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Alternativmedizin: Smoothies statt Notarzt

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Als ihr 19 Monate alter Sohn schwer krank war, wollte ein kanadisches Paar ihn mit Alternativmedizin kurieren, statt zum Arzt zu gehen. Der Sohn starb. Die Elten mussten wegen Verletzung der Fürsogepflicht vor Gericht.

Der Fall zeigt exemplarisch, wo das Hauptrisiko der Alternativmedizin liegt. Gefährlich wird es immer dann, wenn Allmachtsvorstellungen und Fundamentalismus ins Spiel kommen und Menschen deswegen bei schweren Krankheiten auf wirksame Medizin verzichten. Oder wenn sie eine solche Entscheidung für ihre Kinder treffen.

Der Sohn Namens Ezekiel war im März 2012 infolge einer Hirnhautentzündung gestorben. David und Collet Stephan hatten bis zuletzt keinen Arzt konsultiert. Stattdessen versuchten sie das Kind zweieinhalb Wochen lang mit alternativmedizinischen Mitteln zu behandeln. Erst als die Atmung des Kindes aussetzte, riefen die Eltern einen Rettungswagen.

Die Rechtsmedizin kam zum Schluss, dass Ezekiel an einer von Bakterien ausgelösten Meningitis starb, also einer Hirnhautentzündung. Diese gefährliche Erkrankung lässt sich mit Antibiotika behandeln. Gegen einen häufigen auftretenden Meningitis-Auslöser bei Kindern, Haemophilus influenzae b, gibt es eine Schutzimpfung. Das Kind war allerdings nicht geimpft. Eine andere Expertin erklärte, Ezekiel sei an einer viralen Meningitis gestorben und dass er noch leben könnte, wenn der damals eingesetzte Notarztwagen über die Ausstattung verfügt hätte, ein Kleinkind mit aussetzender Atmung zu versorgen. Allerdings befindet sie sich diese Expertin selbst in einem Rechtsstreit mit dem Staat.

Laut Berichten von Medien sagten David und Collet Stephan aus, dass sie dachten, ihr Sohn habe die Grippe oder Pseudokrupp. Sie hätten ihm unter anderen Smoothies und Mittel wie scharfem Pfeffer, Meerrettich, Knoblauch sowie Olivenölextrakt verabreicht.

Das Kind habe am 27. Februar 2012 erste Symptome gezeigt, am 5. März verbesserte sich sein Zustand leicht. Am Tag darauf sei es aber ungewöhnlich lethargisch gewesen, habe nichts getrunken oder gegessen, nur gestöhnt. Die Eltern beschreiben daraufhin wieder eine gewisse Besserung, dann wieder eine Verschlechterung des Gesundheitszustands.

Am 12. März sei der Körper des Kindes so steif gewesen, dass sich sein Rücken durchgebogen habe und die Eltern flößten ihrem Sohn Flüssigkeit mithilfe einer Pipette ein, weil er von allein nicht mehr aß oder trank. Am 13. März suchten die Eltern einen Heilpraktiker auf, von dem sie ein Echinacea-Präparat bekamen, ein pflanzliches Präparat aus dem Sonnenhut, das die Immunabwehr stärken soll. Laut verschiedenen Berichten wurde das Kind in der Heilpraktikerpraxis nicht untersucht. Das Kind soll so steif gewesen sein, dass es im Auto nicht habe sitzen können, sondern hingelegt werden musste.

Als am Abend die Atmung des Kindes aussetzte, rief David Stephan zuerst seinen Vater an, bevor er die Ambulanz alarmierte. Da hatte sich Ezekiels Gesicht schon blau verfärbt. Im Spital stellten die Mediziner fest, dass bei Ezekiel kaum noch Hirnaktivität vorhanden war. Am 16. März starb das Kind.

David Stephan ist Vizepräsident in der Firma seines Vaters in der Provinz Alberta, die Nahrungsergänzungsmittel vertreibt und erklärt, diese seien unter anderem gegen ADHS, Depressionen oder Autismus wirksam.

Vor Gericht wurde das Paar schuldig gesprochen. Ezekiels Vater wurde zu vier Monaten Gefängnis verurteilt, die Mutter zu drei Monaten Hausarrest.

Sie zeigten aber keinerlei Einsicht.

Auf einer eigens zu diesem zweck eingerichteten Facebook-Seite

«Prayers for Ezekiel» (Gebete für Ezekiel) erinnern sie nicht nur an den Tod ihres Sohnes. Die Stephans kämpfen mit Polemik gegen den kanadischen Richter Rodney Jerke, der die beiden wegen unterlassener Hilfe für ihr an bakterieller Hirnhautentzündung erkranktes Kind verurteilte. Über die sozialen Medien unterstellen die Eltern eine angebliche Verschwörung der Behörden gegen die Anhänger alternativer Medizin und gegen Impfungsverweigerer. Der Richter hat deshalb bei der Urteilsverkündung angeordnet, dass die Stephans auf derselben Facebook-Seite das Urteil gegen sie und die Begründung des Richters in voller Länge veröffentlichen müssen.

Dieser Schritt hat Juristen und andere Experten in Nordamerika überrascht, weil es sich hier um einen Strafprozess und nicht ein Zivilverfahren handelte, wo Täter in Verleumdungsfällen manchmal gezwungen werden, ihre falschen Behauptungen öffentlich zu widerrufen. Der Fall zeige aber, in welchem Zeitalter wir leben, sagte die Rechtsprofessorin Carissima Mathen von der Universität Ottawa. «Viele Leute beziehen ihre Informationen aus den sozialen Medien. Sie glauben, was sie dort lesen.»

Die Zeitung «National Post» sieht die Anordnung zur Publikation des Ureils auf der Facebook-Seite als «klares Zeichen, dass die Gerichte auf die zunehmende Macht der sozialen Medien reagieren und auf die Weise, wie dort Kriminelle Unterstützung und Publizität gewinnen können, die den Glauben an das Rechtssystem unterhöhlen».

Quellen:

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/kanada-eltern-nach-tod-ihres-kindes-verurteilt-a-1089934.html

Tages-Anzeiger, 2016-07-01

Kommentar & Ergänzung:

Das ist zwar ein extremes Beispiel, aber leider kein Einzelfall. Es ist erschütternd, wie lange diese Eltern ihren Sohn leiden liessen, im Irrglauben, das beste für ihn zu tun.

Es gibt verblendeten Extremismus nicht nur in der Politik. Auch in der Alternativmedizin sind Menschen anzutreffen, die sich komplett in ihrer eigenen Welt abgeschottet haben.

Dem liegt oft eine radikale Spaltung der Welt in Schwarz und Weiss zugrunde. Hier die heile Alternativmedizin, dort die böse „Schulmedizin“. Dann füllt es sehr schwer, im Notfall oder generell bei schweren Erkrankungen Hilfe aus dem feindlichen Lager anzunehmen.

Schwarz-Weiss-Denken aber ist immer riskant, egal ob es um Politik geht oder um unsere Gesundheit.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Kein Überlebensvorteil durch spezielle Krebsdiäten

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Die Onkologin Jutta Hübner von der Deutschen Krebsgesellschaft erläuterte im Rahmen eines Patientenforums, dass es keine sinnvolle spezielle Krebsdiät gebe: „Studien bestätigen, dass spezielle Diäten keinen Vorteil für das Überleben von Krebspatienten haben.“

Auch spezielle Nahrungsergänzungsmittel hält die Onkologin in der Regel für überflüssig. Den Krebspatienten empfielt sie vielmehr ausgewogen zu essen und auf eine ausreichende Zufuhr von Kohlenhydraten, Vitaminen, Eiweißen und Fetten zu achten. Auch gegen den moderaten Verzehr von Fleisch gebe es keine Einwände, genauso wenig wie gegen Schokolade oder Kuchen. Hübner empfiehlt neben einer ausgewogenen und normalen Ernährung so viel Bewegung wie möglich.

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/62710/Es-gibt-keine-spezielle-Krebsdiaet?s=Krebsdiät

Kommentar & Ergänzung:

Die Onkologin Jutta Hübner ist Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Prävention und integrative Medizin in der Onkologie (PRiO) der Deutschen Krebsgesellschaft. PRIO ist auf den Gebieten Prävention, Ernährung, Sport und komplementäre Therapien in der Onkologie tätig.

Dieselbe Ansicht bezüglich Krebsdiäten vertritt auch Susanne Weg-Remers, die Leiterin des zum Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) gehörenden Krebsinformationsdienstes in Heidelberg.

Siehe dazu:

Alternativmedizin: Es gibt keine Krebsdiät

 

Sehr fragwürdig und wohl für eine ganze Reihe von Todesfällen verantwortlich ist die sogenannte Breusskur.

Siehe dazu:

Breusskur gegen Krebs

Natürlich ist es sehr nachvollziehbar, dass Krebspatientinnen und Krebspatienten nach alternativen Behandlungen suchen. Leider geraten sie dabei oft an ausgesprochen fragwürdige bis kriminelle Angebote, von denen es im Internet nur so wimmelt.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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[Buchtipp] Homöopathie neu gedacht von Natalie Grams

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homoeopathie-neu-gedacht

Verlagsbeschreibung

Die Homöopathie ist über 200 Jahre alt und erfährt auch heute noch einen ungebrochenen Zustrom. Viele Patienten und Therapeuten schwören auf die alternative Heilmethode, die mittlerweile auch von vielen Krankenkassen erstattet wird. Kritikern erscheint dies völlig unverständlich ist für sie doch längst klar, dass die Homöopathie hoffnungslos unwissenschaftlich ist und allenfalls einen Placebo-Effekt zu bieten hat. Schon seit ihrer Geburtsstunde sieht sich die Homöopathie äusserst kontroversen Diskussionen ausgesetzt. Die Positionen von Befürwortern und Gegnern scheinen dabei ebenso unverrückbar wie unvereinbar. Natalie Grams zugleich naturwissenschaftliche Ärztin und offene Homöopathin geht in diesem authentischen Buch über das bisher Gesagte hinaus. Sie beantwortet spannende Fragen: Was bleibt in einer Medizin des 21. Jahrhunderts übrig von dem Gedankengebäude der Homöopathie? Wie wirkt sie wirklich? Welche Teile von Hahnemanns Theorien können wir auch heute noch guten Gewissens anwenden und zum Nutzen von Patienten und Gesundheitssystem einsetzen? Wo aber hat die Homöopathie Grenzen und muss in der Tat kritisch betrachtet und bewertet werden? Die Autorin hat sich über Jahre mit den Kritikpunkten an der Homoöpathie auseinandergesetzt, nimmt aber gleichzeitig auch die Wünsche und Sorgen ihrer Patienten ernst, die sich in der konventionellen Medizin oft nur unzureichend versorgt fühlen. Ihr Buch versucht einen (überfalligen) Brückenschlag zwischen den zwei traditionell verfeindeten Lagern.

Zum Shop

Zur Autorin Natalie Grams

Die Ärztin Dr. med. Natalie Grams, Jahrgang 1978, führte eine erfolgreiche homöopathische Privatpraxis in Heidelberg. Im Laufe ihrer Tätigkeit kamen ihr als Naturwissenschaftlerin jedoch Zweifel darüber, wie die Homöopathie auch heute noch guten Gewissens angewendet werden kann. Ihr Medizinstudium hat Grams in München begonnen und in Heidelberg beendet, wo sie seither mit ihrem Mann und drei Kindern lebt.

Inhaltsverzeichnis des Buches „Homöopathie neu gedacht“:

Vorwort.

1. Wie und auf welcher Grundlage behandelt die Homöopathie?

2. Wovon ist die Rede, wenn wir von Homöopathie sprechen?- Gibt es die Homöopathie?- Samuel Hahnemann, Begründer der Homöopathie.- In welcher Zeit entstand die Homöopathie?- Die homöopathische Methode – was ist anders?- Die homöopathischen Repertorien und die Materia medica.- Die homöopathische Anamnese.- Die homöopathischen Medikamente (Potenzierung).- Die homöopathische Diagnose, das Prinzip Ähnlichkeit und die homöopathische Arzneimittel-Prüfung.- Die Empfindungsmethode in der Homöopathie.

3. Ist die Homöopathie Teil der heutigen Medizin?- Wozu brauchen wir die Wissenschaft überhaupt?- Zur persönlichen Situation: Im Konflikt mit der Naturwissenschaft.- Geistartige Energie und fehlender Wirkstoff – das Problem der potenzierten Medikamente in der Homöopathie.- Der problematische Begriff Lebenskraft.- Die homöopathische Arzneimittelprüfung.- Ist die Homöopathie Medizin?

4. Warum wenden sich Patienten der Homöopathie zu?…

Kommentar von Martin Koradi

Das Buch „Homöopathie neu gedacht“ von Natalie Grams ist sehr lesenswert für alle, die sich für Homöopathie im speziellen oder für Komplementärmedizin im weiteren Sinn interessieren. Doch auch wer wissenschaftlich-medizinisch denkt, wird aus dem Buch interessante Anregungen mitnehmen können. Denn die Frage, der Natalie Grams auf den Grund geht, ist sehr relevant: Wenn homöopathische Globuli keine spezifische arzneiliche Wirkung haben – und dafür sprechen die vorliegenden Erkenntnisse aus Studien mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit – wie kommt es dann, dass viele Menschen bei verschiedensten Beschwerden durch Homöopathie Linderung erfahren? – Die Antworten auf diese Frage sind auch lehrreich für andere therapeutische Methoden und für die Medizin. Kritiker und Anhänger der Homöopathie können aus „Homöopathie neu gedacht“ interessante Erkenntnisse gewinnen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur (Schweiz) und Leiter von Kräuterwanderungen und Kräuterkursen.

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[Buchtipp] Farne, Moose, Flechten von Christian Kainz, Bernhard Marbach

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Farne-Moose-FlechtenVerlagsbeschreibung

Viele Farne, Moose & Flechten sind natürliche Anzeiger für Schadstoffe. Ebenso weisen sie etliche Verbindungen zu unserer Kulturgeschichte auf oder haben gar magische Bedeutung. Dennoch sind die Arten eher unscheinbar. Allen Naturfreunden, die sich mehr mit diesen häufig Schatten liebenden Gewächsen beschäftigen wollen, gibt der Band Farne, Moose & Flechten die Möglichkeit dazu. Darin haben die Biologen Bernhard Marbach und Christian Kainz die häufigsten und auffälligsten Arten zusammengestellt. Bei näherer Betrachtung eröffnet sich dabei eine verblüffende Formenvielfalt. Das praktische Format des Führers ist ideal, um selbst auf Erkundungstour zu gehen. Neben einer detaillierten Beschreibung samt Vorkommen und Besonderheiten machen über 100 brillante Farbfotos und zahlreiche Grafiken die Bestimmung kinderleicht. Verständlich und kompetent werden zahlreiche Themen behandelt, etwa Fortpflanzung und die dazugehörigen Stadien sowie Verwendung der Pflanzen im täglichen Leben. Ob verarbeitet in Kosmetik oder Medizin, als Anzeiger für das Alter von Bauwerken oder den Zustand ihrer Umwelt sind sie von Nutzen. Viel Wissenswertes über diese unauffälligen Gewächse findet sich nachvollziehbar beschrieben in Farne, Moose & Flechten. Zum Shop

 

Kommentar

Moose, Farne und Flechten fallen nicht so auf wie Blütenpflanzen. Sie müssen für ihre Fortpflanzung nicht von Insekten wahrgenommen und gefunden werden. Unscheinbarkeit ist für sie kein Nachteil.  Wer sich aber intensiver mit Moosen, Farnen und Flechten befasst, entdeckt ihre Schönheit. Ein grosser Teil der Moose, Farne und Flechten ist nur von Spezialisten bestimmbar, doch gibt es auch in paar einfacher erkennbare Arten, zum Beispiel Isländisches Moos, Rentierflechte, Wolfsflechte, Adlerfarn.

Als Anfängerin oder Anfänger sollte man also nicht den Anspruch haben, mit diesem Bestimmungsbuch in kurzer Zeit die Moose, Farne und Flechten botanisch im Griff zu haben. Dieses schöne Werk bietet aber einen sehr ansprechenden Einblick in die Vielfalt der Moose, Farne und Flechten. Ein empfehlenswerter Begleiter auf Naturexkursionen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde in Winterthur (Schweiz)

 

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Krebstherapie: Sport und Phytotherapie bei Fatigue

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Zahlreiche Krebspatienten leiden während und nach einer Chemotherapie unter Fatigue. Das sogenannte Erschöpfungssyndrom kann die Erkrankten in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigen. Auf dem Deutschen Krebskongress in Berlin haben Fachleute diskutiert, wie den Betroffenen geholfen werden kann.

Fatigue ist eine häufige Begleiterscheinung in der Tumorbehandlung. Zwischen 60 und 100 Prozent der Krebspatienten klagen während der Therapie über ausgeprägte Müdigkeit und bei mehr als jedem Vierten tritt das Erschöpfungssyndrom als Langzeitfolge nach Abschluss der Behandlung auf. Die dem Erschöpfungssyndrom zugrunde liegenden Mechanismen sind bislang unklar.

Wichtige Elemente für die Therapie der Fatigue sind die Verhaltenstherapie und die gezielte Schulung der Patienten. In Einzel- und Gruppengesprächen können sie lernen, mit ihrer Situation besser umzugehen, zum Beispiel mithilfe bestimmter Entspannungstechniken. Denn die reduzierte Leistungsfähigkeit führt häufig zu Stress und letztlich zu Depressionen.

Mit Sport bei Fatigue nicht übertreiben

Auch Sport kann dazu beitragen, das Befinden bei Fatigue zu verbessern. Dr. Freerk Baumann von der Deutschen Sporthochschule Köln warnt aber davor, die Erkrankten zu stark zu beanspruchen. Je nachdem, welche Folgeerscheinung der Krebstherapie man behandeln möchte, gebe es völlig unterschiedliche Bewegungsprogramme. Wer während der Behandlung unter Fatigue leidet, sollte etwa vier bis fünf Stunden pro Woche spazieren gehen. So ließe sich das beste Resultat erzielen. Mehr Bewegung bringe in diesem Fall eher schlechtere als bessere Resultate, erklärt Baumann.

Da Sport vom Körper als Stress wahrgenommen werde und zu einem höheren Energieverbrauch führe, müsse nach dem aktuellen wissenschaftlichen Stand das Pensum laut Baumann an die Schwere des Erschöpfungszustands angepasst werden. Je ausgeprägter die Fatigue ist, desto weniger intensiv sollte laut Baumann das Training ausfallen.

Zu klären bleibe beispielsweise, ob körperliche Aktivität an der frischen Luft einen höheren Nutzen habe als Training in der Halle oder im Fitnessstudio.

Ergänzend zu solchen Massnahmen kann auch der Einsatz pflanzlicher Arzneimittel erwogen werden, sagt Dr. Matthias Rostock vom Institut für komplementäre und integrative Medizin am Universitätsspital Zürich. Die Phytotherapie könne helfen, die Patienten für andere Maßnahmen zu aktivieren.

Günstig wirkt laut Rostock Guarana bei der akuten Fatigue während einer Chemotherapie bei Brustkrebspatientinnen. Verglichen mit Placebo habe sich die Symptomatik der Frauen bei der Behandlung mit Guarana signifikant verbessert und sie klagten deutlich weniger über Übelkeit und Schlafstörungen. Baldrian ist laut Rostock gegen Schlaflosigkeit zwar wenig effektiv, wirkt dafür jedoch gegen nervöse Erschöpfung. Das entspreche der ursprünglichen Indikation für den Einsatz von Baldrianwurzel, erklärt Rostock.

Gut erforscht sei insbesondere die Wirksamkeit von Ginseng. Bei Tagesdosen von 1 bis 2 g fühlen sich rund 30 Prozent der Patienten besser. Das zeigt nach Rostock aber auch, dass Ginseng nicht jedem hilft. Der positive Effekt von Ginseng sei während der Chemotherapie signifikant, nach Beendigung der Behandlung aber deutlich schwächer ausgeprägt.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=62425

Kommentar & Ergänzung:

Zum Thema „Sport & Fatigue“ siehe:

Krafttraining bessert krebsbedingte Erschöpfung bei Fatigue

Gut dosierter Sport lindert Müdigkeit bei Krebs und Fibromyalgie

 

Zum Thema „Ginseng & Fatigue“ siehe:

Ginseng-Behandlung reduziert Fatigue-Smptome bei Krebserkrankung

Onkologie: Fatigue & Roter Ginseng

Ginseng lindert Fatigue bei Krebskranken

Onkologie / Palliative Care: Was hilft bei Fatigue?

Zu Guarana:

Guarana enthält als wirksamen Inhaltsstoff Coffein. Zum Thema „Guarana & Fatigue“ gibt es eine Studie mit positivem Resultat:

„Guarana (Paullinia cupana) improves fatigue in breast cancer patients undergoing systemic chemotherapy…..

RESULTS: Guarana significantly improved the FACIT-F, FACT-ES, and BFI global scores compared to placebo on days 21 and 49 (p < 0.01). The Chalder Scale improved significantly on day 21 (p < 0.01) but not on day 49 (p = 0.27). Guarana did not produce any Common Terminology Criteria for Adverse Events grades 2, 3, or 4 toxicities and did not worsen sleep quality or cause anxiety or depression.

CONCLUSIONS: Guarana is an effective, inexpensive, and nontoxic alternative for the short-term treatment of fatigue in BC patients receiving systemic chemotherapy. Further studies are needed to confirm these results and to evaluate their generalizability to chronic CRF and to other types of cancer.“

Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21612429

Die Studie gibt zwar Hinweise auf einen günstigen Effekt von Guarana, sie ist aber von der Zahl der teilnehmenden Patienten her klein und kann die Wirksamkeit nicht einwandfrei belegen. Eigenartig ist bei dieser Studie die Dosierung von zweimal täglich 50mg Guarana. Normalerweise wird bei Guaranapulver als Tagesdosis 1 – 3 Gramm empfohlen (entsprechend etwa 50 – 150 mg Coffein). Eine Tasse Kaffee (150 ml) enthält aber auch bereits zirka 60 – 100 mg Coffein (Angaben aus: Biogene Arzneimittel).

Was Guarana gegenüber anderen Coffeinquellen wie Kaffee, Grüntee, Schwarztee oder Matetee für Vorteile haben soll, ist mir nicht plausibel ersichtlich.

Als Vorteil wird manchmal angeführt, dass das Coffein aus Guarana im Gegensatz zum Coffein aus Kaffee langsamer in den Körper aufgenommen werden soll, weil es an Gerbstoffe gebunden vorliegt. Das soll zu einer länger anhaltenden Wirkung führen.

Dieser postulierte Retard-Effekt konnte aber in neueren Untersuchungen nicht bestätigt werden. Die Freisetzung und Aufnahme von Coffein aus Guarana entspricht derjenigen aus Präparaten mit reinem Coffein (Angaben gemäss: Teedrogen und Phytopharmaka)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Krebs: Alternative Therapien reduzieren Überlebenschancen

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Wer sich gegen eine etablierte Krebstherapie entscheidet und auf alternative Medizin setzt, reduziert seine Chancen, die kommenden fünf Jahre zu überleben. Im Durchschnitt erhöht sich das Sterberisiko um das 2,5-Fache. Das berechneten Wissenschaftler der Yale School of Medicine in Connecticut. Sie verwendeten dazu Daten von 840 Patienten mit Erstdiagnose behandelbarer Krebsarten wie Brustkrebs, Lungenkrebs, Darmkrebs und Prostatakrebs. 560 Patienten hatten eine konventionelle Behandlung mit Chemotherapie, Strahlentherapie, Hormontherapie oder Operation gewählt. 280 Patienten hatten sich dagegen entschieden. Welche Alternativen die Patienten wählten, ob Homöopathie, Anthroposophische Medizin, hoch dosierte Vitamine, spezielle Diäten oder anderes, wurde in der Studie nicht genauer unterschieden.

Bei Brustkrebs erhöhte sich das Sterberisiko bei alleiniger alternativer Behandlung um das 5,7-Fache, bei Darmkrebs um das 4,6-Fache und bei Lungenkrebs um das 2,2-Fache, schreiben die Forscher im «Journal of the National Cancer Institute». Von den Lungenkrebs-Patienten überlebten 41 Prozent unter konventioneller herkömmlicher Therapie die kommenden fünf Jahre, unter alternativer Behandlung waren es 20 Prozent. Bei Darmkrebs überlebten 79 Prozent unter herkömmlicher Behandlung, aber nur 33 Prozent der Patienten, die sich der konventionellen Medizin verweigerten.

Der Hauptautor der Studie, Dr. Skyler Johnson, kommentiert die Ergebnisse so:

«Wir haben nun Evidenz zur der Annahme, dass der Gebrauch alternativer Medizin anstelle etablierter Krebstherapien zu schlechteren Überlebensraten führt». Die Forscher hoffen, dass diese Information bei der Entscheidung von Patienten und Ärzten für oder gegen eine bestimmte Behandlung helfen kann.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=70997

DOI: 10.1093/jnci/djx145

 

Kommentar & Ergänzung:

Wirklich überraschend ist dieses Ergebnis ja nicht.

Fraglos gibt es bei Krebserkrankungen insbesondere in fortgeschrittenem Stadium Situationen, in denen Operationen oder Chemotherapien keine entscheidende Wende mehr bringen können. In solchen Situationen ist es nachvollziehbar, wenn Patientinnen und Patienten abwägen, ob sie allenfalls auf eine belastende onkologische Therapie verzichten und eher auf Palliative Care setzen. In vielen Situationen können onkologische Therapien allerdings entscheidende Besserungen oder gar eine Heilung von Krebserkrankungen bewirken, so dass es sehr riskant wäre, auf alternative Therapien zu setzen. Genau das zeigt die vorliegende Untersuchung.

Bei den Alternativen Therapien gibt es zwar unendlich viele Versprechungen, wie sich Krebs angeblich heilen lässt. Diese zum Teil sehr hochtrabenden Behauptungen lassen sich allerdings in aller Regel nicht durch Fakten und Belege untermauern. Wenn es direkt um die Bekämpfung des Tumor geht und um eine verlängerte Überlebensdauer, hat alternative Therapie nichts Handfestes zu bieten. Leider. Aber die verständliche Hoffnung macht Patientinnen und Patienten sehr anfällig und verletzlich für windige Heilungsversprechungen und zahlreiche Anbieter nutzen das gnadenlos aus. Dabei steht nicht immer finanzieller Gewinn im Vordergrund. Viele Anbieter alternativer Krebstherapien sind sehr überzeugt von der Wirksamkeit ihrer Methoden und täuschen sich dabei selbst. Ihr Gewinn liegt allenfalls auf einer psychologischen Ebene. Hinter der Vorstellung, mit ganz einfachen, sanften Mitteln Krebs heilen zu können, steckt oft eine Machtfantasie. Das verschafft eine Position, die dem eigenen Ego zuverlässig Futter zuführt. Der grossen Heiler-Pose begegne ich leider immer wieder.

Ergänzende Möglichkeiten bei Krebserkrankungen gibt es jedoch im Bereich der Verbesserung der Lebensqualität, zum Beispiel durch Linderung von Nebenwirkungen der Chemotherapie und Strahlentherapie. Hier können auch Heilpflanzen unterstützend wirken.

Dazu führe ich regelmässig Tagesseminare durch. Siehe Details hier:

Heilpflanzen-Anwendungen in Onkologiepflege und Palliative Care

Das ist ein bescheidenerer Ansatz. Es geht um Linderung und Verbesserung von Lebensqualität, nicht um Heilung. Dieser Ansatz hat es nicht so leicht. Denn Patientinnen und Patienten suchen in der Regel in erster Linie Heilung und erst in zweiter Line Linderung. Und AnbieterInnen alternativer Therapien haben mehr Zulauf, wenn sie Heilung versprechen, als wenn sie Möglicheiten der Linderung vermitteln. Aber dieser bescheidenere Ansatz hat einfach mehr Boden als die grassierenden, windigen Heiler-Posen.

Zur beschriebenen Studie ist noch anzumerken, dass es natürlich schade ist, dass nicht unterschieden wurde, welche alternativen Therapien genau die Krebskranken anwendeten.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Lernen über Heilpflanzen: Auf die Grundhaltung kommt es an – ein Zitat von Erich Fromm

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Möchten Sie Wissen über Heilpflanzen erwerben – zum Beispiel in der Phytotherapie-Ausbildung oder im Heilpflanzen-Seminar? – Dann lohnt sich eine kurze Reflektion über die verschiedenen Grundhaltungen, in denen Lernen möglich ist.

Dazu hat der Psychoanalytiker und Sozialpsychologe Erich Fromm interessante Gedanken formuliert, die ich Ihnen hier vorstellen möchte. Im Anschluss an das Zitat finden Sie einen Kommentar dazu von mir.

Erich Fromm unterscheidet zwei Grundtypen des Lernens:

Lernen in der Existenzweise des Habens und Lernen in der Existenzweise des Seins.

Hier das Zitat:

„Studenten, die an der Existenzweise des Habens orientiert sind, hören eine Vorlesung, indem sie auf die Worte hören, ihren logischen Zusammenhang und ihren Sinn erfassen und so vollständig wie möglich alles in ihr Notizbuch aufschreiben, so dass sie sich später ihre Notizen einprägen und eine Prüfung ablegen können. Aber der Inhalt wird nicht Bestandteil ihrer eigenen Gedankenwelt, er bereichert und erweitert diese nicht. Sie pressen das, was sie hören, in starre Gedankenansammlungen oder ganze Theorien, die sie speichern. Inhalt der Vorlesung und Student bleiben einander fremd, ausser dass jeder dieser Studenten zum Eigentümer bestimmter, von einem anderen getroffener Feststellungen geworden ist (die dieser entweder selbst geschaffen hat oder aus anderen Quellen schöpfte).

Studenten in der Existenzweise des Habens haben nur ein Ziel: das „Gelernte“ festzuhalten, entweder indem sie es ihrem Gedächtnis einprägen oder indem sie ihre Aufzeichnungen sorgsam hüten. Sie brauchen nichts Neues zu schaffen oder hervorzubringen. Der „Habentypus“ fühlt sich in der Tat durch neue Ideen oder Gedanken über sein Thema eher beunruhigt, denn das Neue stellt die Summe der Informationen in Frage, die er bereits hat. Für einen Menschen, für den das Haben die Hauptform seiner Bezogenheit zur Welt ist, sind Gedanken, die nicht leicht aufgeschrieben und festgehalten werden können, furchterregend, wie alles, was wächst, sich verändert und sich somit der Kontrolle entzieht.

Für Studenten, die in der Weise des Seins zur Welt bezogen sind, hat der Lernvorgang eine völlig andere Qualität. Zunächst einmal gehen sie selbst zu der ersten Vorlesung nicht als tabula rasa. Sie haben über die Thematik, mit der sich der Vortrag beschäftigt, schon früher nachgedacht; es beschäftigen sie bestimmte Fragen und Probleme. Sie haben sich mit dem Gegenstand schon auseinandergesetzt und sind an ihm interessiert.

Statt nur passiv Worte und Gedanken zu empfangen, hören sie zu und hören nicht bloss, sie empfangen und antworten auf aktive und produktive Weise. Was sie hören, regt ihre eigenen Denkprozesse an, neue Fragen, neue Ideen, neue Perspektiven tauchen dabei auf. Der Vorgang des Zuhörens ist ein lebendiger Prozess; der Student nimmt die Worte des Lehrers auf und wird in der Antwort lebendig. Er hat nicht bloss Wissen erworben, das er nach Hause tragen und auswendig lernen kann. Jeder Student ist betroffen und verändert worden: Jeder ist nach dem Vortrag ein anderer als vorher. Diese Art des Lernens ist nur möglich, wenn der Vortrag auch anregendes Material bietet. Auf leeres Gerede kann man nicht in der Weise des Seins reagieren und tut besser daran, nicht zuzuhören, sondern sich auf seine eigenen Gedanken zu konzentrieren.“

Erich Fromm, 1900 – 1980, deutscher Psychoanalytiker, Philosoph und Sozialpsychologe.

Zitat aus: Haben oder Sein, Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft, dtv Verlag 1980

 

Kommentar & Ergänzung:

Viele Menschen suchen heute ergänzend oder alternativ zur Medizin nach anderen Wegen des Heilens. Eine Suche, die sehr verschiedenartigen Motiven entspringen kann. Beteiligt daran scheint jedenfalls oft ein Wunsch nach menschenfreundlichen und naturnahen Behandlungsmethoden. Auffallend ist aber auch, dass sich dieser Wunsch nach alternativen Wegen nicht selten sehr isoliert auf den Bereich der Heilkunde beschränkt, während alle anderen Lebensbereiche sich schön brav im konventionellen Rahmen bewegen. Eigentlich wäre es doch nahe liegend, dass diese Suchbewegung auch noch in anderen Aspekten des Lebens wirksam wird. Für den Lebensbereich „Lernen“ finden sich in diesem Text von Erich Fromm wertvolle Anregungen auch für Menschen, die lernend im Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde unterwegs sind.

Mir ist es jedenfalls ein Anliegen, dass in meinen Lehrgängen nicht nur im konsumierenden Haben-Modus gelernt wird. Eine lebendige und auch kritische Auseinandersetzung mit dem Heilpflanzen-Wissen ist mir wichtig und passt auch viel besser zu diesen Themen. Erich Fromm hat mit dem sein-orientierten Lernen die Grundhaltung dazu beschrieben.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Angebot und Nachfrage in Medizin, Komplementärmedizin, Alternativmedizin…..

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Dazu hier ein interessantes Zitat von George Bernhard Shaw (1856 – 1950), irischer Dramatiker, Satiriker und Träger des Literaturnobelpreises (1925):

„Die medizinische Praxis wird nicht von der Wissenschaft, sondern von Angebot und Nachfrage dirigiert, und wie wissenschaftlich eine Behandlungsweise auch sein mag, sie kann ihren Platz auf dem Markte nicht behaupten, wenn keine Nachfrage vorliegt, noch kann die gröbste Quacksalberei dem Markte ferngehalten werden, wenn eine Nachfrage vorliegt.“

Kommentar & Ergänzung:

Angebot und Nachfrage spielen in der medizinischen Praxis auch in der Gegenwart eine grosse Rolle. Uns wird sehr viel angeboten, das wir gar nicht brauchen. Uns wird eingeredet, was uns angeblich alles fehlt.

Übertherapie ist ein verbreitetes Phänomen in vielen Bereichen von Medizin und Komplementärmedizin.

Und Quacksalberei boomt, weil in manchen Bereichen die Nachfrage fast unbegrenzt ist. Das zeigt sich zum Beispiel beim Thema Krebs. Hier suchen viele Patientinnen und Patienten begreiflicherweise nach rettenden Heilmitteln und greifen dazu nach fast jedem Strohhalm. Deshalb gibt es so viele betrügerische Heilungsversprechen und Quacksalbereien.

Der Ausdruck „Quacksalber“ entstand im 17. Jahrhundert. Er stammt ab vom niederländischen kwakzalver, das eigentlich etwa „prahlerischer Salbenkrämer“ bedeutet (niederl. Qwakken = schwatzen, prahlen; zalven = salben). Angepriesen werden solche Mittel typischerweise hauptsächlich mit wundersamen, aber undokumentierten Heilungsgeschichten. Es fehlen in der Regel plausible Argumente, sorgfältige Dokumentationen oder Studien, die eine Wirksamkeit glaubwürdig machen könnten. Warum konsumieren so viele Menschen derart fragwürdige Heilmittel?

Weder in der medizinischen Praxis noch im Bereich von Komplementärmedizin / Naturheilkunde / Pflanzenheilkunde setzt sich Qualität von selber durch. Erfolgreich ist über weite Strecken vor allem, was die Bedürfnisse der Menschen bedient. Und diese Bedürfnisse haben mit Qualität oft herzlich wenig zu tun.

Heilkundliche Therapien dienen nicht selten auch anderen Zwecken als demjenigen, gesund zu werden. Sie wehren zum Beispiel Angst und Ohnmachtsgefühle ab oder bieten Instant-Sinnangebote für Menschen, die mit dem eigenständigen Finden von Sinn nicht zu Rande kommen.

Dazu kommt, dass wir uns bezüglich der Wirksamkeit von Heilmitteln oder Therapien oft täuschen. Behandelnde und Kranke sind nur allzu gerne bereit, jede Besserung sogleich der angewandten Heilmethode gut zu schreiben. Andere wichtige Heilfaktoren wie Selbstheilungskräfte, Placebo-Effekte, normale Schwankungen im Krankheitsverlauf oder Veränderungen im Lebensumfeld werden oft hartnäckig ausgeblendet.

So haben Übertherapie und Quacksalberei oft leichtes Spiel.

Dagegen gibt es meiner Erfahrung nach vor allem ein Rezept: Gut informierte Patientinnen und Patienten, die nicht alle wunderbaren Heilungsversprechungen blind glauben, sondern gelernt haben, Aussagen zu prüfen und kritische Fragen zu stellen.

Diese Fähigkeiten zu vermitteln ist ein wesentliches Anliegen meiner Kurse und Lehrgänge.

Nur wenn die „Faulheit des kritiklosen Für-wahr-Haltens“ (Ludwig Marcuse) abnimmt, wird sich Qualität nach und nach durchsetzen.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

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Placebo-Effekt: Studie zeigt, weshalb teurer Wein scheinbar besser schmeckt

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Preise von Produkten beeinflussen die Wahrnehmung: Der gleiche Wein schmeckt Testpersonen besser, wenn er mit einem höheren Preis angeschrieben ist. Forscher der INSEAD Business School und der Universität Bonn konnten zeigen, dass das Belohnungszentrum im Gehirn eine positive Geschmackswahrnehmung verstärkt. Dabei sind hautsächlich das Frontalhirn und das ventrale Striatum beteiligt. Die Resultate wurden nun im Fachjournal „Scientific Reports“ publiziert.

Ein höherer Preis zum Beispiel für Schokolade oder Wein steigert die Erwartung, dass das Produkt auch besser schmeckt. Unklar war bisher allerdings, wie die Preisinformation im Gehirn letztlich dazu führt, dass teurer Wein auch als besser schmeckend wahrgenommen wird.

Das Phänomen, dass identische Produkte durch verschiedene Preise unterschiedlich wahrgenommen werden, wird aauch „Marketing-Placebo-Effekt“ genannt. Wie bei einem Scheinmedikament Placebo) entfaltet er nur schon durch zugeschriebene Eigenschaften eine Wirkung.

Die Forscher untersuchten an 30 Testpersonen – davon 15 Frauen und 15 Männer im Durchschnittsalter von rund 30 Jahren – wie unterschiedliche Preise im Gehirn in entsprechende Geschmackserfahrungen übersetzt werden, wenn sich der degustierte Wein nicht unterscheidet.

Die Weindegustation fand liegend im Kernspintomografen statt, mit dem die Aktivität der Gehirnregionen erfasst wurde.

Zunächst wurde den Probanden der Preis des Weines eingeblendet. Anschliessend wurde nur rund ein Milliliter der unterschiedlichen Weine über einen Schlauch in den Mund der Testpersonen zugeführt. Darauf bestimmten die Teilnehmer mit einem Knopf auf einer neunteiligen Skala, wie gut ihnen der Wein geschmeckt hat. Danach wurde der Mund mit einer neutralen Flüssigkeit gespült und die nächste identische Weinprobe zur Degustation zugeführt. Alle Experimente fanden im Hirnscanner des Life & Brain Zentrums an der Universität Bonn statt.

Der Marketing-Placebo-Effekt habe aber auch seine Grenzen, sagen die Wissenschaftler. Wird ein qualitativ minderwertiger Wein für 100 Euro angeboten, bliebe er absehbar aus. Deshalb führten die Forscher die Versuche mit einem Rotwein durch, für den im französischen Handel eine Flasche etwa zwölf Euro kostete. Im Kernspintomografen wurde den Testpersonen hierfür zufällig als Preis drei, sechs und 18 Euro eingeblendet. Um die Studie möglichst realistisch zu gestalten, erhielten die Probanden ein Startguthaben von 45 Euro. Pro Degustation wurde der angezeigte Betrag in manchen Versuchsabläufen von diesem Konto abgebucht.

Wie erwartet gaben die Teilnehmenden an, dass der Wein mit dem höheren Preis besser schmeckt als ein scheinbar günstigerer. Es spielte jedoch keine Rolle, ob die Probanden den Wein auch bezahlen mussten, oder ob sie ihn kostenlos erhielten. Identischer Wein führt also zu einem besseren geschmacklichen Erlebnis, wenn damit preisbedingt eine höhere Erwartung verbunden ist.

Interessanterweise zeigte sich das auch im Kernspintomografen.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass bei höheren Preisen hauptsächlich das Frontalhirn und zudem auch das ventrale Striatum stärker aktiviert wurden. Während das Frontalhirn vor allem am Preisvergleich und damit der Erwartung beteiligt zu sein scheint, gehört das ventrale Striatum zum Belohnungs- und Motivationssystem. Die Forscher konnten zeigen, dass das Belohnungssystem bei höheren Preisen deutlich stärker aktiviert wird und auf diese Weise offenbar das Geschmackserlebnis verstärkt.

Das Belohnungs- und Motivationssystem spielt uns also offenbar einen Streich und gaukelt uns bei höheren Preisen einen Geschmack vor, der durch den Wein selbst an sich nicht gerechtfertigt ist, weil es sich ja bei allen Degustationen objektiv um das identische Produkte handelte.

Quelle:

https://idw-online.de/de/news679479

Publikation: Liane Schmidt, Vasilisa Skvortsova, Claus Kullen, Bernd Weber und Hilke Plassmann, How context alters value: The brain’s valuation and affective regulation system link price cues to experienced taste pleasantness, Scientific Reports, DOI: 10.1038/s41598-017-08080-0

http://www.nature.com/articles/s41598-017-08080-0

 

Kommentar & Ergänzung:

Wein hat ja nur im sehr weit gefassten Sinn eine Bedeutung für die Phytotherapie. Aber diese Studie ist auch interessant für Medizin und Phytotherapie. Teurer = besser – diese Vorstellung wurde nämlich auch in der Schmerztherapie untersucht. Auch hier zeigte sich als Resultat, dass teure Placebos besser schmerzlindernd wirken als billige. Siehe dazu:

Überraschender Placebo-Erfolg bei Schmerztherapie

Die Wirkung jedes wirksamen Arzneimittels besteht aus einem pharmakologischen Anteil (durch Wirkstoffe vermittelt) und einem Placebo-Anteil. Das gilt für synthetische Medikamente genauso wie für Phytopharmaka. Dass teurere Präparate von einem ausgeprägteren Placebo-Anteil profitieren, ist natürlich unlogisch. Es zeigt aber auch, dass Heilung nicht nur rationale Anteile hat.

Ich selber bin oft skeptisch gegenüber teuren Heilpflanzen-Zubereitungen. Es gibt Phytopharmaka, bei denen mir ein höherer Preis gerechtfertigt schein, zum Beispiel wenn damit hohe Forschungs- und Entwicklungskosten verbunden waren. Aber oft sind hohe Preise durch nichts gerechtfertigt und einfach nur Abzocke. Solchen Produkten missgönne ich dann quasi den höheren Placobo-Effekt.

Wenn billige Heilpflanzen-Präparate unbewusst weniger Ernst genommen werden, könnte das auf Kosten der Kräutertees gehen. Sie sind von Preisniveau her oft sehr moderat und deutlich tiefer als Pflanzentinkturen auf alkoholischer Basis. Viele Konsumentinnen und Konsumenten sind überzeugt, dass Pflanzentinkturen viel konzentrierter als Kräutertees sind. Berücksichtigt man aber die in der Regel damit zugeführte Dosis, lassen sich mit preisgünstigen Kräutertees meistens deutlich mehr Wirkstoffe zuführen als mit teureren Pflanzentinkturen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Mehr Zusammenarbeit zwischen Schulmedizin und Alternativer Medizin – was heisst das genau?

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In einer Diskussion in den Kommentarspalten der Seite „DocCheck“ bin ich auf folgendes Statement gestossen:

„Ich finde es sehr schade und traurig und auch arm, dass man nicht beide Ansätze (Schulmedizin und Alternative Medizin) nebeneinander stehen lassen kann und dass diese nicht endlich mal zusammenarbeiten können zum Wohle des Patienten. Jedes hat was Gutes und auch was negatives – nehmen wir doch von beiden Ansätzen das Gute! :-)“

Quelle:

http://news.doccheck.com/de/blog/post/6569-als-globuli-gegner-wird-man-nicht-reich/

Kommentar & Ergänzung:

Im ersten Moment hat mich dieses Statement angesprochen. Sympathisch, oder nicht? Kurz danach hat es mich aber eher irritiert und ich habe mich gefragt, was diese Sätze eigentlich aussagen.

Mehr Zusammenarbeit zwischen Schulmedizin und Alternativer Medizin zum Wohle des Patienten – das ist auf den ersten Blick eine nachvollziehbare Forderung. „Zusammenarbeit“ und „Wohl des Patienten“ – wer könnte da schon ernsthaft etwas dagegen einwenden.

Schaut man genauer hin, stellen sich allerdings eine ganze Reihe von Fragen.

Das fängt schon damit an, dass der Begriff „Schulmedizin“ ausgesprochen problematisch ist.

Siehe dazu:

Schulmedizin – ein fragwürdiger Ausdruck

Mit dem Ausdruck „Alternative Medizin“ steht es aber auch nicht besser. Wer möchte nicht Alternativen haben, vor allem, wenn es um die eigene Gesundheit geht.

Aber was ist denn genau gemeint mit „Alternativer Medizin“?

Darunter kann man sich alles und jedes vorstellen. Da es hier keinerlei Einschränkungen gibt, kann jede Methode und jedes Präparat, das Heilung verspricht und nicht der „Schulmedizin“ entstammt, als „Alternative Medizin“ etikettiert werden.

Pauschal eine Zusammenarbeit zwischen „Schulmedizin“ und „Alternativer Medizin“ zu fordern, läuft daher ziemlich ins Leere.

Der Begriff „Alternative Medizin“ ist eine inhaltslose Worthülse. Reden wir doch stattdessen von konkreten Methoden. Nur dann lässt sich fundiert darüber diskutieren, ob eine bestimmte Methode für die geforderte Zusammenarbeit geeignet ist oder nicht.

Zu klären wäre dann aber ausserdem noch, was mit „zusammenarbeiten“ genau gemeint ist. Auch „zusammenarbeiten“ tönt ja immer gut und erstrebenswert.

Wie die Zusammenarbeit konkret aussehen soll, müsste auf den Tisch gelegt und diskutiert werden. Während es ganz einfach ist, pauschal und vage Zusammenarbeit zu fordern, zeigen sich die Tücken erst im Detail. Ein Widerspruch taucht bereits im erwähnten Kommentar auf, wenn gleichzeitig gefordert wird, dass die beiden Ansätze „Schulmedizin“ und „Alternative Medizin“ nebeneinander stehen gelassen werden sollten. Neben einander stehen lassen – das ist jedoch weit entfernt von Zusammenarbeiten.

.Auch wenn von „Schulmedizin“ und „Alternativer Medizin“ gesagt wird, jedes habe „was Gutes und auch was Negatives“, und man solle doch von beiden Ansätzen das Gute nehmen, dann ist das für sich genommen nur ein wohlfeiler Spruch.

Wenn wir weiterkommen wollen, müssen wir genau benennen, was wir jeweils als das Gute und das Negative betrachten auf beiden Seiten. Nur auf der Basis konkreter Aussagen kann eine produktive Diskussions- und Kritikkultur entwickelt werden. Hier hat die „Alternative Medizin“ allerdings noch viel zu lernen. Aus dieser „Szene“ ist viel pauschale Diffamierung der Medizin zu hören, während präzise Kritik auf der Basis von Argumenten kaum vorkommt. Präzise Kritik an Missständen in der Medizin ist durchaus nötig. Sie muss allfällige Missstände aber genau benennen (wer, was, wo, wie, wann?) und nicht einfach pauschale Feindbilder kultivieren.

Zudem fehlt der „Alternativen Medizin“ weitgehend die präzise Kritik im eigenen Lager, die genauso nötig wäre.

Siehe dazu:

Naturheilkunde braucht kritische Auseinandersetzung

Naturheilkunde  kritische Fragen unerwünscht?

Mehr Kontroverse in Komplementärmedizin / Naturheilkunde / Pflanzenheilkunde

Auch die Forderung nach Zusammenarbeit zum „Wohl des Patienten“ klingt gut, sagt aber noch kaum etwas aus. Was ist gemeint mit dem „Wohl des Patienten“?

Umfasst das „Wohl des Patienten“ mehr als „Gesundheit“? Schon der Begriff „Gesundheit“ ist komplex und alles andere als einfach zu erfassen. Und das „Wohl des Patienten“? Ist damit gemeint, dass alle Bedürfnisse des Patienten erfüllt werden? Können und sollen „Schulmedizin“ und „Alternative Medizin“ das zusammen leisten?

Meiner Ansicht nach bringen uns wohlklingende, aber vage bis inhaltsleere Begriffe nicht weiter. Solchen Reden fehlt der Realitätsbezug. Die Arbeit, Begriffe zu klären so gut es geht und nach präziser Ausdrucksweise zu streben, lohnt sich auf jeden Fall.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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