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Der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis) ist die Blume des Jahres 2015

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Die Loki Schmidt Stiftung hat den Gewöhnlichen Teufelsabbiss (Succisa pratensis) zur Blume des Jahres 2015 gewählt (Pflanzenfoto auf Wikipedia).

Mit der „Blume des Jahres“ macht die Loki Schmidt Stiftung jeweils auch auf einen bedrohten Lebensraum hin.

Beim Teufelsabbiss sind das magere und offene Feuchtwiesen, Moore und Heiden.

Das Rhizom ( = Wurzelstock) des Gewöhnlichen Teufelsabbisses wird bis zu 50 cm tief und stirbt im Herbst von unten ab. Der Teufel soll die Wurzel jeweils von unten abbeissen, aus Zorn über ihre Heilkraft, sagt ein alter Volksglaube.

Quelle:

http://www.loki-schmidt-stiftung.de/downloads/blumen_des_jahres_pdfs/Blume_des_Jahres_2015.pdf

 

Kommentar & Ergänzung:

Teufelsabbiss enthält Saponine, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Stärke und Saccharose. Die Pflanze wurde in der traditionellen Volksheilkunde eingesetzt zur „Blutreinigung“, als Diuretikum, gegen Husten, Heiserkeit, Lungenerkrankungen, als Anthelmintikum (wurmwidriges Mittel), äusserlich bei Hauterkrankungen, Ekzemen, Geschwüren und Quetschungen.

Wie viele andere Pflanzen auch, wurde Teufelsabbiss früher gegen Pest empfohlen. Aber schon Tolstoi hat geschrieben: Wenn gegen eine Krankheit viele verschiedene Heilmittel empfohlen werden ist das ein Zeichen, dass sie unheilbar ist. Mit anderen Worten: Gegen Pest hat man früher in grosser Not einfach fast alles probiert, was greifbar war.

Keine dieser Indikationen ist aber bisher geklärt worden, so dass der Teufelsabbiss heute in der Phytotherapie nicht mehr zur Anwendung kommt.

Zum Anschauen in der Natur ist die Pflanze allerdings ausgesprochen hübsch, aber nicht häufig anzutreffen. Wenn Sie mehr Wildpflanzen und Heilkräuter in der Natur kennenlernen möchten, dann schauen Sie sich mal mein Programm 2015 für die Kräuterwanderungen an.

Botanisch gehört der Teufelsabbiss zur Pflanzenfamilie der Kardengewächse (Dipsacoideae), zu der auch die Witwenblumen, die Skabiosen und die Karden zählen.

Teufelsabbiss blüht erst spät im Jahr (Juli bis September) und wird von Bienen, Schmetterlingen und Fliegen bestäubt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Antibiotika in der Tierhaltung begünstigen gesundheitsgefährdende Bakterien und schädigen die Nützlichen

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Forscher des Helmholtz Zentrums München konnten zeigen, dass Antibiotika, die in der Tierhaltung eingesetzt werden und über die Gülle in die Umwelt gelangen, die Zusammensetzung von Bakterien in Böden beeinflussen. Die Untersuchung galt dmn Wirkstoff Sulfadiazin (SDZ), einem weit verbreiteten Tierantibiotikum. Die Wissenschaftler beschreiben im Fachjournal PLoS ONE, dass bereits nach dreimaligem Ausbringen kontaminierter Gülle eine deutliche Abnahme nützlicher Bodenbakterien feststellbar ist, während es gleichzeitig zu einer Zunahme an potentiell menschenpathogenen Mikroorganismen kommt.

Der Einsatz von Antibiotika in der Tierzucht ist weit verbreitet. Die Auswirkungen dieser Praxis auf landwirtschaftlich genutzte Flächen, die mit der Gülle dieser Tiere gedüngt werden, ist daher von großem Interesse.

Die Forscher konnten nun die Befürchtung bestätigen, dass das Ausbringen von Antibiotika einen Einfluss auf die Zusammensetzung von Bodenbakterien hat. Sie fanden einen Rückgang von Bakterien, die für eine gesunde Bodenbeschaffenheit charakteristisch sind. Das sei ein Verlust an Fruchtbarkeit für die Böden führe auf lange Sicht zum Rückgang der Ernteerträge, erklärt Prof. Dr. Michael Schloter, Leiter der Abteilung Umweltgenomik am Helmholtz Zentrum München. Hinzu komme die Erkenntnis, dass die Anzahl der im Boden lebenden Mikroben, die für Menschen gesundheitsgefährdend sein können, unter den experimentellen Bedingungen zugenommen hat.

Die Zunahme an humanpathogenen Mikroorganismen in der Umwelt habe weitreichende Konsequenzen für die menschliche Gesundheit, sagt Schloter.

Menschen stehen in stetigen Kontakt mit diesen Mikroorganismen und entsprechend steige die Wahrscheinlichkeit, an Infektionen zu erkranken. Dies betreffe vor allem Atemwegs- und Lungenerkrankungen, da die Bakterien durch die Luft eingeatmet werden. Eine Vielzahl der Bakterien sei darüber hinaus gegen gängige Antibiotika resistent, was oftmals eine Behandlung erschwere. Der Wissenschaftler plädiert dafür, dass wir dringend ein verändertes Bewusstsein entwickeln sollten, was den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung betrifft.

Sulfadiazin (SDZ) zählt zur Antibiotikagruppe der Sulfonamide. Es findet hauptsächlich in der Tiermedizin Anwendung. Seine Wirkung basiert auf der Hemmung der Folsäuresynthese von Bakterien. Weil sich rasch Resistenzen entwickeln, kommen sie meistens in Kombination mit anderen Antibiotika zum Einsatz. Sulfadiazin ist wasserlöslich.

Quelle:

http://idw-online.de/pages/de/news580335

http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0092958

Kommentar & Ergänzung:

Mein Eindruck ist, dass ich schon jahrelang  Meldungen höre, wie problematisch und gefährlich der hohe Antibiotikaeinsatz in der Tiermast ist, dass sich aber kaum grundsätzlich etwas ändert.

Siehe auch:

Warnung vor zunehmenden Antibiotika-Resistenzen

Grundsätzlich können hier natürlich Konsumentinnen und Konsumenten Einfluss nehmen, indem sie den Fleischkonsum reduzieren. Und wenn Fleisch, dann möglichst ausschliesslich von Tieren, die Antibiotika nur dann bekommen, wenn sie entsprechend krank sind – und nicht flächendeckend als Dauermedikation.

Solche individuellen Einflussnahmen reichen aber nicht aus. Ganz offensichtlich sind die Landwirtschaftslobbby und die Pharmalobby im Politbetrieb übervertreten. Das führt zu unverantwortlichen Entscheiden. Es braucht daher viel politischen Druck.

Organisationen, die sich für eine gesunde Landwirtschaft einsetzen, brauchen mehr Unterstützung.  Und bei Wahlen keine Stimmen mehr für uneinsichtige Lobbyisten.

Schauen Sie sich doch das Landwirtschaftsdossier der Partei genau an, die Sie zu wählen gedenken.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Kardamom als Gewürz und Heilpflanze

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Kardamom (Elettaria cardamomum) gehört zur Pflanzenfamilie der Ingwergewächse (Zingiberaceae) und verfeinert vor allem asiatische und arabische Speisen. Kardamompulver wird in Curry-Mischungen verwendet und im Orient auch als Kaffeegewürz. Zudem ist es Bestandteil von Lebkuchengewürz-Mischungen.

„Spiegel online“ hat vor kurzem die Wirkungen von Kardamom als Heilpflanze beschrieben:

„Wie Zimt hat auch Kardamom einen hohen Anteil ätherischer Öle. Ein wichtiger Inhaltsstoff des Kardamomöls ist Cineol, das in größeren Mengen auch in Eukalyptus vorkommt. Es wirkt stark antibakteriell und schleimlösend. Daher empfiehlt sich Kardamom auch zur Behandlung von Erkältungs- und Lungenerkrankungen.

Daneben blockiert der im Kardamomöl enthaltene Wirkstoff Gingerol einen Rezeptor im Magen-Darm-Trakt, der den Brechreiz auslöst. Kardamom kann deshalb die Verdauung unterstützen und gegen Übelkeit helfen.“

Quelle:

http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/zimt-nelken-weihrauch-weihnachtsgewuerze-fuer-die-gesundheit-a-936932.html

Kommentar & Ergänzung:

Kardamomöl enthält 20 – 40 % 1,8-Cineol und ist an diesem Punkt tatsächlich mit dem Eukalyptusöl verwandt. Daraus lässt sich eine antibakterielle und schleimlösende Wirkung ableiten. Kardamom gilt auch als Mittel zur Linderung von Verdauungsstörungen.

Dass Gingerol ein Bestandteil von Kardamomöl ist, halte ich aber für einen Irrtum. Nirgends in der mir zugänglichen Fachliteratur taucht Gingerol als Inhaltsstoff von Kardamom oder Kardamomöl auf. Gingerole sind nicht flüchtig und können daher nicht Bestandteil des Kardamomöls sein.

Gingerole sind die Scharfstoffe im Ingwer (Zingiber officinale). Und beim Ingwerwurzelstock gibt es tatsächlich diese Wirkung gegen Übelkeit und Erbrechen, die auf einer Blockade des 5-HT3-Rezeptors beruht.

Siehe dazu:

Forschung zum Wirkungsmechanismus von Ingwer gegen Übelkeit bei Chemotherapie

Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren

Ingwertee gegen Übelkeit und Erbrechen

Ingwer und andere Tipps gegen Reisekrankheit

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Atemnot mit sojareicher Ernährung reduzieren

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Menschen, die sich sojareich ernähren, leiden seltener an Atemnot, weil sie eine bessere Lungenfunktion haben. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung (DLS) in Hannover hin. „Wer viel und häufig Sojaprodukte wie Tofu, Natto (vergorene Sojabohnen), Miso-Suppe (vergorene Sojabohnenpaste), Sojasprossen oder Sojamilch konsumiert, weist bessere Lungenfunktionswerte auf“, erklärt Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der DLS. „Das hat z.B. eine Studie in Japan ergeben, die den Einfluss der Ernährungsweise auf die Lungenfunktion von über 600 COPD-Patienten und Gesunden untersucht hat. Die besten Ergebnisse erzielten diejenigen Personen, die pro Tag mehr als 75 Gramm reinen Sojas aßen. Doch auch schon mit mindestens 50 Gramm Soja auf dem täglichen Speisezettel lässt sich den Forschern zufolge das Risiko für eine Erkrankung an COPD und das Erleiden von Atemnot verringern.“

COPD häufig durch Rauchen verursacht

Unter Atemnot haben hauptsächlich Patienten mit einer schweren chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zu leiden. Das ist eine unheilbare entzündliche Erkrankung der Lunge, die unter anderem mit einem krankhaft beschleunigten Lungenfunktionsverlust einhergeht und zu 90 Prozent durch Rauchen ausgelöst wird. „Auf das Rauchen verzichten ist selbstverständlich der wichtigste Schritt, eine COPD zu vermeiden bzw. dem Fortschreiten dieser Erkrankung Einhalt zu bieten“, stellt Morr fest. „Darüber hinaus lässt sich offenbar aber auch mit einer sojareichen Ernährung der beschleunigte Verlust der Lungenfunktion abbremsen – und zwar auch bei Gesunden, deren Lungenfunktion altersbedingt ebenfalls (wenn auch sehr viel langsamer als bei COPD-Patienten) abnimmt. Bereits an COPD erkrankte Patienten sollten insofern weniger Atemnot erleiden, wenn sie sich sojareich ernähren. Gesunden bietet diese Ernährungsweise eine Möglichkeit, ihre Lungenfunktion länger zu erhalten, und damit eine Art Anti-Aging-Mittel.“

Welche Inhaltsstoffe Soja so gesund für die Lunge machen, ist noch nicht genau bekannt. Vermutet wird jedoch eine antientzündliche Wirkung der in Sojaprodukten enthaltenen Flavonoide (Isoflavone) und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren).

Quelle:

http://www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/linaktuell/show.php3?id=2104&nodeid=18

Kommentar & Ergänzung:

Isoflavone gehören zu den Phytoöstrogenen und kommen nicht nur in Soja-Produkten vor.

Was sind Isoflavone und wo kommen sie in der Natur vor?

„Isoflavone, auch Isoflavonoide genannt, sind meist gelblich gefärbte Pflanzenfarbstoffe, die als Derivate des Isoflavons zur Klasse der Flavonoide zählen. Sie sind sekundäre Pflanzenstoffe, die u. a. eine Funktion für pflanzliche Abwehr von Pathogenen ausüben.

Der Grundkörper Isoflavon kommt in Kleearten vor. Einige bekanntere Isoflavone sind Daidzein, als Glucosid Daidzin in Sojamehl, Genistein aus Sojabohnen und Rotklee, Prunetin aus der Rinde von Pflaumenbäumen, Biochanin A aus Kichererbsen, Rotklee u. a. Kleearten, Orobol, Santal aus Sandelholz, Rotholz u. a. Hölzern, Pratensein aus frischem Rot- oder Wiesenklee und Iridin in einigen Schwertlilien.“

(Quelle: Wikipedia)

Und wie wirken Isoflavone?

„Wie auch die Lignane haben die Isoflavonoide wegen ihrer chemisch-strukturellen Ähnlichkeit zu den 17-Ketosteroiden (Östrogen, Androgene) in hohen Dosen eine schwache geschlechtshormonelle Wirkung auf den Menschen. Sie werden daher auch Phytoöstrogene genannt. In der Alternativmedizin wird der Verzehr von Flavonoiden bzw. Soja-Präparaten in den Wechseljahren empfohlen, allgemein gegen Altersbeschwerden, und auch zur Vorbeugung von hormonabhängigen Krebserkrankungen wie Brustkrebs und Prostatakrebs.

Aus diesem Grund werden sie in zahllosen Nahrungsergänzungsmitteln angeboten. Zugelassene Medikamente sind auf dem deutschen Arzneimittelmarkt jedoch nicht erhältlich, weil die Wirksamkeit bisher nicht bewiesen werden konnte. Manche Ärzte warnen im Gegenteil vor zu reichlichem Genuss von Sojaprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln mit isolierten Isoflavonen, weil Flavonoide im Verdacht stehen, die Schilddrüsenhormonproduktion zu hemmen und Kröpfe auslösen zu können.

In einer Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) wird darauf hingewiesen, dass die behaupteten positiven Wirkungen von Isoflavonen bei Wechseljahresbeschwerden nach derzeitigem Stand des Wissens wissenschaftlich nicht hinreichend gesichert sind und eine unerwünschte kanzerogene Wirkung von als Nahrungsmittelergänzung isolierten Isoflavonen nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Diese Warnung betrifft jedoch nicht Vollwertprodukte (wie Sojamilch, Tofu, Gerichte mit Sojavollbohnen), bei denen der ursprüngliche Lebensmittelverbund noch erhalten ist.

‚Dem BfR wurden bereits in der Vergangenheit verschiedene unerwünschte Wirkungen auf sojahaltige/rotkleehaltige Produkte gemeldet, die in der Bundesrepublik Deutschland als Lebensmittel in den Verkehr gebracht werden. Von 2002 bis zum 15. September 2006 wurden insgesamt 21 Meldungen registriert. […] Bis auf einen Fall, welcher sich auf eine Sojamilch bezieht, handelt es sich bei den verzehrten Produkten um als Nahrungsergänzungsmittel bezeichnete Erzeugnisse mit isolierten angereicherten Isoflavonen, bei denen der ursprüngliche Lebensmittelverbund nicht mehr vorhanden ist. […] Zwar war in Bevölkerungsstudien der Verzehr von Sojaprodukten mit verschiedenen gesundheitlichen Vorteilen verbunden. Insofern wird eine Ernährung, die Sojaprodukte, Getreide, Gemüse und Obst reichlich enthält, empfohlen. Von der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, die sekundäre Pflanzenstoffe in konzentrierter Form enthalten, wird seitens der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Ernährung abgeraten, da nicht bekannt ist, welche sekundären Pflanzenstoffe im einzelnen und in welcher Menge präventiv wirken.’“

(Quelle: Wikipedia)

Zum Thema „Soja & Lungenerkrankungen“:

Phytoöstrogene aus Soja – Helfer bei Lungenkrebs?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

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Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

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Heilpflanzen bei Nasennebenhöhlenentzündung & Rachenentzündung

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In der Fachzeitschrift  MMW-Fortschritte der Medizin  (2010/43) erschien ein Beitrag von Dr. med. Andre-Michael Beer zum Thema  „Schulmedizin oder Naturheilverfahren beim sinubronchialen Syndrom.“

Und was ist ein sinubronchiales Syndrom?

„Eine chronische oder rezidivierende Nasennebenhöhlenentzündung in Kombination mit chronischer Entzündung des Rachens und Kehlkopfes sowie Lungenerkrankungen wird als sinubronchiales Syndrom bezeichnet.“

Zum Stellenwert der Naturheilverfahren schreibt Beer:

„Trotz zahlreicher medikamentöser, operativer und physiotherapeutischer Therapieansätze wird ein beträchtlicher Anteil der Patienten in der naturheilkundlichen Praxis und sogar der stationären Naturheilkunde vorstellig, da die konventionelle Therapie oft nur unzureichend wirkt oder Nebenwirkungen der Behandlung beklagt werden. Eine Therapieerweiterung durch klassische Naturheilverfahren kann die Behandlungsergebnisse verbessern. Einen besonderen Stellenwert besitzt dabei die Phytotherapie.“

Und welche Heilpflanzen empfiehlt der Autor konkret:

„Zur Abschwellung und Sekretlösung werden Myrtol, Menthol, Cineol, Pfefferminzöl, Eibisch, Huflattich, Spitzwegerich, Isländisch Moos, Lindenblüten, Malvenblätter, Primel, Wollblume, Haselwurz, Thymian, Pestwurz, Efeublätter und ein Kombinationspräparat aus Eisenkraut, Enzianwurzel, Gartensauerampferkraut, Holunderblüten und Schlüsselblumenblüten eingesetzt. Deutsche Kamillenblüten, angewendet als Kopfdampfbad oder Spüllösung, haben zusätzlich antibiotische, antimykotische und immunstimulierende Wirkungen.“

Kommentar & Ergänzung:

Das sind alles relevante Heilpflanzen für die Anwendungsbereiche Nasennebenhöhlenentzündung / Rachenentzündung / Husten.

Allerdings kommt die Aufzählung etwas gar unsortiert daher.

Sie enthält schleimhaltige Heilpflanzen, die vor allem den Hustenreiz lindern und als Kräutertee angewendet werden: Malvenblätter (ich würde Malvenblüten empfehlen von Malva silvestris), Lindenblüten, Isländisch Moos, Eibisch, Spitzwegerich, Huflattich.

Myrtol / Cineol werden vor allem in Form von dünndarmlöslichen Kapseln eingenommen, die gegen Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung) und Bronchitis wirksam sind.

Pfefferminzöl und sein Hauptinhaltsstoff Menthol werden vor allem in Form von Inhalationen angewendet.

Thymian und Primel (Schlüsselblumenwurzel) sind Bestandteile schleimlösender Hustentees. Die schleimlösende Wirkung von Hustenpräparaten mit Extrakten aus Thymian und Primel ist gut belegt.

Efeublätter wirken krampflösend auf die Bronchien und schleimlösend, doch bleibt festzuhalten, dass Efeu nur als Extraktpräparat angewendet werden soll und nicht in Form von Kräutertee.

Eine ähnliche Wirkung wie Efeu besitzt Haselwurz, der ebenfalls nur in Form von Heilpflanzen-Präparaten auf Extraktbasis angewendet werden soll, wobei es in der Schweiz zurzeit kein Haselwurz-Präparat in Handel gibt.

Huflattich enthält Spuren von Pyrrolizidinalkaloiden, die unter anderem lebertoxisch wirken können. Das hat Anwendungseinschränkungen zur Folge (keine Langzeitanwendung, nicht während Schwangerschaft und Stillzeit). Ich selber empfehle anstelle von Huflattich Malvenblüte.

Pestwurz enthält auch Pyrrolizidinalkaloide (PA). Nicht als Tee anwenden sondern nur in Form von PA-freien Extrakten. Die Anwendung von Pestwurz ist – jedenfalls in der Schweiz – sehr ungewöhnlich im Bereich Husten & Bronchitis. Wahrscheinlich wird Pestwurz hier als Bronchospasmolytikum aufgeführt, als Mittel mit krampflösender Wirkung auf die Bronchien.

Falls Sie sich Kompetenz im Bereich der Selbstbehandlung von Erkältungskrankheiten mit Heilpflanzen erwerben möchten:

Einen guten Überblick über die Behandlung von Erkältungskrankheiten mit Heilpflanzen bietet das Tagesseminar zu diesem Thema.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

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