Artikel mit Schlagwort ‘Medikamente’
Donnerstag, Januar 19th, 2012
Dass man Medikamente nicht mit alkoholischen Getränken wie Bier oder Wein hinunterspülen soll, dürfte ziemlich bekannt sein. Dass Milch oder Fruchtsaft ebenfalls problematisch sein können, ist aber wohl vielen Konsumentinnen und Konsumenten nicht klar Kaum jemand weiß, dass manche Medikamente in ihrer Wirkung beeinträchtigt werden, wenn man sie zusammen mit bestimmten Nahrungs- und Genussmitteln einnimmt.
Beispielsweise wirken einige Antibiotika überhaupt nicht oder nur eingeschränkt, wenn man sie zusammen mit Milch einnimmt. Wer die Antibabypille schluckt, sollte auf Johanniskraut-Präparate verzichten, da diese ebenfalls die Wirkung aufheben können. Menschen, die Medikamente zur Blutverdünnung anwenden, sollten bei Nahrungsmitteln, die verhältnismäßig viel Vitamin K enthalten, vorsichtig sein. Dazu gehören beispielsweise Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl, Kopfsalat, Leber, Spargel und Spinat.
Grundsätzlich ist davon abzuraten, Arzneimittel mit Grapefruit oder Grapefruitsaft einzunehmen, da diese auf verschiedene Arten die Wirkungsweise beeinflussen.
Quelle:
Pressemitteilung Hessischer Apothekerverband e. V.
http://gesundheit-adhoc.de/index.php?m=1&showPage=1&id=11686
Kommentar & Ergänzung:
Wechselwirkungen von Grapefruitsaft mit Medikamenten sind gut untersucht. Weniger bekannt ist aber, dass auch andere Fruchtsäfte wie Orangensaft und Apfelsaft diesbezüglich Probleme machen können.
Siehe dazu:
Grapefruitsaft und andere Fruchtsäfte können Medikamenten-Wirkungen beeinflussen
Zu Wechselwirkungen von Johanniskraut:
Wechselwirkungen von Johanniskraut
Johanniskraut: Wechselwirkung mit Kontrazeptiva
Phytotherapie: Wechselwirkungen von Johanniskraut
Phytotherapie: Johanniskraut-Wechselwirkungen
Johanniskraut und Antibaby-Pille – Warnungen gerechtfertigt?
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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Freitag, Januar 6th, 2012
Wir Menschen neigen dazu, zeitlich zusammen fallende Ereignisse in einen ursächlichen Zusammenhang zu stellen, der gar nicht vorhanden sein muss.
Man nennt dies etwas umständlich den „Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlsschluss“.
Zu diesem Fehlschluss neigen wir häufig auch bei der Beurteilung von Heilwirkungen:
Ich leide an Krankheit Z
Ich nehme Präparat XY
Mir geht es besser
Schlussfolgerung: XY ist wirksam gegen Krankheit Z
Alle anderen Einflüsse, die zu meiner Gesundung beigetragen haben könnten, werden mit diesem Kurzschluss ausgeklammert (besipielsweise Selbstheilungskräfte, Veränderungen in den Lebensumständen, andere therapeutische Massnahmen, Placebo-Effekte).
Und genauso gibt es den „Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss“ bezüglich unerwünschter Nebenwirkungen:
Ich nehme Arzneimittel X
Ich bekomme Beschwerden Z
Schlussfolgerung: Arzneimittel X ist Auslöser der Beschwerden Z
Alle anderen Einflüsse, die zu den Beschwerden Z geführt haben könnten, werden ausgeklammert (beispielsweise andere Medikamente, Veränderungen in den Lebensumständen, Infektionen, Nocebo-Effekte).
Der „Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss“ ist der wichtigste Grund dafür, dass die Beurteilung von Heilwirkungen und Nebenwirkungen von Arzneimitteln so komplex ist, und dafür, dass einzelne Erfahrungen in dieser Hinsicht meistens wenig aussagen. Vor allem in der Komplementärmedizin hört man oft das Schlagwort „Wer heilt hat Recht!“. Dass die Realität nicht so simpel ist, dafür sorgt der „Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss“. Wer heilt hat nämlich nur Recht, wenn das entsprechende Heilmittel tatsächlich für die Besserung oder Heilung verantwortlich ist. Das gilt natürlich nicht nur für die Komplementärmedizin.
Es gilt für synthetische Medikamente, Phytotherapeutika, Präparate aus Homöopathie oder Anthroposophischer Medizin etc.
Siehe auch:
Komplementärmedizin: Wer heilt hat Recht?
Der „Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss“ ist ein starkes Argument für das Bestreben, Wirkungen von Arzneimitteln mittels systematischeren Untersuchungen zu klären, zum Beispiel in Form von Doppelblind-Studien.
Aber selbst Doppelblind-Studien können zu unterschiedlichen und widersprüchlichen Resultaten kommen.
Daher fasst man dann mehrere Doppelblind-Studien zu einer Metastudie zusammen, um auf diese Art und Weise fundiertere Schlüsse ziehen zu können. Das macht zum Beispiel die renommierte Cochrane Collaboration.
Aber selbst Metastudien können sich widersprechen….
zum Beispiel weil die Studien, welche man zur Auswertung in eine Metastudie einschliesst, mittels unterschiedlicher Kriterien ausgewählt wurden.
So müssen wir wohl oder übel auf die endgültige und umfassende Gewissheit in den allermeisten Fällen verzichten, denn die Beurteilung von therapeutischen Wirkungen und unerwünschten Nebenwirkungen ist eben sehr komplex. Was uns aber nicht davon abhalten sollte, nach vorläufiger und notgedrungen bruchstückhafter Erkenntnis zu streben. Suchen ist manchmal wichtiger als Finden.
Keine kritischen Fragen stellen und jede Behauptung und Heilungsversprechung unbesehen für bare Münze zu nehmen ist jedenfalls keine Alternative.
Entscheidend scheint mir dabei ein sorgfältiger Umgang mit dem Begriff „Erfahrung“.
Siehe dazu:
Naturheilkunde – vom sorgfältigen Umgang mit Erfahrung
Naturheilkunde braucht sorgfältigeren Umgang mit Erfahrung
Naturheilkunde: Erfahrung genügt nicht als Begründung
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Freitag, Dezember 30th, 2011
Der „Schwarzwälder Bote“ veröffentlichte einen Artikel zum Thema Weihrauch bei Darmerkrankungen. Und zwar für eine Publikumszeitung einen erfreulich fundierten Artikel zudem. Hier ein paar Informationen daraus mit dazwischen geschaltetem Kommentar (kursiv):
„Ihr Revival verdankt die Dreikönigs-Gabe dem Tübinger Pharmakologen Hermann Ammon, der das Harz der indischen Boswellia serrata zu Beginn der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts mit modernen Methoden analysierte und Triterpensäuren als wirksame Substanzen identifizierte. Seiner Forschung zufolge hemmen sie das Enzym 5-Lipoxygenase, das bei der Bildung von Leukotrienen eine entscheidende Rolle spielt, Stoffen, die an der Entstehung von Entzündungen beteiligt sind. Seit neuestem untersucht an der Universität Jena Oliver Werz, Professor für Pharmazeutische Chemie, mittels des sogenannten Target-fishing, welche Enzyme sich an einen solchen “Köder” aus Boswelliasäuren binden. Das ist moderne Grundlagenforschung im Labor, doch Werz arbeitet inzwischen auch mit einer Firma zusammen, die Weihrauchextrakte zum Cremen gegen Haut- und Gelenkbeschwerden anbietet.“
Kommentar M.K.: Die Hemmung von Leukotrienen (Entzündungsmediatoren) durch Boswelliasäuren stand lange im Zentrum der Weihrauch-Forschung. Die Wirkung lässt sich im Labor offenbar gut zeigen, doch ist ungewiss, ob Boswelliasäuren im menschlichen Organismus genügend hohe Konzentrationen erreichen, um diese Wirkung auszulösen.
Die Anwendung von Weihrauchextrakten in Form von Cremen bei Hauterkrankungen und Gelenkbeschwerden ist ein neueres Phänomen. Bei Hauterkrankungen (Schuppenflechte) könnte ich mir allenfalls eine Wirkung vorstellen, bei Gelenkerkrankungen zweifle ich stark daran, ob die Wirkstoffe in genügender Menge durch die Haut eindringen und bis ins Gelenk gelangen.
„In Weihrauchpräparate zum Einnehmen setzten in den vergangenen Jahren immer mehr Patienten mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen ihre Hoffnung. ‚Weihrauch gehört zu den Medikamenten, die viele unserer Patienten mit einer Colitis ulcerosa oder einem Morbus Crohn schon ausprobiert haben’, sagt die Magen-Darm-Spezialistin Britta Siegmund, die an der Berliner Charité eine Spezialsprechstunde für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen leitet.“ Allerdings sei die Datenlage zu diesem Phytotherapeutikum noch mager.
Zuletzt führte im Frühsommer dieses Jahres eine deutsche Multicenter-Studie, an der auch Patienten aus der Charité teilgenommen haben, zu eher ernüchternden Resultaten. Publiziert wurde sie im renommierten Fachblatt ‚Inflammatory Bowel Disease’. Die Studie, in der der Boswellia-serrata-Extrakt PS0201 Bo bei Patienten mit einem Morbus Crohn gegen ein Scheinmedikament getestet wurde, war zwar auf ein Jahr angelegt, wurde jedoch vorzeitig beendet, weil sich weder in der Krankheitsaktivität noch im subjektiven Befinden der Studienteilnehmer Unterschiede zwischen beiden Gruppen zeigten.
Quasi nebenbei ergab die Studie jedoch, dass das pflanzliche Mittel sicher ist, dass also keine schädlichen Nebenwirkungen zu befürchten sind. Bisher gebe es keine wissenschaftliche Grundlage dafür, Weihrauch bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen gezielt einzusetzen, erklärt Siegmund und fügt hinzu: „Es spricht aber nichts dagegen, dass Patienten, die gute Erfahrungen damit gemacht haben, es einnehmen.“
Der Internist Henning Gerhardt, langjähriger Leiter der Colitis-Crohn-Ambulanz am Klinikum Mannheim, hörte von Boswellia serrata zuerst Mitte der neunziger Jahre durch eine seiner Patientinnen mit Morbus Crohn. Sie hatte sich Tabletten mit dem Trockenextrakt H 15 beschafft, die eine indische Firma produziert, und berichtete bei einer Arzt-Patienten-Runde, sie sei lange nicht so frei von Bauchschmerzen und Bauchkrämpfen gewesen wie seit dem Zeitpunkt, seit dem sie dreimal täglich das Weihrauchpräparat einnehme.
In Zusammenarbeit mit Gastroenterologen der Uniklinik in Wien testete die Arbeitsgruppe von Gerhardt den Extrakt H 15 erstmals in einer Doppelblindstudie, in der 102 Crohn-Patienten entweder Weihrauchextrakt oder den Entzündungshemmer Mesalazin erhielten. Der achtwöchige Vergleich ergab, dass das pflanzliche Mittel dem Standardpräparat nicht unterlegen war. Das könne nach dem Stand der Wissenschaft als Wirksamkeitsnachweis gelten. Die Ergebnisse stimmen Gerhardt zudem optimistisch, was andere Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis betrifft. Durch die Studie ermutigt, deren Resultate im Jahr 2001 in der Zeitschrift für Gastroenterologie publiziert wurden, setzt der Internist den Weihrauchextrakt, der in Deutschland als Importpräparat verschrieben werden kann, seitdem bei zahlreichen seiner Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ein – zusätzlich zur Standardbehandlung, zu der auch Cortison-Präparate zählen. Seiner Erfahrung nach kann die Cortison-Dosis dadurch in vielen Fällen vermindert werden.
„Die Forschung zu ‚natürlichen’ Heilmitteln für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen konzentriert sich derzeit auf andere Naturprodukte. So liefern inzwischen mehrere solide Studien Hinweise auf die Wirksamkeit eines Gebräus aus dem Schweinepeitschenwurm (Trichuris suis). Dem Wurm wird zugetraut, das Immunsystem zu einer Gegenreaktion zu bewegen. Sie könnte das selbstzerstörerische Krankheitsgeschehen bremsen, das Autoimmunkrankheiten wie Crohn und Colitis ulzerosa bestimmt. Eine Arbeitsgruppe im Münchner Uniklinikum Großhadern untersucht zudem gerade den Einsatz von Cannabisextrakt in Tablettenform beim Morbus Crohn.“
Quelle:
http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.medizin-weihrauch:-mehr-schall-als-rauch.4a9a2d87-d670-4af0-bf1e-56229353840e.html
Kommentar & Ergänzung:
Ein solcher Artikel ist in mancher Hinsicht nicht befriedigend, gerade weil er differenziert ist und widersprüchliche Fakten nicht ausblendet. Propagandabeiträge, die alles als super und eindeutig darstellen, sind demgegenüber im Vorteil.
Wir brauchen meines Erachtens in Bereichen wie Komplementärmedizin und Naturheilkunde, aber auch generell in unserer Gesellschaft, mehr Ambivalenztoleranz.
Damit ist gemeint, dass wir lernen müssen, mit Widersprüchlichkeiten und Uneindeutigkeiten umzugehen.
Es ist in allen Bereichen längst nicht so viel geklärt und eindeutig, wie uns das Propagandisten und Missionare aller Art weis machen möchten.
Der „Leitfaden Phytotherapie“ fasst die Datenlage zu Weihrauch & Colitis ulcerosa so zusammen:
„Bisher sind nur einige wenige Studien mit geringer Patientenfallzahl veröffentlicht worden, in denen Wirkungen mit hohen Dosen von Weihrauchextrakt erreicht wurden. Eine Metaanalyse mit 7 qualitativ geeigneten von insgesamt 47 verfügbaren Studien (zumeist aus dem indischen Sprachraum) folgerte, dass die Datenlage ermutigend, aber noch nicht ausreichend ist (Ernst E. BM). 2008; 337: a2813.“
Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Dienstag, Dezember 20th, 2011
Am Institut CENTER für klinische und epidemiologische Erforschung von Darmerkrankungen in Rochester (USA) wurde eine Studie mit 75 Patienten, die an einem Reizdarm litten, durchgeführt, darunter 35 mit Reizdarm und Verstopfung, 35 mit Reizdarm und Durchfall und fünf mit Reizdarm und alternierender Verstopfung und Durchfall. Sie bekamen eine Dosis Plazebo oder 2,5 mg oder 5 mg Dronabinol. Der Wirkstoff in Dronabinol ist Tetrahydrocannabinol (THC), auch bekannt als wichtigster Inhaltsstoff der Cannabispflanze.
Gemessen wurden die Bewegungen des Dickdarms, der Tonus und die Wahrnehmung des Dickdarms im nüchternen Zustand und nach einer Mahlzeit. Ausserdem untersuchten die Forscher verschiedene Genvarianten:
- eine bestimmte Variante des Gens, das den Cannabinoid-1-Rezoptor codiert,
sowie
- eine Variante des Gens, das die Fettsäureamidhydrolase codiert, die für den Abbau des Endocannabinoids Anandamid verantwortlich ist.
Bei allen Patienten verminderte 5 mg Dronabinol die Dickdarmbewegungen im nüchternen Zustand. Die gemessenen Wirkungen waren bei Patienten, die an Durchfall oder wechselnd an Durchfall und Verstopfung litten, am stärksten ausgeprägt. Dronabinol zeigte keine Auswirkung auf den Tonus oder die Wahrnehmung. Die Motilität (Darmbewegungen) war abhängig von den untersuchten Gen-Varianten.
In tierexperimentellen Studien vermindern Dronabinol und andere CB1-Rezeptoragonisten die Darmmotilität. Verglichen mit den Opiaten ist diese Wirkung jedoch nur sehr gering ausgeprägt. Die aktuelle Studie zeigt, dass dieser Effekt vielleicht therapeutisch bei Reizdarm-Patienten mit Durchfall genutzt werden könnte.
Quellen:
- Wong BS, Camilleri M, Busciglio I, Carlson P, Szarka LA, Burton D, Zinsmeister AR. Pharmacogenetic Trial of a Cannabinoid Agonist Shows Reduced Fasting Colonic Motility in Patients with Non-Constipated Irritable Bowel Syndrome. Gastroenterology, 28. Juli 2011 [Elektronische Veröffentlichung vor dem Druck]
- THC Pharm
- http://www.journalmed.de/newsview.php?id=36032
Kommentar & Ergänzung:
Dronabinol zur Linderung der Beschwerden bei Reizdarm – diese Option ist natürlich noch weit entfernt von der Anwendung bei Reizdarm-Patienten.
Dronabinol wird bisher eingesetzt beispielsweise zur Linderung der Spastik bei Multiple-Sklerose-Kranken.
Siehe:
Cannabis als Heilmittel zulassen
Ergänzende Informationen zu Dronabinol (Quelle: Pharmawiki):
Dronabinol, besser bekannt als Tetrahydrocannabinol (THC), ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Cannabinoide, der natürlicherweise im Hanf vorkommt. In der Schweiz ist eine medizinische Anwendung mit einer Ausnahmebewilligung des Bundesamts für Gesundheit möglich. Der Wirkstoff wird vorwiegend als Lösung verabreicht und kann unter anderem gegen Schmerzen, Spastik, Appetitlosigkeit und Übelkeit infolge schwerer Erkrankungen eingesetzt werden. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören psychotrope Effekte, Verdauungsbeschwerden und Herz-Kreislaufstörungen.“
Zur rechtlichen Situation:
„Dronabinol ist ein Betäubungsmittel. Das Bundesamt für Gesundheit kann für die beschränkte medizinische Anwendung eine Ausnahmebewilligung erteilen. Eine solche Bewilligung erfordert einen detaillierten Antrag an die Sektion Grundlagen des BAG.”
Herstellung von Dronabinol:
„Apotheken können Dronabinol-Zubereitungen als Magistralrezeptur selbst herstellen oder in Lohnherstellung herstellen lassen.“
Dabei wird unterschieden zwischen
Öligen Dronabinol-Tropfen 2.5%
und
Dronabinol-Kapseln 2.5 mg, 5 mg,
In der Praxis werden vor allem die Tropfen eingesetzt. Die Kosten für die Therapie sind vergleichsweise hoch. In den Vereinigten Staaten ist Dronabinol in Form von Kapseln im Handel (Marinol®).
Struktur und Eigenschaften von Dronabinol
„Bei Dronabinol handelt es sich um (-)-trans-Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC), ein natürlicher Inhaltsstoff der Hanfpflanze Cannabis sativa L. Dronabinol (C21H30O2, Mr = 314.5 g/mol) ist ein leicht gelbliches, harziges und klebriges Öl, das bei kalter Temperatur aushärtet. Aufgrund seiner hohen Lipophilie ist es in Wasser unlöslich. Zur Zubereitung der Lösungen werden in der Regel mittelkettige Triglyceride oder Sesamöl, für die Kapseln ein Hartfett oder Sesamöl verwendet. Sesamöl hat den Nachteil, dass es oxidationsempfindlich ist.“
Wirkungen von Dronabinol
Dronabinol hat antiemetische, appetitstimulierende, schmerzlindernde, entzündungshemmende, muskelentspannende, dämpfende und psychotrope Wirkungen.
Dronabinol wirkt zentral sympathomimetisch, was die unerwünschten Effekte auf den Herz-Kreislauf erklärt. Die Wirkungen werden mit der Bindung an Cannabinoid-Rezeptoren erklärt und setzen nach etwa 30-60 Minuten ein. Die psychotropen Effekte von Dronabinol halten 4-6 Stunden an, die Appetitstimulation bis zu 24 Stunden.
Indikationen von Dronabinol
„In den USA ist Dronabinol zur Behandlung der Appetitlosigkeit mit Gewichtsverlust bei AIDS-Patienten und als Mittel der 2. Wahl gegen Übelkeit und Erbrechen im Zusammenhang mit einer Chemotherapie zugelassen. In der Schweiz wird es vorwiegend gegen chronische / neuropathische Schmerzen und Spastik eingesetzt.“
Dosierung von Dronabinol
Entsprechend der Arzneimittel-Fachinformation. Die Dosis muss individuell eingestellt werden.
„Dronabinol wird in der Regel peroral eingenommen. Es kann – ähnlich wie Cannabis – auch inhalativ in Form alkoholischer Lösungen verabreicht werden. Die öligen Tropfen sind geruch- und geschmacklos und werden zu oder nach einer Mahlzeit auf einem Stück Zucker oder Brot, auf einem Butterkeks oder in Joghurt eingenommen. Dabei soll beachtet werden, dass sie nicht wasserlöslich sind und deshalb nicht mit Tee oder Wasser verdünnt werden können. Zur Appetitsteigerung erfolgt die Einnahme vor den Mahlzeiten.“
Welche Kontraindikationen gibt es für Dronabinol?
Dronabinol darf bei Überempfindlichkeit, während der Schwangerschaft und während der Stillzeit nicht angewendet werden. Vorsicht ist nötig bei psychiatrischen Erkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aufgrund der Verminderung des Reaktionsvermögens ist eine Teilnahme am Strassenverkehr und das Bedienen von Maschinen nicht angezeigt und laut Gesetz verboten. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen sind zu finden in der Arzneimittel-Fachinformation.
Interaktionen (= Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten)
Mit einer Reihe von Wirkstoffen wurden pharmakodynamische Interaktionen (Wechselwirkungen) beschrieben. Der zentral dämpfende Effekt kann bei gleichzeitiger Verabreichung von Alkohol, Beruhigungsmitteln, Antidepressiva, Schmerzmitteln und Schlafmitteln verstärkt werden. Anticholinergika können die Tachykardie (Herzrasen) verstärken.
Dronabinol besitzt einen hohen First-Pass-Metabolismus und eine schwache Bioverfügbarkeit von 10-20%. Der Wirkstoff wird in der Leber von CYP450 unter anderem zum aktiven Metaboliten 11-OH-Dronabinol biotransformiert. Nach einer Einzeldosis können Dronabinol und seine Umwandlungsprodukte noch 5 Wochen später im Urin und im Stuhl in geringen Konzentrationen nachgewiesen werden.
Unerwünschte Wirkungen von Dronabinol
Die Nebenwirkungen sind dosiabhängig, werden also hauptsächlich bei hohen Dosen beobachtet. Sie lassen sich unter anderem auf die sympathomimetischen und psychotropen Eigenschaften des Wirkstoffs THC zurückführen. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen zählen Schwäche, Palpitationen, schneller Herzschlag, Gefässerweiterung, Flush, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Oft sind auch zentrale Störungen wie Amnesie, Nervosität, Verwirrung, Paranoia, Euphorie, Halluzinationen, Schläfrigkeit und abnormes Denken.
Das Abhängigkeitspotential wird für die aufgeführten Indikationen als gering bewertet. Dronabinol kann aber abhängig machen und bei hoher Dosis ein Abstinenzsyndrom verursachen, das sich unter anderem in Reizbarkeit, Schlafstörungen und Unruhe zeigt.
Literatur: Siehe Pharmawiki
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Samstag, Dezember 17th, 2011
Hauptsächlich bei Infekten der oberen Atemwege, einer Erkältung oder auch bei einer Mandelentzündung schmerzt der Hals. Meistens sind dafür Viren verantwortlich, manchmal auch Bakterien. Die Schleimhäute werden dadurch gereizt und entzünden sich: Der Hals wird rot, schwillt an und schmerzt.
In solchen Fällen muss man aber nicht gleich teure Medikamente schlucken, auch alte Hausmittel wie etwa Quarkwickel oder Inhalieren haben sich bewährt.
Dauern die Beschwerden jedoch länger als drei, vier Tage an oder werden sie sogar schlimmer, sollten man besser zum Arzt gehen.
„Viel Kräutertee trinken“, empfiehlt die „BZ“ ihren Leserinnen und Lesern:
„Möglichst viel trinken. Das hält die Schleimhäute feucht, Erkältungsviren können sich nicht so gut vermehren. Heilpflanzen wirken keimhemmend, entzündungsdämmend, abschwellend und eigen sich deshalb besonders gut als Tee. Gut sind Salbei, Thymian, Kamille oder eine „heiße Zitrone“. Ob die Getränke aber heiß oder kalt sind, ist nicht entscheidend. Wichtig ist die Menge: mindestens zwei Liter am Tag.“
„Mit warmer Kamille gurgeln“, lautet der zweite Rat:
„Gurgeln Sie mehrmals täglich. Dadurch werden Krankheitserreger im Rachen weggespült. Gut bei Halsschmerzen ist Kamillentee (lang gezogen). Die Heilpflanze hat eine entzündungshemmende Wirkung und lindert Schmerzen. Der Tee sollte lauwarm sein. Achtung: Nicht mit hochprozentigem Schnaps gurgeln. Dadurch werden die entzündeten Schleimhäute zusätzlich gereizt.“
Bei Halsschmerzen würde ich allerdings zum Gurgeln anstelle von Kamillentee den Salbeitee vorziehen. Salbei enthält neben antimikrobiell wirkenden ätherischen Ölen (gegen Viren, Bakterien, Pilze) noch Lamiaceen-Gerbstoff (Rosmarinsäure), der gut entzündungswidrig wirkt.
„Mit Salzwasser inhalieren“, lautet der dritte Rat:
„Um den Schleim in der Nase und den Nebenhöhlen zu lösen, ist das Inhalieren von Salzwasser besonders wirksam. Die Dämpfe erreichen auch den Kehlkopf gut und lindern Heiserkeit. Einfach einen Liter Wasser erhitzen, drei Teelöffel Salz dazu geben und den aufsteigenden Wasserdampf unter einem Handtuch durch die Nase einatmen.“
Inhalieren mit Salzwasser ist tatsächlich ein einfaches, aber oft wirksames Hausmittel.
Schliesslich empfiehlt die „BZ“ noch den Halswickel:
„Bei Dauerkratzen kann auch ein Halswickel helfen. Dazu wird ein Küchenhandtuch mit kühlen bis warmem (je nach Bedürfnis) Wasser getränkt, ausgewrungen und um den Hals gelegt. Darüber ein trockenes Tuch oder einen Wollschal wickeln. Zwischen 20 und 30 Minuten sollte der Wickel einwirken. Oder: Quark auf das Handtuch streichen und um den Hals legen.“
Insbesondere der Quarkwickel hat eine kühlende und dadurch abschwellende Wirkung. Völlig unsinnig sind allerdings immer noch herumgeisternde Geschichten, wonach der Quarkwickel „Giftstoffe“ herausziehen soll.
Niemand kann nämlich genau erklären, um was für „Giftstoffe“ es sind da handeln soll. Viren und Bakterien jedenfalls zieht man nicht einfach so durch die Haut. Ausserdem ist völlig unklar, wie der Quark wissen kann, welche Stoffe er als Giftstoffe herausziehen muss, und welche Stoffe unbedingt drin bleiben müssen. Und wenn man dann noch hört, der Quarkwickel ziehe die „Giftstoffe“ „osmotisch“ heraus, dann bleibt nur noch das grosse Staunen. Osmose funktioniert nämlich nur über eine halbdurchlässige Membran. Wäre die Haut eine solche halbdurchlässige (semipermeable) Membran, dann würde ich in der Badewanne aufgehen wie ein Kuchen im Backofen und schliesslich wohl platzen.
Das ist aber – damit wir uns nicht missverstehen – kein Quarkwickel-feindliches Statement. Quarkwickel sind oft sehr wirksam, wohl einfach aufgrund der intensiven, langanhaltenden Kühlwirkung. Dafür gebührt dem Quarkwickel meine Anerkennung. Ich bin nur gegen abstruse Konstrukte wie die „Giftstoff-herauszieh-Theorie“ (GHT).
Quelle der „BZ“-Zitate:
http://www.bz-berlin.de/ratgeber/gesundheit/die-besten-hausmittel-gegen-erkaeltung-article1342725.html#bzRSS
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Mittwoch, Dezember 7th, 2011
Silymarin ist ein Flavonoid-Gemisch aus den Früchten der Mariendistel (Silybum marianum), die hierzulande eher als Leberschutz-Präparat bekannt ist. Jetzt sind koreanische Wissenschaftler bei diesem Mariendistel-Wirkstoff auf eine Wirksamkeit gegen Grippe-Viren gestoßen, was angesichts der zunehmenden Resistenz von Grippeviren gegen die herkömmlichen antiviralen Medikamente in Zukunft von großem Interesse sein könnte.
Die Forscher haben tierische Zellen mit H1N1 Grippe-Viren infiziert und die Wirkung des Silymarins beobachtet. Anhand von Mikroskop-Bildern wurden die morphologischen Veränderungen nach Behandlung mit Silymarin, einem konventionellen Standardpräparat (Oseltamivir, = Tamiflu) und mit der Leerkontrolle verglichen. Dabei zeigte sich, dass bei hohen Konzentrationen Silymarin ungefähr doppelt so effektiv war wie die Standardarznei Oseltamivir. Gleichzeitig erwiesen sich diese hohen Silymarin-Konzentrationen für die tierischen Zellen als ungefährlich. Die Analyse der Genaktivität zeigte, dass das Ablesen der Virengene durch Silymarin verhindert wurde, so dass sich die Viren nicht vermehren konnten.
Quellen:
http://www.carstens-stiftung.de/artikel/silymarin-einmal-anders.html
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21377857
Kommentar & Ergänzung:
Silymarin bzw. dessen Bestandteil Silibinin wird auch bezüglicher einer möglichen Wirkung auf andere Viruserkrankungen erforscht, vor allem Hepatitis C.
Siehe:
Mariendistel hat auch antivirale Wirkung
Silibinin aus Mariendistel unterstützt Standardtherapie bei chronischer Hepatitis
Von daher ist es schon interessant, ob auch bei Grippe ein günstiger Effekt zu erwarten ist, und wie dieser allenfalls zustande kommt.
Wie immer bei Laboruntersuchungen muss aber erwähnt werden, dass sich solche Wirkungen nicht direkt auf den Menschen übertragen lassen. Ob Grippe-Patienten von Silymarin profitieren, lässt sich nur an Grippe-Patienten feststellen, und nicht an tierischen Zellen. Entscheidend ist auch nicht, ob ein Wirkstoff im Labor Influenzaviren in isolierten Zellen hemmt, sondern ob er bei Grippepatienten vor schweren Komplikationen wie Lungenentzündung schützt. In dieser Hinsicht ist allerdings auch Oseltamivir / Tamiflu bisher nicht überzeugend.
Siehe: Tamiflu nicht wirksamer als Placebo
Für Silymarin spricht, dass dieser Mariendistel-Wirkstoff ausgesprochen gut verträglich ist und dass es daher realisierbar erscheint, ihn auch in hoher Konzentration dem lebenden Organismus zuzuführen.
Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.
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Dienstag, Dezember 6th, 2011
Gewürznelke, Koriander, Limette, Jasmin, Lemongras und Zimtbaum sind hauptsächlich bekannt aufgrund ihres spezifischen Geruchs bzw. Geschmacks. Dieser beruht vor allem auf einer Gruppe von Inhaltsstoffen, den Terpenoiden Eugenol, Linalool, Citronellal, Linalylacetat, Citral und Benzylbenzoat. Dass diese Substanzen antibakterielle und fungizide Wirkungen besitzen, ist schon seit längerem bekannt. Indische Wissenschaftler haben diese fungiziden ( = pilztötenden) Eigenschaften genauer untersucht, und zwar in Laborversuchen mit Candida albicans, einem Hefepilz der oft in menschlichen Schleimhäuten nachgewiesen werden kann und für verschiedene Pilzinfektionen verantwortlich ist.
Alle sechs untersuchten Terpenoide zeigten sich in den Laborversuchen als wirksam, am schnellsten wirkten Linalool (Koriander) und Eugenol (Gewürznelke), am effektivsten Linalool (Koriander) und Citral (Lemongras). Viel interessanter ist jedoch ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Alle Terpenoide töteten auch Candida-Pilze, die gegen das konventionelle Medikament Fluconazol resistent waren.
Quellen:
http://www.carstens-stiftung.de/artikel/mit-essenziellen-oelen-pilzen-zu-leibe-gerueckt.html
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0944711311001206
Kommentar & Ergänzung:
Interessant ist das gute Abschneiden von Linalool, ein Inhaltsstoff zahlreicher ätherischer Öle.
„Linalool ist Bestandteil vieler ätherischer Öle. Es kommt im Koriander, Hopfen, Muskat, Ingwer, Bohnenkraut, Zimt, Basilikum, Majoran, Thymian, Oregano, schwarzen Pfeffer, Safran und anderen Gewürzpflanzen vor. Auch als Ester (Linalylacetat) und als Linalooloxid findet es sich in vielen ätherischen Ölen. Linalool gehört auch zu den Aromen im Wein. Mit einem Geruchsschwellwert von 25 Milligramm/l ist es eine wichtige Komponente des Muskateller-Bouquets.“
(Quelle: Wikipdedia)
Linalool und Linalylacetat sind wichtige Komponenten im Lavendelöl, das ebenfalls eine gute Wirkung bei Pilzerkrankungen hat.
Siehe:
Lavendelöl wirksam gegen Hautpilze
Lavendelöl-Anwendungen finden Sie in der Broschüre „Ätherische Öle in der Pflege – Wirkung und Anwendung von Lavendelöl“
Zu Eugenol:
Eugenol – der Hauptbestandteil im Nelkenöl
Steckbrief Candida albicans:
„ Candida albicans ist ein Pilz der Candidagruppe, die den Hefepilzen zugeordnet wird. Er ist der häufigste Erreger der Kandidose (auch Candidose, Candidiasis, Candidamykose, Monoliasis, Soor oder bei Babys „Windelpilz“ genannt). Dieser Pilz ist bei Warmblütern (und daher auch beim Menschen) häufig auf den Schleimhäuten von Mund und Rachen und im Genitalbereich sowie im Verdauungstrakt zu finden. Bei etwa 30 % aller gesunden Menschen kann er nachgewiesen werden.
C. albicans gehört zu den fakultativ pathogenen Erregern (nur unter bestimmten Bedingungen eine Krankheit auslösend) und ist als ein Saprobiont anzusehen, der in einem Gleichgewichtszustand mit der menschlichen Immunabwehr und anderen Mikroorganismen siedelt. Die Besiedelung durch diesen Pilz verursacht in der Regel kaum Beschwerden. Bei fehlender oder verminderter Immunität (im Rahmen von anderen Grundkrankheiten, wie Diabetes mellitus, AIDS, oder durch die Gabe bestimmter Medikamente) kann die Besiedelung mit Candida albicans oder ihm verwandten Pilzen jedoch stark zunehmen, die sich dann als Mykose manifestiert. Meistens handelt es sich dabei um endogene Infektionen, das heißt, der Erreger war bereits vor Krankheitsausbruch am Ort der Infektion, seltener um exogene Infektionen, also durch von außen erworbene Erreger.“
(Quelle: Wikipedia)
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Donnerstag, Dezember 1st, 2011
Espresso kann hohe Koffein-Mengen enthalten, was vor allem in der Schwangerschaft problematisch werden kann.
Das berichten schottische Wissenschaftler.
Sie haben das Heißgetränk in 20 Cafés untersucht und pro Tasse Koffein-Mengen von 50 bis über 300 mg gefunden (Food & Function 2011, online 30. November).
Hoher Kaffeekonsum in der Schwangerschaft steigert nach Studiendaten das Risiko für Fehlgeburten und niedriges Geburtsgewicht, so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE).
Die DGE empfiehlt Schwangeren, nicht mehr als 300 mg Koffein pro Tag zu sich zu nehmen, was zirka drei mittleren Tassen normalen Filterkaffees entspricht.
Quellen:
http://pubs.rsc.org/en/content/articlelanding/2012/fo/c1fo10240k
http://www.aerztezeitung.de/panorama/article/681659/koffein-espresso-kann-schwangere-gefaehrden.html?sh=5&h=1820816682
Kommentar & Ergänzung:
Nicht vergessen werden sollte in diesem Zusammenhang, dass Koffein nicht nur im Kaffee vorkommt, sondern auch ein Bestandteil ist von Grüntee, Schwarztee, Cola, Mate, Guaraná, Energy-Drinks und (in geringeren Mengen) von Kakao.
Hier eine Aufstellung zum Koffein-Gehalt verschiedener Getränke aus Wikipedia:
„Gehalte in Lebens- und Genussmitteln sowie Medikamenten
Produkte mit natürlichem Coffeingehalt:
Eine Tasse Kaffee (150 ml aus 4 g Kaffeebohnen) enthält etwa 40 bis 120 mg.
Eine kleine Tasse Espresso (30 ml) etwa 40 mg Coffein.
Eine Tasse Schwarztee kann je nach Zubereitungsart bis zu 50 mg enthalten, im Normalfall enthält eine Tasse Tee aus 1 g Teeblättern 20–40 mg. In 100 g trockenen Teeblättern ist mehr Coffein enthalten als in der gleichen Menge gerösteter Kaffeebohnen.
Guaraná enthält 40 bis 90 mg Coffein pro 1 g in der Trockenmasse.
Selbst Kakao enthält mit ungefähr 6 mg pro Tasse ein wenig Coffein, aber hauptsächlich Theobromin.
In Schokolade findet sich Coffein (Vollmilchschokolade etwa 15 mg/100 g, Bitterschokolade bis zu 90 mg/100 g) neben Theobromin und anderen anregenden Substanzen.
Den folgenden Produkten wird üblicherweise synthetisch erzeugtes Coffein beigemischt. Teilweise wird aber auch natürliches Coffein, gewonnen bei der Kaffee-Entkoffeinierung, verwendet. Besonders sogenannten Wellness-Produkten wird häufig natürliches Coffein als Guaraná-Extrakt zugesetzt.
Energy-Drinks wie „Red Bull“ (etwa 32 mg/100 ml), Lipovitan (etwa 50 mg/100 ml), Powersirup (etwa 68 mg/100 ml) oder Relentless Energy Shot (160 mg/100 ml).
„Club-Mate“ (20 mg/100 ml)
„1337mate“ (25 mg/100 ml)
Cola-Getränke (früher mit natürlichem Coffein aus der Kolanuss) „Coca Cola“ und „Pepsi Cola“: 10 mg/100 ml, „Afri-Cola“, „fritz-kola“ u. ä.: 25 mg/100 ml.
Kaffee-Bonbons (etwa 80 bis 500 mg Coffein pro 100 g, etwa 3,3 bis 8 mg Coffein pro Bonbon).
Coffeinhaltige Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure oder Paracetamol oder beiden enthalten jeweils 50 mg Coffein pro Einzeldosis.
Coffeintabletten zur kurzfristigen Beseitigung von Ermüdungserscheinungen enthalten 50 bis 200 mg Coffein
„Scho-Ka-Kola“ enthält 200 mg/100 g natürliches Coffein aus Kakao, Kaffee und Kolanuss-Extrakt.“
(Quelle: Wikipedia)
Siehe auch:
Forscher warnen vor Koffein in der Schwangerschaft
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Mittwoch, November 23rd, 2011
Seine Wurzel wird für Lakritze, Kräuterliköre und Kräutertees verwendet – und in Zukunft vielleicht sogar für Medikamente gegen Virusinfektionen: Das Süßholz ist zur Arzneipflanze des Jahres 2012 erkoren worden. Das schreibt der „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg, der seit 1999 die Arzneipflanze des Jahres wählt.
Das Süßholz (Glycyrrhiza glabra) ist eine Staude, die einen Meter hoch wachsen kann. Heimisch ist Glycyrrhiza glabra im Mittelmeerraum, in Kleinasien und im Kaukasus bis Iran, Afghanistan, Zentralasien und Südrussland. Zwei weitere Glycyrrhiza-Arten sind in Ostasien heimisch: . Glycyrrhiza inflata und Glycyrrhiza uralensis. Süßholz wird einerseits fast überall in der Natur gesammelt, für die Arznei- und Genussmittelherstellung in der Türkei, China, Russland, Bulgarien, Italien, Spanien und Südfrankreich aber auch angebaut.
Verwendet wird die Süssholz-Wurzel mit ihren Ausläufern. Sie besitzt zahlreiche Inhaltsstoffe: 400 verschiedene Inhaltsstoffe sind bisher beschrieben worden. Zu den wichtigen Inhaltsstoffen der Süssholzwurzel zählen Saponine (bis zu 15 Prozent) wie das Glycyrrhizin, das fast die 50fache Süßkraft von Rohrzucker besitzt, ausserdem Flavonoide, Cumarine und Schleimstoffe. Aus diesen Inhaltsstoffen erklärt sich die Anwendung als entzündungshemmende, schleimhautprotektive und auswurffördernde Heilpflanzen gegen Husten, Katarrhe und Entzündungen der oberen Atemwege sowie Gastritis und Magengeschwüre in der westlichen Heilkunde.
Ohne Rücksprache mit dem Arzt oder der Ärztin soll Süßholzwurzel nicht länger als vier bis sechs Wochen angewendet werden. In hohen Dosen hat die Heilpflanze mineralcorticoide Effekte wie Natrium- und Wasserretention sowie Kaliumverlust mit Bluthochdruck und Ödemen. Die Tagesdosis von 15 Gramm Süßholzwurzel beziehungsweise 600 Milligramm Glycyrrhizin darf deshalb nicht überschritten werden. Eingedickter Süssholzsaft, also Lakritze, darf nicht mehr als 200 Milligramm Glycyrrhizin pro 100 Gramm enthalten. Pro Tag sollte nicht mehr als 50 Gramm Lakritze verzehrt werden. Kontraindiziert ist die Anwendung von Süßholzwurzel bei cholestatischen Lebererkrankungen, Leberzirrhose, arterieller Hypertonie, Hypokaliämie, schwerer Niereninsuffizienz und Schwangerschaft.
„Süßholz raspeln“ – das sagt man, wenn sich jemand einschmeicheln will. Diese Redewendung spielt direkt auf die arzneiliche Wirkung der Süßholzwurzel an, wie Johannes Mayer vom Würzburger Studienkreis erklärt: „Eine Abkochung von zerkleinerter Süßholzwurzel als Tee getrunken, hilft sehr schnell bei rauer Stimme und Hustenreiz.“ Denn der Inhaltsstoff Glycyrrhizin wirke unter anderem entzündungshemmend und schleimhautschützend.
In der Antike nutzten die Ägypter und Griechen Süssholz unter anderem gegen Husten, Heiserkeit, Asthma und Brustbeschwerden. Im Mittelalter schrieb die Äbtissin Hildegard von Bingen dem Süßholz eine günstige Wirkung auf die Psyche zu – Hildegard zufolge soll es den Menschen „mild stimmen“. Unter der Bezeichnung „gan cao“ ist Süßholz bis heute ein fester Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Süssholz gehört dort zu den so genannten 50 Basiskräutern.
Außer in China wird Süßholz gegenwärtig in zahlreichen anderen asiatischen Ländern medizinisch verwendet, etwa in Japan, Korea und Vietnam. In Ostasien setzt man Süssholz mit weiteren Stoffen auch bei Leberleiden wie Hepatitis und Leberzirrhose ein. „Zahlreiche Forschungsaktivitäten weltweit geben Anlass zu der Hoffnung, dass die Süßholzwurzel in Zukunft auch für andere Anwendungsgebiete eingesetzt werden könnte, zum Beispiel bei Virusinfektionen“, erklärt Johannes Mayer.
Allein auf dem deutschen Markt werden jährlich etwa 100 Tonnen Süßholzwurzel als Bestandteil von Kräutertees konsumiert. „Generell ist Deutschland in Europa die Nummer eins unter den Nutzern und Händlern von Heilpflanzen. Weltweit gesehen, sind die Deutschen sowohl beim Import als auch beim Export unter den Top fünf“, so Johannes Mayer.
Die Süßholzwurzel und zahlreiche andere Arzneipflanzen werden nicht nur kultivert, sondern auch in der Natur gesammelt. Daraus entstehen Probleme der Nachhaltigkeit. Um darauf hinzuweisen, stellt der Würzburger Studienkreis die Arzneipflanze des Jahres erstmals in Kooperation mit dem World Wide Fund for Nature (WWF) und dessen Partnerorganisation Traffic vor. Der WWF hat Traffic im Jahr 1976 zusammen mit der Weltnaturschutzunion IUCN gegründet, um „den internationalen Ausverkauf der Natur zu stoppen“. Traffic bedeutet „Trade Records Analysis of Flora and Fauna in Commerce“.
Bei Wildsammlungen von Heilpflanzen soll die ortsansässige Bevölkerung eingebunden werden. Aus der Natur sollen nur so viele Pflanzen geerntet werden, wie nachwachsen können. Nur auf diese Weise kann der Bestand auf lange Zeit genutzt werden und eine Einkommensquelle für die ländliche Bevölkerung gewährleisten. Diese Art der Rohstoffgewinnung nennt sich „kontrollierte, nachhaltige Wildsammlung“.
Seit Kurzem existiert die Möglichkeit, verbindliche Managementpläne für Arzneipflanzen aufzulegen und nachhaltige Wildsammlungsprojekte zertifizieren zu lassen: Der vom WWF und Traffic mitentwickelte „FairWild“-Standard soll eine „nachhaltige Wildsammlung unter Erhalt der natürlichen Ressourcen mit einem fairen Preisgefüge“ gewährleisten. Dem Verbraucher wird das mit einem entsprechenden FairWild-Siegel signalisiert.
Der Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg kürt die Arzneipflanze des Jahres seit 1999. Bisher wurden folgende Pflanzen gewählt: Buchweizen, Arnika, Stechender Mäusedorn, Artischocke, Pfefferminze, Arzneikürbis, Thymian, Hopfen, Gemeine Rosskastanie, Fenchel, Efeu und Passionsblume.
Quelle:
Julius-Maximilians-Universität Würzburg
http://www.journalmed.de/newsview.php?id=35906
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=40093&Nachricht_Title=Nachrichten_S%FC%DFholz+ist+Arzneipflanze+des+Jahres+2012&type=0
Kommentar & Ergänzung:
Süssholz ist eine interessante Heilpflanze. Der „Süssholzstängel“, den man in der Drogerie als Kind bekommen hat, ist eine verbreitete Kindheitserinnerung. Dass es sich dabei um eine Süssholzwurzel handelt und dass aus Süssholz Lakritze („Bärendreck“) gewonnen wird, ist weniger bekannt.
Siehe auch:
Süssholzwurzeltee bei Magenbeschwerden
Zuviel Lakritze kann den Blutdruck steigern
In der Schwangerschaft Lakritze besser meiden
Lakritze vorbeugend gegen postoperative Rachenentzündung
Lakritze schädlich in der Schwangerschaft
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