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Die Vermarktung der Hildegard von Bingen

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Die österreichische Zeitung „Der Standard“ publizierte vor kurzem einen Beitrag zum Thema „Das grosse Geschäft mit Hildegard von Bingen“.

Der Historiker Peter Dinzelbacher vom Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien stellt darin einleitend fest, dass die Benediktinerin wohl mit dem heiligen Zorn der Prophetin reagieren würde, könnte sie heute ihre Vermarktung kommentieren.

In der Alternativmedizin werde gut und gerne mit dem Namen Hildegard von Bingen geworben, was nicht selten die Bezeichnung „Etikettenschwindel“ verdiene, schreibt „Der Standard“.

Kaum eine historische Persönlichkeit habe eine derartige Kommerzialisierung und Instrumentalisierung erfahren wie die Nonne und Äbtissin Hildegard von Bingen.

Zahllose Kräutermischungen, Liköre, Nahrungsmittel, Tinkturen, Elixiere, Öle, Kosmetika, Edelsteine, Kochbücher, Gesundheitsratgeber und sogar Schulen, Hotels und Wellnesstempel tragen ihren Namen.

Ein genauer Blick auf die angepriesenen Produkte lasse mitunter allerdings gewisse Diskrepanzen zutage treten, stellt „Der Standard“ fest. So werde gegenwärtig ein „Aronia-Saftgetränk in der Tradition der Hildegard von Bingen“ angepriesen, obwohl diese Beerenart im 12. Jahrhundert – zu Lebzeiten der Kirchenheiligen – in Deutschland noch völlig unbekannt war. Die Formulierung „in der Tradition von“ im Produktnamen lasse jede Menge Interpretationsspielraum offen. Ähnlich verhalte es sich mit Likören, die mit dem Signet der „Posaune Gottes“ – wie sich Hildegard von Bingen selbst nannte – versehen werden: Das habe überhaupt nichts mit Hildegard von Bingen zu tun, erklärt Johannes Mayer, Leiter der Forschergruppe Klostermedizin in Würzburg, in dem Beitrag.

Keine Hildegard-Fastenmethode überliefert

Auch beim Heilfasten sei es um die Seriosität der beworbenen Hildegard-Kuren schlecht bestellt. In den Schriften von Hildegard setze sich lediglich ein Satz mit diesem Thema auseinander, der frei übersetzt laute: ‚Das Fasten sollst du nicht übertreiben‘. Das sei alles, sagt Medizinhistoriker Mayer. Nach Ansicht des Experten handelt es sich bei den Hildegard-Diäten um einen „kleinen Etikettenschwindel“. Das Prinzip sei denkbar einfach: Es werde eine Heilfastenmethode – etwa jene nach Buchinger – genommen und das wenige, was in dieser Fasten-Zeit gegessen werde, mit Pflanzen angereichert, die Hildegard von Bingen speziell empfohlen hat.

Eine spezielle Fastenmethode nach Hildegard von Bingen gebe es aber definitiv nicht.

Edelsteintherapie nach Hildegard?

Ein breites Geschäftsfeld stelle die nach der Nonne benannte Edelsteintherapie dar, schreibt „Der Standard“. In ihren kirchenmedizinischen Traktaten liste die „Prophetin“ neben 290 Pflanzen immerhin auch 25 Mineralien und acht Metalle auf.

Gemäss den Empfehlungen der Verkäufer sollen die angeblich gesundheitsfördernden Steine entweder als Amulett am Körper getragen, als Elixier getrunken oder in pulverisierter Form unter das Essen gemischt werden – und so gegen Nervosität oder Unruhe wirken und die Entgiftung des Körpers fördern. Die Therapie entbehre jeder rationalen Grundlage. Oral eingenommene Edelsteinpulver würden einfach wieder ausgeschieden – ohne irgendeinen Effekt, sagt dazu der klinische Psychologe Colin Goldner.

Auch Johannes Mayer von der Forschergruppe Klostermedizin steht dieser Methode skeptisch gegenüber: Was Hildegard von Bingen da betrieben habe, sei sozusagen ‚weiße Magie‘, die naturwissenschaftlich natürlich nicht nachweisbar sei. Er sehe das in gewisser Weise als Spiel.

Symbolische Naturinterpretation

Im Beitrag des „Standard“ wird im weiteren ein wichtiger Punkt erwähnt: Von Laien häufig nicht mitgedacht werde, dass die beiden kirchenmedizinischen Hauptwerke „Physica“ und „Causae et Curae“ (Krankheitsgründe und Heilmittel), deren Entstehung Historiker auf 1158 datieren, nicht von einem naturwissenschaftlich Weltbild geprägt sind, sondern von einer symbolische Naturinterpretation, die sich auf einen göttlichen Heilplan beruft. Pflanzen, Steine und Metalle besitzen in diesem Weltbild nicht per se eine heilende Wirkung, sondern entfalten diese ausschließlich durch die ihnen innewohnende göttliche Kraft.

Hildegard-Medizin ist eher Hertzka-Medizin

Die massenhafte Vermarktung von „Hildegard-Produkten“ lasse sich auf den österreichischen Arzt Gottfried Hertzka zurückführen, der von dem visionären Ursprung der Schriften der Kirchenheiligen überzeugt war. Gemeinsam mit dem Apotheker Max Breindl entwickelte Hertzka in den 60er-Jahren entsprechende Rezepturen, die er ab 1970 unter der Bezeichnung „Hildegard-Medizin“ propagierte.

Es gebe zwar Produkte, die stimmig seien, insgesamt seien das aber nur wenige, lautet die Schlussfolgerung von Johannes Mayer. Dazu zähle etwa die Ringelblumensalbe, die tatsächlich eine Entdeckung von Hildegard sei. Der Medizinhistoriker weist darauf hin, dass die Calendula tatsächlich eine sehr gute Pflanze gegen Hautverletzungen ist, die Ringelblumensalbe heute aber nicht mehr mit Schweineschmalz hergestellt wird. Die Produkte müssten also streng genommen unter dem Namen „Hertzka-Medizin“ geführt werden, was aber weit weniger gut ziehen würde als die „Marke“ „Hildegard von Bingen“.

Quelle:

http://derstandard.at/1371171658909/Das-grosse-Geschaeft-mit-Hildegard-von-Bingen

Kommentar & Ergänzung:

Die Vermarktung der Hildegard von Bingen ist tatsächlich ziemlich fragwürdig und es ist löblich, dass „Der Standard“ dieses Thema kritisch aufgreift.

Merke:

Nicht überall, wo Hildegard draufsteht, ist auch Hildegard drin.

Traditionen erfordern eine interessierte Auseinandersetzung, nicht blinde Gläubigkeit.

Nicht alles, was ein paar hundert Jahre alt ist, ist dadurch auch schon plausibel.

Eine kritische Haltung gegenüber der „Hildegard-Medizin“ steht einer Würdigung der aussergewöhnlichen Leistungen der „Hildegard von Bingen“ nicht im Wege.

Wenn Colin Goldner darauf hinweist, dass von oral eingenommem Edelsteinpulver keine Wirkung zu erwarten ist, dann kann man dem meines Erachtens insofern zustimmen, als wohl kaum relevante Stoffe in den Organismus aufgenommen werden. Zu beachten ist allerdings, dass Edelsteine bei Hildegard eine symbolische Bedeutung haben. Und Symbole und Rituale haben in manchen Fällen durchaus eine Wirkung.

Weitere  Infos zum Thema:

Aderlass & Hildegard-Medizin

Papst erhebt Hildegard von Bingen zur Kirchenlehrerin

Hildegard-Medizin

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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Gewürze: Kardamom fördert Verdauung und aromatisiert den Kaffee

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Bohnenkaffee werde durch eine winzige Prise Kardamom verträglicher. Darüber hinaus sollen die Samen, die man wegen ihrer Empfindlichkeit immer in den Kapseln kaufen sollte, Appetit und Verdauung anregen. Kardamom eigne sich besonders zum Würzen von Gebäck, Kompott und Süßspeisen, aber auch für Blutwurst oder Kochschinken.

Quelle: http://derstandard.at/1350260941875/Gewuerze-und-ihre-Wirkung

Kommentar & Ergänzung:

Zwischen Gewürzen und Heilpflanzen gibt es oft fliessende Übergänge.

Kardamom (Elettaria cardamomum) gehört zur Familie der Zingiberaceae (Ingwergewächse).

Die Gewürzpflanze stammt ursprünglich aus Südindien, Sri Lanka, Irak und Thailand. Ein wichtiges Exportland ist heute auch Guatemala, weitere Anbauländer sind Tansania, Madagaskar, Papua-Neuguinea und Vietnam.

Hauptwirkstoff in den Kardamomsamen ist ein ätherisches Öl mit 1,8-Cineol (20-40 %), außerdem (+)-alpha-Terpineolacetat, Limonen (2-14 %) und Sabinen (3-5 %).

Ausserdem enthält der Samen Fettes Öl mit Linolensäure, Ölsäure, Palmitinsäure.
Weitere Inhaltsstoffe sind: Kohlenhydrate (Stärke 20-40 %, Zucker 5 %), Protein (etwa. 10 %), Gummi, reichlich Mangan und Eisen.

Zur Wirkung und Anwendung von Kardamomsamen bzw. Kardamomöl

Das Kardamom als Gewürz verdauungsfördernd wirkt, liegt irgendwie auf der Hand. Die Wirkung genauer zu fassen ist aber nicht so einfach.

Kardamom soll die Gallensekretion steigern. Das wurde jedoch mit relativ hohen Dosen eines acetonischen Extraktes bei Ratten festgestellt. Ob sich dieses Ergebnis auf den Menschen übertragen lässt, ist damit nicht belegt.

Wikipedia schreibt:

„ Ihr ätherisches Öl wirkt fördernd auf die Speichel-, Magen- und Gallensaftsekretion. In der Regel werden alkoholische Auszüge verwendet, bisweilen mit Kümmel und Fenchel kombiniert und in Fertigpräparaten gegen Verdauungsbeschwerden, Blähungen und zur Anregung des Appetits eingesetzt.“

Allerdings widerspricht dem, dass bei In-vivo-Versuchen an Kaninchen sowohl ein Wasser- als auch ein Methanolextrakt der Kardamomsamen die Säure- und Pepsinsekretion des Magens vermindert hat.

In arabischen Ländern wird dem Kardamom eine Wirkung als Aphrodisiakum nachgesagt, ohne dass diesbezüglich etwas geklärt wäre.

Kardamom als Gewürz

„Kardamomsamen sind ein verbreitetes Gewürz in der asiatischen und arabischen Küche. Sie sind ein Hauptbestandteil indischer Masalas, des bekannten Chai-Tee und des ihnen nachempfundenen Currypulvers. Das berühmte ayurvedische Konfekt Laddu, welches aus Ghee-Butter hergestellt wird, enthält auch Kardamom. In der europäischen Küche findet das Gewürz hauptsächlich Verwendung in Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen und Spekulatius, aber auch in Wurstwaren, Likören, Schokolade und als Bestandteil von Gewürzmischungen. In Schweden ist Kardamom außerdem ein typischer Bestandteil süßer Backwaren (z. B. Kanelbulle) und im Glühwein (Glögg). Bei der Zubereitung von arabischem Mokka wird dem Kaffeemehl häufig Kardamom zugegeben. Trotz desselben Namens wird der sogenannte schwarze Kardamom (Amomum subulatum) ausschließlich für pikante Gerichte verwendet.“

(Quelle: Wikipedia)

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Anistee gegen Blähungen

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Die Zeitschrift „Die Apotheke“ (Nr. 8 / 2012) publizierte einen Artikel zum Thema „Blähungen“ und empfiehlt darin unter anderem Anistee:

„Anistee ist bei Blähungen und Bauchkrämpfen – auch bei Säuglingen und Kleinkindern – sehr zu empfehlen. Die ätherischen Öle lösen Krämpfe und regulieren den Fluss der Verdauungssäfte. Anis ist deshalb fester Bestandteil vieler Verdauungstees. Zur pflanzlichen Therapie bei Blähungen eignen sich neben Anis auch Fenchel und Kümmel.“

Kommentar & Ergänzung:

Anis (Pimpinella anisum) gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Die Pflanze stammt vermutlich aus dem Orient. Sie wird heute in Südeuropa, im Mittelmeergebiet, im Vorderen Orient und Indien angebaut. Sie kommt bei uns nicht wild vor.

Anisfrüchte enthalten ätherisches Öl (Anisöl) mit süß schmeckendem trans-Anethol (Hauptbestandteil), das auch für den charakteristischen Geruch der Heilpflanze  verantwortlich ist; außerdem fettes Öl und Proteine.

Neben der Anwendung bei Verdauungsbeschwerden werden Anisfrüchte auch als schleimlösendes Mittel (Expectorans) bei produktivem Husten eingesetzt.

Anisfrüchte soll man vor der Zubereitung von Anistee zerquetschen, damit sich das ätherische Anisöl besser im Teewasser lösen kann.

Anis wird auch zur Herstellung von Spirituosen verwendet:

„ In der westlichen Küche wird Anis heute vor allem in Brot und Backwaren verwendet. Hauptsächlich wird Anis jedoch Spirituosen und Likören beigemischt, wie etwa Sambuca, Rakı, Ouzo, Absinth, Pastis, Aguardiente, Chinchon und Anisette (siehe Anisee). Anis wird hier jedoch zunehmend vom ertragreicheren Sternanis (Illicium verum) abgelöst, der aus China kommt. Sternanis hat aufgrund der ähnlichen Zusammensetzung des ätherischen Öls einen ähnlichen Geschmack, sieht aber anders aus und ist nicht näher mit dem echten Anis verwandt.“

Quelle: Wikipedia

Anis, Kümmel und Fenchel sind botanisch verwandt ähnlich in ihren Wirkungen. Gegen Blähungen könnte auch als weiterer Verwandter der Dill (= Anethum graveolens, Gurkenkraut) eingesetzt werden.

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Heilkräuter gegen Verdauungsprobleme

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Die ZDF-Sendung „Volle Kanne“ kümmerte sich vor einiger Zeit um menschliche Verdauungsprobleme:

„Vor allem über die Festtage kann der reguläre Essensrhythmus schnell aus dem Tritt geraten. Völlegefühl, Magendrücken und allgemeines Unwohlsein sind meist die Folge. Ein Schnäpschen nach dem Essen ist aber nicht die beste Möglichkeit, sich Erleichterung zu verschaffen.“

Das wohlige Brennen in der Kehle und die Wärme komme nur von der besseren Durchblutung des Magens nach dem Schnapsgenuss, erklärte die Ernährungsexpertin Dr. Brigitte Bäuerlein.

„Tatsächlich reize der Alkohol die Magenschleimhaut, hemme den Stoffwechsel und setze den Körper einem zusätzlichen Verdauungsstress aus. ‚Besser ist es, vor dem Essen einen Kräuter-Aperitif zu sich zu nehmen. Der bereitet die Verdauung vor und regt die Produktion der Gallensalze und Magensäure an.’

Auch ein Espresso, Mokka oder Kaffee nach dem Essen kann eine Wohltat sein. Kaffee wirkt in der Tat leicht abführend. Gibt man noch etwas Kardamom hinzu, regt er sogar die Fettverdauung an und wirkt entkrampfend. Noch besser eignen sich Kräuter zur Verdauung: Muskat, Ingwer, Anis, Gewürznelken, Zitronenmelisse, Kardamom, Thymian, Kümmel, Fenchel. Gibt man sie den Speisen hinzu, wird die Verdauung schon beim Verzehr positiv beeinflusst. So kann man etwa Fleisch mit einem Thymianzweig anbraten oder Fenchelgemüse als Beilage servieren. Zitronenmelisse eignet sich hervorragend als Dessert-Garnitur oder aufgebrüht als verdauungsfördernder Tee.“

Quelle:

http://vollekanne.zdf.de/ZDFde/inhalt/23/0,1872,8169111,00.html?dr=1

Kommentar & Ergänzung:

Das sind durchwegs vernünftige Tipps. Viele Gewürze wirken gegen Verdauungsbeschwerden.

Interessant finde ich in dieser Aufzählung der Gewürze den Kardamom:

„Kardamomsamen sind ein verbreitetes Gewürz in der asiatischen und arabischen Küche. Sie sind ein Hauptbestandteil indischer Masalas, des bekannten Chai-Tee und des ihnen nachempfundenen Currypulvers. Das berühmte ayurvedische Konfekt Laddu, welches aus Ghee-Butter hergestellt wird, enthält auch Kardamom. In der europäischen Küche findet das Gewürz hauptsächlich Verwendung in Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen und Spekulatius, aber auch in Wurstwaren, Likören, Schokolade und als Bestandteil von Gewürzmischungen. Kardamom ist außerdem ein typischer Bestandteil süßer schwedischer Backwaren (z. B. Kanelbulle) und des schwedischen Glühweines (Glögg). Bei der Zubereitung von arabischem Mokka wird dem Kaffeemehl häufig Kardamom zugegeben. Trotz des selben Namens wird der sogenannte schwarze Kardamom (Amomum subulatum) ausschließlich für pikante Gerichte verwendet.“

(Quelle: Wikipedia)

Und zum Kardamom in Medizin und Volksmedizin:

„Kardamom wirkt verdauungsfördernd, krampflösend und blähungstreibend. Er ist außerdem Bestandteil einiger Arzneimittel aus der Gruppe der Magen-Darm-Mittel. Des Weiteren gilt er als allgemeines Anregungsmittel (Aphrodisiakum) für Körper und Geist. Das Kardamomöl hat geringes Allergiepotenzial. Besonders in den arabischen und asiatischen Kulturen erfährt Kardamom eine hohe Wertschätzung.“

(Quelle: Wikipedia)

Woher stammt der Kardamom?

„Kardamom stammt ursprünglich aus Südindien, Sri Lanka, Irak und Thailand. Ein großes Exportland ist heute auch Guatemala, weitere Anbauländer sind Tansania, Madagaskar, Papua-Neuguinea und Vietnam.“

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

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Aromatherapie / Phytotherapie: Rosenöl

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An einem Vortrag wurde ich vor kürzlich gefragt, ob Rosenöl tatsächlich so teuer sei und wozu es verwendet werde. Hier ein paar Informationen und Anmerkungen zu einem interessanten ätherischen Öl, das in der Phytotherapie selten, in der Aromatherapie aber oft eingesetzt wird..

Rosenöl ist ausserordentlich teuer. Das hat mit der geringen Ausbeute bei der Herstellung zu tun.

Rosenöl ist ein ätherisches Öl, das durch Wasserdampf-Destillation aus den Blütenblättern von Rosen gewonnen wird. Die zur Rosenöl-Gewinnung benutzten Blüten werden hauptsächlich in Bulgarien (Rosental), Frankreich, Marokko und der Türkei kultiviert und von Hand gepflückt.

„Gewonnen wird Rosenöl hauptsächlich aus den folgenden Rosenarten:

Rosa centifolia

Rosa damascena

Weniger bedeutend sind die Rosenarten von Rosa alba und Rosa gallica. Die Ausbeute ist gering: lediglich 0,02 bis 0,05 %. Aus drei Tonnen Blüten wird ca. ein Liter Rosenöl destilliert.

Rosenöl ist daher eines der teuersten ätherischen Öle. Im Großhandel kostet ein Kilogramm echtes bulgarisches Rosenöl (rosa damascens) über 5000 €, ein Kilogramm türkisches Rosenöl ca. 3000 €. Auch preiswerte synthetische Nachstellungen von Rosenöl sind im Handel. Naturidentische Nachbildungen können um 60–70 € pro kg kosten und dem Dufterlebnis von echtem Rosenöl sehr nahe kommen – dieses jedoch nicht erreichen. Nicht naturidentische, synthetische Nachbildungen sind deutlich preiswerter aber vom Duft her weniger ansprechend.

Rosenöl wird für kostbare Parfüms (z. B. Chanel № 5), zur Raumbeduftung in Duftlampen, in der Aromatherapie, mitunter auch zur Parfümierung von Zucker-, Schokoladen-, Tabakwaren und Likören genutzt. In der Parfümerie ist Rose, neben Jasmin, der am häufigsten eingesetzte Blumenduft.“

(Quelle: Wikipedia)

Interessant ist auch die Geschichte des Rosenöls:

„Vor der Wasserdampf-Destillation wurde das Rosenöl durch Extraktion der Blüten mittels fetter Öle gewonnen. Der Grieche Theophrastus (370 v. Chr) beschrieb die Gewinnung von Rosenöl durch Sesamöl. Rosenöl wurde damals dem Wein zugesetzt. Von Plinius ist überliefert, dass die Römer ihre Nahrungsmittel wie auch ihre Körper mit Rosenöl bedufteten. Die Erkenntnisse über die Destillation von Rosenöl kamen aus Persien. Schon im Jahr 810 erhielt Bagdad aus der Provinz Faristan ca. 30.000 Flaschen mit Rosenwasser. Die Kenntnisse der Destillation von Rosenöl erreichten Europa um 1000 n. Chr.

Im 17. Jahrhundert dehnte sich die Rosenkultivierung von Persien nach Indien, Nordafrika und in die Türkei aus. Im Jahr 1710 begann der Rosenanbau in Bulgarien, 200 km östlich von Sofia in Kasanlak. Seit 1750 bis in die Gegenwart ist die Region zwischen Kasanlak und Karlowo die bedeutendste Anbauregion zur Gewinnung von Rosenöl (Tal der Rosen). Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Bulgarien noch ca. 2800 Kleindestillierbetriebe für Rosenöl mit Wasserdampfbehältern für ca. 1–10 Tonnen Blüten.

Das Zentrum des türkischen Rosenanbaus liegt zwischen Burdur und Isparta im südwestlichen Teil der Türkei.

In Marokko begann die Rosenölherstellung kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in El-Kelâa M’Gouna.

1938 lag die Weltjahresproduktion von natürlichem Rosenöl noch bei jährlich 3 Tonnen. 1955 bei 700 kg, Anfang der 1980er zwischen 1–2 Tonnen pro Jahr. In Bulgarien lag die Produktion im Jahr 2003 bei ca. 900 kg.“

(Quelle: Wikipedia)

Rosenöl wird gerne verwendet in der Kosmetik und in der Parfümerie.

Rosenöl ist wie Lavendelöl ein ätherisches Öl, das auch unverdünnt auf die Haut aufgetragen kann.

Rosenöl besitzt eine ausgeprägte antimikrobielle Wirkung.

In manchen Pflegeinstitutionen wird Rosenöl oft unreflektiert in Sterbephasen angewendet. Das geht auf Vorstellungen aus der Anthroposophischen Medizin zurück,  wonach Rosenöl in der Sterbephase Loslösungsprozesse unterstützen soll.

Das halte ich zwar für ein reines Phantasiekonstrukt. Pflegende, die in der Sterbephase Rosenöl anwenden, würde ich trotzdem fragen, was genau sich ihrer Ansicht nach loslösen soll. Und wer ihrer Ansicht nach bestimmen soll, wann ein Loslösungsprozess mit Rosenöl eingeleitet wird. Wenn das mit dem Loslösen durch Rosenöl nämlich tatsächlich funktionieren würde, müssten da noch einige ethische Fragen geklärt werden.

Die Förderung von „Loslösungsprozessen“ stellt meines Erachtens eher eine religiöse als eine medizinische Anwendung dar, die nur mit einem darüber informierten und damit einverstandenen Patienten durchgeführt werden sollte.

Ich jedenfalls würde mich verwahren dagegen, wenn eine Pflegende meint, an meinem „Loslösungsprozess“ herum werkeln zu müssen. Ganz abgesehen davon, dass ich mir in einer Sterbephase ganz andere Duftöle wünschen würde als ausgerechnet Rosenöl – Sandelholzöl zum Beispiel.

Aber wenn ein sterbender Mensch den Rosenduft liebt oder es den Pflegenden mit Rosenduft leichter fällt, ins Sterbezimmer zu gehen, dann wird auch Rosenöl passen. Punkt. Warum muss eine gute Anwendung eines feinen ätherischen Öls mit einer angeblichen Förderung von Loslösungsprozessen aufgeblasen werden?

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1938 lag die Weltjahresproduktion von natürlichem Rosenöl noch bei jährlich 3 Tonnen. 1955 bei 700 kg, Anfang der 1980er zwischen 1–2 Tonnen pro Jahr. In Bulgarien lag die Produktion im Jahr 2003 bei ca. 900 kg.“

(Quelle: Wikipedia)

Rosenöl wird gerne verwendet in der Kosmetik und in der Parfümerie.

Rosenöl ist wie Lavendelöl ein ätherisches Öl, das auch unverdünnt auf die Haut aufgetragen kann.

Rosenöl besitzt eine ausgeprägte antimikrobielle Wirkung.

In manchen Pflegeinstitutionen wir Rosenöl oft unreflektiert in Sterbephasen angewendet. Das geht auf Vorstellungen aus der Anthroposophischen Medizin zurück,  wonach Rosenöl in der Sterbephase Loslösungsprozesse unterstützen soll.

Das halte ich zwar für ein reines Phantasiekonstrukt. Pflegende, die in der Sterbephase Rosenöl anwenden, würde ich trotzdem fragen, was genau sich ihrer Ansicht nach loslösen soll. Und wer ihrer Ansicht nach bestimmen soll, wann ein Loslösungsprozess mit Rosenöl eingeleitet wird. Wenn das mit dem Loslösen durch Rosenöl nämlich tatsächlich funktionieren würde, müssten da noch einige ethische Fragen geklärt werden.

Die Förderung von „Loslösungsprozessen“ stellt meines Erachtens eher eine religiöse als eine medizinische Anwendung dar, die nur mit einem darüber informierten und damit einverstandenen Patienten durchgeführt werden sollte.

Ich jedenfalls würde mich verwahren dagegen, wenn eine Pflegende meint, an meinem „Loslösungsprozess“ herum werkeln zu müssen. Ganz abgesehen davon, dass ich mir in einer Sterbephase ganz andere Duftöle wünschen würde als ausgerechnet Rosenöl – Sandelholzöl zum Beispiel.

Aber wenn ein sterbender Mensch den Rosenduft liebt oder es den Pflegenden mit Rosenduft leichter fällt, ins Sterbezimmer zu gehen, dann wird auch Rosenöl passen. Punkt. Warum muss eine gute Anwendung eines feinen ätherischen Öls mit einer angeblichen Förderung von Loslösungsprozessen aufgeblasen werden?

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Anistee gegen Krämpfe und Blähungen

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Das Magazin „Focus“ veröffentlichte eine Serie von Beiträgen über Hausmittel gegen Beschwerden der Verdauungsorgane.

Hier ein Zitat zur Wirkung von Anis beziehungsweise Anistee:

„Anis löst Krämpfe und gilt deshalb traditionell als Heilmittel gegen Blähungen. Verwendet werden die Anisfrüchte, die wie Samen aussehen. Sie enthalten Anisöl mit dem Wirkstoff Anethol. Anis soll die Drüsen im Magen anregen, mehr Magensaft zu produzieren, und so die Verdauung fördern.

Für den Anistee einen halben Teelöffel getrocknete, zerstoßene Anisfrüchte mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen. Dann zehn bis 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und anschließend abseihen. Täglich bis zu drei Tassen davon trinken. Säuglingen und Kleinkindern einen Teelöffel des Tees in die Milchflasche geben.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/verdauung/tid-21554/hausmittel-blaehungen-hilfe-gegen-luft-im-bauch_aid_605251.html

Kommentar & Ergänzung:

Die Beiträge dieser Serie sind erfreulich fundiert, was bei Medienberichten zum Thema Komplementärmedizin /   Naturheilkunde  gar nicht selbstverständlich ist.

Über die erwähnten Anwendungsbereiche bei Verdauungsstörungen (Krämpfe, Blähungen) zeigt Anistee auch eine auswurffördernde Wirkung bei Husten.

Anis ist ursprünglich im östlichen Mittelmeerraum beheimatet, wird heute weltweit in Regionen mit gemäßigtem Klima kultivert. Hauptanbaugebiet ist Südrussland. Anis (Pimpinella anisum) kommt also bei uns nicht als Wildpflanze vor.

Anisfrüchte enthalten bis zu 5% Anisöl mit einem Anethol-Anteil von bis zu 90%.

In der westlichen Küche wird Anis heute hauptsächlich in Brot und Backwaren (in der Schweiz zum Beispiel „Anischräbeli“) verwendet. Anis wird aber vor allem Spirituosen und Likören beigemischt, wie etwa Sambuca, Raki, Ouzo, Absinth, Pastis, Aguardiente, Chinchon und Anisette . Anis wird hier jedoch zunehmend vom ertragreicheren Sternanis (Illicium verum) abgelöst, der aus China kommt. Sternanis hat aufgrund der ähnlichen Zusammensetzung des ätherischen Öls einen ähnlichen Geschmack, sieht aber anders aus und ist nicht näher mit dem echten Anis verwandt.

(Quelle: Wikipedia)

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