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Salbei bei Demenz?

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Eine systematische Übersichtsarbeit findet Erfolge bei der Anwendung von Salbei bei Gesunden und bei Demenzpatienten.

Unter den insgesamt 900 Arten des Salbeis sind vor allem der Echte Salbei (Salvia officinalis) und der Lavendelblättrige oder auch Spanische Salbei (Salvia lavandulifolia) für ihre Heilwirkungen bekannt. Den Salbei schätzte man schon im Altertum, aber auch in traditionellen Heilsystemen wie der Ayurvedischen und Chinesischen Medizin als Heilpflanze bei Verdauungsproblemen, Entzündungen und Harnstau.

Forscher haben nun in einer systematischen Übersichtsarbeit klinische Studien ausgewertet, die die erwähnten Salbeiarten auf ihre Effekte auf die Gedächtnisleistung untersuchten. Die Übersichtsarbeit umfasste sowohl Studien mit gesunden Probanden als auch solche mit Alzheimerpatienten beziehungsweise Patienten mit schwacher bis moderater Demenz.

Acht Studien wurden ausgewertet. Beide Salbeiarten sollen dabei unter dem Strich erfolgreich die Gedächtnisleistung sowohl gesunder Patienten als auch Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer erhöht haben.

Der Salbei wurde in den ausgewerteten Studien oral verabreicht, nur in einer Studie geschah die Aufnahme des Salbeiöls über die Atemwege im Rahmen einer Aromatherapie.

Schwerwiegende Nebenwirkungen traten in den Studien nicht auf. Die günstigen Ergebnisse werden allerdings dadurch eingeschränkt, dass in den Studien verschiedene Salbei-Zubereitungen verwendet wurden, was einen direkten Vergleich der Resultate erschwert. So wurden unter anderem verschiedene Extrakte oder aber ätherisches Öl verwendet. Die pharmakologisch wirksame Zusammensetzung der Präparate bleibt somit unklar.

Die Ergebnisse werfen die Frage auf, ob Salbei eine nebenwirkungsarme Perspektive für Demenzpatienten sein könnte. Um das zu klären, wären allerdings weitere Forschungen nötig.

 

Quelle:

http://www.carstens-stiftung.de/artikel/salbei-verhindert-gedaechtnisverlust.html

Miroddi M, Navarra M, Quattropani MC, Calapai F, Gangemi S, Calapai G. Systematic review of clinical trials assessing pharmacological properties of Salvia species on memory, cognitive impairment and Alzheimer’s disease. CNS Neurosci Ther 2014; 20: 485-495

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24836739

 

Kommentar & Ergänzung:

Diese Ergebnisse bezüglich einer möglichen Wirkung von Salbei auf die Gedächtnisleistung sind interessant, lassen aber noch viele Fragen offen.

Wie lange hält die Wirkung an?

Wie stark ist sie?

Welche Wirkstoffe sind dafür verantwortlich?

Sind die Wirkstoffe flüchtig und damit im ätherischen Öl vorhanden, oder nichtflüchtig und deshalb eher im Salbeitee oder Salbeiextrakt zu erwarten. Sind sie wasserlöslich oder fettlöslich – also eher in wässrigem Lösungsmittel (Salbeitee) oder in alkoholischen Zubereitungen (Salbeitinktur, alkoholischer Salbeiextrakt)?

Für Salbeiöl gibt es einen interessanten Hinweis im Fachbuch „Hänsel / Sticher, Pharmakognosie – Phytopharmazie, Springer Verlag“ (2010):

„Salbeiöl hemmt in vitro und in vivo die Acetylcholinesterase und verbessert die Stimmung und die kognitive Leistungsfähigkeit …Inwieweit diese Erkenntnis eine Bedeutung zur Behandlung bei fortgeschrittener Demenz haben, ist im Augenblick nicht absehbar.“

Salbei enthält ein ätherisches Öl mit dem Hauptbestandteil Thujon. Salbeiöl und alkoholische Salbeizubereitungen sollten daher nur nach genauer Dosierung und nicht über längere Zeiträume eingenommen werden.

Forschungen zur Wirksamkeit bei Demenz gibt es auch bei der Melisse (Melissa officinalis), wobei Melissenextrakt und getrocknete Melisse in Kapselform zur Anwendung kamen. Das deutet dann weniger in Richtung ätherischem Öl als Wirkstoff, sondern eher auf Rosmarinsäure (Lamiaceengerbstoff), die auch in der Salbei vorhanden ist und im Labor neuroprotektive Effekte zeigte. Tierversuche mit Rosmarinsäure deuten zudem auf sedative und antidepressive Wirkungen von Rosmarinsäure hin. Aber auch da stellen sich Fragen der Dosierung und der Resorbierbarkeit.

Siehe dazu:

Heilpflanzen: Melisse gegen Herpes, als Beruhigungsmittel und für’s Gedächtnis

Und abschliessend: Was immer auch diese Studien genau aussagen, darf man sich beim Thema Demenz nicht allzu viel versprechen. Jede medikamentöse Beeinflussung dieses Krankheitsprozesses ist bisher leider sehr begrenzt wirksam.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen: www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Salbei bei übermässigem Schwitzen (Hyperhidrose)

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Im Phyto-Forum der „Ärztezeitung“ nahm vor kurzem Professor Karin Kraft (Lehrstuhl für Naturheilkunde, Universität Rostock) Stellung zur Frage nach pflanzlichen Optionen für Patienten mit Hyperhydrose:

„Als pflanzliche Option werden bei Hyperhidrose vor allem Zubereitungen aus dem dalmatinischen Salbei (Salvia officinalis L.) verwendet. Das antihidrotische Wirkprinzip ist nicht genau bekannt, möglicherweise sind die enthaltenen Gerbstoffe daran beteiligt.“

Bei generalisiertem Schwitzen seien Teeaufgüsse mit Salbeiblättern hilfreich, schreibt Kraft:

„Einen Teelöffel geschnittene Blätter (2g) bzw. einen Filterbeutel mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen, dreimal täglich über zwei bis vier Wochen eine Tasse des abgekühlten Tees trinken.“

Prof. Kraft geht in ihrem Beitrag auch auf die Studienlage ein:

„Die erhältlichen klinischen Studien sind stets offen, die meisten davon wurden schon in den 1930er Jahren bei Patienten mit zum Beispiel Tb oder auch bei gesunden Freiwilligen durchgeführt.“

Sie schreibt zudem, dass alle Studien die langjährige Annahme unterstützen, dass wässrige Salbeiblätterextrakte die Schweißsekretion bei Hyperhidrose hemmen.

Als Beispiel erwähnt Kraft eine offene, unkontrollierte Studie, in der 40 Patienten mit idiopathischer Hyperhidrose einen wässrigen Trockenextrakt (440mg, entsprechend 2,6g Salbeiblättern) erhielten und weitere 40 Patienten Salbeitee (4,5g Blätter / Tag). Die Schweißsekretion sank bei beiden Gruppen auf weniger als 50 Prozent ab.

Ein Therapieversuch mit Salbeiblätterextrakt sei somit bei Patienten mit generalisierter Hyperhidrose durchaus gerechtfertigt.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/article/866623/phyto-forum-salbei-hyperhidrose.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Salbei ist unbestritten das Mittel gegen übermässiges Schwitzen in der Phytotherapie. Aber es ist so wie bei sehr vielen Themen: Bohrt man etwas in die Tiefe, zeigen sich eine ganze Reihe von offenen Fragen.

Auch der Hersteller eines Salbeipräparates (Salvysat) schreibt im Beipackzettel:

„Die hydrophile Salbeifraktion mit ihrem Wirkungsträger Rosmarinsäure als wichtigsten Lamiaceengerbstoff beinhaltet die antihidrotische Wirksamkeit.“

Ich bin nicht überzeugt, dass Gerbstoffe hier relevant sind. Lamiaceengerbstoffe bzw. Rosmarinsäure gibt es auch in Melissenblättern, Thymiankraut, Rosmarinblättern und anderen Lippenblättlern ( = Lamiaceen). Dann müssten diese Heilpflanzen auch antihydrotisch wirken. Davon ist aber nichts bekannt (Was sind Lamiaceengerbstoffe? Was ist Rosmarinsäure?).

Und wird Rosmarinsäure ausreichend aus dem Verdauungstrakt aufgenommen? – Gerbstoffe werden normalerweise kaum resorbiert (wobei Lamiaceengerbstoffe allerdings eine spezielle Variante sind).

Rosmarinsäure ist jedoch wesentlich an der antientzündlichen Wirkung von Salbei beteiligt – zum Beispiel bei Zahnfleischentzündungen und Mundschleimhautentzündungen.

Offene Fragen gibt es auch bezüglich: Wie schnell kommt die Wirkung und wie lange hält sie an?

Im Phytokodex steht dazu:

„Salbeiinfus hemmt die dermale Wasserausscheidung bei gesunden Testpersonen bis zu 52 %. Die Wirkung setzt zwischen dem ersten und vierten Behandlungstag ein und läßt nach neun Tagen wieder nach. Auch eine durch Pilocarpin induzierte Schweißbildung wird rasch antagonisiert.“

Quelle: http://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Salbeiblatt.html

Reinhard Länger – der auch für den „Phytokodex“ mitverantwortlich ist – wird im „Standard“ (2001) so zitiert:

„’Eine Studie aus dem Jahr 1998 belegte z.B., dass Patientinnen, die unter Hitzewallungen in der Menopause litten, auf die Behandlung mittels Salbei ansprachen‘, erklärte Univ.-Prof. Dr. Reinhard Länger vom Institut für Pharmakognosie an der Universität Wien. ‚Ein Trockenextrakt des Salbeis würde innerhalb von zwei bis drei Stunden wirken. Zu empfehlen sind 120 Milligramm drei Mal täglich‘, meinte Länger.“

Quelle: http://derstandard.at/927178

Das ist also ein viel rascherer Wirkungseintritt und deckt sich mit Gessner / Orzechowski, „Gift- und Arzneipflanzen von Mitteleuropa“ (1974): „Die antihydrotische Wirkung tritt rasch ein, erreicht ihr Maximum nach 2 – 2 ½ Std. und kann sogar mehrere Tage anhalten.“ Quelle für diese Angabe ist allerdings eine Dissertation aus dem Jahr 1896 (M. Krahn, Greifswald).

Wirkt Salbei jetzt also nach 2 Stunden oder erst nach ein paar Tagen? Und ist eine Anwendung über vier Wochen sinnvoll, wenn die Wirkung nach neun Tagen nachlässt?

Schade ist natürlich, dass es offenbar keine placebokontrollierten Studien gibt zu diesem Thema. Überraschend ist das allerdings nicht. Salbei lässt sich nicht patentieren. Und was sich nicht patentieren lässt, ist kaum attraktiv für intensivere Investitionen in die Forschung, weil alle Ergebnisse frei von allen anderen Anbietern genutzt werden könnten.

Interessant ist ein Hinweis im Buch „Biogene Arzneimittel“ von Eberhard Teuscher, Matthias F. Melzig und Ulrike Lindequist (Stuttgart 2012):

„Die antihydrotische, d.h. die Schweisssekretion hemmende Wirkung, ist bei Präparaten aus Frischpflanzen besonders ausgeprägt. Die für diese Wirkung verantwortlichen Stoffe sind nicht bekannt.“

Leider fehlen genauere Angeben dazu, aufgrund welcher Erkenntnisse die Autoren zur Aussage kommen, dass Frischpflanzenpräparate für diesen Anwendungsbereich besonders gut wirksam sind. Das ist nämlich nicht selbstverständlich. Frischpflanzenpräparate sind nicht grundsätzlich wirksamer.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Phytotherapie bei Halsschmerzen

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Die Zeitschrift „Die Apotheke“ ( Nr. 3 / 2012) berichtet über die Behandlung von Erkältungskrankheiten. Ein Abschnitt des Beitrages thematisiert Heilpflanzen-Anwendungen bei Halsschmerzen:

„Auch der Bereich der pflanzlichen Medizin bietet für die Behandlung unangenehmer Halsschmerzen vielversprechende Linderung – diverse Pflanzenextrakte stehen in Form von Tinkturen, Tees, Säften oder Dragees zur Verfügung. Je nach enthaltender Heilpflanze verfügen diese Extrakte über entzündungshemmende und adstringierende, d.h. eine zusammenziehende, Wirkung und tragen zur Bildung und Aufrechterhaltung einer intakten Schleimhaut in Mund und Rachenraum bei. Beispielsweise werden Extrakte aus Kamillenblüten mit sanfter und reizlindernder Wirkung, Lindenblüten, sowie Extrakte aus Blättern von Salbei oder Spitzwegerich eingesetzt. Beliebt ist auch die Heilpflanze Isländisch Moos, welche aufgrund ihrer reizlindernden Schleimstoffe rasche Linderung verspricht und vor weiteren Angriffen schützt…..Pflanzliche Arzneimittel gegen Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Heiserkeit können auch begleitend zu den bei eitriger Mandelentzündung nötigen Antibiotika angewandt werden.“

Kommentar & Ergänzung:

Den besten Ruf als Halswehmittel hat wohl die Salbei (Salvia officinalis).

Salbeiblätter enthalten als Wirkstoffe ein ätherisches Öl und Gerbstoffe (vor allem: Lamiaceen-Gerbstoffe, bzw. Rosmarinsäure). Sie werden am besten als Teeaufguss zubereitet und zum Gurgeln verwendet.

Die Rosmarinsäure zeigt eine gute Wirkung gegen Entzündungen:

Was ist Rosmarinsäure?

Antientzündlicher Effekt von Rosmarinsäure belegt

Zum ätherischen Salbeiöl:

Das ätherische Öl aus Salvia officinalis (Dalmatinischer Salbei) enthält als Hauptsubstanzen alpha-Thujon und Kampfer. Die Summe der Anteile an alpha-Thujon, beta-Thujon und Kampfer liegt deutlich über 50 %, während beim Griechischen Salbei (Salvia fruticosa, Salviae trilobae) als Inhaltsstoff 1,8-Cineol überwiegt (1,8-Cineol ist auch charakteristisch in Eukalyptusöl und Teebaumöl).

Das ätherische Salbeiöl ist wirksam gegen Bakterien und Pilze.

Für die Wirkung von Salbeitee als Gurgelmittel gegen Halsschmerzen ist wohl die Kombination von Salbeiöl und Lamiaceengerbstoff verantwortlich.

Wichtig bei Gurgeln mit Salbei: Lang gurgeln und oft, am besten alle 2 Stunden etwa während 2 Minuten.

Isländisch Moos (Cetraria islandica) wird wegen der Schleimstoffe eher bei trockenem Reizhusten eingesetzt und ist nicht sehr üblich gegen Halsschmerzen, könnte aber schon wirksam sein. Im Isländisch Moos sind neben den reizlindernden und schleimhautschützenden Schleimstoffen noch bittere Flechtensäuren mit antimikrobieller Wirkung vorhanden.

Ähnlich beim Spitzwegerich: Er hat den Schwerpunkt seiner Anwendungsbereiche ebenfalls beim trockenen Reizhusten, könnte aber wegen den Schleimstoffen und den antimikrobiellen Iridoiden (vor allem Aucubin und Catalpol) wohl auch zum Gurgeln bei Halsschmerzen verwendet werden.

Lindenblütentee wird in der traditionellen Pflanzenheilkunde vor allem als schweisstreibendes Mittel (Diaphoretikum) bei Fieber eingesetzt. Ob und wie genau diese Wirkung zustande kommt, ist allerdings ungeklärt. Bei Halsschmerzen könnten allenfalls die Schleimstoffe in den Lindenblüten nützlich sein. Relevante antimikrobielle Effekte fehlen ihm aber.

Kamille ist wegen der entzündungswidrigen Wirkung des Kamillenöls bei Halsschmerzen geeignet. Allerdings löst sich das ätherische Öl aus den Kamillenblüten im Teewasser nicht besonders gut. Verdünnter Kamillenextrakt wäre zum Gurgeln vorzuziehen. Gegenüber dem Salbeiblatt fehlt der Kamille ein relevanter Anteil an adstringierenden Gerbstoffen.

Zusammenfassend: Der Artikel in „Die Apotheke“ empfiehlt eine Reihe von Heilkräutern, die für den Anwendungsbereich Halsschmerzen unüblich sind.

Mein Favorit zum Gurgeln bleibt dabei weiterhin die Salbei, weil die Kombination von ätherischem Salbeiöl und Lamiaceen-Gerbstoff mich überzeugt. Einzig reizlindernde Schleimstoffe fehlen dem Salbeiblatt. Da könnte man eine Kombination ins Auge fassen, zum Beispiel Salbeiblatt gemischt mit Eibischwurzel (Kaltauszug) oder Malvenblüten.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Antientzündlicher Effekt von Rosmarinsäure belegt

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Rosmarinsäure hemmt die Bildung des Enzyms COX-2 und wirkt auf diese Weise antientzündlich.

Der antientzündliche Effekt von Rosmarinsäure ist  an menschlichen Zellkulturen geprüft worden. Als Messparameter diente die Expression der Cyclooxygenase-2 (COX-2), deren Spiegel sich bei externen Reizen wie Verletzungen oder bei Entzündungen erhöht. Den US-amerikanischen Forschern ist es mit ihren Experimenten gelungen nachzuweisen, dass Rosmarinsäure die Bildung von COX-2 signifikant reduziert.

Quellen:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/urologische-krankheiten/article/661978/antientzuendlicher-effekt-rosmarin-zellkulturen-belegt.html?sh=39&h=-1436656583

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18936204

Kommentar & Ergänzung:

Zum Verständnis wichtig wäre an diesem Punkt wohl eine genauere Beschreibung dazu, in welchen Heilpflanzen Rosmarinsäure vorkommt. Richtig: In Rosmarin, aber auch in der Melisse ( = Zitronenmelisse) und vielen anderen Lippenblütlern, und im Beinwell (Wallwurz).

Zum Vorkommen der Rosmarinsäure schreibt Wikipedia:

„Vor allem die Familien der Lamiaceae, speziell die Unterfamilien Nepetoideae und Boraginaceaen sind reich an Rosmarinsäure. Sie kann aber auch in taxonomisch weiter entfernen Pflanzengruppen, wie Farnen und Hornmoosen, hier jedoch in geringerer Konzentration, gefunden werden.“

Und zur Verwendung:

„Rosmarinsäure besitzt antivirale, antibakterielle und antiinflammatorische Eigenschaften. Sie wird daher in verschiedenen Melissepräparaten (z. B. Lomaherpan® Creme) eingesetzt, außerdem in einigen Salben gegen Sportverletzungen (z. B. Traumaplant®).“

Ergänzung: In der Schweiz als Salbe gegen Herpes auf der Basis von Melissenextrakt „Valverde Fieberbläschensalbe“.

„Reine Rosmarinsäure wirkt gegen die komplementabhängige Stimulation der Prostaglandinsynthese, besitzt antioxidative Eigenschaften, blockiert die Opsonisierung und kann leicht über die Haut aufgenommen werden.

Rosmarinsäure besitzt, ebenso wie viele andere Phenolcarbonsäureester, gerbende Eigenschaften. Da sie vor allem in Pflanzenarten der Familie Lamiaceen vorkommt, wird sie auch als Lamiaceengerbstoff oder als Labiatengerbstoff – Labiatae ist die veraltete Bezeichnung für Lippenblütler – bezeichnet.“

(Quelle: Wikipedia)

Zur biologischen Bedeutung der Rosmarinsäure:

„Rosmarinsäure ist ein sekundärer Pflanzenstoff. Pflanzen synthetisieren sie als Abwehrstoff gegen Pilze und Bakterien. Außerdem wird vermutet, dass sie die Pflanze vor Fraßfeinden schützt. Pflanzen speichern Rosmarinsäure in den Vakuolen getrennt von Oxidasen. Kommt es zu einer Verletzung, wird diese Kompartimentierung aufgehoben. Die phenolischen Hydroxygruppen der Rosmarinsäure werden zu Orthochinonen oxidiert. Diese binden an Peptide und inaktivieren sie dadurch.“

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie: Bei Fieberbläschen Melissen-Extrakt

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Melissen-Extrakt wird schon seit Jahren in Fieberbläschensalben gegen Herpes-Viren eingesetzt. Eine knappe und fundierte Beschreibung dieser Anwendung publizierte vor kurzem die Zeitschrift „Die PTA IN DER APOTHEKE“ (01/2011). Zitat:

„Zur Behandlung des Lippenherpes gibt es eine gut verträgliche Therapieoption aus der Natur: Die Zitronenmelisse ist eine Heilpflanze mit einer alten Geschichte. Schon lange ist die positive Wirkung von Melissenextrakten aus den Blättern von Melissa officinalis bekannt.“

Und wie genau kommt die Wirkung des Melissenextraktes zustande?

„Die in Melissenblättern enthaltenen wasserlöslichen Lamiaceengerbstoffe haben hochpotente antivirale Eigenschaften. Sie wirken gegen den Virusbefall auf zwei Ebenen, wie eine Studie von Heidelberger Wissenschaftlern (Schnitzler et al. 2008)1) im Zellversuch zeigen konnte: Einerseits blockieren sie die Rezeptoren auf der Oberfläche der Zelle und verhindern so den Eintritt der Viren in die Zelle. Zusätzlich interagieren die Substanzen mit den Viren selber und hemmen so die Anhaftung an die Wirtszelle. Eine Virusvermehrung und der gefürchtete Krankheitsverlauf können nur nach Eintritt in die Zelle stattfinden und werden so verhindert.“

Das Resultat der Studie sei eine hervorragende antivirale Wirkung des Melissenextraktes bei gleichzeitig geringer Zytotoxizität für die behandelten Zellen. Daraus ergebe sich die gute präventive Eigenschaft gegenüber Virusinfektionen, die Aciclovir im Vergleich nicht zeige.

„Außerdem wirken die ätherischen Öle der Melisse leicht antibakteriell. Melissenextrakt induziert in Studien keine Resistenzentwicklung bei den untersuchten Viren.“

Melissenextrakthaltige Cremes werden 2 – 4mal täglich auf die befallene Lippenregion aufgebracht. Diese Melissen-Cremes sind hautverträglich, unterstützen den Heilungsprozess und können auch in Schwangerschaft und Stillzeit sowie im Kindesalter angewendet werden.

Wichtig ist, dass die Melissen-Creme auch auf die scheinbar nicht betroffenen angrenzenden Hautareale aufgetragen wird.

Quelle:

http://www.pta-aktuell.de/themen/news/6792-Gib-Herpes-keine-Chance/

Kommentar & Ergänzung:

Neben den Melissensalben gegen Fieberbläschen werden in der Phytotherapie auch Heilpflanzen-Präparate auf der Basis von Salbeiextrakt und Rhabarberwurzelextrakt angewendet.

Auch Melissenöl (teuer!), Pfefferminzöl und Teebaumöl zeigen eine gute Wirkung gegen Herpesviren.

Alle lokalen antiviralen Behandlungen sind allerdings nur wirksam im frühen Stadium der Herpes-Infektion.

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Kräutertee auf der Haut lindert Akne

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Tipp: Akne-Patienten sind meist froh, wenn sie ihre strapazierte Haut auf milde Art beruhigen können. Unterstützend zu einer Behandlung können Sie ihnen beispielsweise die tägliche äußerliche Anwendung von Kräutertee-Auszügen empfehlen.

Durch ihre entzündungswidrige und bakterienhemmende Wirkung eignen sich dazu nach Angaben von Dr. Ella Stancu von der Hautklinik Freiburg etwa Kamille, Rosmarin oder Thymian. Gut soll auch eine Mischung wirken aus je drei Teilen Kamille und Thymian und je zwei Teilen Salbei, Rosmarin und Schachtelhalm.
Speziell mild sei zudem Malve. Die Kräutertee-Auszüge werden hergestellt, indem ein Eßlöffel Kraut oder Teemischung mit einem viertel Liter heißen Wassers übergossen wird. Der Aufguß soll zehn Minuten ziehen. Danach wird ein Baumwolltuch – etwa ein Taschentuch – mit dem lauwarmen Kräutertee getränkt und zehn Minuten auf die von Akne betroffenen Hautareale gelegt.

Quelle: www.aerztezeitung.de

Kommentar & Ergänzung:
Netter Tipp aus der Ärztezeitung!
Kamille, Thymian, Salbei und Rosmarin wirken tatsächlich bakterienhemmend (Ätherische Öle) und entzündungswidrig (Lamiaceengerbstoff).

Die Teemischung scheint mit etwas zu kompliziert. Ich würde Thymian / Kamille zu gleichen Teilen mischen oder Rosmarin / Kamille oder Salbei / Kamille.
Diese zwei „Partner“ ergänzen sich jeweils gut.

Schachtelhalm fällt hier etwas aus dem Rahmen. Er enthält zwar Kieselsäure, deren Nutzen bei Akne ist aber alles andere als belegt.
Schachtelhalm wird wohl weder baktierienhemmend noch entzündungswidrig wirken.

Malve enthält viel Schleimstoffe, die reizlindernd und schützend auf Haut und Schleimhäute wirken. Antibakteriell wirkt sie aber nicht und entzündungswidrig wohl nur indirekt über den reizlindernden Effekt.

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