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Erkältung: Welche Therapien wirklich helfen

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Das Angebot an konventionellen und alternativen Präparaten zur Behandlung von Erkältungskrankheiten ist sehr gross. Die Studien zur Wirksamkeit sind aber oft nicht sehr überzeugend.

Erwachsene machen pro Jahr zwei bis vier Erkältungsepisoden durch, Kinder sogar sechs bis acht. Entsprechend umfangreich ist der Umsatz an Präparaten, mit denen Ärzte oder die Patienten selbst versuchen, den Verlauf der meist viralen Infektionen abzuschwächen und zu verkürzen. Von welchen Behandlungen nach derzeitigem Wissensstand wirklich Hilfe zu erwarten ist und von welchen eher nicht, das haben Miriam Croessmann vom Sana Klinikum Offenbach und Professor Markus Rose von der Universität Frankfurt / Main in der Fachzeitschrift „Pneumologe“ zusammengefasst (Pneumologe 2016: 13: 262–273). Dabei steht die Anwendung bei Kindern im Zentrum.

Die „Ärzte Zeitung“ hat den Text zusammengefasst.

Ich greife nachfolgend die pflanzlichen Präparate als Zitate heraus und kommentiere sie stellenweise.

Zu den schleimlösenden Mitteln (Sekretolytika / Mukolytika) steht da:

„Sie sollen bei erkältungsbedingter Bronchitis den Schleim verflüssigen und das Abhusten erleichtern. Unter Acetylcystein kann ein erhöhtes Volumen von verflüssigtem Bronchialsekret auftreten, das unter anderem von jungen Kindern schlecht abgehustet werden kann. Von Efeupräparaten ist dies nicht zu befürchten. Sekretolytika / Mukolytika sollten vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern eine strenge Indikationsstellung erfahren.“

Hier werden also das synthetische Acetylcystein und die pflanzlichen Efeupräparate erwähnt. Zur Wirksamkeit wird nichts gesagt, aber die Efeupräparate sind an einem Punkt verträglicher. Das am besten dokumentierte Efeupräparat ist Prospan® (zugelassen für Kinder ab zwei Jahren). Das beste Mukolytikum sei eine gute Befeuchtung der Atemwege und reichlich trinken, heisst es in dem Beitrag.

Dann geht es noch um ätherische Öle als Einreibemittel:

„ Vapor rub mit den Wirkkomponenten Kampfer, Menthol, Eukalytpusöl hat bei Kindern keine Wirkung auf Husten oder Schnupfen, aber Kind und Eltern schlafen besser. Eltern müssen aufgeklärt werden, dass Einreibemittel und Tropfen auf Basis ätherischer Öle zu Atemwegsreizungen bis zum Bronchospasmus führen können.“

Gemeint ist hier wohl „Wick Vaporub“ (D) bzw. „Vicks vaporub“ (CH). Menthol ist der Hauptbestandteil von Pfefferminzöl. Es löst auf der Haut und an der Nasenschleimhaut ein Kältegefühl aus, das nicht physikalisch durch tiefe Temperatur, sondern durch Bindung an einen Kälterezeptor ausgelöst wird. In der Nase wird dadurch der Luftstrom intensiver wahrgenommen, wodurch eine subjektive Empfindung des Besser-durchatmen-könnens entsteht. Sie lässt sich nicht objektivieren, das heisst, man kann nicht durch Messung nachweisen, dass mehr Luft durch die Nase geht. Aber immerhin wirkt das erleichternd auf die Beschwerden der verstopften Nase, so dass nachvollziehbar ist, dass erkältete Kinder besser schlafen. Dass auch die Eltern besser schlafen, ist wohl ein erwünschter Nebeneffekt.

Ich würde allerdings bei Säuglingen und Kleinkindern als Einreibemittel nur mentholfreie Produkte verwenden. Als Regel gilt zudem, dass bei Säuglingen und Kleinkindern ätherische Öle nicht konzentriert in der Nähe der Atemöffnungen eingesetzt werden sollten.

Interessanterweise ist die Wirksamkeit von Honig gegen Hustenreiz recht gut belegt:

„Honig: Bei Kindern im Alter über einem Jahr kann ein Löffel Honig am Abend Husten und Nachtschlaf günstig beeinflussen.“

Siehe:

Erkältungen: Honig hilft gegen Husten

Hausmittel: Heisse Milch mit Honig gegen Husten

Erkältungsmittel: Hustenstiller und Schleimlöser

Honig lindert Erkältungen bei Kleinkindern

 

Und dann kommt Knoblauch:

„Knoblauch: Laut einer Cochrane-Analyse können Knoblauchtabletten möglicherweise Erkältungen vorbeugen, haben aber keinen Einfluss auf die Dauer von Erkältungen.“

Diese Cochrane-Analyse ist sehr interessant. Sie basiert aber auf nur einer Studie.

Siehe:

Schützt Knoblauch vor Erkältungen?

 

Für Kinder dürfte Knoblauch zur Prophylaxe von Erkältungen geruchlich allerdings wohl etwas schwierig sein.

Dann der Klassiker der pflanzlichen Immunstimulantien: Echinacea / Sonnenhut:

„Echinacea: Es gibt keine überzeugenden Daten für den therapeutischen Einsatz von Echinacea bei Erkältungen, allenfalls für eine leichte prophylaktische Wirkung.“

Diese Einschätzung ist ziemlich ernüchternd. Sie beruht wohl auf dem Cochrane-Review von 2014:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24554461

Meinem Eindruck nach gibt es schon Leute, die von einer Echinacea-Einnahme profitieren. Klar scheint mir aber auch, dass die Erwartungen, die von der Werbung geweckt werden, durch die Studienlage nicht gedeckt sind.

Und dann weiter zu „Umckaloabo“, der alten Zulu-Heilpflanze aus Südafrika:

„Umckaloabo: Der Extrakt aus Pelargonium sidoides soll immunstimulierend, hustenstillend und schleimlösend wirken. In RCTs ist die Wirksamkeit bei Erwachsenen mit Erkältung oder akuter Rhinosinusitis sowie bei Erwachsenen und Kindern mit akuter Bronchitis gezeigt worden. Die Qualität der Evidenz sei niedrig, so Croessmann und Rose.“

„Umckaloabo“ ist auch als „Kapland-Pelargonie“ im Handel. Die relevanten Studien wurden alle mit dem Extrakt bzw. Präparat „Umckaloabo®“ durchgeführt (in der Schweiz nach ärztlicher Verordnung kassenpflichtig als Kaloabo®). Die Ergebnisse können nicht auf andere Produkte mit Kapland-Pelargonie übertragen werden, die zum Beispiel als Hausspezialitäten in Apotheken und Drogerien angeboten werden.

Bei Kindern seien günstige Effekte auf nasale Symptome und auf den Verbrauch von Dekongestiva durch Meerwasser-Spülungen dokumentiert, heisst es im Beitrag weiter (Dekongestiva hier = Abschwellende Nasentropfen).

Ausserdem wird darauf hingewiesen, dass für Vitamin C keine eindeutigen therapeutischen Effekte bei Erkältungen belegt sind. Das konnte für die Normalbevölkerung schon durch eine ganze Reihe von Studien belegt werden. Eine Ausnahme scheinen Sportler darzustellen, bei Ihnen kann die vorbeugende Einnahme die Erkältungshäufigkeit auf rund die Hälfte reduzieren. Siehe dazu auf „Medizin transparent“:

Vitamin C beinahe nutzlos gegen Erkältungen

Zum Nutzen der Luftbefeuchtung seien die Studienergebnisse widersprüchlich, wird im Artikel vermerkt.

Die Originalpublikation in der Zeitschrift „Der Pulmologe“ fasst als Ergebnis für Kinder zusammen:

„Bei Kindern gibt es für häufig als Erkältungsmittel angewandte Substanzen wie Hustensäfte oder Echinaceapräparate keine konsistente Datenlage. Potenziell nützlich sind ätherische Einreibungen (Vapor rub, cave: Reizungen), Zink, Pelargonium sidoides und Honig.“

Quellen

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/erkaeltungskrankheiten/article/922746/erkaeltung-helfen-diese-20-therapien-wirklich.html

Der Pneumologe, Juli 2016, Volume 13, Issue 4, pp 262–273

http://link.springer.com/article/10.1007/s10405-016-0052-3

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

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Labkraut bei Maria Treben

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Maria Treben (1907 – 1991) war eine österreichische Kräuterbuch-Autorin, die offensichtlich überzeugt davon war, für jede Krankheit eine hilfreiche Heilpflanze zu kennen. Das ist ein starkes Angebot für alle Kranken und solche, die es werden könnten. Es ist daher wenig überraschend, dass Trebens Buch „Gesundheit aus der Apotheke Gottes“ in mehr als 20 Sprachen herausgegeben wurde und eine Gesamtauflage von über acht Millionen Exemplaren erreichte.

Die Ratschläge Maria Trebens sind inzwischen auch reichlich ins Internet gewandert. So findet man dort Listen zu den von Treben empfohlenen Anwendungsgebieten verschiedenen Heilpflanzen. Beim Labkraut beispielweise sieht eine solche Aufstellung so aus:

Belegte Zunge, Bleichsucht, Epilepsie, Furunkel, Gebärmutterbeschwerden, Geschwüre in der Mundhöhle, Geschwüre (bösartige), Gesichtshaut (welke), Grieß- und Steinbeschwerden, Hauterkrankungen, Hautflecken, Hautknötchen, Hautkrankheiten (chronische), Hautleiden (krebsartiges), Hysterie, Knoten, Kropfbildung, Kropfleiden, Lymphdrüsenstörung, Magensäure (zuviel),

Mandelentzündung, Mitesser, Mundgeruch, Nasenschleimhaut-Absonderung, Nervenleiden, Niereneiterung, Nierengrieß und Nierensteine, Nierenleiden, Nierenschrumpfung, Schilddrüsenerkrankung, Seitenstechen

Steinbildung, Stimmbänderlähmung, Tumore, Urinverhaltung, Veitstanz, Wassersucht. Wunden, Zunge (belegte), Zungenerkrankung, Zungenkrebs.

Für keine dieser Empfehlungen gibt es fundierte Belege oder auch nur schon plausible Argumente.

Daher stellt sich die Frage, wie eine solche Indikationslyrik zustande kommt.

Am Ursprung einer solchen ausufernden Liste steht wohl meistens das intensive Bemühen, alle möglichen Hinweise auf eine Wirksamkeit zusammenzutragen, ohne sie einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Dabei bleibt es in der Regel bei der Übernahme von ungeklärten Anekdoten.

Eine kritische Prüfung würde mindestens folgende Punkte berücksichtigen:

1. Den Einfluss des Placebo-Effekts.

2. Die Regression zur Mitte

Gerade bei chronischen Krankheiten gibt es häufig einen schwankenden Verlauf, wobei jede Besserung dem angewendeten Mittel gutgeschrieben wird, obwohl sie mit grosser Wahrscheinlichkeit einfach dem natürlichen Verlauf entspricht. Das ist der Regression-zur-Mitte-Irrtum.

3. Die Tatsache, dass die meisten Erkrankungen von selber bessern und dass im Einzelfall nicht zu unterscheiden ist, ob für eine Besserung der natürliche Verlauf (Selbstheilungskräfte) oder die therapeutische Intervention verantwortlich ist.

4. Die immer mögliche und häufig vorkommende (Selbst)Täuschung der Erfahrung.

Siehe dazu auch:

Naturheilkunde braucht kritische Auseinandersetzung

Pflanzenheilkunde: Erfahrung allein genügt nicht zur Begründung

 

Naturheilkunde: Warum werden unsere Kranken eigentlich wieder gesund?

Warum wir gesund werden (Artikel in der Zeitschrift „Natürlich“)

 

In der Liste mit den Treben-Empfehlungen fallen vage Krankheitsbilder auf. Sie sind ein untrübliches Zeichen für fragwürdige, ungeklärte und unreflektierte Heilungsversprechungen. Beispiele: Gebärmutterbeschwerden, Hauterkrankungen, Knoten, Lymphdrüsenstörung, Nervenleiden, Schilddrüsenerkrankung, Nierenleiden, Wassersucht….

Es gibt beispielsweise ganz verschiedenartige Gebärmutterbeschwerden oder Schilddrüsenerkrankungen. Labkraut hilft in jedem Fall? Egal welche Ursache den Beschwerden zugrunde liegt? Kaum denkbar.

Und eine „Niereneiterung“ mit Labkraut behandeln zu wollen ist nicht nur abenteuerlich, sondern grob fahrlässig. Das gleiche gilt für „Hysterie“ – ganz abgesehen von der fragwürdigen Begrifflichkeit.

Es braucht meines Erachtens mehr kritische Auseinandersetzung bei diesen Themen – sonst werden Patientinnen und Patienten auf Holzwege geführt. Die ungeprüfte Weiterverbreitung von derart fragwürdigen bis fahrlässigen Empfehlungen im Internet oder in Kursen ist unverantwortlich.

Aber es ist natürlich vollkommen unattraktiv zu sagen, dass bezüglich der Wirksamkeit von Labkraut keine glaubwürdigen Erkenntnisse vorliegen. Das will im Grunde genommen kaum jemand hören. Viel toller ist es, wenn man eine Liste mit einer ganzen Reihe von schweren Erkrankungen präsentiert, bei denen Labkraut angeblich helfen soll. Das macht Eindruck…..

Aber fragen Sie sich selbst: Ist es Ihnen letztlich nicht lieber, wenn Sie reinen Wein eingeschenkt bekommen, als wenn Ihnen schöne Geschichten aufgetischt werden? – Es ist einfach die reifere Variante.

Untersucht wurden beim Echten Labkraut (Galium verum) im übrigen sehr wohl die Inhaltstoffe. Gefunden wurden dabei unter anderem Iridoide, Flavonoide (z. B. Rutin), Anthracenderivate, Kaffeesäureester (Chlorogensäure) und Enzyme (Labenzym).

Das Vorhandensein solcher Inhaltsstoffe sagt aber noch nichts Gesichertes darüber aus, ob damit auch eine Wirksamkeit beim Menschen erreicht werden kann.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Pfefferminzöl / Menthol befreit die Nase bei Schnupfen

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Pfefferminzöl oder sein Hauptinhaltsstoff Menthol werden vielfach angewendet zur Befreiung einer verstopften Nase bei Schnupfen.

Und wie kommt diese Wirkung zustande?

Facharzt Dr. Peter Kardos schreibt dazu in einem Statement für das *Komitee Forschung Naturmedizin“:

„Zur Wirkung von Menthol gehört das durch Wirkung auf die Rezeptoren erzielte Gefühl des freien Durchatmens, das die Patienten schätzen, obwohl es objektiv durch Messung des Widerstandes (Rhinomanometrie) nicht zu bestätigen ist! Vielleicht spielt hier die nachweisbare Senkung der Atemfrequenz mit eine wichtige Rolle, die ihrerseits wiederum zu einem weniger turbulenten Atemfluss führt.“

 

Quelle:

http://phytotherapie-komitee.de/#Publish::Page/show/page_id=214

 

Kommentar & Ergänzung:

Die Wirkungsweise von Pfefferminzöl / Menthol auf eine verstopfte Nase bei Schnupfen ist tatsächlich interessant.

Es werden bei der Inhalation Kälterezeptoren in der Nasenschleimhaut aktiviert, wodurch der Luftstrom intensiver wahrgenommen wird. Das gibt die Empfindung befreiten Atmens.

Aber wie Dr. Kardos schreibt: Dass wirklich mehr Luft durch die Nase fliesst, konnte mit Messungen nicht bestätigt werden. Pfefferminzöl / Menthol bewirkt also nur die Empfindung einer freieren Nase. Aber das spielt keine Rolle, wenn sich so das Befinden beim Schupfen verbessern lässt.

Vorsicht bei Säuglingen und Kleinkindern: Pfefferminzöl und mentholhaltige Präparate dürfen nicht als konzentrierte Dämpfe zur Inhalation verwendet und nicht im Bereich von Mund und Nase eingerieben oder eingeträufelt werden, da es in seltenen Fällen reflektorisch zu Atemstillstand kommen kann.

Pfefferminzöl und Menthol bei Säuglingen und Kleinkindern also besser meiden und auch nicht als Bestandteil von Erkältungssalben einreiben.

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Schnupfen: Nasensalbe mit Pfefferminzöl, Eukalyptusöl oder Kiefernnadelöl

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Die Apothekerkammer Niedersachsen empfiehlt:

„Bei einer Schnupfennase können Salben mit ätherischen Ölen helfen, wieder leichter durchzuatmen. Öle aus Eukalyptus, Pfefferminz oder Kiefernnadeln lassen nach Angaben der Apothekerkammer Niedersachsen die Nasenschleimhaut zwar nicht abschwellen. Sie haben aber einen kühlenden Effekt und geben dem Patienten dadurch das Gefühl, wieder besser Luft zu bekommen. Zum Befeuchten der Schleimhäute empfehlen sich Sprays mit steriler, isotonischer Kochsalzlösung oder Meersalz.“

Quelle:

http://www.ksta.de/gesundheit/salben-mit-aetherischem-oel-erleichtern-schnupfen-nase,15938564,26008940.html

Kommentar & Ergänzung:

Vor allem Pfefferminzöl beziehungsweise sein Hauptinhaltsstoff Menthol stimulieren die Kälterezeptoren in der Nasenschleimhaut.

Das bewirkt – wie im Zitat beschrieben – ein Gefühl von „mehr Luft bekommen“.

Das kommt davon, dass man die Luft, welche durch die Nase zieht, intensiver als Kältestrom wahrnimmt. Es geht nicht wirklich mehr Luft durch die Nase. Eine Täuschung also, aber eine angenehme und nützliche Täuschung. Und was will man beim Schnupfen schon mehr.

Siehe auch:

Nasensalbe Rüedi – ein Naturheilmittel?

Schnupfen: Eukalyptusöl, Pfefferminzöl, Latschenkiefernöl

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Chronische Rhinosinusitis: Hypertone Salzlösung unterstützt Behandlung

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Unter einer Rhinosinusitis versteht man eine gleichzeitige Entzündung der Nasenschleimhaut („Rhinitis“) und eine Entzündung der Schleimhaut der Nasennebenhöhlen („Sinusitis“).

Zur Symptomlinderung bei chronischer Rhinosinusitis können außer spezifischen Medikamenten unterstützend hypertone Salzlösungen lokal eingesetzt werden. Der osmotische Effekt bewirkt eine schonende Abschwellung der Nasenschleimhäute.

Eine Schädigung der Nasenschleimhaut, wie sie als Nebenwirkung bei der längerfristigen Anwendung klassischer Nasensprays zur Abschwellung auftreten kann, sei mit diesen Präparaten nicht zu befürchten, sagt Professor Ludger Klimek vom Zentrum für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden.

Der Nasenschleimhaut wird durch die erhöhte Salzkonzentration überschüssiges Wasser entzogen, was die Schleimhäute abschwellen lässt. Durch die frei werdende Flüssigkeit lösen sich zudem zähes Sekret und Verkrustungen.

Das lässt den Patienten wieder besser durchatmen. Dieser lokale Effekt unterstützt die Selbstreinigungs- und Abwehrfunktion der Nasenschleimhaut auch bei längerfristiger Anwendung.

Auch die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie erwähnt die lokale Anwendung hypertoner Salzlösungen zur Beschwerdelinderung.

Eine kontrollierte Studie mit 211 Patienten belegte bei zweimal täglicher Anwendung einer hypertonen Salzlösung eine Verminderung der Beschwerden. Ein Cochrane Review bestätigte den Nutzen einer topischen Salzlösung als unterstützende Maßnahme bei chronischer Rhinosinusitis.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/hno-krankheiten/article/851517/chronische-rhinosinusitis-kochsalzloesung-unterstuetzt-therapie.html

Kommentar & Ergänzung:

Im Handel sind zum Beispiel Präparate mit hypertoner Kochsalzlösung 2,7%ig.

Das kann man mit Leitungswasser auch selber herstellen. 27 g Kochsalz auf einen Liter Wasser = 2,7%. Ein gestrichener Teelöffel Kochsalz gilt als 5 Gramm. Allerdings sind mit dieser Standardangabe wohl eher die früher üblichen „tieferen“ Löffel gemeint und nicht die heutigen flachen.

Die meisten der heute als Nasenspray oder Nasenspüllösung verkauften Salzlösungen sind nicht hyperton, sondern isotonisch ( = 0,9%, „physiologische Kochsalzlösung“).

Salzlösung – das ist eine sehr einfache Sache, aber die Studienlage ist ziemlich komplex.

Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde kommt zum Schluss, dass bei akuter Rhinosinusitis weder isotone noch hypertone Salzlösungen hilfreich sind.

Bei chronischer Rhinosinusitis  gibt die Leitlinie eine starke Empfehlung für hypertone Lösungen ab mit der Begründung, sie könnten zu mindestens eine Beschwerdelinderung bewirken. Isotone Kochsalzlösung, Emser Salz und Leitungswasser (hypoosmolar) zeigten dagegen gemäss „Leitlinie“ keine therapeutische Effekte.

Quelle:

http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/017-049l_S2k_Rhinosinusitis_2011-07.pdf

(Seite 39)

Gegen eine tägliche Langzeitanwendung von Salzspülungen wandte sich allerdings 2009 der  US-Allergologe Talal Nsouli. Er hatte in zwei Studien über 24 und 12 Monate bei Patienten mit chronischer Nasennebenhöhlenentzündung erhöhte Raten an akuten Infektionen der Nebenhöhlen festgestellt. Die Studien sind allerdings klein und wurden nicht in einer Fachpublikation veröffentlicht. Sie haben daher nur begrenzte Aussagekraft.

Quelle:

http://ml.spiegel.de/article.do?id=879276

Der Allergologe Nsouli sagte an einem Kongress, die nasale Schleimhaut sei nicht nur eine Quelle der Verschleimung, sondern diene offenbar auch als erste Verteidigungslinie gegen eindringende Erreger. Spüle man diesen Schleim zwei Mal täglich mit Salz weg, dann beraube man seine Nase um diese Abwehrtruppe. Seiner Meinung nach spreche nichts dagegen, einige Wochen lang täglich oder auch zwei Mal pro Tag zur Nasendusche zu greifen, aber nicht für längere Zeit.

Quelle:

http://news.doccheck.com/de/2179/rhinosinusitis-kalte-dusche-fur-therapie/

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Nasenduschen mit Salzwasser günstig bei chronischen Rhinosinusitiden

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Als  Rhinosinusitis bezeichnet wird eine gleichzeitige Entzündung der Nasenschleimhaut („Rhinitis“) und eine Entzündung der Schleimhaut der Nasennebenhöhlen („Sinusitis“). Unterschieden wird dabei zwischen  der akuten Rhinosinusitis und der chronischen Rhinosinusitis (CRS).

Vor allem bei chronischen Rhinosinusitiden sind Nasenduschen mit Salzwasser eine sinnvolle Ergänzung der symptomatischen Behandlung. Zu diesem Schluss kommen Experten der Universität Köln. Weniger überzeugend ist das Giesskännchen bei der akuten „Triefnase“

Viele Anhänger fernöstlicher Yoga-Traditionen verwenden den Neti Pot (der Sanskrit-Ausdruck „Jala Neti“ steht für „Nasendusche mit Salzwasser“) zur täglichen Körperhygiene. Die Wirkung der Salzwasserdusche (SNI = saline nasal irrigation) auf akute und chronische Rhinosinusitiden wurde in vielen Studien untersucht, mit teilweise widersprüchlichen Resultaten. Trotzdem sehen mittlerweile auch Experten in der Verwendung der Gießkännchen für die Nase einen Nutzen, wenn auch kaum für den Alltagsgebrauch.

Der HNO-Facharzt und Medizininformatiker Dr. Ralph Mösges und sein Kollege Dr. Nils Achilles vom Universitätsklinikum Köln haben die internationale Fachliteratur zum Thema durchforstet und ausgewertet. Demnach empfiehlt sich die Verwendung der Nasendusche hauptsächlich bei chronischer Rhinosinusitis (CRS). Die Kölner Experten begründen ihre Empfehlung vor allem mit drei Quellen:

– Eine Metaanalyse des Cochrane-Instituts aus dem Jahr 2007, in der von einem Nutzen für die Mehrheit der (CRS-)Patienten die Rede ist, trotz „selten beobachteter Nebenwirkungen“;

-Ein Europäisches Positionspapier zur Rhinosinusitis und nasalen Polyposis aus dem Jahr 2012 (EPOS);

– Die S2-Leitlinie „Rhinosinusitis“ der Deutschen Gesellschaft für Otorhinolaryngologie aus dem Jahr 2011.

Wie die Leitlinienautoren zusammenfassen, führen Nasenduschen oder Sprays mit hypertonen gepufferten Kochsalzlösungen bei dieser Indikation „zumindest zu einer symptomatischen Besserung“. Die SNI, darin sind sich alle europäischen Fachgesellschaften einig, sei „eine nützliche Ergänzung in der symptomatischen Behandlung der CRS“. Im Gegensatz zu den akuten Rhinosinusitiden: Hier sei die Datenlage nicht einheitlich und die Experten sprechen der Nasenspülung bei dieser Indikation allenfalls eine begrenzte Wirksamkeit zu.

Quelle:

Ärzte Zeitung

http://www.springer-gup.de/de/gesundheit/news/7372-Salzwasser_gegen_verstopfte_Nasen/

Kommentar & Ergänzung:

Wir haben es hier jedenfalls mit einer ausgesprochen kostengünstigen und in der Regel gut verträglichen Therapie zu tun, auch wenn das Nasenduschen für manche Menschen schon etwas gewöhnungsbedürftig ist.

Es gibt auch Hinweise auf einen vorbeugenden Effekt gegen Erkältungen, wobei auch Inhalationen angewendet werden:

Hypertone Salzlösungen bei Schnupfen

Inhalation mit Salzlösung – die ideale Begleittherapie bei Husten

Salzwasser-Inhalationen als Mittel gegen Erkältungen, Schweinegrippe & Co.

Akuter Schnupfen bei Kindern: Nasenspülungen sind wirksam

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Hypertone Salzlösungen bei Schnupfen

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Die spezifische Behandlung von Patienten mit einer chronischen Rhinosinusitis lässt sich durch natürliche Arzneien unterstützen: So kann gemäss aktueller Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie die lokale Anwendung von hypertonen Salzlösungen die Beschwerden lindern.

Durch die osmotische Wirkung schwellen die Nasenschleimhäute ab, das Nasensekret verflüssigt sich. Dadurch wird die mukoziliäre Clearance verbessert, also der Selbstreinigungsmechanismus der Nasenschleimhaut.

Wie funktioniert die mukozilliäre Clearance?

„Die Hauptbronchien bis zu den Bronchioli terminales (Ende des luftleitenden Abschnittes) sind mit einem respiratorischen Epithel ausgekleidet, ebenfalls Luftröhre, Kehlkopf, Nase und weite Abschnitte des Pharynx. Auf ihm befinden sich Flimmerzellen, die an ihrer Oberfläche haarförmige Strukturen (Zilien) tragen. Die Zilien sind umgeben von einer dünnflüssigen Schleimschicht. Darauf befindet sich eine zweite dickflüssige Schleimschicht, in der Fremdpartikel und Mikroorganismen haften bleiben. Innerhalb der dünnflüssigen Schleimschicht führen die Zilien koordiniert Bewegungen in Richtung Pharynx aus. Dadurch wird die dickflüssige Schleimschicht mitsamt ihrer Fracht in Richtung Mund abtransportiert, wo sie verschluckt oder abgehustet wird.“

(Quelle: Wikipedia)

Eine kontrollierte, prospektive Studie mit 211 Patienten hat bei zweimal täglicher Anwendung einer hypertonen Salzlösung zu einer Verminderung der Beschwerden geführt.

Und in einem Cochrane Review soll der Nutzen einer topischen Salzlösung als unterstützende Maßnahme bei chronischer Rhinosinusitis bestätigt worden sein.

Der Nasenschleimhaut werde durch die Salzkonzentration überschüssiges Wasser entzogen, wodurch die Schleimhäute abschwellen.

Die frei werdende Flüssigkeit löse zähes Sekret und Verkrustungen. Der Effekt sei lokal und unterstütze die Selbstreinigungs- und Abwehrfunktion der Nasenschleimhaut auch bei längerfristiger Anwendung.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/erkaeltungskrankheiten/article/828023/hypertone-salzloesungen-natuerliche-hilfe-wenn-nase-dicht.html?sh=18&h=-1730543029

Kommentar & Ergänzung:

Nasenspülungen mit Kochsalzlösung sind ein altes Hausmittel.

Als hypertone Salzlösung wird in dem Artikel eine 2,7%ige Lösung empfohlen, das entspricht  etwa drei knappen gestrichenen Teelöffeln Kochsalz auf 500ml Wasser.

Was ist eine Rhinosinusitis?

Eine Rhinosinusitis ist eine gleichzeitige Entzündung der Nasenschleimhaut („Rhinitis“, Schnupfen) und eine Entzündung der Schleimhaut der Nasennebenhöhlen („Sinusitis“).

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Erkältungsmittel: Hände weg von Kombipräparaten!

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Kombipräparate sollen gegen alle Erkältungsbeschwerden gleichzeitig helfen, sind jedoch laut Fachleuten nutzlos.

Darauf weist eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest hin,  die 300 rezeptfreie Erkältungsmittel unter die Lupe genommen hat.

Durch das sogenannte Gießkannenprinzip der Kombipräparate sollen gleich mehrere Beschwerden auf einmal bekämpft werden, was jedoch nicht sinnvoll ist.

Manche Kombimittel enthalten die Wirkstoffe in zu tiefer Dosis, haben schwere Nebenwirkungen und/oder einen fraglichen Nutzen. Fachleute raten deshalb zu Präparaten, die gezielter und schonender einzelne Beschwerden angehen.

Gemäss der Apothekerkammer Niedersachsen können zudem flüssige Kombipräparate bis zu 18 Prozent Alkohol enthalten und sind deshalb für Kinder, Asthmatiker oder Menschen mit Bluthochdruck oder einer Schilddrüsenerkrankung nicht empfehlenswert.

Der Leiter der Stiftung Warentest-Expertengruppe, Prof. Dr. Gerd Glaeske, Professor für Arzneimittelanwendungsforschung am Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen, und sein Team geben folgende Empfehlungen:

„►Gegen Schmerzen und Fieber: Ibuprofen und Paracetamol

►Zum Abschwellen und Befeuchten der Nasenschleimhaut: Sprays und Tropfen mit den Wirkstoffen Xylometazolin, Dexpanthenol und Salzlösung.

►Gegen trockenen Reizhusten: Mittel mit dem Wirkstoff Dextrometorphan.“

Quelle: http://www.bild.de/ratgeber/gesundheit/erkaeltung/stiftung-warentest-erkaeltungsmittel-vergleich-kombipraeparate-27297272.bild.html

Kommentar & Ergänzung:

In der Schweiz sind solch fragwürdige Kombipräparate beispielsweise unter den Namen Pretuval®, Neo-Citran® oder Vicks MediNait® im Handel.

Ergänzend zu den Empfehlungen der Expertengruppe:

– Ibuprofen und Paracetamol würde ich nicht schon bei einer leichteren Erkältung einnehmen.

– Auch bei den abschwellenden Nasentropfen auf Basis von Xylometazolin wäre ich bei einem gewöhnlichen Schnupfen zurückhaltend und würde eher zu Kochsalzlösungen raten.

– Zu Risiken und Nebenwirkungen von Dextrometorphan siehe:

Antitussiva (Hustenstiller / Hustenblocker) bei trockenem Husten

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Hausmittel bei beginnender Erkältung

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Erstes Anzeichen für eine Erkältung sei ein kratzendes, brennendes Gefühl hinter der Nase, erklärt Prof. Roland Laszig, Hals-Nasen-Ohrenarzt (HNO) und Direktor der Universitäts-Hals-Nasen-Ohrenklinik in Freiburg im Breisgau. In den meisten Fällen handle es sich dabei um eine Virusinfektion, die man in der Regel nicht mehr abwenden könne.

Um die Beschwerden zu lindern, empfiehlt Laszig bewährte Hausmitteln: „Halten sie sich in gut gelüfteten Räumen auf, trinken sie heiße Milch mit Honig, gurgeln sie mit Salbeitee und warten sie in Ruhe ab.“

Quelle:

http://de.nachrichten.yahoo.com/kratzen-im-hals-hausmittel-lindern-beginnende-erkältung-083404476.html

Kommentar & Ergänzung:

Das ist meiner Ansicht nach ein sinnvoller Ratschlag.

Laszig rät allerdings auch, es mit Nasenspray zu versuchen. Das habe abschwellende Wirkung und fördere die Durchblutung der Schleimhäute. Damit könne man den Viren den Saft entziehen.

Das halte ich für eine eigenartige Vorstellung. Abschwellende Nasensprays verengen nämlich die Blutgefässe in der Nasenschleimhaut.  Schwer vorstellbar, dass sie gleichzeitig die Durchblutung anregen sollen. Verengte Blutgefässe werden normalerweise weniger durchblutet. Und dass durch abschwellende Nasensprays den Viren der Saft entzogen wird, scheint mir auch nicht pausibel. Von einem antiviralen Effekt solcher Nasensprays habe ich jedenfalls noch nie gehört. Laszig schreibt zudem ja selber, dass man die Virusinfektion in der Regel nicht mehr abwenden kann.

Abschwellende Nasensprays enthalten als Wirkstoff in der Regel ein α1-Sympathomimetikum als Vasokonstriktivum, zum Beispiel Tramazolin, Oxymetazolinhydrochlorid oder Xylometazolinhydrochlorid. Es handelt sich hier um bekannte Produkte wie Nasivin (Iromedica), Otrivin (Novartis), Triofan (Vifor), Vibrocil (Novartis), Xylo-Mepha (Mepha), Vicks Sinex (Procter & Gamble). Sie können durch die abschwellende Wirkung dazu verhelfen, dass wieder durch die Nase geatmet werden kann. Aber ich würde solche Mittel nur in Betracht ziehen, wenn die Nase wirklich ernstlich verstopft ist, zum Beispiel wenn sich eine Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) anbahnt. Und oft reicht bei solchen Nasensprays auch für Erwachsene die Kinderdosierung.

Abschwellende Nasentropfen sind nämlich nicht ohne Risiko:

„ Eine Anwendung von abschwellenden Nasensprays über mehr als eine Woche kann bereits zur Schädigung der Nasenschleimhaut führen und damit zu einer Daueranwendung verleiten. Durch eine Abnahme der Dichte von α-Rezeptoren schwillt die Haut ohne Einnahme des Sprays gar nicht mehr ab, eine dauerhafte Anwendung wird nötig (Rhinitis medicamentosa, Privinismus). Im weiteren Verlauf kann es zur atrophischen Entzündung der Nasenschleimhaut kommen. (Rhinitis atrophicans).“

Quelle: Wikipedia

Bei einem banalen Schnupfen ist ein NaCl-Nasenspray (Kochsalzlösung) eine gut verträgliche Alternative zu den abschwellenden Nasensprays.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Ätherische Öle bei Schnupfen

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Die Bild-Zeitung publizierte einen längeren Beitrag über Schnupfen, in welchem auch auf Heilpflanzen-Anwendungen eingegangen wurde:

„Es muss…nicht immer….Nasenspray sein. Prof. Volker Schulz, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Phytotherapie: ‚Ätherische Öle wie Eukalyptus, Latschenkiefer oder Pfefferminze schaffen Durchzug.’ Wer eine ‚Laufnase’ hat, sollte viel trinken. Schulz: ‚Gut geeignet sind warme Tees, etwa mit Kamille oder Thymian. Das fördert das Ausschwemmen der Viren.’“

Quelle:

http://www.bild.de/ratgeber/gesund-fit/erkaeltung/schnupfen-folgen-symptome-viren-gefaehrlich-26364678.bild.html

Kommentar & Ergänzung:

Die Inhalation von Pfefferminzöl, Eukalyptusöl oder Latschenkiefernöl gibt tatsächlich mehr „Luft“.

Vor allem von Menthol, dem Hauptbestandteil des Pfefferminzöl, ist bekannt, dass es die Kälterezeptoren in der Nasenschleimhaut empfindlicher macht, wodurch der Luftstrom intensiver wahrgenommen wird. Die Befreiung der Nase beruht also sehr wahrscheinlich einfach auf einer angenehmen Täuschung. Aber es reicht beim Schnupfen ja, wenn die subjektive Befindlichkeit verbessert wird.

Ätherische Öle sollten allerdings bei Säuglingen und Kleinkindern nie konzentriert in der Nähe von Atemöffnungen angewendet werden.

Pfefferminzöl und Eukalyptusöl sind ziemlich bekannt, was man vom Latschenkiefernöl nicht behaupten kann.

Die Latschenkiefer (Pinus mugo subsp. Mugo, Latsche, Legföhre, Krüppelkiefer) ist eine Unterart der Bergkiefer (Pinus mugo). Sie wächst meist strauchartig und erreicht Wuchshöhen zwischen 1 und 3 m. Die Latschenkiefer ist gekennzeichnet durch ihren krummen Wuchs mit niederliegenden bis bogig aufsteigenden Stämmen und Ästen, diese bilden häufig ein undurchdringliches Gewirr (Latschenfilz oder Latschenfeld). Der Stamm der Latsche ist lang, liegt jedoch am Boden und ist kaum erkennbar.

Die Hauptvorkommen der Latschenkiefer liegen in den Pyrenäen, Alpen, dem Erzgebirge, den Karpaten, sowie dem nördlichen Apennin bis zum Balkan in Höhenlagen von 1000 m bis 2700 m (Quelle: Wikipedia)
Aus frischen Nadeln, Zweigspitzen und Ästen gewinnt man Latschenkiefernöl.
Es dient zur äußerlichen sowie innerlichen Anwendung bei Katarrhen der oberen und unteren Atemwegen (Husten, Schnupfen). In medizinischen Bädern wird es zur unterstützenden Behandlung bei Rheuma-Erkrankungen im nicht akuten Stadium eingesetzt.
Latschenkiefernöl verströmt einen sehr angenehmen, balsamisch-süssen, würzig-holzigen anhaltenden Duft.
In den Gebirgsregionen wird Latschenkiefernöl traditionell als Bestandteil von Franzbranntwein gegen Rheuma-Beschwerden eingesetzt. Franzbranntwein (spiritus vini gallici) ist eine alkoholische Lösung, vor allem bestehend aus reinem Alkohol, Kampfer, Menthol und verschiedenen ätherischen Ölen wie Fichtennadelöl oder Latschenkiefernöl.

Kamille und Thymian kann man natürlich als Kräutertee trinken beim Schnupfen. Ob das viel bringt – abgesehen von der Wasserzufuhr – würde ich aber bezweifeln. Besser wäre auch hier wohl die Inhalation. Kamillenblüten und Thymiankraut kann man gut mischen, anschliessend kochendes Wasser darüber giessen und die Dämpfe inhalieren.

Siehe auch:

Menthol bei Schnupfen

Was ist Latschenkiefernöl?

Kräutertees für jede Gelegenheit: Eukalyptus

Naturheilmittel bei Schnupfen

Ingwer-Inhalationen gegen Schnupfen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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