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Süssholzwurzeltee schützt Magenschleimhaut

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Das Magazin „Focus“ schreibt zur Wirkung von Süssholzwurzel:

„Die Süßholzwurzel hemmt Entzündungen, schützt die Magenschleimhaut und entkrampft den Magen. Hauptwirkstoff ist das Saponin Glycyrrhizin, das auch der Lakritze ihren charakteristischen Geschmack verleiht.

Für den Tee die Süßholzwurzel in kleine Stücke schneiden und kurz aufkochen lassen. Wer mag, kann auch etwas Fenchel dazugeben. Dann fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Je süßer der Tee werden soll, desto länger muss er ziehen. Schluckweise über den Tag verteilt trinken.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/verdauung/magen/tid-21554/hausmittel-magenkraempfe-entspannung-fuer-den-magen_aid_605248.html

Kommentar & Ergänzung:

Das ist soweit korrekt. Häufiger als bei Magenschleimhautentzündung wird Süssholz allerdings als schleimlösendes Mittel bei Husten eingesetzt.

Süssholz ist ein häufiger Bestandteil von Hustentee-Mischungen („Brusttee“), beispielsweise zusammen mit Thymiankraut, Schlüsselblumenblüten, Spitzwegerichkraut, Anisfrüchten, Malvenblüten oder Königskerzenblüten.

Die Süssholzpflanze (Glycyrrhiza glabra) gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und ist im Mittelmeergebiet und in Westasien beheimatet (Abbildung auf Wikipedia).

Mit verschiedenen Varietäten besiedelt die Pflanze eine große Region vom südöstlichen Europa über Vorderasien, Ukraine, Mittelrussland, südliches Sibirien, Afghanistan bis zum westlichen China.

Die stark süß schmeckende Süssholzwurzel enthält Glycyrrhizin, ein Triterpensaponin, das etwa die 50-fache Süßkraft von Rohrzucker (Saccharose) besitzt.

Die Wurzeln werden zur Gewinnung von „Süßholzsaft“ (Liquiritiae succus) verwendet, der in die weltweit beliebten Lakritz-Süßwaren eingearbeitet wird. Zu diesem Zweck werden die frischen Wurzeln zerkleinert und mit Wasser viele Stunden ausgekocht. Der so gewonnene Saft wird anschliessend ganz langsam bis zur zähflüssigen Konsistenz eingedickt. Bei diesem Vorgang bildet sich das so charakteristische Lakritzaroma. Der zähflüssige Extrakt wird zu 5% bis maximal 50% zusammen mit Zucker, Mehl, Stärke und/oder Gelatine sowie Geruchs- und Geschmacksstoffen zu Lakritzwaren verarbeitet.

Bei längerer Anwendung und höherer Dosierung kann Lakritze Störungen im Mineralstoffhaushalt bewirken: mineralokortikoide Effekte in Form einer Natrium- und Wasser-Retention, Kaliumverlust mit Bluthochdruck, Ödeme (Wasseransammlung in Geweben) und in seltenen Fällen Myoglobinurie (Eiweiß des Muskelgewebes im Harn).

Während der Schwangerschaft ist Lakritze zu meiden.

Siehe auch:

In der Schwangerschaft Lakritze besser meiden

Lakritze schädlich in der Schwangerschaft?

Und sonst noch zu Süssholz bzw. Lakritze:

Amorfructine aus Süssholz gegen Diabetes

Fundstück: Rezept für hausgemachte Lakritze

Süssholz zur Arzneipflanze des Jahres 2012 gewählt

Zuviel Lakritze kann den Blutdruck steigern

Lakritze vorbeugend gegen postoperative Rachenentzündung

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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In der Schwangerschaft Lakritze besser meiden

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Frauen, die ein Baby erwarten, sollten besser auf den Konum von lakritzehaltigen Nahrungs- und Genussmitteln verzichten, um die Gesundheit des Kindes nicht zu gefährden. Verschiedene Studien haben in letzter Zeit einen ungünstigen Effekt von Inhaltsstoffen der Süßholzwurzel auf die embryonale Entwicklung aufgezeigt. „Es wird vermutet, dass sich der Inhaltsstoff Glycyrrhizin aus Lakritze negativ auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes auswirken könnte. Bei Kindern von Frauen, die während der Schwangerschaft Lakritz gegessen hatten, wurden dreimal höhere Cortisol-Level gemessen als bei Kindern gleichen Alters, deren Mütter kein Lakritz gegessen hatten. Cortisol ist ein Stesshormon und besitzt ein sehr breites Wirkungsspektrum im Organismus. So besteht ein Zusammenhang zwischen Cortisol und der Bewältigung von Stress sowie der Entwicklung von Diabetes und Übergewicht“, erläutert Dr. Klaus König, Vizepräsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF). Er bezieht sich dabei auf eine Untersuchung um Katri Räikkönen von der Universität von Helsinki, deren Studie im Fachmagazin „Psychoneuroendocrinology“ publiziert wurde. „Ein Gramm pro Woche reichte dabei schon aus, um bei dem Nachwuchs höhere Cortisol-Werte zu verursachen. Auch wenn die genauen Zusammenhänge bislang noch nicht geklärt sind, sollten Schwangere vorsichtshalber besser auf den Verzehr größerer Mengen lakritzhaltiger Produkte verzichten.“

Frühere Untersuchungen hatten bereits einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Lakritze während der Schwangerschaft und kognitiven Beeinträchtigungen beim Nachwuchs aufgezeigt. Konsumierten Mütter während der Schwangerschaft pro Woche über 100 Gramm Lakritze, so wurden später vermehrt Verhaltens- und Konzentrationsprobleme bei Nachwuchs beobachtet. Die Arbeitsgruppe um Katri Räikkönen an der Universität Helsinki vermutete damals, dass Glycyrrhizin die Plazenta durchlässiger für Stresshormone der Mutter machen könnte.

Quelle:

http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_news_652_1_980_lakritz-w-hrend-der-schwangerschaft-besser-vermeiden.html

Kommentar & Ergänzung:

Es gibt keine Hinweise darauf, dass der gelegentliche Genuss eines „Süssholzstengels“, also der Süssholzwurzel, schädlich sein könnte während der Schwangerschaft. Lakritze ( = „Bärendreck“) ist aber eingedickter Süssholzsaft, so dass die Konzentration der Inhaltsstoffe hier deutlich höher ist. Aus den bisher vorliegenden Untersuchungen ergeben sich aber deutliche Hinweise dafür, dass der regelmässige Konsum von Lakritze in der Schwangerschaft heikel sein könnte .

Siehe auch:

Lakritze – schädlich in der Schwangerschaft?

Süssholzwurzel gehört in der Phytotherapie zu den Hustenpflanzen. Mit anderen Heilpflanzen zusammen ist Süssholz oft Bestandteil von Hustentees. Lakritze wirkt zudem entzündungswidrig bei Magenschleimhautentzündung und Magengeschwür. Das würde ich aber nur unter ärztlicher Aussicht empfehlen, weil Lakritze in höheren Dosen auch den Mineralstoffhaushalt stören kann.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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