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Probiotika und Ballaststoffe gegen Verstopfung

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Die österreichische Zeitung „Der Standard“ veröffentlichte einen Text zum Thema Verstopfung und befragte dazu den Wiener Allgemeinmediziner Gerhard Wallner.

„Der erste Schritt, um einer chronische Verstopfung Herr zu werden, ist in jedem Fall die Änderung des Lebensstils. Das heißt: auf eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse umsteigen, ausreichend viel trinken und auf genügend Bewegung achten. Das bewirkt, dass der Stuhl weicher wird und die Darmtätigkeit wieder in Gang kommt. Künstliche Ballaststoffe wie Weizenkleie oder Flohsamen können ohne Weiteres zugeführt werden. Die Einnahme von Probiotika oder Inulin (Zichorienwurzel) könne die Darmtätigkeit ebenfalls anregen, so Wallner.“

Quelle:

http://derstandard.at/2000070695670/Verstopfung-Was-den-Darm-in-Schwung-bringt

 

Kommentar & Ergänzung:

Weizenkleie und Flohsamen als „künstliche Ballaststoffe“ zu bezeichnen ist etwas seltsam, aber sonst sind die Tipps nachvollziehbar.

Flohsamen sind ein Quellmittel. Sie enthalten Schleimstoffe, die in Kontakt mit Wasser ihr Volumen stark vergrössern und durch einen Dehnungsreiz auf die Darmwand mild abführend wirken.

Weizenkleie enthält etwa 10 – 20 % unverdauliche Zellulose, die in den tieferen Darmabschnitten zum Teil von Darmbakterien abgebaut wird. Dabei entstehen kurzkettige Fettsäuren, die positiv für das Darmmillieu sind. Darum kann man die Weizenkleie zu den Präbiotika zählen. Das sind nicht verdaubare Lebensmittelbestandteile, die das Wachstum und/oder die Aktivität einer oder mehrerer Bakterienarten im Dickdarm gezielt anregen und dadurch die Gesundheit verbessern.

Gegen Verstopfung würde ich Flohsamen der Weizenkleie vorziehen, weil letztere deutlich stärker Blähungen verursachen kann.

Inulin gehört auch zu den Präbiotika. Es ist in den Wurzeln vieler Asteraceen (Korbblütler) vorhanden, neben der Zichorie (Wegwarte) zum Beispiel im Löwenzahn und im Topinambur (Helianthus tuberosus), aber auch in Doldenblütlern wie zum Beispiel der Pastinake.

Inulin besteht hauptsächlich aus einer Kette von Fruchtzuckermolekülen, wird aber im Dünndarm nicht abgebaut und daher wie Weizenkleie im Dickdarm von Bakterien verstoffwechselt. Dabei kann es auch zu Blähungen kommen. Die entstehenden Proprionate wirken möglicherweise als natürlicher Appetithemmer.

Jedenfalls haben wir es hier mit ziemlich interessanten Naturstoffen zu tun.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

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Heidelbeeren gegen Alzheimer-Symptome?

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Heidelbeeren (Blaubeeren) könnten helfen, Gedächtnisprobleme bei beginnender Demenz zu lindern. Darauf weisen zwei Pilotstudien mit älteren Menschen hin. Die tägliche Einnahme von Heidelbeerpulver führte bei Testpersonen zu messbaren Verbesserungen von Gedächtnis und geistigen Leistungen, in der Placebogruppe war dies nicht der Fall. Grund für die Wirkung könnten die in den Beeren enthaltenen Anthocyane sein, wie US-Wissenschaftler berichten.

Heidelbeeren sind reich an Antioxidantien und bereits veröffentlichte Studien deuten auf risikosenkende Effekte für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs hin. Neue Studien legen nun nahe, dass auch das Gehirn von den Heidelbeeren profitieren könnte.

Robert Krikorian von der University of Cincinnati und seine Kollegen verabreichten für ihre Studie 47 über 68-Jährigen mit ersten Gedächtnisausfällen täglich etwa eine große Handvoll Heidelbeeren in Form eines Pulvers aus den gefriergetrockneten Beeren.

Eine zweite Gruppe bekam stattdessen ein ähnlich aussehendes Placebo-Pulver. Beim Start der Studie und nach 16 Wochen absolvierten alle Versuchspersonen Tests ihres Gedächtnisses und ihrer geistigen Leistungen.

Das Resultat: Probanden, welche die Heidelbeeren eingenommen hatten zeigten eine klare Besserung bei den geistigen Leistungen und der Hirnfunktion gegenüber den Placebo-Empfängern. Die Heidelbeer-Gruppe zeigte ein verbessertes Gedächtnis und einen besseren Zugang zu Wörtern und abstrakten Konzepten. Hirnscans mittels funktioneller Magnetresonanz-Tomografie (fMRT) ergaben zudem eine stärkere Hirnaktivität bei den Heidelbeer-Teilnehmern.

Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte dieser günstige Effekt auf die Wirkung der Anthocyane zurückgehen. Dieses im blauen Pflanzenfarbstoff enthaltene Antioxidans zeigte in früheren Untersuchungen schon eine hirnschützende Wirkung bei Parkinsonpatienten und bei Tieren mit Alzheimerähnlichen Erkrankungen.

Nach Ansicht der US-Forscher aus Cincinnati bestätigen ihre Ergebnisse diese vorhergehenden Studien und stützen die Annahme, dass Heidelbeeren eine positive Wirkung auf das Gedächtnis und die geistigen Leistungen bei zumindest einigen älteren Menschen haben können.

In einer weitere Studie mit gut 90 Senioren ohne beginnende Gedächtnisausfälle zeigte sich allerdings keine so eindeutige Wirkung der Heidelbeeren.

Es kam in der Heidelbeer-Gruppe zwar zu leichten Verbesserungen bei den allgemeinen geistigen Leistungen, nicht aber beim Gedächtnis. Auch in den fMRT-Aufnahmen ergaben sich weniger Unterschiede zur Placebogruppe als bei den Senioren mit schon beginnenden Gedächtnisproblemen.

Die Wissenschaftler schließen daraus, dass die Heidelbeer-Inhaltsstoffe insbesondere dann positive Effekte zeigen, wenn es schon geistige Ausfälle gibt. Bei Personen, die noch keine Demenzsymptome zeigen, könnte die Wirkung dagegen weniger ausgeprägt sein – oder jedenfalls weniger leicht nachweisbar.

Ob das wirklich so ist, wollen die US-Forscher nun in einer Studie mit jüngeren Versuchspersonen klären.

Quelle:

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-19953-2016-03-14.html

American Chemical Society 251st National Meeting & Exposition, American Chemical Society, 14.03.2016 – NPO.

Kommentar & Ergänzung:

Die Anthocyane aus Heidelbeeren werden seit längerem wissenschaftlich untersucht und zählen zu den interessantesten Naturstoffen.

Die geschilderten Studienresultate sind sehr interessant.

Zwei Einschränkungen sind aber nötig:

– Pilotstudien mit derart kleinen Probandenzahlen dienen der Vorsondierung einer Fragestellung. Sie belegen keine Wirksamkeit. Dazu wären grössere Studien nötig.

– Die Studien aus Cincinnati sind offenbar auf einem Kongress der American Chemical Society vorgestellt worden. Auf einem wissenschaftlichen Kongress kann man pointiert ausgedrückt einiges erzählen. An Glaubwürdigkeit gewinnt eine Studien, wenn sie in einer anerkannten wissenschaftlichen Fachzeitschrift publiziert wurde. Das setzt nämlich in der Regel voraus, dass die Studie in einem sogenannten „Peer-Review-Verfahren“ auf ihre Solidität überprüft wurde.

Zum Peer-Review-Verfahren siehe Wikipedia.

Bei Kongressbeiträgen kann man nicht von dieser fachlichen Kontrolle ausgehen.

Zu den Heidelbeeren-Anthocyanen siehe auch:

Myrtillin aus Heidelbeeren gegen Entzündungen

Heidelbeeren reduzieren Blutdruck in kontrollierter Studie

Heidelbeeren: Anthocyane im Verdauungstrakt

Anthocyane aus Heidelbeeren und Erdbeeren: Günstige Wirkung auf Gehirnleistung im Alter

Zur Wirkung von Anthocyanen aus Heidelbeeren

Parkinson vorbeugen durch Holunderbeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Auberginen?

Inhaltsstoff aus Heidelbeeren wirkt wie Cholesterinsenker

Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen Entzündungen

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Medizin-Nobelpreis für Naturstoffe gibt Phytomedizin Auftrieb

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Die diesjährige Vergabe des Medizin-Nobelpreises wird in manchen Kreisen als großartige Entscheidung für die Pflanzenheilkunde aufgefasst. Es sei bemerkenswert und ein großes Glück für das gesamte Feld der Phytomedizin, dass der Naturstoff Artemisinin durch die Preisverleihung ins Scheinwerferlicht der akademischen und der allgemeinen Öffentlichkeit gelangt ist, sagt Univ.-Prof. Dr. Thomas Efferth von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Das Nobelkomitee habe mit seiner Entscheidung die Naturstoffe in den Fokus gerückt und damit ein wichtiges Signal für künftige Forschungsfelder und Aufgaben gegeben, erklärt der Mainzer Wissenschaftler, der selbst auf dem Gebiet arbeitet.

Artemisinin ist nicht nur für die Malaria-Behandlung bedeutend, sondern auch ein vielversprechender Wirkstoff für die Krebstherapie.

Der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin, so die vollständige Bezeichnung, ging 2015 zur Hälfte an William C. Campbell und Satoshi Ōmura für ihre Arbeiten zur Behandlung von Infektionen, die durch Fadenwürmer ausgelöst werden, mit einem Wirkstoff auf der Basis von Avermectin aus Bakterienkulturen.

Zur anderen Hälfte ging der Preis an die chinesische Wissenschaftlerin Youyou Tu für ihre Entdeckungen zur Therapie von Malaria. Youyou Tu hatte Heilkräuter untersucht, die in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) seit über 2000 Jahren für die Therapie von Fieber und Erkältungen eingesetzt werden. Sie entdeckte dabei, dass Auszüge von Einjährigem Beifuß (Artemisia annua) mit seinem Wirkstoff Artemisinin effektiv gegen Malariaerreger angewendet werden können.

Eine beträchtliche Anzahl von Arzneistoffen für die klinische Praxis werde heute schon aus natürlichen Ressourcen gewonnen. Avermectin und Artemisinin seien zwei wunderbare Beispiele dafür, sagt Efferth:

„Wir sind zuversichtlich, dass die Nobelpreis-Vergabe zur Förderung der Phytomedizin beiträgt und wir in Zukunft weitere Anwendungen sehen werden.“

Efferth selbst forscht seit etwa 20 Jahren auf diesem Gebiet und konnte gleichzeitig mit Forschern in den USA und den Niederlanden Mitte der 1990er Jahre erstmals zeigen, dass Artemisinin auch bei Krebs wirksam ist. Eine neuere Studie erfolgte in Zusammenarbeit mit Medizinern der University of London und kam zum Schluss, dass Derivate von Artemisinin tatsächlich die Lebenszeit von Patienten mit Darmkrebs verlängern können. „Wir haben damit den klinischen Nachweis erbracht. Aber wir müssen Artemisia annua noch weiter entwickeln und ein Profil erstellen, bei welchen Tumorarten die Substanz wirksam ist“, sagt Efferth. Artemisia scheint jedoch nicht nur bei Krebserkrankungen von Nutzen zu sein, sondern auch bei Infektionen mit dem humanen Cytomegalie-Virus (HCMV) und anderen Virusinfektionen sowie bei Bilharziose.

Artemisia annua, der Einjährige Beifuß, zählt zu einer Gattung mit über 200 Arten weltweit, ist jedoch nicht mit dem in Mitteleuropa verbreiteten Ackerunkraut, dem Gemeinen Beifuß (Artemisia vulgaris), zu verwechseln.

In der Pharmazeutischen Biologie der Universität Mainz erforscht ein internationales Team von 20 Mitarbeitern Pflanzeninhaltsstoffe von Heilpflanzen aus 30 Ländern auf ihre Wirksamkeit gegen Krebs.

Quelle:

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=46784

 

Kommentar & Ergänzung:

Die Naturstoff-Forschung wird durch diesen Nobelpreis wohl tatsächlich verdienter massen mehr Aufmerksamkeit bekommen. Es gibt hier sehr spannende Forschung, die oft auch der Phytotherapie Nutzen bringt.

Gerade bei der Naturstoff-Forschung gegen Krebs ist allerdings festzuhalten, dass im Labor oft eindrückliche Ergebnisse erzielt werden. Ob ein erfolgreich im Labor untersuchter Naturstoff jedoch auch im realen Leben bei realen Krebskranken wirksam ist, steht damit noch keineswegs fest. Vorschnelle Versprechungen sollten da besser unterbleiben.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Ingwer gegen Brustkrebs?

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Ein Naturheilkunde-Portal propagiert Ingwer als Heilmittel bei Brustkrebs.

„Falsche Hoffnungen“, schreibt dazu das Portal „Medizin-Transparent“. Warum?

„Bislang deuten nur vereinzelte Tierversuche und Experimente mit Zellen darauf hin, dass Ingwer-Substanzen das Verhalten von Brustkrebs-Zellen günstig beeinflussen könnten. Untersuchungen mit Brustkrebs-Patienten fehlen. Daher gibt es zur Zeit keine Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit.“

Quelle:

http://www.medizin-transparent.at/brustkrebs-ingwer

Kommentar & Ergänzung:

Das ist ein häufig vorkommendes Phänomen. Tausende von Naturstoffen werden im Labor in Versuchen an Krebszellen auf eine antitumorale Wirkung untersucht. Hunderte von Naturstoffen zeigen im Reagenzglas eine Wirksamkeit gegen Krebszellen.

Dazu zählen auch einige Inhaltsstoffe aus der Ingwerknolle, vor allem Gingerol und Shogaol.

Und schwups! Schon schwadronieren die Internetpropagandisten vom Ingwer als Heilpflanze gegen Brustkrebs. Solche Aussagen wären aber erst zulässig, wenn eine Wirksamkeit bei Brustkrebspatientinnen belegt ist.

Laborergebnisse und einzelne Tierversuche sind noch keine Basis für solche Heilungsversprechungen, weil ein riesiger Unterschied besteht zur erfolgreichen Anwendung im Organismus von Brustkrebspatientinnen.

Irgendwie ist es schon elend:

„Ingwer: Heilpflanze gegen Brustkrebs“ – das zieht, das stösst auf grosses Interesse, denn wer wäre nicht interessiert an einem solchen sanften Krebsheiler.

„Falsche Versprechungen“ – das ist dagegen eine Aussage, die eigentlich niemand hören will.

Und so werden wir halt oft an der Nase herumgeführt, weil wir bevorzugt Aussagen Aufmerksamkeit schenken, die unseren Wünschen entgegen kommen und unsere Ängste lindern.

Ingwer ist eine interessante Heilpflanze. Als Gewürz wirkt die Knolle verdauungsfördernd und ein Ingwertee bei Erkältungen wird oft als wohltuend erlebt.

Studien mit Patienten gibt es vor allem zur Wirksamkeit von Ingwer bei Übelkeit und Erbrechen (bei Reisekrankheit, nach Operationen, während einer Chemotherapie).

Aber das ist halt alles bei weitem nicht so spektakulär wie der Slogan:

Ingwer: Heilpflanze gegen Brustkrebs!

 

Schlussfolgern kann man daraus:

Je grösser die Versprechungen, desto mehr ist kritisches Nachfragen gefordert und desto stärkere Begründungen müssen verlangt werden.

Siehe auch:

Naturheilkunde: Woran erkennen Sie fragwürdige Aussagen

 

Beiträge zum Stichwort „Ingwer“ finden Sie über das Suchfeld oben rechts.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Kleine Studie untersucht Wirkung von Heidelbeeren bei Colitis ulcerosa

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Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus) enthalten viele Polyphenole, hauptsächlich die für die blaue Färbung verantwortlichen Anthocyane. Wegen der antioxidativen und antientzündlichen Eigenschaften der Anthocyane entschieden Schweizer Forscher, den Effekt des Verzehrs von Heidelbeeren bei Patienten mit chronisch-entzündlichem Darm (Colitis ulcerosa) zu untersuchen.

In einer unkontrollierten Pilotstudie nahmen 13 an milder bzw. moderater chronischer Darmentzündung leidenden Testpersonen sechs Wochen lang eine tägliche Dosis von 160 g eines standardisierten Heidelbeer-Extrakts zu sich (vier Portionen à 40 g über den Tag verteilt). Die Tagesdosis an Anthocyanen entsprach dabei 840 mg. Zwischen der Einnahme und den Mahlzeiten sollten die Probanden jeweils mindestens eine Stunde verstreichen lassen. An die Behandlungsphase schloss sich noch eine dreiwöchige Nachbeobachtungsphase an.

Der für diese Studie eingesetzt Mayo Score ergab insgesamt eine signifikante Besserung der Symptome um mindestens zwei Punkte. Laut Fragebogen verbesserte sich auch die subjektive Befindlichkeit wesentlich: Rund 82 Prozent der Teilnehmenden berichteten von einer Steigerung ihrer Lebensqualität verglichen mit ihrer Situation zu Studienbeginn. Diese positive Tendenz näherte sich allerdings nach dem Abschluss der Einnahme des Heidelbeerextrakts wieder dem allgemeinen Wert an. Objektive Parameter, die Schleimhautentzündung betreffend, verbesserten sich ebenfalls.

Quelle:

http://www.carstens-stiftung.de/artikel/blaue-beeren-besaenftigen-den-entzuendlichen-darm.html

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22883440

http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/erloesung-von-den-ewigen-bauchschmerzen-1.9607345

Kommentar & Ergänzung:

Die Forscher an der Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie am Universitätsspital Zürich befassen sich offenbar schon längere Zeit mit dem allfälligen Potenzial von Heidelbeeren bei Colitis ulcerosa.

Die Studie ist sehr klein (Pilotstudie) und schon deshalb von beschränkter Aussagekraft.

Wenn bei einigen Probanden mittels Darmspiegelung eine nachlassende Entzündung der Darmschleimhaut festgestellt wurde, könnte dies auch auf normale Schwankungen im Krankheitsverlauf zurückzuführen sein.

Diese Möglichkeit könnte man nur ausschliessen durch eine Studie mit grösseren Probandenzahlen und mit einer Kontrollgruppe, die ein Scheinmedikament bekommt (Placebo-Gruppe).

In diesem Fall dürfte es aber schwierig zu erreichen sein, dass das Placebo sich vom Heidelbeerextrakt nicht unterscheidet (Verblindung).

Heidelbeerextrakt verfärbt Zunge und Stuhl. Selbst wenn man die entsprechende Menge Anthocyane in neutrale Kapseln abfüllt, würden sie vielleicht den Stuhl immer noch färben, denn es sind ja immer noch Farbstoffe. Vielleicht könnte man das Placebo mit einem blauen Lebensmittelfarbstoff versetzen, der ebenfalls den Stuhl färbt, aber pharmakologisch unwirksam ist. Und dann bleibt jedoch immer noch die Frage offen, ob Heidelbeerextrakt nicht vielleicht besser wirkt als isolierte Anthocyane, zum Beispiel weil er länger und intensiver auf die Darmschleimhaut einwirkt.

Dieses Beispiel zeigt auch, dass klinische Forschung mit Naturstoffen manchmal nicht ganz so einfach ist. Zu einer mehr oder weniger neutralen Laborsubstanz lässt sich leicht ein visuell, geruchlich und geschmacklich identisches Placebo herstellen. Aber machen Sie das mal mit Knoblauch, Baldrian oder Lavendelöl….

Nun aber nochmals zurück zu den Anthocyanen. Das sind Naturstoffe, die in den letzten Jahren intensiv erforscht wurden. Als blaue, violette und rote Farbstoffe sind sie im Pflanzenreich weit verbreitet, beispielsweise in Brombeeren, Himbeeren, Apfelbeeren (Aronia), schwarze Johannisbeere, Kirschen, Heidelbeeren, Aubergine (Schale), Holunderbeeren.

Es stimmt, dass Anthocyane interessante antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften zeigen. Allerdings lassen sich solche meist im Labor festgestellte Wirkungen nicht einfach auf den menschlichen Organismus übertragen. Einer entsprechenden Wirksamkeit im ganzen menschlichen Organismus steht zum Beispiel entgegen, dass viele Anthocyane nur in geringer Menge aus dem Verdauungstrakt in den Körper aufgenommen werden. Die Anwendung bei Darmentzündungen ist interessant, weil dieses Resorptionsproblem hier keine Rolle spielt.

Siehe auch:

Heidelbeeren-Anthocyane im Verdauungstrakt

Zur Wirkung von Anthocyanen aus Heidelbeeren

Anthocyane als Entzündungshemmer

Naturheilkunde bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Farbstoffe: Auch Heidelbeeren hemmen Entzündungen

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Phytotherapie-Forschung: Prof. Dr. Theo Dingermann geehrt

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Das Komitee Forschung Naturmedizin e.V. (KFN) hat Professor Dr. Theodor Dingermann, Frankfurt, in Anerkennung seiner verdienstvollen Tätigkeit zum Ehrenmitglied ernannt. Professor Dingermann, ehemaliger Präsident der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG) ist seit der Gründung des KFN Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats.

Dingermann ist Autor, Coautor oder Herausgeber von 23 wissenschaftlichen Lehr- und Handbüchern.

Sein spezielles Interesse galt von Anfang an den pflanzlichen Arzneimitteln.

Die Ernennung von Professor Dingermann zum Ehrenmitglied des Komitee Forschung Naturmedizin erfolgte in Würdigung seines konsequenten Eintretens für die rationale Therapie mit Phytopharmka (pflanzlichen Arzneimitteln) und für die von ihm vermittelten wichtigen Impulse für die Phytotherapie-Forschung.

Das gemeinnützige Komitee Forschung Naturmedizin e.V. (KFN) wurde vor 15 Jahren gegründet. Es hat sich zur Aufgabe gestellt, die Forschung im Bereich der Naturstoffe zu fördern.

Im KFN haben sich jene Phytopharmaka-Fachleute zusammengeschlossen, die sich ausdrücklich an den allgemein anerkannten wissenschaftlichen Standards orientieren.

Inzwischen konnte die Wissenschaft für eine ganze Reihe von Heilpflanzen-Anwendungen valide Belege für ihre Wirksamkeit erarbeiten.

Phytotherapie ist daher ein (randständiger) Bereich der Medizin.

Quelle:

www.kfn-ev.de

Kommentar & Ergänzung:

Die Tätigkeit von Prof. Theo Dingermann und auch die Aktivitäten des KFN zeigen, dass die Phytotherapie-Forschung gut mit wissenschaftlichen und medizinischen Standards kompatibel ist.

Siehe auch:

Was ist Phytotherapie?

Gehört Phytotherapie zur Komplementärmedizin?

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Alternative Krebstherapie mit Benalu-Tee?

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„Alternative Heilmethode hilft bei der Behandlung von Krebs – Benalu Tee tötet Krebszellen ab“ – so titelt ein Internetportal, das sich „Forschung und Wissen“ nennt, aber von einer Marketingagentur betrieben wird und daher wohl hauptsächlich Produkte verkaufen will.

Die Schlagzeile ist insofern manipulativ, als sie ein wesentliches Detail unterschlägt.

Vollständig müsste es nämlich heissen:

„Wirkstoffe aus der Benalu-Pflanze (Scurrula atropurpurea) töten Krebszellen im Labor“.

Tönt aber nicht so attraktiv.

Der entscheidende Punkt dabei: Es zeigen tausende von Naturstoffen im Labor eine Wirkung auf Krebszellen. Das bedeutet aber leider noch lange nicht, dass sie auch zur Bekämpfung von Krebs im menschlichen Organismus geeignet sind. Im Labor kann man die Substanzen nämlich höchst konzentriert auf Krebszellen loslassen. Eine ganz andere Frage ist jedoch, ob derart hohe Konzentrationen auch im Körper erreicht werden können. Dem steht unter Umständen eine eingeschränkte Aufnahme aus dem Verdauungstrakt entgegen. Und manchmal können Naturstoffe im Labor zwar isolierte Krebszellen töten, doch schädigen sie in der wirksamen Konzentration im Organismus gesunde Zellen genauso. Im Labor, wo man isolierte Krebszellen verwenden kann, spielt dieses Problem natürlich keine Rolle.

Im Beitrag von „Forschung und Wissen“ wird die Forschung mit Benalu Tee so beschrieben:

„In mehreren Arbeitsgruppen haben die Wissenschaftler verschiedene biologische und chemische Analysen an der Pflanze durchgeführt. Da die Pflanzenfamilie bereits in der traditionellen Medizin bekannt ist, sei der Gedanke, einen positiven Befund zu den heilenden Eigenschaften der Pflanze nicht unbegründet, so die Forscher. Die Wissenschaftler analysierten im ersten Arbeitsschritt alle chemischen Bestandteile der getrockneten Pflanze und der im Teewasser gelösten Stoffe. Die Auswertung der Untersuchung ergab, dass der Benalu Tee insgesamt 16 verschiedene Substanzen in unterschiedlichen Konzentrationen im heißen Wasser freisetzt.

Im letzten und wichtigsten Schritt haben die Wissenschaftler die Substanzkombinationen und deren Wirkung auf Krebszellen untersucht.“

Das ist klassische „In-vitro“-Forschung (Laborexperimente). Verschiedene Verkäufer von Benalu-Tee verweisen auf diese Arbeiten einer japanischen Universität, die allerdings nicht mehr ganz taufrisch sind und 2003 in einer Fachzeitschrift veröffentlicht wurden.

Das Fazit der Studie beschreibt die Marketingagentur so:

„Die Auswertung der Studie zeigte, dass der Benalu Tee tatsächlich eine unterstützende Wirkung bei der Behandlung von Krebs zeigt.“

Das kann eine Laborstudie gar nicht zeigen. Dazu wären Patientenstudien nötig. Ich finde diese Formulierung aber auch nicht in der Studie.

(http://www.mister-wong.de/doc/cancer-cell-invasion-inhibitory-effects-of-chemical-constituents-in-the-parasitic-plant_261020567/ )

Weiter:

„Über den Verdauungsprozess gelangen die Substanzen in den Blutkreislauf, von wo sie sich im ganzen Körper verteilen.“

Das haben die Forscher in Japan nicht untersucht. Dazu wäre eine Pharmakokinetik-Studie nötig (Wie passiert mit den Wirkstoffen im Körper? Aufnahme, Umwandlung, Ausscheidung).

„Unreife Krebszellen, die kurz davor stehen zu reifen Krebszellen zu mutieren, werden am Wachstum gehindert und sogar abgetötet, so die Forscher.“

Wie gesagt: Im Labor…..

Das Beispiel zeigt exemplarisch, wie eine Laborstudie überinterpretiert wird, um eine Wirkung zu suggerieren.

Solche Einwände haben es allerdings schwer. Viele Menschen wollen beim Thema „Krebs“ lieber Erfolgsmeldungen hören, auch wenn sie mehr oder weniger gefaked sind.

Das lindert allemal die Angst.

Dass Benalu Tee als Antikrebstee vermarktet wird, hat bisher jedenfalls keinen realen Boden. In den neusten Fachbüchern der pflanzlichen Wirkstoffkunde ist Scurrula atropurpurea gar nicht aufgeführt (z. B. Teuscher / Melzig /Lindequist, Biogene Arzneimittel 2012; Hänsel / Sticher, Pharmakognosie, Phytopharmazie 2010).

Grosse Fortschritte wird die Forschung betreffend Benalu Tee seit 2003 also wohl nicht gemacht haben, sonst hätte die Fachliteratur das Thema aufgenommen.

Quelle der Zitate:

http://www.forschung-und-wissen.de/medizin/benalu-tee-toetet-krebszellen-ab-3572055/

In einer Propaganda-Broschüre für den Benalu-Tee wird er empfohlen gegen Krebs-Tumore, Schwellungen, Wunden, Blutungen, Geschwüre, Entzündungen, Asthma, Blasensteine, Hexenschuss, Hustenallergien und zur Kräftigung sowie Stärkung der Immunabwehr.

Wenn die Erfolgsversprechungen so umfassend werden, ist das immer ein Alarmsignal, das auf unseriöse Propaganda hindeutet.

Benalu-Tee unterbinde die Weiterentwicklung eines nach einer Chemotherapie verbleibenden Rezidivs (erneutes Krebswachstum), verspricht die Broschüre weiter. Und ein verbleibendes Rezidiv wie bei der Chemotherapie sei so gut wie ausgeschlossen!

Das sind wahnsinnig hochtrabende Versprechungen. Um auf einer seriösen Basis solche Aussagen machen zu können,  wären erfolgreiche Studien mit Patienten nötig.

Aber machen Kreisen reicht offenbar schon eine Laboruntersuchung, um einen Antikrebstee zu erfinden. Wir haben es hier meines Erachtens mit einem üblen Spiel von Fantasten oder Betrügern zu tun, die mit den Hoffnungen von Patienten fragwürdige Geschäfte machen.

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Süssmittel Stevia nicht gesünder als andere Zuckerersatzstoffe

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Das Süßmittel Stevia ist für Diabetespatienten nicht besser oder schlechter geeignet als andere Zuckerersatzstoffe. Das schreibt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) in einer Pressemitteilung. Stevia sei eine weitere Alternative zu Zucker, die keine Kalorien enthalte, sagt Professor Dr. med. Stephan Matthaei, Präsident der DDG, und er ergänzt: „Nicht mehr und nicht weniger.“

Seit der Entfernung von Diabetikerprodukten aus dem Handel gelte, dass alle gesunden Lebensmittel grundsätzlich gleichermaßen geeignet seien für Diabetespatienten wie für Nicht-Diabetespatienten, schreibt die DDG. Lediglich für Menschen, die an der angeborenen Stoffwechselstörung Phenylketonurie leiden und zugleich Süßstoffe brauchen, sei Stevia eine gute Alternative, betont  Matthaei.

Steviolglycoside, umgangssprachlich „Stevia“ genannt, sind seit Dezember 2011 in der Europäischen Union unter der Bezeichnung „Lebensmittelzusatzstoff E 960“ als Süßungsmittel zugelassen. Stevia wird aus der Pflanze „Stevia rebaudiana“ gewonnen, auch bekannt als „Süßkraut“ oder „Honigkraut“. Stevia ist zweihundert- bis dreihundertmal süßer als Zucker und dabei aber praktisch energiefrei. Die Einnahme von Steviolglycosiden gilt bei Einhaltung der duldbaren Tagesdosis (ADI) von vier Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag als unbedenklich. Ob das Risiko einer Überdosierung besteht, ist gegenwärtig noch ungeklärt. Stevia wirkt weder kariesfördernd noch krebserregend, schädigt nicht das Erbgut und stört auch nicht die Fruchtbarkeit oder Entwicklung des Ungeborenen.

Dies gelte in gleicher Weise für andere Süßungsmittel, erklärt Professor Dr. med. Andreas Fritsche, Pressesprecher der DDG aus Tübingen. So hat die amerikanische Diabetes Gesellschaft „American Diabetes Association“ fünf künstliche Süßungsmittel untersucht und für unbedenklich erklärt: Acesulfam, Aspartam, Saccharin, Sucralose und Neotam. Es gebe keinerlei belastbare wissenschaftliche Belege, die zeigten, dass diese Süßstoffe in den zum Verzehr empfohlenen Mengen krebsfördernd seien, sagt Fritsche.

Der DDG Experte widerspricht auch der immer wieder geäußerten Behauptung, wonach Süßstoffe oder eine angeblich damit verbundene Insulinausschüttung Hungerattacken auslösen und sogar süchtig machen können. Wenn überhaupt, vermittle Insulin bei schlanken Menschen ein Sättigungssignal ans Gehirn, erklärt Fritsche.

Bei Übergewichtigen dagegen sei das Gehirn vermutlich unempfindlich gegenüber Insulin. Daher komme das Sättigungssignal möglicherweise nicht mehr im Gehirn an. Nach allem, was derzeit wissenschaftlich bekannt sei, könne weder Zucker noch Süßungsmittel süchtig machen, erklärt Fritsche. Unabhängig davon sollte aber jeder Mensch darauf achten, nicht mehr als die empfohlenen Mengen Süßstoff oder mehr als 50 Gramm Zucker täglich zu konsumieren.

Nur für Menschen, die unter der sehr seltenen Stoffwechselerkrankung Phenylketonurie leiden und zugleich aufgrund von Diabetes Süßstoffe brauchen, sei Stevia eine gute Alternative. Wer an Phenylketonurie erkrankt sei, vertrage die Aminosäure Phenylalanin nicht. Weil das Süßungsmittel Aspartam Phenylalanin enthält, müssen Betroffene es meiden – Stevia dagegen ist wie auch weitere Süßstoffe frei von Phenylalanin. Insgesamt dürfte das aber nicht mehr als ein Dutzend Menschen in Deutschland betreffen, so Fritsche.

Geklärt ist inzwischen, weshalb Stevia nicht nur süß, sondern auch bitter schmeckt. Dafür sorgen die beiden Geschmacksrezeptoren hTAS2R4 und hTAS2R14, wie Forscher der Technischen Universität München und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam Rehbrücke (DIfE) entdeckt haben. In hoher Konzentration löst Stevia lakritzartige, bittere Geschmacksempfindungen aus.

Quelle:

http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/presse/pressemeldungen/meldungen-detailansicht/article/stevia-ist-nicht-gesuender-als-andere-zuckerersatzstoffe-1.html?cHash=58e8736bc44c944e677f3e94a668916e

Kommentar & Ergänzung:

Stevia ist ein interessantes Süssmittel und die Steviolglycoside sind interessante Naturstoffe. Die Aussage der DDG, dass Stevia nicht gesünder sei als andere Zuckeraustauschstoffe, dürfte vielen Stevia-Freunden nicht gefallen. Man muss dazu meiner Ansicht nach festhalten, dass ein Stoff nicht einfach nur schon dadurch gesünder ist, weil er aus der Natur stammt.

Ausserdem werden synthetische Zuckerersatzstoffe wie Aspartam meinem Eindruck nach auch ein Stück weit Verschwörungstheorie-artig dämonisiert.

Ich denke aber, man sollte einfach mit all diesen Stoffen vernünftig umgehen und den Gebrauch nicht masslos übertreiben.

Stevia rebaudiana ist in Paraguay heimisch und gehört zur Familie der Asteraceen (Korbblütler). Die stark süßende Wirkung der Pflanze ist den Ureinwohnern seit Jahrhunderten bekannt. Im Jahr 1887 entdeckte Moises Giacomo Bertoni, ein Schweizer Botaniker, die Pflanze und gab ihr 1905 den Namen Stevia rebaudiana Bertoni. Er erkannte ebenfalls die süßende Wirkung und beschrieb schon 1901, dass ein paar kleine Blätter genügen, um eine Tasse starken Kaffees oder Tees zu süßen.

Steviablätter in kleinen Dosen eignen gut zum Süssen von Kräutertees.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Phytotherapie-Forschung an der Universität Frankfurt: Prof. Robert Fürst neu auf dem Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie

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Prof. Robert Fürst, der am 1. November 2012 die Nachfolge von Prof. Theo Dingermann am Institut für Pharmazeutische Biologie in Frankfurt angetreten hat, erforscht die wirksamen Prinzipien in Naturstoff-Gemischen wie Weißdorn, Baldrian oder Melisse, die aus tausenden von Substanzen zusammengesetzt sind.

Und er sucht Zielstrukturen im Körper, an denen solche Naturstoffe wirksam werden. Vorgänger Theo Dingermann bleibt noch zwei Semester im Amt und wird dann Seniorprofessor an der Goethe-Universität Frankfurt.

Einer von drei Forschungsschwerpunkten Fürsts sei die rationale Phytotherapie, also die Verwendung pflanzlicher Arzneimittel, die nach medizinischen Massstäben eingesetzt werden, schreibt die Universität in einer Pressemitteilung. Fürst untersuche diese Vielstoffgemische auf ihre molekularen Mechanismen und wirksamen Bestandteile hin. Das erläutert der neue Lehrstuhlinhaber am Beispiel des Weißdorns: Aus Studien wisse man, dass Weissdorn die Herzleistung bei milden Formen der Herzinsuffizienz verbessere. „Ich wollte wissen, wo der Wirkstoff, abgesehen vom Herzen, sonst noch angreift und hatte den Verdacht, dass er auch direkt auf die Endothelzellen wirkt, die die Gefäße auskleiden“, sagt Fürst. Häufig seien mit der Herzinsuffizienz auch entzündliche Prozesse der Gefäße verbunden. Dies trage dazu bei, dass sie undicht werden und Flüssigkeit an das Gewebe verlieren. Diese Ödembildung könne durch Weißdorn verhindert werden, da der Extrakt direkt in Regelkreise der Endothelzellen eingreifen könne, wie Fürst herausgefunden hat.

Robert Fürst war der Wunschkandidat der Universität Frankfurt und seine Berufung wurde nach Aussage des Vizepräsidenten Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz möglich dank der großzügigen Unterstützung der Karlsruher Firma Dr. Willmar Schwabe, einem Produzenten pflanzlicher Arzneimittel.

Quelle:

http://idw-online.de/pages/de/news507476

Kommentar & Ergänzung:

Der Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie an der Universität Frankfurt hat einen ausgezeichneten Ruf und Prof. Theo Dingermann ist bekannt als Autor bedeutender Phytotherapie-Fachbücher. Erfreulich zu hören also, dass die Phytotherapie-Forschung an der Universität Frankfurt weitergeht. Das zeigt einmal mehr, dass die Phytotherapie gut in den Wissenschaftsbetrieb integriert ist. Das stützt meine seit je her vertretene Ansicht, dass Phytotherapie ein (randständiger) Bereich der Medizin ist – und irreführender weise von manchen Politikerinnen und Politikern aus Lobbying-Gründen  zur Komplementärmedizin gestellt wird.

Siehe auch:

Komplementärmedizin  – ein fragwürdiger Begriff

Gehört Phytotherapie zur Komplementärmedizin?

Skeptisch bin ich immer, wenn Lehrstühle an Universitäten von Pharmafirmen (teil)finanziert werden. Das ist eine verbreitete Praxis bei Pharmakonzernen wie Novartis, Roche, Merck, Schering etc.

Negativ-Schlagzeilen macht seit längerem ein Lehrstuhl an der Viadrina-Universität in Frankfurt an der Oder, der vom Homöopathika-Hersteller Heel finanziert wird.

Und in Frankfurt am Main beteiligt sich also die Firma Wilmar Schwabe aus Karlsruhe an der Finanzierung des Lehrstuhls für Pharmazeutische Biologie.

Immerhin kann hier gesagt werden, dass Wilmar Schwabe sich seit langem erkennbar um seriöse Forschung bemüht. Die Phytopharmaka der Firma gehören zu den am besten wissenschaftlich dokumentierten Präparaten der Phytotherapie – zum Beispiel:

Hyperiplant (Johanniskraut)

Cardiplant (Weissdorn)

Tebokan / Tebofortin (Ginkgo)

Prostagutt (Brennnesselwurzel / Sabalfrucht)

Wilmar Schwabe ist damit wohl die führende Phyto-Firma in Deutschland, wenn es um die Entwicklung von Heilpflanzen-Extrakten geht.

In der Schweiz kommt diese Stellung der Firma Zeller in Romanshorn zu, die eigene Extrakte entwickelt und wissenschaftlich dokumentiert.

Beispielsweise:

Rebalance / Remotiv (Johanniskraut)

Redormin / Zeller Schlafdragées (Baldrian / Hopfen)

Tesalin (Pestwurz)

Cimifemin (Traubensilberkerze / Cimicifuga)

Premens / Prefemin (Mönchspfeffer / Keuschlamm)

Für die Phytotherapie ist es enorm wichtig, dass es kompetente Arzneipflanzenforscher und Phytopharmaka-Hersteller gibt, die neue Extrakte entwickeln und wissenschaftlich dokumentieren. Sie arbeiten an der Grundlage, auf welcher sich die Phytotherapie weiter entwickeln kann.

Deshalb halte ich es für sinnvoll, wenn alle an einer fundierten Phytotherapie interessierten Personen die forschenden Phyto-Firmen auch bevorzugt unterstützen. Trittrettfahrer, die sich jeden Entwicklungs- und Forschungsaufwand sparen, haben wir genug.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Lindenblüten aktivieren Immunsystem

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Lindenblüten-Extrakt beschleunigt in Studien die Vermehrung von Lymphozyten.

Lindenblüten werden traditionell eingesetzt zur Behandlung von Erkrankungen der Atemwege. Eine bereits ältere Studie mit der Winter-Linde (Tilia cordata) zeigte eine verstärkte Vermehrung von Lymphozyten (1). Lymphozyten zählen zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und ihre Aufgabe im Immunsystems ist die Erkennung und Eliminierung von Fremdstoffen. Nun wurden mit einer weiteren Lindenart (Tilia x viridis) die Experimente zur Aktivierung der Lymphozyten wiederholt (2).

Dazu wurden zwei Extrakte aus den Lindenblüten gewonnen und an zwei Gruppen von Mäusen verabreicht. Eine dritte Gruppe bekam nur eine Kontrolllösung ohne Lindenblütenanteile. Zudem wurden isolierte Mäuse-Lymphozyten direkt mit den Lindenblüten-Extrakten (bzw. der Kontrolllösung) behandelt. Unter Einwirkung der Extrakte vermehrten sich die Lymphozyten rascher als in den Kontrollgruppen. Außerdem stieg die Überlebensfähigkeit der Lymphozyten aus den behandelten Mäusen. Die Lindenblüten-Extrakte wirkten dabei sowohl direkt aktivierend auf die Lymphozyten als auch indirekt über die Aktivierung von Makrophagen ( = Fresszellen des Immunsystems), welche dann wiederum die Lymphozyten aktivierten.

Aus den Extrakten konnte eine Substanz isoliert werden, die in der Lage war, eine ähnliche Stimulation des Immunsystems zu bewirken wie der Gesamtextrakt. Bei diesem Wirkstoff handelte es sich um Rutin aus der Gruppe der Flavonoide.

Ob weitere Inhaltsstoffe aus dem Gesamtextrakt ebenfalls immunstimulierend wirken oder ob es Synergismus-Effekte gibt, wurde nicht untersucht.

Die Carstens-Stiftung, die diese Lindenblüten-Untersuchung vorstellt, kommt zu folgender Einschätzung:

„Die Studie zeichnet mittels vielfältiger Methoden und gut überlegten Versuchen ein geschlossenes Bild, das als Erklärung für die günstigen Eigenschaften von Lindenblütenpräparaten bei Erkältungen und Entzündungen herangezogen werden kann.“

Quelle:

http://www.carstens-stiftung.de/artikel/lindenblueten-staerken-das-immunsystem.html

Originalarbeiten:

1) Anesini C.; Werner S.; Borda E. Effect of Tilia cordata flower on lymphocyte proliferation: participation of peripheral type benzodiazepine binding sites. Fitoterapia, Volume 70, Number 4, 1 August 1999 , pp. 361-367(7)

Abstract:

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0367326X99000490

2) Davicino R, Zettler G, Brizi MR, Marrassini C, Ferraro G, Filip R, Anesini C. In Vivo Immunomodulatory Effect of Tilia x viridis Extracts on Normal Lymphocyte Proliferation: A Direct and an Indirect Action. Phytother Res. 2011, Vol. 25, pp. 1342 – 1347.

Abstract:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21328620

Kommentar & Ergänzung:

Lindenblütentee ist in der traditionellen Pflanzenheilkunde gegen Erkältungen mit Fieber ein etabliertes Mittel. Gemessen an dieser Bedeutung gibt es allerdings nur wenige Studien zur Wirksamkeit der Lindenblüten.

Daher ist dieser Bericht grundsätzlich schon einmal interessant.

Einschränkend muss man jedoch sagen, dass solche Untersuchungen an Mäusen und isolierten Lymphozyten noch nichts aussagen darüber, ob auch bei einem Menschen mit Erkältung eine nützliche Wirkung zu erwarten ist. Das könnten nur Patientenstudien zeigen.

Traditionell wird Lindenblütentee als schweisstreibendes Mittel zur Fiebersenkung empfohlen. Dass die beschriebenen Studien die traditionelle Anwendung stützen, ist allerdings fraglich. Wenn bei einer Erkältung Fieber da ist, dürfte das Immunsystem schon ziemlich aktiviert sein. Heilpflanzen zur Immunstimulation müssen daher im allerersten Frühstadium einer Infektion eingenommen werden, wenn sie wirksam sein sollen. Lindenblütentee müsste für eine Immunstimulation also früher angewendet werden, als dies traditionell meist der Fall ist (eine ähnliche Anwendung im Frühstadium wird bei Echinacea = Sonnenhut empfohlen).

Interessant ist der Hinweis auf den Inhaltsstoff Rutin, der ähnlich wie der Gesamtextrakt eine immunstimulierende Wirkung haben soll.

Das Flavonoid Rutin kommt in relevanten Mengen im Buchweizenkraut vor und wird dort zur Linderung von Venenbeschwerden (schwere Beine, venöse Ödeme) angewendet. Das muss kein Widerspruch sein, denn Naturstoffe können selbstverständlich unterschiedliche Wirkungen im Organismus auslösen.

Sollte Rutin an der postulierten immunstimulierenden Wirkung von Lindenblüten beteiligt sein, stellt sich allerdings die Frage, ob Buchweizenkraut nicht vorzuziehen wäre. Lindenblüten enthalten etwa 1 % Flavonoide, wovon eines davon Rutin ist. Buchweizenkraut enthält aber gemäss Europäischem Arzneibuch mindestens 4% Rutin!

Buchweizenkraut ist jedoch für den Bereich der Immunstimulation gänzlich unbekannt.

Bei den Lindenblüten ist im übrigen noch ihr hoher Schleimgehalt (etwa 10%), der nützlich sein könnte bei trockenem Reizhusten, sowie das Linalool, von dem eine leichte  Sedierung erwartet werden kann.

Siehe auch:

Lindenblütentee als Beruhigungsmittel

Wo kommt Rutin sonst noch vor im Pflanzenreich?

„Die Pflanzen mit dem höchsten Rutingehalt (in der Trockenmasse) sind:

Wildes Stiefmütterchen (Viola tricolor, 25 %, Blüte), Japanischer Schnurbaum (Styphnolobium japonicum, 15–20 % Blüte bzw. Blütenknospen, 4 % Blätter), Echter Buchweizen (Fagopyrum esculentum, 2–8 % Blätter, 4–12 % Blüte), Weiße Maulbeere (Morus alba, 6 %, Blätter), Kanadischer Holunder (Sambucus nigra subsp. canadensis, 3,5 %, Blätter), Petersilie (Petroselinum crispum, 3 % Blätter), Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper, 3 % Blätter).

Selbst in Buchweizenmehl waren bei einer Analyse immerhin noch 0,27 Prozent Rutin enthalten.“

(Quelle: Wikipedia)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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