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Giftmischerin produziert und testet Rizin im Altersheim

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Diese ziemlich verrückte Geschichte ging vor kurzem durch die Medien:

Eine 70-jährige Seniorin aus dem US-Bundesstaat Vermont hat auf eigene Faust hochgefährliches Pflanzengift Rizin produziert – und an ihren Mitbewohnern im Altersheim getestet.

Wie das US-Justizministerium mitteilte, wurde durch die Machenschaften der 70-jährigen Betty Miller aber offenbar kein Bewohner der idyllischen Seniorenresidenz in Shelburne im Bundesstaat Vermont getötet.

Die US-Bundespolizei FBI war den Angaben zufolge aufgrund einer möglicherweise gefährlichen Substanz in Millers Appartement alarmiert worden. Die Polizisten entdeckten in der Wohnung eine Flasche mit der Aufschrift „Rizin“. Untersuchungen bestätigten, dass es sich um das hochgefährliche Pflanzengift handelte. Rizin lähmt die Atemwege und kann bei Verschlucken schon in kleinsten Dosen tödlich wirken.

Die Giftmischerin wurde festgenommen. Sie habe angegeben, „Interesse an Giftstoffen auf Pflanzenbasis zu haben“, erklärte das Justizministerium. Nach einer Internet-Recherche produzierte sie das Rizin in ihrer Küche. Um seine Wirksamkeit zu prüfen, mischte sie das Gift in Speisen und Getränke ihrer Mitbewohner.

Millers Wohnung wurde von FBI-Fachleuten für „Massenvernichtungswaffen“ durchsucht. Die Polizisten entdeckten dort noch mehr Rizin und Pflanzenbestandteile etwa von Äpfeln, Kirschen, Rizinus, Fingerhut und Hefe, aus denen nach Einschätzung der Fachleute ebenfalls Gift hergestellt werden kann. Eine Gefahr bestehe nun jedoch nicht mehr.

Das Altersheim sprach von einem Einzelfall. Um die toxikologisch interessierte Bewohnerin des Appartements kümmern sich nun die Strafverfolgungsbehörden. In die Seniorenresidenz wird sie nicht zurückkehren.

Quelle:

https://www.stern.de/gesundheit/giftkueche-im-altenheim–seniorin-braut-hochgefaehrliches-rizin-7771444.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Keine Ahnung, wie genau die Frau Rizin produziert hat.

Rizin ist vor allem enthalten in Rizinussamen.

Wikipedia schreibt dazu:

„Rizin oder Ricin ist ein äußerst giftiges Protein aus den Samen des Wunderbaums (Ricinus communis) aus der Familie der Wolfsmilchgewächse. Chemisch ist das Protein Rizin ein Lektin, das aus einer zellbindenden und einer giftigkeitsvermittelnden Komponente besteht. Seine Giftigkeit wird auf eine Hemmung der eukaryotischen Proteinbiosynthese zurückgeführt.

Gelangt das Gift in den menschlichen Organismus, so bringt es die kontaminierten Zellen zum Absterben. Für eine tödliche Vergiftung eines Menschen genügen (bei oraler Aufnahme) 0,3–20 Milligramm isoliertes Rizin pro Kilogramm Körpergewicht entsprechend etwa acht Samenkörnern, deren Größe und Gehalt jedoch stark schwankt. Bei Kindern kann, je nach Alter und Konstitution, schon ein halbes Samenkorn tödlich wirken. Allerdings wird auch berichtet, dass selbst nach Einnahme von 40 bis 60 Samen eine Überlebenschance besteht. Dabei kommt es darauf an, zu welchem Zeitpunkt das Erbrechen einsetzt. Bei intravenöser, inhalativer oder subkutaner Aufnahme wirken wesentlich geringere Mengen letal, so bei subkutaner Gabe schon 43 μg/kg Körpergewicht.

Rizin ist in der Kriegswaffenliste des deutschen Kriegswaffenkontrollgesetzes aufgeführt.“

Für den Einsatz von Rizin als Biowaffe gibt es eine Reihe von Fallbeispielen. Dazu wieder bei Wikipedia:

„Bekanntheit erlangte der Mordanschlag mit Rizin als ‚Regenschirmattentat’ auf den bulgarischen Schriftsteller und Dissidenten Georgi Markow in London 1978.

1991 wurden in Minnesota mehrere Mitglieder der rechtsextremistischen Gruppe Patriot’s Council festgenommen, weil sie für einen Anschlag auf Bundespolizisten eine Menge an Rizin hergestellt hatten, die für die Tötung von über 100 Menschen ausreichend gewesen wäre. Vier von ihnen wurden gemäß dem ‚Biological Weapons Anti-Terrorism Act’ von 1989 für schuldig befunden, sie waren die ersten nach diesem Gesetz Verurteilten überhaupt. 1995 wurde an der Grenze von Alaska ein ebenfalls dem rechtsextremistischen Lager zugerechneter Mann festgenommen beim Versuch, 130 Gramm pulverisiertes Rizin nach Kanada einzuschmuggeln.

Die Londoner Times berichtete am 16. November 2001, dass in verlassenen Al-Qaida-Häusern in Kabul Herstellungsanleitungen für Rizin gefunden worden waren, allerdings kein Rizin selbst. Im August 2002 gaben US-amerikanische Behörden bekannt, dass die islamistische Terrororganisation Ansar al-Islam Versuche mit Rizin und anderen chemischen und biologischen Kampfstoffen im Nord-Irak angestellt habe.

Am 9. Januar 2003 meldete die dpa, dass in London kleinere Mengen Rizin sowie Geräte zu seiner Herstellung gefunden worden waren. In diesem Zusammenhang wurden sechs Algerier festgenommen. Im April 2005 wurden bis auf einen alle Beteiligten freigesprochen. Ein Angeklagter wurde wegen Mordes an einem Polizisten, den er während einer Hausdurchsuchung erstochen hatte, zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Ermittlungsbehörden gaben in dem Verfahren entgegen früheren Meldungen an, kein Rizin, sondern lediglich amateurhafte Anweisungen zu seiner Herstellung gefunden zu haben.

Im Februar 2008 wurde in einem Hotelzimmer in Las Vegas Rizin gefunden. Die dortige Polizei erklärte, eine schwer vergiftete Person sei in ein Krankenhaus eingeliefert worden und schwebe in Lebensgefahr. Trotz des Fundes von Waffen und ‚anarchistischer Literatur’ glaube man nicht an einen terroristischen Hintergrund.

Am 12. August 2011 berichtete die New York Times über geheimdienstliche Erkenntnisse bezüglich des Versuchs zur Herstellung von Rizin durch den regionalen Arm von Al-Qaida im Jemen. Demnach sei die US-Regierung besorgt, dass dort Rizin für Anschläge gegen die USA hergestellt werden könne.

Am 16. April 2013 wurde je ein Brief mit Rizin an den republikanischen US-Senator Roger Wicker und den US-Präsidenten Barack Obama abgefangen. Am 30. Mai 2013 wurde bekannt, dass am 24. bzw. 26. Mai 2013 zwei Briefe mit Rizin an den amtierenden New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg abgefangen worden waren. Als Absenderin der Briefe an Bloomberg und Obama wurde die Schauspielerin Shannon Guess Richardson ermittelt; sie gestand dies. Sie wurde zu 18 Jahren Haft und 367.222 Dollar Entschädigungszahlung verurteilt.

Anfang September 2014 wurden in einem US-amerikanischen Labor schlecht gesicherte Rizinrestbestände aus Waffenexperimenten im Ersten Weltkrieg gefunden, zusammen mit Pest- und Botulismus-Erregern.“

Ein ziemlich gruseliger Giftstoff, dieses Rizin

Aus Rizinussamen gewinnt man das fette Rizinusöl, das in der Phytotherapie als Abführmittel (Laxans) eingesetzt wird. Für medizinische Zwecke wird Rizinusöl durch Kaltpressung hergestellt und raffiniert, das heisst entschleimt, entsäuert und mit Wasserdampf behandelt. Raffiniertes Rizinusöl enthält kein Rizin mehr.

Das Fachbuch „Pharmakognosie / Phytopharmazie“ schreibt zur Anwendung als Abführmittel:

„Innerlich als Laxans: Je nach Dosis tritt die laxieerende Wirkung unterschiedlich rasch ein: nach Einnahme von 1 Teelöffel voll nach etwa 8 h, nach Einnahme von 15 – 30 g (1 – 2 Esslöffel) innerhalb von 2 – 4 h. Unerwünschte Wirkungen: Es können sich dyspeptische Beschwerden einstellen. In Stadien fortgeschrittener Schwangerschaft können höhere Dosen die Wehen auslösen.“

Wegen der wehenauslösenden Wirkung ist Rizinusöl auch Bestandteil von sogenannten „Wehencocktails“. Siehe dazu:

Rizinusöl zur Geburtseinleitung

Rizinusöl als Abführmittel & Wehenmittel – Wirkung via Prostaglandinrezeptor

In Kosmetik und Dermatologie wird Rizinusöl zudem wegen seiner guten Löslichkeit in Alkohol als Fettzusatz in alkoholhaltigen Externa eingesetzt, insbesondere in Haartonika.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

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Lebensgefährliche Vergiftung durch Verwechslung von Fingerhutblättern mit Beinwellblättern

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Dumm gelaufen: Ihre Schlaflosigkeit wollte eine 63-jährige Frau aus Grossbritannien mit einem Tee aus Beinwellblättern lindern. Jemand aus dem Freundeskreis hatte ihr dazu geraten.

Die Frau ging zum Markt und kaufte dort vermeintlich Blätter von Beinwell (Symphytum officinale). Zu Hause übergoss sie die Pflanzenteile mit heißem Wasser und hoffte auf eine beruhigende, schlaffördernde Wirkung des Tees. 18 Stunden später wurde sie mit Übelkeit, Herzrasen und Benommenheit in die Notaufnahme des King’s College Hospital in London eingeliefert. Die behandelnden Ärzte Mathew Kurian Vithayathil und Matthew Edwards berichten im Fachblatt „BMJ Case Reports“ von ihrem Fall.

In der medizinischen Vorgeschichte der Patientin liess nichts auf Herzprobleme schliessen. Im Elektrokardiogramms (EKG) fanden die Ärzte aber klare Auffälligkeiten. Die Blutwerte waren dagegen normal: Der Elektrolythaushalt war in Ordnung, die Entzündungsmarker waren nicht erhöht.

Die Mediziner wollten sich in einer nationalen toxikologischen Datenbank über Beinwell informieren, doch gibt es dort keinen Eintrag für die Pflanze. In einem anderen Online-Nachschlagewerk fanden sie aber einen Eintrag, der die Beinwellpflanze mit einer Lebervenen-Verschlusskrankheit in Verbindung bringt. Die Symptome der Patientin passen jedoch überhaupt nicht zu diesem Leiden.

Berichte, in denen Beinwell im Zusammenhang mit Herzkrankheiten oder Herzrhythmusstörungen genannt wird, fanden die Ärzte keine.

Dennoch hielten sie den Tee weiterhin für die wahrscheinlichste Ursache für die Symptome der Patientin und setzten deshalb ihre Recherche mit einer Bildersuche im Internet fort. Dabei fiel ihnen auf, dass die Blätter der Beinwellpflanze ähnlich aussehen wie die Blätter der Fingerhutpflanze (Digitalis purpurea, engl. foxglove).

Erneut untersuchen die Mediziner das Blut der Frau und konnten erhöhte Digoxin-Werte nachweisen – eine Substanz, die im Fingerhut vorkommt. Das Herzglykosid Digoxin bewirkt im menschlichen Organismus, dass sich das Herz kraftvoller zusammenzieht und langsamer schlägt.

Wegen dieser Wirkungen wurde die Substanz schon früh als Medikament bei Herzschwäche eingesetzt eingesetzt. Digoxin hat allerdings eine kleine therapeutische Breite, wodurch die Grenze zur Vergiftung rasch überschritten werden kann. Das führt dann zu Symptomen, die auch die britische Patientin hatte.

Nachdem der Auslöser der Vergiftung bekannt war, konnte die Frau mit einem Gegenmittel behandelt werden, mit dem das Digoxin unschädlich gemacht wurde. Das Herz kehrte wieder in seinen gewohnten Rhythmus zurück und die Frau konnte nach fünf Tagen die Klinik ohne bleibende Schäden verlassen.

Die Mediziner baten die Patientin noch, dem Händler auf dem Wochenmarkt mitzuteilen, welche Verwechslung ihm unterlaufen ist. Außerdem regen sie an, dass Beinwell nun doch in die nationale toxikologische Datenbank aufgenommen wird – wegen der möglichen Verwechslung mit Fingerhut.

Quelle:

http://derstandard.at/2000049373482/Selbstgemachter-Kraeutertee-Riskante-Mischung

http://www.t-online.de/lifestyle/gesundheit/id_79729294/raetselhafter-medizinfall-frau-stirbt-fast-an-beruhigendem-kraeutertee.html

http://casereports.bmj.com/content/2016/bcr-2016-216995

 

Kommentar & Ergänzung:

1. Ja, Pflanzen (auch Heilpflanzen) sind nicht immer harmlos. Man sollte sie gut kennen, bevor man sie direkt aus der Natur, aus dem Garten oder vom Markt anwendet. Andernfalls bezieht man sie besser aus Apotheken oder Drogerien.

2. Beinwell gegen Schlaflosigkeit, das ist eine Empfehlung, die weder durch seriöse Phytotherapie-Fachliteratur gedeckt noch sonst wie plausibel ist. Gute Ratschläge aus dem Freundeskreis nicht unbesehen übernehmen, sondern mit seriöser Fachliteratur überprüfen.

3. Digoxin aus dem Roten Fingerhut war über längere Zeit ein zentrales Medikament bei Herzschwäche. Das zeigt die Bedeutung, die Naturstoffe für die Medizin hatten und in vielen Bereichen auch heute noch haben. Aufgrund der kleinen therapeutischen Breite (geringer Abstand zwischen wirksamer und toxischer Dosis) wird Digoxin aus Fingerhut isoliert eingesetzt. Mit einem Fingerhut-Tee könnte Digoxin nicht präzis genug dosiert werden. Digoxin-Präparate sind rezeptpflichtig und haben inzwischen stark an Bedeutung verloren. Also bitte keine Selbstversuche mit Fingerhut!

4. Der geschilderte Fall ist eindrücklich. Im allgemeinen kann man aber auch feststellen, dass Vergiftungen mit Pflanzen heute eher selten vorkommen, vor allem im Vergleich zu Vergiftungen mit Medikamenten und Chemikalien.

5. Beinwell enthält Pyrrolizidinalkaloide, die unter anderem Lebererkrankungen auslösen können. Das erklärt die Erwähnung einer Lebervenen-Verschlusskrankheit im Artikel. Beinwell wird deshalb nur zur Anwendung äusserlich auf intakter Haut empfohlen, zum Beispiel als Salbe oder Gel bei Verstauchungen, Prellungen, Quetschungen, Sehnenscheidenentzündungen etc. Meist werden dazu Auszüge aus den Beinwellwurzeln verwendet (zum Beispiel in Kytta-Salbe), seltener aus den Blättern.

6. Im Bericht der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“ über diesen Fall wird irrtümlich anstelle von Digoxin als Inhaltsstoff von Fingerhut Dioxin erwähnt. Das schreibt sich zwar ähnlich, ist aber genauso eine Verwechslung wie der Konsum von Fingerhut- anstelle von Beinwellblättern. Schon blöd, wenn man einen Artikel über Verwechslung schreibt, und dann selber eine macht. Dioxin steht im allgemeinen Sprachgebrauch für eine Gruppe von gefährlichen Umweltgiften, die sich über die Nahrungskette anreichern.

7. Dass die Mediziner offenbar nur die Patientin baten, den Händler auf dem Markt über seinen Irrtum aufzuklären, scheint mir ungenügend. In einem solchen Fall würde ich erwarten, dass diese Meldung über einen offiziellen Kanal läuft, bei dem überprüft werden kann, ob der Händler identifiziert und die Warnung angekommen ist. Bei uns hat die Gewerbepolizei die Aufsicht über den Markt und die kennen ihre Marktfahrer. Das wäre meiner Meinung nach die sichere Variante. Zwar wird es selten vorkommen, dass jemand Beinwellblätter zur Teezubereitung kauft, aber manche Leute verwenden sie als Wildgemüse. Und das würde dann auch reichen für eine veritable Vergiftung, wenn statt Beinwellblätter irrtümlich Fingerhut verkauft wird.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Viele Krebspatienten brechen Behandlung wegen Arzneimittelnebenwirkungen ab

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Mehr als sechs Prozent der europäischen Krebspatienten beenden infolge von Nebenwirkungen die Therapie.

Zu diesem Schluss kommt eine Arbeitsgruppe um Rheena Khanna, London, auf dem Europäischen Krebskongress in Madrid. Sie arbeitet beim Statistikdienstleisters ims Health.

Die Wissenschaftler analysierten Behandlungsdaten von knapp 8.000 Patienten aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien. Im Rahmen ihrer Arbeit analysierten sie, unter welchen Tumoren die Patienten litten, welche Therapien angewendet wurden, und welche Nebenwirkungen sie entwickelten.

Von den untersuchten Patienten hatten 87 % eine zytotoxische Chemotherapie und 13 % eine Hormontherapie bekommen. Als Diagnosen waren am häufigsten vertreten Brustkrebs (22 %), Dickdarmkrebs (14 %), und nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (13 %). Als Nebenwirkungen traten am häufigsten auf mit 36 % Neutropenie (Blutbildveränderung), gefolgt von Übelkeit / Erbrechen (23 %), Blutarmut (21 %), Neuropathie (17 %) und Schleimhautentzündung (15 %).

Aus der Gruppe der Brustkrebspatientinnen, die ihre Behandlung abbrachen, hatten 57 % eine zytotoxische Chemotherapie und 43 % eine Hormontherapie erhalten.

Bei den Frauen unter Hormontherapie waren Schmerzen der häufigste Grund für den Behandlungsabbruch, gefolgt von Neutropenie. Zahlreiche Patienten mit Darmkrebs oder Lungenkrebs wurden mit platinhaltigen Chemotherapien behandelt und brachen die Therapie wegen Übelkeit, Erbrechen und Neutropenie ab.

Man könne diese Resultate als Aufruf an die Ärzteschaft sehen, die verfügbaren Möglichkeiten zur Kontrolle der Nebenwirkungen von Krebstherapien voll auszunützen, sagte die Studienleiterin.

Wie weit psychologische Strategien und bessere Beratung die Therapietreue verbessern könnten, lasse sich aus den verfügbaren Daten nicht ableiten.

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/60342/Viele-Krebspatienten-brechen-Therapie-wegen-Arzneimittelnebenwirkungen-ab

https://www.webges.com/cslide/library/esmo/browse/search/jmK#9faD03bf

 

Kommentar & Ergänzung:

In der direkten Bekämpfung von Tumoren zeigen Heilpflanzen-Anwendungen bisher keine überzeugenden Wirkungen.

Zur Linderung von Nebenwirkungen der Krebstherapie können sie aber einen nützlichen Beitrag leisten.

Siehe dazu:

Naturheilkunde in der Onkologie 

Onkologie & Palliative Care: Heilpflanzen beim Hand-Fuss-Syndrom 

Onkologie & Palliative Care: Ingwer gegen Erbrechen bei Chemotherapie

Onkologie & Palliative Care: Was hilft bei Fatigue?

Tipps für Krebskranke aus der komplementären Onkologie 

Palliative Care & Onkologiepflege: Honig bei Mucositis (Mundschleimhautentzündung)

Weiterbildung Palliative Care / Onkologiepflege: Schleimstoffe bei Mundschleimhautentzündung

Weiterbildung Palliative Care & Onkologiepflege: Gerbstoffe bei Mundschleimhautentzündung 

Palliative Care & Onkologiepflege: Bitterstoffe bei Mundtrockenheit

Onkologie: Fatigue & Roteer Ginseng

Phytotherapie bei Xerostomie (Mundtrockenheit) 

Palliative Care: Myrrhentinktur bei Mucositis (Mundschleimhautentzündung) 

Palliative Care: Heilpflanzen-Anwendungen bei Appetitlosigkeit

Palliative Care & Weiterbildung: Schwarztee für Haut und Schleimhaut 

Phytotherapie kann bei Krebs manche Beschwerden lindern

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Aspirin zur Vorbeugung von Krebs und Herzinfarkt?

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Täglich eingenommenes Aspirin (Acetylsalicylsäure, ASS) kann das Risiko für Herzinfarkt und manche Krebsarten reduzieren – wobei aber als Nachteil Blutungen auftreten können. Forscher haben nun Nutzen und Risiken neu bewertet und empfehlen die vorbeugende Einnahme.

Vielleicht lohnt sich aber auch hier der bewährte Grundsatz: Nachdenken vor Schlucken.

Denn die ASS-Tabletten müssen über viele Jahre regelmässig eingenommen werden, um vorbeugende Effekte zu erzielen.

Die Risikoverminderung lässt sich als relatives oder absolutes Risiko darstellen und das hinterlässt bei Leserinnen und Lesern sehr unterschiedliche Eindrücke.

 

Relatives Risiko:

„Die Hauptergebnisse: Wer täglich 75 bis 100 Milligramm ASS einnimmt, hat – statistisch gesehen – nach zehn Jahren ein um 35 Prozent reduziertes Darmkrebsrisiko (minus 40 Mortalität durch diese Krankheiten), die Gefährdung, an Speiseröhren- oder Magenkrebs zu erkranken sinkt um 30 Prozent. Die Sterblichkeit dadurch sinkt um 35 bis 50 Prozent.“

Quelle:

http://science.orf.at/stories/1743702/

 

Das sieht nach einem dramatisch grossen Schutzeffekt aus.

Stellt man die Zahlen als absolutes Risiko dar, erscheint der Schutzeffekt plötzlich kleiner:

 

Absolutes Risiko:

„Auf 1.000 Personen, die bis zum 60. Lebensjahr täglich ASS einnehmen, würden 16 Todesfälle an Krebs, einer an Herzinfarkt vermieden. Dem stünden zwei zusätzliche Todesfälle durch Blutungskomplikationen gegenüber.“

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/59655/ASS-Reduktion-des-Krebsrisikos-macht-Primaerpraevention-vorteilhaft

Absolutes Risiko:

„Am Beispiel von 100 Männern und 100 Frauen zeigen die Mediziner, was die ASS-Einnahme beginnend mit 55 Jahren – statistisch gesehen – für die nächsten 20 Jahre für Folgen hätte: Von 100 Männern würden 11,5 an Krebs sterben, Aspirin hin oder her. Allerdings könnten 1,5 der 100 Männer mithilfe des Medikaments vor dem Krebs gerettet werden. Der Schutz vor dem Herztod fällt geringer aus und liegt bei weniger als 0,25 verhinderten Todesfällen unter 100 Männern. In einer ähnlich niedrigen Größenordnung liegen die Risiken durch Aspirin, hauptsächlich bedingt durch die erhöhte Blutungsneigung, die zu Schlaganfällen und Magenblutungen führen kann. Diese Risiken steigen besonders bei Menschen jenseits der 70 an.“

Quelle:

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/arzneimittel-asprin-gegen-krebs-und-infarkt-1.2079032

 

Also: Wenn 100 Männer über 20 Jahre täglich Aspirin schlucken könnten von 11,5 Männern, die an Krebs sterben, 1,5 Männer dank Aspirin gerettet werden. Das ist nicht nichts und schon gar nicht für die 1,5 Männer, die davon profitieren. Aber es ist auch nicht gerade ein grosser Durchbruch.

 

Festzuhalten ist dazu noch, dass es bei diesen Zahlen um Primärprävention geht. Die Studienteilnehmer haben also noch keine Krebserkrankung bzw. keinen Herzinfarkt erlitten. Beim Herzinfarkt scheint die Sekundärprävention – also die Vorbeugung eines Zweitinfarktes nach einem Herzinfarkt, von der Studienlage her nicht umstritten. Für die Primärprävention mit ASS kam allerdings die Metaanalyse einer Forschergruppe an der St. George’s Universität in London 2012 zum Schluss, dass das Risiko den Nutzen überwiegt, und dass 120 Personen über sechs Jahre ASS einnehmen müssen, um ein Herz-Kreislauf-Ereignis zu vermeiden.

Siehe dazu:

Aspirin (ASS) für die Primärprävention von Herzinfarkt – mehr Risiko als Nutzen

 

Das „Ärzteblatt“ schreibt:

„Der Vorteil von ASS in der Primärprävention ist demnach denkbar gering, und einzelne Risikofaktoren, die das Blutungsrisiko erhöhen, könnten schnell zu einer negativen Bilanz führen. Dazu gehören beispielsweise Rauchen und der Konsum von Alkohol oder auch eine Infektion mit H. pylori. Wer ASS einnimmt, sollte deshalb tunlichst auf einen übermäßigen Alkoholkonsum und auf das Rauchen verzichten, rät Cuzick.“

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/59655/ASS-Reduktion-des-Krebsrisikos-macht-Primaerpraevention-vorteilhaft

 

Und Werner Bartens stellt zu diesem Thema abschliessend fest:

„Allerdings muss erwähnt werden, dass die Tabletten viele Jahre regelmäßig genommen werden müssen, um den beschriebenen Effekt zu erreichen. Und dass die Euphorie der Autoren vielleicht eine Spur heftiger ausfällt, weil etliche von ihnen beratend für Bayer tätig sind.“

Quelle:

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/arzneimittel-asprin-gegen-krebs-und-infarkt-1.2079032

 

Originalstudie:

http://annonc.oxfordjournals.org/content/early/2014/07/30/annonc.mdu225.full?sid=2d2f4b88-d17a-4313-97ae-e4c7a26d3353

 

 

Wikipedia-Artikel zum Thema:

Relative und absolute Risikoreduktion

 

Kommentar & Ergänzungen:

Dass die Euphorie der Autoren vielleicht eine Spur heftiger ausfällt, weil etliche von ihnen mit dem Aspirin-Hersteller Bayer verbunden sind, passt gut zu diesem Beitrag:

Forschungsberichte oft übertrieben optimistisch formuliert

Es stellen sich aber noch ein paar andere Fragen:

Warum eigentlich gerade Aspirin zur Krebsprävention?

Da gibt es doch beispielsweise den Spruch „An apple a day keeps the doctor away“. Und es gibt ein paar Hinweise aus Tieruntersuchungen und Beobachtungsstudien, die zwar nicht beweisen, aber doch nahelegen, dass auch Äpfel einen krebspräventiven Effekt haben könnten:

„Was Epidemiologen bereits wissen: Menschen, die häufig Äpfel essen, erkranken seltener an Darm- und Lungenkrebs. Das haben zwei Forschungsstudien in Finnland und den USA vor einigen Jahren gezeigt. Ein deutlich vermindertes Krebsrisiko fanden die Forscher zwar nur, wenn sie die Teilnehmer, die von allen Untersuchten die meisten Äpfel verzehrten, mit totalen Apfel-Abstinenten verglichen. Außerdem beobachteten sie den schützenden Effekt bisher nur bei Frauen……….

Einen weiteren Hinweis darauf, dass Apfelesser seltener Krebs bekommen, liefern Tierversuche. Wissenschaftler haben gezeigt, dass Mäuse oder Ratten, die neben ihrem normalen Futter mit Extrakten aus Äpfeln, Apfelschalen oder Apfelsaft verköstigt werden, seltener Tumoren entwickeln. Die Tiere waren zuvor entweder mit krebserregenden Substanzen in Berührung gebracht worden oder es handelte sich um genetisch vorbelastete Arten, die ein höheres Krebsrisiko tragen. Bei den Tieren, die eine Nahrungsergänzung aus Äpfeln bekommen hatten, fanden die Forscher bis zu fünfzig Prozent weniger Tumoren als bei den Tieren mit gewöhnlicher Verköstigung. In anderen Versuchen hatten die Tiere mit der Apfeldiät zumindest deutlich kleinere Geschwülste als ihre normal fressenden Artgenossen. Ein japanisches Forscherteam fand zudem deutlich weniger Metastasen in Lunge und Lymphknoten, wenn den Tieren Apfelsaft zum Essen gereicht wurde. Der Effekt war bei trübem Apfelsaft deutlicher ausgeprägt als bei klarem. Die Forscher vermuten, dass dafür die Procyanidine verantwortlich sind – denn die sind im trüben Apfelsaft in viel größeren Mengen enthalten.“

Diese Sätze stehen nicht etwa in der „Glückspost“, sondern immerhin in der Zeitschrift des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Würde man ein paar Millionen in die Apfelforschung stecken, könnte man vielleicht auch fundiert zeigen, dass „an apple a day“ ein bisschen krebsprophylaktisch wirkt. Aber da investiert niemand ein paar Millionen.

Oder wie wärs mit Radieschen? – Die hab ich gern. Enthalten Glukosinolate (Senfölglykoside) ähnlich wie Brokkoli, und die könnten auch positive Effekte zeigen gegen Krebserkrankungen:

Brokkoli-Wirkstoffe unterstützen Krebstherapie

 

Ich glaub, ich probiers mal mit einem Radischen oder Apfel täglich als Prophylaxe (ohne Blutungsrisiko) – und verzichte bis auf weiteres auch in Zukunft auf Aspirin…..

Siehe auch:

Aspirin (ASS): Vorteil zur Krebsprävention unklar

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Rote Beete (CH: Randen) reduziert Blutdruck

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Ein hoher Nitratgehalt macht Rote Beete (in der Schweiz Randen genannt) und einige andere Gemüsesorten zu einem wirksamen Antihypertensivum (Mittel gegen Bluthochdruck). Eine experimentelle Studie, die im Fachjournal Hypertension (2013; doi: 10.1161/ HYPERTENSIONAHA.111.00933) publiziert wurde, zeigt einen überraschend deutliches Sinken der systolischen Blutdruckwerte.

Die Pharmakologin Amrita Ahluwalia untersuchte an der Queen Mary Universität in London zunächst die Wirkung von Nitriten auf den Blutdruck. Nitrite werden im Körper durch Enzyme zu Stickstoffmonoxid  reduziert, das ein potenter Vasodilatator ist, also die Gefässe erweitert. Die Experimente, die Ahluwalia an Ratten durchführte, ergaben denn auch, dass Nitrite bei Ratten eine deutliche blutdrucksenkende Wirkung zeigen – allerdings nur solange die Tiere nicht mit dem Xanthin-Oxidoreduktase-Inhibitor Allopurinol behandelt werden, der die Reduktion von Nitrit unterbindet.

Nitrit entsteht im Körper aus Nitraten, die mit der Nahrung zugeführt werden. Nitrate sind hauptsächlich in gewissen Gemüsesorten wie Gartensalat, Weißkohl, Fenchel enthalten, vor allem jedoch in Roter Beete. Ahluwalia konnte zeigen, dass Nitrate den Blutdruck ebenfalls reduzieren können. Und das klappt nicht nur bei Ratten, sondern auch beim Menschen.

In einem Experiment tranken 15 Bluthochdruck-Patienten, die trotz systolischer Blutdruckwerte von 140 bis 159 mm Hg noch keine Medikamente bekommen hatten, 250 ml eines Rote-Beete-Saftes oder Wasser. Die Menge des Rote-Beete-Saftes war so gewählt, dass der Nitritgehalt im Blut sich um etwa 50 Prozent erhöhte. Dies hatte in früheren Experimenten bei Menschen mit normalen Blutdruckwerten keine Änderung des Blutdrucks bewirkt.

Bei den Bluthochdruck-Patienten kam es dagegen zu einem deutlichen Absinken des systolischen Blutdrucks um etwa 12 mm Hg. Dieser Effekt war 3 bis 6 Stunden nach dem Trinken des Saftes am stärksten und hielt über 24 Stunden an. Auch der diastolische Blutdruck wurde nach Auskunft von Ahluwalia signifikant reduziert.

Im Ausmaß der Wirkung könnte ist der Rote-Beete-Saft durchaus mit Hochdruck­-Medikamenten vergleichbar. Diese müssen ihre Wirkung (und Sicherheit) allerdings in längeren klinischen Studien an hunderten oder tausenden Patienten belegen, während Ahluwalia in ihrem Experiment die Wirkung des Rote-Beete-Saftes nur an 15 ausgewählten Probanden untersucht hat, die auch nur eine einzige Dosis bekamen.

Die klinische Aussagekraft dieses Experiments ist daher gering, und für die American Heart Association gibt es keinen Grund, Bluthochdruck-Patienten zu einer „Rote-Beete-Therapie“ zu raten. Rote-Beet-Saft ist zudem nicht Jedermanns Geschmack. Störend könnte für einige Patienten zudem die rötliche Verfärbung des Urins sein, die bei einer dauerhaften Behandlung kaum zu vermeiden wäre. Gegen eine gesunde Ernährung mit dem reichlichen Verzehr von nitrathaltigem Gemüse hat die British Heart Foundation aber nichts einzuwenden. Beide Fachgesellschaften sprechen sich für die weitere klinische Evaluierung der Roten Beete aus.

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/54061/Rote-Beete-senkt-Blutdruck

http://hyper.ahajournals.org/content/early/2013/04/15/HYPERTENSIONAHA.111.00933.abstract

Kommentar & Ergänzung:

Zu Roter Beete / Randen sind in letzter Zeit eine ganze Reihe von Studien erschienen.

Hier finden Sie dazu weitere Informationen:

Rote Beete (Randen) reduziert Blutdruck

Rote-Beete-Saft / Randensaft: Legales Doping bei Radrennen?

Randensaft / Rote Beete kann Lungenkranke bei Fitness-Programm unterstützen

Randensaft / Rote Beete senkt Blutdruck

Randensaft / Rote Beete steigert sportliche Ausdauer

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Soziale Isolation erhöht die Sterblichkeit – aber nicht aufgrund von Einsamkeit

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Alte Menschen ohne Kontakt zu Familie und Freunden sterben früher. Ob sie sich in den Jahren vor ihrem Tod einsam gefühlt haben, bleibt darauf aber ohne Einfluss. Das schreiben englische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (doi: 10.1073/pnas.1219686110).

Forschern ist seit Jahren bekannt, dass alte Menschen in sozialer Isolation früher sterben als Senioren mit regelmäßigem Kontakt zu Freunden und Familie. Bisher nahmen die Experten jedoch an, dass das Gefühl der Einsamkeit für die schädlichen Folgen der Isolation auf die Gesundheit verantwortlich ist. Klare Belege dafür konnten sie aber nicht erbringen.

Gesundheitsforscher um Andrew Steptoe vom University College in London konnten diese Annahme nun widerlegen. Die Wissenschaftler begleiteten mehr als sieben Jahre lang 6.500 Menschen, die beim Start der Studie mindestens 52 Jahre alt waren.

Teilnehmende, die wenig oder keinen Kontakt zu Familie, Freunden oder Vereinen hatten, wurden von den Wissenschaftlern als sozial isoliert klassifiziert. Ob mit diesem Mangel an Kontakten auch das Gefühl der Einsamkeit verbunden war, erfassten die Forscher mittels Fragebögen.

Ohne soziale Kontakte lag das Sterberisiko ein Viertel höher

Rund jeder siebte Teilnehmer starb im Verlaufe der Studie. Unter sozial isolierten Menschen war der Anteil der Todesfälle fast doppelt so hoch wie bei gesellschaftlich integrierten Senioren. Bei einsamen Personen lag der Anteil um 50 Prozent höher. Berücksichtigten die Wissenschaftler das unterschiedliche Alter, die je nach Geschlecht unterschiedliche Lebenserwartung und zusätzliche Faktoren wie Vorerkrankungen und Wohlstand, war die Sterbehäufigkeit bei Menschen ohne regelmäßige Sozialkontakte noch um ein Viertel erhöht.

Überrascht war das Forscherteam, als sie auch für einsame Menschen die genannten Einflussfaktoren herausrechneten: Derart bereinigt ergab die Statistik, dass der prozentuale Anteil der Todesfälle unter einsamen Menschen nicht mehr erhöht war. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass hauptsächlich soziale Nachteile wie kleines Einkommen oder tiefer Bildungsstand sowie Erkrankungen den Zusammenhang zwischen Einsamkeit und Todesfällen erklärten.

Als Bindeglied zwischen sozialer Isolation und höherer Sterblichkeit konnten die Forscher das Gefühl der Einsamkeit ausschließen. Egal, ob sozial isolierte Menschen sich einsam fühlten oder nicht – ihr Sterberisiko lag ein Viertel höher als bei gut integrierten Personen.

Schwere Vorerkrankungen kommen als Ursache nicht in Frage

Die ebenfalls mögliche Erklärung, dass sterbenskranke Menschen sozial isolierter sind, konnten die Wissenschaftler weitgehend ausschließen.

Die Befunde dieser Studie bestätigen nach Ansicht der Forscher, dass soziale Isolation mit einer höheren Sterblichkeit bei älteren Männern und Frauen verbunden ist. Dieser Effekt ist jedoch unabhängig von der emotionalen Erfahrung der Einsamkeit. Für das Wohlergehen und die Lebensqualität sei es wichtig, sowohl die Isolation als auch die Einsamkeit zu reduzieren. Im Hinblick auf die Lebenserwartung hätten Maßnahmen gegen die soziale Isolation jedoch größeren Nutzen.

Quelle:

http://de.nachrichten.yahoo.com/soziale-isolation-verkürzt-das-leben-073738654.html

Kommentar & Ergänzung:

Diese interessante Studie zeigt einmal mehr, wie komplex es ist, von festgestellten Fakten – hier die erhöhte Sterblichkeit von sozial isolierten Menschen – auf die dafür verantwortlichen Ursachen zu schliessen. Wie leicht nimmt man da jene Ursache an, die den eigenen Überzeugungen entspricht. In diesem Fall zum Beispiel die Einsamkeit.

Keine Frage: Die Themen „Soziale Isolation“ und „Einsamkeit“ im Alter sind wichtig.

Wenn es um eine erhöhte Sterblichkeit von sozial isolierten Menschen geht, dann fehlt mir in der Diskussion um die Ursachen meist ein ziemlich auf der Hand liegender Einfluss:

Wer isoliert lebt, der hat bei einem akuten Notfall weniger Hilfe zur Verfügung.

Beispielsweise wird bei einem Schlaganfall oder Herzinfarkt, bei dem es um schnelle Alarmierung von Rettungskräften und rasche medizinische Intervention geht, seltener jemand anwesend sein, der diese Hilfe anfordern könnte. Mir scheint, dies könnte vielleicht einen Teil der erhöhten Sterblichkeit erklären.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Schlaue Hummeln lernen von Artgenossen

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Hummeln können von ihren Artgenossen lernen, wo es ergiebige Blüten hat.
Diese Fähigkeit ist nützlich beim Nektar suchen. Biologen der Universität London haben ein Experiment mit Hummeln in einer Flugarena veranstaltet. Sie versahen künstliche Blüten mit einer Zuckerlösung und platzierten daneben Hummel-Attrappen. So sollten die Hummeln lernen, die Anwesenheit von Artgenossen mit Futter zu assoziieren.

Danach vertauschten die Biologen die Anordnung der Blumen und ließen die Hummeln erneut durch die Arena fliegen. Das Resultat: Die Tiere steuerten genau die Blüten an, auf denen vorher andere Hummeln – bzw. Hummel-Attrappen – saßen – egal, ob sich dort Zucker befand oder nicht.

Die Wissenschaftler berichten über ihre Resultate im Magazin Current Biology.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=208281

http://www.cell.com/current-biology/retrieve/pii/S0960982213003370

Kommentar & Ergänzung:

Hummeln sind in vielerlei Hinsicht faszinierende Insekten.

Hummeln spielen eine wichtige Rolle für die Bestäubung von mehreren hundert Pflanzenarten in Mitteleuropa (z. B. Rotklee, Taubnesseln, Salbei-, Eisenhut-, Storchschnabel- und Enzianarten, Akelei und zahlreiche mehr. Bedingt durch ihre Kältetoleranz sind hauptsächlich in Gebirgen viele Hummelarten zu finden. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden bisher 48 Hummelarten nachgewiesen, 44 kommen aktuell vor. Da gibt es zum Beispiel Erdhummeln, Steinhummeln, Alpenhummeln, Wiesenhummeln, Baumhummeln, Waldhummeln, Ackerhummeln….

Siehe auch:

Hungersnot bei Hummeln im Sommer

Hummeln finden immer die kürzeste Flugroute

Augen auf – Hummelköniginnen unterwegs

Hummeln sind Transportkünstlerinnen

Pestizide schaden Hummeln

Nicht nur in einer „Hummel-Flugarena“, auch direkt in der Natur gibt es unzählige spannende Geschichten und kleine Wunder zu entdecken.

Schauen Sie sich im Kurskalender mal die Daten und Orte meiner Exkursionen an, wenn Sie Pflanzen und Tiere besser kennenlernen möchten.

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Schmerzmittel Diclofenac birgt Risiko

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Der Wirkstoff Diclofenac ist populär, birgt jedoch Risiken.

Wissenschaftler fragen sich daher, weshalb Ärzte trotzdem häufig noch Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Diclofenac verschreiben, obwohl eine harmlosere Alternative verfügbar ist.

Diclofenac kann Herzinfarkte und Schlaganfälle auslösen. Harmloser sei dagegen der Wirkstoff Naproxen, der viel seltener verschrieben wird. Die Forscher aus London und Toronto stellten fest, dass Diclofenac in 74 Ländern der Erde auf einer Liste der unentbehrlichen Arzneimittel steht. Auf solchen Listen finden sich Präparate, die stets in angemessener Form und zu einem bezahlbaren Preis verfügbar sein sollten. Naproxen dagegen sei nur in 27 Ländern auf dieser Liste.
Weshalb das so ist, haben die Wissenschaftler nicht untersucht oder herausgefunden. Sie verlangen jedoch, Diclofenac von diesen Listen zu streichen und die Mediziner besser zu informieren.

Die Studie des William-Harvey-Forschungsinstituts in London und der Universität Toronto wurde im Fachjournal „PLoS Medicine“ veröffentlicht.

(DOI: 10.1371/journal.pmed.1001388)

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=190393

Diclofenac ist in manchen Situationen zweifellos ein wirksames Medikament, doch sind auch die Risiken in den letzten Jahren zunehmend ins Blickfeld geraten.

Handelsnamen von Präparaten auf der Basis von Diclofenac:

„Das ursprüngliche Präparat der Firma Geigy trug und trägt den Namen ‚Voltaren’. Ferner sind im Handel: Agilomed (A), Algefit (A), Allvoran (D), Arthrex (D), Dedolor (A), Deflamat (A), Deflamm (A), Diclac (D), Diclo (D), Difene (A), Difen-Stulln (D, CH), Dolostrip (A), Dolpasse (A), Ecofenac (CH), Effekton (D), Effigel (CH), Fenisole (CH), Flam-X (CH), Flector (D, CH), Fortenac (CH), Inflamac (CH), Jutafenac (D), Monoflam (D), Olfen (CH), Pennsaid (A), Primofenac (CH), Relowa (CH), Rewodina (D), Sandoz Schmerzgel (D), Solaraze (D, A), Tonopan (CH), Tratul (A), Vifenac (CH), Voltaren (D, A, CH), Voltfast (CH), zahlreiche Generika (D, A, CH)“

(Quelle: Wikipedia)

Der Hinweis auf die weniger riskante Alternative Naproxen ist zwar interessant.

Ich bin aber auch immer ein bisschen vorsichtig, wenn für ein heikles Medikament eine angeblich weniger riskante alternative Angeboten wird. Ich erinnere mich noch gut daran, dass als Alternative zum nierenschädigenden Phenacetin über längere Zeit das „harmlosere“ Paracetamol empfohlen wurde. Es hat einige Jahre gedauert, bis auch das Risikopotential von Paracetamol – zum Beispiel Leberschäden vor allem bei Überdosierung – klarer wurde.

Vielleicht erwartet uns da bei Naproxen auch noch die eine oder andere Überraschung.

Zu den gegenwärtig bekannten möglichen Nebenwirkungen von Naproxen:

„ Nebenwirkungen können auftreten. Nachfolgend die wichtigsten:

Leber- und Nierenstörungen

Magen/Darm-Geschwüre

Übelkeit, Erbrechen

Hautreizungen (allg. Allergische Reaktionen wie beispielsweise Urtikaria)

Schwellungen im Gesicht

Asthma

Durchfall

Blutungen der Magenschleimhaut (können tödlich sein)

Zentralnervöse Störungen Benommenheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Sehstörungen (Blitze vor dem Auge) Schwindel

Erhöhtes Risiko für Schlaganfall“

(Quelle: Wikipedia)

Aber als Alternative zu Diclofenac ist diese Substanz trotzdem interessant.

Handelsnamen von Präparaten mit Naproxen:

„Alacetan (D), Aleve (D, CH), Apranax (CH), Dolormin für Frauen (D), Dolormin GS (D), Dysmenalgit (D), Miranax (A), Mobilat Schmerztabletten (D), Naprobene (A), Proxen (D, A, CH), zahlreiche Generika (D, A, CH)“

(Quelle: Wikipedia)

Ob Diclofenac oder Naproxen:

Bei Medikamenten dieses Kalibers sollte der Grundsatz lauten: Nur wenn nötig, nicht länger als nötig, nicht höher dosiert als nötig.

Zu Diclofenac siehe zudem:

Schmerzmittel steigern Risiko für Herz-Rhythmus-Störung

Entzündungshemmer Diclofenac mit ökologischen Nebenwirkungen

Diclofenac-Vergiftung: Geierbestand in Indien erholt sich leicht

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Novartis-Tochter Sandoz in Italien unter Korruptionsverdacht

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Italienische Mediziner haben gemäss Medienberichten Kindern Wachstumshormone verschrieben, obwohl es dafür keine medizinische Rechtfertigung gab. Grund dafür waren offenbar Geschenke und Geld von Sandoz-Vertretern.

Sandoz gehört zum Pharmakonzerns Novartis und bündelt die Generikaaktivitäten der Novartis-Gruppe.

Von Palermo bis Mailand durchsuchten Carabinieri unter Führung der  Gesundheitspolizei NAS Bologna die Büros von Spitälern.

Gemäss einer Medienmitteilung der NAS sollten die Razzien klären, ob die Wachstumshormone von Sandoz den Patienten zu Recht verschrieben wurden. Unterlagen, welche die Zahlungen an die Ärzte dokumentieren, lägen der NAS schon vor.

Verdächtigt werden 67 Ärzte, die in pädiatrischen und endokrinologischen Abteilungen privater und öffentlicher Spitäler arbeiten.

Pharmavertreter von Sandoz sollen den Ärzten teure Reisen, Designerklamotten oder Bargeld bezahlt haben, damit sie Kindern mehr Wachstumshormone verschrieben.

Mediziner, die entweder höhere Dosen verordneten oder die Hormonpräparate an neue Patienten verschrieben, seien mit Summen zwischen 500 und 1000 Euro pro Patient entschädigt worden, berichten italienische Zeitungen.

Nach Angaben der «Repubblica» sollen die Sandoz-Vertreter die verantwortlichen Ärzte mit Aufmerksamkeiten im Wert von insgesamt 500’000 Euro versorgt haben. Diese Summe hätten die Mitarbeiter kaum aus der eigenen Tasche bezahlt, schreibt die Zeitung – und wirft damit die Frage auf, ob Sandoz in die Zahlungen involviert war.

Erste Hinweise auf die unnötige Verschreibung von Wachstumshormonen zeigten sich gemäss «Repubblica» schon vor einem Jahr. In Rimini wurde damals ein Sportarzt verhaftet, der Kindern und Jugendlichen Hormone verschrieb, um ihre sportlichen Leistungen zu steigern.

Bestürzt über die Vorwürfe zeigte sich im «Corriere della Sera» Alberto Ugazio, Präsident der italienischen Gesellschaft für Kinderheilkunde. Eigentlich müsse nur Kleinwuchs mit Wachstumshormonen therapiert werden. Dabei handele es sich um eine sehr seltene Krankheit. Die Behandlung mit Wachstumshormonen habe stark zugenommen, kritiserte der Kinderarzt. Amateursportler verwendeten sie, um ihre Leistung zu verbessern. Die Sportler werden dabei offensichtlich von Ärzten unterstützt. In Italien dürfen gemäss Ugazio Hormone nur auf Rezept verkauft werden.

Sandoz bestätigte, dass die Firma gegen Mitarbeiter, die in das Gerichtsverfahren involviert sind, Disziplinarmassnahmen ergriffen habe.

Quelle:

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/SandozVertreter-sollen-italienische-Kinderaerzte-bestochen-haben/story/12647632

Kommentar & Ergänzung:

Noch ist in dieser Angelegenheit niemand schuldig gesprochen. Sollte sich der Verdacht aber bestätigen, wäre dies eine schwerwiegende Angelegenheit.

Wikipedia schreibt zum Wachtumshormon Somatropin:

„Synthetisches Somatropin wird als „Anti-Aging“-Mittel verwendet, wobei es keine Belege für einen Langzeitnutzen gibt. Häufig missbräuchlich angewendet wird es aufgrund seiner muskelbildenden Eigenschaften auch im Bodybuilding und anderen Sportarten. Zu diesem Zweck wird es teilweise auch mit Testosteron, Insulin, Trenbolon und dem Schilddrüsenhormon Triiodthyronin (T3) kombiniert. Mittlerweile sind aber auch schon gefährliche Totalfälschungen von angeblich Somatropin-haltigen Arzneimitteln aufgetaucht, die für die Verwendung in der Bodybuilder-Szene bestimmt waren. In der Doping-Szene gilt Somatropin allgemeinhin als teure „Wunderwaffe“. Die Anwendung von Somatropin bei Menschen ohne vorliegenden Mangel führt zu Akromegalie mit schwersten Nebenwirkungen, die oft irreversibel sind.“

Bestätigt sich der Verdacht und ist dieses Schmieren von Ärzten nicht nur ein einzelner krimineller Ausrutscher, sondern eine verbreitetere Praxis – und danach sieht es aus –  wäre ein Rücktritt der verantwortlichen Novartis-Führung meines Erachtens angemessen. Die Situation ist dann nämlich ähnlich wie bei UBS-CEO Oswald Grübel nach dem Betrugsfall des Händlers Kweku Adoboli im Investmentbanking in London.

Oswald Grübel hat vorgemacht, dass man als oberster Chef  auch Mitverantwortung trägt für ungenügende Kontrollmechanismen und manchmal Konsequenzen ziehen muss, selbst wenn man nicht direkt in den Betrugsfall verwickelt ist.

Die schon seit langem kritisierte, unnachvollziehbar überrissene  „Entschädigung“ von Novartis-Chef Daniel Vasella müsste dann nämlich immer im Zusammenhang mit Gewinnen gesehen werden, die der Konzern auf Kosten der Gesundheit von Kindern eingestrichen hat.

Ich zweifele aber daran, dass die Novartis-Verantwortlichen ihre Mitverantwortung hier erkennen. Schliesslich wissen sie schon seit 2011 von den Ermittlungen.

Und es gibt einen bedeutsamen Unterschied zwischen dem Betrugsfall Adoboli bei der UBS und dem Schmiergeld, das in Italien von der Sandoz gezahlt worden sein soll:

Adoboli hat sehr viel Geld in den Sand gesetzt. Das muss natürlich Konsequenzen haben.

Die Machenschaften von Sandoz Italien dagegen, sollten sie so stattgefunden haben, brachten der Firma Umsatz und schadeten nur den unnötigerweise behandelten Kindern.

Das ist offenbar nicht so relevant.

Die Finanzbranche hat ihren Ruf über weite Strecken ruiniert. Die Pharmabranche scheint sich in eine ähnliche Richtung zu bewegen. Das pauschale Feindbild der bösen Pharmaindustrie ist mir fremd. Es gibt aber eine ganze Reihe von kritikwürdigen Verhaltensweisen, die meines Erachtens immer wieder auf den Tisch gelegt werden müssen.

Beispiele:

Indien: Menschliche Versuchskaninchen für die Pharmaindustrie

Tamiflu nicht wirksamer als Placebo

Boykottaufruf gegen Roche wegen Tamiflu-Datenverheimlichung

Industriefinanzierte Medizinstudien liefern verzerrte Reaultate

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Wahrsager & Hellseher versagten auch 2012 mit ihren Prognosen

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Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) hat die Voraussagen von Hellsehern und Wahrsagern für 2012 untersucht – mit vernichtender Bilanz. Hätten die selbsternannten Wahrsager & Hellseher recht gehabt, wäre der Vesuv ausgebrochen, der Euro und sogar die EU abgeschafft, der Heilige Gral entdeckt, der Papst ermordet worden, hätten Terroristen die Olympischen Spiele in London angegriffen und Tiefseemonster Menschen attackiert.

Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften wertete nach eigenen Angaben in diesem Jahr etwa 140 Prognosetexte und Webseiten von über 70 selbsternannten Propheten aus. Die GWUP entdeckte auch einen Treffer: Seit der Heirat des britischen Prinzen William wird wahrsagerisch spekuliert, dass Kate Middleton schwanger werden könnte. Eine solche Schwangerschafts-Prognose wäre bestimmt auch ohne Hellseher möglich gewesen.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=168662

Hier der vollständige Bericht der GWUP:

http://www.gwup.org/images/stories/pdf/themen/prognosenfaq2012-3.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Na ja, das Jahr ist noch nicht zu Ende und all die Horrorprognosen könnten ja noch in geballter Ladung eintreffen………Und der Weltuntergang steht ja am 21. Dezember angeblich auch noch bevor.

Siehe dazu:

Der Weltuntergang 2012 nach dem Mayakalender – Kommentar zu einem irren Phänomen

Ansonsten aber immer wieder das selbe Lied: Hellseher und Wahrsager scheitern mit auch nur einiger massen präzisen Prognosen grandios.

Wann lernen diese Unterhaltungskünstler endlich, dass nur schwammige Prognosen und vage Andeutungen „Erfolg“ versprechen?

Sehr problematisch wird es in der Regel, wenn Hellseher und Wahrsager sich mit Krankheit und Heilen befassen. Selbsternannte Heiler verkaufen noch und noch eigene Fantasien als Erkenntnis aus höheren Welten und schaden damit oft Patientinnen und Patienten.

Weitere Infos: http://wahrsagercheck.wordpress.com/

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