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Probiotika und Ballaststoffe gegen Verstopfung

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Die österreichische Zeitung „Der Standard“ veröffentlichte einen Text zum Thema Verstopfung und befragte dazu den Wiener Allgemeinmediziner Gerhard Wallner.

„Der erste Schritt, um einer chronische Verstopfung Herr zu werden, ist in jedem Fall die Änderung des Lebensstils. Das heißt: auf eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse umsteigen, ausreichend viel trinken und auf genügend Bewegung achten. Das bewirkt, dass der Stuhl weicher wird und die Darmtätigkeit wieder in Gang kommt. Künstliche Ballaststoffe wie Weizenkleie oder Flohsamen können ohne Weiteres zugeführt werden. Die Einnahme von Probiotika oder Inulin (Zichorienwurzel) könne die Darmtätigkeit ebenfalls anregen, so Wallner.“

Quelle:

http://derstandard.at/2000070695670/Verstopfung-Was-den-Darm-in-Schwung-bringt

 

Kommentar & Ergänzung:

Weizenkleie und Flohsamen als „künstliche Ballaststoffe“ zu bezeichnen ist etwas seltsam, aber sonst sind die Tipps nachvollziehbar.

Flohsamen sind ein Quellmittel. Sie enthalten Schleimstoffe, die in Kontakt mit Wasser ihr Volumen stark vergrössern und durch einen Dehnungsreiz auf die Darmwand mild abführend wirken.

Weizenkleie enthält etwa 10 – 20 % unverdauliche Zellulose, die in den tieferen Darmabschnitten zum Teil von Darmbakterien abgebaut wird. Dabei entstehen kurzkettige Fettsäuren, die positiv für das Darmmillieu sind. Darum kann man die Weizenkleie zu den Präbiotika zählen. Das sind nicht verdaubare Lebensmittelbestandteile, die das Wachstum und/oder die Aktivität einer oder mehrerer Bakterienarten im Dickdarm gezielt anregen und dadurch die Gesundheit verbessern.

Gegen Verstopfung würde ich Flohsamen der Weizenkleie vorziehen, weil letztere deutlich stärker Blähungen verursachen kann.

Inulin gehört auch zu den Präbiotika. Es ist in den Wurzeln vieler Asteraceen (Korbblütler) vorhanden, neben der Zichorie (Wegwarte) zum Beispiel im Löwenzahn und im Topinambur (Helianthus tuberosus), aber auch in Doldenblütlern wie zum Beispiel der Pastinake.

Inulin besteht hauptsächlich aus einer Kette von Fruchtzuckermolekülen, wird aber im Dünndarm nicht abgebaut und daher wie Weizenkleie im Dickdarm von Bakterien verstoffwechselt. Dabei kann es auch zu Blähungen kommen. Die entstehenden Proprionate wirken möglicherweise als natürlicher Appetithemmer.

Jedenfalls haben wir es hier mit ziemlich interessanten Naturstoffen zu tun.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

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Tausendgüldenkraut von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) positiv bewertet

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Die EMA trägt in regelmässigen Abständen Informationen zu Arzneipflanzen zusammen und bewertet deren Einsatz in der Pharmazie. Diese Bewertungen sollen Apotheken, Ärzten und Verbrauchern klare Richtlinien geben, inwieweit der Einsatz aus wissenschaftlicher Sicht sinnvoll ist. Inzwischen liegt auch eine positive Beurteilung des Tausendguldenkrauts (Centaurii herba) vor.

Für den Einsatz bei milden Verdauungs- oder Magenbeschwerden und Appetitlosigkeit seien die Erfahrungswerte sehr gut, schreibt die EMA. Sofern nach zwei Wochen die Beschwerden trotz Anwendung des Tausendgüldenkrauts nicht nachgelassen haben, soll laut Empfehlung ein Arzt aufgesucht werden. Obwohl Nebenwirkungen nicht bekannt sind, sollen Menschen mit peptischen Ulcera (Magengeschwüren) Tausendgülden-Produkte meiden.

Abgesehen vom mehr als 30-jährigen Erfahrungswissen nennt die EMA keine Fakten, die die Wirksamkeit des Tausendgüldenkrauts belegen. Klinische Studien sind keine durchgeführt worden und in-vitro-Daten aus Laboruntersuchungen nur marginal vorhanden. Es existieren laut EMA wenige Hinweise auf die stimulierende Wirkung von Appetit und Verdauung.

In Deutschland ist ein Präparat im Handel das Tausendgüldenkraut kombiniert mit Liebstöckel und Rosmarin enthält und bei unkomplizierten Harnwegsinfekten helfen soll. Für diese Indikation gibt die EMA aber keine Empfehlung ab.

Quelle:

https://m.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/pharmazie/arzneipflanzen-ema-empfiehlt-drei-phyto-klassiker-epilobium-eleutherococcus-centaurium/?forceMobile=1%3F&noMobile=1&tx_aponews_newsdetail%5B%40widget_4%5D%5BcurrentPage%5D=2&tx_aponews_newsdetail%5B%40widget_4%5D%5BitemsPerPage%5D=1&cHash=7114c4db7166baf0d965eea791dd4b48&tx_ttnews%5BsViewPointer%5D=2

 

Kommentar & Ergänzung:

Das Echte Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea) gehört zu den Bitterstoffpflanzen, die hauptsächlich bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt werden. Weitere Beispiele für Bitterstoffpflanzen sind Enzian, Löwenzahn, Engelwurz, Hopfen (wird aber vor allem gegen Schlafstörungen eingesetzt), Schafgarbe, Wermut, Beifuß, Kardobenediktenkraut, Kalmus, Bitterklee, Artischocke, Isländisch Moos (wird aber vor allem gegen Reizhusten eingesetzt) und Teufelskralle (wird aber vor allem gegen Rheuma, Arthrose etc. eingesetzt).

Hier gibt’s weitere Informationen zu den Bitterstoffpflanzen:

Wirkstoffe der Heilpflanzen: Bitterstoffe

 

Beim erwähnten Kombi-Präparat gegen Harnwegsinfekte mit Tausendgüldenkraut, Rosmarin und Liebstöckel halte ich die Wirksamkeitsbelege für sehr schwach. Das Thema in diesem Beitrag:

Urologen erforschen Phytopräparat mit drei Heilpflanzen

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Pflanzenkunde: Löwenzahn (Taraxacum) ist nicht gleich Löwenzahn (Leontodon)

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Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist in der Phytotherapie als Bitterstoffpflanze bekannt und wird vor allem zur Förderung der Verdauung angewendet, zum Beispiel in Leber-Galle-Tees. Reinhard Länger hat die traditionelle Heilpflanze in „Phytotherapie Austria“ (Nr. 3 / 2014) vorgestellt, der Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie.

Löwenzahn zeichnet sich durch grossen Formenreichtum aus.

Reinhard Länger erklärt, weshalb das so ist:

„Der Löwenzahn wird in die Familie der Korbblütler gestellt. Dies deshalb, weil der attraktive gelb leuchtende Blütenstand aus sehr vielen Einzelblüten besteht, in diesem Fall werden ausschließlich sogenannte Zungenblüten ausgebildet. So wichtig die Blüten als Nahrung für Insekten sind, so wenig bedeutsam ist der Insektenbesuch für die Vermehrung des Löwenzahns: die Früchte entstehen ohne Bestäubung (Apomixis). Dies erklärt auch die enorme Formenvielfalt unter den ‚Löwenzähnen‘.“

 

Dieses interessante Phänomen der Apomixis bewirkt, dass jede Mutation sich 1:1 weitervererbt, da keine Chromosomen mit anderen „Löwenzähnern“ ausgetauscht werden. Das gleiche Phänomen ist im Übrigen auch beim Frauenmantel (Alchemilla spec.) zu beobachten.

 

Der Autor verweist auf eine Verwechslungsmöglichkeit mit der arzneilich nicht verwendeten Gattung Leontodon, die ebenfalls gelbblühende Asteraceen (Korbblütler) sind, und erläutert das wichtigste Unterscheidungsmerkmal:

„Wenn Sie selbst sammeln wollen, sollten Sie nur auf die mögliche Verwechslung mit der Gattung Leontodon (wörtlich übersetzt ebenfalls Löwenzahn, um den Unterschied deutlich zu machen auch Leuenzahn) achten. Taraxacum blüht zeitig im Frühjahr, meist im April, Leontodon blüht später, ab Mai bis in den Sommer. Ein untrügliches Erkennungsmerkmal für die ‚gewöhnlichen‘ Taraxacum-Sippen ist, dass die grünen Hüllblätter, die den Blütenstand umgeben, nach unten umgebogen sind.“

 

Quelle:

http://www.phytotherapie.co.at/pdf/PT0314.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Es gibt rund 50 Leontodonarten.

Die Gattung Leontodon kommt bei uns vor allem in den Bergregionen vor.

Beispielsweise:

Alpen-Löwenzahn (= Leontodon montanus, Berg-Löwenzahn)

Herbst-Löwenzahn (= Leontodon autumnalis, Herbst-Milchkraut)

Gemeiner Löwenzahn (= Leontodon hispidus, Steifhaariges Milchkraut)

Pyrenäen-Löwenzahn (= Leontodon helveticus, Schweizer Milchkraut).

 

Wenn Sie Heilpflanzen, Wildkräuter und Alpenblumen in der Natur kennenlernen möchten, dann schauen Sie doch immer mal wieder in mein Kursprogramm. Dort werden jetzt laufend schon neue Daten für die Kräuterwanderungen 2015 publiziert.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Heilpflanzen bei Verdauungsbeschwerden

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Um Verdauungsbeschwerden durch zu schweres Essen vorzubeugen, bieten sich Heilpflanzenextrakte oder Kräutertees mit Bitterstoffen an. Sie wirken am besten, wenn sie 30 Minuten vor einer Mahlzeit eingenommen werden. Das erklärt Gabriele Overwiening, Vorstandsmitglied der Bundesapothekerkammer in Berlin. Geeignet seien zum Beispiel Enzianwurzel, Schafgarbenkraut oder Löwenzahnwurzel und Löwenzahnkraut. Ein solcher Tee sollte nicht gesüßt werden, weil der bittere Geschmack für die Wirkung verantwortlich ist, erläutert Overwiening.

Heilpflanzen mit ätherischen Ölen eignen sich gut, um Völlegefühle nach einem Festessen zu lindern. Gegen Blähungen helfen beispielsweise Fenchel und Anis.

Bevor man sie mit kochendem Wasser aufgiesst, sollten Anis und Fenchel leicht mit einem Mörser oder der nach außen gewölbten Seite eines Löffels angequetscht werden. Dadurch kann das Teewasser die ätherischen Öle besser herauslösen. Ein Verdauungsschnaps nach dem Essen sei nicht geeignet, um Beschwerden zu lindern, sagt Overwiening.

Quelle:

http://de.nachrichten.yahoo.com/bittere-heilpflanzen-halbe-stunde-vor-dem-essen-einnehmen-161457433.html

Kommentar & Ergänzung:

Vergleichbar mit Anisfrüchten und Fenchelfrüchten können auch Kümmelfrüchte eingesetzt werden. Etwas schwächer, aber mit ähnlicher Wirkung ist Dill:

Dill (Anethum graveolens) als Gewürz und Heilpflanze

Bei den aufgeführten Bitterstoff-Pflanzen scheint mir die Enzianwurzel für eine Anwendung als Tee etwas gar bitter. Bei den Bitterstoffen ist es jedenfalls nicht so, dass mehr auch besser wirkt. Und es lohnt sich auszuprobieren, welche Bitterstoffpflanze einem  am besten zusagt. Es gibt noch eine ganze Reihe von interessanten Bitteerstoff-Pflanzen, zum Beispiel Artischockenblätter, Engelwurz, Wermutkraut.

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Michèle Binswanger im Tages-Anzeiger über Entgiftung und Detox für Deppen

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Michèle Binswanger schreibt im Tages-Anzeiger über Entgiftungskuren und Detx als neoreligiöses Sühneritual:

„Detox heisst das neoreligiöse Sühneritual für die mannigfaltigen kleinen Sünden des postmodernen Lebens. Und derzeit detoxt es wieder auf allen Kanälen. Lifestyle-Redaktorinnen adressieren mutig ihre Problemzonen, testen die besten Methoden, um diese zu vernichten, schreiben Erfahrungsberichte, wägen Programme gegeneinander ab. Was ist besser, eine customised Saftkur, «kreiert von renommierten Detox- und Raw-Food-Köchen» für spottbillige fünfhundert Franken? Der kombinierte Ernährungsberater plus Personal Trainer? Die Hollywood-Methode mit dem verdächtigen Namen Mastercleans, die viel Zitronensaft und Cayennepfeffer beinhaltet? Ayurveda? Chinesisch? Oder gibt es vielleicht etwas ausgefallen Neues, ein keltisches Ritual mit Nackttänzen und Freudenfeuern? Eigentlich egal, Hauptsache, es funktioniert idiotensicher, Detox für Deppen sozusagen.“

Quelle:

http://www.tagesanzeiger.ch/leben/wellness/Detox-fuer-Deppen/story/20694141

Kommentar & Ergänzung:

Die alljährliche Detox-Welle im Frühling ist der totale Humbug – das beschreibt Michèle Binswanger bestens.

Die körperfeindliche Unterstellung, dass wir alle durch und durch verschlackt und voller Gifte seien, muss man sich nicht antun. Leider fährt ein ziemlich grosser Teil der Naturheilkunde- und Komplementärmedizin-Szene voll auf diesen skurrilen Trip ab.

Siehe auch:

Entgiftungsdiäten / Detoxdiäten: bodenlose Versprechungen

Löwenzahn entgiftet …..

Brennesseltee entschlackt und lässt die Kilos purzeln….

Darmreinigung: Mehr Schaden als Nutzen durch Entgiftungskur

Unsinnig und irreführend: Sidroga® Wellness Entschlackungstee

Entgiften und entschlacken: Höchst fragwürdige Versprechungen

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Wildbienen unerwartet wichtig für die Bestäubung

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Die Honigbienen sind durch verschiedene Einflüsse gefährdet, vor allem durch Pestizide und Parasiten wie die Varroa-Milbe. Der Honigbienen-Bestand schrumpft daher. Ein internationales Wissenschaftlerteam konnte nun zeigen, dass die Honigbienen nicht alle Arbeit allein machen müssen. Es gibt nämlich noch andere wichtige Bestäuber in der Natur. Wie die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Science“ schreiben, scheinen wild lebende Bienen und andere Insekten bei der Bestäubung von Pflanzen eine weitaus größere Bedeutung zu haben als bisher vermutet wurde. Den Forschern zufolge sichern viele verschiedene Bestäuberarten eine höhere Ernte. Außerdem arbeiteten die Wildbienen erfolgreicher, da sie für die Bestäubung effizienter seien.

Ihr Lebensraum sei allerdings nicht mehr genügend vorhanden – er sollte darum besser geschützt werden. Wildbienen nisten vor allem in Totholz in Hecken, Waldrändern oder auch im Boden.

Die Forscher hatten weltweit etwa 600 Anbauflächen entweder selbst untersucht oder bereits vorliegende Studien darüber ausgewertet.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=196217

http://www.sciencemag.org/content/early/2013/02/27/science.1230200

Kommentar & Ergänzung:

Dass die Honigbienen bedroht sind, hat der Film „More than Honey“ von Markus Imhoof eindrücklich gezeigt.

Dass es neben den Honigbienen in Deutschland, Österreich und der Schweiz aber auch noch rund 730 Wildbienenarten gibt, es den meisten Menschen in Mitteleuropa gar nicht bekannt. Sie sterben natürlich ebenfalls oft beim Einsatz von Pestiziden und werden von Parasiten befallen, beispielsweise von den Goldwespen, die zu den „beauties“ in der Insektenwelt gehören (Foto auf Wikipedia).

Die meisten Wildbienen bilden allerdings keine Staaten, sondern leben einzeln. Das dürfte den Parasiten ihre Verbreitung erschweren.

Da Wildbienen so wenig bekannt sind,  braucht es immer wieder mal ein bisschen „Wildbienen–Lobbying“.

Im Frühling kann man Wildbienen übrigens oft ganz einfach auf Löwenzahn entdecken.

Siehe:

Naturkunde: Löwenzahn und Wildbienen

Ausserdem zum Thema Wildbienen:

Klimaerwärmung bedroht Wildbienen im Hochgebirge

Buchtipp: Nisthilfen für Wildbienen / Das Insektenhotel

Buchtipp: Bienen – Wespen – Ameisen, Kosmos Naturführer Hautflügler Mitteleuropas von Heiko Bellmann

Lust auf Naturerlebnisse? Daten und Orte für Kräuterwanderungen unter „Kurse“.

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Wie verlässlich sind die Ratschläge von Maria Treben?

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Diese Frage ist mir neulich wieder einmal bei einem Vortrag gestellt worden.

Wer war Maria Treben?

Maria Treben (1907- 1991) war eine Kräuterbuchautorin aus Grieskirchen (Österreich). Ihr Buch Gesundheit aus der Apotheke Gottes wurde in mehr als 20 Sprachen herausgegeben, erreichte eine Gesamtauflage von über acht Millionen Exemplaren und war damit ein Grosserfolg.

Man kann Maria Treben zugute halten, dass sie viel zur Renaissance der Kräuterheilkunde beigetragen hat.

Ihr Ratschläge sind aber von einer Grenzenlosigkeit, die an Allmachtsphantasien grenzt. Mit ihren Kräutern heilt Maria Treben einfach alles – und das ohne Misserfolge, wenn man ihren Darstellungen glauben will. Das ist eine völlig unrealistische Betrachtungsweise, die aber offenbar den Bedürfnissen breiter Bevölkerungskreisen nach Wunderheilmittel entgegenkommt.

Wie schön wäre es doch, wenn Schwedenkräuter, Ringelblumen & Co uns alle Krankheiten abnehmen könnten.

Das geht bei Maria Treben sehr schnell. Ein unheilbares Darmkrebsleiden bei einer jungen Mutter von fünf Kindern – „der Arzt gab ihr noch einige Tage“ – Umschläge mit Schwedenkräutern „auf die erkrankten Darmstellen“ und innerlich „Kalmuswurzeln, die man über Nacht ansetzt“, zusammen mit „blutreinigendem Tee von Ringelblumen, Schafgarben und Brennnesseln“ – und siehe da: „Heute geht es der Frau so gut, dass mit einer völligen Heilung gerechnet werden kann“.

Ganz abgesehen davon, dass in der Phytotherapie-Fachliteratur jeder Hinweis auf eine Antikrebswirkung dieser Kräuterkur fehlt:

Ärzte können sich täuschen in ihrer Prognose. Wenn die Darmkrebs-Patientin aber wirklich nur noch wenige Tage zu leben hatte, dann ist es äusserst unwahrscheinlich, dass sich ein Tumor im Endstadium mit allen damit verbundenen Schäden und allfälligen Metastasen einfach so mit ein paar „blutreinigenden“ Kräutern in Luft auflöst. Es gibt zwar auch in der Onkologie unerklärbare Spontanremissionen, bei denen sich ein Krebs ohne erkennbare Ursache zurückbildet. Solche Fälle sind aber erstens sehr selten und sie betreffen wohl kaum Tumore im Endstadium.

Die Wunderheilung bei Darmkrebs, die Maria Treben schildert, müsste also ein äusserst seltenes Ereignis sein – wie es halt für Wunder charakteristisch ist – sofern man dieses Wort hier verwenden will.

Die Schriften von Maria Treben sind aber voll von solchen angeblichen Wundern. Nierenkrebs, Hirntumor, Knochenkrebs Leukämie – alles kein Problem, selbst wenn Metastasen vorhanden sind.

Wunder am laufenden Band und quasi mit Erfolgsgarantie – das muss einfach stutzig machen. Woran sterben wir denn eigentlich, wenn alle die Ratschläge der Maria Treben beherzigen?

War die Frau eine Betrügerin? Das kommt darauf an, wie man Betrug definiert. Meinem Eindruck nach hat sie an sich und an die Heilkraft ihrer Kräuterrezepte geglaubt.

Aus ihren Schriften spricht eher eine Verblendung, die Misserfolge und Grenzen nicht mehr wahrnehmen kann.

Sie sah sich als „Apothekerin Gottes“, bekam angeblich Weisungen von der Jungfrau Maria und war überzeugt, dass sich mit Kräutern jede Krankheit heilen lässt.

Wer so felsenfest an seine Wahrheit glaubt, wird immun gegen das Realisieren von Misserfolgen und Grenzen.

Die Empfehlung von Ringelblumentee bei Leukämie von Kindern hat nach Recherchen der Zeitschrift Stern – meiner Erinnerung nach war das in den 80er-Jahren – einigen Kindern das Leben gekostet. Mit diesen Misserfolgen konfrontiert, schob die Kräuterfrau die Verantwortung auf die Eltern ab, welche den Tee nicht vorschriftsgemäss verabreicht hätten. So einfach kann man es sich machen, wenn man Misserfolge nicht an sich heranlassen will oder kann.

Diese schlimmen Verläufe kommen jedenfalls in den Schriften der Maria Treben nicht vor.

Auch die Stiftung Warentest kommentiert die Empfehlungen von Maria Treben kritisch und weißt auf Fehler hin:

„Die Stiftung Warentest äußert erhebliche Zweifel an der Sachkundigkeit Maria Trebens und weist auf mehrere Fehler in ihren Büchern hin. Sie empfehle Pflanzen zur Behandlung schwerer Krankheiten bis hin zu Krebs, deren Wirksamkeit für diese Pflanzen überhaupt nicht nachgewiesen ist. Teilweise verwechselt Treben wichtige Fachbegriffe; beispielsweise verwechselt sie unter anderem den Zucker Inulin mit dem Hormon Insulin und empfiehlt daher fälschlich Löwenzahn gegen Diabetes mellitus. „Ihr Schöllkraut-Rezept gegen Leber- und Gallenleiden ist eine Anleitung zur Vergiftung. Der Ratschlag, Ohnmächtigen einen Eßlöffel Schwedenbitter einzuflößen, ist lebensgefährlich.“

(Quelle: Wikipedia)

Und in einer Broschüre des Tumorzentrums der Universität Freiburg über Alternative Krebstherapien heisst es, gefährlich sei „die Grundtendenz, alle Krankheiten als mit Kräutern heilbar darzustellen. Treben behauptet, mit Hinweis auf Sebastian Kneipp, dass ‚das Zinnkraut jeden gut- oder bösartigen Tumor zum Stillstand bringt und ihn langsam auflöst’. Weitere ‚Wundermittel’ sind Schwedenkräuter intern oder als Umschlag, Spitz- oder Breitwegerichbrei, Ringelblumensalbe und vieles anderes. Gegenüber den ‚Ratschlägen und Erfahrungen mit Heilkräutern’ der Maria Treben ist Skepsis und Zurückhaltung geboten. Einer vernünftigen zusätzlichen Anwendung solcher Präparate ist nichts entgegenzuhalten, zum Beispiel dem Einreiben einer Operationsnarbe nach Mastektomie mit Ringelblumensalbe. Gefährlich sind Ratschläge, primär gut operable, und damit heilbare Tumoren zuerst versuchsweise mit Kräutern zu behandeln, z. B. Hodenkrebs mit Spitzwegerichumschlägen. Damit geht bei diesem heute heilbaren Tumor viel Zeit und möglicherweise die Heilungschance verloren. Alle diese Medikamente sind in ihrer Wirksamkeit gegen Krebs unbewiesen. Nicht alle der empfohlenen Pflanzen sind harmlos, beinhaltet doch die ‚Apotheke Gottes’ auch viele bekannte Giftpflanzen der Natur.“

Quelle: http://www.uniklinik-freiburg.de/tumorzentrum/live/Patienten-Info/Broschueren/komplementaere_verfahren_pat2006.pdf

Seriöse Heilpflanzen-Bücher finden Sie im Buchshop:

Phytotherapie-Fachbücher für Fachleute aus Gesundheitsberufen.

Heilpflanzen-Bücher für Interessierte ohne medizinische Grundkenntnisse.

Und falls Sie sich selber kundig machen möchten im diesem Bereich, dann schauen Sie sich mal die Phytotherapie-Ausbildung oder das Heilpflanzen-Seminar an.

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Pestizide schaden Hummeln

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Britische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Hummel-Kolonien durch bestimmte Pestizide erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt werden.

Für ihre Untersuchung setzten sie die Hummeln vier Wochen lang gleichzeitig zwei verschiedenen Chemikalien aus – und zwar in Konzentrationen, die auf landwirtschaftlichen Flächen üblich sind. Laut Beipackzettel waren die Pestizide (Neonikotinoide und Pyrethroide) dazu geeignet, Heuschrecken und Blattläuse zu vertilgen.

Tatsächlich belasteten sie jedoch auch die Hummeln: Die belasteten Hummel-Kolonien waren nur halb so erfolgreich im Sammeln von Blütenstaub wie unbelastete Vergleichsgruppen. Darum stellten sie für den „Sammeldienst“ mehr Tiere ab und hatten in der Folge weniger Ressourcen für die Aufzucht der Larven frei. Die pestizidbelasteteten Kolonien litten zudem unter einer höheren Sterblichkeitsrate.

Die Wissenschaftler ziehen daraus das Fazit, dass Pestizide vor ihrer Zulassung strenger getestet werden müssen.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=149906

http://www.nature.com/nature/journal/vaop/ncurrent/full/nature11585.html

Kommentar & Ergänzung:

Und vielleicht müsste ja auch bei bereits zugelassenen Pestiziden geprüft werden, welche Auswirkungen sie über die zu bekämpfenden Insekten hinaus auf die Tierwelt haben.

Dass  Hummeln durch Pestizide die Hälfte ihrer „Einnahmen“ verlieren, ist sehr einschneidend.

Ob Produkte aus Biologischem Anbau in relevantem Ausmass gesünder sind, ist immer noch nicht zweifelsfrei belegt. Dass aber der Biolandbau durch die Senkung des Pestizideintrags in die Umwelt vielen Insektenarten  mehr Schutz bietet, steht ausser Frage.

Davon profitieren unter anderem Honigbienen, Hummeln und andere Wildbienen, Schmetterlinge etc.

Vor allem im Sommer gibt es für Hummeln in vielen Regionen einen Mangel an geeigneten Nahrungsquellen. Dem kann man auch als Einzelperson entgegenwirken durch Förderung von Hummel-Blumen wie zum Beispiel:

Lavendel, Taubnesseln, Thymian,

Rot-Klee (Trifolium pratense), Beinwell (Symphytum officinale), Salbei,

Blauer Eisenhut (Aconitum napellus), Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris),

Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia), Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata),

Mariendistel (Silybum marianum), Silberdistel (Carlina acaulis), Eselsdistel (Onopordum acanthium)

Grosses Löwenmaul (Löwenmäulchen, Antirrhinum majus, kann wegen dem speziellen Blütenbau nur von Hummel genutzt werden), Natternkopf (Echium vulgare),

Dost  (= Wilder Majoran, Oregano, Origanum vulgare, Pizzagewürz, auch gute Nahrungsquelle für Schmetterlinge), Borretsch (Borago officinalis), Königskerze (Wollblume, Verbascum spec.).

Im Frühling bspw.: Löwenzahn (Taraxacum sp.), Salweide (Salix caprea)

Mehr zu den sympathischen Hummeln siehe auch:

Radarüberwachung von Hummeln erforscht Lösungsstrategien für Transportprobleme

Hungersnot bei Hummeln im Sommer

Hummeln finden immer die kürzeste Flugroute (mit einer Auflösung des „Hummel-Paradoxons“)

Augen auf – Hummelköniginnen unterwegs

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Weiterbildung Palliative Care & Onkologie-Pflege: Bitterstoffe bei Mundtrockenheit

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Die Zeitschrift „Die Apotheke“ schildert Heilpflanzen-Anwendungen bei Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum – konkret von Mundhöhle (Stomatitis), Zahnfleisch (Gingivitis), Zahnhalteapparat (Parodontitis), Rachen (Pharyngitis), Zunge (Glossitis) oder Mandeln (Angina tonsillaris).

Ein Abschnitt, der auch für Palliative Care und Onkologie-Pflege interessant ist, gilt der Anwendung von Bitterstoffen bei Mundtrockenheit:

„Bitterstoffdrogen wie Tausendguldenkraut, Bitterkleeblätter und

Enzianwurzel wirken tonisierend auf die Schleimhaut und regen

über den bitteren Geschmack beim Gurgeln die Speichel- und

Schleimsekretion an. Sie werden daher bei Mundtrockenheit ein-

gesetzt, die häufig im höheren Lebensalter sowie nach Bestrahlun-

gen der Mundhöhle auftritt. Mit wässrigen Zubereitungen wird

mehrmals täglich gespült“

Quelle:

http://www3.apoverlag.at/pdf/files/DA/DA-2012/DA-2012-02.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Damit keine Missverständnisse aufkommen: „Drogen“ sind im Kontext der Phytotherapie einfach getrocknete Heilpflanzen, also nicht wie heute gebräuchlich „psychotrope Substanzen“.

Bitterstoffpflanzen regen nicht nur die Speichelproduktion an, sondern auch die Magensaftproduktion und oft auch den Gallenfluss. Sie wirken dadurch gegen Völlegefühl nach Mahlzeiten und gegen Appetitlosigkeit.

Weitere Informationen zu den Bitterstoffen:

Wirkstoffe der Heilpflanzen: Bitterstoffe

Bitterstoffe sind im Pflanzenreich weit verbreitet. Sie dienen der Pflanze vor allem als Abwehrmittel gegen Fressfeinde.

Weitere Bittterstoffpflanzen mit Anwendung hauptsächlich im Verdauungstrakt sind: Wermut, Kalmus, Schafgarbe, Angelikawurzel (Engelwurz), Löwenzahn, Artischocke,

Ausserdem gibt es Bitterstoffpflanzen, die aufgrund von anderen Wirkstoffen ausserhalb des Verdauungstraktes zur Anwendung kommen. Zum Beispiel:

Hopfen (wird vor allem als Schlafhilfe eingesetzt),

Teufelskralle (wird vor allem bei Rheuma, Arthrose etc. eingesetzt),

Isländisch Moos (wird vor allem gegen trockenen Reizhusten eingesetzt)

Eine Weiterbildung „Heilpflanzen-Anwendungen in Palliative Care und Onkologie-Pflege“ finden Sie hier.

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Löwenzahn als Schlankheitsmittel

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„Löwenzahn macht schlank. Er enthält Kalzium, Natrium und Magnesium, das den Energiestoffwechsel fördert – dadurch werden alte Schlacken schneller aus dem Körper ausgeschieden.“

Quelle:

http://madonna.oe24.at/gesund/So-macht-Loewenzahn-schlank/74334535

Kommentar & Ergänzung:

Das Webportal Madonna schreibt hier wieder einmal einfach, was viele Leute gerne hören wollen – unabhängig vom Realitätsgehalt. Wäre doch allzu schön, wenn Löwenzahn schlank machen würde , einfach so.

Aber Kalzium, Natrium und Magnesium hat es auch in vielen anderen Wildpflanzen – weshalb solche Mineralstoffe schlank machen sollen, ist schleierhaft und Madonna erklärt es auch nicht. Genauso nebulös ist die Versprechung, dass Löwenzahn „alte Schlacken“ ausscheiden soll. „Schlacken“ gibt es bei der Erzverhüttung, aber nicht im Organismus.

Immer wenn von „Schlacken“ oder „Entschlackung“ die Rede ist, stürzt die Glaubwürdigkeit der entsprechenden Aussagen in den Keller.

Hier weitere Infos aus Wikipedia:

„Entschlackung (von Schlacke, einem Verbrennungsrückstand) ist in der Alternativmedizin ein Ausdruck für Maßnahmen, die mutmaßliche Giftstoffe und vermeintlich schädliche Stoffwechselprodukte ausscheiden sollen. Die Wirksamkeit dieser Verfahren ist nicht gegeben, die angenommenen Wirkungsweisen lassen sich nicht nachweisen.

Unschärfen bestehen sowohl in der Definition der Substanzen, die unter diese Schlacken fallen, als auch bezüglich der Maßnahmen, die als Entschlackung gelten sollen. Meist werden unter „Entschlackung“ bestimmte im Rahmen der Alternativmedizin eingesetzte Maßnahmen verstanden, die unter dem Begriff ausleitende Verfahren zusammengefasst werden, zum Beispiel Schröpfen, Cantharidenpflaster, Einläufe, Schwitzkuren, Abführmittel (Laxantien) und Fastenkur. Einige Verfahren behaupten, auch Quecksilber (beispielsweise von Amalgamzahnfüllungen), Impfstoffe oder andere Schlacken ausleiten zu können.

Ein allgemein anerkannter Nachweis, dass der Körper in diesem Sinne therapeutisch „entgiftet“ oder „entschlackt“ werden könne oder gar solle, liegt nicht vor. Während einer Fastenkur steigt sogar die Schadstoffbelastung des Blutes. Das subjektive Erleben von Heilerfolgen durch Patienten ist durch Empfindungen wie den Placeboeffekt erklärbar. Im weiteren Sinne fallen auch medizinische Therapieformen hierunter, wie etwa das Entfernen harnpflichtiger Substanzen aus dem Blut in der Dialyse durch Blutwäsche. Auch Ammoniak, der bei einer leberbedingten Hirnerkrankung im Rahmen einer Leberzirrhose vermehrt anfällt und dessen Produktion durch eine antibiotische Darmdekontamination und Lactulosebehandlung verringert wird, wäre ein Beispiel in diesem Zusammenhang.“

Und ausserdem: Wenn Löwenzahn schlank macht, dann müsste man das doch den Kühen auf Löwenzahn-reichen Wiesen ansehen……warum nur ist mir das noch nie aufgefallen?

Siehe auch:

Löwenzahn entgiftet?

Entschlackung – was ist das?

Fasten & Entschlacken

Entschlackung – unnötig und ungesund

Schlackenstoffe – ein Phantom macht Karriere

Entgiften und entschlacken – höchst fragwürdige Versprechungen

Entschlackung – illusionäre Hoffnung auf Gewichtreduktion

P.S: In der Phytotherapie sind als Anwendungsbereiche von Löwenzahnwurzel / Löwenzahnkraut anerkannt:

Störungen des Gallenflusses; zur Anregung der Diurese (Wasserausscheidung über die Nieren); Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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