Artikel mit Schlagwort ‘Naturheilkunde’

Weihrauch-Forschung zu Polyarthritis, Osteoarthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Asthma bronchiale

Samstag, Februar 4th, 2012

Die Pharmaceutical-Tribune veröffentlichte vor kurzem einen interessanten Beitrag zum Weihrauch. Hier daraus ein Zitat:

„Die Ergebnisse der jüngsten Forschung belegen den forcierten Einsatz im Rahmen chronisch entzündlicher Erkrankungen. Im Blickpunkt stehen: primäre chronische Polyarthritis, Osteoarthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und chronisches Asthma bronchiale. Im Bereich der rheumatoiden Arthritis liegen positive Untersuchungen zur Reduktion der Schmerzen und Schwellungen vergleichbar der Goldtherapie vor. Als Dosierung sind dreimal tgl. mind. 300 mg Weihrauchextrakt (standardisierter Gehalt 37 % Boswelliasäuren) empfohlen.“

Quelle:

http://www.pharmaceutical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=111435&dspaid=966986

Kommentar & Ergänzung:

Der Text umreisst gut die Forschungsschwerpunkte beim Weihrauch:

Polyarthritis, Osteoarthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Asthma bronchiale.

Weihrauch ist eine interessante und vielversprechende Heilpflanze, doch sind bei allen erwähnten Indikationen noch zahlreiche Fragen offen. Weihrauch hat denn auch noch keine offizielle Zulassung als Heilmittel (abgesehen vom Kanton Appenzell, der aber nur minimalste Anforderungen stellt und dessen Zulassung eher eine Farce ist).

Wichtig ist dabei, dass es nur Forschung und Dokumentation gibt  bezüglich Weihrauch-Präparaten zum Einnehmen. Bei den seit einiger Zeit angebotenen Weihrauchsalben ist sehr fraglich, ob die Weihrauch-Wirkstoffe durch die Haut wirksam werden können.

Zu Weihrauch siehe auch:

Weihrauch bei chronischen Darmerkrankungen

Weihrauch als Heilpflanze gegen Stress, Angst und Depressionen?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Wirkstoffkunde: Thymol aus Thymianöl

Donnerstag, Februar 2nd, 2012

Thymol ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der ätherischen Öle und eine natürliche Komponente des Thymianöls.

Thymol hat antiseptische Eigenschaften und wird vor allem gegen Erkältungskrankheiten sowie als Tierarzneimittel gegen Varroamilben bei Honigbienen angewendet.

In welchen Produkten wird Thymol eingesetzt?

Thymol ist in Kombination mit anderen ätherischen Ölen unter anderem als Salbe, Lösung und Öl vorwiegend in Erkältungsmitteln enthalten (z.B. Vicks VapoRub®).

Als Tierarzneimittel ist Thymol in Form von Verdampfungsplättchen und als Gel erhältlich (Thymovar®, Apiguard®, Api Life Var®).

Thymol wirkt antiseptisch, hautreizend, expectorierend ( = auswurffördernd) und akarizid (milbentötend) gegen die Varroamilben bei Bienen.

Quelle:

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Thymol

Kommentar & Ergänzung:

In Aromatherapie und Phytotherapie kommt Thymol als Bestandteil von Thymianöl zur Inhalation bei Husten und Schnupfen zur Anwendung.

Die Phytotherapie nutzt die Wirkung von Thymol auch in Form von Thymiantinktur. Bei der Herstellung dieser Pflanzentinktur löst sich jedenfalls das Thymianöl mit dem Thymol sehr gut im alkoholischen Lösungsmittel.

Etwas schlechter ist die Löslichkeit von Thymianöl / Thymol, wenn ein Thymiantee zubereitet wird. Wasser als Lösungsmittel ist für ätherische Öle nicht optimal, so dass sie nur teilweise in den Kräutertee übergehen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Maisgriffel (Maisbarthaare, Maisgrannen) – ein Schlankheitsmittel?

Mittwoch, Februar 1st, 2012

Maisgriffel werden im Internet für die verschiedensten Anwendungsbereiche propagiert: Nierenbeschwerden, Blasenbeschwerden, Cellulite, Fettleibigkeit, Nierensteine, Ödeme, Bluthochdruck, Rheuma, Gicht, Arthritis, Schmerzen……

Immer wieder taucht auch die Empfehlung von Maisgriffel als Schlankheitsmittel auf.

Die Empfehlungen im Internet überborden und sind zum Teil ziemlich abenteuerlich. Dem entgegen steht eine ausgesprochen magere Datenlage. Als glaubwürdig dokumentiert gilt in der Phytotherapie-Fachliteratur nur gerade eine leichte harntreibende Wirkung, wahrscheinlich aufgrund des hohen Kaliumgehalts. That’s it. Davon wird jedenfalls niemand schlank.

Aber mit grossartigen Versprechungen lassen sich gute Geschäfte machen.

Immer wenn es um Heilungsanpreisungen geht, scheint mir ein Rat von Erich Fromm bedenkenswert:

„Da das meiste, was wir hören oder in den Zeitungen lesen, zu Tatsachen verdrehte Interpretationen sind, ist es weitaus am besten, äusserst skeptisch zu sein und von der Annahme auszugehen, dass der grösste Teil von dem, was wir hören, wahrscheinlich eine Lüge oder Verzerrung ist. Wenn dies zu hart und zynisch klingt, so möchte ich beifügen, dass ich dies nicht ganz wörtlich meine. Dennoch möchte ich betonen, dass diese Einstellung viel gesünder ist, als vom Gegenteil auszugehen, nämlich zu meinen, die Leute sagen die Wahrheit, ausser man kann das Gegenteil beweisen. Vielleicht klingt meine Empfehlung weniger menschenfeindlich, wenn ich betone, dass es um den Wahrheitsgehalt von Aussagen geht und nicht um die Frage, ob jemand lügt oder nicht. Aber erwiesenermassen glauben die meisten Menschen, deren Aussagen unwahr oder halbwahr sind, dass sie wirklich die Wahrheit sagen – oder zumindest überreden sie sich selbst dazu.“

Zitat aus: Erich Fromm, Vom Haben zum Sein, Beltz 1989

Hinweise darauf, dass Maisgriffel schädlich wäre, gibt es allerdings keine.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Birkenpollen-Allergie mit Apfelallergie – Linderung durch ansteigenden Apfelkonsum

Dienstag, Januar 31st, 2012

Bei einer Apfelallergie im Zusammenhang mit einer Birkenpollen-Allergie lässt sich durch allmählich erhöhten Konsum von Äpfeln eine Toleranz erzeugen. Zu diesem Schluss kommt eine Schweizer Studie, die in der Fachzeitschrift Allergy  (2012; 67: 280-285) publiziert wurde.

Von 40 Birkenpollen-Allergikern mit Apfelallergie verzehrten 27 täglich 1 bis 128 g Apfel – wobei der Konsum alle zwei bis drei Wochen verdoppelt wurde. Die anderen Probanden blieben unbehandelt.

Nach acht Monaten konnten 17 der 27 Patienten in der Interventionsgruppe eine Apfelmenge von mindestens 128 g vertragen, ohne Symptome zu entwickeln, jedoch keiner der Patienten in der unbehandelten Kontrollgruppe.

Quellen:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/allergien/article/803205/apfel-taeglich-allergie-bessert.html?sh=2&h=-299409981

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1398-9995.2011.02744.x/abstract

Kommentar & Ergänzung:

Das kombinierte Auftreten einer Birkenpollen-Allergie mit einer Apfelallergie ist eine Kreuzallergie, die nicht selten auftritt.

Von einer Kreuzallergie (Kreuzreaktion) ist die Rede, wenn Immunglobulin E-Antikörper, die gegen ein bestimmtes Allergen in einer bestimmten Allergenquelle gerichtet sind, auch andere Allergene in anderen Allergenquellen erkennen und somit auch bei Kontakt mit diesen anderen Allergenquellen eine allergische Reaktion auslösen können.

„Ein Beispiel ist das oral allergy syndrome (OAS) bei Birkenallergikern. Hier können IgE-Antikörper, die gegen das Hauptallergen im Birkenpollen, Bet v 1, gerichtet sind, ein ähnliches Protein im Apfel, Mal d 1, erkennen. Das führt dazu, dass Birkenpollenallergiker beim Verzehr von Äpfeln allergische Symptome, wie Anschwellen, Rötung und Juckreiz der Mundschleimhaut, erfahren können, obwohl sich ihre ursprüngliche überschießende Immunantwort nicht gegen das Apfel-Antigen richtet, sondern gegen das Hauptallergen Bet v 1 in Birkenpollen.“

(Quelle: Wikipedia)

Bei der Birkenpollen-Allergie gibt es bekannte Kreuzreaktionen mit

- Pollen von Hasel, Erle, Eiche, Buche, Esche, Sellerie / Beifuß;

- Nahrungsmittel wie Mandeln, Karotten, Nüsse (v.a. Haselnüsse; Walnüsse; Paranuss);

- Frischobst wie Kernobst und Steinobst: Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Aprikosen, Brombeere, Erdbeere, Himbeere, Zwetschgen / Pflaume, Kirschen, Mirabelle, Nektarine, Jack Frucht;

- selten ausserdem: Tomaten (roh), Kartoffeln (roh), Kräuter / Gewürze, Kiwi, Litschi und Avocado, Sellerie;

- vielen verschiedenen Gewürzen.

(Quelle: Wikipedia)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Menthol bei Schnupfen

Montag, Januar 30th, 2012

Menthol kommt in Pflanzen der Gattung Mentha (Minzen) vor. Es ist der Hauptbestandteil im ätherischen Öl der Pfefferminze (Mentha piperita, Lamiaceae). Menthol wird synthetisch hergestellt oder aus der japanischen Minze (Mentha arvensis var. piperascens) gewonnen.

Menthol wird in zahlreichen Präparaten eingesetzt, die bei Schnupfen „Luft“ geben sollen. Interessant daran ist, dass nicht wirklich mehr Luft durch die Nase geht, sondern nur die Empfindung einer freieren Nase ausgelöst wird.

„Pharmawiki“ beschreibt diesen Effekt so:

„Bei Schnupfen und verstopfter Nase in Form von Inhalierstiften, Nasenmitteln oder Erkältungsbalsamen. Menthol löst bei der Inhalation ein Frischegefühl in der Nase aus und hat einen subjektiv (aber nicht objektivierbaren) befreienden Effekt. Es sollte nicht bei Säuglingen oder Kleinkindern angewendet werden, da dies zu einem Atemstillstand führen kann.“

Quelle:

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Menthol

Kommentar & Ergänzung:

Menthol reizt die Kälterezeptoren in der Nasenschleimhaut, wodurch der Eindruck entsteht, dass die Nase freier wird:

„Es wirkt am Kälte-Menthol-Rezeptor (TRPM8), daher hat Menthol einen (scheinbar) kühlenden Effekt beim Auftragen auf die Haut, die Körpertemperatur wird jedoch nicht beeinflusst. Diese Wirkung ist vergleichbar mit der von Capsaicin (scheinbar heißer Effekt).“

(Quelle: Wikipedia)

Menthol wird auch eingesetzt als Lokalanästhetikum bei Juckreiz.

Menthol bzw. Pfefferminzöl bewähren sich auch bei Spannungskopfschmerzen.

Weiteres zu Menthol:

Pfefferminzöl lindert Spannungskopfschmerzen

Hilft  Menthol gegen medikamenteninduzierte Polyneuropathie bei Chemotherapie?

Pfefferminzöl bei Reizdarm schmerzlindernd

Menthol & Kampfer – warum nicht zusammen mit Homöopathie?

Schnupfen: Eukalyptusöl, Pfefferminzöl, Latschenkiefernöl

Spannungskopfschmerzen lindern mit Pfefferminzöl oder Tigerbalsam

Phytotherapie: Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom

Pflanzenheilkunde: Pfefferminze lindert Übelkeit

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Weiterbildung: Heilpflanzen-Anwendungen in der Onkologie-Pflege und Palliative-Care

Sonntag, Januar 29th, 2012

Heilpflanzen-Anwendungen eignen sich gut zur Linderung zahlreicher Beschwerden, die als Begleiterscheinung der Tumorerkrankung oder als Folge von Chemotherapie oder Strahlentherapie auftreten. In der Palliative Care ermöglichen Heilpflanzen-Anwendungen Pflegenden in Situationen, in denen sie wenig zur Linderung des Leidens beitragen können, oft noch positive Veränderungen. Auch können sie dadurch den Angehörigen sinnvolle Instrumente in die Hand geben, womit diese im alltäglichen Umgang mit ihren Verwandten ebenfalls handlungsfähiger werden.

Ein Weiterbildungstag in Winterthur liefert dazu das nötige Wissen.

Als Zielgruppe angesprochen sind vor allem Berufsleute aus der Krankenpflege, zum Beispiel aus Onkologie-Stationen oder aus Palliative Care Diensten, aber auch Spitex und Pflegeheimen. Die Seminare sind aber gut verständlich, so dass auch Krebspatienten und ihre Angehörigen sowie weitere Interessierte daraus Nutzen ziehen können. Ebenso willkommen sind Teilnehmende aus Naturheilkunde und Medizin.

Es geht in diesem Weiterbildungstag um Themen wie:

Mundschleimhautentzündung, Durchfall, Verstopfung, Übelkeit / Erbrechen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Stimmungseinbrüche, Blasenentzündung, reduzierte Abwehrkraft, erhöhte Blutungsneigung, Hautschäden / Entzündungen….und um Ihre Fragen zum Thema.

Kursleitung: Martin Koradi

Datum: 14. November 2012

Der Weiterbildungstag basiert auch dem Workshop, den ich über mehrere Jahre an den Tumortagen des Kantonsspitals Winterthur gehalten habe.

Weitere Informationen hier:

Weiterbildung: Heilpflanzen-Anwendungen in Onkologie-Pflege und Palliative Care

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Milch und Chlorophyll gegen Knoblauch-Geruch?

Sonntag, Januar 29th, 2012

Es gibt gute Tipps und gutgemeinte Tipps.

Gutgemeinte Tipps gegen den Knoblauch-Geruch gibt das Internetportal „madonna“.

Zuerst wird der Knoblauch als eines der universellsten Heilmittel gelobt. Er halte Herz- und Kreislauf jung, bekämpfe Viren, Bakterien und Entzündungen, beuge Herzkreislauferkrankungen vor, unterstütze die Verdauung und schütze vor Krebs.

Sein einziges Manko sei der strenge Geruch. Nicht nur via Atemluft mache er sich bemerkbar, er finde auch den Ausgang über die Drüsen der Haut.

Dann geht der Text auf „madonna“ konkreter auf den Knoblauch-Geruch ein:

„Verantwortlich für den penetranten Geruch ist das Allicin im Knoblauch. Es enthält Schwefel, der unseren Geruchssinn reizt. Das Allicin wandert über den Blutkreislauf in den ganzen Körper.“

Milch neutralisiere den Knoblauch-Geruch, schreibt „madonna“:

„Milch soll einer US-Studie der Ohio State University zufolge, das beste Mittel gegen die Knoblauchfahne sein. Sie neutralisiert 50 Prozent der Schwefelverbindungen im Atem. Trinken Sie ein Glas Milch beim Essen oder danach.“

So wie Milch binde auch Chlorophyll Geruchsstoffe. Wer beides miteinander kombinieren wolle, solle einen halben Bund gehackte Petersilie in die Milch geben und alles gemeinsam pürieren.

Als Tipps für kurzfristige Abhilfe nennt „madonna“ noch: Schokolade lutschen, Kaffeebohnen zerkauen und die Finger nach dem Knoblauchschneiden an einem Chromstahlstein reiben.

Quelle:

http://madonna.oe24.at/gesund/Knoblauch-Geruch-wegmachen-Das-hilft/53344090?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+oe24-Gesund+%28oe24+-+Gesund%29

Kommentar & Ergänzung:

Milch und Chlorophyll binden also schwefelhaltige Inhaltsstoffe, die für den Knoblauch-Geruch verantwortlich sind. Schön und gut. Erwähnen müsste man in diesem Zusammenhang allerdings auch, dass die schwefelhaltigen Inhaltsstoffe des Knoblauchs nach gegenwärtigem Wissensstand auch zum grössten Teil für die therapeutischen Wirkungen dieser Heilpflanze verantwortlich sind.

Wer auf diese Art den Knoblauch-Geruch vermindert, reduziert wahrscheinlich auch die Wirkung. Wenn man Knoblauch in der Küche als Gewürz verwendet, spielt das keine Rolle, wenn man ihn als Heilpflanze einsetzt allerdings schon. Für diesen Fall ist der „Madonna-Tipp“ wohl eher gutgemeint.

Siehe auch:

Phytotherapie: Knoblauch kann zur Blutdrucksenkung beitragen

Knoblauch – Bärlauch – Zwiebel & Co.

Knoblauch gegen Erkältungen

Knoblauch entspannt Blutgefässe dank Schwefelwasserstoff

Studien bestätigen günstige Wirkungen von Knoblauch-Extrakt auf Herz und Gefässe

Knoblauch: Studien bestätigen günstige Einflüsse auf Herz und Gefässe

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Heilpflanzen bei Venenleiden: Mäusedorn

Samstag, Januar 28th, 2012

Verglichen mit Rosskastanien-Extrakt und Buchweizenkraut ist der Mäusedorn als Heilpflanze bei Venenbeschwerden weniger bekannt.

Welche Anwendungen sind medizinisch anerkannt?

„Zur unterstützenden Therapie von Beschwerden bei chronisch venöser Insuffizienz wie Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen, nächtliche Wadenkrämpfe, Juckreiz und Schwellungen. Unterstützende Therapie von Beschwerden bei Hämorrhoiden wie Juckreiz, Brennen (Kommission E, ESCOP).“

Quelle: http://www.koop-phyto.org/arzneipflanzenlexikon/maeusedorn.php

Kommentar & Ergänzung:

Der Stechende Mäusedorn (Ruscus aculeatus) ist eine Pflanzenart, die zu den Spargelgewächsen (Asparagaceae) zählt. Sie ist vor hauptsächlich rund um das Mittelmeer sowie bis Vorderasien heimisch und wurde zur Arzneipflanze des Jahres 2002 gekürt.

Gut zusammengefasst werden die Anwendungsbereiche im Pharmawiki:

„- Chronisch-venöse Insuffizienz: Krampfadern, Schmerzen, Schweregefühl, geschwollene Beine, Wadenkrämpfe

- Stumpfe Sportverletzungen

- Zur Narbenpflege

Mäusedorn soll äusserlich auch zur Behandlung der Rosazea geeignet sein. Das Gel ist in der Schweiz in dieser Indikation jedoch nicht zugelassen und gemäss unseren Recherchen für diese Anwendung wissenschaftlich nicht ausreichend untersucht.“

Quelle: http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Mäusedorn

Mäusedorn ist in der Schweiz hauptsächlich als Venengel im Handel. Die Wirksamkeit von Venengelen und Venensalben ist aber generell nicht plausibel belegt.

Für die innerliche Anwendung ist die Auswahl an Fertigpräparaten bescheiden. Neben Mäusedorntinktur gibt es noch Mäusedorn-Kapseln von Arkokaps.

Rosskastanien-Extrakte sind sehr viel besser belegt bezüglich Wirkung gegen Venenbeschwerden (Chronisch-venöse Insuffizienz: Krampfadern, Schmerzen, Schweregefühl, geschwollene Beine, Wadenkrämpfe).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Geistheilung im Test

Samstag, Januar 28th, 2012

Edzard Ernst hat als Professor für Alternativmedizin (Universität Exeter) 18 Jahre lang erforscht, welche alternativen Heilmethoden wirken. Nun geht er in Pension und beantwortete im Interview Fragen der „Sonntagszeitung“. Die Interviewerin fragte, welches Ergebnis seiner Studien ihn am meisten überrascht habe:

„Bei einer Studie zur Effizienz von Geistheilern war ich sehr beeindruckt, wie stark ein Placeboeffekt, also eine Scheinbehandlung, sein kann. Geistheiler sind Menschen, die vorgeben, durch Handauflegen kosmische oder göttliche Energie in Heilkräfte umzuwandeln. In Grossbritannien war das weit verbreitet, als ich 1993 an der Universität von Exeter meinen Lehrstuhl antrat.“

Danach beantwortete Edzard Ernst die Frage, wie man Geistheiler testet.

„Wir beobachteten rund 130 Patienten, die von Geistheilern oder anderen Personen behandelt wurden. Wir teilten die Kranken in vier Gruppen ein. Die eine war in direktem Kontakt mit den Geistheilern. Bei der zweiten sassen die Heiler hinter einer undurchsichtigen Wand. Eine dritte Gruppe wurde von geschulten Schauspielern behandelt, und bei der vierten Gruppe sass niemand hinter der Wand, was die Studienteilnehmer aber nicht wussten.“

Und auf die Frage, wie es den Patienten in dieser Studie erging, sagt Edzard Ernst:

„Das war unglaublich. Da gab es Kranke, die aus dem Rollstuhl aufstanden und sagten, sie hätten sich schon lange nicht mehr so gut gefühlt. Diese positiven Effekte waren aber kein Beweis für eine Geistheilung, denn diese eklatanten Fälle traten in allen Gruppen auf – selbst dort, wo die Patienten allein im Raum waren.“

Quelle:

http://www.sonntagszeitung.ch/wissen/artikel-detailseite/?newsid=199734

Kommentar & Ergänzung:

Die geschilderten Untersuchungen zeigen eines deutlich. Wenn es um Geistheilung geht, dann ist der Geistheiler oder die Geistheilerin im Grunde genommen überflüssig. Entscheidend ist nur, dass der kranke Mensch daran glaubt oder die Vorstellung hat, dass da ein Geistheiler oder eine Geistheilerin vorhanden sei. Dann tut es ein leerer Stuhl hinter der Wand auch.

Die Geistheilung findet also im eigenen Kopf statt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe /

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik

Heilpflanzen-Seminar für Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Arnika – welche Anwendungen sind medizinisch anerkannt?

Freitag, Januar 27th, 2012

Arnika (Arnica montana) ist eine der bekanntesten Heilpflanzen. Sie wird vor allem eingesetzt als Arnikagel / Arnikasalbe oder als (verdünnte) Arnikatinktur.

Folgende Anwendungsbereiche gelten in der Phytotherapie als anerkannt:

„Zur äußerlichen Anwendung bei Verletzungs- und Unfallfolgen, z.B. bei Hämatomen, Distorsionen, Prellungen, Quetschungen, Frakturödemen; außerdem bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden. Entzündungen der Schleimhäute von Mund- und Rachenraum; Furunkulose und Entzündungen als Folge von Insektenstichen; oberflächliche Venenentzündung (Kommission E); äußerlich bei Blutergüssen Verstauchungen und Entzündungen infolge von Insektenstichen; bei Mundschleimhautentzündungen, aphthenartigen Geschwüren; zur symptomatischen Behandlung von rheumatischen Beschwerden (ESCOP).“

Quelle: http://www.koop-phyto.org/arzneipflanzenlexikon/arnika.php

Kommentar & Ergänzung:

Arnika gehört zu den bekanntesten Alpenpflanzen und wächst auf sauren Böden.

Eine gute Übersicht zu den Wirkungen von Arnika gibt Wikipedia:

„Den antiken Schriftstellern war Arnika als Heilpflanze nicht bekannt. Die wohl früheste Erwähnung findet sich bei Hildegard von Bingen. Bei der von ihr als „Wolfsgelegena“ bezeichneten Pflanze könnte es sich um die Arnika handeln. Ab dem 18. Jahrhundert wurde Arnika tatsächlich bei Beschwerden und Krankheiten eingesetzt. Das Anwendungsspektrum war weit gefächert, neben Blutergüssen und allgemeinen Verletzungen wurden auch Krampfadern, Venenentzündungen, Gicht und Rheuma behandelt. Außerdem fand eine Verwendung als Analeptikum und Stimulans statt. Häufig wurde es auch missbräuchlich als Abortivum benutzt.

Heutzutage wird Arnika zur äußeren Anwendung bei Verletzungen und bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden verwendet. Die Anwendung ist dabei zugelassen und klinisch belegt.

Bei der äußeren Anwendung wird am häufigsten eine (alkoholische) Tinktur hergestellt. Hierbei gehen die meisten Sesquiterpenlactone in Lösung. Auf Wasserbasis kann man auch einen wässrigen Auszug verwenden, bei dem 75 % der Sesquiterpenlactone in Lösung gelangen. Tinkturen bzw. Auszüge zur äußeren Anwendung wirken antimikrobiell und antiphlogistisch. Arnika-Salben bzw. Arnika-Gele können auch bei Veneninsuffizienz einen therapeutischen Effekt erzielen.

Da die innere Anwendung nicht zugelassen ist, wurden sehr viele Teepräparate vom Markt genommen. Nur zur äußeren Anwendung sind diese erlaubt, wenngleich nicht zum Dauergebrauch. Hierbei wurden Arnikablüten mit kochendem Wasser überbrüht und ausgesiebt. Heutzutage ist die Teebereitung indes nicht mehr so gebräuchlich.

Besonders in der Homöopathie werden Arnika-Potenzen häufig bei Blessuren eingesetzt. Zahlreiche wissenschaftliche Studien konnten keinen Nutzeffekt dieser Präparate feststellen.“

(Quelle: Wikipedia)

Mit „Arnika-Potenzen“ sind homöopathische Globuli gemeint. Erkennbar sind diese Produkte an den Verdünnungsstufen, die dem Namen “Arnica” folgen. Also zum Beispiel Arnica D6, Arnica C30, Arnica C200.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch