kursen über Heilpflanzen. Wer am meisten über fast unendliche und wunderbare Anwendungsmöglichkeiten erzählt, hat sich vielleicht einfach um den aufwendigen Auswahlprozess gedrückt.

Interessant bei diesen Monografien ist zum Beispiel die Unterscheidung in „Well-established-use“ (linke Spalte) und „Traditional use“ (rechte Spalte).

„Well-established-use“ – das umfasst Aussagen, für die es wissenschaftliche Daten gibt.

„Traditional use“ – damit sind Aussagen zu Heilwirkungen gemeint, die ausschliesslich auf überlieferten Angaben aus langjähriger Anwendung basieren.

Monografien als Form der Qualitätssicherung

Die detaillierte Beschreibung von Heilpflanzen in Monografien, wie es hier das HMPC macht, ist eine Form der Qualitätssicherung in der Phytotherapie. Der wesentlichste Punkt dabei ist, dass die Quellen offengelegt werden, auf denen die Aussagen basieren.

Sie finden diese Quellenangaben unter „All documents“ als PDF mit dem Titel „List of references supporting the assessment of….“.

Prägnant formulierte der amerikanische Philosoph John Dewey (1859-1952) „das erste Erfordernis des wissenschaftlichen Verfahrens – nämlich volle Öffentlichkeit der Materialien und Prozesse“.

(in: Erfahrung, Erkenntnis und Wert, S. 314, Suhrkamp 2004)

Aussagen in Monografien, die in einem kooperativen Verfahren zustande gekommen sind und auf offengelegten Quellen beruhen, haben einen viel höheren Glaubwürdigkeitsgrad als isolierte Behauptungen von Einzelpersonen.

Der Weg, wie eine Aussage zustande gekommen ist, muss so gut wie möglich dokumentiert sein. Das bieten Monografien in hohem Mass.

Neben diesen neuen HMPC-Monografien sind in der Phytotherapie die ESCOP-Monografien und die älteren Monografien der Kommission E wichtig. Auch die WHO erstellt Monografien von Heilpflanzen.

Phytotherapie: Was sind ESCOP-Monografien

Phytotherapie: Kommission E – was beudeutet das?

Es wimmelt aber von isolierten Behauptungen von Einzelpersonen über die Wirkungen von Heilpflanzen. Behauptungen, die keinen kooperativen Diskussionsprozess überstanden haben und deren Entstehungsweg nicht transparent dokumentiert ist.

Was ist von solchen Behauptungen zu halten?

Nur weil es isolierte, undokumentierte und oft intransparent entstandene Behauptungen von Einzelpersonen sind, müssen sie ja nicht falsch sein.

Sie könnten trotzdem korrekt sein, aber sie haben wesentliche Prüfungen durch die „Community“ der Fachleute nicht hinter sich. Und daher sind sie wesentlich ungewisser und weniger glaubwürdig.

Beispiele für solche freischwebenden, isolierten, undokumentierten Behauptungen, die häufig anzutreffen, aber fragwürdig sind:

Storchenschnabeltinktur gegen Schock

Karde gegen Borreliose

Kleiner Kommentar zu den 6 veröffentlichten Zusammenfassungen

Da sind sehr unterschiedliche Heilpflanzen ausgewählt worden von den Anwendungsbereichen und von der Bedeutung her.

Ein paar Stichworte:

Kalifornischer Mohn (Eschscholzia california)

Kalifornischer Mohn (Eschscholzia californica, Papaveraceae) wird traditionell als Beruhigungsmittel und als leichtes Schlafmittel in der amerikanischen Indianermedizin angewendet. Diese Heilpflanze ist in der Schweiz wenig bekannt. Es gibt aber seit 2008 ein zugelassenes Arzneimitttel. Die wissenschaftliche Datenbasis ist schmal (Tierversuche, keine ausreichenden Patientenstudien)

Ginkgo (Ginkgo biloba)

Ginkgo-Extrakt gehört zu den meistverkauften und am besten untersuchten Heilpflanzen. Patientenstudien sprechen für eine positive Wirkung im Frühstadium von Demenzerkrankungen.

Beinwell (Symphytum officinale)

Äusserlich als entzündungshemmende Salbe oder Gel oft angewendet bei stumpfen Verletzungen (Prellungen, Verstauchungen) und Gelenkentzündungen. In den letzten Jahren zunehmend wissenschaftlich erforscht mit Patientenstudien, welche diese Wirkungen teilweise untermauern konnten.

Paprika (Capsicum annuum)

Paprika enthält als wichtigsten Inhaltsstoff das Alkaloid Capsaicin mit schmerzstillender, juckreizlindernder und entzündungshemmender Wirkung. Äusserlich angewandt lassen sich damit zum Beispiel Gelenkschmerzen, Neuralgien und manche Formen von Juckreiz behandeln. Dazu gibt es eine ganze Reihe von Studien.

Odermennig (Agrimonia eupatoria)

Enthält Gerbstoffe und kann beispielsweise bei leichten Durchfallerkrankungen und leichten Mundschleimhautentzündungen angewendet werden. Da es viele und wahrscheinlich auch besser wirksame Gerbstoffpflanzen gibt, wird Odermennigkraut nur selten eingesetzt. Patientenstudien fehlen.

Mausohr-Habichtskraut (Hieracium pilosella)

Diese Pflanze ist mir in der Phytotherapie-Fachliteratur noch nie über den Weg gelaufen und daher überrascht es mich, sie hier in dieser Liste anzutreffen. Auf den Kräuterwanderungen sehe ich sie oft. Die langen Haare auf den Blättern sind sehr auffällig und haben zur Bezeichnung Mausohr-Habichtskraut geführt (auch: „Langhaariges Habichtskraut“ oder von mir inoffiziell „Dreitagebart-Habichtskraut“ genannt).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Capsaicin bei neuropathischen Schmerzen / Polyneuropathien

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Im Phyto-Forum der Ärztezeitung publizierte der Pharmakologe Dr. Rainer C. Görne interessante Informationen zur Wirkungsweise von Capsaicin bei neuropathischen Schmerzen / Polyneuropathien.

Der Scharfstoff Capsaicin ist ein Alkaloid aus der Paprikafrucht (Capsicum annuum, Capsicum frutescens u. a. aus der Pflanzenfamilie der Nachtschattengewäche (Solanaceen).

Die Früchte der meisten Paprika-Arten enthalten in sehr unterschiedlicher Konzentration Capsaicin (Methylvanillylnonenamid), eine lipophile ( = fettliebende) Substanz, die für den scharfen Geschmack verantwortlich ist.

In den 80er Jahren habe man die pharmakologische Wirkung von Capsaicin mit der Depletion von Substanz P aus den sensorischen afferenten Nervenfasern zu erklären versucht, schreibt Görne.

(„Depletion“ ist die Entfernung von Substanzen aus dem Körper beziehungsweise den pathologisch gesteigerten Verbrauch dieser Substanzen durch den Organismus)

Görne weiter:

„Inzwischen konnte geklärt werden, dass der pharmakologische Wirkmechanismus von Capsaicin auf der Interaktion mit dem TRPV1-Rezeptor, einem Transmembran-Rezeptor-Ionenkanal-Komplex, beruht. Dieser wird auch als Vanilloid-Rezeptor bezeichnet.

Physiologisch wird der TRPV1-Rezeptor durch Temperatur, pH-Wert und endogene Lipide aktiviert. So erfolgt eine direkte Aktivierung bei Temperaturen von 43°C oder höher oder pH-Werten von unter 6. Aus der Aktivierung resultiert durch kurzzeitige Öffnung der Membran eine Depolarisation von sensorischen Nerven (meist C-und Ad-Fasern) durch den Zustrom von Natrium- und Calcium-Ionen.“

Diese Aktivierung werde als lokale Wärme, Brennen, Stechen oder Jucken empfunden.

Am TRPV1-Rezeptor wirken pharmakologisch neben Capsaicin verschiedene andere Substanzen (z.B. Anandamid, N-Acyldopamin, bestimmte langkettige ungesättigte Fettsäuren, Lipoxygenase-Verbindungen und mehrere Oxide der Linolsäure) als hoch selektive Agonisten (Der Begriff „Agonist“ bedeutet „der Handelnde“ und bezeichnet eine Substanz oder Struktur, die im Hinblick auf eine bestimmte Aktion verursachend wirkt).

Bei chronischen, neuropathischen Schmerzen kommt es zur kutanen (= zur Haut gehörenden) Überempfindlichkeit.

Bei der topischen (=lokal-örtlichen) Gabe von Capsaicin, das in Salben und Pflastern enthalten sein kann, werden kutane Überempfindlichkeit und die neuropathischen Schmerzen gedämpft. Dies wird durch einen Vorgang vermittelt, der am besten als „Defunktionalisierung“ von Nozizeptor-Fasern beschrieben werden kann.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/schmerz/default.aspx?sid=859001&sh=86&h=-1625197168&ticket=ST-8537-SId3WdHFalIKL1YpRnseD9WmxkY6EgLgrCG-20

 

Kommentar & Ergänzung:

Dieser Text erklärt vor allem die Wirkungsweise von Capsaicin, er setzt aber einiges voraus an Kenntnissen in Anatomie und Physiologie.

Capsaicin ist aber fraglos ein interessanter Naturstoff zur Behandlung von Juckreiz und neuropathischen Schmerzen.

Die ESCOP empfiehlt Cayennepfeffer bzw. Capsaicin für folgende Anwendungsbereiche:

 

„Zur Linderung von Muskelschmerzen, z.B. Rückenschmerzen, und zur Behandlung von Schmerzen bei degenerativen Gelenkerkrankungen (Arthrose) und rheumatoider Arthritis; weiterhin zur Behandlung von Nervenschmerzen, wie sie z.B. als Folge einer Gürtelrose auftreten können oder bei schmerzhafter diabetischer Neuropathie; außerdem gegen den Juckreiz verschiedener Ursache, z.B. im Zusammenhang mit Schuppenflechte oder Blutdialyse und bei Kontakt mit Wasser.“

Quelle:

http://www.koop-phyto.org/arzneipflanzenlexikon/cayennepfeffer.php

Siehe auch:

Schmerztherapie: Capsaicin aus Cayennepfeffer 

Rheumapflaster mit dem Paprika-Wirkstoff Capsaicin

Capsaicin-Creme hilft gegen Juckreiz

Paprika-Wirkstoff Capsaicin bald als Patch

Chili-Pflaster lindert Schmerzen 

Chili-Pflaster gegen Nervenschmerzen

 

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Schmerztherapie: Capsaicin aus Cayennepfeffer

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In der Österreichischen Apothekerzeitung (Nr. 4 / 2014) publizierte Mag. Pharm. Stefanie Lair einen informativen Beitrag zum Thema Schmerztherapie. Dabei geht die Autorin auch auf pflanzliche Anwendungen ein – unter anderem auf Capsaicin aus dem Cayennepfeffer.

Zitat:

„Zubereitungen zur äußerlichen Anwendung von Capsicum annuum L., Capsicum frutescens zeigen eine außerordentich gute Wirkung bei Muskelschmerzen, Hexenschuss sowie bei Nervenschmerzen. Es handelt sich dabei um die Inhaltsstoffe Capsaicin, ätherisches Öl, Farbstoffe und fettes Öl. Es entsteht primär ein Wärmegefühl, das bestimmte Botenstoffe in den Nervenzellen hemmt und somit die Schmerzempfindung herabsetzt. Capsaicin wirkt als Agonist an TRP-Ionenkanälen und aktiviert Nozirezeptoren, die Neuropetptide, die beispielsweise die Substanz P freisetzen. Diese Freisetzung bewirkt Juckreiz, Brennen und Gefäßerweiterung. Nach wiederholten Anwendungen kommt es zur Desensibilisierung und einer Unempfindlichkeit der Nervenfasern gegenüber Reizen, so auch gegen Schmerzen. Allerdings ist im Umgang mit Cayennepfeffer Vorsicht geboten. Da die Inhaltsstoffe kaum wasserlöslich sind, reizen sie extrem die Schleimhäute und Augen. Verursachen diese Präparate Reizungen auf der Haut, sollte man sie mit Öl entfernen.“

Kommentar & Ergänzung:

Gute Zusammenfassung und Erklärung der Wirkungen des Alkaloids Capsaicin.

Für die Phytotherapie ist Capsaicin ein wichtiger Wirkstoff für die Behandlung von Schmerzen und Juckreiz.

Mehr zu Capsaicin:

Rheumapflaster mit dem Paprika-Wirkstoff Capsaicin

Chilipflaster lindert Schmerzen

Chili-Wirkstoff Capsaicin senkt den Blutdruck

Capsaicin-Creme hilft gegen Juckreiz

Chilipflaster gegen Nervenschmerzen (Qutenza)

Paprika-Wirkstoff Capsaicin bald als Patch

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Rheumapflaster mit dem Paprika-Wirkstoff Capsaicin

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Rheumapflaster enthalten oft Capsaicin, ein Alkaloid aus Cayennepfeffer, das zu den Alkaloiden gehört.

Die Österreichische Apothekerzeitung (Nr. 2 / 2014) beschreibt die Wirkungen von Capsaicin kurz und knapp so:

„Nach Applikation entfaltet der Wirkstoff seine Doppelwirkung:

1. Capsaicin entwickelt wohltuende natürliche Heilwärme und fördert somit die Durchblutung im Schmerzgebiet. Es kommt zu einer verbesserten Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen, Stoffwechselprodukte werden beschleunigt abtransportiert, Verspannungen werden tiefenwirksam gelöst.

2. Capsaicin wirkt direkt auf die Schmerzübertragung und -weiterleitung. Der Wirkstoff hemmt vorüber- gehend die Wiederaufnahme des Neurotransmitters Substanz P an den Nervenendigungen und blockiert so die Schmerzweiterleitung.“

Quelle:

http://www3.apoverlag.at/pdf/files/OAZ/OAZ-2014/OAZ-2014-02.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Capsaicin ist für die Schärfe und Hitze verantwortlich, die sich beim Verzehr von Chilischoten entwickeln. Wegen dieser Hemmung der Wiederaufnahme des Neurotransmitters Substanz P wird Capsaicin seit einigen Jahren intensiv untersucht und zur Linderung von Schmerzen und Juckreiz eingesetzt.

Siehe dazu:

Chili-Pflaster lindert Schmerzen

Chili-Wirkstoff Capsaicin senkt den Blutdruck

Capsaicincreme hilft gegen Juckreiz

Chilipflaster gegen Nervenschmerzen

Paprika-Wirkstoff Capsaicin bald als Patch

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Ist Rüeblisaft (= Möhrensaft, = Karottensaft) wirklich gut für die Augen?

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N-TV stellte dem praktizierenden Augenarzt Georg Eckert aus Ulm die Frage, ob Möhrensaft die Sehleistung steigern könne.

Hier die Antwort:

„‚Das kann man tatsächlich’, bestätigt der Facharzt für Augenheilkunde. Mit sogenannten Carotinoiden, also natürlichen Farbstoffen in Lebensmitteln, kann degenerativen Veränderungen der Netzhaut wie eine sogenannte Makuladegeneration vorgebeugt werden. Doch Carotinoide können noch viel mehr. Sie sollen Alzheimer, Rheuma, Krebs, Arteriosklerose und Parkinson vorbeugen. Bisher konnten 800 verschiedene Carotinoide identifiziert werden. Die gesundheitsfördernden Stoffe sind vor allem in Karotten, Spinat, Mais, Aprikosen, Tomaten und Eidotter vorhanden.“

Quelle:

http://www.n-tv.de/wissen/Legenden-rund-ums-Auge-article10029891.html

Kommentar & Ergänzung:

Als gute Quelle für Carotinoide würde ich noch rote und orange Paprika hinzufügen. Carotinoide sind wichtige Bestandteile der Nahrung.

Carotinoide sind ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung.

Etwa 50 Carotinoide werden im menschlichen Körper in Retinol (Vitamin A) umgewandelt.

Karotten enthalten β-Carotin, das als Provitamin A für die Versorgung mit Vitamin A wichtig ist.

Vitamin A wiederum ist unter anderem nötig für eine gute Funktion der Augen.

Daher kann man schon sagen, dass Karotten gut sind für die Augen, doch lässt sich dieses β-Carotin bzw. Provitamin A auch aus anderen Quellen zuführen.

Fragwürdig ist die Einnahme von Carotinoiden via Nahrungsergänzungsmittel wie „Burgerstein & Co.“:

„Ebenso wie für die anderen sekundären Pflanzenstoffe gilt für Carotinoide, dass sie nicht in Form von isolierten, hochkonzentrierten Präparaten aufgenommen werden sollten, sondern im natürlichen Verbund mit anderen Nahrungsinhaltsstoffen. Die Einnahme hochdosierter Präparate birgt sogar Gefahren. Eine regelrechte Vergiftung mit Carotinoiden ist zwar nicht möglich, β-Carotin-Supplemente können aber möglicherweise das Krebsrisiko erhöhen.“

(Quelle: Wikipedia)

Und ob man tatsächlich mit Carotinoiden Krankheiten wie Alzheimer, Rheuma, Krebs, Arteriosklerose und Parkinson vorbeugen kann, scheint mir sehr spekulativ.

Mit solchen Andeutungen und Versprechungen wird hauptsächlich der Umsatz an Vitaminpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln angekurbelt.

Sinnvoller als Rüeblisaft ist im übrigen die Aufnahme von Karotten als Gemüse, wobei der Kochvorgang und die Zugabe von etwas Fett die Aufnahme von β-Carotin in den Organismus fördert.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Was ist Minzöl / Japanisches Pfefferminzöl?

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Minzöl („Japanisches Pfefferminzöl“) ist ein ätherisches Öl, das aus dem Kraut bestimmter Ackerminzen gewonnen wird. Es wird als kostengünstige Alternative zu dem höherwertigen Pfefferminzöl in ähnlichen Einsatzbereichen angewendet.

Herstellung von Minzöl

Minzöl wird mittels Wasserdampfdestillation aus dem Kraut mentholreicher Kulturformen der Ackerminze gewonnen. Für pharmazeutische Qualitäten des Öls (Menthae arvensis aetherolum) sind Mentha arvensis L. var. piperascens MALINV. ex HOLMES (Japanische Minze) sowie Mentha canadensis L. zugelassene Stammpflanzen. Aus dem primär gewonnenen sehr mentholreichen dickflüssigen ätherischen Öl (Mentholgehalt bis zu 90 %) wird ein Teil des Menthols nach Kristallisation durch Filtration abgetrennt und nach Rektifikation das Minzöl erhalten.

Ein naturbelassenes Minzöl existiert nicht, da der natürliche Mentholgehalt für eine Anwendung zu hoch ist und somit vermindert werden muss. Die Ackerminze wird zur Gewinnung natürlichen Menthols für die Arznei- und Kosmetikindustrie genutzt. Von Mentha arvensis gibt es unterschiedliche Pflanzenzüchtungen, die das Ziel haben, den Mentholgehalt und die ätherische Ölausbeute zu steigern. So liegt der Mentholgehalt neuerer Pflanzenzüchtungen bei ca. 90 % der gesamten Menge an ätherischem Minzöl.

Inhaltsstoffe des Minzöls

Minzöl enthält etwa 30 – 50 % Menthol, etwa 17 – 35 % Menthon, etwa 5 – 13 % Isomenthon und etwa 1,5 – 7 % Menthylacetat, sowie weitere Terpene.

Wirkung des Minzöls

Der chemische Hauptbestandteil des Minzöls ist Menthol. In höherer Dosierung wirkt das ätherische Öl darum lokal betäubend (anästhesierend) und schmerzunterdrückend (analgetisch), die Wirkung entspricht dem des (echten) Pfefferminzöls aus Mentha piperita.

Menthol wirkt am Kälte-Menthol-Rezeptor (TRPM8), deshalb hat das Öl eine (scheinbar) kühlende Wirkung, die Körpertemperatur wird aber nicht beeinflusst. Diese Wirkung ist vergleichbar mit dem Hitzereiz des Alkaloids Capsaicin aus Paprika.

Anwendung des Minzöls

Innerlich wird Minzöl bei Blähungen (Meteorismus), funktionellen Magenbeschwerden, Darmbeschwerden (Reizdarm) und Gallenbeschwerden und Katarrhen der oberen Luftwege angewendet. Die äußerliche Anwendung des Minzöls erfolgt auf den Schläfen bei Kopfschmerzen und zur Linderung der Symptome von Erkältungen. Mit Hilfe von Inhalation können bei Husten festsitzender Schleim gelöst und die oberen Atemwege frei gemacht werden. Das Einreiben verspannter Muskelpartien mit Minzöl kann die Beschwerden lindern.

Minzöl kommt zudem als Aroma in Lebensmitteln und Mundpflegemitteln zum Einsatz. Hinsichtlich Geruchqualität und Geschmacksqualität ist das Minzöl dem echten Pfefferminzöl unterlegen.

Anwendungsbeschränkung für Minzöl

Minzöl und minzölhaltige Zubereitungen dürfen nicht bei Kleinkindern und Säuglingen eingesetzt werden, weil dies mit dem Risiko lebensbedrohlicher Atemnotzustände verbunden ist.

Quelle:

http://de.wikipedia.org/wiki/Minzöl

Kommentar & Ergänzung:

Gegen Spannungskopfschmerzen wird Minzöl in 10%iger Konzentration eingerieben, zum Beispiel gemischt mit fettem Öl (bspw. Mandelöl).

Oft wird aber zu diesem Zweck Pfefferminzöl aus Mentha piperita verwendet.

Siehe dazu:

Pfefferminzöl gegen Kopfschmerzen

Phytotherapie: Pfefferminzöl gegen Spannungskopfschmerzen

Pfefferminzöl lindert Spannungskopfschmerzen

Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen lindern mit Pfefferminzöl oder Tigerbalsam

Ebenfalls gegen Kopfschmerzen eingesetzt wird China Kopfwehöl, das aus Pfefferminzöl, Kampfer, Menthol, Eucalyptusöl, Methylsalicylat und Thymol besteht.

Siehe:

Was ist China Kopfwehöl?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Hilft Vitamin C gegen Erkältungen?

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Seit langem immer wieder diskutiert wird die Frage, ob Vitamin C gegen Erkältungen wirksam sei.

Hier eine gute Zusammenfassung der Erkenntnisse aus dem PTA-Forum:

„Ob Vitamin C Erkältungen vorbeugt, wurde unter anderem in einer Metaanalyse von 29 Studien mit insgesamt 11 000 Teilnehmern untersucht. Das Ergebnis: Die Gabe von 200 Milligramm oder mehr pro Tag an Vitamin C hat keinen vorbeugenden Effekt. Im Gegensatz dazu halbiert Vitamin C das Risiko sich zu erkälten bei Menschen, die Leistungssport treiben, schwer arbeiten und in Regionen mit sehr kalten Wintern leben.

Darüber hinaus gingen Wissenschaftler der Frage nach, ob Vitamin C bei bereits Erkrankten die Beschwerden einer Erkältung lindert. Das Resultat ihrer Recherche: Wird Vitamin C schon vor den ersten Beschwerden eingenommen, verkürzt es die Krankheitstage und die Erkältung verläuft schwächer. Fängt man mit der Einnahme von 200 Milligramm pro Tag aber erst am Tag der ersten Symptome an, dann wirkt Vitamin C nicht besser als Placebo.“

Quelle:

http://www.pta-forum.de/index.php?id=443

Kommentar & Ergänzung:

Die Hersteller und Verkäufer von Vitamin C versuchen mit grossen (Werbe-)Einsatz, den gesundheitlichen Nutzen der Vitamin-C-Supplementation anzupreisen.

Schaut man sich die bisherigen Erkenntnisse an, ist der Effekt ausgesprochen mager.

Allenfalls Schwerarbeiter, Leistungssportler und Menschen in sehr kalten Gegenden könnten von einer Vitamin-C-Zugabe profitieren.

Zwar braucht unser Organismus Vitamin C von aussen zugeführt, doch lässt sich der Bedarf problemlos mit der Nahrung decken. Wer die Vitamin-C-Zufuhr speziell „pflegen“ will, kann aus zahlreichen Quellen wählen – Zitrusfrüchte, Kiwi, Paprika, Schwarze Johannisbeeren (Cassis), Sanddorn, Hagebutten……..

Früchte und Gemüse haben zudem den Vorteil, dass sie neben dem Vitamin C noch eine grosse Vielfalt an anderen gesunden Inhaltsstoffen mitbringen.

Gesundheitshoffnungen auf eine einzige Substanz zu konzentrieren ist nur sinnvoll, wenn ein Mangel an dieser Substanz belegt ist. Ist dies nicht der Fall, wird ein breites Angebot an gesunden Stoffen dem Organismus besser dienen.

Siehe auch:

Ungesünder Leben mit Vitaminpillen

Mit Nahrungsergänzungsmitteln höheres Sterberisiko

US-Studie: Vitaminpräparate sind nutzlos in der 2. Lebenshälfte

Multivitamin-Tabletten ersetzen nicht Obst und Gemüse

US-Studie findet keinen Schutzeffekt von Vitamin A und E für’s Herz

Naturheilkunde: Früchte essen statt Burgerstein schlucken

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