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Melisse zur Duftpflanze des Jahres 2014 gewählt

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Die Vereinigung für Aromapflege und gewerbliche Aromapraktiker (Vaga) hat die Melisse (= Zitronenmelisse, Melissa officinalis) zur Duftpflanze des Jahres 2014 gewählt.

„DiePresse“ geht auf die medizinischen Wirkungen der Melisse ein und zitiert dazu Prof. Rudolf Bauer, Vorstand des Instituts für pharmazeutische Wissenschaften, Department Pharmakognosie, der Karl-Franzens-Universität Graz:

„Melissenextrakt hat einen leicht cholesterinsenkenden Effekt, auch der Zuckerspiegel geht damit herunter.“ Zu diesem Schluss soll eine Studie aus Deutschland gekommen sein.

Ich kenne diese Studie nicht und in der gängigen Phytotherapie-Fachliteratur taucht eine Reduktion von Cholesterin und Blutzuckerspiegel als Wirkung von Melissenextrakt nicht auf. Ob diese Angaben für Patientinnen und Patienten relevant sind, kann ich daher nicht einschätzen. Interessant sind diese Angaben aber schon.

Bekannt seit der Antike indes sei die beruhigende Wirkung von Melisse, schreibt „DiePresse“, und fährt fort:

„Den Lippenblütler kennen wohl viele auch durch Klosterfrau-Melissengeist, seit dem 17. Jahrhundert beliebtes Volksarzneimittel, das bei Magen- und Darmbeschwerden, Erkältung, Appetitlosigkeit und innerer Unruhe eingesetzt wird.“

Eine wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung habe die mehrjährige Pflanze – etwa in Form von Tee, Badezusatz oder Extrakt – unter anderem auch bei nervös bedingten Einschlaf- sowie bei psychovegetativen Störungen.

Die Anwendung als Beruhigungsmittel und als Hilfe bei Einschlafstörungen ist der etablierteste Einsatzbereich der Melisse.

Bauer ergänzt:

„„Die Rosmarinsäure und gewisse Gerbstoffe der Melisse wirken zudem antibakteriell und antiviral.“ – Darauf beruht die Anwendung von Melissensalbe bei Fieberbläschen (Herpes-simplex-Infektion), wobei nur im Anfangsstadium eine Wirksamkeit erwartet werden kann.

Quelle:

http://diepresse.com/home/leben/gesundheit/1563184/Gekurte-Pflanzenstars-mit-viel-Wirkung?_vl_backlink=/home/leben/gesundheit/index.do

Kommentar & Ergänzung:

Zu Wirkungen der Melisse siehe auch:

Heilpflanzen: Melisse gegen Herpes, als Beruhigungsmittel und für’s Gedächtnis

Die Beschreibung der Melissen-Wirkungen in „DiePresse“ ist fundierter als die letztjährige Präsentation von Thymian als Duftpflanze des Jahres 2013 in der selben Zeitung.

Siehe:

Thymian zur Duftpflanze des Jahres 2013 gewählt

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Naturheilkunde-Tipps gegen Schlafstörungen

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Besser schlafen, das klappt auch mit Heilpflanzen-Präparaten. Wie man den Schlummer mit Baldrian, Hopfen und Co. am besten fördert, war auf der Practica zu hören. Zwei Tipps im voraus:

Baldrian früh genug nehmen und nicht zu heiß im Lavendel baden!

Medikamente, auch pflanzliche, sind bei Schlafstörungen immer zweite Wahl. Das sagte der in Bad Camberg niedergelassene Allgemeinarzt Professor Dr. Peter W. Gündling
auf einem vom Unternehmen Schwabe unterstützten Seminar. Zunächst gehe es darum, das Leben schlummerfreundlich zu gestalten. Dazu gehört: Weg mit Mittagsschlaf und Lesen im Bett. Frühzeitig eine leichte und proteinreiche Abendmahlzeit einnehmen und keinesfalls noch zu später Stunde Obst konsumieren, weil das den Darm belastet. Bewährt haben sich auch Rituale wie ein kleiner Abendspaziergang, ein Schlummertee oder kalte Abwaschungen.

Hopfenkissen für unruhige Kinder

Von den schlaffördernden Heilpflanzen ist Baldrian am bekanntesten. Baldrian lässt die Patienten vor allem ruhiger werden. Sie schlummern rascher ein, erwachen nachts seltener und die Schlafqualität bessert sich. Im Gegensatz zu manchen synthetischen Schlafmitteln ist kein „Hangover“ am nächsten Morgen zu befürchten. Soll Baldrian den Schlaf fördern, braucht man hohe Dosen (500–600 mg Trockenextrakt). Schon ein bis anderthalb Stunden vor dem Zubettgehen ist das Baldrian-Präparat einzunehmen, wegen des bitteren Geschmacks in fester Form, nicht als Baldriantee. Etwa jeder zweite Patient spricht auf Baldrian an, ergänzte der niedergelassene Bonner Allgemeinarzt Dr. Detmar Jobst. Gegen Unruhe und Prüfungsangst reicht eine niedrigere Dosis. Sehr wichtig dabei: vorher die Wirkung ausprobieren.

Biertrinker wissen, dass auch der Hopfen eine leicht schlaffördernde Wirkung hat. Als Heilpflanze wird Hopfen gern mit Baldrian, Melisse oder Passionsblume kombiniert und eignet sich auch tagsüber zur Linderung von Unruhe und Angst. Bei Kindern habe sich ein Schlafkissen mit Hopfenfüllung bewährt, erklärte Prof. Gündling.

Lavendelblüten fördern ebenfalls die Nachtruhe, beispielsweise als Auszug in einem aromatischen Abendbad. Allerdings sollte man die Wassertemperatur nicht zu heiß wählen und die Badedauer auf höchstens 20 Minuten begrenzen. Wer sich den Badezusatz selbst zubereiten möchte, brüht 100 g Lavendelblüten mit 2 l Wasser auf.

Als wohlschmeckende Alternative zum Lavendelbad empfiehlt Prof. Gündling einen Schlaftee mit Lavendelblüten und Melisse. Bei unruhigen Kindern kann man das Zimmer mit einigen Tropfen Lavendelöl beduften – kalt auf ein Schälchen geträufelt, in einer Duftlampe würde das ätherische Öl verbrennen. Zur Behandlung leichter Angst- und Unruhezustände bei Erwachsenen eignet sich ein Heilpflanzen-Präparat auf Lavendelöl-Basis (gewonnen aus Lavendula angustifolia). Es soll den Kalziumeinstrom in die Nervenzelle wieder ins Lot bringen.

Auch bei der Melisse kommt die Hauptwirkung vom ätherischen Öl. Neben der beruhigenden Wirkung fördert sie auch die Verdauung, beispielsweise bei funktionellen Magen-Darm-Beschwerden. Ausserdem lässt sich ihr virustatischer Effekt gegen Herpes nutzen. Gegen Zahnfleischentzündungen und Aphten hilft übrigens, frische Melissenblätter oder noch besser Salbeiblätter zu kauen.

Quelle:

MTD, Ausgabe 6 / 2011 S.23,

http://www.medical-tribune.de/patienten/news/27109/

Kommentar & Ergänzung:

– Insgesamt ein guter Bericht über Möglichkeiten der Schlafförderung mit Heilpflanzen.

– Bei Baldrian würde ich noch anfügen, dass einiges dafür spricht, ihn über längere Zeit regelmässig einzunehmen (mindestens 14 Tage) damit er seine Wirkung optimal entfalten kann.

– Ob beim Bier wirklich der Hopfen für die schlaffördernde Wirkung verantwortlich ist, scheint mir nicht so klar.

– Ein Lavendelbad lässt sich am einfachsten mit ätherischem Lavendelöl zubereiten: 8 – 10 Tropfen Lavendelöl mit etwas Kaffeerahm (Kaffeesahne) gemischt ins Badewasser geben.

– Den  virustatischen Effekt der Melisse gegen Herpes simplex (Fieberbläschen) nutz man als Melissensalbe – dann wirkt der Lamiaceen-Gerbstoff antiviral – oder als Melissenöl.

– Das erwähnte Lavendelölpräparat zur Behandlung von leichten Angst- und Unruhezuständen wird in Kapselform eingenommen (Lasea) und vom Sponsor der Veranstaltung hergestellt (Wilmar Schwabe)

– Zu Lasea siehe auch:

Phytotherapie: Lavendelöl gegen Unruhe

Phytotherapie: Lavendelöl gegen Angstlöser

Lavendelöl reduziert Angst und bessert den Schlaf

Arznei-Telegramm kritisiert Lavendelöl-Präparat Lasea

Bfarm wehrt sich gegen Kritik an der Zulassung des Lavendelölpräparats Lasea

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Phytotherapie: Bei Fieberbläschen Melissen-Extrakt

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Melissen-Extrakt wird schon seit Jahren in Fieberbläschensalben gegen Herpes-Viren eingesetzt. Eine knappe und fundierte Beschreibung dieser Anwendung publizierte vor kurzem die Zeitschrift „Die PTA IN DER APOTHEKE“ (01/2011). Zitat:

„Zur Behandlung des Lippenherpes gibt es eine gut verträgliche Therapieoption aus der Natur: Die Zitronenmelisse ist eine Heilpflanze mit einer alten Geschichte. Schon lange ist die positive Wirkung von Melissenextrakten aus den Blättern von Melissa officinalis bekannt.“

Und wie genau kommt die Wirkung des Melissenextraktes zustande?

„Die in Melissenblättern enthaltenen wasserlöslichen Lamiaceengerbstoffe haben hochpotente antivirale Eigenschaften. Sie wirken gegen den Virusbefall auf zwei Ebenen, wie eine Studie von Heidelberger Wissenschaftlern (Schnitzler et al. 2008)1) im Zellversuch zeigen konnte: Einerseits blockieren sie die Rezeptoren auf der Oberfläche der Zelle und verhindern so den Eintritt der Viren in die Zelle. Zusätzlich interagieren die Substanzen mit den Viren selber und hemmen so die Anhaftung an die Wirtszelle. Eine Virusvermehrung und der gefürchtete Krankheitsverlauf können nur nach Eintritt in die Zelle stattfinden und werden so verhindert.“

Das Resultat der Studie sei eine hervorragende antivirale Wirkung des Melissenextraktes bei gleichzeitig geringer Zytotoxizität für die behandelten Zellen. Daraus ergebe sich die gute präventive Eigenschaft gegenüber Virusinfektionen, die Aciclovir im Vergleich nicht zeige.

„Außerdem wirken die ätherischen Öle der Melisse leicht antibakteriell. Melissenextrakt induziert in Studien keine Resistenzentwicklung bei den untersuchten Viren.“

Melissenextrakthaltige Cremes werden 2 – 4mal täglich auf die befallene Lippenregion aufgebracht. Diese Melissen-Cremes sind hautverträglich, unterstützen den Heilungsprozess und können auch in Schwangerschaft und Stillzeit sowie im Kindesalter angewendet werden.

Wichtig ist, dass die Melissen-Creme auch auf die scheinbar nicht betroffenen angrenzenden Hautareale aufgetragen wird.

Quelle:

http://www.pta-aktuell.de/themen/news/6792-Gib-Herpes-keine-Chance/

Kommentar & Ergänzung:

Neben den Melissensalben gegen Fieberbläschen werden in der Phytotherapie auch Heilpflanzen-Präparate auf der Basis von Salbeiextrakt und Rhabarberwurzelextrakt angewendet.

Auch Melissenöl (teuer!), Pfefferminzöl und Teebaumöl zeigen eine gute Wirkung gegen Herpesviren.

Alle lokalen antiviralen Behandlungen sind allerdings nur wirksam im frühen Stadium der Herpes-Infektion.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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