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Tausendgüldenkraut von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) positiv bewertet

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Die EMA trägt in regelmässigen Abständen Informationen zu Arzneipflanzen zusammen und bewertet deren Einsatz in der Pharmazie. Diese Bewertungen sollen Apotheken, Ärzten und Verbrauchern klare Richtlinien geben, inwieweit der Einsatz aus wissenschaftlicher Sicht sinnvoll ist. Inzwischen liegt auch eine positive Beurteilung des Tausendguldenkrauts (Centaurii herba) vor.

Für den Einsatz bei milden Verdauungs- oder Magenbeschwerden und Appetitlosigkeit seien die Erfahrungswerte sehr gut, schreibt die EMA. Sofern nach zwei Wochen die Beschwerden trotz Anwendung des Tausendgüldenkrauts nicht nachgelassen haben, soll laut Empfehlung ein Arzt aufgesucht werden. Obwohl Nebenwirkungen nicht bekannt sind, sollen Menschen mit peptischen Ulcera (Magengeschwüren) Tausendgülden-Produkte meiden.

Abgesehen vom mehr als 30-jährigen Erfahrungswissen nennt die EMA keine Fakten, die die Wirksamkeit des Tausendgüldenkrauts belegen. Klinische Studien sind keine durchgeführt worden und in-vitro-Daten aus Laboruntersuchungen nur marginal vorhanden. Es existieren laut EMA wenige Hinweise auf die stimulierende Wirkung von Appetit und Verdauung.

In Deutschland ist ein Präparat im Handel das Tausendgüldenkraut kombiniert mit Liebstöckel und Rosmarin enthält und bei unkomplizierten Harnwegsinfekten helfen soll. Für diese Indikation gibt die EMA aber keine Empfehlung ab.

Quelle:

https://m.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/pharmazie/arzneipflanzen-ema-empfiehlt-drei-phyto-klassiker-epilobium-eleutherococcus-centaurium/?forceMobile=1%3F&noMobile=1&tx_aponews_newsdetail%5B%40widget_4%5D%5BcurrentPage%5D=2&tx_aponews_newsdetail%5B%40widget_4%5D%5BitemsPerPage%5D=1&cHash=7114c4db7166baf0d965eea791dd4b48&tx_ttnews%5BsViewPointer%5D=2

 

Kommentar & Ergänzung:

Das Echte Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea) gehört zu den Bitterstoffpflanzen, die hauptsächlich bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt werden. Weitere Beispiele für Bitterstoffpflanzen sind Enzian, Löwenzahn, Engelwurz, Hopfen (wird aber vor allem gegen Schlafstörungen eingesetzt), Schafgarbe, Wermut, Beifuß, Kardobenediktenkraut, Kalmus, Bitterklee, Artischocke, Isländisch Moos (wird aber vor allem gegen Reizhusten eingesetzt) und Teufelskralle (wird aber vor allem gegen Rheuma, Arthrose etc. eingesetzt).

Hier gibt’s weitere Informationen zu den Bitterstoffpflanzen:

Wirkstoffe der Heilpflanzen: Bitterstoffe

 

Beim erwähnten Kombi-Präparat gegen Harnwegsinfekte mit Tausendgüldenkraut, Rosmarin und Liebstöckel halte ich die Wirksamkeitsbelege für sehr schwach. Das Thema in diesem Beitrag:

Urologen erforschen Phytopräparat mit drei Heilpflanzen

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

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Zur Phytotherapie bei Harnwegsinfektionen / Blasenentzündung

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Bei Harnwegsinfektionen – insbesondere bei Blasenentzündungen – fragen Betroffene häufig nach einem pflanzlichen Präparat. Nützliche Tipps für die Beratung in der Apotheke gab es im POP-Symposium „Pharmakotherapie von Harnwegsinfektionen“ auf der INTERPHARM.

Apothekerin Dr. Kirsten Dahse aus Gröbenzell und Dr. med. Johanna Lerner aus München zeigten dabei auf, wann eine Selbstbehandlung nicht angebracht und eine ärztliche Konsultation nötig ist:

– Bei Risikofaktoren wie Schwangerschaft, Diabetes mellitus, Niereninsuffizienz oder Immunsuppression.

– Außerdem bei Fieber, Schmerzen in der Nierengegend, Blut im Urin, zunehmenden Beschwerden sowie Symptomen, die länger als fünf Tage andauern.

Schmerzmittel sollten mit Vorsicht eingesetzt werden, weil damit eine beginnende Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung), die meist mit Fieber und Schmerzen einhergeht, verschleiert werden kann.

Die Referentinnen stellten für die Phytotherapie bei Harnwegsinfektionen eine ganze Reihe von Präparaten vor, bei denen jedoch auch Nebenwirkungen und Kontraindikationen zu beachten sind:

☛ Bei Bärentraubenblättern und Bärentraubenextrakten resultiert die Anwendungsbeschränkung „nicht häufiger als fünfmal pro Jahr und jeweils nicht länger als ein Woche“ aus einem potenziellen kanzerogenen Risikos des Hydrochinons. Dieses sei aber wahrscheinlich sehr gering, zumal die Verbindung rasch konjugiert und abgebaut werde.

Meerrettichwurzel und Kapuzinerkressekraut enthalten Senfölglykoside und die Referentinnen wiesen darauf hin, dass sie bei Personen mit Nierenfunktionsstörungen und Magengeschwüren nicht empfohlen werden sollten. Kapuzinerkressekraut sei zudem wegen des Gehalts an Vitamin K für Patienten unter Phenprocoumon nicht geeignet.

Tausendgüldenkraut, Rosmarinblätter und Liebstöckelwurzel werden erwähnt als Mittel, die zur Durchspülungstherapie zugelassen sind. Zurückhaltung sei dabei jedoch geboten bei Patienten mit Herz- und Niereninsuffizienz wegen der hierfür notwendigen größeren Trinkmengen. Die Cumarine im Liebstöckelkraut können eine Photosensibilisierung bewirken.

☛ Nach Nieren- und Blasentees zur Durchspülungstherapie werde in der Apotheke häufig gefragt, um damit pathogene Keime aus den Harnwegen auszuschwemmen. Neben Bärentraubenblättern enthalten solche Teemischungen in verschiedenen Kombinationen insbesondere Birkenblätter, Echtes Goldrutenkraut, Orthosiphonblätter, Hauhechelwurzel oder Ackerschachtelhalmkraut. Vor einer Empfehlung von Tees mit Birkenblättern sollte die Kundin oder der Kunde nach einer Birkenpollenallergie gefragt werden.

☛ Zubereitungen aus der Großfrüchtigen Moosbere, besser bekannt als Cranberry, werden seit einigen Jahren sowohl zur Vorbeugung als auch zur Therapie von wiederkehrenden Infektionen der Harnwege empfohlen. Allerdings konnte in einem Cochrane-Review (Metaanalyse) bezüglich der Vorbeugung keine statistisch signifikante Überlegenheit gegenüber Placebo gezeigt werden.

Quelle:

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2016/03/21/wann-selbstmedikation-wann-zum-arzt

Kommentar & Ergänzung:

Die beschriebenen Grenzen der Selbstbehandlung bei Blasenentzündungen kann man nur unterstreichen. Steigt eine Blasenentzündung in die Nieren auf, kann die Infektion sich rasch gefährlich entwickeln. In solchen Fällen braucht es ärztliche Behandlung und in der Regel ein Antibiotikum.

Zu den empfohlenen Heilpflanzen gibt es einiges zu ergänzen:.

1. Zu den Bärentraubenblättern: Teezubereitung als Kaltauszug ist magenverträglicher und geschmacklich akzeptabler (tieferer Gerbstoffgehalt). Auf ausreichende Dosierung achten: 10 g Bärentraubenblätter (= 4 – 5 Teebeutel pro Tag) als Bärentraubenblättertee. Pulverisierte Form (z. B. als Beuteltee) ist wirksamer als geschnittene Bärentraubenblätter (Wirkstoffe werden besser gelöst, wenn die Pflanzenteile kleiner sind).

2. Zu Meerrettichwurzel und Kapuzinerkressekraut: Die Referentinnen beziehen sich hier wohl auf Angocin® – das sind Filmtabletten mit Meerrettichwurzel und Kapuzinerkressenkraut. Wer Meerrettich liebt, kann auch die frisch geraffelte Wurzel gemischt mit Joghurt, Quark, geraffeltem Apfel etc. essen und kommt so rasch auf höhere Senfölglykosid-Mengen, als es mit Angocin® der Fall ist. Als Tagesdosis werden 10 – 20 g geraffelte Merrrettichwurzel empfohlen, verteilt auf 4 – 5 Portionen über den Tag hinweg.

3. Der Empfehlung von Tausendgüldenkraut, Rosmarinblätter und Liebstöckelwurzel liegt wohl ein Präparat zugrunde, das nur in Deutschland auf dem Markt ist und genau diese drei Heilpflanzen enthält (CANEPHRON N Dragees). Dieses Präparat überzeugt mich nicht. Nur der Liebstöckelwurzel schreibt die Phytotherapie eine leicht harntreibende Wirkung zu. Tausengüldenkraut ist eine Bitterstoffpflanze, deren Nutzen im Harntrakt ungeklärt ist. Und in Rosmarinblättern ist zwar entzündungswidrige Rosmarinsäure enthalten. Ob davon aber in den Harnwegen eine wirksame Menge ankommt, ist sehr fraglich, zumal das Präparat nur je 18mg von den drei Heilpflanzen in Pulverform enthält. Das ist ausgesprochen (!) wenig, wenn man zum Beispiel vergleicht mit einem Teebeutel, der normalerweise etwa 2000 mg pulverisierte Heilpflanze enthält (als 2g). Zwar geht bei der Teezubereitung der Wirkstoff nicht vollständig ins Teewasser über, aber der Unterschied zu diesen 18 mg im Dragee ist doch riesig. Ein Tee wäre wohl überlegen.

4. Bei den häufig verwendeten Nieren- und Blasentees zur Durchspülungstherapie sind die Mischungen oft fragwürdig, zum Beispiel wenn Bärentraubenblätter mit harntreibenden Heilpflanzen wie Birkenblätter, Echtes Goldrutenkraut, Orthosiphonblätter, Hauhechelwurzel oder Ackerschachtelhalmkraut kombiniert sind. Bei einer akuten Blasenentzündung sind die Bärentraubenblätter in solchen Mischungen oft zu tief dosiert. Es braucht dann Bärentraubenblättertee pur in einer Menge von 4 – 5 Tassen täglich, um auf eine wirksame Dosis zu kommen. Dagegen ist in einem Durchspülungstees zur Rückfallprophylaxe die Bärentraube unpassend, weil es dann um eine längerfristige Anwendung geht und wahrscheinlich auch über lange Zeiträume gar keine Bakterien verhanden sind, die bekämpft werden müssten.

5. Bei Cranberry ist die Datenlage tatsächlich nicht so positiv, wie sie oft dargestellt wird. Die erwähnte Cochrane-Metaanalyse ist sogar klar negativ. Allerdings muss man dazu folgendes wissen: Cranberry- wie auch Preiselbeer-Präparate gibt es in sehr unterschiedlichen Zubereitungen mit grossen Unterschieden in der Wirkstoffkonzentration. Diese sehr heterogene Ausgangslage macht es schwierig, eine Metaanalyse zu erstellen, die dann auch für alle geprüften Präparate gültige Aussagen machten kann. Die „Zeitschrift für Phytotherapie“ (Nr. 4 / 2015) schreibt dazu:

„Selbst im neuen Cochrane-Review wurde nur für 3 der 24 eingeschlossenen Studien ein für sinnvoll erachteter PAC-Gehalt > 36 mg/d oder die Angabe des Typ-APAC-Gehalts erfüllt.“

Die Autoren weisen darauf hin, dass man das nicht den Cochrane-Autoren anlasten könne, sondern der oft ungenügenden Publikationskultur phytotherapeutischer Studien.

Wer als Konsumentin oder Konsument Cranberry- oder Preiselbeerpräparate anwenden möchte, sollte auf eine Mindestzufuhr von 36 mg Proanthocyanidinen (PAC) pro Tag achten.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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„Weisses Obst und Gemüse schützt vor Schlaganfällen“

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Mit dieser Schlagzeile betitelt das Yahoo-Newsportal einen Bericht über Forschungen an der Wageningen Universität.

Obst und Gemüse zu konsumieren, ist bekanntermaßen gesund. Dabei spielt auch die Farbe der Früchte eine Rolle, denn an ihr sind gesunde Inhaltsstoffe wie etwa Carotinoide und Flavonoide zu erkennen. Einen Schutzeffekt gegen Schlaganfälle durch Quercetin, einem gelblichen Pflanzenfarbstoff, wollen jetzt niederländische Wissenschaftler entdeckt haben. Dieser Inhaltsstoff ist enthalten in weißlichen Früchten wie Äpfel, Birnen, Bananen, Zucchinis oder Blumenkohl.

Die Forscher von der Wageningen Universität befragten 20 069 Personen im Alter von 20 bis 65 Jahren nach ihren Ernährungsgewohnheiten und verfolgten anschließend ihre Gesundheit über zehn Jahre. Keiner der Teilnehmer wies beim Start der Studie eine Herz-Kreislauferkrankung auf. Die von den Befragten konsumierten Gemüse- und Obstsorten wurden nach Farben unterteilt, also in grün, orange und gelb, rot und violett sowie weiß. Zu den grünen Sorten zählten beispielsweise Salate und viele Kohlarten, Zitrusfrüchte zählen zu orange-gelben Kategorie, Beeren und rotes Gemüse zur rot-violetten. Die weiße Gruppe besteht hauptsächlich aus Äpfel und Birnen. Im Verlaufe des zehnjährigen Untersuchungszeitraumes erlitten 233 Menschen der Studiengruppe einen Schlaganfall. Bei der Analyse der Ernährungsgewohnheiten zeigte sich laut des Forscherberichts im Fachmagazin „Stroke“, dass die Teilnehmer, die nahezu täglich weißes Obst und Gemüse konsumiert hatten, ein um neun Prozent tieferes Schlaganfallrisiko aufwiesen als jene, die weniger davon gegessen hatten. Wer viele weiße Früchte aß, besaß sogar ein um 55 Prozent reduziertes Hirninfarktrisiko.

Den andersfarbigen Obst- und Gemüsesorten konnten die Wissenschaftler keinen solchen Schutzeffekt zuschreiben. Dennoch sollten auch diese konsumiert werden, weil ihre Inhaltsstoffe gegen andere Erkrankungen schützen können.

Quellen:

http://de.nachrichten.yahoo.com/weißes-obst-und-gemüse-schützt-vor-schlaganfällen-123635269.html

http://stroke.ahajournals.org/content/early/2011/09/15/STROKEAHA.110.611152

Kommentar & Ergänzung:

Was genau ist Quercetin?

„Quercetin (von lateinisch quercus, Eiche) ist ein gelber Naturfarbstoff der in vielen Pflanzen, wie der Färbereiche oder im Apfel vorkommt. Ebenso ist es im Wein enthalten. Da Quercetin hauptsächlich in der Traubenschale vorkommt, sind die Gehalte in Rotweinen höher als im Weißwein. Daneben trägt auch eine Holzfasslagerung zum Quercetingehalt bei, da die Substanz während der Lagerung langsam vom Holz in den Wein übergeht.

Das Polyphenol Quercetin ist ein Flavonoid und zählt zur Untergruppe der Flavonole; es ist ein Pentahydroxyflavon. Es ist weit verbreitet im Pflanzenreich und somit auch in der Nahrung. Große Mengen an Quercetin können in Zwiebeln, Äpfeln, Brokkoli oder grünen Bohnen gefunden werden, die je nach Art der Zubereitung teilweise zerstört werden. Auch durch das Schälen von Obst und Gemüse sinkt der Flavonoid-Anteil drastisch, denn speziell in den farbigen Schalen (Flavonoide sind Pflanzenfarbstoffe) ist der Flavonoidgehalt hoch. Quercetin werden weitreichende, physiologisch positive Effekte zugesprochen. Hervorzuheben ist dabei die antikarzinogene Wirkung, welche hauptsächlich auf das antioxidative Potential zurückzuführen ist. Quercetin wirkt wie die Vitamine A, C und E als Radikalfänger, der genaue Ablauf der Oxidations-Inhibierung in vivo wird allerdings noch diskutiert.“

(Quelle: Wikipedia)

Möglicherweise ist der Titel „Weisses Obst und Gemüse schützt vor Schlaganfällen“ etwas irreführend, weil die entscheidenden Flavonoide vor allem in den bunten Schalen zu finden sind.

Die Wissenschaftler weisen in ihrer Publikation abschliessend darauf hin, dass es noch zu früh sei, gefährdeten Patienten Empfehlungen abzugeben. Weitere Forschungsarbeiten seien nötig, um den Vorteil von Äpfeln und Birnen gegenüber anderem Obst zu bestätigen.

Wo kommt Quercetin vor?

„Einen hohen Gehalt an Quercetin findet man in

Kapern (1800 mg/kg)

Liebstöckel (1700 mg/kg)

Tee (Camellia Sinensis)

Zwiebeln – besonders in den äußersten Ringen

(284–486 mg/kg)

Heidelbeeren (kultiviert 74 mg/kg, wild 146–158 mg/kg)

Grünkohl (60–110 mg/kg)

Roten Trauben

Äpfeln (21–440 mg/kg)

Schnittlauch (245 mg/kg)

Zitrusfrüchten

Brokkoli (30 mg/kg) und anderem grünen Blattgemüse

grünen Bohnen (39 mg/kg)

Kirschen (32 mg/kg)

Himbeeren

schwarzen Johannisbeeren (69 mg/kg)

Brombeeren (45 mg/kg)

Preiselbeeren (kultiviert 83–156 mg/kg, wild 121 mg/kg)

der Süßen Eberesche (85 mg/kg)

Sanddorn (62 mg/kg) und Krähenbeeren (kultiviert 53 mg/kg, wild 56 mg/kg).

Eine 2007 durchgeführte Studie ergab, dass Tomaten aus biologischem Anbau 79 % mehr Quercetin enthielten als bei konventionellem Anbau.“

(Quelle: Wikipedia)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Urologen erforschen Phytopräparat mit drei Heilpflanzen

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Ein Heilpflanzen-Präparat mit Tausendgüldenkraut, Liebstöckelwurzel und Rosmarinblättern gegen Harnwegsinfekte und Reizblase wird weiter erforscht. Im Brennpunkt: die Urolithiasis, also das Harnsteinleiden.

Unterstützend bei Harnwegsinfekten und Reizblase – so wird das Heilpflanzen-Präparat entsprechend seiner Indikationen angewandt. Es besteht aus Extrakten von Tausendgüldenkraut, Liebstöckelwurzel und Rosmarinblättern. Über diese Anwendungsbereiche hinaus habe das Mittel nach Untersuchungen aus Osteuropa ein sehr weites Wirkspektrum, so der Moskauer Urologe Professor Alexander Amosov bei einem Symposium des Herstellers auf Mallorca. Im Fokus hauptsächlich: die Urolithiasis.

Amosov hat das Heilpflanzen-Präparat bei Patienten mit Harnsteinleiden in mehreren Studien getestet. Seine Schlussfolgerung: Das Phytopharmakon eignet sich sehr gut zur Unterstützung während einer urolytischen Behandlung. Es begünstigt den Abgang der Steinfragmente, verlängert die Remissionsphase deutlich und bewirkt positive metabolische Veränderungen. Amosov empfiehlt das Heilpflanzen-Präparat darum auch zur Metaphylaxe (therapeutische Nachbehandlung bzw. “Nachsorge” eines Patienten nach überstandener Krankheit).

Die Metaphylaxe bei chronischem Harnsteinleiden ist auch Thema anderer Wissenschaftlergruppen in Osteuropa. So haben Kollegen um Professor Asilbek Gaybullaev aus Taschkent in Usbekistan aus einer derzeit noch laufenden Studie Hinweise gewonnen, dass eine Langzeitbehandlung mit dem Heilpflanzen-Präparat bei Urolithiasis einen günstigen Einfluss auf die Zusammensetzung des Urins hat und somit der weiteren Steinbildung vorbeugen kann. In der Studie haben von insgesamt 50 Urolithiasis-Patienten 32 über vier Monate lang das Phytotherapeutikum in Tropfenform erhalten. Nach den bisherigen Ergebnissen, so Gaybullaev, sei mit der Phytotherapie beispielsweise die Kristallurie signifikant geringer als ohne. Gleiches gelte für die Oxalurie, der pH-Wert des Harns sei mit der Phytotherapie auf den Wert bei Gesunden gestiegen. Auch die Urinausscheidung sei im Vergleich zum Ausgangswert um elf Prozent gestiegen.

Professor Viachaslau Vaschula aus Minsk wies darauf hin, dass zur Metaphylaxe bei Urolithiasis eine zugleich harntreibend wirkende, nierenschützende, antimikrobielle, krampflösende, entzündungshemmende und antioxidative Behandlung wünschenswert sei. All diese Effekte deckten die drei Arzneipflanzen in dem Phytopharmakon ab. Er empfiehlt das Heilpflanzen-Präparat darum für alle Patienten mit Urolithiasis, unabhängig von den ätiologischen und pathogenetischen Faktoren.

Auch in der Pädiatrie (Kinderheilkunde) wird das Mittel angewandt. Hier gehen die Forschungen jedoch in eine ganz andere Richtung. Professor Danylo Seimivskiy, pädiatrischer Urologe aus der Ukraine, hat in einer Studie mit 62 Säuglingen (drei bis 18 Monate alt) festgestellt, dass eine 12- bis 14-wöchige Behandlung mit dem Phytopharmakon eine hyperaktive Blase beruhigen und so einem vesikouretralen Reflux vorbeugen kann. Dabei hat sich das Heilpflanzen-Präparat als gute Alternative zu einem synthetischen Spasmolytikum erwiesen.

Quelle: www.aerztezeitung.de

Kommentar & Ergänzung:

Der Bericht auf www.aerztezeitung.de über die Pressekonferenz eines Phytopharmaka-Herstellers wurde von mir leicht überarbeitet ohne inhaltliche Veränderung und dabei habe ich auch einige medizinische Fachwörter in normale Sprache übersetzt. Für Leute ohne Kenntnis der medizinischen Ausdrucksweise dürfte er zum Teil immer noch schwer verständlich sein.

Der Bericht löst bei mir ziemlich viel Skepsis aus.

Diesem Heilpflanzen-Präparat werden nach meiner Einschätzung etwas gar zu viele Wirkungen und sehr unterschiedliche Anwendungsbereiche zugeschrieben. Dem stehen ausgesprochen vage Angaben gegenüber, wie denn genau diese Erkenntnisse gewonnen wurden. Auch scheint es so, dass all diese Studien in keiner Fachzeitschrift publiziert worden sind, was eine unabhängige Kontrolle darstellen würde.

Die Aneinanderreihung von Professorentitel und entsprechender professoraler Zitate reicht nicht für die Erlangung von Glaubwürdigkeit. Zumal die Phytotherapie-Fachliteratur zu den Heilpflanzen Liebstöckel, Tausendguldenkraut und Rosmarin die beanspruchten Wirkungen nur zum kleinen Teil bestätigt.

Dass die Phytotherapie-Fachliteratur die postulierten Wirkungen und Anwendungsbereiche nur zum kleinen Teil stützt, heisst aber natürlich noch nicht, dass die darüber hinaus gehenden Effekte nicht trotzdem existieren könnten. Phytotherapie ist ein offenes System, in das immer wieder auch neue Erkenntnisse einfliessen.

Aber bei so weiten Indikationsansprüchen in Kombination mit sehr vagen Angaben zu den durchgeführten Studien und weitgehend fehlender Stützung durch die Phytotherapie-Fachliteratur ist eine gesunde Portion Skepsis angebracht.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie: Gewürze fördern Verdauung

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Dass sich Gewürze günstig auf die Verdauung auswirken, ist in der traditionellen Pflanzenheilkunde und in der wissenschaftlichen Phytotherapie schon lange bekannt.

Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und der Technischen Universität München versuchten zu klären, was dabei genau vor sich geht im Verdauungstrakt. Ihre Resultate haben sie in der Fachzeitschrift Gastroenterology publiziert.

Die Wissenschaftler entdeckten, dass die Rezeptoren für Thymol und Eugenol, Bestandteile der ätherischen Öle des Thymians und der Gewürznelken, nicht nur in der Nase vorkommen, sondern auch in den so genannten Sensorzellen der Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt. In ihren Untersuchungen stimulierten sie diese Sensorzellen mit den Gewürzen und beobachteten dabei eine Erhöhung der interzellulären Kalzium-Konzentration, welche wiederum zu einer Freisetzung des Botenstoffes Serotonin führte. Serotonin steuert im Verdauungstrakt die Muskelbewegungen und die Sekretion von Verdauungssäften. Die Ergebnisse der Münchener Wissenschaftler ermöglichen völlig neue Ansätze bei der Behandlung von Verdauungsbeschwerden. Demnach könnten Aromastoffe, also Bestandteile von ätherischen Ölen, geeignet sein, Verstopfung, Durchfall oder Darmentzündungen zu beeinflussen.

Als problematisch sehen die Münchener Forscher allerdings die tägliche Allgegenwart von Aromastoffen in Nahrungsmitteln, Kosmetika und Waschmitteln: Sie könnten allenfalls für Reizdarmbeschwerden verantwortlich sein.

Quelle: http://idw-online.de

Kommentar & Ergänzung:

Gewürze stehen am Übergang zwischen Ernährung / Ernährungslehre und Pflanzenheilkunde / Phytotherapie.
Viele Pflanzen sind gleichzeitig Heilpflanzen und Gewürze. Beispiele dafür sind Ingwer, Zimt, Curcuma, Pfeffer, Paprika, aber auch Kümmel, Fenchel, Anis, Sternanis, Dill, Basilikum, Liebstöckel, Gewürznelke, Muskat u. a.

Es ist sehr zu begrüssen, wenn die Wirkung der Gewürze auf die Verdauung genauer erforscht wird. Dass die Münchener Wissenschaftler eine Beeinflussung der Serotonin-Freisetzung durch Thymol und Eugenol fanden, ist jedenfalls sehr interessant.

Eine ausgezeichnete Informationsquelle über Gewürze ist das Buch “Gewürzdrogen” von Eberhard Teuscher. Sie können dieses Standardwerk anschauen und beziehen in unserem Buchshop.

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Fenchel: Arzneipflanze des Jahres 2009

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Der Fenchel spielt in der Kinderheilkunde eine bedeutende Rolle. So wie er sind auch andere Heilpflanzen wegen ihrer milden Wirkung gerade für Kinder speziell gut geeignet. Darauf weisen Wissenschaftler der Universität Würzburg hin. Sie wählten den Fenchel zur Arzneipflanze des Jahres 2009.

Viele Eltern wissen es aus Erfahrung: Wenn die Ernährung von Säuglingen umgestellt wird, kommt es häufig zu Blähungen. Zur Linderung dieser Beschwerden bekommen die Kinder dann Fencheltee.

Fenchel ist deshalb sehr oft das erste Arzneimittel, mit dem der Mensch in seinem Leben in Kontakt kommt. Das ist in Europa so und auch in vielen anderen Gegenden der Welt, beispielsweise in Australien und China. Der Fenchel dürfte darum eine der bekanntesten Heilpflanzen sein.

In der Phytotherapie werden ausschließlich die Früchte des Fenchel verwendet, die umgangssprachlich auch als Samen bezeichnet werden. Als wirksamer Inhaltstoff gilt im Wesentlichen das ätherische Öl. Dieses sollte zu mindestens 60 Prozent aus dem süßlich schmeckenden trans-Anethol bestehen, aber auch das eher bittere Fenchon enthalten.

Die Wirkstoffe des Fenchels steigern die Peristaltik des Magen-Darmtraktes und sind in höherer Konzentration krampflösend. Für Anethol und Fenchon ist zudem ein schleimlösender Effekt nachgewiesen.

Fenchel wird medizinisch eingesetzt gegen unspezifische Verdauungsprobleme, wie etwa leichte krampfartige Magen-Darm-Beschwerden, Völlegefühl und Blähungen. Zur Anwendung kommt er auch bei Entzündungen von Hals und Rachen. Haben Kinder diese Beschwerden, gibt es dafür den traditionellen Fenchelhonig.

Botanik und Geschichte

Fenchel zählt wie Anis, Kümmel und Liebstöckel zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Die Pflanze stammt aus dem Mittelmeergebiet und hat gerne warme, feuchte, kalkhaltige Böden. Heute wird sie aus Bulgarien, Ungarn, Rumänien, Ägypten und China eingeführt.

Schon die frühen Hochkulturen in Ägypten oder China nutzten den Fenchel als Gemüse und als Heilpflanze. In Deutschland beschrieb erstmals Walahfrid Strabo, Abt des Klosters Reichenau, um das Jahr 840 die Heilwirkungen der Pflanze: Mit Wein oder Ziegenmilch getrunken, soll der Fenchel Blähungen des Magens lösen, eine allzu träge Verdauung verbessern und gegen Husten hilfreich sein.

„Damit lag der Benediktinerabt erstaunlich nahe an den Anwendungen der modernen Phytotherapie“, bestätigen Franz-Christian Czygan, Johannes Gottfried Mayer und Ralf Windhaber vom Würzburger Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“. Dieser wählt seit 1999 die Arzneipflanze des Jahres.

Zum Studienkreis an der Universität Würzburg gehören Medizinhistoriker, Ärzte, Apotheker und pharmazeutische Biologen; teilweise auch Studierende und die Dozierenden der Seminare „Grundlagen der Phytotherapie“ und „Phytotherapie und traditionelle Medizin“.

Die jeweilige Arzneipflanze des Jahres soll sich durch eine interessante Kultur- und Medizingeschichte auszeichnen. Ihre Wirkung soll zudem in gut belegten oder vielversprechenden pharmakologischen und klinischen Studien überprüft sein.
(Quelle: Pressemitteilung Julius-Maximilians-Universität Würzburg)

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