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Farbtherapie: Aura Soma

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Die österreichische Zeitung „Der Standard“ nimmt die Aura-Soma-Therapie etwas genauer unter die Lupe.

94 rechteckige Glasfläschchen (Balanceflaschen), 14 einfarbige Tinkturen (Pomander) und weitere 14 einfarbige Duftessenzen (Quintessenzen) dienen als Werkzeug in der Aura-Soma-Therapie. Durch die Schwingungen von Farbe und Licht soll die Aura von Menschen geheilt werden.

Aura Soma soll dabei über die Haut auch physische Heilungsprozesse positiv beeinflussen.

Die 94 Balanceflaschen sind zu je einer Hälfte mit buntfarbigem Öl und zur anderen Hälfte mit gleichem oder andersfarbigem Wasser gefüllt.  Gemäss der Aurasoma-Theorie sollen sie farbige Schwingungsenergie enthalten. Der Klient soll intuitiv vier Farbkombinationen auswählen. Die Aura-Soma-Beraterin interpretiert diese Vorlieben und schliesst anhand der Farbwahl auf Persönlichkeitsmerkmale, eventuelle Probleme, mögliche Lebensaufgaben und Zukunftsperspektiven.

Diagnostische Hinweise sollen aber nicht nur die Farben geben, sondern auch die Bläschen, die durch ritualisiertes Schütteln der Öl-Wasser-Mischung entstehen. Auf die Haut aufgetragen, sollen die pflanzlichen oder mineralischen Wirkstoffe über Lymph- und Blutgefäße außerdem kranke Körperregionen erreichen, die einer Heilung bedürfen.

Heiko Hecht vom Psychologischen Institut der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz hält allerdings eine Wirkung von Aura Soma über die Haut für völlig unplausibel, da der Mensch für Farben nur das Auge als Rezeptor besitzt. Er bezeichnet Farbtherapien als reine Stimulationstherapien, die auf dem Angebot stark variierender Farbreize basieren. Wenn man jemandem zuerst stark flackernde bunte Farben anbiete und anschließend sanfte Farbtöne, dann habe das sicher eine beruhigende Wirkung. Dieser Effekt sei jedoch nicht durch die Farben selbst bedingt, sondern durch den angebotenen Kontrast.

Farben wirken geprägt vom kulturellen Kontext

Farben wirken nicht biologisch, sondern durch den kulturellen Kontext, erklärt Hecht und verweist als Beispiel auf die Farbe Gelb, die in der westlichen Welt für Neid und Eifersucht steht, in Japan dagegen für Mut und Stärke. Farbgestaltung sei eine Frage der Ästhetik. Von der Postulierung universaler Farbwirkungen – wie es Auro Soma macht – hält Hecht nichts.

Der Frage, wie rosa Gefängniszellen auf Inhaftierte wirken, ist hat Hecht selbst untersucht. In einer Studie dokumentierte er die Wirkung von Baker-Miller-Pink auf die kognitive Leistungsfähigkeit und Stimmung von Schülern. Seine Skepsis wurde dabei bestätigt. Er konnte keine signifikanten Auswirkungen auf Leistung oder Stimmung feststellen.

Der Grund, weshalb die Farbe Rosa keine besänftigende Wirkung hat, liegt in der Fähigkeit des Menschen zur Adaption. Wenn Farbe einen Effekt hätte, dann wäre dieser so oder so spätestens nach drei Tagen verschwunden, erklärt Hecht.

Basis der Aura-Soma-Therapie ist aber auch die Theorie, dass Lieblingsfarben immer Ausdruck des inneren Selbst sind. Ganz falsch liege Aura Soma hier nicht, bestätigt Hecht. Die Farbwahl bei Kleidung zum Beispiel mache auf jeden Fall Rückschlüsse auf die Psyche möglich. Allerdings sei auch hier der kulturelle Hintergrund für eine Interpretation von Bedeutung.

Dass die bunten Aura-Soma-Fläschchen umgekehrt seelische und körperliche Beschwerden lindern, ist für Hecht nicht plausibel. Beschreibungen im Internet tragen auch nicht gerade zur Glaubwürdigkeit bei. Beispielsweise soll der rote Pomander Überlebensängste lindern, Poltergeist-Phänomene zum Verschwinden bringen und elektromagentische Polaritäten im Körper ausbalancieren. Und mit den Quintessenzen sollen sich gar spirituelle Verbindungen zu hoch entwickelten Seelen, sogenannten Meistern, aufbauen lassen. Die hellblaue Quintessenz El Morya soll auf diese Art Klärung für Menschen ermöglichen, die nicht gut auf ihre Eltern zu sprechen sind.

Quelle:

http://derstandard.at/1363239184348/Aura-Soma-Mit-schwingender-Farbe-die-Aura-heilenl

Kommentar & Ergänzung:

Dass Farben unsere Stimmung beeinflussen können und etwas über uns aussagen, liegt für mich auf der Hand.  Aber wie der Beitrag im „Standard“ schon aussagt: Das ist individuell unterschiedlich und zugleich auch stark kulturell geprägt. Allgemeingültige Schlüsse lassen sich daraus nicht ziehen.

Fragwürdig an solchen esoterischen Theoriegebäuden wie Aura Soma finde ich vor allem, dass sie auf einer ganz schmalen Basis (hier: Farben) auf fast alle Fragen eine Antwort und für fast alle Probleme eine Lösung anbieten. Diese Aufladung ist wohl nötig, wenn man Farbstoffe derart teuer verkaufen will. Aber es spricht halt auch einfach sehr viele Leute an, wenn derart easy scheinbar alle Schwierigkeiten im Leben aufzulösen sind. Solche „Fastfood“-Ansätze passen perfekt zum Zeitgeist.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

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Ist Rüeblisaft (= Möhrensaft, = Karottensaft) wirklich gut für die Augen?

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N-TV stellte dem praktizierenden Augenarzt Georg Eckert aus Ulm die Frage, ob Möhrensaft die Sehleistung steigern könne.

Hier die Antwort:

„‚Das kann man tatsächlich’, bestätigt der Facharzt für Augenheilkunde. Mit sogenannten Carotinoiden, also natürlichen Farbstoffen in Lebensmitteln, kann degenerativen Veränderungen der Netzhaut wie eine sogenannte Makuladegeneration vorgebeugt werden. Doch Carotinoide können noch viel mehr. Sie sollen Alzheimer, Rheuma, Krebs, Arteriosklerose und Parkinson vorbeugen. Bisher konnten 800 verschiedene Carotinoide identifiziert werden. Die gesundheitsfördernden Stoffe sind vor allem in Karotten, Spinat, Mais, Aprikosen, Tomaten und Eidotter vorhanden.“

Quelle:

http://www.n-tv.de/wissen/Legenden-rund-ums-Auge-article10029891.html

Kommentar & Ergänzung:

Als gute Quelle für Carotinoide würde ich noch rote und orange Paprika hinzufügen. Carotinoide sind wichtige Bestandteile der Nahrung.

Carotinoide sind ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung.

Etwa 50 Carotinoide werden im menschlichen Körper in Retinol (Vitamin A) umgewandelt.

Karotten enthalten β-Carotin, das als Provitamin A für die Versorgung mit Vitamin A wichtig ist.

Vitamin A wiederum ist unter anderem nötig für eine gute Funktion der Augen.

Daher kann man schon sagen, dass Karotten gut sind für die Augen, doch lässt sich dieses β-Carotin bzw. Provitamin A auch aus anderen Quellen zuführen.

Fragwürdig ist die Einnahme von Carotinoiden via Nahrungsergänzungsmittel wie „Burgerstein & Co.“:

„Ebenso wie für die anderen sekundären Pflanzenstoffe gilt für Carotinoide, dass sie nicht in Form von isolierten, hochkonzentrierten Präparaten aufgenommen werden sollten, sondern im natürlichen Verbund mit anderen Nahrungsinhaltsstoffen. Die Einnahme hochdosierter Präparate birgt sogar Gefahren. Eine regelrechte Vergiftung mit Carotinoiden ist zwar nicht möglich, β-Carotin-Supplemente können aber möglicherweise das Krebsrisiko erhöhen.“

(Quelle: Wikipedia)

Und ob man tatsächlich mit Carotinoiden Krankheiten wie Alzheimer, Rheuma, Krebs, Arteriosklerose und Parkinson vorbeugen kann, scheint mir sehr spekulativ.

Mit solchen Andeutungen und Versprechungen wird hauptsächlich der Umsatz an Vitaminpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln angekurbelt.

Sinnvoller als Rüeblisaft ist im übrigen die Aufnahme von Karotten als Gemüse, wobei der Kochvorgang und die Zugabe von etwas Fett die Aufnahme von β-Carotin in den Organismus fördert.

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Leicht erhöhter Blutdruck – Medikamente oft unnötig und ohne Wirkung

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Eine Übersichtsstudie aus den USA kommt zum Schluss: Zahlreiche Menschen, die ein gesundes Herz, jedoch leicht erhöhten Blutdruck haben, erhalten Medikamente, die ihnen nichts nützen.

Hoher Blutdruck kommt häufig vor und ganz besonders häufig ein nur leicht erhöhter Blutdruck. Als „mild“ oder „Grad 1″ wird der Bluthochdruck bezeichnet, wenn der erste (systolische) Messwert zwischen 140 und 159 und/oder der zweite (diastolische) Wert zwischen 90 und 99 liegt. Häufig wird den Patienten bereits bei dieser Diagnose ein blutdrucksenkendes Medikamente verschrieben. Und das hauptsächlich mit der Absicht, hochdruckbedingte Gefäßschäden und damit Herzinfarkt und Schlaganfall zu vermeiden.

Eine industrieunabhängige Untersuchung zeigt nun aber, dass herzgesunde Menschen mit leicht erhöhtem Blutdruck von einer medikamentösen Behandlung nicht nachweislich profitieren. Die Metaanalyse wurde von Diana Diao von der Universität von British Columbia in Vancouver und ihren Kollegen im Auftrag der Cochrane-Organisation durchgeführt. Die Cochrane-Organisation wertet wissenschaftliche Untersuchungen aus und stellt die Resultate in Übersichtsarbeiten in ihre Datenbank ein. Die beteiligten Forscher bekommen kein Geld von Pharmafirmen.

Diao wertete vier Studien mit total 9.000 Patienten aus. Die Probanden wurden über vier bis fünf Jahre mit verschiedenen Medikamenten therapiert. Resultat: Ob die Studienteilnehmer Blutdrucksenker schluckten oder nicht, machte bei der Häufigkeit von Herzinfarkt, Schlaganfall oder Todesfällen keine deutliche Differenz. Beinahe jeder zehnte Patient in der Medikamentengruppe brach die Therapie allerdings wegen Nebenwirkungen ab. Die Wissenschaftler erklären als Fazit, dass sie nicht wissen, ob der Nutzen der Behandlung den Schaden aufwiegt.

Quelle:

http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2012-08/milder-bluthochdruck-behandlung

Kommentar & Ergänzung:

Ich bin kein fundamentalistischer Prediger gegen jegliche synthetische Medikamente und das pauschale Feindbild der bösen Pharmamafia ist mir fremd.

Es gibt Situationen, in denen Abwarten und Kräutertee trinken dumm ist und eine medikamentöse Intervention Leben rettet.

Aber es gibt auch eine grosse Menge sinnlos verordneter und geschluckter Medikamente, die mehr Schaden als Nutzen bringen und nur den Herstellern und Verkäufern Gewinn in die Kassen spülen.

Ein Problem ist in diesem Zusammenhang, dass viele Studien finanziell stark von Pharmafirmen abhängig sind, was die Resultate verfälschen kann.

Die pharmaunabhängigen Übersichtsstudien der Cochrane Collaboration geniessen daher nicht umsonst eine ausgezeichnete Glaubwürdigkeit.

Wirksame von unwirksamen Medikamenten zu unterscheiden, das ist Patientenschutz im besten Sinn und das gilt natürlich auch für Präparate aus Komplementärmedizin, Naturheilkunde und Phytotherapie.

Für einen „ausgewachsenen“ Bluthochdruck hat die Phytotherapie keine überzeugenden Lösungen anzubieten. Es gibt überhaupt nur wenige Studien mit Heilpflanzen in diesem Bereich. Leicht erhöhtem Blutdruck könnten Heilpflanzen allenfalls eine Option sein.

Interessant ist die leicht blutdrucksenkende Wirkung von Karkade (Hibiscus sabdariffa):

Karkadetee senkt systolischen Blutdruck um 13 mmHg

Karkadetee ist jedenfalls gesund und schmackhaft und ohne unerwünschte Nebenwirkungen.

Ausserdem:

Randensaft (Rote Beete) senkt Blutdruck

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Zitrusöle auf der Haut steigern Sonnenbrandrisiko

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Zitrusöle auf der Haut steigern das Sonnenbrandrisiko. Nach der Massage mit solchen ätherischen Ölen sollten deshalb starke UV-Strahlen gemieden werden. Zitrusöle enthalten phototoxische Substanzen, die die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Die Haut kann mit Rötungen bis hin zur Brandblasenbildung reagieren, wenn nach Applikation von Zitrusölen Sonnenbestrahlung folgt.

Es empfiehlt sich daher genau nachzufragen, welche Bestandteile ein Massageöl enthält. Neben Zitrusölen machen auch Lavendelöl, Lindenöl, Sandelholzöl und Zedernöl die Haut lichtempfindlicher, heisst es in der Pressemeldung, die vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen stammt. Wer mit diesen ätherischen Ölen massiert wurde, solle die Sonne für rund zwölf Stunden meiden.

Gewarnt wird auch vor dem Besuch im Solarium mit Zitrusölen auf der Haut.

Quelle:

http://www.kleinezeitung.at/magazin/wellness/3077427/zitrusoel-haut-erhoeht-sonnenbrandgefahr.story

Kommentar & Ergänzung:

Dieses Risiko für phototoxische Reaktionen auf bestimmte ätherische Öle ist auch aus der Parfümerie bekannt, beispielsweise beim Bergamottöl.

Bergamottöl gehört auch zu den Zitrusölen (Bergamotte = Citrus aurantium subsp. bergamia, Rutaceae) und ist ein wichtiger Bestandteil aller Arten von Kölnisch Wasser. Trägt man solche Parfümprodukte vor dem Sonnenbad auf die Haut auf, kann dies zu einer sogenannten „Berloque-Dermatitis“ führen.

Was ist eine Berloque-Dermatitis?

„Die Berloque-Dermatitis ist eine Sonderform der phototoxischen Reaktion. Die phototoxische Reaktion wird überwiegend durch bestimmte Pflanzen, Lebensmittel und Medikamente ausgelöst. Sie erhöhen die Wirkung des Strahleneffektes auf der Haut und es kann leicht ein Sonnenbrand entstehen.

Bei der Berloque-Dermatitis spielen bestimmte Pflanzenstoffe (Furocumarine) eine Rolle, die man häufig in Parfüm finden kann. Durch das Besprühen oder Betupfen der Haut und die anschließende Bestrahlung mit dem Sonnenlicht kommt es zu verbrennungsähnlichen Symptomen, wie Hautrötung, Schwellung und Blasenbildung. Später entstehen dauerhafte Pigmentflecken.“

(Quelle: Wikipedia)

Das aus den Schalen der Bergamotte gewonnene ätherische Bergamottöl soll offenbar mit einer sehr viel größeren Menge an Olivenöl verdünnt auch als Bräunungsbeschleuniger eingesetzt werden. Davon ist abzuraten, weil auch die Schäden durch UV-Strahlen verstärkt werden.

Furanocumarine sind als phototoxische Pflanzeninhaltsstoffe generell von Bedeutung.

Was sind Furanocumarine?

„Furocumarine (auch Furanocumarine) kommen häufig in Doldenblütlern vor wie Bärenklau (Riesen-Bärenklau, Wiesen-Bärenklau) und Angelika (Engelwurz), außerdem in Rautengewächsen wie Zitruspflanzen (darunter Bergamotte, Zitrone, Limette, Grapefruit, Bitterorange u.a.) sowie in einer Reihe weiterer Pflanzen. Furocumarine gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und dienen als Phytoalexine.

Im Grundgerüst der Furocumarine ist Cumarin mit einem Furanring fusioniert. Bekannte Furocumarine sind Xanthotoxin, Psoralen und Bergapten.

Wie die meisten α,β-ungesättigten Carbonylverbindungen sind Furocumarine sehr reaktiv. Unter Einwirkung von Sonnenlicht (UVA- und UVB-Strahlung) werden Furocumarine photoaktiviert. Prominentes Beispiel ist der giftige Saft des Riesen-Bärenklaus (Herkulesstaude). Die darin enthaltenen Furocumarine schädigen den menschlichen Organismus auf zweierlei Weise:

– Photosensibilisierend/Phototoxisch: Gelangen Furocumarine auf die Haut und werden anschließend dem Sonnenlicht (UV-Strahlung) ausgesetzt, kommt es je nach Schwere zu verbrennungsähnlichen Symptomen (Hautrötung, Schwellung, Blasenbildung, Läsionen, Photopigmentierung, Narbenbildung).

– Krebserregend: Furocumarine gehen unter UV-Einwirkung kovalente Bindungen mit den Pyrimidinbasen der DNA ein, vernetzen so die DNA-Doppelstränge irreversibel miteinander (cross-linking) und wirken dadurch krebserregend.“

(Quelle: Wikipedia)

Zum Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) siehe auch:

Riesenbärenklau: Risiko von Hautentzündungen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Soja reduziert Hitzewallungen in den Wechseljahren

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Frauen, die rund um die Wechseljahre (Klimakterium) zweimal pro Tag Soja konsumieren, können damit offenbar die Häufigkeit und das Ausmaß der Hitzewallungen lindern. Zumindest um ein Viertel gehe das charakteristische Menopause-Symptom auf diese Weise zurück, berichten Wissenschaftler der University of Delaware in der Fachzeitschrift „Menopause“.

Die Wissenschaftler um Melissa Melby werteten 19 Studien mit total 1.200 Frauen aus, die bisher zur Auswirkung von Soja auf die Wechseljahre durchgeführt wurden. Kombiniere man alle bisherigen Untersuchungen, ergebe sich ein positiver Effekt, resümiert die Studienleiterin. Ein spezielles  Augenmerk wurde auf die im Soja enthaltenen Isoflavone gelegt. Diese Pflanzenstoffe sollen eine milde, Östrogen-ähnliche Wirkung entfalten. In jedem Gramm Sojaprotein von Sojabohnen sowie auch zahlreicher Sojaprodukte sind 3,5 Milligramm Isoflavone enthalten. Daneben gibt es auch Nahrungsergänzungsmittel speziell mit dieser Substanz.

Bei Frauen, die über sechs Wochen oder länger täglich 54 Milligramm davon zu sich nahmen, zeigten sich um 20 Prozent weniger Hitzewallungen und ein Rückgang des Schweregrades um 26 Prozent. Da diese Resultate stets im Vergleich zu einem Placebo-Präparat gemessen wurde, dürfte der endgültige Effekt noch höher liegen.

Bei längerfristiger Einnahme zeigten die Soja-Isoflavone in den Studien noch eine deutlich stärkere Wirkung. Aufmerksam auf das Thema Soja und Isoflavone wurde die Forschung, weil Japanerinnen im Klimakterium kaum Hitzewallungen entwickeln: Sojaprodukte begleiten in Japan bereits im Mutterleib und über die gesamte Lebensspanne den Alltag. Wenn man mit 50 Jahren nie Soja gegessen habe, sei es jedoch noch nicht zu spät. Zwar steige die Wirkung der Isoflavone mit der Dauer ihrer Einnahme. Die Forscher sind aber überzeugt, dass sie auch bei spätem Beginn noch helfen.

Quelle:

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=37190

http://www.udel.edu/udaily/2012/apr/melby-soy-menopause-040412.html

Kommentar & Ergänzung:

Zur Frage der Wirksamkeit von Sojaprodukten gegen Wallungen in den Wechseljahren gibt es verwirrend gegensätzliche Resultate und Stellungsnahmen.

Siehe auch:

Wechseljahre: keine Linderung von Hitzewallungen durch Soja

Soja: Keine Wirkung gegen Hitzewallungen in den Wechseljahren

Allerdings hat eine Metaanalyse, also die Auswertung aller geeigneten Studien zu einem bestimmten Thema, wie sie offenbar das Team der Universität Delaware gemacht hat, mehr Gewicht als eine Einzelstudie. Sofern sie gut gemacht wurde und die Studien, auf die sie sich stützt, von guter Qualität sind.

Interessant ist die Bemerkung, dass Japanerinnen, die von Kindheit an regelmässig Soja konsumieren, möglicherweise mehr profitieren als Frauen in Europa und Amerika, die erst in den Wechseljahren mit der Sojaeinnahme beginnen.

Ein Erklärungsversuch für dieses Phänomen würde mich interessieren.

Eine ähnliche Frage stellt sich bei der Brustkrebs-Prävention.

Japanerinnen erkranken offenbar seltener an Brustkrebs, wofür häufig der höhere Sojakonsum verantwortlich gemacht wird (Japanerinnen unterscheiden sich aber noch an vielen weiteren Punkten ihres Lebensstils von Europäerinnen!).

Falls Soja tatsächlich kausal für die tieferen Brustkrebsraten in Japan verantwortlich eine sollte, könnte es auch sein, dass dieser Schutzeffekt schon und vor allem in jungen Jahren relevant ist. Dann wäre es nicht mehr sinnvoll, wenn eine 50 jährige Sojaprodukte isst mit der Erwartung einer Brustkrebs-präventiven Wirkung.

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Wie giftig ist Doldiger Milchstern / Star of Bethlehem

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Vor kurzem wurde ich an einem Vortrag gefragt, wie giftig der Doldige Milchstern sei und ob die daraus hergestellten Bach-Blütentropfen bedenkenlos eingenommen werden könnten.

Der Doldige Milchstern (Ornithogalum umbellatum) enthält insbesondere in der Zwiebel zahlreiche Cardenolide. Das dominierende Glykosid, mit 0,04% in der getrockneten Zwiebel, ist Convallatoxin, welches auch im Maiglöckchen (Convallaria majalis) zu finden ist und auf das Herz wirkt.

Doldiger Milchstern (Foto auf Wikipedia) ist daher als Giftpflanze zu betrachten.

Als Bach-Blütenessenz Star of Bethlehem (Stern von Bethlehem) wird Doldiger Milchstern gegen Nachwirkungen eines Schocks empfohlen.

Da Bachblüten keine Wirkstoffe enthalten sind keine unerwünschten Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit Medikamenten zu befürchten. Allerdings gibt es auch keine fundierten Hinweise auf eine spezifische Wirkung gegen „Schock“.

Der Begriff Schock ist in diesem Zusammenhang im übrigen irreführend. Er „bezeichnet in der Medizin ein lebensbedrohliches Zustandsbild, bei dem die Blutzirkulation in den Kapillaren vermindert ist. Als Folge treten eine Sauerstoffunterversorgung der Gewebe und in letzter Konsequenz Stoffwechselstörungen auf.

Ursache ist eine absolute oder relative Verminderung des zirkulierenden Blutes. Ersteres tritt nach Blut- oder Flüssigkeitsverlust auf, letzteres bei einem Versagen der Kreislaufregulation in der Körperperipherie, etwa bei Blutvergiftung oder allergischen Reaktionen vom Soforttyp (Anaphylaxie). Auch wenn das Herz nicht mehr in der Lage ist, ausreichend Blut in die Peripherie zu pumpen, kann es zum Schock kommen.

Die Folgen einer extremen psychischen Belastung werden im Gegensatz zur Umgangssprache in der medizinischen Fachsprache nicht als Schock bezeichnet, sondern als Akute Belastungsreaktion.“

(Quelle: Wikipedia)

Im Umfeld der Bach-Blüten wird unter Schock eher ein Schreck verstanden oder ein Psychotrauma. Solche Reaktionen klingen typischerweise nach der akuten Phase von selbst wieder ab. Jedes Heilmittel, das in dieser Phase zur Anwendung kommt, wird daher eine grosse Erfolgsquote haben, einfach wegen dem natürlichen Verlauf der Dinge. Rechnet man mit dem Placeboeffekt und dem spontanen Verlauf einer Schreckreaktion, so ist die Wirksamkeit der angewendeten Heilmittel ohne Doppelblindstudie nicht beurteilbar.

Doldiger Milchstern / Star of Bethlehem ist Bestandteil der Bachblüten-Notfalltropfen (zusammen mit Rock Rose, Impatiens, Cerry Plum, Clematis).

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Aktiver Lebensstil reduziert Alzheimer-Risiko

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Millionen Menschen auf der ganzen Erde sind betroffen von Demenzkrankheiten. Wie eine Studie aus den USA nun zeigt, vermindern tägliche körperliche Übungen das Risiko, an Alzheimer zu erkranken: Dies gilt sogar noch bei Menschen über 80 Jahre, und es genügen bereits einfache Tätigkeiten.

In ihrer Studie erfassten die Wissenschaftler des Rush University Medical Center in Chicago zehn Tage pausenlos die körperlichen Aktivitäten von 716 Senioren im Durchschnittsalter von 82 Jahren mit einem speziellen Gerät am Handgelenk.

Keiner der Probanden litt zu diesem Zeitpunkt an einer Demenzerkrankung. Zudem gaben die Teilnehmenden regelmäßig selbst Auskunft über ihre körperlichen und sozialen Aktivitäten.

Bereits Kochen und Waschen wirken günstig

In den folgenden dreieinhalb Jahren erkrankten 71 Probanden an Alzheimer. Diejenigen zehn Prozent der Studienteilnehmer, die körperlich am inaktivsten waren, erkrankten der Studie zufolge 2,3-mal häufiger als die aktivsten zehn Prozent. Und unter denjenigen Teilnehmenden, deren Bewegungsintensität am niedrigsten war, lag das Alzheimer-Risiko 2,8-mal so hoch wie in der Spitzengruppe der bewegungsintensivsten Probanden.

Die Studie zeige, dass nicht nur Übungen, sondern auch Aktivitäten wie Kochen, Waschen und Putzen mit einem geringeren Alzheimerrisiko in Zusammenhang stehen, erklärte Studienautor Aron S. Buchman in einer Mitteilung.

Auch ältere Menschen, die nicht mehr zu sportlichen Übungen fähig sind, können daher von einem aktiven Lebensstil profitieren. Publiziert wurde die Studie in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift „Neurology“ der American Academy of Neurology.

Quelle:

http://science.orf.at/stories/1697529/

Kommentar & Ergänzung:

Mit völliger Sicherheit lässt sich mit dieser Art von Studie ein Zusammenhang nicht belegen.

Es könnte auch ein unbekannter Faktor für die Resultate verantwortlich sein.

Beispielsweise wäre es auch möglich, dass nachmalige Alzheimer-Patienten sich im Vorstadium der Krankheit wegen der sich anbahnenden (aber noch nicht diagnostizierten) Krankheit weniger bewegen. Dann wäre der Zusammenhang nicht so wie in diesem Beitrag dargestellt (Bewegungsmangel fördert Alzheimer) sondern umgekehrt (Sich anbahnende Alzheimer-Erkrankung fördert Bewegungsmangel).

Ich will damit nur festhalten, dass man Studien dieser Art nie als beweisend für bestimmte Zusammenhänge betrachten sollte.

Dass Bewegung im Frühstadium von Alzheimer eine günstige Wirkung hat, halte ich für plausibel.

Siehe:

Naturheilkunde: Spazierengehen bessert Gedächtnisschwäche

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Blick ins Pflanzenlexikon: Schafgarben

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Die Schafgarben (Achillea) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Ihr botanischer Name Achillea leitet sich von dem griechischen Helden Achilles ab, von welchem behauptet wird, dass er mit dieser Pflanze Wunden behandelt habe. Pflanzenarten aus der Gattung „Schafgarben“ finden als Heilpflanzen Verwendung. In China wurden Schafgarbenstängel zu Orakelzwecken verwendet, um Hexagramme zu bestimmen (I Ging).

Die Gattung Schafgarbe umfasst etwa 115 – 200 Arten. In der Schweiz sind es 9 Arten.

Wichtige Beispiele:

Gemeine Schafgarbe (= Gewöhnliche Schafgarbe, Achillea millefolium)

Achillea millefolium ist diejenige Schafgarbenart, die bei uns als Heilpflanze verwendet wird (Foto auf Wikipedia)

Nimmt man es botanisch genauer, kann man noch 6 Kleinarten unterscheiden, die sich auch im Wirkstoffgehalt unterscheiden können.

Schafgarbenkraut enthält Sesquiterpenlacone (Bitterstoffe), ätherisches Öl (je nach Kleinart mit Proazulenen, wie sie auch im Kamillenöl vorkommen) und Flavonoide.

Schafgarbe ist ein pflanzliches Bittermittel, das hauptsächlich innerlich bei Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen angewendet wird, vor allem als Schafgarbentee oder Schafgarbentinktur.

In der traditionellen Pflanzenheilkunde wird Schafgarbentee auch angewendet bei Menstruationskrämpfen (Dysmenorrhoe).

Mit den Schafgarbenblättern lässt sich Wolle gelb oder braun färben. Junge Blätter sind als Wildsalat oder Wildgemüse verwendbar.

In früheren Zeiten dienten Schafgarbenblätter ausserdem als Ersatz für Muskat, Zimt, Tabak oder sogar Hopfen.

Schafgarbe ist für Wildpflanzengärten geeignet. Sie ist für Insekten bis in den Herbst hinein eine gute Nahrungsquelle.

Grossblättrige Schafgarbe (Achillea macrophylla)

Die Großblättrige Schafgarbe wächst in sickerfrischen Hochstaudenfluren und Gebüschen der subalpinen Stufe. Die Art ist nährstoffanspruchsvoll und meidet Kalkböden.

Schwarzrandige Schafgarbe ( = Hallers Schafgarbe, Achillea atrata)

Die Schwarzrandige Schafgarbe gehört zu den Alpenblumen und wächst auf Kalk.

Moschus-Schafgarbe (Achillea erba-rotta)

Sie bevorzugt steinige, saure Böden zwischen 1500 und 3400 m ü.M. Moschus-Schafgarbe enthält Bitterstoffe wie Ivain, Moschatin, Achillein, Harzsäure und das stark aromatische, pfefferminzähnliche Ivaöl.

In der Volksheilkunde der Bergregionen wird die Pflanze bei Appetitlosigkeit, Erkrankungen von Magen, Darm und Leber, bei Nervenschwäche und äußerlich als Wundmittel verwendet. „Iva“, der romanische Volksname der Moschus-Schafgarbe, leitet sich vom lat. abigere = abtreiben her und deutet auf eine Verwendung als Abortivum (Abtreibungsmittel). In der Schweiz wird daraus seit über 100 Jahren ein Alpen-Kräuterlikör, der sogenannte „Ivabitter“ oder Iva-Schnaps hergestellt.

Sumpf-Schafgarbe (Bertram-Schafgarbe, Achillea ptarmica)

Sie wächst auf feuchten Wiesen, an Gräben und Ufern.

Eine gefüllte Form mit weissen Blüten ist in manchen Gegenden charakteristisch für alte Bauerngärten.

Gelbe Schafgarbe (Achillea tomentosa)

Sie wächst auf Trockenrasen und in Felsensteppen (z. B. Lötschberg Südrampe).

Wenn Sie Pflanzen (natürlich auch Schafgarbenarten) und Tiere in der Natur kennen lernen möchten, finden Sie hier die Daten und Orte meiner Alpenblumenkurse, Heilkräuterexkursionen und Naturseminare.

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Pistazien als Potenzmittel?

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Pistazien seien gut für die Potenz und positiv für die Blutfettwerte. Zu diesem Resultat kommt eine kleine türkische Studie.

An der Studie zur Behandlung von Potenzstörungen nahmen 17 verheiratete Männer teil, die seit mindestens einem Jahr unter einer erektilen Dysfunktion litten. Während drei Wochen assen die Teilnehmer 100 g Pistazien täglich, berichtete Professor Dr. Stephan Martin vom Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum in Düsseldorf.

Beim Start der Studie und am Ende ermittelten die Wissenschaftler den International Index of Erectile Funktion (IIEF) und untersuchten den Penis mittels Farbdoppler. Vor der Pistaziendiät lag der mittlere IIEF-15-Wert bei 36, nach der dreiwöchigen Behandlung war er auf 54,2 gestiegen. Die Penisdurchblutung verstärkte sich in ähnlichem Maß.

Pistazien reduzieren Gesamtcholesterin und LDL

Gleichzeitig sanken die Werte für Gesamtcholesterin und LDL signifikant, während der HDL-Wert anstieg. Es handelt sich zwar um eine unkontrollierte Studie, deren Resultate mit Vorsicht zu genießen sind, schränkte der Experte ein. Aber auch aus anderen Studien ergeben Hinweise auf günstige Effekte von Pistazien auf den Stoffwechsel.

Man könne daher den Patienten auf jeden Fall zum Genuss dieser Steinfrüchte des Pistazienbaumes raten. Sollten die Pistazien für die Potenz nicht bringen, darf man jedenfalls auf klinische Verbesserungen bei Blutlipiden und Blutglukose hoffen.

Quelle:

http://www.medical-tribune.de/home/news/artikeldetail/pistazien-gut-fuer-die-potenz.html?no_cache=1

Diabetes-Update, Mainz, 2012

Kommentar & Ergänzung:

Eine Studie mit so wenigen Teilnehmern und ohne Kontrollgruppe ist tatsächlich nur von geringer Aussagekraft. Es stimmt aber schon, was der letzte Abschnitt aussagt: Im Gegensatz zu vielen als Naturheilmittel vermarkteten Potenzmitteln kann man von den Pistazien sagen, dass sie zumindestens ein gesundes Nahrungsmittel sind, wenn man sie in die tägliche Ernährung einbaut.

Wenn ein gewohnter, ungesunder Snack durch Pistazien ersetzt wird, ist das alleweil besser. Allerdings enthalten 100g Pistazien 651 kcal und sind daher energiereicher als Schokolade. Das entspricht mehr als einem Viertel des Tagesbedarfs eines erwachsenen Menschen.

Siehe aber auch:

Pistazien als Hilfe zur Gewichtskontrolle?

Gewohnt reisserisch wurde die türkische „Potenzstudie“ im Boulevardblatt Blick kommentiert:

„Pistazien machen Männer scharf. Es muss nicht immer Viagra sein: Auch Pistazien wirken als Aphrodisiakum – sagt eine neue türkische Studie.“

Quelle: http://www.blick.ch/erotik/pistazien-machen-maenner-scharf-id1767158.html

Das ist total falsch: Weder Viagra noch Pistazien machen „scharf“. Sie steigern eben gerade nicht die sexuelle Erregung, sondern – jedenfalls bei Viagra – die Durchblutung. Und sollten Pistazien das auch bewirken, so ist dieser Effekt langsamer und schwächer als bei Viagra, das einen raschen Wirkungseintritt hat und im Gegensatz zu Pistazien mit Nebenwirkungen und Risiken verbunden ist.

Pistazien und Viagra haben ein Wirkungsprofil, das ganz und gar nicht ähnlich ist. Aber eine reisserische Schlagzeile muss sein. Das treibt den Kioskverkauf in die Höhe.

Zur Pistazienforschung hier ein paar Infos aus Wikipedia:

„Anfang Dezember 2009 wurde bekannt, dass eine Ernährung mit täglich ein bis zwei Handvoll Pistazien dazu beitragen kann, das Risiko von Lungenkrebs zu reduzieren. Das ist das Ergebnis einer Studie der Amerikanischen Gesellschaft für Krebsforschung (American Association for Cancer Research, AACR).

Forscher der Universität von Toronto haben herausgefunden, dass beim gleichzeitigen Verzehr von einer Handvoll Pistazien und kohlenhydrathaltiger Lebensmittel wie etwa Weißbrot die Pistazien den Anstieg des Blutzuckerspiegels gemindert haben. Auch wurden so Hunger stimulierende Hormone reduziert. So bleibt der Appetit kontrollierbar.

Pistazien sind reich an Ballaststoffen. Pistazien in der Schale haben einen zusätzlichen Vorteil für die Gewichtskontrolle, da sie die Verzehrzeit verlangsamen, weil sie erst geöffnet werden müssen. Studien haben gezeigt, dass das Sättigungsgefühl ungefähr 20 Minuten nach dem Verzehr eines Snacks eintritt. Durch den langsameren Verzehr der Pistazie wird die Zeit bis zum Sättigungsgefühl überbrückt.

Die meisten in Pistazien enthaltenen Fette sind sogenannte gute Fettsäuren. Sie tragen dazu bei, das Risiko einer Herzerkrankung zu mindern. Forscher der Pennsylvania State University in den USA haben herausgefunden, dass der Verzehr von ein bis zwei Handvoll Pistazien pro Tag zu einer Reduktion des schlechten LDL-Cholesterinspiegels um neun bis 12 Prozent führen kann.“

Und hier zur Kulturgeschichte der Pistazien:

„Pistazien gehören zu den ältesten blühenden Kulturpflanzen und sind heimisch im Nahen Osten. Wilde Pistazien (Pistacia atlantica oder P. khinjuk) wurden seit dem Natufien (Epipaläolithikum) gesammelt und unter anderem in Abu Hureyra (Syrien) nachgewiesen. Ein gezielter Anbau fand spätestens seit der Antike statt. Pistazien breiteten sich vom Nahen Osten auf das Mittelmeergebiet aus und wurden schnell zu einer geschätzten Delikatesse unter Königen, Reisenden und einfachem Volk gleichermaßen. Die Legende besagt, dass die Königin von Saba die Pistazien zu einem ausschließlich königlichen Nahrungsmittel ernannte und es dem einfachen Volk verbot, sie für den persönlichen Verzehr anzubauen. Nebukadnezar, König von Babylon, ließ angeblich Pistazienbäume in seinen Gärten pflanzen. Im 1. Jahrhundert n. Chr. soll Kaiser Vitellius sie in seiner Hauptstadt Rom eingeführt haben. Die Pistazie wurde als Färbemittel und Heilmittel für Beschwerden wie Zahnschmerzen bis hin zu Lebersklerose verwendet. Der hohe Nährwertgehalt und die lange Haltbarkeit haben die Pistazie auch zu einem unverzichtbaren Reisegut unter frühen Forschungsreisenden und Händlern gemacht. Zusammen mit Mandeln wurden Pistazien von Reisenden auf der antiken Seidenstraße zwischen China und dem Westen mitgeführt. In den 1880er Jahren wurden Pistazien für Einwanderer aus dem Nahen Osten nach Amerika importiert. Dem Rest der USA wurden sie ungefähr 50 Jahre später als Snack vorgestellt.“

(Quelle: Wikipedia)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Phytotherapie: Leinsamen für Tiere

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Phytotherapie eignet sich gut auch für die Tierheilkunde. Viele Heilpflanzen wirken bei Mensch und Tier sehr ähnlich, doch sind die Dosierungen bei den verschiedenen Tierarten natürlich sehr unterschiedlich. Ob man Baldriantinktur bei einem schlaflosen Goldfisch oder bei einem Zirkuselefanten mit Lampenfieber einsetzt, macht mengenmässig schon etwas aus. Was raten Sie als Dosierungsrichtlinie?

Im Ernst, lassen Sie das mit dem Goldfisch bitte.

Als Beispiel für die Anwendung von Heilpflanzen in der Tiermedizin hier ein paar Angaben zum Leinsamen.

Leinsamen werden beim Menschen vor allem als mildes Abführmittel gegen Verstopfung angewendet.

Auch in der Tiermedizin kommen Leinsamen zum Einsatz, vor allem bei Magenschleimhautentzündung, Darmschleimhautentzündung, Magen-Darm-Störungen.

Innerlich verwendet man die Leinsamen in Form ganzer Samen oder einer Schleimzubereitung. Die Schleimzubereitung wird aus 1 Esslöffel voll geschrotetem oder zerkleinertem Leinsamen und 150ml Flüssigkeit durch Einweichen hergestellt. Diese Zubereitung sollte noch am selben Tag aufgebraucht werden.

Hier die Dosierungsangaben:

Ganze Leinsamen

Mittlere Tagsdosis:

Grosser Wiederkäuer, Pferd                     50 – 100 g

Kleiner Wiederkäuer                                   25 –   50 g

Schwein                                                         10  –  25 g

Hund                                                                  2 –   5 g

Katze                                                                   1 –  3 g

Huhn                                                                   1 –  2 g

Schleim aus Leinsamen

Grosser Wiederkäuer                                  50 – 200 g

Pferd                                                                50 – 100 g

Kleiner Wiederkäuer                                   25 – 50 g

Schwein                                                           10 – 30 g

Hund                                                                   2 – 5 g

Katze                                                                    1 – 3 g

Huhn                                                                   1 – 2 g

Quelle: Heilpflanzenkunde für die Veterinärpraxis

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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