Artikel mit Schlagwort ‘Naturheilmittel’

Umfrage: Eltern bevorzugen Arzneimittel aus Heilpflanzen

Mittwoch, Juni 30th, 2010

Ob bei Erkältungen, Durchfall, Allergien oder bei Zahnungsbeschwerden: Wenn ihre Kinder erkrankt sind, greifen zahlreiche Eltern zu Heilpflanzen-Präparaten. Nicht alle Eltern teilen dies allerdings ihrem Kinderarzt mit. Und nur wenigen Vätern und Müttern ist klar, dass sich ärztlich verordnete Medikamente und Naturheilmittel nicht immer problemlos vertragen. Dies geht aus einer in der Fachzeitschrift „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“ veröffentlichten Elternumfrage (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2010) hervor.

An den Kinderkliniken der Universitäten Leipzig und München sowie bei zwei Kinderärzten in Leipzig füllten 413 Eltern einen Fragebogen zu ihrem Einsatz von Arzneimitteln aus Heilpflanzen aus: 85 Prozent gaben ihrem Kind ein oder mehrere davon – zusätzlich zu den Medikamenten, welche der Arzt verschrieben hatte. Der Anteil sei deutlich höher als in anderen Ländern, stellt Professor Wieland Kiess von der Universitätsklinik Leipzig fest. In den USA hätten in einer vergleichbaren Umfrage nur zehn Prozent der Eltern Phytotherapeutika angewendet, in Großbritannien waren es 28 Prozent, in der Türkei 44 Prozent.

Auch in Deutschland zeigte die Umfrage Unterschiede. In den Städten verwendeten Eltern häufiger Heilpflanzen-Präparate als auf dem Land. In den neuen Bundesländern sind sie beliebter als in den alten, möglicherweise eine Folge der geringen Verfügbarkeit solcher Mittel vor der Wiedervereinigung, mutmasst Professor Kiess. Auch höherer Bildungsstand und höheres Nettoeinkommen fördern die Beliebtheit von Heilpflanzen-Präparaten. Die Motivation sei dabei keinesfalls in einer Unzufriedenheit mit der Schulmedizin zu suchen, stellt der Experte fest. Im Gegenteil: Zahlreiche Eltern waren mit ihrem Kinderarzt zufrieden, 80 Prozent der Eltern gaben ihn sogar als Informationsquelle bezüglich Phytotherapie an.

Die Eltern sehen in Kamille, Fenchel, Eukalyptus, Salbei und Thymian eine natürliche Ergänzung zu den Arzneimitteln der Schulmedizin. Hier beginnen nach Ansicht von Professor Kiess allerdings die Schwierigkeiten: Zahlreiche der aus den Pflanzen gewonnenen Wirkstoffe seien keineswegs harmlos. Einige könnten die Wirkung der Medikamente, die der Arzt verschreibt, verstärken oder abschwächen, warnt der Kinderarzt. Diese Gefahr war den meisten Eltern nicht klar: Drei Viertel glaubten, dass Naturheilmittel keine nachteiligen Wirkungen hätten. Zu den Beweggründen für die Verwendung von Heilpflanzen-Präparaten zählte mit 72 Prozent die Überzeugung, sie seien natürlicher und 65 Prozent glaubten, sie seien nebenwirkungsärmer als die vom Arzt verschriebenen Arzneien.

Die meisten Eltern sahen darum auch keine Notwendigkeit, die Mediziner über die Begleitbehandlung zu informieren: Nur 22 Prozent der Eltern hatten den Kinderarzt in Kenntnis gesetzt. Professor Kiess empfiehlt darum Ärzten, gezielt nach dem Gebrauch von pflanzlicher Medizin zu fragen und die Eltern auf mögliche Risiken und Nebenwirkungen hinzuweisen. Dies verbessere letztlich die Sicherheit und Effektivität der schulmedizinischen Therapie.
Quelle: Pressemeldung Georg Thieme Verlag

Orgiginalquelle:

M. Hümer et al.:
Phytotherapie in der Kinderheilkunde. Prävalenz, Indikationen und Motivation.
DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2010; 135 (19): S. 959-964

Kommentar & Ergänzung:

Die Resultate einer Umfrage in der Schweiz wären wohl vergleichbar mit den hier präsentierten Ergebnissen in Deutschland.

Das grosse Vertrauen von Eltern in Heilpflanzen-Präparate ist erfreulich. Es fragt sich allerdings, ob es auch in jeder Hinsicht gerechtfertigt ist. Bei den Naturheilmitteln gibt es nämlich ausgesprochen grosse Unterschiede in der Qualität. Beispielsweise dürfen alle Präparate aus den Bereichen Homöopathie, Anthroposophische Medizin und Spagyrik in Apotheken und Drogerien als Heilmittel verkauft werden, ohne dass ihre Wirksamkeit belegt werden muss. Der Unterschied zu Phytotherapeutika, welche ihre Wirksamkeit genauso belegen und dokumentieren müssen wie synthetische Medikamente, ist vielen Eltern nicht klar.

Und wenn drei Viertel der Eltern der Überzeugung sind, dass Naturheilmittel keine nachteiligen Wirkungen haben, so stimmt dies nur teilweise. Gerade bei Kindern sind bei einigen Heilpflanzen-Anwendungen auch allfällige Nebenwirkungen zu beachten.

Es fragt sich auch, wo Eltern zu verlässlichen Informationen über Heilpflanzen-Präparate und Naturheilmittel kommen.

Nur eine Minderheit der Ärztinnen und Ärzte ist zum Beispiel über Arzneimittel aus dem Bereich der Phytotherapie fundiert im Bilde. Und Apotheken und Drogerien verkaufen eine grosse Zahl von Naturheilmittel, bei denen jeder fundierte Hinweis auf eine Wirksamkeit fehlt.

Gesundheitszeitschriften als Infoquelle sind in der Regel sehr von Inserenten abhängig – und zwar nicht nur von den Herstellern synthetischer Medikamente, sondern genauso von den Produzenten aus dem Bereich der Komplementärmedizin. Das verhindert weitgehend eine kritische Berichterstattung und fördert undifferenzierte Propagandaberichte.

Und auf dem Buchmarkt gibt es sowieso keine wasserdichte Qualitätskontrolle. Die meisten Buchverlage publizieren, was sich gut verkauft. Eine harte fachliche Qualitätskontrolle ist dem Verkaufserfolg oft sogar eher hinderlich.

Meine zwei Empfehlungen:

- Fundierte Bücher zum Bereich Pflanzenheilkunde / Phytotherapie finden Sie in meinem Buchshop – und zwar mit ergänzendem Kommentar.

- Der beste Weg für Konsumentinnen und Konsumenten von Naturheilmitteln ist meines Erachtens, sich selber schlau zu machen. Eine Möglichkeit, sich vertieftes Wissen vor allem für die Anwendung von Heilpflanzen im familiären Umfeld anzueignen, ist das Heilpflanzen-Seminar über sechs Wochenenden. Hier werden die Grundlagen vermittelt für eine fundiertere Beurteilung der Qualität von Heilpflanzen-Präparaten.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen

www.phytotherapie-seminare.ch

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Hausärzteverband kritisiert ökonomisch beherrschte Medizin

Montag, Mai 31st, 2010

Mediziner und Patienten sollten die Entwicklungen im Gesundheitssystem kritischer hinterfragen, denn diese beruhten häufig auf Studien, die eine auf Gewinn ausgerichtete Pharmaindustrie gesponsert hat. So lautete die Botschaft einer Veranstaltung des Österreichischen Hausärzteverbandes mit dem Titel “Medizinische Erkenntnisse – erforscht oder erkauft?” am 11. Mai 2010 in Wien.

Am Beispiel der Schweinegrippe-Impfung, eines Präparates gegen Rheumatoide Arthritis und diverser Onkologika (Krebsmedikamente) zeigte die Expertin Claudia Wild, Direktorin des Ludwig Boltzmann Institutes für Health Technology Assessment, fragwürdige Praktiken im Gesundheitsmarkt auf. Die Pharmaindustrie stelle immer weniger wirklich innovative Produkte her, während gleichzeitig zahlreiche alte Patente auslaufen. Darum würden beispielweise große Anstrengungen unternommen, um Generika zu desavouieren.

Scheinbare Unabhängigkeit

“Während die klassischen Pharmareferenten immer weniger werden, investiert die Industrie in Lobbying und Awareness-Strategien über die Medien”, stellte Wild fest. So würden von Pharmafirmen unter verschiedenen Namen, die wissenschaftliche Unabhängigkeit suggerieren (wie etwa “The European Scientific Working group on Influenza” – ESWI), Initiativen gestartet, die mit Workshops und Konferenzen sowie darauf folgenden Veröffentlichungen Stimmung bei Medien und Politik dafür machen, dass man gewisse Krankheiten dringend mit bestimmten Methoden oder Medikamenten bekämpfen müsse, etwa die drohende Schweinegrippe durch eine entsprechende Impfung.

Claudia Wild wies auf Systemmängel hin: “Wenn jene, die Impfstoffe entwickeln, auch die Forschung über deren Wirksamkeit finanzieren und gar noch in den Gremien über deren Einsatz entscheiden, entsteht ein unakzeptabler Interessenkonflikt.”

Sorge wegen Leitlinien

Die Hausärzte warnen vor einer ökonomisch motivierten “Integrierten Versorgung” mit standardisierten Diagnosestraßen und Behandlungen – dies gehe zu Lasten des individuellen Bemühens um den Patienten. Der Chef des Hausärzteverbandes, Christian Euler, und seine Kollegen lehnen strenge Leitlinien deshalb ab: “Rahmenbedingungen können so eng werden, dass im Rahmen kein Platz mehr ist.” Susanne Rabady von der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin setzte sich für Leitlinien und Standards ein, doch dürften daraus nicht “starre Schemata” werden.

Michael Wendler, Leiter einer Lehrpraxis in Graz, will zurück zu einer Medizin, welche den Patienten als Partner und nicht als Objekt sieht. Der Ärztenachwuchs solle zu mehr Kritikfähigkeit ausgebildet werden. Er müsse häufig Gespräche mit Patienten führen, die ihr medizinisches Wissen aus dem Internet beziehen, erklärte Wendler. Er rate dann meist: “Erst gurgeln, dann googeln.”

Quelle:

http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4109&Alias=wzo&cob=493144

Printausgabe vom Freitag, 14. Mai 2010
Online seit: Donnerstag, 13. Mai 2010

Kommentar & Ergänzung:

Sehr einverstanden bin ich mit der Empfehlung, dass Mediziner und Patienten die Entwicklungen im Gesundheitssystem kritischer hinterfragen sollen. Kann alles in dieser Meldung dreifach unterstreichen.

Zur Ökonomisierung der Medizin schreibt Urs P. Gasche im Tages-Anzeiger (31. 5. 2010):

„Ob jemand besonders viele Medikamente verschrieben bekommt oder eine Knieprothese erhält, ob einer Frau die Gebärmutter entfernt oder einem Mann die Gallenblase operiert  wird, hängt weniger vom Zustand der Patienten ab als davon, ob es in der Gegend viele Spezialärzte gibt. Computertomografien zu diagnostischen Zwecken ordnen Ärzte in der Waadt trotz der enormen Strahlenbelastung fast doppelt so häufig an wie ihre St. Galler Kollegen. Untersuchungen mit Herzkatheter, ebenfalls risikobehaftet, machen Waadtländer Ärzte 80 % häufiger. Trotzdem sterben die Waadtländer nicht weniger oft an Herzleiden. Für solche Überbehandlungen gibt es keine medizinischen Erklärungen. Die Risiken aber tragen stets die Patienten.“

Ich würde die Forderung des Österreichischen Hausärzteverbandes  allerdings nicht einseitig auf die Medizin beschränken. Auch im Bereich von Komplementärmedizin / Alternativmedizin / Naturheilkunde braucht es mehr kritisches Denken.

Bei einem sehr grossen Teil der Naturheilmittel, die in Apotheken und Drogerien verkauft werden, fehlt einfach jeder Hinweis darauf, dass sie – von Placebo-Effekten abgesehen – eine Wirkung haben. Es stellen sich hier Fragen bezüglich Ethik und bezüglich Konsumentenschutz.

Und es gibt auch im Bereich Komplementärmedizin / Alternativmedizin / Naturheilkunde eine unübersehbare Tendenz zur Medikalisierung: Den Menschen werden Störungen eingeredet, um sie anschliessend zu therapieren.

Während aber in der Medizin immer wieder auch eine kritische Diskussion von Fehlentwicklungen und Auswüchsen stattfindet– die Veranstaltung des Östereichischen Hausärzteverbandes ist dafür ein Beispiel – fehlt eine solche Auseinandersetzung im Bereich Komplementärmedizin / Alternativmedizin / Naturheilkunde fast vollständig. Hier herrscht meiner Erfahrung nach  über weite Strecken eine naive Gläubigkeit, die ich ziemlich erschreckend finde.

Wenn der Bereich von Komplementärmedizin / Alternativmedizin / Naturheilkunde einen fundierten, seriösen Boden finden soll, braucht es meiner Ansicht nach vielmehr sorgfältige, selbstkritische Prüfung von Aussagen und Versprechungen und sehr viel mehr Auseinandersetzung mit den Grenzen der eigenen Heilmethode.

Die Kategorie „Naturheilkunde-Debatte“ in diesem Pflanzenheilkunde-Blog ist ein Versuch, diese Fragen zu thematisieren.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Was sind Schüssler-Salze?

Dienstag, Mai 18th, 2010

Schüssler-Salze erleben im Bereich Alternativmedizin / Komplementärmedizin / Naturheilkunde gerade einen ziemlichen Boom. Gleichzeitig wissen aber die wenigsten Anwenderinnen und Anwender genauer über diese Präparate Bescheid.
Es folgt darum hier eine Zusamenfassung aus Wikipedia und daran anschliessend ein ergänzender Kommentar:

Schüßler-Salze sind Präparate von Mineralsalzen in homöopathischer Dosierung (Potenzierung), die zur Alternativmedizin gezählt werden Die Behandlung mit ihnen basiert auf der Annahme, Krankheiten entstünden allgemein durch Störungen des Mineralhaushalts der Körperzellen und könnten durch homöopathische Gaben von Mineralien geheilt werden. Diese Annahmen und Vorstellungen sind wissenschaftlich nicht anerkannt. Eine Wirksamkeit der Schüßler-Salze ist weder experimentell noch klinisch nachgewiesen.

Der homöopathische Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler (1821–1898) publizierte in der Allgemeinen Homöopathischen Zeitung 1873 den Artikel „Eine abgekürzte Homöopathische Therapie“, in dem er eine Therapieform namens „Biochemische Heilweise“ vorstellte. Seine Abkürzung bestand darin, dass er statt der etwa tausend Mittel in der Homöopathie nur zwölf Salze, „Schüßler-Salze“ genannt, zur Behandlung fast aller Krankheiten für ausreichend hielt. Schüßler ging davon aus, dass Krankheiten auf der Basis gestörter biochemischer Vorgänge entstehen. Er ging davon aus, dass Krankheiten zu einem großen Teil auf der Grundlage eines „gestörten Mineralhaushaltes“ entstehen, wobei das Fehlen eines bestimmten Minerals den gesamten Stoffwechsel beeinträchtige. Schüßler betonte, sein Verfahren sei „kein homöopathisches“, weil es nicht auf dem von Samuel Hahnemann propagierten Simile-Prinzip (“Ähnliches kann durch Ähnliches geheilt werden”) beruhe, sondern auf physiologisch-chemische Vorgänge im menschlichen Organismus zurückzuführen sei. Aus diesem Grund lehnte Schüssler auch die in der Homöopathie üblichen Arzneimittelprüfungen an gesunden Probanden als „grundfalsch“ ab.

Der Vizepräsident des Biochemischen Bund Deutschlands e. V., Hans-Heinrich Jörgensen, vertritt allerdings die Auffassung, dass sich Schüßler-Salze nicht nur zum Ausgleich von Mangelerscheinungen, sondern auch gemäß dem homöopathischen Ähnlichkeitsprinzip anwenden lassen: „Beides ist möglich und funktioniert auch, denn schließlich sind die Salze ja nach den Regeln der Homöopathie aufbereitet. Aber die Indikationsansprüche, die Zielrichtung, die Erscheinungen, die behandelt werden sollen, sind andere, ob ich mit meiner Arznei schlicht Mineralmängel beseitigen will, oder ob ich entsprechend dem homöopathischen Arzneibild Konstitutionen verändern will.“

Bei den biochemischen Präparaten nach Schüßler handelt es sich um homöopathische Arzneimittel im Sinne des deutschen Arzneimittelgesetzes (AMG), die nach einem vereinfachten Genehmigungsverfahren („Registrierung“) in den Verkehr gebracht werden. Im Gegensatz zur „Zulassung“ von Arzneimitteln (Synthetika, Phytopharmaka) brauchen Wirksamkeit und Unbedenklichkeit bei der “Registrierung” homöopathischer Arzneimittel nicht nachgewiesen zu werden; im Gegenzug dürfen allerdings auch keine Anwendungsgebiete (Indikationen) aufgeführt werden. Die im Zusammenhang mit der Verabreichung von Schüssler-Salzen manchmal durchgeführte so genannte Antlitzdiagnostik bzw. Antlitzanalyse ist nach wissenschaftlichen Kriterien nicht haltbar.

Schüssler-Salze werden nach homöopathischer Verfahrensweise durch Schütteln, Reiben oder Zerkleinern verdünnt und haben entsprechende Verdünnungsbezeichnungen: D1 bedeutet, dass es sich um eine Verdünnung von 1:10 handelt, Dx allgemein eine Verdünnung von 1:10x. Die Salze sind in der Regel D6 = 1:1.000.000 oder D12 = 1:1.000.000.000.000 verdünnt.

Die „Biochemie nach Schüßler“ ist vor allem durch Heilpraktiker als Behandlungsform erhalten geblieben. Sie wird in Fachschulen gelehrt und viele Heilpraktiker arbeiten täglich in der Praxis mit Schüssler-Salzen. Vor der gesetzlichen Festschreibung der Berufsbezeichnung Heilpraktiker (1939) in Deutschland wurde Schüßlers Lehre wesentlich durch Laienbewegungen verbreitet. Einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Schüssler-Methode leistete Kurt Hickethier, welcher zwei Kurhäuser zur Behandlung seiner Patienten errichtete. Der erste „biochemische Verein“ wurde im Jahre 1885 in Oldenburg gegründet. Heute (2004) existieren in Deutschland etwa 70 „biochemische Vereine“ und weitere im Ausland. Die Schüßler-Salze werden von interessierten Menschen bei verschiedensten Krankheitsbildern eingesetzt.

Wirksamkeit der Schüssler-Salze

Schüßler-Salze haben keinerlei wissenschaftlich belegte Wirkung. Die Stiftung Warentest kommt zu dem Schluss: „Biochemie nach Schüßler ist zur Behandlung von Krankheiten nicht geeignet.“ Der Professor für Alternativmedizin Edzard Ernst stellt fest: “Die Behandlungskostenübernahme durch einige deutsche Krankenkassen ändert nichts daran, dass diese ‚Therapie’ als eine nicht wirksam bewertete Behandlung einzustufen ist”.

Die „Biochemie“ nach Schüßler

Wilhelm Heinrich Schüßler distanzierte sich mit seiner Therapiemethode strikt von der Homöopathie. Es gab zu Schüssler’s Lebzeiten viele Auseinandersetzungen mit Homöopathen, die seine Behandlungsmethode schon allein wegen ihrer Einfachheit nicht akzeptierten und verächtlich von Düngemitteln sprachen. In seinem Artikel „Eine abgekürzte Homöopathische Therapie“ schreibt Schüßler selbst: „Die Grundlage meiner Forschung waren Histologie, die darauf bezügliche Chemie, die anorganischen Bestandteile der Gewebe und die physiologischen Wirkungen oder Funktionen dieser Bestandteile.“

Bei seinen Untersuchungen fand er nach eigenen Angaben zwölf verschiedene Verbindungen, die im menschlichen Organismus vorkämen, die sogenannten Schüßler-Salze. Nach Schüßlers Ansicht bewirkt ein pathogener Reiz die Verstärkung der Funktion einer Zelle, weil die Zelle bemüht ist, den Reiz abzustoßen. Wegen dieser Tätigkeit verliere sie einen Teil ihrer mineralischen Funktionsmittel. Schüssler glaubte, diese Zellen seien dann pathogen verändert, was das Wesen einer Krankheit sei.

Durch die Zufuhr dieser nun fehlenden Mineralstoffe könnten die Krankheiten bekämpft werden. Dazu sei die Potenzierung der Salze nötig, um Mängel innerhalb einer Zelle aufzufüllen. Nach Schüssler’s Ansicht gelangen die hoch verdünnten „feinstofflichen“ Mineralstoffe, also die einzelnen Moleküle, direkt in das Zellinnere. Die Mängel außerhalb der Zellen seien durch eine nährstoff- und basenreiche Ernährung aufzufüllen, weil ein gewisses Gleichgewicht zwischen Zellinnerem und Extrazellularraum nötig sei.
Merkmale im Gesicht ließen Schüssler die verschiedenen fehlenden Mineralstoffe feststellen und so eine entsprechende Dosierung der Salze vornehmen.

Kurt Hickethier erweiterte die von Schüßler eingeführte „Antlitzanalyse“ und nannte sie zu seiner Zeit “Sonnerschau”. So ist nach Hickethier zum Beispiel ein Mangel am Schüssler-Salz Nr. 3 (Ferrum phosphoricum) unter anderem an den inneren Augenwinkeln durch eine dunklere, blauschwarze bis schwarze Färbung zu erkennen. Durch die darauf folgende Einnahme des entsprechenden Mineralstoffs konnte Hickethier nach eigenen Angaben einen Rückgang der antlitzanalytischen Zeichen im Gesicht feststellen.
Praktische Anwendung der Schüssler-Salze
Schüßler-Salze sollen als „homöopathisch aufbereitete“, das heisst potenzierte Mittel in Tablettenform angewendet werden, die man dann im Mund langsam zergehen lässt. Die Mineralstoffe sollen dann über die Mundschleimhaut vom Organismus aufgenommen werden. Für jedes Schüssler-Salz gibt es eine sogenannte Regelpotenz. Für die Schüssler-Salze Nr. 1, 3 und 11 wird in der Regel D12 genommen. Für die übrigen Schüssler-Salze gilt D6 als Regelpotenz.

Zur Anzahl der Tabletten pro Tag existieren verschiedene Ansätze. Ein Teil der Heilpraktiker empfiehlt eine Dosierung von etwa drei bis sechs Stück täglich von nur zwei bis drei verschiedenen Schüßler-Salzen, der andere Teil wiederum empfiehlt auch mehr verschiedene Salze und höhere Dosen bis insgesamt etwa 150 Pastillen pro Tag. Wahrscheinlich sind die Dosierungen darum so unterschiedlich, weil manche Anwender die Aussagen von Schüßler und Hickethier unterschiedlich interpretieren. Manche Heilpraktiker sehen die Heilweise auch als Reizheilweise, während Schüßler selbst sie in seiner „abgekürzten Therapie“ als Substitutionsheilweise bezeichnet.

Durch den Wandel der Zeit und einen möglichen erhöhten Bedarf an Mineralstoffen, durch Stress und falsche Ernährung sind nach der Ansicht einiger heutiger Heilpraktiker größere Gaben von Mineralstoffen nötig.
Die Vorstellung, dass die Verwendung großer Mengen Schüßler-Salze einen Mineralstoffmangel besser beheben könne als die Verabreichung nur weniger Tabletten pro Tag, steht allerdings im Widerspruch zu der Tatsache, dass bei der Potenz D6 selbst 1000 Tabletten immer noch weniger als ein Milligramm des zugrundeliegenden Minerals enthalten.
Kurt Hickethier schreibt, dass er um etwa 1910 bei seinen Patienten meist nur zwei bis drei verschiedene nennenswerte Salzmängel in einem Antlitz feststellen konnte. Manche Mangelanzeichen traten laut seinen Angaben sehr selten auf, weil sie einen überaus starken, langjährigen Mangel eines Mineralstoffes voraussetzen. Heute seien diese von ihm beschriebenen, damals seltenen Anzeichen aber häufig anzutreffen. Auch die Anzahl und Ausprägung der Mängel, welche in einem Gesicht zu erkennen seien, sei viel größer geworden. Hickethier selbst rät: „In schweren Fällen und bei großen Mängeln erscheint es gerechtfertigt, kurze Zeit hindurch alle Minuten eine Gabe der üblichen Verdünnung (laut Schüßler) zu geben.“ Schüßler war in seiner abgekürzten Therapie offen für unterschiedliche Dosierungen seiner Salze und schrieb, dass jeder Arzt nach eigenem Ermessen die Dosis wählen solle.

Einnahmearten der Schüssler-Salze

Die Schüßler-Pastillen werden einzeln, können jedoch auch bis zu etwa fünf Stück gleichzeitig im Mund gelutscht werden. Die Schüssler-Salze sollen dabei über die Mundschleimhaut aufgenommen werden. Weil die Pastillen fast nur aus Milchzucker (Laktose) bestehen, ist bei einer Laktoseintoleranz Vorsicht angezeigt. Die Pastillen können in Leitungswasser aufgelöst werden, wobei nicht umgerührt werden soll, damit der Milchzucker am Boden der Tasse nicht verworfen wird. Diese Lösung wird dann schluckweise getrunken. Hierbei wird nur eine verhältnismäsig geringe Menge von Milchzucker eingenommen. Auch gibt es inzwischen in Alkohol aufgelöste Schüßler-Salze, welche laktosefrei sind.

Sehr bekannt ist die Einnahme des Schüssler-Salzes Nr. 7, Magnesium phosphoricum, als „heiße Sieben“. Bei akuten Schmerzzuständen sollen 10 Tabletten in einer Tasse in kochend heißem Wasser aufgelöst werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Lösung nicht mit einem Metallgegenstand umgerührt wird. Die Milchzuckerlösung wird so warm wie möglich getrunken, wobei jeder Schluck lange im Mund behalten werden soll, um die Aufnahme durch die Mundschleimhäute zu verbessern. Auch die Einnahme der anderen Schüßler-Salze kann sowohl als heiße Lösung wie auch durch Auflösen in einem Glas abgekochtem Wasser geschehen. Eine Anwendung soll auch in Salbenform möglich sein (etwa Ferrum phosphoricum „biochemisch“ für Entzündungen).

Die 12 „Funktionsmittel“ der Schüssler-Salze

    Calcium fluoratum D12
    Calcium phosphoricum D6
    Ferrum phosphoricum D12
    Kalium chloratum D6
    Kalium phosphoricum D6
    Kalium sulfuricum D6
    Magnesium phosphoricum D6
    Natrium chloratum D6 (Kochsalz)
    Natrium phosphoricum D6
    Natrium sulfuricum D6
    Silicea D12 (Kieselsäure)
    (Calcium sulfuricum D6)

Diese 12 ursprünglichen Schüßler-Salze reduzierte Schüßler im Jahr 1895 auf elf; er schrieb: „Da der schwefelsaure Kalk nicht in die konstante Zusammensetzung des Organismus eingeht, so muss er von der biochemischen Bildfläche verschwinden. Statt seiner kommt Natrium phosphoricum resp. Silicea in Betracht.“
Später wurden von verschiedenen Autoren zusätzliche Mineralstoffe eingeführt, welche heute unter der Bezeichnung „Ergänzungsmittel“ zusammengefasst werden.

Die 15 „Ergänzungsmittel“ der Schüssler-Salze

    Kalium arsenicosum D6
    Kalium bromatum D6
    Kalium jodatum D6
    Lithium chloratum D6
    Manganum sulfuricum D6
    Calcium sulfuratum D6
    Cuprum arsenicosum D6
    Kalium-Aluminium sulfuricum D6
    Zincum chloratum D6
    Calcium carbonicum D6
    Natrium bicarbonicum D6
    Arsenum jodatum D6
    Aurum Chloratum Natronatum D6
    Selenium D6 (Selen)
    Kalium bichromicum D12

Ergänzende biochemische Mittel nach Joachim Broy

    Natrium fluoratum D6
    Magnesium fluoratum D6
    Calcium chloratum D6
    Ferrum chloratum D6
    Ferrum sulfuricum D3
    Magnesium chloratum D6
    Magnesium sulfuricum D6

Geschichte der „Biochemie nach Schüßler“

Schüßler, welcher bis zu Beginn der 1870er Jahre der „klassischen“ Homöopathie mehr oder weniger treu geblieben war, wurde nach der Erstveröffentlichung seiner „neuen“ Therapie in der Allgemeinen Homöopathischen Zeitung (1873) heftig von Homöopathen kritisiert, welche Verrat an der gemeinsamen Sache witterten. Ein Jahr später publizierte er sein grundlegendes Werk „Eine abgekürzte Therapie gegründet auf Histologie und Cellularpathologie“, welches auf knapp 16 Seiten die Grundzüge seiner Lehre enthielt. Dabei grenzte er sich deutlich von der Homöopathie ab. Im Vorwort zu späteren Auflagen bekannte er sich zu den Einflüssen, welche der Physiologe Jakob M. Moleschott und der Pathologe Rudolf Virchow auf seine Theorie hatten.

Die heftigen Auseinandersetzungen mit führenden Vertretern der Homöopathie brachten Schüßler 1876 zum Austritt aus dem „Centralverein homöopathischer Ärzte“. Der polemische Schlagabtausch ging allerdings über Jahrzehnte weiter. Die naturwissenschaftliche Medizin nahm dagegen kaum Kenntnis vom neuen „biochemischen“ Verfahren. Im deutschen Kaiserreich wurde es zwar von den meisten Gesundheitsbehörden im Rahmen der gesetzlich verankerten Kurierfreiheit toleriert, jedoch nicht gefördert.

Geschichte der biochemischen Verbände

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts existierten drei konkurrierende Verbände: der „Verband biochemischer Vereine für das Deutsche Reich“, der „Schüssler-Bund“ und der „Jade-Verband“. In den 1920er Jahren zählte die biochemische Bewegung mehr als achthundert ehrenamtliche „Krankenbehandler“. Diese wurden von Ärzten, die in ihnen Kurpfuscher sahen, nicht selten wegen fahrlässiger Körperverletzung oder gar Tötung angezeigt. Die meisten Gerichtsverfahren endeten jedoch mit Freispruch.
Durch die Reichsarbeitsgemeinschaft der Volksverbände wurden die biochemischen Vereine 1922 zwangs-zusammengeschlossen zum „Biochemischen Bund Deutschlands“, der 1928 bereits 184.672 Mitglieder zählte und straff organisiert war. 1929 umfasste die Bundesgeschäftsstelle 22 hauptamtliche Mitarbeiter. In einem eigenen Verlag in Potsdam erschienen die „Zeitschrift für Biochemie. Volkstümliches Fachorgan für Mineralstofflehre“ mit einer Auflage von mehr als 200.000 Exemplaren sowie vielen Informationsschriften.

Zur Zeit des Nationalsozialismus stieg die „Biochemie“ zu einer anerkannten Heilweise auf. Die „Krankenbehandler“, welche bisher am Rande der Legalität praktiziert hatten, bekamen den Status von Heilpraktikern. Außerdem konnten im „Dritten Reich“ erstmals mit staatlicher Billigung und Förderung Untersuchungen durchgeführt werden, in denen die behauptete Wirksamkeit „biochemischer“ Arzneimittel überprüft wurde. Solche Menschen-Versuche fanden auch in den Konzentrationslagern Dachau und Auschwitz statt, unter Leitung des Reichsarztes SS Ernst-Robert Grawitz. Dabei wurden unter anderem künstlich herbeigeführte Fälle von Blutvergiftung und Malaria weitgehend erfolglos „therapiert“. Für die Häftlinge nahmen diese grausamen Experimente in den meisten Fällen einen tödlichen Ausgang.

Der „Biochemische Bund“ steuerte nach 1933 mehr und mehr ins nationalsozialistische Fahrwasser. Eine interne Gleichschaltung führte zum Ausschluss unerwünschter, hauptsächlich “nichtarischer” Mitglieder. Ab 1934 findet man in der Mitgliederzeitschrift die Rubrik „Volk und Rasse“ und an der Spitze der Bundesleitung stehen linientreue Parteigenossen. 1935 wurde der „Biochemische Bund“  zwangsweise in die „Reichsarbeitsgemeinschaft der Verbände für naturgemäße Lebens- und Heilweise“ eingegliedert. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der „Bund“ aufgelöst, jedoch schon 1946 neu konstituiert. 1949 gab er wieder eine Mitgliederzeitschrift heraus („Gesundes Volk“, später „Weg zur Gesundheit“), konnte jedoch nicht wieder an die frühere Bedeutung anknüpfen. Aus einem verbandseigenen Kurhaus, welches 1936 in Hahnenklee im Harz in Betrieb genommen wurde, ging 1949 ein „Dr. Schüssler-Sanatorium“ hervor. Im Jahr 2004 existierten in Deutschland wieder etwa 70 biochemische Vereine, weitere im Ausland.

Komplex-Biochemie

Die Komplex-Biochemie ist eine seit den 1920er Jahren bestehende Sonderform der Behandlung mit Schüßler-Salzen. Sie wurde entwickelt von dem Berliner Arzt Konrad Grams. Die etwa dreissig Präparate der Komplex-Biochemie werden seither unter dem Namen „JSO Bicomplexe“ produziert und vermarktet, die Zusammensetzung ist nur unwesentlich verändert worden. Konrad Grams entwickelte damit – dem Zeitgeist folgend – aus der Schüßler-Biochemie ein deutlich laienfreundlicheres Selbstbehandlungs-System – die „Komplex-Biochemie“: „Unter Komplex-Biochemie verstehen wir die Vereinigung mehrerer Mineralsalze zu einem Mittel, welches zu den erkrankten Geweben oder dem erkrankten Körperteil in Beziehung steht. Es deckt gewissermaßen alle Krankheitserscheinungen der betreffenden Krankheit.“ Grams selbst hängt in seinen Publikationen auch weiterhin der pseudomaterialistischen Defizit-Hypothese an („Die Komplex-Biochemie ist […] eine Ernährungstherapie.“)

Die Komplex-Biochemie nach Grams umfasst 30 sehr einfache Konzepte, welche die Wahl des Mittels leicht machen (bei Durchfall das „Darmmittel“, bei „Husten“ das „Hustenmittel“ etc.). Auch wenn etliche Heilpraktiker die Behandlung mit komplex-biochemischen Mitteln anbieten, ist das System hauptsächlich zur Selbstmedikation gedacht.
Allerdings ist aufgrund arzneimittelrechtlicher Vorschriften die Angabe einer Indikation nur noch für zugelassene, nicht aber für registrierte homöopathische Arzneimittel erlaubt, so dass Angaben wie “Hustenmittel” auf der Packung der – lediglich registrierten – JSO Bicomplexe nicht mehr zugelassen sind. Die Erteilung einer Zulassung (statt der ebenfalls zulässigen Registrierung) würde aber Wirksamkeitsnachweise für die beanspruchte Indikation voraussetzen, welche die „Schüssler-Salze“ nicht vorweisen können.

Quelle: Wikipedia (Literaturangaben dort)

Kommentar & Ergänzung:

Diese Wikipedia-Informationen rufen nur an wenigen Stellen nach einer Ergänzung oder Präzisierungen. Ich versuche hier, ein paar offene Punkte bzw. Fragen aufzuführen.

– Schüssler-Salze werden von den Arzneimittelbehörden gleich behandelt wie Präparate aus Homöopathie und Anthroposophischer Medizin. Sie sind daher wie diese vom Nachweis einer Wirksamkeit befreit. Dadurch besteht auch keine Notwendigkeit, Wirkungen fundiert zu dokumentieren.
Daher ist es nicht erstaunlich, dass experimentelle oder klinische Belege für eine Wirksamkeit fehlen.

– Ausser Frage steht, dass viele AnwenderInnen von Schüssler-Salzen von positiven Wirkungen berichten. Dabei kann es sich aber auch um Effekte handeln, welche durch die Erwartungshaltung ausgelöst wurden, oder um Verbesserungen aufgrund des natürlichen Verlaufs der Beschwerden (Selbstheilungskräfte). Vor kurzen erklärte mir eine Bekannte, dass sie sich gar nicht mehr vorstellen könne, ohne Schüssler-Salze Nr. X, Y und Z ihren Alltag zu bewältigen. Ich halte solche Aussagen für ein Symptom psychischer Abhängigkeit und beobachte ähnliche Phänomene im Umfeld der Schüssler-Salze nicht selten.

– Schüssler-Salze im Sinne einer Substitutionsbehandlung als Mineralstofftherapie zu bezeichnen, halte ich für eine Konsumententäuschung. Bei Verdünnungen von D6 (1: 1 000 000) und D12 (1:1 000 000 000 000) sind von ursprünglich vorhandenen Mineral nur noch äusserst minimale Spuren vorhanden.

– Die mit der Anwendung von Schüssler-Salzen oft verknüpfte „Antlitzanalyse“ (Physiognomik) ist hoch fragwürdig und problematisch. Sie eignet sich bestens als Transportmittel für Vorurteile, Projektionen und Unterstellungen.

– Das Konzept von Schüssler, alle Krankheiten auf Mineralstoffmängel zurückzuführen, ist ausgesprochen einseitig und zudem sehr mechanistisch.

– Die Tiroler Apotheken führten am 7. Mai der „1. Schüssler Tag“ durch. Die Ankündigung dafür ist meines Erachtens ein gutes Beispiel für unseriöse Propaganda.

Beispiel 1:
„ Die Salze, die von dem Arzt Wilhelm Schüßler vor über hundert Jahren erforscht wurden, sollen genau jene Mineralstoffe beinhalten, die Körperzellen brauchen. Kommt es zu einem Mangel einzelner Mineralstoffe im Körper, kann diese „Betriebsstörung“ durch die Einnahme der Schüßler Salze ausgeglichen werden.“ (Quelle: www.tt.com)
Es gibt keinen einzigen Hinweis, dass Schüssler-Salze einen Mangel an Mineralstoffen ausgleichen können. Wie schon weiter oben erwähnt: Als Substitutionstherapie bei Mineralstoffmangel sind Schüsslersalze unsinnig. Allenfalls dienen sie als indirekte Substitutionstherapie bei Mangelzuständen in Apothekerkassen…..

Beispiel 2:
„’Diese alte Form der Alternativmedizin erfährt zurzeit eine Renaissance’, betonte Apothekerkammer-Präsident Martin Hochstöger am Montag bei einer Pressekonferenz. Das sei vor allem darauf zurückzuführen, dass es sich um ein natürliches und risikoloses Behandlungsmodell handelt, bestätigte auch Monika Winkler, Pharmazeutin der Stadtapotheke Innsbruck. Bei der Anwendung könne man nichts falsch machen.“ (Quelle: www.tt.com)
Natürlich und risikolos – das kommt immer gut an. Wirksamkeit ist dagegen für die Apotheker kein Thema. Und eine Heilmethode, bei der man nichts falsch machen kann, entspricht ebenfalls dem Zeitgeist. Dann muss man sich ja auch nicht vertiefter damit auseinandersetzen und kann einfach mal rumprobieren. So erlebe ich jedenfalls nicht wenige Anwenderinnen und Anwender von Schüssler-Salzen. Ein Wochenendkurs, und man hat Gesundheit und Krankheit im Griff – bei sich selber und bei Patientinnen und Patienten. Eine ziemliche Fast-Food-Haltung, was mir da oft entgegen kommt. Und eine masslose (Selbst-) Überschätzung.

Beispiel 3:
„Die Einsatzmöglichkeiten sind sehr breit gestreut. ‚Jetzt im Frühjahr kämpfen viele Tiroler mit Pollenallergien, grippalen Infekten und Erkältungen. Da sind die homöopathisch zubereiteten Mineralstoffe eine wichtige Stütze für den menschlichen Organismus. Schüßler Salze können jedoch auch schon vorbeugend und in jedem Alter zur Gesundheitsvorsorge angewendet werden’, erklärte Susana Niedan-Feichtinger, Geschäftsführerin der Adler Pharma.“ (Quelle: www.tt.com)

Das ist ja schön für Adler Pharma als Markführerin im Bereich Schüssler-Salz in Österreich. Eigentlich heisst das: Schüssler Salze kann man immer einnehmen – ob gesund oder krank, alt oder jung – Schüssler-Salze braucht’s immer. Die perfekte Medikalisierung des Lebens, was ein unerschöpfliches Marktpotenzial mit sich bringt.
Zu einem professionellen Umgang mit Naturheilmitteln gehört wie auch bei anderen Medikamenten eine Einschränkung des Anwendungsbereiches auf Indikationen, bei denen der Nutzen überzeugend dokumentiert ist.
Leider sieht man bei Apotheken und Drogerien zunehmend, dass die fachlich-professionelle Haltung von kommerziellen Interessen völlig überdeckt wird.

„Mehr Wissen über die Salze von Dr. Schüssler“ verspricht die Ankündigung des „1. Schüssler Tages“ im Titel. Nach dem „Wörterbuch der philosophischen Grundbegriffe“ (Meiner Verlag 1998) ist „Wissen“ die auf „subjektiv und objektiv zureichenden Gründen  beruhende Überzeugung vom tatsächlichen Bestehen von Gegenständen, Vorgängen oder Sachverhalten“. Gründe für die gemachten Versprechungen sind in dieser Ankündigung aber nicht ersichtlich. Statt von „Wissen“ wäre es deshalb m. E.  angebrachter, von Behauptungen zu sprechen.

Mag sein, dass meine Kritik gerade ziemlich hart daherkommt. Ich will eigentlich gar keine „Standpauke“ halten.
Ich finde es aber unakzeptabel, wenn Apotheker ihr fachliches Renommee ins Feld führen, um mit derart fadenscheinigen und irreführenden Aussagen auf Kundenfang zu gehen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen
www.phytotherapie-seminare.ch

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Heilpflanzen-Präparate für erholsamen Schlaf

Dienstag, Mai 4th, 2010

Für Schlafmittel aus Baldrian, Hopfen, Melisse, Passionsblume oder Haferkraut  sprechen mehrfache Vorteile.

Schlafmittel mit hoch konzentrierten Heilpflanzen-Extrakten aus Baldrian, Hopfen, Melisse, Passionsblume oder Haferkraut erleichtern nicht nur das Ein- und Durchschlafen, sie fördern auch eine physiologische Schlafarchitektur, bewirken keinen Hangover und machen die Patienten wach und fit für den nächsten Tag.

Dagegen seien zahlreiche Menschen, die mit Benzodiazepinen als gebräuchlichste synthetische Schlafmittel meist schnell in den Schlaf finden, damit dennoch nicht zufrieden. Darauf hat Dr. Martin Burkart vom Phytopharmaka-Hersteller Dr. Willmar Schwabe bei einer Veranstaltung des Komitees Forschung Naturmedizin e.V. (KFN) in München hingewiesen. Denn zusätzlich zu ihrem Abhängigkeitspotenzial, welches die Einnahme von Benzodiazepinen limitiert, veränderten diese Mittel nachweislich die Schlafqualität und ihre sedierende Wirkung überdauert häufig die Nachtruhe. Dies führe dazu, dass man sich mit solchen Schlafmitteln trotz schnellen Ein- und guten Durchschlafens am nächsten Morgen oft unausgeruht und leistungsschwach fühle.

Pflanzliche Schlafmittel mit hoch konzentrierten Heilpflanzen-Extrakten aus Baldrian, Hopfen, Melisse, Passionsblume oder Haferkraut sowie verschiedenen Kombinationen daraus hätten sich in klinischen Studien als wirksame Ein- und Durchschlafhilfen ohne negative Begleiterscheinungen der Behandlung erwiesen.
Viele pflanzliche Schlafmittel beruhigten und entspannten, ermüdeten jedoch nicht aktiv. Dies sei in Experimenten mit Gesunden bestätigt worden, wonach tagsüber eingenommene pflanzliche Schlafmittel in üblichen Dosierungen im Gegensatz zu vergleichsweise niedrig dosierten Benzodiazepinen weder ein Müdigkeitsgefühl hervorriefen noch zu signifikanten Einschränkungen in Kognitions-, Vigilanz- und Psychomotoriktests führten, erklärte Burkart.

Während die veränderten nächtlichen Wellenmuster im EEG bei Schlafgestörten durch die Einnahme klinisch geprüfter pflanzlicher Schlafmittel in eine physiologische Richtung korrigiert werden, verstärkten Benzodiazepine auffällige Abweichungen eher, so Professor Wilfried Dimpfel aus Gießen. Er begründete diese Aussage mit eigenen Daten, die er dazu erhoben hat.

Quelle:
http://www.aerztezeitung.de/

Kommentar & Ergänzung:

Die Vorteile pflanzlicher Schlafmittel werden in diesem Beitrag gut dargestellt. Insbesondere bei  älteren Menschen können synthetische Schlafmittel die Sturzgefahr erhöhen, was bei Heilpflanzen-Präparaten nicht der Fall ist.

Ergänzt werden müsste noch, dass die erwähnten Heilpflanzen – Baldrian,  Hopfen, Passionsblume, Melisse, Haferkraut -  in ihrer Wirkung sehr unterschiedlich gut dokumentiert sind.

Während beispielsweise die Wirkung von Baldrian gut untersucht und belegt ist,  fehlen für die Wirksamkeit  von Haferkraut  fundierte Hinweise.

Nicht erwähnt wird im Beitrag  der Lavendel (Lavandula angustifolia). Lavendelblüten enthalten das ätherische  Lavendelöl, welches beruhigende Wirkung hat.

Im übrigen ist es wichtig festzuhalten, dass es grosse Qualitätsunterschiede gibt bei den schlaffördernden Naturheilmitteln. In Apotheken, Drogerien oder im Internet werden auch Naturheilmittel verkauft, deren Wirksamkeit höchst fraglich ist.


Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Beinwell: Rasche Wirkung gegen Rückenschmerzen

Montag, Mai 3rd, 2010

Eine Heilpflanzen-Salbe mit Beinwellwurzel-Extrakt hat sich in einer Studie als effektiv und schnell wirksam bei Rückenschmerzen erwiesen. 120 Patienten mit akuten Schmerzen im oberen Rückenbereich wurden über 4 bis 6 Tage dreimal täglich mit 4 Gramm einer Beinwellsalbe oder mit Placebo behandelt. Über den Behandlungszeitraum reduzierte sich die Schmerzintensität in der Beinwell-Gruppe um 95,2 Prozent, in der Placebogruppe um 37,8 Prozent. Schon innerhalb einer Stunde nach der ersten Applikation verminderten sich Ruhe- und Bewegungsschmerzen signifikant. Die Verträglichkeit der Salbe war sehr gut. Die Studie ist im »British Journal of Sports Medicine« publiziert worden (doi: 10.1136/bjsm.2009.058677).

Quelle:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=32865

Kommentar & Ergänzung:

Beinwell ( = Wallwurz, Symphytum officinale)  wird seit einigen Jahren intensiv erforscht und zeigt gute Wirkungen bei Gelenkschmerzen, Sportverletzungen, Verstauchungen, Quetschungen, Prellungen, Sehnenscheidenentzündungen, Knochenhautentzündungen und ähnlichem.
Es gibt allerdings bei den Beinwell-Präparaten (wie auch bei anderen Naturheilmitteln) grosse Qualitätsunterschiede, so dass die Forschungsergebnisse nicht auf alle Beinwellsalben übertragen werden können.

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Zwiebel als wirksames Konservierungsmittel

Sonntag, April 25th, 2010

Zwiebel macht haltbarer, hemmt Bakterien, welche Nahrungsmittel zersetzen und  hat zudem Vorteile auch für die Gesundheit

Rohe Zwiebeln sind gesund und eignen sich ausgezeichnet dazu, Nahrung länger haltbar zu machen. Zu diesem Resultat kommen spanische Wissenschaftler im “International Journal of Food Science and Technology”. Sie suchten in Extrakten von drei verschiedenen Zwiebelsorten nach antioxidativ sowie antimikrobiell wirkenden Inhaltsstoffen. Mehrere der gefundenen Substanzen erwiesen sich als wirkungsvolle Gegenmittel für Bakterien, die Lebensmittel vergiften oder zersetzen.

Fündig wurden die Wissenschaftler hauptsächlich in den Essigester-Lösungen einer gelben Zwiebelart. Hier entdeckten sie Quercetin und Kaempferol, zwei auch “Flavonoide” genannte wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe, die vor allem gute antibakterielle Wirkung haben. So bremsen sie etwa das Wachstum der Erreger Bacillus cereus, Staphylococcus aureus, Micrococcus luteus und Listeria monocytogenes. Bei Escherichia coli und Pseudomonas aeruginosa wirken die Inhaltsstoffe der Zwiebel allerdings weniger, bei Candida albicans überhaupt nicht.

Vorteile der Zwiebel auch für die Gesundheit

“Dank dieser Eigenschaften ist die Zwiebel eine natürliche Alternative zu künstlichen Konservierungsmitteln, die sonst in der Nahrungsindustrie verbreitet sind”, erklärt Studienleiter Jonathan Santas, Ernährungswissenschaftler an der Universität Barcelona.

Darüber hinaus dürfte Zwiebel auch die gesündere Alternative zu künstlichen Konservierungsstoffen sein. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass Flavonoide wegen ihrer antioxidativen Fähigkeiten besonders günstige Auswirkungen auf den Körper haben. So vermindern sie Entzündungen, schützen das Herz, erweitern die Gefäße und wirken auch dem Krebs entgegen.

Quelle:
http://derstandard.at

Kommentar & Ergänzung:

Dass die Küchenzwiebel einen hohen Gehalt an antioxidativ wirkenden Flavonoiden wie Quercetin und Kaempferol  besitzt, ist an sich keine neue Erkenntnis.
Interessant ist aber, dass den Flavonoiden von den Forschern gute Wirksamkeit gegen Bakterien  zugeschrieben wird, welche Lebensmittel verderben. Die schon seit längerem bekannten antimikrobiellen Eigenschaften der Zwiebel werden nämlich in der Regel dem Allicin zugeschrieben.

In der traditionellen Pflanzenheilkunde  wird der Zwiebel eine gute Wirkung bei Erkältungskrankheiten (Schnupfen, Husten) zugeschrieben. Es existieren daher eine ganze Anzahl von bewährten Hausmitteln wie Zwiebelsirup oder Zwiebelwickel.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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ZDF-Doku: Was ist Phytotherapie?

Donnerstag, März 18th, 2010

Phytotherapie wird von vielen Leuten immer noch verwechselt und in einen Topf geschmissen mit Homöopathie, Bachblüten, Spagyrik oder ähnlichen Methoden.

Dabei unterscheiden sich die theoretischen Grundlagen, die Weltbilder und der Forschungsstand dieser Verfahren fundamental. Längst nicht alle Naturheilmittel aus Heilpflanzen zählen zur Phytotherapie.
Nur wer differenzieren kann ist auch in der Lage, eine fundierte Wahl zu treffen.

Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) brachte am 20. September 2009 unter “Doku Gesundheitsthemen” einen Bericht über die moderne Phytotherapie.
Als Expertin Auskunft gibt Prof. Karin Kraft vom Lehrstuhl für Naturheilkunde in Rostock, eine ausgewiesene Kennerin der Phytotherapie.

Die Sendung ist in sechs Teilen auf youtube veröffentlicht worden.
Hier die Links und eine kurze Beschreibung des Inhalts.

Moderne Phytotherapie Teil 1:
www.youtube.com/watch

Beinwell (Wallwurz) bei Verstauchungen, Knochenbrüchen, Gelenkerkrankungen,
Prellungen, Zerrungen.
Johanniskraut als wirksames Antidepressivum.
Heilpflanzen-Anbau (Johanniskraut, Brennessel).
Herstellung von Heilpflanzen-Präparaten.

Moderne Phytotherapie Teil 2:
www.youtube.com/watch

Anbau von Sonnenhut (Echinacea).
Weissdorn bei Herzbeschwerden und Herzschwäche.
Weissdorn-Versuchsplantage.

Moderne Phytotherapie Teil 3:
www.youtube.com/watch

Weissdorn-Versuchsplantage.
Weissdorn bei leichten Formen der Herzinsuffizienz und leichten Formen von Herzrhythmusstörungen.
Interview mit Dr. Axel Bolland, Arzt für Balneologie und Naturheilkunde.
Wert des Sammelns von Heilpflanzen.
Wiesengeissbart (Mädesüss), Holunder.

Moderne Phytotherapie Teil 4:
www.youtube.com/watch

Holunder gegen Erkältungskrankheiten und Fieber.
Kamille zur Wundheilung, gegen Magen-Darm-Beschwerden.
Brombeerblätter gegen leichte Durchfälle, Entzündungen im Mund.
Zitate aus den Schriften Hildegard von Bingen‘s.
Johanniskraut-Analyse.

Moderne Phytotherapie Teil 5:
www.youtube.com/watch

Johanniskraut-Analyse.
Johanniskraut bei schwerer bis mittelschwerer Depression gut belegt nach Aussage von Prof. Karin Kraft.
Kamillenblüten (Anbau).
Ginkgo-Anbau, Heilpflanzen-Forschung.
Löwenzahn.

Moderne Phytotherapie 6
www.youtube.com/watch

Heilpflanzen-Forschung, Lavendelöl, Heilpflanzen-Sammeln,
Kamillen-Dampfinhalation,
Baldrian, Melisse, Hopfen für Beruhigungsbad.
Zwiebel bei Insektenstichen.
Pflanzenmedizin fördert Verlangsamung, Zuwendung, Achtsamkeit.

Kommentar & Ergänzung:

Für Phytotherapie-Fachleute bietet die Sendung wohl kaum neue Erkenntnisse.

Für Laien gibt sie aber einen guten Einblick in die verschiedensten Bereiche der Phytotherapie. Der Heilpflanzen-Anbau, die Heilpflanzen-Forschung, die Produktion von Arzneimitteln aus Heilpflanzen und verschiedene Anwendungsbereiche werden vorgestellt.

Darüber hinaus zeigt der Film aber auch, dass die Auseinandersetzung mit der Pflanzenheilkunde die Beziehung zur Natur stärken und die Eigenkompetenz der Menschen fördern kann. Diese wichtigen Vorzüge sollten meiner Ansicht nach erhalten und gepflegt werden. Falls Sie Heilpflanzen auf Exkursionen kennenlernen oder ihr Wissen über die Heilkräfte der Pflanzen vertiefen wollen, dann schauen Sie doch einmal in meinen Kurskalender:
www.phytotherapie-seminare.ch/index.php

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Teebaumöl als Naturheilmittel…..

Mittwoch, März 17th, 2010

Unter dem Titel “Teebaumöl – eines der wirksamsten Mittel der Natur” empfiehlt die “Medical Tribune” in ihrem Gesundheits-Tipp die Anwendung von Teebaumöl.
Medical Tribune schreibt:

“Von den weltweit über 200 existierenden Teebaum-Arten sind 30 in Australien beheimatet – aber nur eine verfügt über die besonders gesunden Eigenschaften.”

Dieser Baum sei sehr widerstandsfähig gegen Krankheiten und werde selbst bei extremen Bedingungen nicht von Pilzen befallen. ??
Dann folgen praktische Tipps zur Anwendung von Teebaumöl:
“- Bei kleinen Wunden unverdünnt auftragen.

-Gegen Halsschmerzen, Raucherhusten und Mundgeruch in ein Glas warmes Wasser fünf bis zehn Tropfen Teebaumöl geben und gurgeln.

– Bei Schuppen fünf Tropfen des Öls einem milden Shampoo beifügen, in die Kopfhaut einmassieren und gut ausspülen.

– Bei Erkältung fünf Tropfen ins Badewasser geben.

– Bei Fußgeruch für ein Fußbad zehn Tropfen ins warme Wasser geben.”
?

Quelle: www.medical-tribune.de

Kommentar & Ergänzung:

Teebaumöl wird aus den Blättern und Zweigen des in Australien heimischen Australischen Teebaums (Melaleuca alternifolia) durch Wasserdampfdestillation gewonnen.

Teebaumöl wird wegen seiner antiseptischen, bakteriziden und fungiziden Wirkung angewendet in der Dermatologie (zum Beispiel in der Behandlung von Akne, Schuppen und Schuppenflechte, Pilzerkrankungen, Dellwarzen) sowie bei Muskelschmerzen, offenen Wunden, Rheuma, Raucherhusten und Krampfadern.

Teebaumöl wird auch in zahlreichen dermatologischen Präparaten verwendet: in Shampoos, Hand- und Körpercremes (speziell bei unreiner Haut, wie Akne), in Deodorants, Badezusätzen, Seifen, Zahnpasta, Mundwässern. Bei Pilz- und Bakterienbefall der Haut (z.B. bei Akne, Fußpilz) werden zumeist Präparate mit 5 bis 10% Teebaumöl verwendet. Für den Einsatz im Mundraum muss Teebaumöl sehr stark verdünnt werden.

Auch im Bereich der Tierpflege sind äußere Anwendungen von Teebaumöl bekannt, wobei wie beim Menschen Überdosierungen oder sehr häufige Behandlungen vermieden werden sollten. Will man Teebaumöl an Tieren anwenden, ist unbedingt der Tierarzt oder eine Tierärztin zu Rate zu ziehen. Durch den Gehalt an Terpenen und Phenolen ist das Teebaumöl genau wie andere ätherischen Öle beispielsweise für Katzen toxisch. Die Anwendung kann tödlich enden für das Tier. Charakteristische Symptome der “Teebaumöl-Vergiftungen” sind Zittern, Taumeln, Unruhe und allgemeine Schwäche.
(Quelle: Wikipedia)

Teebaumöl ist ein sehr interessantes und wirksames ätherisches Öl, doch wird es etwas gar zu stark als Mittel gegen fast alles propagiert. Die Aufgabe in der Phytotherapie besteht hier darin, die zentralen Wirkungen und Anwendungsbereiche herauszuschälen.

Kein Zweifel besteht zum Beispiel an der bakterienhemmenden und pilzhemmenden Wirkung von Teebaumöl. Allerdings zeigen zahlreiche ätherische Öle solche Wirkungen, und sie sind zugleich oft sogar besser verträglich (wie bspw. Lavendelöl). Darum sollte man sich meiner Ansicht nach nicht so auf Teebaumöl fixieren, wie das seit einiger Zeit immer wieder zu beobachten ist. Teebaumöl hat diese Stellung wohl vor allem einem geschickten Marketing zu verdanken.

Wenn die Medical Tribune schreibt, dass von den 200 Arten aus der Gattung Teebaum (Melaleuca) nur eine, nämlich Melaleuca alternifolia über die besonders gesunden Eigenschaften verfügt, dann ist das zum Beispiel ziemlich falsch. Es gibt eine ganze Anzahl von ätherischen Ölen aus verwandten Pflanzen mit ähnlichen Wirkungen. Ebenso scheint es mir recht reisserisch zu schreiben, Teebaumöl sei eines der wirksamsten Mittel der Natur. Das sind undifferenzierte Übertreibungen, die der Medical Tribune meines Erachtens nicht unterlaufen sollten, auch wenn es natürlich erfreulich ist, dass in dieser Publikation immer wieder mal Erkenntnisse über die Wirkungen von Heilpflanzen einfliessen.

Zum Tipp der Medical Tribune, bei Erkältungen fünf Tropfen Teebaumöl ins Badewasser zu geben, wäre noch aus praktischer Sicht zu ergänzen:
Ätherische Öle lösen sich schlecht in Wasser und schwimmen in der Badewanne obenauf. Emulgiert man die ätherischen Öle vor dem Beifügen mit Kaffeerahm oder Vollmilch, so verteilt sich das ätherische Öl besser im Badewasser. Das verbessert die Verträglichkeit auf der Haut.
Ich selber würde im übrigen bei Erkältungen (Husten, Schnupfen) eher Thymianöl oder Eukalyptusöl vorziehen.

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Kontaktallergien durch Propolis

Mittwoch, März 10th, 2010

Propolis, das für Naturkosmetika gern genutzte Kittharz der Bienen, kann zu Kontaktallergien führen. Ausserdem sind Kreuzreaktionen mit Perubalsam und Kolophonium verbreitet.??Zu diesem Resultat kommt eine britische Studie, für die Wissenschaftler aus Aberdeen bei knapp 3000 Patienten Epikutantests machten. Zwei Prozent der untersuchten Personen hatten eine Propolisallergie.

Quelle: http://www.aerztezeitung.de

Originalpublikation: Contact Dermatitis 61, 2009, 287

Kommentar & Ergänzung:

Wozu dient Propolis im Bienenstock?

In einem Bienenstock leben die Insekten auf engstem Raum bei etwa 35 °C und hoher Luftfeuchtigkeit zusammenleben. Das sind ideale Bedingungen für die Ausbreitung von Krankheiten. Darum dient das zum Abdichten von kleinen Öffnungen, Spalten und Ritzen verwendete Material Propolis dazu, Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen, die in den Stock eingeschleppt werden oder dort vorhanden sind, in ihrer Entwicklung zu hemmen oder sogar abzutöten. Hierzu werden Oberflächen, zum Beispiel auch das Innere der Wabenzellen für die Brut, mit einem hauchdünnen Propolisfilm überzogen. Auch im Bienenstock vorhandene, von den Bienen nicht entfernbare Fremdkörper oder Unrat werden auf diese Art eingekapselt.

Wie entsteht Popolis?

Der Grundstoff für Propolis wird von Honigbienen als harzige Substanz an Knospen und zum Teil auch an Wunden verschiedener Bäume (vor allem Birken, Buchen, Erlen, Fichten, Pappeln, Rosskastanien und Ulmen) gesammelt (etwa 55 % Naturharz und Pollenbalsam). Dieses Ausgangsmaterial wird von den Bienen weiterverarbeitet und mit etwa 30 % Wachs, etwa 5 % Pollenanteilen, etwa 10 % ätherischen Ölen aus den Blütenknospen und Speichelsekret (Fermenten) angereichert. Beim Endprodukt Propolis handelt es sich um ein bei Stocktemperatur klebriges Baumaterial, das häufig noch mit Bienenteilen und kleinsten Holzstücken verunreinigt ist.

Propolis wird vor allem im Herbst von den Bienen in den Bienenstock eingebracht. Dies ist vom lokalen Harzangebot des Baumbestandes abhängig. Ein Bienenvolk kann zwischen 50 und 500 g Propolis pro Jahr herstellen.
Propolis hemmt Bakterien und Pilze, wirkt gegen Entzündungen und fördert die Wundheilung.
Propolis ist daher Bestandteil von Naturheilmitteln zur Behandlung von Hautverletzungen und Schleimhautentzündungen.
(Quelle: Wikipedia)

Dass Propolis bei einem kleinen Prozentsatz der Verwender Allergien auslösen kann, ist schon seit längerer Zeit bekannt.
Propolis hat interessante Wirkungen, doch wenn die Propaganda das Naturheilmittel manchmal als hoch wirksames Antibiotikum aus der Natur darstellt, dann dürfte das schon ziemlich übertrieben sein. Vor allem bei innerlicher Anwendung ist es höchst unwahrscheinlich, dass die Wirkstoffe aus dem Bienenkittharz eine Konzentration im Organismus erreichen, die für eine systemische antibakterielle Wirkung ausreicht.

Weiter Info zu Propolis:
Naturheilkunde: Was ist Propolis?
http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/06/naturheilkunde-was-ist-propolis.html

Bienenprodukte als Naturheilmittel
http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/07/bienenprodukte-als-naturheilmittel.html

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Tipps zur Alltagsbewältigung bei Neurodermitis

Dienstag, März 2nd, 2010

Neurodermitis (Atopische Dermatitis) ist eine chronische Hautkrankheit, die sehr zermürbend sein kann. Als belastend wird dabei oft der begleitende Juckreiz erlebt.
Die Neurodermitis-Behandlung ist nicht einfach, doch können Medikamente und Naturheilmittel die Beschwerden oft lindern.
Zur Linderung können aber auch nichtmedikamentöse Massnahmen beitragen.
Auf www.stern.de ist eine Sammlung von Tipps veröffentlicht worden, welche die Alltagsbewältigung von Neurodermitis-Betroffenen erleichtern sollen:

– Die Fingernägel kurz halten, weil so die Haut weniger verletzt wird.

– Sich regelmäßig am ganzen Körper eincremen – am besten einmal am Tag, mindestens jedoch dreimal pro Woche. Hautcremes nutzen, die auf Ihr Neurodermitis-Stadium abgestimmt sind. Bei trockener Haut braucht sie Fett. Ist sie jedoch entzündet oder nässt sie sogar, sind fette Cremes schädlich: Weil die Entzündung unter dem Fettfilm eingeschlossen wird, kann sie sich intensivieren. Die Faustregel für Cremes lautet deshalb: nass auf nass, fett auf trocken. Den tiefsten Fettgehalt haben Lotionen, in Cremes ist er höher, Salben haben den höchsten Fettgehalt. Leider stehen nicht immer die richtigen Bezeichnungen auf der Verpackung, darum sollten Sie die Konsistenz vor dem Kauf testen oder sich beraten lassen. Hautöle sind nicht empfehlenswert, weil sie die Haut austrocknen.

– Juckende Hautstellen reiben, zwicken oder beklopfen, anstatt sie zu kratzen. Das ist schonender für die Haut.

– Nachts dünne Baumwollhandschuhe tragen. Im Schlaf merkt man häufig nicht, wenn man die Haut malträtiert.

– Kühlende Umschläge oder Eisbeutel auf juckende Hautstellen legen.

– Bei sehr trockener Haut lindern Hautpflegemittel mit Harnstoff. Sie geben Feuchtigkeit. Tragen Sie diese jedoch nicht auf entzündete Stellen auf, da sie ein brennendes Gefühl auslösen können.
.
– Hautpflegeprodukte bevorzugen, die in Aluminiumtuben verpackt sind. In Salbentöpfe können leicht Keime eindringen. Plastiktuben saugen die Creme – und damit Keime – zurück, sobald der Benutzer sie loslässt.

– Eine warme Dusche trocknet die Haut nicht so stark aus und ist daher besser als ein heißes Bad.

– Anschließend unbedingt eine fettende Creme auftragen, weil das Wasser der Haut viel Feuchtigkeit entzogen hat.

– Wer auf ein Vollbad nicht verzichten will, verwendet am besten Ölbäder – entweder ein Spezialbad für Neurodermitiker aus der Apotheke oder eine selbst gemischte Emulsion aus Milch und Olivenöl mit dem klangvollen Namen “Cleopatra-Bad”. Dazu mischt man 40 Milliliter Olivenöl mit 20 Milliliter Milch, schütteln es kräftig, bis eine Emulsion entsteht, und setzt diese nach 5 Minuten dem Badewasser zu. Auf der Haut bildet sich dadurch ein dünner Ölfilm, welcher rückfettend wirkt.

– Zu Ölbädern keine weiteren Badezusätze verwenden, sonst geht die fettende Wirkung verloren. Die Haut anschließend an der Luft trocknen lassen, sonst landet der Ölfilm im Handtuch, und die Wirkung geht verloren. Auf die Inhaltsliste achten: Manche Ölbäder enthalten Auszüge aus Soja, Erdnüssen oder Paraffin. Sie können allergische Reaktionen verursachen.

– Das stark propagierte “Tote-Meer-Badesalz” bringt für den Hausgebrauch kaum Nutzen. Um Entzündungen zu lindern, müsste ein Bad die gleiche Salzkonzentration wie im Toten Meer aufweisen – pro Wanne wären das 30 Kilogramm.

– Die Haut zum Trocknen mit dem Handtuch abtupfen, statt sie zu reiben. Möglichst weiche Handtücher verwenden.

– Wenn Sie keinen Weichspüler verwenden wollen, nehmen Sie Reisehandtücher aus dem Outdoorgeschäft. Sie bestehen aus schnell trocknenden Mikrofasern, sind jedoch gewöhnungsbedürftig, denn zunächst fühlt man sich nicht richtig trocken. Kleine Reisehandtücher eignen sich auch für unterwegs – als Ersatz für kratzige Papiertücher in öffentlichen Toiletten.

– Sich möglichst nur mit tensidfreier Waschlotion waschen. Der optimale pH-Wert sollte zwischen 5 und 6,5 liegen.

– Für unterwegs tensidfreie Waschlotion in kleine Fläschchen abfüllen. Seifen in öffentlichen Gebäuden enthalten oft Hautdesinfektionsmittel, welche Neurodermitis-Betroffene nur in Ausnahmefällen verwenden sollten.

– Parfüms vor Gebrauch auf Verträglichkeit testen oder darauf verzichten.

– Sich so kleiden, dass wenig Schweiß auf der Haut bleibt, denn Schwitzen fördert den Juckreiz. Grundsätzlich verdunstet Schweiß bei weiten und luftigen Textilien leichter als bei eng anliegenden. Weiche Textilien aus Baumwolle, Seide oder Mikrofasern sind gut geeignet. Mikrofaserstoffe können Feuchtigkeit nach außen transportieren.

– Sich das Zwiebelsystem zunutze machen und mehrere Kleidungsstücke übereinander tragen, die nach Bedarf abgelegt werden können.

– Silberhaltige Stoffe vermindern die Zahl der Bakterien auf erkrankter Haut – bei Neurodermitis-Patienten ist deren Konzentration 100- bis 1000-fach erhöht. Silbertextilien werden unter anderem in Sanitätshäusern verkauft und manche Krankenkassen bezahlen die Spezialkleidung, wenn ein ärztliches Attest vorliegt.

– Waschmittel gut aus den Kleidern spülen, denn die Chemikalien führen manchmal zu Hautirritationen.

– Wasch- und Putzmittel mit Triclosan meiden. Auf den Packungen unter Inhaltsstoffe sind sie auch als Irgasan DP300, Trichlorhydroxydiphenylether, Cloxifenol oder 5-Chlor-2-(2,4-dichlorphenoxy)phenol vermerkt. Triclosan wird zwar auch zur Behandlung keimbesiedelter Ekzeme eingesetzt, ein zu häufiger Kontakt kann jedoch die Hautflora schädigen und möglicherweise sogar zu einer Resistenz gegen Antibiotika führen.

– Es existiert keine wirksame Spezialdiät für Neurodermitiker, welche die Krankheit lindern kann – auch wenn viele Ernährungsratgeber hauptsächlich im Internet dies suggerieren. Nur jene Neurodermitis-Betroffenen, die allergisch auf gewisse Nahrungsmittel reagieren, müssen diese meiden.

– Weitgehend auf Alkohol verzichten.

– Je nach Hauttyp Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor 8 bis 20 verwenden, jedoch nur in Ausnahmefällen UV-Blocker. Denn UV-Strahlen wirken antientzündlich und verschaffen den meisten Neurodermitis-Patienten Linderung.

– Achten Sie darauf, wie die Sonne auf Ihre Haut wirkt – bei manchen Neurodermitis-Patienten verschlimmert sie die Krankheit. Vergessen Sie nicht, dass zu viel UV-Strahlung das Risiko für Hautkrebs steigert.

– Auf Nikotin verzichten. Auch als Passivraucher sollten Sie sich möglichst nicht dem Tabakrauch aussetzen – die enthaltenen Schadstoffe können das Leiden nicht nur auslösen, sondern auch bereits entzündete Haut noch mehr reizen.

– Höhen- oder Meeresluft wirken häufig günstig, denn dieses Klima ist speziell arm an Schadstoffen und Allergenen. Die hohe Luftfeuchte in diesen Regionen ist besonders gut verträglich.

– Finden Sie heraus, was Sie besonders stresst, und vermeiden Sie solche Situationen so konsequent wie möglich. Sorgen Sie speziell abends für Entspannung, damit sich Psyche und Haut beruhigen können: Unterstützend wirken können dabei Entspannungstechniken wie Yoga, Qi Gong, Meditation, Progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Autogenes Training.

Quelle: www.stern.de

Kommentar & Ergänzung:

Zur Linderung von Neurodermitis ( = Atopische Dermatitis) werden auch einige bewährte Heilpflanzen verwendet, beispielsweise Hamamelis, Eichenrinde, Cardiospermum (Ballonrebe), Nachtkerzenöl, Borretschsamenöl.
Es kommt aber nicht nur darauf an, eine geeignete Heilpflanze zu finden.
Beim Einsatz von Heilpflanzen auf der vom Ekzem betroffenen Haut muss auch beachtet werden, dass die Anwendungsform (wässrig bzw. fetthaltig) dem Neurodermitis-Stadium angepasst ist.

Weitere Info:
Neurodermitis: Bleichmittel lindert Ekzeme
http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/08/neurodermitis-bleichmittel-lindert-ekzeme.html

Infos zum Tagesseminar “Heilpflanzen bei Hauterkrankungen und Wunden” finden Sie hier:
www.phytotherapie-seminare.ch/index.php

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