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Bern: Cannabis bald legal aus der Apotheke

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Bis zu 500 Kiffer in Bern sollen Cannabis bald ganz legal in der Apotheke erwerben können. Der Start des zunächst auf drei Jahre begrenzten Modellversuchs steht laut einem Bericht der SonntagsZeitung nun kurz bevor. Bewährt sich die kontrollierte Abgabe, könnte der Weg für eine Legalisierung von Verkauf und Konsum in der Schweiz frei werden.

Die Vorbereitungen für diese Studie laufen schon seit über einem Jahr. Verantwortlich dafür sind Wissenschaftler des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) und des klinischen Studienzentrums (CTU) der Universität Bern. Im März erteilte die Ethikkommission des Kantons grünes Licht und mit der Zustimmung des Bundesamts für Gesundheit wird bald gerechnet.

An der Studie können nur Kiffer ab 18 Jahren teilnehmen, die keine psychoaktiven Medikamente einnehmen und nicht in psychiatrischer Therapie sind. Sie müssen mit einer Haarprobe belegen, dass sie regelmäßig Cannabis konsumieren, einen Fragebogen ausfüllen und eine Schulung besuchen.

Der Modellversuch wird von Medizinern begleitet, die bei problematischem Konsum die Notbremse ziehen sollen.

Nach der Zulassung sollen die Studienteilnehmer in ausgewählten Berner Apotheken Cannabis mit einem THC-Gehalt von voraussichtlich 12 Prozent beziehen können. Pro Besuch sind 8 Gramm geststtet, maximal darf ein Konsument 24 Gramm im Monat erwerben.

Die Preise sollen laufend angepasst werden, damit der Stoff nicht zu höheren Preisen auf dem Schwarzmarkt landet. Der Konsum des Cannabis ist nur in privaten vier Wänden gestattet.

Die für den Modellversuch benötigten 600 Kilogramm Cannabis sollen in Bauernbetrieben oder Gärtnereien des Kantons Bern produziert werden.

Mit dem Experiment wollen die Forscher herausfinden, ob Konsumenten nach einer möglichen Freigabe mehr oder weniger Cannabis konsumieren, ob sie häufiger straffällig werden, weil sie den Verkehr gefährden oder wie sich ihre Einstellung zu Drogen verändert. Die Wissenschaftler gehen von keinen nennenswerten Folgen für Konsumenten und Gesellschaft aus. Stimmt diese Annahme, lässt sich nach Ansicht der Forscher die Kriminalisierung von Cannabisverkauf, Cannabisbesitz und Cannabiskonsum kaum mehr rechtfertigen.

Quelle:

http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/internationales/nachricht-detail-internationales/bern-cannabis-legal-apotheker-schweiz/

 

Kommentar & Ergänzung:

Interessantes Experiment. Allerdings wäre es stossend, wenn Kiffern der legale Bezug von Cannabis ermöglicht würde, während er Patienten, die Cannabis zu medizinischen Zwecken brauchen, verwehrt bleibt.

Cannabis kann in manchen Situationen die Lebensqualität von Patienten entscheidend verbessern, zum Beispiel bei Spastik und Schmerzen, aber auch bei Übelkeit und Appetitlosigkeit als Begleiterscheinung einer Krebstherapie.

Siehe dazu auch:

Cannabis-Medikamente bereichern Schmerztherapie und Palliativmedizin / Palliative Care

Welche Bedeutung hat Cannabis für die Medizin?

Cannabis-Wirkstoffe: Neben THC zunehmend auch Cannabidiol (CBD) im Fokus

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Cannabis-Medikamente bereichern Schmerztherapie und Palliativmedizin / Palliative Care

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Dr. Thomas Nolte (59) leitet als Facharzt für Anästhesiologie das Schmerz- und Palliativzentrum Wiesbaden. Bis 2009 war er Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie und ist auch im Hospiz- und Palliativverband Hessen aktiv.

Im Gespräch mit „dpa“ kommt Nolte auf Dronabinol zu reden, ein Präparat auf der Basis von halbsynthetischem THC.

Die Anwendung sei äußerst selten – er verordne diesen Wirkstoff vielleicht einem von 200 Schmerzpatienten pro Woche. Die Verordnung sei auf bestimmte Patientengruppen beschränkt, zum Beispiel mit Multipler Sklerose, schwerem Tumorschmerz oder Spastiken. Der Vorteil sei die gute Verträglichkeit, auch in der Langzeitanwendung. Wegen des speziellen Wirkmechanismus könne man damit Effekte erzielen, die mit anderen Pharmaka nicht erreichbar seien.

Auf die Frage, wieso dieses Mittel so selten eingesetzt werde, antwortet Nolte:

„Der Zugang ist extrem limitiert: Es muss über ein Betäubungsmittel-Rezept verordnet werden und die Krankenkassen übernehmen die Kosten nur in seltenen Fällen. Aus meiner Sicht ist es nicht nachvollziehbar, dass Dronabinol einen anderen Status hat. Es ist eine effektive, gut verträgliche Substanz und eine Bereicherung im Spektrum eines Schmerztherapeuten und Palliativmediziners. Es gibt keinen Grund, dass wir darüber nicht genauso verfügen können wie über Opioide, Antiepileptika oder Antidepressiva.“

Quelle:

https://de.nachrichten.yahoo.com/schmerztherapeut-cannabis-medikamente-eine-bereicherung-100802269.html

Kommentar & Ergänzung:

Es ist sehr zu begrüssen, wenn es zunehmend sichere, legale Anwendungsformen für den medizinischen Einsatz von Cannabispräparaten gibt.

Zur Situation in der Schweiz:

Neues Cannabis-Medikament in der Schweiz

Cannabis für Patienten in der Schweiz legal erhältlich 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Cannabis für Patienten in der Schweiz legal erhältlich?

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Cannabis ist für manche Patientinnen und Patienten ein wirksames und wichtiges Heilmittel – vor allem bei Spastik (Muskelverspannungen) infolge von Multipler Sklerose und bei Schmerzen aufgrund von Krebserkrankungen, Fibromyalgie etc.

Doch wo und wie bekommt man in der Schweiz als Patientin oder Patient Cannabis-Produkte legal?

Wer in der Schweiz Cannabis legal beziehen will, hat nur eine Option: Die Bahnhof-Apotheke in Langnau im Emmental.

Inhaber Dr. Manfred Fankhauser ist der einzige Apotheker in der Schweiz, der Cannabis verarbeiten und verkaufen darf. Schon seit 2007 gibt er Dronabinol-Tropfen (Tetrahydrocannabinol, THC) ab, seit 2011 verarbeitet er auch natürliches Hanf zu einer Cannabistinktur.

Im Juli 2011 wurden in der Schweiz die Regeln für die Nutzung von Hanf als Medikament gelockert – der Einsatz von Cannabis als Heilmittel wurde erlaubt, ebenso wie der Anbau und die Verarbeitung zu diesem Zweck. 14 Tage nach Inkrafttreten der Lockerung reichte Fankhauser den notwendigen Antrag beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte er schon jahrzehntelange Erfahrungen mit der medizinischen Anwendung von Hanf.

Schon im Jahr 2007 erhielt Fankhauser vom BAG eine Ausnahmebewilligung für Dronabinol. Zwar war laut Gesetz alles untersagt, was aus der Hanfpflanze hervorgeht, doch THC kann für die Produktion von Dronabinol synthetisch gewonnen werden.

Ganz so einfach, wie das nun aussehen mag, ist der legale Bezug von Cannabis für Patientinnen und Patienten allerdings nicht.

Jeder Patient und jede Patientin braucht eine Bewilligung des BAG, damit ein Arzt Cannabis – entweder als Dronabinol oder seit 2011 als Cannabistinktur – verschreiben kann. Das Cannabis-Kraut darf nicht verordnet werden.

Jede Schweizer Apotheke könne grundsätzlich die Genehmigung beantragen, erklärt Fankhauser, doch seien sie die Einzigen, die die administrativen Hürden genommen haben.

Seit 2007 hat Fankhauser rund 1000 Patienten mit den beiden Produkten versorgt, allein mit der Cannabis-Tinktur seit 2011 etwa 400. Gegenwärtig versorge er rund 300 Patienten regelmäßig. Davon seien zwei Drittel Schmerzpatienten. Die beiden Hauptindikationen seien Schmerzen und Spastiken. Darunter seien viele Patienten mit Multipler Sklerose (MS), aber auch Patienten mit Tumoren, Glaukomen, neuropathischen Schmerzen, neurologischen Ticks oder Tremoren.

Fankhauser darf mit seinen Cannabis- bzw. THC-Produkten ausschließlich Kunden in der Schweiz beliefern. Ein typischer Patient, zum Beispiel ein MS-Kranker mit Spastik, muss etwa 10 bis 20 Franken pro Tag für die Behandlung ausgeben. Die Krankenkassen zahlen die Behandlungskosten nicht.

Zum Teil seien die Erwartungen an Cannabis zu hoch, vermutet Fankhauser, denn immer wieder seien Patienten enttäuscht. Hanf könne viel, aber es sei kein Wundermittel.

Quelle:

http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/internationales/nachricht-detail-internationales/schweiz-die-hanf-apotheke/

Kommentar & Ergänzung:

Cannabis ist für bestimmte Anwendungsbereiche wie gewisse Schmerzzustände und Spastiken ein bedeutendes Heilmittel. Darum ist es sehr wichtig, dass für entsprechende Patientinnen und Patienten ein legaler Weg für die Anwendung gangbar ist.

Und es ist sehr wertvoll, dass sich hier ein Apotheker intensiv in die Materie eingearbeitet hat. Dieses Spezialwissen ist entscheidend für die Wirksamkeit und für die Sicherheit der Anwendung, aber auch für den Umgang mit den nötigen Bewilligungen.

Verschont den Mann jedoch mit „Kiffer-Anfragen“ und ähnlichem. Er soll sich um die Beratung von Patientinnen und Patienten kümmern können, die Cannabis als Medikament nötig haben.

Website Bahnhof-Apotheke Langnau:

http://www.panakeia.ch/dronabinolcannabis.html

Weitere Beiträge zur medizinischen Anwendung von Cannabis im Suchfeld oben rechts unter dem Suchwort „Cannabis“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

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Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

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