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Gefängnis-Experiment: Naturfilme reduzieren Aggressionen

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Naturaufnahmen wirken offenbar beruhigend auf Gefängnisinsassen.

Das legt das Resultat eines Experiments von Psychologen und Therapeuten in den USA nahe. Sie hatten für Häftlinge in Einzelhaft im Fitnessraum einen Bildschirm an die Wand montiert, auf dem ein Jahr lang Naturvideos mit Aufnahmen von Bergseen, Wüsten oder Regenwäldern liefen. Diese Bilder konnten sich die Häftlinge anschauen, während sie vier bis fünf mal die Woche ihr Fitnessprogramm absolvierten.

Die Insassen sagten hinterher, dass die Videos beruhigend auf sie wirkten – und das auch noch Stunden nach dem Sport. Manche berichteten, dass die Erinnerung an die Naturbilder ihnen auch helfe, sich in kritischen Situationen wieder zu beruhigen. Auch die Wärter stellten fest, dass die Naturfilme sich positiv ausgewirkt haben. Im Schnitt habe es ein Viertel weniger Tätlichkeiten von Häftlingen gegeben, die an dem Programm teilnahmen.

Quelle:

http://www.deutschlandfunk.de/gefaengnis-experiment-naturfilme-gegen-aggressionen.2850.de.html?drn:news_id=787273

https://www.eurekalert.org/pub_releases/2017-09/uou-nic082817.php

 

Kommentar & Ergänzung:

Nun ja, sehr überraschend scheint mir dieses Ergebnis eigentlich nicht. Und ich bin sicher, das klappt auch ausserhalb des Gefängnisses – und am besten in der realen Natur…….

Wie wärs mit einer Kräuterwanderung….?

Bewegung in der Natur ist gut für Stressabbau und Burn-out-Prävention. Das sag ich ganz ohne Studien.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Alternativmedizin: Smoothies statt Notarzt

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Als ihr 19 Monate alter Sohn schwer krank war, wollte ein kanadisches Paar ihn mit Alternativmedizin kurieren, statt zum Arzt zu gehen. Der Sohn starb. Die Elten mussten wegen Verletzung der Fürsogepflicht vor Gericht.

Der Fall zeigt exemplarisch, wo das Hauptrisiko der Alternativmedizin liegt. Gefährlich wird es immer dann, wenn Allmachtsvorstellungen und Fundamentalismus ins Spiel kommen und Menschen deswegen bei schweren Krankheiten auf wirksame Medizin verzichten. Oder wenn sie eine solche Entscheidung für ihre Kinder treffen.

Der Sohn Namens Ezekiel war im März 2012 infolge einer Hirnhautentzündung gestorben. David und Collet Stephan hatten bis zuletzt keinen Arzt konsultiert. Stattdessen versuchten sie das Kind zweieinhalb Wochen lang mit alternativmedizinischen Mitteln zu behandeln. Erst als die Atmung des Kindes aussetzte, riefen die Eltern einen Rettungswagen.

Die Rechtsmedizin kam zum Schluss, dass Ezekiel an einer von Bakterien ausgelösten Meningitis starb, also einer Hirnhautentzündung. Diese gefährliche Erkrankung lässt sich mit Antibiotika behandeln. Gegen einen häufigen auftretenden Meningitis-Auslöser bei Kindern, Haemophilus influenzae b, gibt es eine Schutzimpfung. Das Kind war allerdings nicht geimpft. Eine andere Expertin erklärte, Ezekiel sei an einer viralen Meningitis gestorben und dass er noch leben könnte, wenn der damals eingesetzte Notarztwagen über die Ausstattung verfügt hätte, ein Kleinkind mit aussetzender Atmung zu versorgen. Allerdings befindet sie sich diese Expertin selbst in einem Rechtsstreit mit dem Staat.

Laut Berichten von Medien sagten David und Collet Stephan aus, dass sie dachten, ihr Sohn habe die Grippe oder Pseudokrupp. Sie hätten ihm unter anderen Smoothies und Mittel wie scharfem Pfeffer, Meerrettich, Knoblauch sowie Olivenölextrakt verabreicht.

Das Kind habe am 27. Februar 2012 erste Symptome gezeigt, am 5. März verbesserte sich sein Zustand leicht. Am Tag darauf sei es aber ungewöhnlich lethargisch gewesen, habe nichts getrunken oder gegessen, nur gestöhnt. Die Eltern beschreiben daraufhin wieder eine gewisse Besserung, dann wieder eine Verschlechterung des Gesundheitszustands.

Am 12. März sei der Körper des Kindes so steif gewesen, dass sich sein Rücken durchgebogen habe und die Eltern flößten ihrem Sohn Flüssigkeit mithilfe einer Pipette ein, weil er von allein nicht mehr aß oder trank. Am 13. März suchten die Eltern einen Heilpraktiker auf, von dem sie ein Echinacea-Präparat bekamen, ein pflanzliches Präparat aus dem Sonnenhut, das die Immunabwehr stärken soll. Laut verschiedenen Berichten wurde das Kind in der Heilpraktikerpraxis nicht untersucht. Das Kind soll so steif gewesen sein, dass es im Auto nicht habe sitzen können, sondern hingelegt werden musste.

Als am Abend die Atmung des Kindes aussetzte, rief David Stephan zuerst seinen Vater an, bevor er die Ambulanz alarmierte. Da hatte sich Ezekiels Gesicht schon blau verfärbt. Im Spital stellten die Mediziner fest, dass bei Ezekiel kaum noch Hirnaktivität vorhanden war. Am 16. März starb das Kind.

David Stephan ist Vizepräsident in der Firma seines Vaters in der Provinz Alberta, die Nahrungsergänzungsmittel vertreibt und erklärt, diese seien unter anderem gegen ADHS, Depressionen oder Autismus wirksam.

Vor Gericht wurde das Paar schuldig gesprochen. Ezekiels Vater wurde zu vier Monaten Gefängnis verurteilt, die Mutter zu drei Monaten Hausarrest.

Sie zeigten aber keinerlei Einsicht.

Auf einer eigens zu diesem zweck eingerichteten Facebook-Seite

«Prayers for Ezekiel» (Gebete für Ezekiel) erinnern sie nicht nur an den Tod ihres Sohnes. Die Stephans kämpfen mit Polemik gegen den kanadischen Richter Rodney Jerke, der die beiden wegen unterlassener Hilfe für ihr an bakterieller Hirnhautentzündung erkranktes Kind verurteilte. Über die sozialen Medien unterstellen die Eltern eine angebliche Verschwörung der Behörden gegen die Anhänger alternativer Medizin und gegen Impfungsverweigerer. Der Richter hat deshalb bei der Urteilsverkündung angeordnet, dass die Stephans auf derselben Facebook-Seite das Urteil gegen sie und die Begründung des Richters in voller Länge veröffentlichen müssen.

Dieser Schritt hat Juristen und andere Experten in Nordamerika überrascht, weil es sich hier um einen Strafprozess und nicht ein Zivilverfahren handelte, wo Täter in Verleumdungsfällen manchmal gezwungen werden, ihre falschen Behauptungen öffentlich zu widerrufen. Der Fall zeige aber, in welchem Zeitalter wir leben, sagte die Rechtsprofessorin Carissima Mathen von der Universität Ottawa. «Viele Leute beziehen ihre Informationen aus den sozialen Medien. Sie glauben, was sie dort lesen.»

Die Zeitung «National Post» sieht die Anordnung zur Publikation des Ureils auf der Facebook-Seite als «klares Zeichen, dass die Gerichte auf die zunehmende Macht der sozialen Medien reagieren und auf die Weise, wie dort Kriminelle Unterstützung und Publizität gewinnen können, die den Glauben an das Rechtssystem unterhöhlen».

Quellen:

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/kanada-eltern-nach-tod-ihres-kindes-verurteilt-a-1089934.html

Tages-Anzeiger, 2016-07-01

Kommentar & Ergänzung:

Das ist zwar ein extremes Beispiel, aber leider kein Einzelfall. Es ist erschütternd, wie lange diese Eltern ihren Sohn leiden liessen, im Irrglauben, das beste für ihn zu tun.

Es gibt verblendeten Extremismus nicht nur in der Politik. Auch in der Alternativmedizin sind Menschen anzutreffen, die sich komplett in ihrer eigenen Welt abgeschottet haben.

Dem liegt oft eine radikale Spaltung der Welt in Schwarz und Weiss zugrunde. Hier die heile Alternativmedizin, dort die böse „Schulmedizin“. Dann füllt es sehr schwer, im Notfall oder generell bei schweren Erkrankungen Hilfe aus dem feindlichen Lager anzunehmen.

Schwarz-Weiss-Denken aber ist immer riskant, egal ob es um Politik geht oder um unsere Gesundheit.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

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www.phytotherapie-seminare.ch

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Kein Überlebensvorteil durch spezielle Krebsdiäten

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Die Onkologin Jutta Hübner von der Deutschen Krebsgesellschaft erläuterte im Rahmen eines Patientenforums, dass es keine sinnvolle spezielle Krebsdiät gebe: „Studien bestätigen, dass spezielle Diäten keinen Vorteil für das Überleben von Krebspatienten haben.“

Auch spezielle Nahrungsergänzungsmittel hält die Onkologin in der Regel für überflüssig. Den Krebspatienten empfielt sie vielmehr ausgewogen zu essen und auf eine ausreichende Zufuhr von Kohlenhydraten, Vitaminen, Eiweißen und Fetten zu achten. Auch gegen den moderaten Verzehr von Fleisch gebe es keine Einwände, genauso wenig wie gegen Schokolade oder Kuchen. Hübner empfiehlt neben einer ausgewogenen und normalen Ernährung so viel Bewegung wie möglich.

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/62710/Es-gibt-keine-spezielle-Krebsdiaet?s=Krebsdiät

Kommentar & Ergänzung:

Die Onkologin Jutta Hübner ist Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Prävention und integrative Medizin in der Onkologie (PRiO) der Deutschen Krebsgesellschaft. PRIO ist auf den Gebieten Prävention, Ernährung, Sport und komplementäre Therapien in der Onkologie tätig.

Dieselbe Ansicht bezüglich Krebsdiäten vertritt auch Susanne Weg-Remers, die Leiterin des zum Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) gehörenden Krebsinformationsdienstes in Heidelberg.

Siehe dazu:

Alternativmedizin: Es gibt keine Krebsdiät

 

Sehr fragwürdig und wohl für eine ganze Reihe von Todesfällen verantwortlich ist die sogenannte Breusskur.

Siehe dazu:

Breusskur gegen Krebs

Natürlich ist es sehr nachvollziehbar, dass Krebspatientinnen und Krebspatienten nach alternativen Behandlungen suchen. Leider geraten sie dabei oft an ausgesprochen fragwürdige bis kriminelle Angebote, von denen es im Internet nur so wimmelt.

 

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Welche Heilpflanzen fürs Schlafkissen


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Der MDR stellt Hausmittel gegen Schlafstörungen vor und empfiehlt dazu ein Schlafkissen:

„Man nehme einen kleinen Kissenbezug, fülle diesen fünf bis sieben Zentimeter dick mit getrockneten Kräutern wie Lavendel, Kamille, Melisse oder Pfefferminze. Den Bezug gut verschließen und zum Schlafen auf das Kopfkissen oder unter den Nacken legen. Um die Wirkung zu verstärken, kann man auch noch ein bis zwei Tropfen ätherisches Lavendelöl auf das Kissen geben. Der Duft der Kräuter und ihre Inhaltsstoffe werden über die Atemwege und die Haut vom Körper aufgenommen.“

Quelle:

http://www.mdr.de/hauptsache-gesund/hg-schlaf-stoerungen-100.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Gute Idee. Die Zusammensetzung des Schlafkissens würde ich individuell so wählen, dass es vom Duft her angenehm ist. Pfefferminze scheint mir allerdings eher fraglich, dann Pfefferminzöl eher belebend wirkt. Hopfen könnte noch passen, weil er ebenfalls leicht beruhigend wirkt und offenbar flüchtige Wirkstoffe enthält.. Waldmeister und Steinklee (= Honigklee) kommen als Cumarin-Pflanzen ebenfalls in Frage, wenn man Heuduft als angenehm und beruhigend empfindet.

 

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Ist Orangensaft gesund?

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Diese Frage stellt die NZZ am Sonntag (8. 10. 2017) dem Ernährungswissenschaftler Walter Willett. Antwort:

„Mit dem Orangensaft verhält es sich sehr viel komplizierter als mit den Süssgetränken, denn diese enthalten gar keine Nährstoffe. Orangensaft eignet sich gut, um sich mit Vitamin C zu versorgen. Aber er erhöht das Diabetesrisiko leicht, und tatsächlich enthält Orangensaft etwa so viel Zucker wie eine Cola. In einer idealen Welt würde man jeden Tag einige Orangen essen, anstatt Orangensaft zu trinken, aber das wird nicht passieren, weil es teurer und komplizierter ist. Es ist also vertretbar, täglich ein Glas Orangensaft zu trinken, am besten morgens, weil man sich danach bewegt. Es ist aber keine gute Idee, mehr als ein Glas zu trinken.“

Kommentar & Ergänzung:

Sinnvoll wäre es wohl auch, Fruchtsäfte 1:1 verdünnt mit Wasser zu trinken.

Ausserdem würde ich Orangensaft nicht aussschliesslich unter dem Kriterium der Vitamin-C-Zufuhr betrachten.

Orangen enthalten auch Carotinoide als orange Farbstoffe (z. B. Cryptoxanthin, Luteoxanthin).

Interessanterweise hat eine Untersuchung am Lehrstuhl Technologie und Analytik pflanzlicher Lebensmittel der Universität Hohenheim ergeben, dass aus pasteurisiertem Orangensaft ungefähr doppelt so viele Carotinoide aufgenommen werden wie aus einer handelsüblichen Orange.

Carotinoide zählen zu den so genannten sekundären Pflanzenstoffen, die für Menschen nicht zwingend nötig, aber gesundheitsfördernd sind. Sie schützen laut die Körperzellen vor schädlichen Umwelteinflüssen und spielen wegen ihrer Provitamin-A-Aktivität eine wichtige Rolle in der Ernährung.

Dass der menschliche Organismus aus dem pasteurisierten Orangensaft so deutlich mehr Carotinoide gewinnen kann als beim Verzehr der Orangenfrucht, liegt an der Herstellung des Saftes. Bei der Produktion des Orangensaftes werden Ballaststoffe wie Pektin oder auch Cellulose teilweise abgetrennt. Diese Ballaststoffe hemmen die Absorption von Carotinoiden während der Verdauung. Da in der Orange mehr unverdauliche Ballaststoffe enthalten sind als im Saft, ist die Aufnahme der Carotinoide aus der Frucht stark vermindert.

Ihre Resultate haben die Wissenschaftler im Fachjournal „Molecular Nutrition and Food Research“ publiziert.

Quelle:

https://www.welt.de/gesundheit/article148333801/Orangensaft-ist-gesuender-als-die-frische-Orange.html

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/mnfr.201500327/abstract

Als Zwischenbemerkung (M.K.): Wenn in der Orangenfrucht mehr Ballaststoffe vorkommen und dadurch die Aufnahme der Carotinoide verlangsamt wird, könnte es auch sein, dass Zucker verlangsamt aufgenommen wird. Pektin hat jedenfalls diese positive verzögernde Wirkung.

Orange enthaltenen zudem Flavonoide. Das sind wirkungsvolle Antioxidantien. Sie verbessern die Aufnahme von Vitamin C, schützen es vor Oxidation und steigern die Bioverfügbarkeit. Flavonoide entfalten sehr wahrscheinlich im Organismus eine Reihe von positiven Wirkungen, zum Beispiel im Herz-Kreislaufsystem und im Immunsystem.

Die Konzentration an Flavonoiden wird bei der Saftherstellung deutlich reduziert, allerdings werden die im Saft gelösten Flavonoide deutlich besser aufgenommen als diejenigen in frischen Orangen, in denen sie zu 90 Prozent als schwerverdauliche ungelöste Feststoffe vorliegen.

Quelle: http://derstandard.at/2000024807511/Orangensaft-gesuender-als-sein-Ruf

Beim Orangensaft ist noch zu ergänzen, dass die Produktionsbedingungen oft ausbeuterisch sind.

Siehe dazu:

Orangensaft gesund für alle?

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Hausmittel: Haferflocken gegen Sodbrennen

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Haferflocken bewähren sich häufig bei akutem Sodbrennen. Sie enthalten viel Stärke und nehmen überschüssige Magensäure gut auf.

Durch ihren hohen Gehalt an Schleimstoffen wirken sie wie ein Schutzschild.

Zwei bis drei Esslöffel pure Haferflocken werden zu diesem Zweck gut zerkaut. Je besser gekaut wird, desto mehr Schleimstoffe können sich lösen. Haferflocken sind leicht verdaulich und regen dahrer die Säureproduktion nicht an. Sie können auch vorbeugend zur Anwendung kommen – in Form von einer kleinen Portion Müsli, Suppe oder Brei.

Quelle:

http://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_81082212/die-besten-tipps-gegen-schmerzhaftes-sodbrennen.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Dass Haferflocken Sodbrennen lindern können, ist zwar nicht durch Studien belegt, aber ziemlich plausibel.

100 g Haferflocken enthalten in der Trockensubstanz etwa 4,5 g des löslichen Ballaststoffs Beta-Glucan. Das ist deutlich mehr als in Weizen (0,8 %) und in Roggen (2,3 %) und vergleichbar mit Gerste (4,8 &).

Weil das Beta-Glucan überwiegend in den äußeren Schichten vorkommt, ist der Gehalt in der Haferkleie mit 8,1 g deutlich höher als in den Haferflocken. Das lösliche Beta-Glucan aus Hafer bildet im Magen eine zähflüssige Konsistenz. Dadurch ist eine puffernde und schützende Wirkung gegen überschüssige Magensäure jedenfalls vorstellbar.

Hafer hat darüber hinaus aber noch weitere positive Eigenschaften.

Für Haferkleie erlaubt die Health-Claims-Verordnung der EU vom 14. November 2011 die Aussage: „Hafer-Beta-Glucan reduziert nachweislich den Cholesteringehalt im Blut. Ein hoher Cholesterinwert gehört zu den Risikofaktoren für die koronare Herzerkrankung“. Die positive Wirkung soll sich ab einer täglichen Aufnahme von 3 g Hafer-Beta-Glucan einstellen.

Die Health-Claims-Verordnung gestattet auch die Aussage: „Der Verzehr von Beta-Glucanen aus Hafer oder Gerste als Teil einer Mahlzeit trägt zur Reduktion des Blutzuckerspiegels nach dem Essen bei“.

Dazu muss Beta-Glucan aus Hafer oder Gerste als Bestandteil einer Mahlzeit verzehrt werden und das Beta-Glucan-haltige Produkt muss 4 g Beta-Glucan aus Hafer oder Gerste pro 30 g verfügbare Kohlenhydrate in der angegebenen Portion enthalten, was zum Beispiel bei Haferkleie-Flocken der Fall ist. Die Reduktion des Blutzuckerspiegels nach den Mahlzeiten durch hafereigenes Beta-Glucan kann beim Typ-2-Diabetiker eine Verbesserung der Insulinantwort bewirken.

Quelle: https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2012/04_12/EU04_2012_242_243.Markt.pdf

 

Während für die günstige Beeinflussung von Blutzuckerspiegel und Cholesterinspiegel hauptsächlich Haferkleie in Frage kommt, sind die Haferflocken in erster Linie ein gesundes Lebensmittel mit einer ganzen Reihe von wertvollen Inhaltsstoffen:

„Hafer ist ein ernährungsphysiologisch wertvolles Nahrungsmittel, da er besonders viel essentielle Aminosäuren (Lysin, Leucin, Isoleucin…) enthält und in seinem relativ hohen Fettanteil 80 % ungesättigte Fettsäuren…enthalten sind. Auch das für die Ernährung wichtige Lecithin (Phosphatidylcholin) kommt in grösseren Quantitäten vor als bei anderem Getreide.“

(Quelle: Nutzpflanzen und ihre Inhaltsstoffe)

 

Zu Haferflocken / Haferkleie siehe auch:

Haferflocken reduzieren Cholesterinspiegel im Blut

Saathafer – die Arzneipflanze des Jahres 2017

Haferkleie reduziert den Cholesterinspiegel

Vollkornprodukte präventiv gegen Diabetes Typ 2, Hypercholesterinämie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Adipositas

Als Hausmittel gegen Sodbrennen wird oft auch Kartoffelsaft empfohlen. Dieser Tipp soll auf den Schweizer Arzt und Ernährungsreformer Max Bircher-Benner (1867 – 1939) zurückgehen.

Siehe auch:

Naturheilmittel bei Sodbrennen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Inhaltsstoff Spermidin aus Weizenkeimen gegen Demenz?

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Der Inhaltsstoff Spermidin aus Weizenkeimen verbessert in einer Pilotstudie deutscher Neurologen das Gedächtnis von Senioren und kann so möglicherweise einer Demenzerkrankung vorbeugen.

Spermidin fördert die zelluläre Müllabfuhr und gaukelt den Zellen zudem ein Fasten vor – beides wirkt günstig auf die Gesundheit von Gehirnzellen. Die positiven Wirkungen des Spermidins sollen nun in einer weitern, längeren Studie überprüft werden.

Im menschlichen Organismus spielt Spermidin eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung von Zellprozessen und aktiviert insbesondere die Beseitigung von zellulärem Abfall mittels Autophagie.

Weil sich bei der Alzheimer-Demenz solcher „Müll“ in Form fehlgefalteter Proteine in den Hirnzellen sammelt, vermuten Wissenschaftler schon länger, dass die zelluläre Müllabfuhr dem entgegenwirken könnte.

In Tierversuchen verlängerte Spermidin die Lebensdauer von Würmern und Insekten und stoppte den altersbedingten Gedächtnisverlust bei Fruchtfliegen.

In ihrer Pilotstudie untersuchten die Forscher, wie sich aus Weizenkeimen gewonnenes und in Kapseln verabreichtes Spermidin auf Lernen und Gedächtnis von Probanden auswirkte. Das Resultat: „Wir konnten zeigen, dass sich Gedächtnisleistungen bereits nach dreimonatiger Einnahme tendenziell verbessern, bei sehr guter Verträglichkeit der Kapseln.“

Nun soll eine größere Studie diese Resultate überprüfen und vertiefen. Dabei untersuchen die Wissenschaftler die Wirkung einer zwölfmonatigen Gabe von natürlichem Spermidin aus Weizenkeimen auf Lernen und Gedächtnis sowie auf die Struktur des Gehirns. An dieser „Smart Age“-Studie beteiligen sich ältere, noch gesunde Personen, deren Gedächtnis sich nach eigener Einschätzung verschlechtert hat.

Zwar lässt sich eine Demenz nicht einfach durch Nahrungsergänzungsmittel wegessen oder eine vorbeugende Pille dagegen schlucken. Nahrungsergänzungsmittel ersetzen nie eine ausgewogene Ernährung. Eine gesunde Ernährung kann jedoch zur Prävention beitragen.

So wirkt es sich günstig aus, viel Obst, Gemüse und ungesättigte Fettsäuren zu sich zu nehmen und beim Zucker zu sparen. Und es spielt eine Rolle, wie viel man isst: In Studien führte eine Kalorieneinschränkung, insbesondere der Reiz des Fastens, zu besseren Gedächtnisleistungen.

Damit lässt sich möglicherweise die Wirkung des Spermidins erklären, denn dieses zählt zu den sogenannten Kalorienreduktions-Mimetika. Dabei handelt es sich um Substanzen, die Effekte des Fastens immitieren. Der Organismus produziert diese Substanzen beim Abnehmen, man kann sie jedoch auch mit der Nahrung aufnehmen. Auch einige weitere Vertreter dieser Kalorienreduktiions-Mimetika könnten möglicherweise vorbeugend gegen Demenz wirken, darunter eine Substanz aus Grüntee (Epigallocatechingallat, EGCG) und das in roten Trauben enthaltene Resveratrol.

Für Resveratrol konnten positive Effekte auf die Gedächtnisleistung und auf die Durchblutung des Gehirns nachgewiesen werden berichtet.

Sehr viel eindeutiger und einfacher sind jedoch Präventions-Maßnahmen, die jeder Mensch in seinem Alltag berücksichtigen kann: Ausreichend Bewegung, ein aktives soziales Leben und die Vermeidung von Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht können helfen, das Risiko für eine Demenz zu reduzieren.

Quelle:

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-21916-2017-09-21.html

Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V., 21.09.2017 – NPO)

Kommentar & Ergänzung:

Ein sicheres, unschädliches Mittel zur Vorbeugung von Demenz – wer möchte das nicht haben?

Diese Forschungen zum Weizenkeim-Inhaltsstoff Spermidin sind interessant, doch bleibt festzuhalten, dass Laborexperimente und eine kleine Pilotstudie noch keine Wirksamkeit beim Menschen belegen können. Das gilt auch für EGCG aus Grüntee und Resveratrol aus den roten Trauben.

In der Phytotherapie wird Ginkgo-Extrakt eingesetzt zur Verbesserung von Gehirnfunktionen und Gedächtnisleistung. Eine ganze Reihe von Untersuchungen deutet auf solche Wirkungen hin. Eine vorbeugende Wirkung gegen Demenz konnte bisher nicht belegt werden, günstige Effekte im Frühstadium von Demenz aber schon.

„Besonderes bei milden Demenzformen werden das Lernvermögen sowie die Gedächstnisleistung verbessert……..Bei Alzheimer-Patienten wurde für eine Tagesdosis von 240mg Extrakt ein positiver Einfluss auf den Parameter ‚Aktivitäten des täglichen Lebens’ nachgewiesen. Darüber hinaus gibt es Hinweise auf einen Nutzen bei der Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit und hinsichtlich des klinischen Gesamteindrucks.“

(Quelle: Biogene Arzneimittel)

„Die Wirksamkeit ist in Einzelstudien und Metaanalysen für die symptomatische Behandlung von Alzheimer und vaskulärer Demenz belegt.“

(Quelle: Teedrogen und Phytopharmaka)

Der Beitrag im Fachmagazin „scinexx“ weißt aber sehr zurecht darau hin, dass die wichtigsten Massnahmen zur Vorbeugung von Demenz (soweit das möglich ist), im nichtmedikamentösen Bereich liegen:

„Ausreichend Bewegung, ein aktives soziales Leben und die Vermeidung von Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht können helfen, das Risiko für eine Demenz zu reduzieren.“

 

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Weissdornbeeren für Sirup und Kompott

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Wenn der Herbst ins Land zieht, leuchten die Früchte des Weissdorns rot in den Hecken. Dass die Beeren essbar sind, ist nur wenigen bekannt. Roh hat das Fruchtfleisch allerdings eine mehlige Konsistenz. Erst nach der Verarbeitung zu Kompott, Gelee, Saft, Sirup oder Chutney entfalten die Früchte ein angenehm süß-säuerliches Aroma. Sie lassen sich auch gut mit anderem Obst wie Äpfeln, Quitten und Holunderbeeren kombinieren. Ein Mus aus Weißdornbeeren kann als Brotbelag verwendet werden und gibt Müsli, Joghurt und Quark einen speziellen Geschmack. Dafür werden die Weissdornfrüchte in etwas Wasser für acht bis zehn Minuten weichgekocht, danach abgegossen und durch ein Sieb gestrichen. Wer es gerne süsser hat, kann einen Teelöffel Agavensirup oder Honig beigeben.

Auch in der traditionellen Pflanzenheilkunde ist der Weissdorn bekannt. Schon Pfarrer Sebastian Kneipp empfahl den Weißdorn als Heilpflanze für Herz und Kreislauf. Bei Bluthochdruck und Schwindel soll ein Weissdorntee aus den getrockneten Blüten und Blättern helfen. Die Früchte enthalten unter anderem viel Vitamin C und Provitamin A sowie den Ballaststoff Pektin.

Weissdornfrüchte reifen zwischen August und Oktober. Beim Pflücken sollte man Vorsicht walten lassen und Handschuhe tragen, da Weißdorn sehr dicht wächst und mit zahlreichen Dornen bestückt ist. Ausserdem können die roten Beeren unschöne Flecken auf Textilien hinterlassen. Vor der Zubereitung werden die Weissdornfrüchte vom Stiel abgezogen und vor der weiteren Verarbeitung gründlich gewaschen. Ein paar Früchte sollten jedoch am Strauch bleiben, da sie über 30 verschiedenen Vogelarten als Nahrung dienen. Auch für zahlreiche Insektenarten und kleine Säugetiere ist der Weißdornstrauch eine gute Lebensgrundlage.

Quelle:

https://www.bzfe.de/inhalt/weissdorn-30849.html

 

Kommentar & Ernährung:

Erfreulich, dass das „Bundeszentrum für Ernährung“ (BzfE) die Weissdornfrüchte als Nahrungsmittel vorstellt.

Die Phytotherapie verwendet meistens Weissdornblüten und Weissdornblätter als Weissdorntee, Weissdorntinktur oder Weissdornextrakt.

Weissdornfrüchte (genauer: Scheinfrüchte) werden selten eingesetzt, kaum als Tee, manchmal aber als Tinktur.

Die Weissdornfrüchte enthalten wie Blüten und Blätter die typischen Wirkstoffe des Weissdorns – Flavonoide und oligomere Poranthocyanidine – allerdings tendenziell in geringerer Konzentration. Gemäss den Standardwerken „Biogene Arzneimittel“ und „Teedrogen und Phytophamaka“ nimmt der Wirkstoffgehalt der Weissdornfrüchte mit zunehmender Reife ab.

Das dürfte die Wirksamkeit der Früchte einschränken, zumal Weissdorn über längere Zeit in recht hohen Dosierungen engenommen werden muss.

Diese nötige hohe Zufuhr an Wirkstoffen kann bei Weissdorntee und Weissdornextrakt aus Blüten und Blättern erreicht werden, kaum jedoch mit Weissdorntinktur.

Siehe dazu:

Pflanzentinkturen oder Kräutertees?

Bei Sirup oder Kompott aus Weissdornfrüchten müsste man wohl unrealistisch hohe Dosen täglich über lange Zeiträume einnehmen, um eine relevante Wirkstoffzufuhr zu erzielen. Als Heilmittel für Herz & Kreislauf sind Weissdornkompott und Weissdornsirup sehr fraglich, vor allem auch, weil dazu reife Früchte verwendet werden.

Zurecht weißt der Beitrag der BzfE auf die hohe Bedeutung des Weissdornstrauch als Nahrung für Vögel hin. Weissdorn ist bezüglich des Nutzens für die Tierwelt einer der besten einheimischen Sträucher.

Heikel ist allerdings, dass Weissdorn zu den Wirtspflanzen des Feuerbrands gehört, einer gefählichen Pflanzenkrankheit, die durch das Bakterium Erwinia amylovora verursacht wird und vor allem Kernobst befällt.

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Melisse als Beruhigungsmittel

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Das Magazin „Focus“ befasst sich mit den Wirkungen der Melisse:

„Das Hauptanwendungsgebiet der Melisse ist die Beruhigung des Nervensystems. Ein Tee aus frischen Melissen-Blättern kann sich bei Stress und Nervosität als wahres Wundermittel erweisen, denn die in ihm enthaltenen ätherischen Öle wirken entspannend und angstlösend.“

Diese Empfehlungen sind nachvollziehbar, auch wenn der Begriff „wahres Wundermittel“ grundsätzlich fragwürdig ist.

Wer Melisse im Haus habe, brauche sich vor schweren Prüfungen keine Sorgen zu machen, schreibt „Focus“ weiter.

Das kann man probieren, doch gibt es bei Prüfungsangst bzw. Prüfungsstress Heilpflanzen, die ich vorziehen würde. Zum Beispiel als leicht angstlösende Präparate hochdosierten Passionsblumenextrakt oder Lavendelöl-Kapseln (Lasea). Und eher für längerfristige Anwendung zur besseren Stressbewältigung Adaptogene wie Ginseng (Ginsana) oder Rosenwurz (Vitango).

Ausserdem empfiehlt „Focus“:

„Vor dem Zubettgehen getrunken, kann auch ein Gläschen vom berühmten Kräuterschnaps Melissengeist beim Einschlafen helfen.“

Hier würde ich den Melissentee kombiniert mit einer Lavendelöl-Anwendung eindeutig vorziehen. Melissengeist hat mir zuviel Alkohol und zuwenig Melisse. Zudem enthält der Melissengeist neben Alkohol und Melissenblättern eine ganze Reihe von Heilpflanzen, die ihn eher als Mittel gegen Verdauungsbeschwerden prädestinieren: Alantwurzelstock, Angelikawurzel, Ingwerwurzelstock, Gewürznelken, Galgantwurzelstock, Schwarze Pfefferfrüchte, Enzianwurzel, Muskatsamen, Pomeranzenschalen, Zimtrinde, Zimtblüten, Kardamomensamen.

Die Melisse überrasche aber mit weiteren ungeahnten Heilkräften, schreibt „Focus“ weiter:

„Neben ihren ätherischen Ölen enthält sie Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide und Mineralsalze. Insbesondere die Gerbstoffe haben erstaunliche Fähigkeiten. Sie attackieren Herpes-Viren und schützen die Haut vor einer erneuten Infektion. Melissenextrakt gilt heute als anerkanntes Mittel gegen die lästigen Lippenbläschen.“

Korrekt. Der Melissenextrakt wird zu diesem Zweck in eine Creme eingearbeitet (Lomaherpan). Das Präparat muss wie alle lokal anzuwendenden antiviralen Herpesmittel bei den ersten Symptomen eingesetzt werden. Es kann die Dauer der Herpeserkrankung leicht verkürzen – vergleichbar mit anderen Fieberbläschensalben.

Ähnlich lokal antiviral gegen Herpesviren wirken Melissenöl und Pfefferminzöl. In der Schweiz gibt es zudem Parsenn Herpescreme aus Salbeiextrakt und Rhabarberwurzelextrakt, in kassenzulässiger Form als Phytovir.

Quelle:

http://www.focus.de/kultur/videos/melisse-melisse-zur-beruhigung-des-nervensystems_id_5294391.html

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Koffein während der Schwangerschaft?

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Studienresultate halten einen Verzehr von bis zu drei Tassen Kaffee während der Schwangerschaft als unbedenklich.

Vom Konsum von Energydrinks während der Schwangerschaft wird aber abgeraten.

Während der Schwangerschaft komplett auf Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke zu verzichten ist unnötig.

Bis zu drei Tassen Kaffee täglich gelten als unbedenklich, erklärt das Netzwerk Gesund ins Leben.

So zeigten Studienresultate beim Konsum von bis zu drei Tassen Kaffee während der Schwangerschaft keine nachteiligen Wirkungen auf Gestationsdauer und Geburtsgewicht. Im Sinne eines präventiven Gesundheitsschutzes wird allerdings vorsorglich von hohen Koffeinmengen abgeraten. Deshalb sollten Schwangere auf Energydrinks verzichten, die hohe Koffeinmengen pro Portion enthalten.

Quelle:

https://www.bzfe.de/inhalt/koffein-in-der-schwangerschaft-30742.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Gemäss European Food Safety Authority (EFSA) gilt für schwangere und stillende Frauen, dass eine über den gesamten Tag verteilte Koffein-Aufnahme aus allen Quellen von bis zu 200 mg pro Tag für den Fötus unbedenklich ist.

(Quelle: Wikipedia)

Eine Tasse Kaffee (150 ml) enthält etwa 30 bis 100 mg Koffein, eine Tasse Schwarztee je nach Zubereitungsart bis zu 50 mg. Das im Tee vorkommende Koffein wurde früher Thein (von französisch thé) genannt, ist chemisch jedoch exakt der gleiche Stoff wie im Kaffee. Energy-Drinks wie „Red Bull“ enthalten ca. 80 mg Koffein pro Dose.

(Quelle: http://www.chemie.de/lexikon/Koffein.html).

Fundierte Angaben finden sich im Standardwerk „Biogene Arzneimittel“:

„Bei einem durchschnittlichen Coffeingehalt von 60 – 100mg /Tasse (150ml)kann der Genuss von bis zu fünf Tassen Kaffee durch einen Erwachsenen als toxikologisch unbedenklich angesehen werden. Vorsicht ist geboten bei Personen mit labilem Herz-Kreislauf-System, Nierenkrankheiten, Magengeschwüren, Überfunktion der Schilddrüse, erhöhter Krampfbereitschaft oder bestimmten psychischen Störungen (panische Angstzustände). Schwangere sollten möglichst auf den Kaffeekonsum verzichten, zumindest aber eine Dosis von 300 mg /d nicht überschreiten (3 Tassen Kaffee, 9 Tassen Tee oder 7 kleine Gläser Colagetränk). Säuglinge, deren stillende Mütter viel Kaffee trinken, können Schlafstörungen zeigen.“

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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