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Haferflocken reduzieren Cholestereinspiegel im Blut

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Das Magazin „Focus“ gibt eine Empfehlung zur Reduktion des Cholesterinspiegels:

„Die Leber bildet die Gallensäure, die die Gallenblase speichert. Die Säuren machen das Nahrungsfett für den Körper brauchbar. Um das Cholesterin zu senken, sollten Sie morgens Haferflocken essen, rät Dietrich Grönemeyer. Denn die binden die Gallensäuren. Wenn die Leber neue Gallensäure produziert, zieht sie Cholesterin aus dem Blut, sodass das Blutfett sinkt.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/videos/star-mediziner-raet-statt-tabletten-ein-fruehstuecksklassiker-senkt-ihren-cholesterinspiegel_id_7317491.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Tatsächlich lässt sich mit dem beschriebenen Mechanismus (Hemmung der Gallensäure-Rückresorption) der Cholesterinspiegel oft senken – nicht sehr stark, aber messbar und ohne Risiken und unerwünschte Nebenwirkungen.

Das im Hafer enthaltene Beta-Glucan – ein löslicher Ballaststoff – reduziert nicht nur den Cholesterinspiegel. Es kann auch den Anstieg des Blutzuckerspiegels nach einer Mahlzeit verlangsamen, was bei Diabetes Typ 2 erwünscht ist.

Die Empfehlung von Haferflocken ist allerdings suboptimal. Wenn schon Haferflocken, dann solchen sie „Vollkorn“ sein. Am meisten Beta-Glucan hat es nämlich in den Randschichten des Haferkorns. Haferkleie enthält mit 8,1 Gramm auf 100 Gramm beinahe doppelt so viel Beta-Glucan wie Haferflocken.

Haferkleie ist also vorzuziehen, wenn man wirklich den Cholesterinspiegel senken oder den Blutzuckerspiegel günstig beeinflussen will.

Weizenkleie enthält überwiegend unlösliche Ballaststoffe und entfaltet daher keine Wirksamkeit auf Cholesterin- und Blutzuckerspiegel. Sie dient insbesondere der Vorbeugung von Verstopfung.

Ähnlich günstige Effekte auf Cholesterin- und Blutzuckerspiegel lassen sich jedoch auch mit verschiedenen anderen Quellmitteln erreichen, zum Beispiel mit Flohsamen, Guarmehl, Bockshornkleesamen, Johannisbrotkernmehl, Pektin.

Der Saathafer wurde im übrigen zur Arzneipflanze des Jahres 2017 erkoren.

Siehe auch:

Saathafer – die Arzneipflanze des Jahres 2017

Hafer schützt Arterien

 

 

 

Vollkornprodukte präventiv gegen Diabetes Typ 2, Hypercholesterinämie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Adipositas

Bockshornklee interessant als Heilpflanze und Gewürz

Bockshornklee in der Diabetesbehandlung

 

 

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

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Brokkoli wirksam gegen Diabetes?

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Der Brokkoli-Inhaltsstoff Sulforaphan kann den Blutzucker bei Diabetes-Patienten reduzieren.

Der in Brokkoli und anderen Kreuzblütlern vorkommender Wirkstoff Sulforaphan könnte sich als neues Mittel gegen Diabetes Typ 2 entpuppen. In ersten Untersuchungen machte eine Behandlung mit dem Senföl bei Ratten Veränderungen der Genexpression rückgängig, die dem Diabetes Typ 2 zugrunde liegen. Auch am Menschen zeigte sich die Sulforaphan wirkungsam: In Form von Brokkolisprossen-Extrakt verabreicht verbesserte die Substanz die Blutzuckerwerte von Diabetespatienten messbar.

Weltweit leiden 300 Millionen Menschen an der Stoffwechselkrankheit Diabetes mellitus Typ 2, bei der das Hormon Insulin nicht mehr genügend Wirkung entfalten, um Zucker aus dem Blut in die Zellen zu transportieren. Dadurch kommt es zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels, der längerfristig große gesundheitliche Schäden verursachen kann – zum Beispiel an der Augennetzhaut und den Nieren. Auch das Risiko für koronare Herzerkrankungen oder Krebs steigt dadurch oftmals an.

Manchmal lassen sich die erhöhten Blutzuckerwerte beim Diabetes Typ 2 durch Ernährungsumstellung, Gewichtsabnahme und mehr Bewegung wieder unter Kontrolle bringen. Schwerere Fälle benötigen aber eine Therapie mit Insulin oder blutzuckersenkenden Medikamenten wie Metformin. Diese Mittel sind allerdings nicht für alle Patienten geeignet, weil sie unter anderem die Nieren schädigen können.

Ein Forschungsteam um um Annika Axelsson vom Lund University Diabetes Center im schwedischen Malmö hat daher nach alternativen Wirkstoffen gesucht.

Die Wissenschaftler schauten sich dabei an, welche genetischen Besonderheiten einem Diabetes Typ 2 zugrunde liegen. Die Stoffwechselerkrankung geht nämlich häufig mit Veränderungen der Genexpression einhergeht. Dann suchten die Forscher nach Wirkstoffen, welche die veränderte Genexpression rückgängig machen könnten. Die Substanz Sulforaphan eerwies sich dabei als vielversprechend. Sie kommt als Senfölglykosid Glukoraphan in der Pflanzenfamilie der Kreuzblütler vor, zum Beispiel in Kresse, Radieschen, Rettich und Brokkoli. In Brokkolisprossen ist die Sulforaphan-Konzentration besonders hoch. Mit Hilfe von Enzymen wird das Glykosid in seine aktive Form umgewandelt.

In Laborexperimenten konnte bereits gezeigt werden, dass Sulforaphan eine erhöhte Glucose-Produktion in Leberzellen unterdrückt und bei erkrankten Ratten die Genexpression günstig beeinflusst. Dabei wirkt es nach Angaben der Wissenschaftler ähnlich gut wie Metformin, aber auf einem anderen Weg.

Ob sich dieser Effekt auch beim Menschen bestätigen lässt, untersuchten die Forscher an 97 Testpersonen mit Übergewicht und einer Diabetes Typ 2-Erkrankung. Die Probanden nahmen über einen Zeitraum von zwölf Wochen regelmäßig konzentrierten Brokkolisprossen-Extrakt oder ein Placebo (Scheinmedikament) ein.

Aus dem Brokkoli-Extrakt entstand beim Kauen und durch Darmbakterien Sulforaphan.

Bei Versuchspersonen, die den Brokkoli-Extrakt eingenommen hatten, verbesserten sich die Blutzuckerwerte messbar. Die Behandlung reduzierte sowohl den sogenannten Nüchternblutzucker als auch das Glykohämoglobin HbA1c, das umgangssprachlich auch als Langzeit-Blutzucker bezeichnet wird.

Die Wissenschaftler raten Diabetespatienten allerdings davon ab, sich nun in Eigenregie mit hohen Dosen Brokkolisprossen-Extrakt oder konzentriertem Sulforaphan behandeln zu wollen. Es brauche weitere Studien, um die Wirksamkeit der Substanz zu bestätigen und herauszufinden, welche Patientengruppen am meisten von dem Wirkstoff profitieren können.

Quelle:

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-21560-2017-06-15.html

Science Translational Medicine, 2017;

doi: 10.1126/scitranslmed.aah4477

American Association for the Advancement of Science, 15.06.2017 – DAL

Kommentar & Ergänzung:

Präzisere Ergebnisse berichtet die Pharmazeutische Zeitung:

„Die Kombination Metformin plus Placebo führte in keiner Subgruppe zu dem Ergebnis, dass der HbA1c-Wert oder die Nüchtern-Blutzuckerwerte sanken. Anders in der Verumgruppe: Bei adipösen Patienten mit einer schlechten Blutzuckereinstellung führte Sulforaphan zur Senkung des HbA1c-Wertes von durchschnittlich 7,37 auf durchschnittlich 7,04 Prozent. Zudem sanken in dieser Gruppe auch leicht die Nüchtern-Blutzuckerwerte – von durchschnittlich 158 auf durchschnittlich 147 mg/dl. /“

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=69991

Wie die Forscher berichten, hemmt Sulforaphan wie Metformin die Gluconeogenese in der Leber, doch geschieht dies auf einem anderen Weg. Die Wissenschaftler denken daher über Möglichkeiten nach, Metformin und Sulforaphan für die Behandlung zu kombinieren.

Die Studien sind noch lange nicht so weit gediehen, um Brokkolisprossen oder Sulforaphan als Arzneimittel bei Diabetes Typ 2 zu empfehlen.

Es spricht aber viel dafür dass Senfölglykoside, die in Kreuzblütlern verbreitet vorkommen, ein wertvoller Bestandteil einer vielfältigen Ernährung sind. Zahlreiche Untersuchungen haben günstige Eigenschaften dieser Wirkstoffgruppe gezeigt, wobei aber auch hier der Hinweis wichtig ist, dass es sich meistens um Laborforschung handelt, deren Ergebnisse sich nicht einfach direkt auf den Menschen übertragen lasen.

Siehe auch:

Brokkoli: Schutz gegen Arthrose?

 

Glukosinolate aus Brokkoli im Fokus der Forschung

Brokkoli-Wirkstoffe unterstützen Krebstherapie

Glukosinolate aus Brokkoli und Rosenkohl schützen vor Darmerkrankungen

Brokkolisprossen hemmen Helicobakter pylori-Bakterien im Magen

Brokkoli-Inhaltsstoff günstig bei Asthma

 

 

Wirkstoffkunde: Was sind Senfölglykoside? Welche Wirkung haben sie?

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

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Lehrgang: Heilpflanzen-Seminar ab 9. / 10. September 2017 in Winterthur

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Interessiert an professionellem Heilpflanzen-Wissen in kompakter, verständlicher Form?

Am 9. / 10. September 2017 startet wieder ein neuer Lehrgang des Heilpflanzen-Seminars über fünf Wochenenden verteilt auf die Zeit bis Anfangs Dezember.

Im Zentrum des Lehrganges steht die Frage, welche Heilpflanzen bei welchen Beschwerden am wirksamsten sind und in welcher Form sie am besten angewendet werden können (Tee, Tinktur, Extrakt, Inhalation, Bad, Wickel, Einreibung…). Dazu kann ich viel fundierten Input geben und in der Regel haben wir dazu auch ein reges Gespräch unter Einbezug der Erfahrungen und Fragen der Teilnehmenden.

Dazu kommen dann noch allfällige Nebenwirkungen, Kontraindikationen (wann darf man die Pflanze nicht anwenden) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Sie erhalten im Heilpflanzen-Seminar zugleich Einblick in die Geschichte der Heilpflanzen und auch in die neuen Forschungsergebnisse der Phytotherapie.

Vorkenntnisse sind nicht nötig, aber auch kein Hindernis.

Schauen Sie sich doch mal die Kursausschreibung an:

Heilpflanzen-Seminar

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Kurkuma bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

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Die österreichische Zeitung „Kurier“ empfiehlt:

„Der Geschmack von Kurkuma ist vielen aus indischen Gerichten bekannt. In der indischen Heilmedizin Ayurveda wird Kurkuma seit Jahrtausenden verwendet. Im Körper kann das gelb-orange Gewürz Entzündungen reduzieren, etwa im Magen-Darm-Trakt. Besonders bei Reizdarm , chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und Morbus Crohn konnten Effekte gezeigt werden. Der in Kurkuma enthaltene Farbstoff Kurkumin wirkt außerdem entzündungshemmend und blutzuckersenkend. Zudem senkt es den Cholesterinspiegel und kann damit vielen Krankheiten vorbeugen.“

Quelle:

https://kurier.at/wellness/zimt-kurkuma-ingwer-knoblauch-wie-sie-ihr-gewuerzregal-gesund-haelt/247.739.154

 

Kommentar & Ergänzung:

Verwendet werden die Wurzelstöcke von zwei verschiedenen Curcuma-Pflanzen: Gelbwurzel (Curcuma longa) und Javanische Gelbwurz (Curcuma xanthorrhiza). . Kurkuma ist der gelbe Farbgeber im Curry-Gewürz.

Der gelber Farbstoff Curcumin ist einer der interessantesten Naturstoffe und wird intensiv wissenschaftlich untersucht. Dabei besteht aber noch eine grosse Kluft zwischen eindrücklichen Laborergebnissen und den bisherigen Belegen für die Wirksamkeit bei Menschen. Das hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass Curcumin aus dem Verdauungstrakt nur schlecht in den Organismus aufgenommen wird.

So dürfte es wohl eher schwierig sein, mit Kurkuma eine relevante entzündungshemmende Wirkung auf systemischem Weg im ganzen Organismus zu erreichen, zum Beispiel an den Gelenken.

Eine Reduktion von Entzündungen im Magen-Darm-Trakt, wie sie der „Kurier“ anspricht, „bei Reizdarm , chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und Morbus Crohn“, ist aber denkbar. Hier kommt das Curcumin direkt mit der Darmwand in Kontakt und eine Resorption ist nicht nötig. Zwar fehlen auch für diesen Bereich die grossen Studien, die eine solche Wirkung einwandfrei belegen könnten. Dieser Ansatz scheint mir aber soweit plausibel, dass ich wohl Curcumin probieren würde, wenn ich eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung hätte.

Ob Kurkuma dagegen in klinisch relevantem Ausmass den Blutzucker und den Cholesterinspiegel zu senken vermag, ist nicht ausreichend mit Patientenstudien belegt.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Tipp: Sommerwanderung Klöntalersee (Kanton Glarus)

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Da meine Saison mit den Kräuterwanderungen 2017 nun beendet ist, bin ich zurzeit intensiv am rekognoszieren von Touren für 2018.

Und heute war ich zu diesem Zweck am Klöntalersee im Kanton Glarus.  Es hat dort einen schönen Hirschzungen – Bergahorn – Schluchtwald, einen imposanten Wasserfall, schönen Rittersporn (Delphinium elatum) und eine spezielle Glockenblume mit einer Höhe von 150 cm und 6 cm langen Blüten (Breitblättrige Glockenblume, Campanula latifolia), Mondviole und an den Kalkfelswänden das Vielstenglige Fingerkraut (Potentilla caulescens).  Trotzdem war es mir von der Pflanzenvielfalt her zuwenig ergiebig für eine Kräuterexkursion, Ich möchte diese Gegend aber gerne als Tipp weitergeben für eine Sommerwanderung: Schattig, flach und landschaftlich vor allem im oberen Teil sehr schön (Auenlandschaft Hinteres Klöntal). Viele idyllische Bademöglichkeiten im Bergsee und Plätze zum Grillieren.

Von der Postautohaltestelle Klöntal Plätz hinten im Tal bis zur Postautohaltestelle Klöntal Rhodannenberg vorne bei der Staumauer braucht es als reine Wanderzeit berechnet eine Stunde und 45 Minuten.

Ich war in den letzten Tagen zwecks Rekognoszierung auch in Arosa im Kanton Graubünden. Das waren mir wohl jahreszeitlich bedingt zu viele von den Pflanzen, die ich für eine Kräuterwanderung brauche, von den Kühen abgefressen…..

Ausserdem war ich in Andermatt (Kanton Uri) im Gebiet Gemsstock / Gurschmatt. Das war landschaftlich schön, hat mich aber bezüglich Flora für eine Kräuterwanderung nicht überzeugt.

Sehr gefallen haben mir landschaftlich und von dem Pflanzen her die Region Kiental / Griesalp und das Stockhorn bei Erlenbach im Simmental. Diese beiden Gegenden im Berner Oberland habe ich ins Auge gefasst für das Programm Sommer 2018.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Studie untersucht Bärentraubenblätter als Alternative zu Antibiotika bei Blasenentzündung

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Die Universität Göttingen untersucht ab August in einer klinischen Studie, ob Bärentraubenblätter bei Blasenentzündungen eine Alternative zu Antibiotika sein können. Sie kooperiert dazu mit der Universität Bremen und der Medizinischen Hochschule Hannover. Vorerst müssen etwa 430 Frauen für die Teilnahme rekrutiert werden. Mit Resultaten wird in zwei Jahren gerechnet.

Die Studie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,5 Millionen Euro unterstützt.

Medizinisch werden Blasenentzündungen bisher mit Antibiotika behandelt. Je häufiger Antibiotika jedoch eingesetzt werden, desto grösser wird das Risiko von Resistenzen. Die Bakterien können sich verändern und soweit unempfindich gegen Antibiotika ewerden, dass diese ihre Wirksamkeit verlieren. Bei leichten Blasenentzündungen können Patientinnen zwar auch ein Schmerzmittel nehmen. Die Universität ist aber der Ansicht, dass Bärentraubenblätter eine natürliche Alternative sein könnten und will dem nun mit dieser Studie auf den Grund gehen.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=70743

Kommentar & Ergänzung:

Ich warte jetzt schon gespannt auf die Ergebnisse dieser Studie. Interessant zu wissen wäre noch, in welcher Form Bärentraube untersucht wird. Bärentraubenblättertee? Wohl kaum. Bärentraubenblättertee ist geschmacklich ziemlich auffällig – um es neutral zu sagen. Da wäre es kaum möglich, ein Placebo für die Kontrollgruppe zu kreieren, das vom Bärentraubenblättertee nicht unterscheidbar ist. Es wird wohl ein Bärentraubenblätterextrakt zu Anwendung kommen, der in ein Dragees verarbeitet werden kann und sich auf einen konstanten Arbutingehalt einstellen lässt. Nach Angaben der Phytotherapie-Fachliteratur sollte die Tagesdosis an Arbutin für die Behandlung einer akuten Blasenentzündung bei 400 – 840 mg liegen.

Mit 430 geplanten Probandinnen scheint es sich um eine Phase II-Studie zu handeln. Das ist erfreulich, denn oft werden Heilpflanzen-Präparate nur mit ein paar Dutzend Probanden auf dem Level von Pilotstudien untersucht, die keine Wirksamkeit belegen können. Die Meldung zeigt aber auch, dass solche Phase II-Studien aufwändig und teuer sind. Der Betrag von 1,5 Millionen Euro, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung beisteuert, belegt das eindrücklich. Für Phytopharmaka ist es normalerweise nicht so einfach, Fördermittel in dieser Grössenordnung zu bekommen und die Möglichkeiten der Hersteller übersteigen diese Beträge oft.

Ich kann mir vorstellen, dass die sich weltweit zuspitzende Problematik der Antibiotika-Resistenzen hier geholfen hat, dass entsprechende Fördermittel bewilligt wurden.

Die Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi) wächst in höheren Lagen auf der gesamten nördlichen Hemisphäre. In Europa kommt sie von der Iberischen Halbinsel über ganz Mitteleuropa bis Skandinavien vor. In östlicher Richtung ist sie Sibirien, zum Altai und Himalaja verbreitet.

In der Schweiz ist die Bärentraube in relativ grossen Beständen im Wallis und im Oberengadin anzutreffen. Wir finden sie auf unseren Kräuterwanderungen aber oft auch in den Nordalpen, zum Beispiel in Lenk, Mürren, Trin / Flims, Kandersteg und Feldis. Sie werden in diesen Regionen manchmal übersehen, weil sie quasi im Meer der Preiselbeer-Sträucher untergehen, die bei oberflächlichem hinschauen ein ähnliches Bild geben.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Pfefferminzöl bei Muskelkater?

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T-online gibt in einem Beitrag Tipps zum Umgang mit Muskelkater und hat eine interessante Empfehlung: Pfefferminzöl.

Hier eine Zusammenfassung mit anschliessendem Kommentar:

Muskelkater entwickelt sich, wenn die Muskeln beim Training zu stark strapaziert werden und dadurch kleine Risse im Gewebe entstehen. Die verletzten Muskelfasern schwellen an und es kommt zu einer Entzündung, die sich durch den charakteristischen ziehenden und stechenden Schmerz zeigt.

Wer ungewohnt intensive Belastungen oder für den Muskel ungewohnte Bewegungsabläufe durchführt, muss mit Muskelkater rechnen. Verhindern lässt er sich nur mit einem auf die vorhandene Muskelkraft abgestimmten Training.

Aufwärmübungen und Dehneinheiten vor dem Sport reduzieren zwar das Verletzungsrisiko von Sehnen und Bändern, können aber einem Muskekater nicht vorbeugen. Und Schmerzmittel lindern nur das Symptom Schmerz, helfen jedoch den verletzten Muskelfasern nicht. Sportmedizinern zufolge können die in den Schmerzmitteln eingesetzten Wirkstoffe sogar den Muskelaufbau stören.

Gegen ein sanftes Sportprogramm ist Fachleuten zufolge auch mit Muskelkater nichts einzuwenden. Das Training sollte aber deutlich weniger intensiv ausfallen, weil der Muskel Zeit braucht um sich zu regenerieren. Walken, langsames Radfahren und entspanntes Schwimmen sind gute Trainingsmöglichkeiten in dieser Phase. Bei starkem Muskelkater ist aber eine Auszeit zu empfehlen oder eine Verlagerung des Trainings auf andere Muskelgruppen unter Schonung der beanspruchten.

Zahlreiche Sportler setzen auf Wärme nach der Trainingseinheit, weil sie die Muskeln entspannt und durch Erweiterung der Gefässe die Durchblutung fördert. Dadurch wird der Muskel besser mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt.

Von Massagen raten Fachleute bei Muskelkater allerdings ab, da der Druck, der dabei auf die Muskelpartien ausgeübt wird, diesen zusätzlich reizt.

Als Geheimtipp gegen Muskelkater stellt T-online in dem Beitrag Pfefferminzöl vor:

„Die ätherischen Öle, darunter Menthol, Menthon und Menthofuran wirken krampflösend, entspannend, kühlend und durchblutungsfördernd. So werden die Muskeln bei der Regeneration unterstützt und das Ziehen im Muskel gelindert. Am besten trägt man das Öl direkt nach der sportlichen Belastung auf die beanspruchten Bereiche auf.

Ein wenig verdünnt ist das Öl für die Haut besser verträglich. Einfach einige Tropfen auf ein angefeuchtetes Tuch oder Wattepad geben und die gewünschte Hautstelle damit einreiben.“

Wichtig sei zudem, nach der Anwendung die Hände gründlich zu waschen und den Kontakt mit den Augen zu vermeiden.

Der Muskelkater erreicht meist am zweiten oder dritten Tag nach dem intensiven Training seinen Höhepunkt und bis er wieder vollständig abgeklungen ist, kann es bis zu sieben Tage dauern.

Schädlich sei Muskelkater nicht, schreibt T-online. Sehr ausgeprägter und schmerzhafter Muskelkater sei allerdings ein sicheres Zeichen dafür, dass man es übertrieben hat.

Das Gute an Muskelkater sei zudem, „dass der Muskel angeregt wird, sich auf intensivere Trainingseinheiten vorzubereiten, zu wachsen beginnt und an Stärke gewinnt.“

Sei der Schmerz kaum auszuhalten oder lasse er nach einigen Tagen nicht nach, solle man einen Arzt aufsuchen. Dann könne es sein, dass eine Sportverletzung vorliegt, die behandelt werden muss.

Quelle:

http://www.t-online.de/gesundheit/fitness/id_81171044/muskelkater-weitertrainieren-oder-pausieren-.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Pfefferminzöl bei Muskelkater – diese Empfehlung ist mir bisher noch nie über den Weg gelaufen.

Pfefferminzöl wird äusserlich oft verwendet als juckreizstillendes Mittel zum Beispiel bei Insektenstichen (ca. 1%ig) und als Gegenstimulation zur Linderung von Spannungskopfschmerzen (ca. 10%ig).

Bei akuten Prellungen auf den Sportplatz kann Pfefferminzöl Schmerzen ebenfalls lindern durch Gegenstimulation (Counterirritation). Menthol als Hauptbestandteil des Pfefferminzöls reizt die Kältesensoren in der Haut und die Kühlempfindung überlagert die Schmerzempfindung, lindert sie dadurch auf ähnliche Art wie ein Eisspray, aber ohne physikalisch zu kühlen.

Dass Pfefferminzöl auf der Basis einer Gegenstimulation auch Schmerzen bei Muskelkater lindert ist deshalb denkbar. Ich würde dazu allerdings Pfefferminzöl 10%ig in alkoholischer Lösung nehmen, so wie es als Roller oder Tupfer in Apotheken und Drogerien gegen Spannungskopfschmerzen empfohlen wird.

Dass sich mit Pfefferminzöl die Durchblutung (des Muskels) anregen lässt, scheint mir nicht sehr überzeugend. Zwar gibt es eine ganze Reihe von Naturstoffen mit durchblutungssteigernder Wirkung – zum Beispiel Capsaicin aus Paprika, Rosmarinöl, Kampfer und Wacholderöl. Sie wirken aber eher wärmend und werden in Sportsalben und Rheumasalben eingesetzt. Ob sie auch die Durchblutung der Muskeln fördern ist eher zweifelhaft. Es spricht mehr dafür, dass sich die durchblutungsfördernde Wirkung vor allem auf die Haut beschränkt. Eine schmerzlindernde Wirkung des Pfefferminzöls bei Muskelkater kann ich mir aber gut vorstellen.

Siehe auch:

Menthol / Pfefferminzöl gegen Juckreiz

DGS-Praxisleitlinien Schmerzmedizin: Pfefferminzöl gegen Spannungskopfschmerzen

 

Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerzen

Pfefferminzöl gegen Kopfschmerzen

Noch eine Bemerkung zum Schluss: Unterschätzt wird nicht selten die recht gute Wirksamkeit von Pfefferminzöl gegen viele Bakterien, Viren (z. B. Herpes) und Hefepilze (z. B. Candida albicans). Untersuchungen dazu wurden im Zusammenhang mit Olbas-Tropfen gemacht – ein Gemisch aus Pfefferminzöl, Cajeputöl, Eukalyptusöl, Wacholderbeeröl und Wintergrünöl.

Siehe dazu:

Olbas-Tropfen: Ein Gemisch von ätherischen Ölen getestet auf antimikrobielle Wirkung

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Natur-Museum und Historisches Museum Luzern von Schliessung bedroht – Petition unterzeichnen

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Der Kanton Luzern droht aufgrund seiner prekären finanziellen Lage mit der Schliessung des Natur-Museums und des Historischen Museums.

Beide Museen sind wertvolle Institutionen und über den Kanton hinaus bekannt. Ihre Schliessung wäre eine Schande für den Kanton Luzern und ein bildungspolitischer und kultureller Verlust.

Eine Online-Petition fordert Regierung und Parlament des Kantons Luzern auf, für die Zukunft ihrer Museen und kulturellen Einrichtungen zu sorgen.

Sie wird getragen vom folgenden Organisationen:

Freunde Historisches Museum Luzern

Verein Freunde des Natur-Museums Luzern

Archäologischer Verein Luzern

BirdLife Luzern

Historischer Verein Zentralschweiz

IG Kultur Luzern

Naturforschende Gesellschaft Luzern

Deutsche Naturwissenschaftliche Forschungssammlungen

Pro Natura Luzern

Schweizer Heimatschutz

UNESCO Biosphäre Entlebuch

Verband Museen Schweiz (VMS)

Verein Museen Luzern

 

Die Petition können Sie hier unterstützen:

http://www.sos-museen.ch

Ich selber bin dem Natur-Museum Luzern sehr verbunden und kenne auch das Historische Museum Luzern.

Ergänzt werden müsste noch, dass Regierung und Parlament des Kantons Luzern sich diese prekäre finanzielle Lage selber eingebrockt haben. Im Jahr 2011 hat der Kantonsrat die schon im Jahr 2010 um 25% gesenkte Gewinnsteuer für Unternehmen nochmals halbiert. Seither fehlen Millionen in der Kasse. Diese Löcher sollen nun gestopft werden durch Kürzungen bei Schulen, Familien, Behinderten und Asylbewerber.

Diese miserable Politik können nur die Wahlberechtigten des Kantons Luzern ändern, in dem sie nur Politikerinnen und Politiker wählen, die diesen unverantwortliichen Crashkurs ablehnen. Informieren Sie sich, wenn Sie im Kanton Luzern wahlberechtigt sind.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Teufelskrallen-Gel in der Migros – Wirksamkeit mehr als fragwürdig

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Der Grossverteiler Migros expandiert stark im Bereich Gesundheit & Arzneimittel, worüber man geteilter Meinung sein kann. Die verkauften Präparate sollten aber mindestens einigermassen seriös sein.

Kürzlich stiess ich im Migros-Sortiment erneut auf einen Teufelskrallen-Gel.

Teufelskrallenwurzel wird in der Phytotherapie eingesetzt zur Schmerzlinderung bei Osteoarthritis und Rückenschmerzen. Für die Wirksamkeit sprechen mehrer Studien, deren Aussagekraft allerdings wegen geringer Qualität und kleinen Probandenzahlen eingeschränkt ist. Untersucht wurde dabei ausschliesslich Teufelskrallenextrakt zur innerlichen Anwendung.

Wenn nun die Migros einen Teufelskrallen-Gel verkauft, bleibt die Frage vollkomen offen, ob eine Wirksamkeit auch über die Haut zu erwarten ist.

Als Hauptwirkstoffe gelten Iridoidglykoside (vor allem Harpagosid). Dass sie über die Haut aufgenommen werden und eine Wirksamkeit entfalten ist meines Erachtens ausserordentlich unwahrscheinlich und wird durch keine Studien oder andere Belege gestützt.

Die Migros profitiert mit ihrem Teufelskrallen-Gel einfach vom Ruf, welchen die Pflanze von ihrer innerlichen Anwendung her hat. Marketingmässig ist das geschickt, seriös aber wohl nicht. Im übrigen verkaufen auch Apotheken und Drogerien Teufelskrallen-Gel, was noch fragwürdiger ist, weil man von diesen Fachgeschäften eine fundierte Beratung erwarten würde.

Offenbar spielt es keine Rolle, ob die Präparate auch wirksam sind. Wirksamkeit scheint jedenfalls keine relevante Frage zu sein – weder für die Migros noch für viele Apotheken und Drogerien. Hauptsache der Verkauf läuft….

Konsumentinnen und Konsumenten müssen sich selber schlau machen, wenn sie nicht abgezockt werden wollen.

Die Arzneipflanze Teufelskralle ( Harpagophytum procumbens) stammt übrigens aus den Sandfeldern der Savannen im südlichen Afrika (Namibia, Südafrika, Botswana). Sie hat botanisch und bezüglich der Wirksamkeit nichts zu tun mit den Teufelskrallen der einheimischen Pflanzenwelt. Unsere Teufelskrallen, die auch als Rapunzeln bezeichnet werden, gehören zur Gattung Phyteuma aus der Pflanzenfamilie der Glockenblumengewächse (Campanulaceen).

Die afrikanische Teufelskralle Harpagophytum procumbens gehört dagegen zu den Sesamgewächsen (Pedaliaceae).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Teebaumöl bei Akne

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Das ätherische Öl aus den Blättern und Zweigen des in Australien heimischen Teebaums (Melaleuca alternifolia) gilt als Geheimtipp gegen Pickel / Akne.

Das Portal „Medizin transparent“ hat recherchiert, ob die Studienlage die Wirksamkeit von Teebaumöl gegen Akne bestätigt.

Ein chinesisch-australisches Wissenschaftsteam konnte in einer umfangreichen Recherche nur eine einzige Studie zu diesem Thema finden.

Diese allerdings kleine Studie liefert zwar vorsichtige Hinweise, dass Teebaumöl gegen Pickel helfen könnte. Für wissenschaftliche Gewissheit wären jedoch weitere, gutgemachte Studien mit positivem Resultat nötig.

In dieser Untersuchung hatten die Versuchspersonen per Losentscheid entweder ein Gel mit Teebaumöl in einer 5-prozentigen Konzentration oder aber ein vergleichbares Gel ohne Wirkstoff ( = Scheinpräparat, Placebo) zugeteilt bekommen, das sie sich zweimal täglich auf die betroffenen Stellen im Gesicht auftragen sollten.

Welche der insgesamt 60 Versuchspersonen das Teebaumöl-Präparat und welche das Placebo bekamen, wurde vor den Probanden und dem Studienpersonal geheim gehalten. Durch diese „doppelte Verblindung“, wie das Geheimhalten der Zuteilung vor sowohl Teilnehmern als auch Studienpersonal genannt wird, wird sichergestellt, dass Erwartungen der an der Studie beteiligten Personen das Resultat nicht beeinflussen können. Allerdings ist nicht sicher, dass bei dieser Studie die Verblindung auch bis zum Ende der Studie aufrecht blieb, da die Wirkstoff-freien Salben eine andere Beschriftung hatten als jene mit Teebaumöl.

Nach sechs Wochen zeigten sich bei den Versuchpersonen, welche das Gel mit Teebaumöl verwendeten, durchschnittlich sieben bis acht Hautunreinheiten wie Pickel, Mitesser oder Pusteln weniger als bei jenen, die das wirkstofflose Gel aufgetragen hatten. Mit nur 60 Probanden sind diese Resultate dieser Studie allerdings nur eingeschränkt aussagekräftig. Finanziert wurde die Untersuchung durch ein Unternehmen, das Kosmetika mit Teebaumöl produziert.

Aus den Resultaten ihrer Untersuchung schlussfolgern die Studienautoren, dass ihr Teebaumöl-Präparat kaum mehr Nebenwirkungen hat als das Gel ohne Wirkstoff. „Medizin transparent“ weißt jedoch darauf hin, dass Teebaumöl nicht immer harmlos ist, und bei empfindlichen Personen zu Hautreizungen und allergischen Hautausschlägen führen kann. Das Scientific Commitee on Consumer Safety (SCCS), das auf EU-Ebene berät, warne daher vor Produkten, die über fünf Prozent Teebaumöl enthalten, und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung rate bei Kosmetika überhaupt zu einer Begrenzung auf eine Konzentration von einem Prozent.

Quelle:

https://www.medizin-transparent.at/teebaumoel-gegen-pickel

Kommentar & Ergänzung:

Teebaumöl hat eine gute antibakterielle Wirkung und da Bakterien bei Akne eine Rolle spielen, erscheint eine Wirksamkeit plausibel.

Teebaumöl wird durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern und Zweigen des in Australien heimischen Australischen Teebaums (Melaleuca alternifolia) gewonnen.

Es besteht aus einem Gemisch von etwa 100 Substanzen, insbesondere (+)-Terpinen-4-ol (rund 40 %), α-Terpinen (rund 20 %), Terpinolen, Terpineol (jeweils 3 bis 4 %), Pinen, Myrcen, Phellandren, p-Cymen, Limonen, 1,8-Cineol.

Während die chinesisch-australische Forschergruppe nur eine einzige Studie fand, die ihren Qualitätsansprüchen genügte, geht Dr. Rainer C. Görne in der ÄrzteZeitung von fünf randomisierten Studien aus, welche die Wirksamkeit von Teebaumöl bei der Behandlung von Akne belegen sollen. Allerdings fehlen dort Quellenangaben zu diesen Studien.

Siehe: Teebaumöl gegen Akne

 

Die Verträglichkeit des Teebaumöls hängt wesentlich von den Aufbewahrungsbedingungen ab, die möglischst geschützt vor Sauerstoff sein sollten:

Teebaumöl: Korrekte Aufbewahrung reduziert Nebenwirkungen

Grundsätzlich stellt sich jedoch die Frage, ob es unbedingt Teebaumöl sein muss.

Viele ätherische Öle wirken antibakteriell. Und viele ätherische Öle sind besser hautverträglich als Teebaumöl und geruchlich angenehmer.

Besser verträgliche und geruchlich angenehmere ätherische Öle mit antibakterieller Wirkung sind zum Beispiel Korianderöl und Lavendelöl.

Siehe dazu:

Korianderöl bekämpft gefährliche Bakterien

Zur Wirkung von Korianderöl

Phytotherapie: Zur Wirkung von Koriander / Korianderöl

 

 

 

Wer typverwandte ätherische Öle als geruchliche Alternativen zu Teebaumöl sucht probiert es manchmal mit Manukaöl, Kanukaöl, Niaouliöl, Cajeputöl oder Eukalyptusöl.

Manukaöl ( aus der Südseemyrte, Leptospermum scoparium) wirkt ähnlich antibakteriell wie Teebaumöl, ist aber ebenfalls haut- und augenreizend.

Kanukaöl stammt von Leptospermum ericoides (= Kunzea ericoides) und fällt bezüglich antibakterieller Wirkung ab.

Niaouliöl wird mittels Wasserdampfdestillation gewonnen aus Melaleuca viridiflora (Myrtaceae) und gleicht in seiner Zusammensetzung dem Cajeputöl: Hauptbestandteil ist 1,8-Cineol (bis ca. 60 %), weiters Pinen und Limonen. Im Labor zeigte es antimikrobielle Wirkung.

Siehe: Was ist Niaouliöl?

Cajeputöl wird durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern und kleineren Zweigen des Cajeputbaumes (Melaleuca leucadendra) gewonnen. Es hat einen an Eukalyptus erinnernden Duft, wirkt stark antimikrobiell, enthält in hohem Maße Terpene und ist ein Hauptbestandteil des Olbasöls.

Siehe:

Olbastropfen – ein Gemisch von ätherischen Ölen getestet auf antimikrobielle Wirkung

Eukalyptusöl stammt von Eucalyptus globulus und besteht hauptsächlich aus 1,8-Cineol (über 70 %), ausserdem 1-Pinen (Spuren bis maximal 9 %), 2-Pinen (0-1,5 %), Limonen (0-12 %), und Phellandren (0-1,5 %). Es zeigt breite antimikrobielle Aktivität, ist dabei aber in seiner Wirksamkeit dem Teebaumöl unterlegen.

Verglichen mit dem relativ giftigen Phenol ist das Teebaumöl 11 bis 13 Mal wirksamer und damit viel stärker bakterizid als Eukalyptusöl, das nur etwa 3,5mal stärker als Phenol wirkt. In der Phytotherapie wird Eukalyptusöl in Kapselform auch innerlich angwendet als schleimlösendes Mittel gegen Husten (Sibrovita N).

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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