Artikel mit Schlagwort ‘November’

Atopische Dermatitis: Problematische Formaldehydabspalter in Pflegeprodukten

Donnerstag, Dezember 12th, 2013

Patienten mit atopischer Dermatitis (Neurodermitis) reagieren laut einer US-Studie signifikant häufiger als Nichtatopiker mit Überempfindlichkeitsreaktionen vom verzögerten Typ auf Formaldehydabspalter, die als Konservierungsstoffe diversen Pflegeprodukten zugesetzt werden.

Deutlich unbedenklicher sind offenbar Parabene, die häufigsten Zusätze zur Haltbarmachung von Cremes, Shampoos und anderen Kosmetikartikeln.

Die Haut von Neurodermitikern ist permanent trocken, so dass viele Betroffene ständig bemüht sind, diese besonders gut zu pflegen.

Die Empfindlichkeit der Haut wird aber nicht nur durch die Hauttrockenheit selbst gesteigert. Auch zahlreiche Pflegeprodukte, Shampoos, Waschgels und selbst topische Medizinprodukte können Stoffe enthalten, die Hautreaktionen vom verzögerten Typ auslösen. Um Produkte mit hohem Wasseranteil chemisch vor Kontaminationen zu bewahren, werden ihnen oft Parabene, Formaldehyd oder Formaldehydabspalter zugesetzt. Letztere haben Formaldehydzusätze heute weitgehend verdrängt. Sie setzen Formaldehyd durch Hydrolyse frei.

Bereits eine frühere Studie hatte ergeben, dass Atopiker häufiger Typ-IV-Allergien, insbesondere gegenüber Nickel, Kobaltchlorid und Kaliumdichromat, entwickeln.

Cristin N. Shaughnessy und Kollegen von der Columbia University, New York, untersuchten die Wirkungen von Allergenen bei Probanden mit und ohne atopische Dermatitis (AD).

Vier der fünf Formaldehydabspalter lösten signifikant häufiger allergische Reaktionen bei Atopikern aus: Quaternium-15, Imidazolidinyl-Harnstoff, DMDM Hydantoin und 2-Brom-2-nitropropan-1,3-diol (Bronopol). Keine Differenzen zwischen Atopikern und Nicht-Atopikern fanden sich bei Parabenen, Formaldehyd oder Diazolidinyl-Harnstoff. Parabene etwa, die am häufigsten eingesetzten Konservierungsstoffe, hatten die tiefste Reaktionsrate mit 0,5% bei Nicht-Atopikern und 0% bei Atopikern.

Schlussfolgerungen der Studienautoren

Die Wissenschaftler raten Patienten mit atopischer Dermatitis, dass sie auf Pflegeprodukte verzichten sollten, die Formaldehydabspalter enthalten. Da sich beim Vergleich von Atopikern und Nicht-Atopikern keine Differenzen bezüglich Formaldehyd zeigten, sind nach Ansicht der Forscher die Reaktionen gegen die Struktur der Formaldehydabspalter selbst gerichtet. Obwohl sich für Diazolidinyl-Harnstoff keine signifikanten Differenzen zwischen den beiden Gruppen fanden, empfehlen die Wissenschaftler AD-Patienten dennoch, wegen der strukturellen Verwandtschaft zu Imidazolidinyl-Harnstoff und möglicher Kreuzreaktionen, auch den Umgang mit diesem Inhaltsstoff zu meiden.

Patienten mit Neurodermitis sollten zur Behandlung ihrer Haut am besten Salben verwenden, die keine antimikrobiellen Konservierungsstoffe enthalten. Bei der Auswahl von Cremes, Lotionen und anderen Produkten mit Bioziden raten die Studienautoren, solche mit Parabenen vorzuziehen, da diese sowohl bei Atopikern als auch bei Nicht-Atopikern nur sehr selten allergische Reaktionen auslösen.

Quelle:

http://www.springermedizin.de/atopiker-bei-pflegeprodukten-auf-formaldehydabspalter-achten/4822352.html / Autorin: Starostzik Christine

Shaughnessy, C. N. Cutaneous delayed-type hypersensitivity in patients with atopic dermatitis: Reactivity to topical preservatives. JAAD 2013; online 11 November 2013 (10.1016/j.jaad.2013.08.046)

Kommentar & Ergänzung:

Atopikern ist sehr zu empfehlen, auf einen hautfreundlichen Lebensstil zu achten.  Dazu gehört auch die sorgfältige Auswahl der Pflegeprodukte.

Offenbar sind betreffend Gehalt an Konservierungsstoffen vor allem die hoch wasserhaltigen Produkte problematisch. Bei den Cremen sind das O/W-Emulsionen (Öl in Wasser). Bei trockener Haut sind aber in der Regel sowieso fettreichere W/O-Emulsionen (Wasser in Öl) vorzuziehen.

Die wasserreicheren O/W-Emulsionen enthalten zudem auch mehr Emulgatoren, die sich negativ auf die Hautbarriere auswirken können.

In der Dermatologie kommt es nicht nur auf die Wirkstoffe an, sondern auch auf die Grundlage, in der sie appliziert werden.

Das gilt auch für die Phytotherapie: Es kommt nicht nur auf die passende Heilpflanze an, sondern auch in welcher Form (z. B. wässrig / fetthaltig), und das muss stadiengerecht geschehen.

Tagesseminare zum Thema „Heilpflanzen-Anwendungen bei Hauterkrankungen und Wunden“ finden Sie jährlich in meinem Kursprogramm (nächster Termin: 26. Februar 2014)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

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Vortrag in Zürich: Honig – begehrt von Mensch und Tier

Freitag, November 15th, 2013

Wer den Film „More than honey“ von Markus Imhoof über Honigbienen gesehen hat, möchte vielleicht mehr wissen über diese faszinierenden Tiere.

Die Entomologische Gesellschaft Zürich veranstaltet am Freitag  22. November 2013 einen interessante Vortag von Hans-Ulrich Thomas. Der Imker und Entomologe berichtet über verschiedene Arten der Honiggewinnung in Europa, Afrika und Asien, und über Tierarten, die den Honig ebenfalls nutzen und schätzen. Vorgestellt werden auch verschiedene Honigquellen in der Natur und deren Urheberinnen.

Zeit: 19.30 Uhr, Ort: ETH-Zentrum Hauptgebäude, Rämistrasse 101, 8006 Zürich,

Eintritt frei.

Kommentar & Ergänzung:

Die Entomologische Gesellschaft Zürich hat auch sonst ein spannendes Vortrags- und Exkursionsprogramm. Wer sich für Libellen, Käfer, Heuschrecken, Schmetterlinge, Wanzen, Schwebefliegen, Wildbienen, Hummeln und vieles mehr aus der faszinierenden Insektenwelt interessiert, wird hier viele Entdeckungen machen können. Auch die Spinnen, obwohl nicht zu den Insekten gehörend, gehören zu den Themen der Entomologischen Gesellschaft Zürich.

Siehe: http://www.insekten-egz.ch/www/index.htm

P.S. Die Bienen produzieren aber auch eine ganze Reihe von Substanzen, die als Heilmittel genutzt werden – interessante, aber auch fragwürdige. Darum hier noch ein kleiner Exkurs zur „Biene als Apotheke“:

In erster Linie natürlich kommt Honig zur Anwendung:

Erkältungen: Honig hilft gegen Husten

Honig lindert Erkältungen bei Kleinkindern

Hausmittel: Honig & Joghurt gegen Scheidenpilz

Honig zeigt Wirkung gegen multiresistente Bakterien

Naturheilmittel: Wundbehandlung mit Manuka-Honig

Honig als Wundheilmittel

Honig bei Mundschleimhautentzündung infolge Chemotherapie

Wundheilmittel: Honig gegen resistente Bakterien

Beruhigt warme Milch mit Honig den Hals?

Honig: Altes Wundheilmittel im Aufwind

Honig verkürzt Wundheilung bei Brandwunden

Dann gibt es noch Bienenkittharz (Propolis), das vor allem antimikrobiell wirkt  :

Kontaktallergien durch Propolis

Naturheilkunde: Was ist Propolis?

Generell zu Bienenprodukten als Naturheilmittel:

Bienenprodukte als Naturheilmittel

Bienen in der Homöopathie:

Die ganze lebende Biene wird zum Homöopathikum Apis mellifica verarbeitet.

Die Biene wird für dieses Mittel allerdings sehr stark verdünnt, oft  zum Beispiel Apis mellifica D12 ( = 1 : 1  000 000 000 000) oder Apis mellifica D 30, bei dem garantiert kein Molekül Biene mehr drin ist, was das Präparat vegetariertauglich macht.

Im Internet wird dieses Mittel für eine wahnsinnig lange Liste von Beschwerden und Krankheiten empfohlen:

“Nagelumlauf,

Sonnenallergie / Sonnenbrand,

Allergien,

Angina ohne Eiterbildung,

Hautausschläge,

Augen – Netzhautablösung,

Klein- und Schulkinder – Fieberkrämpfe – gerötete Mandeln,

Windpocken,

Halsentzündungen,

Augenentzündung,

Fieberbläschen,

Schmerzen,

Bindehautentzündung – akut – Lichtempfindlichkeit – Augenlider und Bindehaut stark geschwollen,

Gelenkentzündung,

Fieber,

Verbrennungen – Auch Verbrühungen und Sonnenbrand,

Eierstockschmerzen,

Harnblasenentzündung,

Allergische Reaktionen an Augen Hals und Mund,

Juckreiz,

Gerstenkorn,

Furunkel – Im Anfangsstadium,

Nesselfieber, Nesselsucht,

Ohrenschmerzen – wundes Ohr,

Zahnen bei Kindern,

Insektenstichen,

Jugendliche – Menstruation – schmerzhaft,

Entzündung – Akut,

Allergien – Schwellungen,

Verbrennungen – Rötung der Haut,

Ohrschmerzen ohne Absonderung,

Darm – Blinddarmreiz,

Sonnenstich, Hitzschlag,

Insektenstiche – Bienen – und Wespenstiche,

Scharlach,

Gürtelrose,

Blasenbeschwerden – Harnwegsbeschwerden – Entzündungen der Blase – Stark brennende Schmerzen beim Wasserlassen,

Blinddarmbeschwerden,

Hautausschlag – Ekzem,

Augen – Lidschwellung,

Blasenentzündung – Stark brennende Schmerzen beim Wasserlassen,

Röteln,

Atemnot,

Menstruationsbeschwerden,

Lokale Entzündungen der Haut und Schleimhäute,

Lidrandentzündung – akut – Lichtempfindlichkeit – Augenlider und Bindehaut stark geschwollen,

Gelenksbeschwerden – Entzündungen, Rötungen, Schwellungen,

Arthritis – Gelenke sind blass und geschwollen,

Hautausschlag,

Plötzliche Atemnot – Allergie,

Impfreaktionen,

Knochenhautentzündung,

Entzündungen – Stich- oder Bisswunden,

Tierbisse,

Arthritis – Gelenk blassrot,

Schwellungen,

Verbrennungen,

Schlafstörungen,

Venenentzündung,

Sehnenscheidenentzündung, Sehnenverletzung,

Halsschmerzen – Stechend,

Schnittverletzung,

Frauen – Eierstockentzündung,

Sonnenstich – Kopf blassrot,

Abszess – blassrot,

Zahnfleischentzündung,

Insektenstiche,

Kehlkopfentzündung,

Blinddarmreizung,

Halsentzündung,

Gürtelrose – große Bläschen,

Blasenentzündungen,

Nesselsucht,

Mumps,

Frauen – Menstruation – schmerzhaft Dysmenorrhoe,

Kopfschmerzen,

Gelenkbeschwerden,

Arthritis,

Blase – Blasenentzündung,

Heiserkeit – Stimmverlust,

Blasenentzündung,

Stimmverlust”

Quelle:

http://www.homoeopathie-homoeopathisch.de/homoeopathische-mittel/Apis-mellifica.shtml

Nur schon diese inflationär lange Liste sollte skeptisch stimmen. Es ist immer fragwürdig, wenn einem einzelnen Mittel derart viele Indikationen zugeschrieben werden. Und angesichts der Tatsache, dass für Apis mellifica keinerlei Belege für eine Wirksamkeit vorliegen – nicht für eine einzige der aufgeführten Krankheiten -  kann man eigentlich nur den Kopf schütteln ob dieser bodenlosen Aufzählung. Das ist auch ein Beispiel für die fehlende Qualitätssicherung im Internet, wo jeder und jede jeden Stuss publizieren kann.

Blütenpollen:

Dann gibt es bei den Bienenprodukten noch den Blütenpollen, der sehr eiweissreich ist. Die Bienen Nutzen den Pollen als Nahrung für die jungen Bienen.

Im Internet wird Pollen für alles mögliche propagiert: Als Kräftigungsmittel und Aufbaumittel, gegen Rheumatismus, Verstopfung, Krampfadern, Ekzeme, Depressionen, Anämie, Arteriosklerose…..

Auch hier kann man nur feststellen: Grosse Versprechungen, keinerlei Belege.

Gelée Royal:

Gelée Royale ist die dicke, milchig-weiße Substanz, die von Arbeitsbienen abgesondert wird. Sie füttern diesen „Königinnenfuttersaft“ einer Larve, die zur Königin werden soll. Auch hier im Internet grenzenlose Versprechungen: Osteoporose, Gedächtnisprobleme, Schilddrüsenerkrankungen, Arthritis….und natürlich als Anti-Aging-Mittel.

Sparen Sie sich das Geld. Bienenköniginnensaft ist gut für zukünftige Bienenköniginnen. Alles andere ist Spekulation.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Veranstaltungstipp 4. November 2013: Literaturhaus Zürich zum 100. Geburtstag von Albert Camus

Donnerstag, Oktober 31st, 2013

Am 7. November 2013 ist der 100. Geburtstag von Albert Camus (1913 – 1960). Das Literaturhaus Zürich veranstaltet zu diesem Anlass am 4. November einen Camus-Abend.

Von 18.00 Uhr bis 19.00 Uhr wird ein Artefilm gezeigt: «Albert Camus, Lektüre fürs Leben» (ARTE France 2013; 54 Minuten).

Der Film arbeitet anlässlich des Jubiläums die heutige Rezeption und Wirkung von Albert Camus heraus.

Um 19.30 Uhr laden die Philosophin Ursula Pia Jauch und der Kulturwissenschaftler Johannes Binotto zum Café Philo – in leicht veränderter Form – zum Café Camus. Dabei werden – ausgehend von einem Text Albert Camus‘ –  Thesen, Gedankensplitter aufgeworfen und diskutiert, in offener, freischweifender Form.

Der Eintritt ist frei.

Ort: Literaturhaus Zürich, Limmatquai 62, 8001 Zürich

Info: www.literaturhaus.ch

(dort kann man Karten reservieren)

Kommentar & Ergänzung:

Ich schicke diesem Veranstaltungshinweis ein paar Sätze nach, mit denen ich auszudrücken versuche, was mich an Albert Camus anspricht – womit ich aber nicht sagen will, dass ich ihn verstanden hätte……..

Mich spricht Albert Camus auf verschiedenen Ebenen an. Viele seiner Gedanken sind einfach philosophisch anregend. Seine Auseinandersetzung mit der Sinnfrage ist auch für den Umgang mit Krankheit relevant.

Darüber hinaus war er als Mensch politisch sehr engagiert, aber gleichzeitig offenbar erfreulich resistent gegen Dogmatismus. Er hat sowohl den Nationalsozialismus als auch den Stalinismus bekämpft – im Gegensatz zu Jean-Paul Sartre, welcher den Stalinismus zeitweise verteidigte.

Die antidogmatische Haltung zeigt sich beispielsweise in folgendem Camus-Zitat:

„Gibt es eine Partei der Leute,

die nicht sicher sind, recht zu haben?

Bei der bin ich Mitglied.“

Albert Camus war ein Denker, aber er ist nicht aus der Welt in die Abstraktion geflohen. Er hat sich mit allen Sinnen auf die Welt bzw. auf die Natur eingelassen – auf Sonne, Licht & Schatten, Meer, Steine, Wind. Denken und Sinnlichkeit unter einen Hut zu bringen, ist keine selbstverständliche Leistung.

Seine Naturmetaphorik vermenschlicht die Natur nie. Damit hebt sie sich angenehm ab von einem anthromorphisierenden, esoterischen Naturmystizismus der Gegenwart. Bei Camus existiert immer ein Erzähler, der diese Wahrnehmungen mit seinem Seelenleben verbindet und umformt und somit die Naturwahrnehmung interpretiert. Die Natur wird dadurch nicht “an sich” beschrieben, sondern immer durch den “Wahrnehmungsapparat” des Erzählers.

Mehr zu Leben und Werk von Albert Camus auf Wikipedia.

Radiobeitrag auf NDR zu Albert Camus:

http://media.ndr.de/progressive/2013/1018/AU-20131018-1452-0242.mp3

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Naturheilmittel: Baldrian im Garten

Montag, Juli 29th, 2013

Dass  Arzneibaldrian (Valeriana officinalis) gegen Schlafprobleme helfen kann, wissen viele Menschen.

Wie die Baldrianpflanze aber aussieht und wo sie wächst, ist allerdings weit weniger bekannt.

Das lässt sich ändern, wenn man Baldrian im Garten anpflanzt.

„Die Welt“ hat dazu die nötigen Informationen:

„Der Baldrianstrauch braucht Sonne oder lichten Schatten, der Boden sollte locker und tiefgründig, darf aber auch humos und sandig sein. Die Aussaat erfolgt im März unter Glas oder Folie oder im August direkt an Ort und Stelle, wo auch geerntet werden soll. Baldriansamen gehören allerdings zu den Leibspeisen der Vögel. Aus diesem Grund besorgt man sich die Jungsträucher am besten aus der Gärtnerei und pflanzt sie Anfang November.“

Quelle:

http://www.welt.de/gesundheit/article117707044/Diese-Hausmittel-wachsen-in-jedem-Garten.html

Kommentar & Ergänzung:

Vom Baldrian nutzt man die Wurzel und stellt daraus Baldriantee, Baldriantinktur oder Baldrianextrakt her.

Aufgrund ähnlicher Standortansprüche eignen sich als Nachbarn im Garten zum Beispiel: Echtes Mädesüss, Blutweiderich, Gilbweiderich, Bachnelkenwurz, Spargelschote, Sumpfhornklee, Prachtnelke, Wohlriechender Lauch, Sumpfschafgarbe, Sumpfdotterblume („Bachbummele“), Kuckuckslichtnelke.

Baldrian im Garten ist auch wertvoll für Insekten:

Baldrianblüte ist eine gute Nahrungsquelle für Fliegen, Schwebfliegen, Grabwespen, Wegwespen, Honigbienen, Sandbienen, Furchenbienen und Tagfalter.

Die Blätter werden gefressen von verschiedenen Raupen (z. B. Silberscheckenfalter) und vom Kirschblatthähnchen, einem Käfer.

P. S.: Arzneibaldrian können Sie natürlich auch gerne auf  meinen Kräuterexkursionen kennenlernen. Ich zeige auch gerne die Erkennungsmerkmale und die Unterschiede zu anderen Baldrianarten (Bergbaldrian, Dreiblatt-Baldrian, Sumpfbaldrian).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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GlaxoSmithKline will transparenter mit Studien umgehen

Sonntag, Februar 10th, 2013

Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline will in Zukunft offener mit eigenen Studien umgehen. In einer Pressemeldung teilte das Unternehmen mit, dass Berichte zu klinischen Studien für bereits zugelassene Arzneimittel öffentlich zugänglich gemacht werden sollen.

Beate Wieseler, Leiterin des Ressorts Arzneimittel am Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQwig) bezeichnete diese Ankündigung in der «Süddeutschen Zeitung» als ganz wesentlichen Schritt. Es zeigte was alles möglich sei. Andere Unternehmen werden begründen müssen, warum sie weniger transparent sind, sagte Wieseler.

Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz von der Goethe-Universität, Frankfurt am Main, forderte kürzlich am Pharmacon-Kongress in Davos den Hersteller Roche auf, endlich Studiendaten zum Grippemittel Oseltamivir (Tamiflu®) zu publizieren. In diesem Zusammenhang hatte das britische Ärzteblatt «British Medical Journal» (BMJ) schon im November des vergangenen Jahres als erste große Fachzeitschrift angekündigt, klinische Studien zu Arzneimitteln und Medizinprodukten nur noch dann zu veröffentlichen, wenn die Autoren unabhängigen Wissenschaftlern Einsicht in die Rohdaten ermöglichen würden.

GlaxoSmithKline hatte bereits im Oktober des vergangenen Jahres angekündigt, bei «vernünftiger wissenschaftlicher Fragestellung» anonymisierte Patientendaten seiner klinischen Studien zur Verfügung zu stellen. Nun will der Konzern offenbar noch transparenter vorgehen.

Die «Süddeutsche Zeitung» wies jedoch darauf hin, dass auch diese Ankündigung noch einigen Einschränkungen unterliegt. GlaxoSmithKline  wolle die Informationen nur preisgeben, wenn das getestete Medikament schon zugelassen sei oder die Entwicklung abgebrochen wurde. Darüber hinaus müssten die Studien vorgängig in einer Fachzeitschrift publiziert worden sein.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=45173&Nachricht_Title=Nachrichten_GSK%3A+Weniger+Geheimnisse+um+Studien&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Falls den Worten Taten folgen, ist dieser Schritt von GlaxoSmithKline sehr begrüssenswert, wenn auch noch nicht ausreichend.

Unvollständige und selektive Publikation von Studiendaten ist ein verbreitetes Problem bei Pharmastudien. Diese Praxis ist nicht nur fragwürdig, sondern zutiefst unwissenschaftlich.

Prägnant formulierte der amerikanische Philosoph John Dewey (1859-1952) „das erste Erfordernis des wissenschaftlichen Verfahrens – nämlich volle Öffentlichkeit der Materialien und Prozesse“.

(in: Erfahrung, Erkenntnis und Wert, S. 314, Suhrkamp 2004).

Gegen diesen Grundsatz verstösst die Datenverheimlichung fundamental. Die Öffentlichkeit darf solch täuschende und irreführende Geheimniskrämereien nicht hinnehmen.

Siehe auch:

Boykottaufruf gegen Roche wegen Tamiflu-Datenverheimlichung

Tamiflu® – Roche verheimlicht weiterhin Studiendaten

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie-Forschung an der Universität Frankfurt: Prof. Robert Fürst neu auf dem Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie

Sonntag, November 25th, 2012

Prof. Robert Fürst, der am 1. November 2012 die Nachfolge von Prof. Theo Dingermann am Institut für Pharmazeutische Biologie in Frankfurt angetreten hat, erforscht die wirksamen Prinzipien in Naturstoff-Gemischen wie Weißdorn, Baldrian oder Melisse, die aus tausenden von Substanzen zusammengesetzt sind.

Und er sucht Zielstrukturen im Körper, an denen solche Naturstoffe wirksam werden. Vorgänger Theo Dingermann bleibt noch zwei Semester im Amt und wird dann Seniorprofessor an der Goethe-Universität Frankfurt.

Einer von drei Forschungsschwerpunkten Fürsts sei die rationale Phytotherapie, also die Verwendung pflanzlicher Arzneimittel, die nach medizinischen Massstäben eingesetzt werden, schreibt die Universität in einer Pressemitteilung. Fürst untersuche diese Vielstoffgemische auf ihre molekularen Mechanismen und wirksamen Bestandteile hin. Das erläutert der neue Lehrstuhlinhaber am Beispiel des Weißdorns: Aus Studien wisse man, dass Weissdorn die Herzleistung bei milden Formen der Herzinsuffizienz verbessere. „Ich wollte wissen, wo der Wirkstoff, abgesehen vom Herzen, sonst noch angreift und hatte den Verdacht, dass er auch direkt auf die Endothelzellen wirkt, die die Gefäße auskleiden“, sagt Fürst. Häufig seien mit der Herzinsuffizienz auch entzündliche Prozesse der Gefäße verbunden. Dies trage dazu bei, dass sie undicht werden und Flüssigkeit an das Gewebe verlieren. Diese Ödembildung könne durch Weißdorn verhindert werden, da der Extrakt direkt in Regelkreise der Endothelzellen eingreifen könne, wie Fürst herausgefunden hat.

Robert Fürst war der Wunschkandidat der Universität Frankfurt und seine Berufung wurde nach Aussage des Vizepräsidenten Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz möglich dank der großzügigen Unterstützung der Karlsruher Firma Dr. Willmar Schwabe, einem Produzenten pflanzlicher Arzneimittel.

Quelle:

http://idw-online.de/pages/de/news507476

Kommentar & Ergänzung:

Der Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie an der Universität Frankfurt hat einen ausgezeichneten Ruf und Prof. Theo Dingermann ist bekannt als Autor bedeutender Phytotherapie-Fachbücher. Erfreulich zu hören also, dass die Phytotherapie-Forschung an der Universität Frankfurt weitergeht. Das zeigt einmal mehr, dass die Phytotherapie gut in den Wissenschaftsbetrieb integriert ist. Das stützt meine seit je her vertretene Ansicht, dass Phytotherapie ein (randständiger) Bereich der Medizin ist – und irreführender weise von manchen Politikerinnen und Politikern aus Lobbying-Gründen  zur Komplementärmedizin gestellt wird.

Siehe auch:

Komplementärmedizin  - ein fragwürdiger Begriff

Gehört Phytotherapie zur Komplementärmedizin?

Skeptisch bin ich immer, wenn Lehrstühle an Universitäten von Pharmafirmen (teil)finanziert werden. Das ist eine verbreitete Praxis bei Pharmakonzernen wie Novartis, Roche, Merck, Schering etc.

Negativ-Schlagzeilen macht seit längerem ein Lehrstuhl an der Viadrina-Universität in Frankfurt an der Oder, der vom Homöopathika-Hersteller Heel finanziert wird.

Und in Frankfurt am Main beteiligt sich also die Firma Wilmar Schwabe aus Karlsruhe an der Finanzierung des Lehrstuhls für Pharmazeutische Biologie.

Immerhin kann hier gesagt werden, dass Wilmar Schwabe sich seit langem erkennbar um seriöse Forschung bemüht. Die Phytopharmaka der Firma gehören zu den am besten wissenschaftlich dokumentierten Präparaten der Phytotherapie – zum Beispiel:

Hyperiplant (Johanniskraut)

Cardiplant (Weissdorn)

Tebokan / Tebofortin (Ginkgo)

Prostagutt (Brennnesselwurzel / Sabalfrucht)

Wilmar Schwabe ist damit wohl die führende Phyto-Firma in Deutschland, wenn es um die Entwicklung von Heilpflanzen-Extrakten geht.

In der Schweiz kommt diese Stellung der Firma Zeller in Romanshorn zu, die eigene Extrakte entwickelt und wissenschaftlich dokumentiert.

Beispielsweise:

Rebalance / Remotiv (Johanniskraut)

Redormin / Zeller Schlafdragées (Baldrian / Hopfen)

Tesalin (Pestwurz)

Cimifemin (Traubensilberkerze / Cimicifuga)

Premens / Prefemin (Mönchspfeffer / Keuschlamm)

Für die Phytotherapie ist es enorm wichtig, dass es kompetente Arzneipflanzenforscher und Phytopharmaka-Hersteller gibt, die neue Extrakte entwickeln und wissenschaftlich dokumentieren. Sie arbeiten an der Grundlage, auf welcher sich die Phytotherapie weiter entwickeln kann.

Deshalb halte ich es für sinnvoll, wenn alle an einer fundierten Phytotherapie interessierten Personen die forschenden Phyto-Firmen auch bevorzugt unterstützen. Trittrettfahrer, die sich jeden Entwicklungs- und Forschungsaufwand sparen, haben wir genug.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Psychologie: Studien werden nur selten reproduziert

Samstag, November 17th, 2012

Experimente zu wiederholen ist eines der wichtigsten Merkmale von Wissenschaft. Dass dies jedoch nur sehr selten gemacht wird, zeigt nun eine US-Studie: In den vergangenen 100 Jahren seien in der Psychologie nur etwas mehr als ein Prozent aller Forschungen reproduziert worden, erklären die Forscher.

Im Gegensatz zu früheren Annahmen würden diese Wiederholungen jedoch immerhin tendenziell zu den gleichen Ergebnissen gelangen wie ihre Vorgänger, schreiben der Psychologe Matthew Makel von der Duke University und Kollegen in einer Studie.

Ihrer Untersuchung voran stellen sie ein Zitat des US-Mathematikers und -Statistikers John Tukey, der 1969 schrieb: “Bestätigung erfolgt durch Wiederholung. Jeder Versuch, diese Aussage zu vermeiden, führt zu Versagen und noch wahrscheinlicher zu Zerstörung”.

In der Wiederholung von Experimenten sehen viele Forscher einen “Goldstandard”: Wiederholungen können dabei helfen, mögliche Fehler in den Grundannahmen oder Arbeitshypothesen zu entdecken und zu beheben. Das gilt für alle Wissenschaftsdisziplinen, aber speziell auch für die Psychologie, deren Forschungsbereich der methodisch besonders schwierig zu fassende Mensch ist.

So eindeutig dies für Wiederholungen von Studien spricht, so wenig attraktiv sind solche Reproduktionen in der Realität. Entsprechende Arbeiten haben nicht gerade ein „sexy“ Image, dabei wird auf den ersten Blick kein neues Wissen gewonnen, das sich dann medial gut “verkaufen” lässt. “Wiederholungsforscher” gelten darum eher als Handwerker, denen die Kreativität abgeht. Dass das nicht erst ein Phänomen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte ist, belegt nun die Studie von Makel und seinen Kollegen.

Wiederholungsrate von 1,07 Prozent

Sie haben die Frage der Wiederholungen in der Psychologie mit statistischen Mitteln unter die Lupe genommen. Zu diesem Zweck durchkämmten sie die online zur Verfügung stehende Forschungsliteratur seit 1900 und durchsuchten die 100 bedeutendsten Fachzeitschriften nach dem Ausdruck “replicat*”, wobei das Sternchen für alle möglichen Wortendungen steht.

Nach Korrektur einiger Fehlerquellen errechneten die Forscher für den Gesamtzeitraum seit 1900 eine Wiederholungsrate von 1,07 Prozent.

Andere Wissenschaftler, andere Resultate

Ab den 1960er Jahren ist die Anzahl der wissenschaftlichen Veröffentlichungen im Bereich Psychologie geradezu explodiert. Auch die Wiederholungsrate stieg an,  jedoch nicht in im gleichen Ausmaß.

Im Gegensatz zu früheren Untersuchungen zeigten die Auswertungen von Makel und Kollegen, dass der Großteil der Reproduktionen “erfolgreiche Wiederholungen” waren, dass die Resultate also den ursprünglichen Studien entsprachen. Allerdings: Wenn keiner der ursprünglichen Autoren an der Wiederholungsstudie beteiligt war, reduzierte sich die Wahrscheinlichkeit einer “erfolgreichen Replikation signifikant” – andere Wissenschaftler kommen also auch im gleichen Setting zu eher anderen Resultaten.

Betrifft auch andere Disziplinen

Die Psychologie stehe mit ihrer Wiederholungsrate von knapp über einem Prozent keineswegs allein, schreiben die Wissenschaftler. Zwar gebe es keine vergleichbaren umfassenden Studien wie die aktuelle in anderen Wissenschaftsdisziplinen. Einzelstudien in den Bereichen Wirtschaft, Marketing und Kommunikation würden jedoch ebenfalls auf Raten zwischen einem und drei Prozent kommen.

Quelle:

http://science.orf.at/stories/1707700/

Die Studie:

“Replications in Psychology Research: How Often Do They Really Occur?” von Matthew Makel und Kollegen ist in der November-Ausgabe der “Perspectives on Psychological Science ” publiziert worden.

http://pps.sagepub.com/content/7/6/537.full

Kommentar & Ergänzung:

Interessant wäre es zu erfahren, wie hoch die Wiederholungsraten bei Studien in den Bereichen Medizin und Pharmakologie sind.

Auch hier gilt nämlich, dass eine einzelne Studie zu einem bestimmten Verfahren oder Medikament noch kein eindeutiger Beleg ist und erst die Wiederholung ausreichend Glaubwürdigkeit schafft. Es ist nützlich, sich dieses Qualitätsmerkmal der wissenschaftlichen Arbeit immer wieder klar zu machen. Das schützt davor, jede Sensationsmeldung über neueste Forschungsergebnisse ungefiltert für bare Münze zu nehmen.  Die Meldungen sind auch im Gesundheitsbereich voll mit Berichten über Erststudien, die nie wiederholt oder später durch Wiederholung  widerlegt werden, wobei das zweite negative Resultat es dann kaum mehr in die Medien schafft.

Dass Fachzeitschriften und Publikumsmedien so stark das Sensationelle und Neue vorziehen, tut der Wissenschaft nicht gut.

Zudem sind die meisten Empfängerinnen und Empfänger von Meldungen viel stärker interessiert an Bestätigungen als an Widerlegungen.

Ein Vortrag, ein Buch, ein Kurs zum Thema „XY wirkt nicht wie versprochen“ stösst auf sehr mässiges Interesse.

Ein Vortrag, ein Buch, ein Kurs zum Thema „XY wird gegen…“ zieht dagegen.

Ein Vortrag, ein Buch, ein Kurs zum Thema „XY wirkt wunderbar gegen….“ wird zum Renner.

Daraus entsteht eine Einseitigkeit in der Aufnahme und Bewertung von Informationen, die ich für ausgesprochen ungesund halte.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Was ist Palliativmedizin?

Dienstag, November 6th, 2012

DRadio Wissen erklärt in der Rubrik „Glasklar“, was Palliativmedizin ist.

Palliativmedizin „wird zur lindernden Behandlung unheilbar Kranker eingesetzt, die nur noch eine begrenzte Lebenserwartung haben. Wenn im finalen Krankheitsstadium keine Therapie mehr mehr möglich ist, soll die Palliativmedizin die Lebensqualität erhalten oder gar verbessern. Dabei steht die Schmerzlinderung im Vordergrund. Aber auch psychische, soziale oder spirituelle Probleme sind in der Palliativmedizin wichtig.“

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=152458

Kommentar & Ergänzung:

Der Begriff „Palliativmedizin“ wird besser verständlich, wenn man weiss, dass es sich dabei   um einen Teilbereich der Palliative Care handelt.

Und was ist Palliative Care?

„Palliative Care (lat. palliare „mit einem Mantel bedecken“; engl. care „Versorgung, Betreuung, Aufmerksamkeit“) ist der Oberbegriff für alle Bereiche der Versorgung unheilbar Schwerkranker und Sterbender, wie zum Beispiel die Palliativmedizin und Palliativpflege sowie die Hospizarbeit.

Palliative Care hat ihren Ursprung in der Hospizbewegung, welche in den 1960er Jahren im Vereinigten Königreich von Cicely Saunders begründet wurde. Für die aus dem Englischen stammende Bezeichnung gibt existiert im Deutschen keine passende Übersetzung, so dass die entsprechenden Fachkreise den international gültigen Fachausdruck im Sinne der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) übernommen haben.

Palliative Care ist zu verstehen als Konzept zur Beratung, Begleitung und Versorgung von verschiedenen Berufsgruppen in enger Vernetzung und in Hinblick auf Wunsch und Willen des Patienten. Neben MedizinerInnen und Pflegepersonen sind dabei je nach Bedarf und Wunsch des Patienten auch Psychologen, Physiotherapeuten, Seelsorger, Sozialarbeiter sowie ehrenamtliche Helfer beteiligt. Auch Angehörige sollen als nahestehende Begleiter des Schwerkranken miteinbezogen werden und ebenso wie der Patient Unterstützung und Zuwendung erfahren.

Zur Palliative Care gehört als Grundhaltung die Akzeptanz der Endlichkeit des Lebens. Deshalb wird das künstliche Verzögern des Sterbens abgelehnt, ebenso die aktive Sterbehilfe.

(Quelle: Wikipedia)

Heilpflanzen-Anwendungen sind in Palliativmedizin und Palliativpflege sehr geschätzt. Sie tragen zur Linderung von Beschwerden bei und verbessern die Lebensqualität. Sie kommen zudem den Bedürfnissen und Wünschen vieler Patientinnen und Patienten entgegen.

Heilpflanzen-Anwendungen ermöglichen Pflegenden in Situationen, in denen sie wenig zur Linderung des Leidens beitragen können, oft noch positive Veränderungen. Auch können sie dadurch den Angehörigen sinnvolle Instrumente in die Hand geben, womit diese im alltäglichen Umgang mit ihren Verwandten ebenfalls handlungsfähiger werden.

Am 14. November 2012 findet in Winterthur das Tagesseminar „Heilpflanzen-Anwendungen in Onkologie-Pflege und Palliative Care“ statt. Infos hier.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

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High Lights aus der Geschichte der Pflanzenheilkunde: 3. / 4. November 2012

Donnerstag, November 1st, 2012

Die Pflanzenheilkunde hat eine lange Geschichte. Bekannt sind Figuren wie Hildegard von Bingen und Paracelsus. Interessant ist nun, dass die Pflanzenheilkunde im Verlaufe der Jahrtausende in ganz unterschiedliche Weltbilder und Gedankengebäude integriert worden ist. In magischer Medizin, antiker Viersäftelehre, Klosterheilkunde oder Signaturenlehre haben Heilpflanzen ganz unterschiedliche Funktionen. Wer die Geschichte der Pflanzenheilkunde versteht, versteht auch unseren heutigen Umgang mit traditioneller Pflanzenheilkunde besser.

Für Kurzentschlossene: Im Wochenendkurs 3. / 4. November 2012 zum Thema:

“Die Heilkräfte der Pflanzen im Wandel der Zeit” hat es noch Plätze frei.

Ort: Winterthur;

Details und Anmeldung hier.

http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?lang=de&ses=8b8a45a17b3a&file=1020

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

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Zur Neubesetzung des Lehrstuhls für Naturheilkunde an der Universität Zürich

Donnerstag, November 1st, 2012

Die Universität Zürich sucht einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Professor Reinhard Saller auf den Lehrstuhl für Naturheilkunde.

Im Rahmen dieser Neubesetzung fand am 30. August 2012 am Universitätsspital Zürich ein Symposium statt, an dem  BewerberInnen sich mit einem Fachvortrag vorstellten.

Vortragende und Themen waren:

Prof. Dr. med. Benno Brinkhaus

Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und

Gesundheitsökonomie Charité – Universitätsmedizin Berlin

Thema: Integration von Naturheilkunde / Komplementärmedizin in die

konventionelle Medizin am Beispiel Akupunktur

Prof. Dr. med. Jost Langhorst

Innere Medizin V – Naturheilverfahren und Integrative

Medizin Kliniken Essen Mitte – Knappschaftskrankenhaus

Thema: Naturheilkunde und Integrative Medizin am Beispiel chronisch

entzündlicher Darmerkrankungen

PD Dr. med. Florian Pfab

Präventive und Rehabilitative Sportmedizin

Klinikum rechts der Isar; Technische Universität München

Thema: Nadeln, Chilli, Drachenblut oder gar Haschisch gegen Juckreiz?

Prof. Dr. med. Claudia Witt, MBA

Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie

und Gesundheitsökonomie Charité – Universitätsmedizin Berlin

Thema: Forschung zur Komplementärmedizin – eine internationale Perspektive

PD Dr. med. Ursula Wolf

Institute of Complementary Medicine, Universität Bern; Inselspital

Thema: Forschung in der Komplementärmedizin

Kommentar & Ergänzung:

Tobias Füchslin und Marko Kovic besuchten die Veranstaltung und haben sie in einem Podcast kritisch kommentiert.

Den Podcast können Sie hier hören.

Bei Prof. Reinhard Saller war die Phytotherapie ein zentraler Schwerpunkt. Es wäre natürlich aus meiner Sicht begrüssenswert, wenn der Nachfolger oder die Nachfolgerin auch einen „Draht“ zur Phytotherapie mitbringen würde.

Wichtiger aber noch scheint mir, dass eine Person gewählt wird, die Wissenschaft nach den besten Standards betreibt.  Die Methoden von Komplementärmedizin und Naturheilkunde sollen ergebnisoffen erforscht werden. Das ist in diesem Bereich nicht so selbstverständlich, wie es sein sollte. Wenn aus politischen Gründen komplementärmedizinische Forschung an Universitäten durchgedrückt wird, entwickelt sich daraus nicht selten eine einseitige Bestätigungs- und Rechtfertigungsforschung, die wissenschaftlich zurecht nicht mehr ernst genommen wird.

Ein Beispiel für einseitige Zugänge ist wohl die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder mit dem „Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften“, das mit wissenschaftlich fragwürdigen Lehrveranstaltungen und skurilen Forschungsarbeiten in die Kritik gekommen ist.

Siehe:

Europa-Universität Viadrina: Esoterik-Institut vor dem aus

An der Europa-Universität Viadrina wird der Lehrstuhl von Harald Walach durch den Homöopathika-Hersteller Heel finanziert. Harald Walach ist der diesjährige Preisträger des „Goldenen Bretts“:

„Das «Goldene Brett vorm Kopf 2012» geht an Harald Walach, Professor an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder…..Das gab die Gesellschaft für Kritisches Denken bekannt.

Die Verleihung der Preise für den «erstaunlichsten pseudowissenschaftlichen Unfug» fand…..im Naturhistorischen Museum Wien statt. Der Komplementär-Mediziner Walach wurde dabei für sein «einzigartiges Bemühen, wissenschaftsbefreite Theorien in die akademische Welt hineinzubringen», gewürdigt.“

Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/buecher/Goldenes-Brett-vorm-Kopf-fuer-Erich-von-Daeniken/story/26845575

Forschung muss sich an den besten Standards orientieren – auch die Forschung im Bereich Komplementärmedizin und Naturheilkunde. Je mehr sich Forschung an dehnbareren, „weicheren“ Standards orientiert, desto grösser wird der Interpretationsspielraum. Und das dient letztlich weder der Wissenschaft noch der „Komplementärmedizin“.

Siehe auch: Komplementärmedizin – ein fragwürdiger Begriff

Das Berufungsverfahren für den Lehrstuhl für Naturheilkunde an der Universität Zürich hat bisher in der Schweiz kaum Wellen geschlagen. Erstaunlicherweise geht nun die „Die Süddeutsche“ in einem ausführlicheren Beitrag darauf ein:

Der Lehrstuhl für Naturheilkunde an der Uni Zürich ist etwas Besonderes: Er ist im deutschsprachigen Raum der einzige, der nicht durch Interessengruppen finanziert wird. Ausgerechnet hier hat die Kandidatur einer deutschen Homöopathie-Forscherin nun zum Eklat geführt. Edzard Ernst, einer der renommiertesten Kritiker der Komplementärmedizin, wurde aus der Berufungskommission gedrängt.“

Mir war nicht bewusst, dass der Lehrstuhl für Naturheilkunde an der Universität Zürich im deutschsprachigen Raum der einzige ist, der nicht von Interessengruppen finanziert wird.

Bei der deutschen Homöopathie-Forscherin, die sich für den Lehrstuhl in Zürich bewirbt, und auf welche die „Süddeutsche“ hinweist, handelt es sich um Prof. Claudia Witt von der Charité Berlin. Ihr Lehrstuhl wird von der Carstens-Stiftung finanziert, einer Organisation zum Zwecke der Homöopathie-Förderung. Meinem Eindruck nach bemüht sich Claudia Witt um Ergebnisoffenheit und um differenzierte Stellungnahmen, aber sie laviert manchmal auch. Es sind an der Charité allerdings zudem einige Studien durchgeführt worden, die viel Interpretationsspielraum offen lassen und von der „Homöopathie-Szene“ sofort als Beweis für die Wirksamkeit ihrer Methode gefeiert wurden, eine Schlussfolgerung, welche die Studien nicht ansatzweise hergeben.

Im Artikel der „Süddeutschen“ wird die Forschungsarbeit von Claudia Witt kritisch kommentiert von Edzard Ernst, ehemaliger Professor für Komplementärmedizin in Exeter,  und von Jürgen Windeler vom unabhängigen Institut für Qualitätskontrolle und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG).

Den ganzen Artikel finden Sie hier:

Alternative Heilverfahren an Hochschulen: Wissenschaft in homöopathischen Dosen

An der Universität Rostock gibt es noch den Lehrstuhl für Naturheilkunde, der mit Prof. Karin Kraft besetzt ist. Sie befasst sich intensiv mit Phytotherapie und publiziert dazu auch in Fachzeitschriften. Ihr Forschungsarbeit kann ich nicht beurteilen, ihre Fachartikel sind aber sorgfältig und fundiert geschrieben.

Auch der Lehrstuhl an der Universität Rostock ist eine Stiftungsprofessur, wobei mir aber scheint, dass die Stifter und Sponsoren etwas breiter angesiedelt sind als bei der Stiftungsprofessur an der Charité und an der Vaidrina.

Arzneipflanzenkunde ist an Universitäten gut etabliert

Aus phytotherapeutischer Perspektive könnte noch ergänzt werden, dass es im Pharmazie-Studium eine ganze Reihe von Lehrstühlen im Bereich der Pharmazeutischen Biologie gibt, die sich gut etabliert mit Lehre und Forschung zum Thema Arzneipflanzenkunde befassen.

Um beispielhaft und unvollständig ein paar Namen ehemaliger oder aktiver Persönlichkeiten zu nennen:

Rudolf Hänsel (Universität Berlin), Hildebert Wagner (Universität München), Rudolf Bauer (Universität Düsseldorf), Theo Dingermann (Goethe-Universität Frankfurt am Main), Georg Schneider (Goethe-Universität Frankfurt am Main), Ilse Zündorf (Goethe-Universität Frankfurt am Main), Otto Sticher (ETH Zürich), Jürgen Reichling (Universität Heidelberg), Michael Wink (Universität Heidelberg), Max Wichtl (Universität Marburg), Elisabeth Stahl-Biskup (Universität Hamburg), Rudolf Bauer (Universität Graz) sowie last, aber ganz sicher nicht least: Heinz Schilcher (Freie Universität Berlin).

Phytotherapie hat keine eigene Diagnostik. Daher ist für die Phytotherapie die Arzneipflanzenkunde, wie sie in der Pharmazeutischen Biologie erforscht und vermittelt wird, absolut zentral.

Und die aufgeführten Beispiele zeigen, dass Phytotherapie bestens in die Wissenschaft integriert ist und damit auch nicht zur Komplementärmedizin gerechnet werden kann.

Siehe auch: Gehört Phytotherapie zur Komplementärmedizin?

Phytotherapie ist ein Teil der Naturheilkunde und damit ein (randständiger) Teil der Medizin.

Siehe: Naturheilkunde – was ist das?

Zu hoffen ist, dass bei der Besetzung des Lehrstuhles für Naturheilkunde an der Universität Zürich eine Person gewählt wird, die gute Forschung gewährleisten kann und auch wirklich im Bereich der Naturheilkunde – und damit auch der Phytotherapie – „zuhause“ ist.

Eine Stellungnahme zu den Vorgängen rund um die Neubesetzung des Lehrstuhle für Naturheilkunde ist gerade erschienen auf skeptiker.ch

Wenn Sie interessiert sind daran, Begriffe wie Komplementärmedizin, Alternativmedizin, Naturheilkunde vertiefter zu verstehen, dann bekommen Sie Informationen dazu im Tagesseminar „Komplementärmedizin verstehen und beurteilen“, am 18. November 2012 in Winterthur. Der Kurstag vermittelt auch Orientierungspunkte und Kriterien, mit denen man im weitläufigen Dschungel der Komplementärmedizin die Spreu vom Weizen unterscheiden kann.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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