Artikel mit Schlagwort ‘Myrrhe’
Freitag, November 9th, 2012
Myrrhentinktur ist eine gelblichbraune klare Flüssigkeit, die zur Behandlung leichter Entzündungen der Mundschleimhaut und der Rachenschleimhaut eingesetzt wird.
Sie wird hergestellt aus Myrrhe, dem Harz des Baumes Commiphora myrrha (syn. Commiphora molmol, Balsambaumgewächse). Nach Verletzung der Zweige und Stämme des Myrrhenstrauchs tritt ein Gummiharz aus, das getrocknet wird (Myrrha).
Hergestellt wird die Myrrhentinktur aus 1 Teil Myrrhe und 5 Teilen 90 %igem Alkohol (Äthanol) durch Mazeration.
Historische Erwähnungen der Myrrhe als Heilmittel gehen bis in das 15. Jahrhundert zurück, wo sie in der Andechser Apothekenliste erwähnt wird.
Inhaltsstoffe
Myrrhentinktur enthält hauptsächlich Furanosesquiterpene wie Furanoeudesma-1,3-dien (Hauptbestandteil), Furanoeudesma-1,4-dien-6-on, Lindestren, Curzerenon, Furanodien, 2-Methoxyfuranodien und 4,5-Dihydrofuranodien-6-on, zusammen mit Sesquiterpenen wie alpha-Copaen, Elemen und Bourbonen. Furanoeudesma-1,3-dien zeigte analgetische Wirkungen, die durch Naloxon wieder aufgehoben werden konnten, was auf eine Bindung an Opioidrezeptoren hindeutet. Des Weiteren konnten wachstumshemmende Wirkungen bei verschiedenen Bakterien nachgewiesen werden.
Anwendungsbereiche
Myrrhentinktur wird hauptsächlich bei Entzündungen von Zahnfleisch und Mundschleimhaut (Gingivitiden, Stomatitiden) eingesetzt. Auch Prothesendruckstellen können mit Myrrhentinktur behandelt werden. Sie wird unverdünnt auf die entsprechenden Stellen aufgetupft oder mit Wasser verdünnt zum Spülen oder Gurgeln im Mund und Rachenbereich eingesetzt.
Quelle: Wikipedia
Kommentar & Ergänzung:
Myrrhe wird schon sehr lange als Heilmittel genutzt:
„Im alten Ägypten nutzte man bereits vor 3000 Jahren Myrrhe zur Einbalsamierung. Das getrocknete, gelb-braune Harzgranulat wird seit Jahrtausenden vor allem in Jemen, Äthiopien, Sudan und Somalia verwendet. Im Judentum gehörten Myrrhe und Aloe zur ordnungsgemäßen Bestattung des Leichnams; sie waren aber auch Bestandteil von kultischen Salbungen (griechisch: „Χριστός“, latinisiert „Christus“ – hebräisch: „Messias“ bedeutet „der Gesalbte“). Vor Christus wurde Myrrhe unter anderem als Aphrodisiakum verwendet. Frauen und Männer trugen es als Parfum, Betten wurden vor dem Geschlechtsverkehr damit beträufelt.“
(Quelle: Wikipedia)
Zusammensetzung des Harzes:
2-10 % ätherisches Öl (zum grossen Teil Sesquiterpene)
Harz mit Phenolen, Triterpenen, Proteinen, Schleime.
Wasserlösliche Gummen zwischen 30 und 60 %.
Wirkung:
Adstringierend (= zusammenziehend) und desinfizierend..
In der Phytotherapie wird Myrrhentinktur bei Mundschleimhautentzündung, Rachenschleimhautentzündung und Aphthen eingesetzt, gerne auch 1:1 gemischt mit Tormentilltinktur (aus Potentilla erecta, Aufrechtes Fingerkraut, Blutwurz).
Myrrhe ist auch Bestandteil des altehrwürdigen Zeller Balsams, zusammen mit Weihrauch (Olibanum), Wermutkraut (Absinthii herba), Zimtrinde (Cinnamomi cortex), Guajakholz (Guaiaci lignum), Schafgarbenkraut (Millefolii herba), Klatschmohnblüten (Rhoeados flos), Blutwurz (Tormentillae rhizoma), Tolubalsam (Balsamum tolutanum), Benzoe (Benzoe tonkinensis).
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
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Montag, Juli 9th, 2012
Weihrauch gehörte bereits zu den Geschenken der drei Weisen aus dem Morgenland: Neben Myrrhe und Gold brachten sie für das neugeborene Jesuskind auch Weihrauch mit. Seit der Antike zählt der aromatische Duft des verbrennenden Weihrauchharzes zu verschiedensten religiösen Zeremonien und ist bis in die Gegenwart in der Kirche Ausdruck besonderer Festlichkeit. Weihrauch kann aber noch mehr: „Das aus dem Stamm des Weihrauchbaumes gewonnene Harz enthält entzündungshemmende Substanzen“, erklärt Prof. Dr. Oliver Werz von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Diese machen Weihrauch als Arzneimitten unter anderem für die Behandlung von Krankheiten wie Asthma, Rheumatoider Arthritis oder Neurodermitis hochinteressant.
Allerdings sucht man Arzneimittel mit Weihrauchwirkstoffen in deutschen Apotheken bislang vergebens. Denn die pharmakologischen Grundlagen der Wirkung des Weihrauchs sind erst wenig untersucht. „Auch wenn Weihrauchharz schon seit Jahrtausenden beispielsweise in der ayurvedischen Medizin genutzt wird, reichen die bisher durchgeführten klinischen Studien für eine Zulassung in Deutschland und Europa nicht aus“, sagt Prof. Werz.
Das könnte sich nun aber ändern. Im Rahmen eines Verbundprojekts mit Partnern der Uni Saarbrücken und einem Startup-Unternehmen sind Prof. Werz und sein Team dem Wirkmechanismus des Weihrauchs auf der Spur. Dabei konnten die Wissenschaftler zeigen, an welcher Stelle die für die Wirkung des Weihrauchharzes verantwortlichen Inhaltsstoffe, die Boswelliasäuren, in den Entzündungsvorgang eingreifen.
„Boswelliasäuren interagieren mit verschiedenen Eiweißen, die an entzündlichen Reaktionen beteiligt sind. Insbesondere jedoch mit einem Enzym, das für die Synthese von Prostaglandin E2 verantwortlich ist“, erklärt Oliver Werz. Prostaglandin E2 zählt zu den Vermittlern der Immunantwort und spielt unter anderem im Entzündungsvorgang sowie bei der Entstehung von Fieber und Schmerzen eine entscheidende Rolle. „Boswelliasäuren hemmen dieses Enzym sehr potent und verringern so die Entzündungsreaktion“, sagt der Jenaer Pharmazeut. Damit sei nicht nur ein gezielter Einsatz in der Behandlung von Entzündungserkrankungen vorstellbar. Boswelliasäuren ließen auch weniger Nebenwirkungen erwarten, als gegenwärtig verwendete Entzündungshemmer wie Diclofenac oder Indometacin. Diese wirken weniger spezifisch und können bei längerer Anwendung das Risiko für Magengeschwüre steigen und die Nierenfunktion stören.
In ihrer aktuellen Studie haben die Wissenschaftler um Prof. Werz zudem das Harz verschiedener Weihraucharten verglichen und in seiner entzündungshemmenden Wirkung untersucht. Weltweit kommen mehr als zehn verschiedene Arten von Weihrauch vor. Am bekanntesten und verbreitetsten sei der in Nordindien und Zentralindien beheimatete Weihrauch Boswellia serrata. „Wie wir jetzt gesehen haben, ist jedoch das Harz von Boswellia papyrifera um den Faktor zehn wirksamer“, nennt Prof. Werz ein weiteres Resultat der Untersuchung. Diese Weihrauchart kommt hauptsächlich im Nordosten Afrikas (Äthiopien, Somalia) und auf der arabischen Halbinsel (Jemen, Oman) vor.
Ob sich Weihrauch als Medikament in Zukunft tatsächlich durchsetzen kann, hängt allerdings nicht nur vom Ausgang der noch ausstehenden klinischen Überprüfung ab. „Boswelliasäuren kommen ausschließlich im Harz des Weihrauchbaumes vor und lassen sich nur schwer synthetisch herstellen“, betont Werz. Damit sind diese Bäume die einzige Quelle für den aussichtsreichen Wirkstoff. Weihrauchbäume sind in ihrem Bestand aber stark bedroht. Vielerorts werden sie einfach als Brennmaterial genutzt. Prof. Werz warnt deshalb: „Ohne nachhaltigen Schutz sind damit nicht nur Pflanzenarten vom Aussterben bedroht, sondern es gehen der Medizin auch vielversprechende Wirkstoffe verloren.“
Quelle:
Friedrich-Schiller-Universität Jena
http://www.journalmed.de/newsview.php?id=38018
Kommentar & Ergänzung:
Interessant scheint mir vor allem die Aussage, dass Boswellia papyrifera 10mal wirksamer sein soll als der Indische Weihrauch. Das bekannteste Weihrauchpräparat, Gufic H15, besteht nämlich aus Indischem Weihrauch.
Bezüglich dem Wirkungsmechanismus des Weihrauchharzes gibt es in den Forschungsergebnissen und in der Phytotherapie-Fachliteratur unterschiedliche Erklärungsansätze. Boswelliasäuren galten vor allem auch als Leukotrien-Hemmer.
Eine Zusammenfassung der Diskussion gibt es im Pharmawiki:
„Lange Zeit war die 5-Lipoxygenase, das Schlüsselenzym der Leukotrienbiosynthese, als selektiver Angriffspunkt der Boswelliasäuren identifiziert worden. Allerdings wurde in den vergangenen Jahren gezeigt, dass die Hemmung der 5-Lipoxygenase nicht das zugrunde liegende Wirkprinzip des Weihrauchs ist. Zwar hemmen die Boswelliasäuren die Leukotrienbildung in vitro, aber die dazu notwendigen Konzentrationen sind sehr hoch und in vivo kaum erreichbar, insbesondere wegen der starken Bindung an Plasmaproteine. Die folgenden Angriffspunkte werden für die entzündungshemmenden Eigenschaften der Boswelliasäuren verantwortlich gemacht:
Hemmung der 12-Lipoxygenase
Hemmung der Leukozytenelastase
Hemmung des NFκB-Signalwegs
Hemmung des Cathepsin G
Die antientzündliche Wirkung kann also über ein weites Spektrum an entzündungshemmenden Einflüssen erklärt werden. Ein Angriff an direkt entzündungsfördernden Proteinen wie den Lipoxygenasen und auch Cyclooxygenasen scheint im Organismus eher von untergeordneter Rolle zu sein. Ein Eingriff in den NFκB-Weg stellt im Gegensatz zum direkten Angriff an den Lipoxygenasen eine indirekte Hemmung der Entzündung durch Modulation der „Steuerung“ des Entzündungsgeschehens dar. So werden Botenstoffe, die zur Ausweitung der Entzündung von Immunzellen ausgeschüttet werden, durch Hemmung des NFκB-Weges vermindert gebildet…… Vermutlich ist nicht ein einzelner Angriffspunkt für das Wirkungsbild von Weihrauchharzextrakten verantwortlich, sondern es werden mehrere Mechanismen der Entzündungsregulation beeinflusst, die dann gemeinsam zu einer Entzündungshemmung führen. Trotzdem wird bis heute weitläufig die Hemmung der Leukotriensynthese durch Boswelliasäuren als „das Wirkprinzip“ des Weihrauchs angeführt.“
Quelle: http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Weihrauch
Möglicherweise verschieben die Arbeiten an der Universität Jena dem Focus nun verstärkt auf die Prostaglandinhemmung.
Entscheidender als die Erforschung des Wirkungsmechanismus im Labor ist allerdings die Wirksamkeit in klinischen Studien mit Patienten.
Im Zentrum solcher Studien steht die chronische Polyarthritis, aber auch Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn.
In diesen Bereichen liegen positive Studienresultate vor, die allerdings wegen methodischer Diskussionspunkte kontrovers beurteilt werden.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
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Mittwoch, August 17th, 2011
Die Pharmazeutische Zeitung publizierte einen fundierten Beitrag zum Thema Aphthen.
Darin werden auch Heilpflanzen-Anwendungen erwähnt:
„Tormentillwurzelstock, Rathania, Myrrhe, Salbei…..Rhabarberwurzel (etwa Repha-OS®, Pyralvex®, Salviathymol®) haben sich durch ihren adstringierenden und entzündungshemmenden Effekt bewährt. Zudem ist Propolis-Urtinktur ein möglicher Beratungstipp. Bevor das jeweilige Präparat aufgetragen wird, empfiehlt es sich, die betroffene Region mit einem Wattestäbchen oder Papiertuch trocken zu tupfen. Dann erst das Gel oder die Tinktur mit einem frischen Wattestäbchen entnehmen und dünn auf die Wunde aufstreichen.“
Quelle: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=39008&type=0
Kommentar & Ergänzung:
Alle im Artikel der Pharmazeutischen Zeitung erwähnten Heilpflanzen sind für die Behandlung von Aphthen geeignet. Die erwähnten Heilpflanzen-Präparate stammen aus Deutschland und sind – ausser Pyralvex – in der Schweiz nicht im Handel.
Man kann aber auch gut Tormentilltinktur, Rathaniatinktur, Myrrhentinktur oder Salbeitinktur auftragen, wobei Pflanzentinkturen aus getrockneten Heilpflanzen meist einen höheren Wirkstoffgehalt haben als Frischpflanzentinkturen.
Wegen des hohen Alkoholgehalts können unverdünnte Pflanzentinkturen auf der Mundschleimhaut brennen (allenfalls 1 : 2 mit Wasser verdünnen).
Propolis ist Bienenkittharz.
Propolis wirkt antimikrobiell. Der Grundstoff für die Herstellung von Propolis wird von Honigbienen als harzige Substanz an Knospen und teilweise an Wunden verschiedener Bäume (hauptsächlich Birken, Buchen, Erlen, Fichten, Pappeln, Rosskastanien und Ulmen) gesammelt (etwa 55 % Naturharz und Pollenbalsam).
Und was genau sind Aphthen?
„Eine Aphthe…..ist eine schmerzhafte, von einem entzündlichen Randsaum umgebene Schädigung der Schleimhaut des Zahnfleischs, der Mundhöhle, der Tonsillen oder der Zunge und in Einzelfällen auch anderer Schleimhäute, z. B. im Genitalbereich. Es handelt sich dabei um ein Ulcus mit weißlichem Fibrinbelag.“
(Quelle: Wikipedia)
Und was sind die Ursachen von Aphthen?
„ Ursachen (Ätiologie) und Entstehungsmechanismus (Pathogenese) der rezidivierenden Aphthose sind weitgehend unklar. Eine multifaktorielle Entstehung mit genetischer Komponente wird angenommen.
Mögliche assoziierte Faktoren sind Verletzungen der Mundschleimhaut, Zusammenhänge mit verschiedenen Nahrungsmitteln, Nahrungsdefiziten (Vitamin B12-, Eisen- oder Folsäuremangel) sowie Veränderungen des Hormonhaushaltes. In schweren Fällen können Systemerkrankungen wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Zöliakie, Morbus Behçet oder HIV-Infektionen zu Grunde liegen.
Es wird keine Verbindung zu Menstruationszyklus, Schwangerschaft oder Menopause gesehen. Eine Assoziation mit Stress wird diskutiert, ist aber nicht nachgewiesen.
Chemische Irritation durch Inhaltsstoffe wie beispielsweise Natriumlaurylsulfat (SLS), das häufig in Zahnpasta enthalten ist, wird als möglicher Auslöser diskutiert.
Raucher sind seltener betroffen als Nichtraucher. Rauchverzicht kann das Auftreten von Aphthen negativ beeinflussen. Als Ursache wird die Hyperkeratose der Schleimhaut bei Rauchern vermutet.“
(Quelle: Wikipedia)
Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:
Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch
Info-Treff Pflanzenheilkunde
Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen
Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
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Montag, Juni 13th, 2011
Im „Phyto-Forum“ der Aerztezeitung wurde vor kurzem folgende Frage gestellt:
„Gibt es Pflanzenextrakte gegen Hautpilze? Ich habe vor einiger Zeit etwas von Lavendelöl gehört. In welcher Form oder Zubereitung bei welchen Mykosen wäre das denn geeignet – falls ich mich recht erinnere.“
Auf diese Frage antwortete Professor Jürgen Reichling. Hier die wichtigsten Aussagen und dazu kurze Zwischenbemerkungen von mir.
Wer verursacht die Mykosen?
„Pilzinfektionen der Haut können durch Dermatophyten (Fadenpilze), Hefepilze (zum Beispiel Candida-Arten) und Schimmelpilze (zum Beispiel Aspergillus niger) verursacht werden. In den Zehenzwischenräumen und an den Nägeln der Finger und Zehen treten bevorzugt Fadenpilzerkrankungen hervor.“
Und wie zeigen sich die Pilzerkrankungen der Haut?
„Typisch für den Pilzbefall der Haut sind umschriebene, scharf begrenzte, leicht schuppende und randständig gerötete Herde, die leicht jucken.“
Wie steht es mit Untersuchungen zur Wirksamkeit von Heilpflanzen-Präparaten bei Pilzerkrankungen?
„Bisher gibt es keine zugelassenen pflanzlichen Antimykotika. Andererseits haben in experimentellen In-vitro-Studien vor allem verschiedene ätherische Öle fungizide Eigenschaften gezeigt. Sie waren besonders gegen Fadenpilze und Hefepilze wirksam.“
Tatsächlich zeigen sehr viele ätherische Öle pilzhemmende oder pilztötende Wirkungen. Beispiele sind Teebaumöl, Lavendelöl, Eukalyptusöl, Kümmelöl, Thymianöl.
„Bisher konnte allerdings die Wirksamkeit von pflanzlichen Antimykotika nur in wenigen standardisierten klinischen Studien belegt werden. In einer Beobachtungsstudie konnte etwa für Teebaumöl gezeigt werden, dass das ätherische Öl die Symptome einer Nagelpilzinfektion an Fingern und Zehen signifikant reduziert. Die Patienten berichteten übereinstimmend, dass vor allem die Hautrötungen und der Juckreiz stark gemildert wurden. Der Nagelpilz selbst konnte allerdings nicht abgetötet werden.“
Das entspricht meinen eigenen Beobachtungen bei Nagelpilz-Erkrankungen. Der Pilz ist hier für die ätherischen Öle schwer erreichbar und daher kaum wirksam zu bekämpfen.
„Die Symptomlinderungen lassen sich mit der Beobachtung erklären, dass viele ätherische Öle neben hautregenerierenden auch entzündungshemmende und juckreizstillende Eigenschaften aufweisen.“
Einverstanden. Im Gegensatz zum Nagelpilz kann aber bei Fusspilz oder Vaginalpilz mit ätherischen Ölen durchaus eine wirksame pilzhemmende oder pilztötende Wirkung erreicht werden.
„Aus der Erfahrungsheilkunde weiß man, dass bei Fußpilz- und Nagelpilzerkrankungen zum Beispiel Bäder und Einreibungen mit ätherischen Ölen von Teebaum, Thymian, Rosmarin, Lavendel, Nelke, Kümmel, Kamille und Myrrhe fungizid wirken.“
Hier wird die Differenzierung zwischen Nagelpilz (kaum erfolgreich mit ätherischen Ölen behandelbar) und Fusspilz (mit ätherischen Ölen oft gut behandelbar) wieder verwischt. Ausserdem scheinen mir Bäder – also ätherische Öle in Wasser gemischt – nur beschränkt fungizid (pilztötend) wirksam. Einreibungen von ätherischem Öl gemischt mit fettem Öl dürften wirksamer sein.
„Im Handel gibt es antimykotische Nagelprotektor-Stifte, die verschiedene ätherische Öle (etwa Lavendel- und Teebaumöl) und pflanzliche Extrakte (etwa Niembaumextrakte) enthalten und die gut zur Pflege eingesetzt werden können. Ätherische Öle können auch in Form von Lösungen, Cremes und Gelen auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden. In jedem Fall muss beachtet werden, dass ätherische Öle nur verdünnt (1-3 Prozent) verwendet werden sollten, da sie prinzipiell hautreizend sind. Menschen mit bekannter Duftstoffallergie ist von der Verwendung ätherischer Öle abzuraten.“
Grundsätzlich finde ich auch, dass man mit ätherischen Ölen sorgfältig umgehen soll und dass daher eine Verdünnung empfehlenswert ist. Für eine vergleichsweise gut verträgliches ätherisches Öl wie Lavendelöl scheint mir aber eine 1 – 3 %ige Konzentration sehr tief. In manchen Situationen kann man Lavendelöl auch pur verwenden.
„Außer den oben genannten ätherischen Ölen haben sich auch Bäder mit Eichenrinde oder auch Einreibungen mit Propoliszubereitungen bewährt. Generell ist allerdings zu beachten, dass die antimykotische Wirksamkeit von pflanzlichen Zubereitungen eher als begrenzt anzusehen ist.“
Bei Fusspilz eignet sich ein Fussbad mit Eichenrinde vor allem in einem nässenden Stadium und wenn die betroffenen Hautstellen offen sind. Erst anschliessend würde ich ätherische Öle empfehlen.
Das Bienenkittharz Propolis wirkt gut fungizid, doch muss auch hier auf die Verträglichkeit geachtet werden, da es zu Allergien führen kann.
„Pflanzliche Pilzmittel stellen daher immer nur eine begleitende therapeutische Maßnahme dar, nie eine alleinige.“
Das würde ich so absolut nicht sagen. In leichten Fällen sind ätherische Öle bei Mykosen durchaus erfolgreich. Wichtig ist es allerdings, dass die Behandlung genügend lange fortgesetzt wird, weil bei zu frühzeitigen Therapie-Ende ein Rückfall droht.
Quelle:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/article/647854/pflanzliche-pilzmittel-immer-nur-zusaetzlich.html
Kommentar & Ergänzung:
Zum Thema Lavendelöl & Pilzerkrankungen siehe auch:
Lavendelöl wirksam gegen Hautpilze
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Sonntag, Oktober 24th, 2010
Heilpflanzen-Anwendungen sind bei Erkältungskrankheiten / Atemwegserkrankungen beliebt und wirksam. In der „Grünen Apotheke“ wird der Stellenwert der Phytotherapie in diesem Bereich wie folgt umschrieben:
„Die Behandlung von Atemwegserkrankungen ist eine Domäne der Phytotherapie. Da die meisten dieser Krankheiten durch Viren hervorgerufen werden, ist keine kausale Therapie möglich. Im Vordergrund steht folglich die Linderung der Symptome, wofür pflanzliche Heilmittel besonders gut geeignet sind. Es existiert ein grosses Spektrum wirksamer Pflanzen, die nicht nur die Beschwerden bessern, sondern auch die körpereigenen Reinigungsmechanismen unterstützt und die natürliche Immunabwehr anregen. Dabei sind kaum Nebenwirkungen zu befürchten, so dass auch eine Langzeitanwendung bei chronischen Entzündungen möglich ist.“
Es geht in diesem Bereich der Pflanzenheilkunde / Phytotherapie zum Beispiel um Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Bronchitis, Reizhusten, Asthma bzw. Bronchialasthma, Fieber, Rachenentzündung, Mandelentzündung, Mundschleimhautentzündung, Zahnfleischentzündung.
Die wichtigsten Heilpflanzen beim Thema Atemwegserkrankung / Erkältung sind laut der „Grünen Apotheke“:
Anis, Arnika, Efeu, Eibisch, Eukalyptus, Fenchel, Fichte, Gewürznelke, Heidelbeere, Holunder, Kamille, Kampfer, Kapland-Pelargonie / Umckaloabo, Kiefer, Linde, Mädesüss, Myrrhe, Primel (Primelwurzel, Primelblüten, bzw. Schlüsselblumenwurzel, Schlüsselblumenblüten), Salbei, Sonnentau, Spitzwegerich, Süssholz, Thymian, Tormentill / Blutwurz, Malvenblüten, Sonnenhut.
Das Buch „Grüne Apotheke“ können Sie anschauen und kaufen im Buchshop. Dieses Heilpflanzen-Buch ist fachlich fundiert und verständlich geschrieben auch für Menschen ohne medizinischen Grundberuf.
Wer sich umfassender über die erwähnten Heilpflanzen informieren will, kann sich dazu aktuelles Phytotherapie—Wissen erwerben im Tagesseminar „Heilpflanzen bei Erkältungskrankheiten und grippale Infekte“.
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Montag, September 20th, 2010
Verlagsbeschreibung
Nahrung sinnvoll ergänzen! Grünlippmuschel, Schwarzkümmelöl, Rotes Weinlaub der Kunde will wissen, ob diese Mittel halten, was die Werbung verspricht. Dazu liefert das Autorentrio Ihnen für über 100 pflanzliche und tierische Ausgangsmaterialien sowie Pilze und Mineralien Informationen über Herkunft, Beschreibung, Inhaltsstoffe, Verwendung und Verzehrempfehlung. Zusätzlich wird jedes Präparat hinsichtlich Nutzen/Risiko kritisch bewertet. Farbige Abbildungen veranschaulichen, was sich hinter den oft exotischen Namen verbirgt. Übersichtliche Tabellen zeigen die wichtigsten Anwendungsgebiete auf einen Blick. Nahrung ergänzen, ja und zwar mit Verstand! Zum Shop

Kommentar
Biogene Nahrungsergänzungsmittel
Gemäss einer rechtlichen Definition sind Nahrungsergänzungsmittel „Erzeugnisse, die Vitamine, Mineralstoffe oder andere Substanzen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung in konzentrierter Form enthalten und zur Ergänzung der Ernährung mit diesen Stoffen dienen.“
Simpler ausgedrückt handelt es sich um Produkte, die als besonders gesund propagiert werden, ohne aber den Status eines Arzneimittels zu haben. Nahrungsergänzungsmittel müssen keine Wirksamkeit nachweisen, dürfen jedoch auch keine Heilung von Krankheiten versprechen.
Das ist eine ständige Gratwanderung. Viele Hersteller nutzen alle Tricks, um Heilwirkungen zu suggerieren, ohne dabei so konkret zu werden, dass die Heilmittelbehörden einschreiten können bzw. müssen. Oft enthalten Nahrungsergänzungsmittel auch Heilpflanzen und werden in Apotheken und Drogerien verkauft. Das hat zur Folge, dass Konsumentinnen und Konsumenten irrtümlich davon ausgehen, dass es sich um Arzneimittel handelt. Dabei ist aber oft die Qualität und auch der Gehalt an wirksamen Inhaltsstoffen in den Nahrungsergänzungsmitteln viel tiefer als in Arzneimitteln aus den gleichen Heilpflanzen.
Viele Nahrungsergänzungsmittel sind so populär, dass man von Modewellen sprechen kann.
Dieses kompakte Nachschlagewerk von Hanssen, Koch & Richter beschreibt und bewertet über 100 pflanzliche und tierische Ausgangsmaterialien für Nahrungsergänzungsmittel sowie Pilze und Mineralien. Es stellt jedes der besprochenen Nahrungsergänzungsmittel vor mit Herkunft / Gewinnung, Beschreibung, Inhaltsstoffe / Nährstoffe, Einsatzgebiete / Verwendung, Handelsprodukte, Verzehrempfehlung, Bewertung. Auch Warnhinweise und weitere interessante Informationen kommen an manchen Stellen vor.
Alles in allem ergibt sich daraus eine wertvolle Nutzen-Risiko-Bewertung.
Um welche Art von Produkten es genau geht, zeigt wohl am besten ein Inhaltsverzeichnis mit einer Aufzählung der beschrieben Nahrungsergänzungsmittel:
Aus dem Bereich der Heilpflanzen:
Acerola, Alfalfa, Aloe vera, Ananas, Apfelessig, Aprikose, Artischocken,
Bärentraube, Bärlauch, Baldrian, Banane, Basilikum, Bittermelone, Blütenpollen, Bockshornklee, Borretsch, Boswellia (Weihrauch), Brennessel, Broccoli,
Caiguafrucht, Citrusfasern, Cranberries, Cystus,
Feige,
Garcinia, Gerste, Giersch, Ginkgo, Ginseng, Goldrutenkraut, Grapefruitkerne, Guarana,
Hagebuttenkerne, Hagebuttenschalen, Heidelbeeren, Holunder, Hoodia,
Ingwer,
Johanniskraut,
Kidney Bohnen, Knoblauch, Kohlsuppe (Weisskohl), Konjac, Kudzu-Bohne,
Leinsamen,
Maca, Mariendistel, Melisse, Mistel, Mutterkraut, Myrrhe / Myrrha,
Noni (Morinda citrifolia), Nopal,
Olivenblätter, Orangenfasern,
Papaya, Passionsblume, Portulak, Preiselbeeren,
Reiskörner, Rosenwurz (Rhodiola), Rosskastanie, Roter Kürbis, Rotes Weinlaub, Rotklee,
Sägepalme, Sanddorn, Schinus, Soja, Sonnenhut, Spargel, Spinat, Süssholz,
Teufelskralle, Topinambur, Traubenkerne,
Venuskicher, Vitamin B 15 (Pangamsäure), Vitamin B 17 (Aprikosenkerne),
Wegwarte, Weissdorn, Weizengrad,
Yamswurzel, Yucca,
Zimt, Zwiebel.
Dazu kommen noch als Tee: Grüntee und Pu Erh Tee.
Aus dem Reich der Algen:
AfA-Algen, Chlorella, Rotalgen, Fucus, Spirulina.
Aus dem Pilzreich:
Agaricus blazei, Austernpilze, Cordyceps, Hefen, Kombucha, Maitake, Reishi, ShiitakAus dem Tierreich: Austern, Bienenhonig, Chitosan, Gelée Royal, Grünlippmuschel, Milchprodukte (Kuh-Erstmilch / Stutenmilch).
Dazu kommen noch eine ganze Reihe von Fetten / Ölen:
Essenzielle Fettsäuren, Vitamin F, Pflanzenöle, Borretschsamenöl, Distelöl, Leinsamenöl, Nachkerzenöl, Perillaöl, Schwarzes Johannisbeersamenöl, Schwarzkümmelöl, Sonnenblumenöl, Walnussöl, Fischöle, Lachsöl, Lebertran.
Aus dieser Aufstellung dürfte die Vielfalt dieses Buches ersichtlich werden. Es informiert kompakt und fundiert auch über viele Heilpflanzen, die in Fachbüchern aus dem Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde nur am Rande oder gar nicht erwähnt werden, weil sie eben weniger als Arzneimittel sondern mehr als Nahrungsergänzung Bedeutung haben.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: Acerola, AfA-Algen, Agaricus blazei, Alfalfa, Aloe vera, Ananas, Angelika Koch, Apfelessig, Aprikose, Aprikosenkerne, Artischocken, Arznei, Austern, Austernpilze, Baldrian, Banane, Bärentraube, Bärlauch, Basilikum, Beschreibung, Bienenhonig, Biogene Nahrungsergänzungsmittel, Bittermelone, Blütenpollen, Bockshornklee, Borretsch, Borretschsamenöl, Boswellia, Brennessel, Broccoli, Caiguafrucht, Chitosan, Chlorella, Citrusfasern, Cordyceps, Cranberries, Cystus, Distelöl, Essenzielle Fettsäuren, Feige, Fischöle, Fucus, Gelée Royal, Gesundheitsberufe, Grünlippmuschel, Grüntee, Hagebuttenkerne, Hagebuttenschalen, Hans-Peter Hanssen, Hefen, Heidelbeeren, Heilen, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen, Heilpflanzen-Seminar, Heilwirkungen, Herkunft, Holunder, Hoodia, Ingwer, Inhaltsstoffe, Johanniskraut, Kidney Bohnen, Klinik, Knoblauch, Kohlsuppe, Kombucha, Konjac, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Kudzu-Bohne, Kuh-Erstmilch, Lachsöl, Lebertran, Leinsamen, Leinsamenöl, Maca, Maitake, Mariendistel, Melisse, Milchprodukte, Mineralien, Mistel, Mit Nutzen/Risiko-Bewertung, Morinda citrifolia, Mutterkraut, Myrrha, Myrrhe, Nachkerzenöl, Nahrungsergänzungsmittel, Naturheilkunde, Noni, Nopal, Olivenblätter, Orangenfasern, Palliative Care, Pangamsäure, Papaya, Passionsblume, Perillaöl, Pflanzen, Pflanzenheilkunde, Pflanzenöle, Pflege, Pflegeheim, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Pilze, Portulak, Preiselbeeren, Psychiatrische Klinik, Pu Erh Tee, Reishi, Reiskörner, Rhodiola, Rita Richter, Rosenwurz, Rosskastanie, Rotalgen, Roter Kürbis, Rotes Weinlaub, Rotklee, Sägepalme, Sanddorn, Schinus, Schmerzen, Schwarzes Johannisbeersamenöl, Schwarzkümmelöl, Schweiz, ShiitakAus, Soja, Sonnenblumenöl, Sonnenhut, Spargel, Spinat, Spirulina, Spital, Spitex, Stutenmilch, Süssholz, Teufelskralle, Tiere, Tierreich, Topinambur, Traubenkerne, Venuskicher, Verwendung, Vitamin B 15, Vitamin B 17, Vitamin F, Walnussöl, Wegwarte, Weihrauch, Weissdorn, Weisskohl, Weiterbildung, Weizengrad, Winterthur, Yamswurzel, Yucca, Zürich
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Donnerstag, Juni 3rd, 2010
Als Schwedenkräuter (auch Schwedenbitter) wird eine bestimmte Kombination verschiedener Heilkräuter bezeichnet. Diese Heilkräuter werden angeblich nach dem Rezept eines schwedischen Mediziners namens Dr. Claus Samst, der im 17. Jahrhundert lebte, zusammengemischt. Das Heilkräuter- Rezept soll innerhalb der Familie Samst lange verwendet worden sein. Aber auch der Arzt, Naturforscher und Theologe Paracelsus hat schon ähnliche Mischungen zubereitet, hauptsächlich zur Förderung der Verdauung, aber auch als Mittel, das Leben zu verlängern. Die österreichische Kräuterbuch-Autorin Maria Treben hat dieses Rezept in ihrer Publikation „Gesundheit aus der Apotheke Gottes“ bekannt gemacht und es Claus Samst zugeschrieben. Über diesen Claus Samst ist ansonsten nichts weiter bekannt, nicht einmal seine Lebensdaten sind überliefert, so dass immer wieder verbreitete Behauptungen, er sei über 100 Jahre alt geworden, jeder Grundlage entbehren.
Andere Quellen schreiben die Kräutermischung dem schwedischen Arzt Urban Hjärne (1641-1724) zu, dessen Daten und Biografie überliefert sind; er war der Leibarzt des schwedischen Königshauses und Anhänger von Paracelsus. Von Urban Hjärne ist jedenfalls das Rezept für eine Mixtur namens Elixir amarum Hjaerneri (ad longam vitam) überliefert, also ein Mittel zur Lebensverlängerung. Diese Kräutermixtur wurde ab 1796 im Deutschen Reich als Kronessenz verkauft und galt als Wundermittel. Urban Hjärne wurde nachweislich 83 Jahre alt.
Anwendung von Schwedenbitter
Den Schwedenkräutern werden neben der Förderung der Verdauung (auf Grund der Bitterstoffe) verschiedene weitere heilende Wirkungen zugeschrieben. Obwohl die Kräutermischung unter anderem zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden und Appetitlosigkeit empfohlen wird, wird sie neuerdings auch als Fatburner propagiert. Außerdem soll die äußerliche Anwendung unter anderem bei Neurodermitis und Muskel- und Gelenkschmerzen wirksam sein. Darüber hinaus soll durch die Einnahme von Schwedenkräutern das Immunsystem gestärkt werden.
In einer alten Handschrift werden 40 Indikationen aufgeführt, zum Schluss heißt es: „Wer täglich diese Tropfen früh und abends nimmt, braucht keine andere Medizin, denn diese stärken den Körper, erfrischen die Nerven und das Blut, nehmen das Zittern der Hände und Füße. Kurz sie nehmen überhaupt alle Krankheiten.“
Quelle: Wikipedia
Kommentar & Ergänzung:
Schwedenkräuter / Schwedenbitter – das ist ein typisches Beispiel für ein angebliches Wundermittel, das gegen fast alle Beschwerden und Krankheiten helfen soll.
Solche Wundermittel werden medizinhistorisch als Panazeen bezeichnet und die Tatsache, dass jede Zeit ihre Wundermittel hat, ist ein Hinweis dafür, dass dadurch wohl dringende menschliche Bedürfnisse befriedigt werden. Wie erleichternd ist es doch, ein Mittel in der Hand zu haben, das uns gegen alle Gebresten schützen kann. Das ist nicht zuletzt wohl ein Schutz gegen die Ohnmachtsgefühle, welcher wir in der Konfrontation mit Krankheiten oft begegnen.
Aus welchen Heilpflanzen setzen sich Schwedenbitter / Schwedenkräuter überhaupt zusammen?
Hier ein Rezept für den Kleinen Schwedenbitter:
Kleiner Schwedenbitter
Die folgenden Angaben beziehen sich auf eine Menge von 2,5 Liter Branntwein, Kornschnaps oder Ähnlichem.
16,7 g Aloe (es kann auch Enzianwurzel oder Wermutpulver verwendet werden)
8,3 g Myrrhe
0,33 g Safran
16,7 g Sennesblätter
16,7 g Kampfer (nur Naturkampfer)
16,7 g Rhabarberwurzel
16,7 g Zittwerwurzel
16,7 g Manna cannelata
16,7 g Theriak venezian
8,3 g Eberwurzwurzel
16,7 g Angelikawurzel
Soweit also das Rezept. Kommentar dazu:
- Der Schwedenbitter enthält Bitterstoffpflanzen (z. B. Angelikawurzel) mit verdauungsfördernder Wirkung.
- Aloe, Sennesblätter und Rhabarberwurzel enthalten Anthranoide. Das sind stark abführende Wirkstoffe, die bei Langzeitgebrauch zu Abhängigkeit führen können. In einem solchen Rezept sind diese Anthranoid-Heilpflanzen problematisch.
- Warum Aloe durch Enzianwurzel oder Wermutpulver ersetzt werden kann, ist nicht nachvollziehbar. Die Wirkung von Aloe und Enzianwurzel bzw. Wermut ist total unterschiedlich. Diese Angabe ist willkürlich.
- Manna cannelata, aus dem süßen Saft der Manna-Esche ist ein mildes osmotisches Abführmittel. Auch hier ist der Sinn dieses Schwedenbitter-Bestandteils für die ganze Palette der Heilungsversprechungen fraglich.
- Kampfer ist ein Analeptikum, ein belebendes, kreislaufanregendes Mittel. Kampfer in sehr limitierten Dosen eingenommen hebt den Blutdruck an bei Hypotonie (niederem Blutdruck). Aber dazu gibt es Heilpflanzen-Präparate mit Kampfer, die nicht wie die Schwedenkräuter auch noch blödsinnigerweise Abführmittel enthalten.
- Bitterstoffe können bei bestimmten Verdauungsbeschwerden nützlich sein, doch ist die Kombination mit starken Abführmitteln unsinnig. Wer Bitterstoffe nutzen will, tut dies wohl besser ohne Schwedenkräuter, zum Beispiel mit einem Heilpflanzen-Präparat aus Artischockenblätter.
Fazit: Hier wird mit einem angeblichen Wundermittel den Konsumentinnen und Konsumenten das Geld aus der Tasche gezogen. Aber sehr viele Menschen brauchen offenbar ein solches Wundermittel, koste es was es wolle.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: $chwedenbitter, Abführmittel, Aloe, Analeptikum, Angelikawurzel, Anthranoide, Appetitlosigkeit, Artischockenblätter, Ausbildungen, Bitterstoffe, Bitterstoffpflanzen, Blutdruck, Branntwein, Claus Samst, Eberwurzwurzel, Enzianwurzel, Exkursionen, Fatburner, Gelenkschmerzen, Gesundheit aus der Apotheke Gottes, Gesundheitsberufe, Heilkräuter, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen, Heilpflanzen-Seminar, Hypotonie, Immunsystem, Kampfer, Kleiner Schwedenbitter, Klinik, Kornschnaps, Krankenpflege, Kräuterbuch, Kräuterexkursionen, Kräutermischung, Kurse, Manna cannelata, Manna-Esche, Maria Treben, Muskel, Myrrhe, Naturheilkunde, Naturkampfer, Neurodermitis, niedriger Blutdruck, Palliative Care, Panazeen, Paracelsus, Pflanzenheilkunde, Pflege, Pflegeheim, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Psychiatrische Klinik, Rhabarberwurzel, Safran, Schmerzen, Schwedenkräuter, Schweiz, Sennesblätter, Spital, Spitex, Theriak venezian, Urban Hjärne, Verdauung, Verdauungsbeschwerden, Weiterbildung, Wermut, Wermutpulver, Winterthur, Wundermittel, Zittwerwurzel, Zürich
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Mittwoch, Mai 13th, 2009
Mit Weihrauch, Flohsamen und Probiotika gegen die Entzündung im Darm
Zahlreiche Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sind interessiert an Verfahren aus Naturheilkunde oder Komplementärmedizin. Wie wirksam sind diese Methoden?
In einer großen repräsentativen Untersuchung wurden 1000 Patienten mit chronisch-entzündlicher Darmerkrankung (CED) zum Thema Komplementärmedizin und Alternativmedizin befragt. Mehr als die Hälfte der Kranken hatte schon Erfahrungen mit einer solchen Medizinform gemacht, schreibt Privatdozent Dr. Jost Langhorst von der Abteilung für Innere Medizin der Universität Duis-burg-Essen, Kliniken Essen-Mitte, in der “Zeitschrift für Komplementärmedizin”.
Ausprobiert hatten die Studienteilnehmer hauptsächlich Homöopathie (52 %), Phytotherapie (44 %) und Ayurveda (Weihrauch, 40 %). Über die Hälfte der Befragten (54 %) nahm probiotische Lebensmittel (z.B. Milchsäurebakterien oder Hefen) ein. ??Zur Wirkung der klassischen Naturheilverfahren existieren nur wenige klinische Studien. Belegt ist, dass Stressbelastung entzündliche Darmerkrankungen aktivieren kann. An diesem Punkt setzen die ordnungstherapeutischen Maßnahmen an. Dazu zählen Änderungen des Lebensstils und der Ernährung sowie Bewegung. Um psychosozialen Stress zu reduzieren, werden unter anderem Meditation, autogenes Training, Yoga, Qigong und Achtsamkeitstherapie empfohlen.
Gut geeignet: Die mediterrane Küche
Für die Ernährung gelten bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen grundsätzlich dieselben Vorgaben wie für Gesunde. An die mediterrane Küche angelehnte Vollwertkost soll die Patienten ausreichend mit Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien versorgen. Nur in akuten entzündlichen Stadien ist Schonkost vorzuziehen.
Linderung durch Bakterien und Bierhefe?
Die häufigste Maßnahme aus dem Bereich “Naturheilkunde” ist die Einnahme von Probiotika. Für Escherichia coli Nissle (ein säurebildendes Bakterikum) ist die Wirksamkeit so gut belegt, dass die Einnahme sogar in die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) aufgenommen wurde. Die Bakterien erschweren das Anhaften krankheitsauslösender Keime an der Darmwand. ??Saccharomyces boulardii ist eine Hefe und wirkt vorbeugend gegen Durchfälle, die eventuell durch die Einnahme von Antibiotika entstehen können. Auch für Lactobacillus GG (Milchsäurebakterien) gibt es bereits CED-Studien. Bei akutem Durchfall im Schub wird auch der zusammenziehende Effekt von Heilerde genutzt. ??Für die Wirksamkeit einer Bewegungstherapie existieren kaum Belege. Allerdings ist bekannt, dass Personen, die im Freien körperlich arbeiten, seltener an Morbus Crohn bzw. Colitis ulcerosa erkranken. Deshalb wird Ausdauersport empfohlen. Im akuten Schub allerdings soll sich der Kranke schonen. ??
Phytotherapie: Flohsamen, Heidelbeere, Blutwurz….
In der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) nutzt man beispielsweise die entzündungshemmende Wirkung des Flohsamens, der zudem das Stuhlvolumen vergrössert und die Darmtätigkeit reguliert. Auch Weihrauch wird angewandt. Für den Einsatz von Myrrhe – in Kombination mit Kamille und Kaffeekohle – läuft zurzeit eine Untersuchung, berichtet der Experte. Die Gerbstoffe in getrockneten Heidelbeeren und Blutwurz wirken zusammenziehend und entzündungshemmend. Beim Ingwer wird die anregende Wirkung auf die Darmmuskulatur und die durchfallhemmende Komponente geschätzt.
Einsatz von Wurmeiern noch in Erprobung
Auch die physikalische Therapie (z.B. Infrarot- und UV-Licht, Massage) kommt bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zur Anwendung. Von Kneipp‘schen Leibwaschungen oder Leibwickeln werden krampflösende, blähungstreibende und schlaffördernde Effekte erwartete. Leibauflagen mit Kümmel, Kamille oder Heublumen kommen ebenfalls zum Einsatz. Für die Akupunktur als Teil der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) liegen Untersuchungen vor, welche die Wirksamkeit belegen. Für die Homöopathie existieren keine CED-Studien, berichtet Dr. Langhorst. ??Die Anwendung von Wurmeiern gilt noch als experimentell. Die Theorie tönt interessant: Die Würmer sollen das Immunsystem aktivieren. ??
Kümmelöl-Auflage ?
Ein Teelöffel Kümmelöl mit sanftem Druck in die Bauchdecke einmassieren. Darauf kommt ein feuchtwarmes Tuch, welches mit einem warmen trockenen Baumwolltuch abgedeckt wird. Darüber wird dann für eine halbe Stunde eine Wärmflasche gelegt.
Medical Tribune Deutschland, Ausgabe 17 / 2009 S.20,
Jost Langhorst, ZKM 2009; 1: 12-19
Kommentar und Ergänzung zu den Empfehlungen aus der Phytotherapie:
Zum Flohsamen: Diese schleimhaltige Heilpflanze wirkt vor allem schützend auf die Schleimhäute. Bei Verstopfung nimmt man sie mit viel Wasser, damit die Polysaccharide quellen können, bei Durchfall dagegen mit weniger Wasser, weil dann die überschüssige Flüssigkeit gebunden wird. Daueranwendung möglich
Zum Weihrauch: Heilpflanzen-Präparate zum Einnehmen verwenden. Langzeitanwendung nötig, sonst bringt‘s wohl kaum etwas. Räuchern wie in der Kirche oder auch im Handel erhältliche Salben und Bäder sind unwirksam.
Zum Blutwurz (Tormentill): Stark gerbstoffhaltige Heilpflanze, wirkt stopfend bei Durchfall, würde ich nur zeitlich limitiert einnehmen (ein paar Tage).
Zur Heidelbeere: Wirken nicht nur wegen den Gerbstoffen stopfen (in getrockneter Form), sondern durch die blauen Farbstoffe (Anthocyane) wohl auch entzündungshemmend.
Siehe:
http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/01/09/farbstoffe-auch-heidelbeeren-hemmen-entzuendungen.html
Kümmelöl: Wirkt vor allem krampflösend, weil Kümmelöl wie jedes ätherische Öl gut durch die Haut resorbiert wird, könnte das Einmassieren auf der Bauchdecke wirksame sein. Will man den Kümmel gegen Blähungen einsetzen, braucht es Kümmeltee oder Kümmeltinktur peroral.
Ingwer: Könnte neben der anregenden Wirkungen auf die Darmperistaltik (Darmbewegungen) auch gegen Entzündungen wirken. Darauf deuten jedenfalls Laboruntersuchungen hin.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
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Donnerstag, April 30th, 2009
Zitronensaft hat offenbar eine pilzhemmende Wirkung. Er eignet sich beispielsweise dafür, Mundsoor bei HIV-Patienten zu behandeln. Dies hat eine in der Fachzeitschrift “Phytomedicine” veröffentlichte Untersuchung gezeigt. An 90 HIV-Patienten mit dem Pilzbefall im Mundraum wurde während elf Tagen die Wirkung des Zitronensaftes mit der einer Zitronengrasinfusion sowie der Wirkung des hauptsächlich in Afrika angewandten Standardmittel Gentianaviolett verglichen. Dabei ergab sich, dass sowohl der Saft der Zitrusfrucht als auch die Infusion mit Extrakten des Zitronengrases gut gegen Soorpilz wirkt. Viele HIV-Patienten lehnen die Behandlung mit Gentianaviolett ab, weil der Farbstoff violette Flecken der Haut bewirkt und die Betroffenen für Außenstehende dadurch als HIV-Infizierte erkennbar sind.
Quelle: http://de.news.yahoo.com/gesundheit-medizin.html
Kommentar:
Leider sagt die Meldung nicht, in welcher Ausgabe der “Phytomedicine” der Artikel erschienen ist. Es wäre interessant, mehr über diese Arbeit zu erfahren, ist doch Mundsoor ein bedeutendes Problem in der Krankenpflege und dies nicht nur bei HIV-Patienten.
Ohne nun aber die Originalarbeit konsultiert zu haben, scheint mir doch klar, dass sich in die Meldung eine kleine Übersetzungstücke eingeschlichen hat. Wenn von Zitronengrasinfusion die Rede ist, meint dies wohl nicht eine Infusion im medizinischen Sinn, bei der ein Arzneimittel via Vene in den Körper fliesst. Das englische Wort “infusion” meint auch “Aufguss”, und zwar eben Aufguss von Kräutern. So dürfte wohl ein Aufguss von Zitronengras gemeint sein.
Immer wieder zu Irrtümern Anlass gibt das Gentianaviolett. Weil Gentiana in der Botanik auch der lateinische Fachbegriff für Enzian ist, wird Gentianaviolett oft als pflanzlicher Stoff aufgefasst.
Gentianaviolett ( = Kristallviolett) findet Verwendung als Farbstoff in Farbbändern oder Kopierstiften und vor allem in der mikroskopischen Färbetechnik. Hier bildet es den Hauptbestandteil der sogenannten Gram-Färbung, mit deren Hilfe sich Bakterien grob unterteilen lassen.
Medizinisch wurde Gentianaviolett lange Zeit, bis zur Entdeckung anderer wirksamer Antimykotika, zur Therapie von Hautpilzen, vor allem Fußpilzen, sowie von Mundsoor verwendet. Zu diesem Zweck wird es als sogenannte Pyoktaninlösung (1-2%) aufgepinselt. Heute wird es wegen der lästigen Einfärbung der Haut in der westlichen Welt kaum noch eingesetzt. Nach Empfehlungen der WHO ist Gentianaviolett aber als ein essenzielles Medikament einzustufen. Der Name Gentianaviolett dürfte wohl von der Farbe gewisser Enzianarten abgeleitet worden sein.
Im übrigen gibt es in der Pflanzenheilkunde / Phytotherapie eine ganze Reihe von Heilpflanzen-Anwendungen mit einer günstigen Wirkung bei Pilzerkrankungen: Diverse ätherische Öle (Lavendelöl, Korianderöl, Thymianöl, Teebaumöl), Extrakte aus Myrrhe, Kamille und Salbei, Knoblauch….wobei natürlich auch immer Dosierung und Anwendungsform eine wichtige Rolle spielen und bei Mundsoor beispielsweise andere Mittel zum Einsatz kommen wie bei Fusspilz.
Die Empfehlung von Zitronensaft und dem Aufguss aus Zitronengras scheint mir darüber hinaus aber prüfenswert.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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