Artikel mit Schlagwort ‘Kurse’

[Buchtipp] Pflanzenwelt der Jungfrauregion Spezialwanderführer, Mit 18 Wandervorschlägen von Christoph Käsermann

Mittwoch, September 8th, 2010

Verlagsbeschreibung

Die Jungfrauregion ist nicht nur eine der spektakulärsten und landschaftlich schönsten Regionen im Alpenbogen sondern beherbergt auch eine reichhaltige Flora und Vegetation, die für die Nordalpen typisch ist.

Das vorliegende Buch stellt die heimischen Vegetationstypen ausführlich vor und ist mit vielen faszinierenden Fotos, zahlreichen Karten und Skizzen ergänzt. “Pflanzenwelt der Jungfrauregion” führt weiter in die Geologie, Fauna und das Klima der Region ein. Die 18 detaillierten Wandervorschläge erlauben dem Leser, den vorgestellten Naturraum intensiv zu erleben sowie die Vegetation und zahlreiche attraktive Arten vor Ort selber zu erkennen. Zum Shop


Kommentar:

Pflanzenwelt der Jungfrauregion

Dieses Buch ist eine attraktive, informative Einführung in Geologie und Pflanzenwelt der Jungfrauregion im Berner Oberland. Vorgestellt werden alle wichtigen Lebensräume: Bergseen, Quellfluren, Moore, Felsen, Schuttfluren, Gletschervorfelder, Schneeböden, Nivale Vegetation, Kalkhaltige Magerwiesen der Hochlagen, Alpine Rasen, Subalpin-alpine Fettweiden, Montanes Landwirtschaftliches Nutzland, Alpine Lägerfluren, Subalpine Hochstaudenfluren, Felsgrusfluren, Zwergstrauchheiden, Wälder.

Diese Lebensräume werden mit schönen Bildern, informativen Texten und mit konkreten Beispielen aus der Jungfrauregion präsentiert. Im Zentrum stehen die Regionen rund um Grindelwald, Mürren, Stechelberg und Gimmelwald. Mir selber sind davon vor allem das Hintere Lauterbrunnental, die Schilthornregion und das Sefinental von eigenen Kursen zu Heilpflanzen und Alpenblumen gut bekannt. Daher kann ich aus eigener Erfahrung die Reichhaltigkeit der Pflanzenwelt und die Eindrücklichkeit der Landschaft nur unterstreichen.

Das Buch stellt die Jungfrauregion wirklich aus vielfältigen Blickwinkeln vor. Ein Abschnitt ist beispielsweise dem lokalen Klima und Wetter gewidmet (Nordstau, Föhn, typische Wetterphänomene). Auch die Landschaftsformen werden beschrieben, zum Beispiel Wasserfälle, Gletscher, Gletschermoränen, ausserdem die Vegetationsgeschichte, die Höhenstufen und charakteristische Vertreter der Tierwelt (Säugetiere, Vögel, Amphibien und Reptilien, Fische, Insekten).

Sehr attraktiv sind zudem 18 naturkundliche Wanderrouten, die detailliert beschrieben werden mit Kartenausschnitt, Wanderzeit, Anforderungen, Vegetation, Rastmöglichkeiten usw.

Die Jungfrauregion bietet eine grosse Vielfalt an Landschaftsformen, Alpenblumen, Heilpflanzen, Tieren und Gesteinen. Auf www.phytotherapie-seminare.ch finden Sie in der Bildergalerie im Abschnitt Mürren attraktive Fotos dieser einzigartigen Naturlandschaft.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie/Pflanzenheilkunde, Leiter von Heilpflanzen- und Naturkursen

Die Jungfrauregion können Sie kennen lernen im Wochenkurs: Heilpflanzen und Alpenblumen in Mürren.

[Buchtipp] Der Kosmos Käferführer Kosmos-Naturführer, Die Käfer Mitteleuropas – das Standardwerk von Karl Wilhelm Harde & Frantisek Severa

Donnerstag, September 2nd, 2010

Verlagsbeschreibung

Die Käfer bilden die artenreichste Gruppe der Insekten. Der Kosmos-Käferführer zeigt die Faszination ihrer Vielfalt in über 1000 detailgetreuen farbigen Zeichnungen. So bestimmen Sie schnell und sicher die wichtigsten Käfer Mitteleuropas. Dieses Standardwerk ist mit seinem handlichen Format ideal für unterwegs! Zum Shop

Kommentar:

Der Kosmos Käferführer

Käfer sind die artenreichste Tiergruppe der Welt. Das Erfolgsmodell „Käfer“ bringt es auf gegenwärtig etwa 380 000 Arten und macht damit ein Viertel aller lebenden Tierarten aus. In Mitteleuropa gibt es etwa 8000 Käferarten in weit über 100 verschiedenen Familien. Der Käferführer stellt wichtige und auffällige Arten mit präzisen Zeichnungen und fundierten Texten vor. Auch hier kann es nicht das Ziel des Neulings in der Käferwelt sein, alle Käfer bestimmen zu können. Aber einen Käfer einer bestimmten Familie zuordnen, zum Beispiel den Bockkäfern oder den Laufkäfern, das kann mit diesem handlichen Buch durchaus gelingen. Danach weiss man mehr über die oft faszinierende Lebensweise des gefundenen Tieres.

Viele Käfer beeindrucken zudem durch die Schillerfarben ihrer Flügeldecken. Im Zusammenhang mit Heilpflanzen findet man oft wunderschön-schillernde Blattkäfer auf Pestwurz und grosse Bockkäfer auf Doldenblütlern wie dem Engelwurz. So lohnt es sich auf Käfer mehr zu achten

 Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde, Leiter von Heilpflanzen- und Naturkursen

[Buchtipp] Der Kosmos Libellenführer. Kosmos Naturführer, Die Arten Mitteleuropas sicher bestimmen — von Heiko Bellmann

Freitag, August 27th, 2010

Verlagsbeschreibung

Libellen zählen zu den faszinierendsten und farbenprächtigsten Insekten überhaupt. In diesem Naturführer werden 85 Libellenarten Mitteleuropas mit wissenschaftlichem Bestimmungs- und Larvenschlüssel beschrieben. Zum Shop

Kommentar:

Libellen

Libellen faszinieren vor allem durch ihre Flugkünste. Dass sie den grössten Teil ihres Lebens als räuberische Larve im Wasser verbringen, ist dagegen vielen Menschen nicht bekannt. Ein Tier also, das zuerst perfekt ans Wasser und dann perfekt an die Luft angepasst ist. Die Übergangsphase, das Schlüpfen der Libellen, ist eine spannende Angelegenheit und beeindruckt die Zuschauenden immer wieder.

Aber auch das Jagd- und Paarungsverhalten der Libellen ist interessant. Bellmann beschreibt die Lebensweise der Libellen und stellt 85 Libellenarten mit Fotos und Text genauer vor. Das sind gerade auch die Arten, die man in Mitteleuropa antreffen kann. Verglichen mit anderen Insektenordnungen ist also die Zahl der Libellen sehr begrenzt. Dadurch kann man hier als Neuling relativ schnell einen grösseren Teil der Arten in der freien Natur zu erkennen lernen. Dabei hilft das Buch „Libellen“ von Heiko Bellmann. Weil es zudem bezüglich Gewicht und Format handlich ist, eignet es sich gut zum Mitnehmen bei Wanderungen rund um Teiche, Weiher, Seen und Bäche.

Martin Koradi, Dozent für Pflanzenheilkunde / Phytotherapie, Leiter von Heilpflanzen- und Naturkursen

[Buchtipp] Die Heuschrecken der Schweiz, Von Bertrand Baur, Christian Roesti

Freitag, August 27th, 2010

Verlagsbeschreibung

Die Heuschrecken der Schweiz> ist ein Exkursionsführer und Nachschlagewerk, in dem erstmals alle Heuschreckenarten der Schweiz umfassend dargestellt werden. Es deckt zudem 90% der Arten Deutschlands und 75% derjenigen Österreichs ab. Ein mit 350 Zeichnungen illustrierter Schlüssel erlaubt die exakte Bestimmung im Feld, mehr als 300 Farbfotos zeigen Männchen und Weibchen sämtlicher Arten und ihre Lebensräume. Die Verbreitungskarten basieren auf den neuesten Daten des Centre suisse de cartographie de la faune (CSCF). Der Text enthält wichtige Angaben zu Kennzeichen, Gesang, Biologie und Lebensräumen. Das Buch richtet sich sowohl an interessierte Laien als auch an Biologen und im Naturschutz tätige Personen. Die Autoren beschäftigen sich seit 20 Jahren mit den Heuschrecken der Schweiz und haben sie auf vielen Exkursionen beobachtet und fotografiert.  Zum Shop

Kommentar:

Die Heuschrecken der Schweiz

 Dieses Buch ist eine gute Einführung in die Welt der Heuschrecken. Es beschreibt Körperbau, Gesang, Ernährung, Fortpflanzung und Entwicklung der Heuschrecken, dazu ihre Feinde, ihre Lebensräume, ihre Gefährdung. Dann werden alle 106 Heuschreckenarten der Schweiz mit Fotos und Text vorgestellt. Ich persönlich ziehe als Bestimmungsbuch in der Natur den „Bellmann“ aus dem Kosmos-Verlag vor, die Bestimmungstexte sind für mich griffiger und das Buch handlicher. Der grosse Vorteil von „Heuschrecken der Schweiz“ ist aber, dass es zu jeder Heuschreckenart eine Verbreitungskarte gibt. Darin ist aufgeführt, in welchen Regionen der Schweiz die betreffende Heuschreckenart vorkommt. Das ist eine grosse Hilfe bei der Bestimmung, weil sich so der Kreis der in Frage kommenden Arten eingrenzen lässt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde, Leiter von Heilpflanzen- und Naturkursen
www.phytotherapie-seminare.ch

[Buchtipp] Der Kosmos Heuschreckenführer. Kosmos-Naturführer, Die Arten Mitteleuropas sicher bestimmen — von Heiko Bellmann

Freitag, August 27th, 2010

Verlagsbeschreibung

 Dieser ehemalige Titel aus dem Naturbuch-Verlag war eines der wichtigsten Bestimmungsbücher für Biologen, Studenten und Kartierer.

Es war das erste und einzige Heuschreckenbuch, das die Bestimmung der vielen Arten im Gelände überhaupt möglich gemacht hatte und wurde in einige Sprachen übersetzt Seit die Naturbuchreihe nicht mehr erhältlich ist, fehlt so ein Buch im deutschsprachigen Raum, da die Heuschrecken immer noch zu einer der wichtigsten und auffälligsten Tiergruppen bei den Kartierern und Planern gehören, da sie großes Aussagekraft über die biologische Qualität eines Biotops bzw. einer Landschaft haben.

Beschrieben werden 225 Heuschreckenarten: alle Mitteleuropas (160) und viele südliche Arten. Zum Shop


Kommentar:

Der Kosmos Heuschreckenführer

Von Heuschrecken haben die meisten Menschen nur ganz vage Vorstellungen.

Das ist schade, denn die Welt der Heuschrecken ist sehr spannend. Wir können Heuschrecken fast in allen Lebensräumen begegnen, auch im Garten und in den Städten – dort singt in warmen Sommernächten das Grüne Heupferd. Der Heuschreckenführer von Heiko Bellmann ist ein guter Einstieg in die Welt der Heuschrecken. Fotos und Texte ermöglichen es auch dem Anfänger und der Anfängerin, häufige und typische Arten zu erkennen. Bellmann beschreibt 225 Heuschreckenarten, darunter alle 160 Arten (!), die in Mitteleuropa vorkommen.

Der Spätsommer und der Herbst ist die Zeit der Heuschrecken.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde, Leiter von Heilpflanzen- und Naturkursen

[Buchtipp] Schmetterlinge im Garten und in der Landschaft, über 1700 deutschen Namen und Doppelnamen — von Helmut Hintermeier

Donnerstag, August 26th, 2010

Verlagsbescheibung

Schmetterlinge zählen zu den farbenprächtigsten und reizvollsten Geschöpfen der Natur. Es wird gezeigt, wie man Schmetterlinge mit geeigneten Nektarspendern und Raupenfutterpflanzen in den naturnahen Garten locken und dort sogar ansiedeln kann. Für viele dieser mittlerweile gefährdeten Schönheiten sind schmetterlingsattraktive Gärten zu wichtigen Inseln des Überlebens geworden. Damit die Schmetterlinge auch `angesprochen werden können, hat sich der Autor in Zusammenarbeit mit führenden Wissenschaftlern jeweils um einen gültigen deutschen Namen bemüht.Die Abbildungen stammen aus dem bereits 1842 erschienenen Berges Schmetterlingsbuch. Neu hinzugekommen ist in der 2. Auflage ein ausführliches Kapitel über Wanderfalter.  Zum Shop

Kommentar:

Schmetterlinge im Garten und in der Landschaft

Dieses kleine Buch scheint mir mehr wert als es kostet. Es stellt 914 Tag- und Nachtfalterarten mit sehr schönen Zeichnungen vor, die aus einem Standardwerk über Schmetterlinge stammen, das 1842 in der ersten Auflage erschienen ist. Auch viele Raupen sind abgebildet. Trotzdem sehe ich es nicht in erster Linie als Bestimmungsbuch. Aber als ausgezeichneten Einstieg in die Wunderwelt der Schmetterlinge. In einführenden Abschnitten werden alle wichtigen Schmetterlingsfamilien beschrieben und anschliessend die einzelnen Arten. Sehr ansprechend sind zudem einleitende Kapitel zu Themen wie „Mensch und Schmetterling“, „Lebenszyklus eines Schmetterlings“ oder „Wie die Natur die Schmetterlinge schützt“. Das Buch beschreibt aber auch, wie der Mensch die Schmetterlinge gefährdet und wie er sie fördern kann, zum Beispiel durch schmetterlingsfreundliche Gärten. Dazu werden unter anderem die wertvollsten Raupenfutterpflanzen und Nektarpflanzen aufgeführt.

Wer Heilpflanzen und Wildblumen liebt, wird den Schmetterlingen immer wieder ganz selbstverständlich begegnen. Und wer mehr über diese faszinierenden Lebewesen wissen will, findet in diesem Buch sehr viele nützliche und anregende Informationen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde, Leiter von Heilpflanzen- und Wildblumenkursen

Baldrian als verträgliche Schlafhilfe für Senioren bestätigt

Dienstag, August 24th, 2010

Weil die Menschen in Europa immer älter werden, bekommen Medikamente in ihrem Leben eine immer wichtigere Rolle. Wie wichtig, belegt die Statistik: In Deutschland nimmt jeder Kassenpatient über 60 Jahre im Durchschnitt drei Arzneimittel pro Tag ein! Das Problematische dabei: Zahlreiche dieser Medikamente sind ausgerechnet bei älteren Menschen mit Nebenwirkungen und sogar gefährlichen Risiken verbunden. Eine Arbeitsgruppe um die Wuppertaler Pharmakologin Prof. Dr. med. Petra A. Thürmann hat jetzt zum ersten Mal eine für Deutschland gültige Liste von Arzneistoffen erstellt, die bei älteren Menschen wenn möglich vermieden werden sollten.

Die soeben publizierte PRISCUS-Liste (Dtsch.Arztebl. Int. 2010; 107(31-32): 543-51, www.priscus.net) liest sich wie ein Katalog der am häufigsten verordneten synthetischen Medikamente. 83 Arzneimittel haben die an der Beurteilung mitwirkenden 38 Experten aus acht verschiedenen Fachrichtungen als für ältere Menschen „potentiell inadäquate Medikamente“(PIM) eingestuft. Dazu zählen die in Deutschland besonders oft verordneten Schlaf- und Beruhigungsmittel Benzodiazepine, Z-Substanzen, Chloralhydrat und Diphenhydramin. Sie gefährden die Alltagssicherheit und das Reaktionsvermögen und sind eine häufige Ursache von schweren Stürzen. Benzodiazepine beispielsweise steigern das Risiko von Knochenbrüchen bei älteren Patienten um 50 bis 110 Prozent! Gefürchtet sind jedoch auch ihre unerwünschten Wirkungen auf die Psyche: Sie reichen von paradoxen Reaktionen wie Unruhe und Reizbarkeit bis hin zu Depressionen und Psychosen.

Als eine der wenigen therapeutischen Alternativen, welche ohne unangemessene Risiken auch bei älteren Patienten angewendet werden können, nennt die PRISCUS-Liste pflanzliche Arzneimittel mit Baldrian. Die beruhigende und Schlaf anstoßende Wirkung von Baldrian-Extrakten ist in randomisierten und kontrollierten wissenschaftlichen Studien gut dokumentiert. In keiner dieser Untersuchungen zeigte sich ein Hinweis auf eine Verschlechterung der Konzentration, der Reaktionsgeschwindigkeit, der Wahrnehmung oder der Wachheit. Eine Erhöhung der Sturzgefahr muss nach Einnahme von Baldrian-Extrakten ebenfalls nicht befürchtet werden. Weil Baldrian-Extrakt den Schlafrhythmus nicht störet und nicht abhängig machen, können diese Heilpflanzen-Präparate im Gegensatz zu Benzodiazepinen über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.

Quelle:

www.phytotherapie-komitee.de    KFN 14/2010 – 19.08.2010

Kommentar & Ergänzung:

Die erhöhte Sturzgefahr bei älteren Menschen durch Schlafmittel oder Beruhigungsmittel sind ein ernsthaftes Problem. Heilpflanzen-Präparate auf der Basis von Baldrian-Extrakt, eventuell in Kombination mit Hopfen-Extrakt, Melissen-Extrakt oder Passionsblumen-Extrakt,  sind in vielen Fällen eine sichere und empfehlenswerte Alternative.

Zu beachten ist dabei aber:

Um das Potenzial von Baldrian optimal zu nutzen, scheint die Einnahme über längere Zeit sinnvoll zu sein, darauf deuten jedenfalls klinische Studien hin.

Die Qualität der Baldrian-Zubereitungen ist sehr unterschiedlich. Gut mit Patienten-Studien belegt sind die beruhigenden und schlafanstossenden Wirkungen nur für eine kleine Zahl von Baldrian-Präparaten auf der Grundlage von Trockenextrakten.

Baldriantinktur muss ausreichend stark dosiert werden. Die Dosierung ist abhängig von der Herstellungsweise der jeweiligen Tinktur: Frischpflanzentinkturen zum Beispiel enthalten in der Regel geringere Wirkstoffmengen als Tinkturen nach Arzneibuch aus getrockneten Baldrianwurzeln und müssen daher höher dosiert werden. Für die heute oft propagierten Tiefstdosierungen von zum Beispiel 3 mal täglich 3 – 5 Tropfen Baldriantinktur gibt es keinerlei Hinweise auf eine Wirkung, die über Placebo hinaus geht. Diese Tiefstdosierungs-Empfehlungen gehen zurück auf einen Hersteller von Pflanzentinkturen, der seine Produkte für 10mal wirksamer hält als vergleichbare Produkte der Konkurrenz. Sieht nach Selbstüberschätzung aus.

Es gibt jedenfalls meines Erachtens keine auch nur ansatzweise überzeugenden Argumente für die Richtigkeit dieser Behauptung und damit für die Tiefstdosierungen. Konsumentinnen und Konsumenten sollten daher wachsam und kritisch bleiben, damit sie nicht Naturheilmittel mit stolzem Preis aber fragwürdiger Qualität kaufen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen

www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

moodle.heilpflanzen-info.ch/


Esoterikfreie Pflanzenheilkunde – warum?

Montag, August 23rd, 2010

Mein Phytotherapie-Lehrgang, meine Heilpflanzenkurse und Kräuterexkursionen sind esoterikfrei.

Sie bieten statt dessen Gelegenheit für eine differenzierte und anregende Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen der Heilpflanzen und sie fördern auf vielfältige Weise Kontakt und Beziehung zur Pflanzenwelt und überhaupt zur Natur.

In letzter Zeit werde ich von Leuten, die sich für Heilpflanzenkurse interessieren, zunehmend skeptisch gefragt, ob diese nicht „esoterisch“ seien.  Auf genauere Nachfrage hin stellt sich dann jeweils heraus,  dass sie schon mehrfach mit ziemlich abgehobenen bis sektiererischen Ideen über Heilpflanzen konfrontiert wurden und einfach die Nase voll haben von esoterischem Firlevanz.

Darum möchte ich hier einmal quasi offiziell den Status „esoterikfrei“ für meine Kurse festhalten und auch begründen, weshalb ich eine esoterikfreie Pflanzenheilkunde wichtig finde.

Die Aufladung der Pflanzenheilkunde mit esoterischen Vorstellungen entspricht einem gegenwärtigen Zeitgeist. Diesem Trend stehe ich skeptisch gegenüber aufgrund meiner inzwischen über 25jährigen Erfahrung als Ausbildner im Umfeld von Naturheilkunde / Phytotherapie / Komplementärmedizin.

Blinde Gläubigkeit

Mir fällt im esoterisch geprägten Bereich der Pflanzenheilkunde eine weit verbreitete blinde Gläubigkeit auf. Es werden unzählige willkürliche Behauptungen und Heilungsversprechungen in den Raum gestellt und es fehlt fast vollständig an kritischer Reflexion und sorgfältiger Prüfung. Das geht meines Erachtens voll zulasten von Patientinnen und Patienten. Je absurder eine Behauptung, desto glaubwürdiger scheint sie oft zu sein.

Mir ist dagegen wichtig, dass Lernende in meinen Kursen ermuntert und befähigt werden, Aussagen über Wirkungen der Heilpflanzen kritisch zu prüfen und sich eine fundierte eigene Meinung dazu zu bilden.

Gurutum, Dogmatismus und absolute Wahrheiten

Mir fällt im esoterisch geprägten Bereich der Pflanzenheilkunde zudem eine Neigung zu Gurutum, dogmatisierten Aussagen und absoluten Wahrheiten auf.

Mir ist dagegen wichtig, dass Lernende in meinen Kursen befähigt werden, auch mit Widersprüchen, Lücken und Ungewissheiten im Wissen über die Wirkungen der Heilpflanzen umzugehen. Ich sehe meine Lehrtätigkeit zwar nicht als Erziehung, gehe mit folgendem Zitat von George Bernhard Shaw (1856 – 1950) sonst aber einig:

„Freie Erziehung ist immer eine Erziehung zur Kontroverse, wer sein Fach nicht als widersprüchlich gelernt hat, beherrscht es nicht.“

Meines Erachtens muss man sich als Ausbildner in Frage stellen lassen, transparent machen, dass man nicht auf alle Fragen eine Antwort hat und die Quellen des eigenen Wissens offenlegen. Das sind Gegenmittel zur Vermeidung von Guruphänomenen und übersteigerten Idolbildungen.

Mich erschreckt zunehmend, wie viele Leute im Bereich der Komplementärmedizin in höchstem Masse angefüllt mit absolutem Wissen in der Gegend herum laufen und blind nachbeten, was ihnen in Ausbildungen und Kursen als endgültige Wahrheit verkauft wurde.

Alles Wissen ist meiner Ansicht nach unvollständig und vorläufig – auch das Wissen im Bereich Pflanzenheilkunde. Trotzdem gibt es aber brauchbares Wissen, das zu mindestens gegenwärtig als fundiert gelten darf.

„Es dürfte uns gut tun, uns manchmal daran zu erinnern, dass wir zwar in dem Wenigen, das wir wissen, sehr verschieden sein mögen, dass wir aber in unserer grenzenlosen Unwissenheit alle gleich sind.“

Karl R. Popper (1902 – 1994), Philosoph, Wissenschaftstheoretiker.

Nebulös-manipulative Begriffe

Mir fällt im esoterisch geprägten Bereich der Pflanzenheilkunde auf, dass immer wieder Begriffe verwendet werden, die zwar wohl tönend sind, aber weitgehend inhaltsleer bleiben: Das „Wesen“ der Pflanzen, Energien, Schwingungen….Solche Ausdrücke können mit Hunderten von verschiedenen Bedeutungen gefüllt werden. Wer solche Begriffe verwendet, müsste daher vorgängig genau transparent machen, welchen Sinn er oder sie damit verbindet. Unterbleibt diese Klärung, so reden die Beteiligten mit grosser Wahrscheinlichkeit aneinander vorbei, weil jede und jeder eigene Vorstellungen davon im Kopf hat. Die Verwendung solcher Begriffe bekommt dann einen manipulativen Charakter und lullt ein, indem ein besonderes, tiefes Geheimnis  vorgegaukelt wird.

Anthropozentrische Grundhaltung

Mir fällt im esoterisch geprägten Bereich der Pflanzenheilkunde auf, dass viele Heilpflanzen-Beschreibungen ausgesprochen anthropozentrisch daher kommen. Der Mensch steht im Mittelpunkt der „Veranstaltung“. Heilpflanzen haben das Bedürfnis uns zu heilen. Sie sagen uns durch ihre Form und Farbe, wozu sie für uns gut sind. Die Heilpflanzen, die zu uns in den Garten kommen, sind diejenigen, die wir gerade brauchen…..

Meiner Ansicht nach stehen wir Menschen nicht derart im Zentrum der „Veranstaltung Natur“, dass sich Heilpflanzen auf uns beziehen.

Trotzdem können wir sie mit dem nötigen Respekt zu Heilzwecken nutzen und auch eine Form der Beziehung zu ihnen pflegen (sie gern haben, schön finden, uns an ihnen freuen..).

Kontakt mit Kopfgeburten, statt mit realer Natur

Mir fällt an Kräuterexkursionen oft auf, wie kontakt- und beziehungslos sich Menschen in der Natur bewegen, die von Kopf bis Fuss mit esoterischen Ideen angefüllt sind. Sie sind eher im Kontakt mit ihren Vorstellungen – zum Beispiel von Pflanzendevas, Pflanzengeistern, Feen und Elfen – aber kaum mit der Pflanze als realem Gegenüber. Sie sind also eher mit sich selber in Kontakt, mit ihren Bedürfnissen und Projektionen, merken das aber kaum und meinen, sie seien in Kontakt mit der Natur. Meiner Ansicht nach verpassen sie damit etwas wesentliches.

Allmachtsphantasien & Machbarkeitsillusionen

Mir fallen im esoterisch geprägten Bereich von Pflanzenheilkunde und Komplementärmedizin oft massive Allmachtsphantasien und  Machbarkeitsillusionen auf.

Mit der richtigen Heilpflanze oder sonst einem richtigen Heilmittel können angeblich alle Krankheiten geheilt werden – meistens allerdings mit der Einschränkung: Sofern der Patient wirklich gesund werden will! Womit dann bei Misserfolg bequemerweise immer der Patient schuld ist……

Das sind einige der Erfahrungen und Beobachtungen, die mich zu einer deutlichen Distanzierung von esoterisch geprägten Formen der Pflanzenheilkunde  veranlassen.

Und wie schon erwähnt: Trotzdem oder vielleicht sogar gerade deswegen liegt mir viel daran, den lebendigen Kontakt zur Natur und zu den Heilpflanzen als einem realen Gegenüber zu fördern.  Auf dass wir sie gern haben, schön finden und mit Respekt nutzen können.

P.S.: Eine detailliertere, differenziertere und fundiertere Auseinandersetzung mit den beschriebenen „Esophänomenen“ finden Sie in diesem Blog in der Kategorie „Naturheilkunde-Debatte“

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Kräuterexkursionen

www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

moodle.heilpflanzen-info.ch/

-

Kinderheilkunde: Heilpflanzen bei Hauterkrankungen

Samstag, August 21st, 2010

Eltern verlangen heute vermehrt nach natürlichen Alternativen in der Behandlung ihrer Kinder. Heilpflanzen-Präparate kommen diesem Bedürfnis entgegen. Prof. Karin Kraft hat sich in der Zeitschrift „ Kinderärztliche Praxis“ zur Anwendung von Heilpflanzen-Präparaten aus der Phytotherapie bei Hauterkrankungen geäussert:

„Häufige dermatologische Indikationsgebiete für Phytotherapie sind Windeldermatitis, Neurodermitis, Wunden und stumpfe Traumata, Infektion mit Herpes simplex und Insektenstiche.“

Für die einzelnen Bereiche gibt Prof. Kraft folgende Empfehlungen:

„Bei der Windeldermatitis werden Cremes, Salben und Sitzbäder mit Kamillenblütenextrakt, Eichenrindenextrakt sowie Extrakte aus Hamamelisblättern und -rinde empfohlen.“

„Für die Therapie der Neurodermitis eignet sich das linolensäurereiche Borretschsamenöl lokal wie oral, zudem Extrakte aus Hamamelisblättern und -rinde.“

„Schlecht heilende Wunden, Dekubitus und Schnitt-, Riss- und Quetschwunden können mit Ringelblumenextrakt behandelt werden. Für die Therapie von Hämatomen, Prellungen, Distorsionen, rheumatischen Muskel- und Gelenkschmerzen und Furunkulosen ist Arnikablütenextrakt empirisch gut wirksam. Beinwellextrakte eignen sich vor allem bei stumpfen Verletzungen. Es sollten hier nur Fertigarzneimittel verwendet werden, wegen des – allerdings geringen – Alkaloidgehaltes sollte die Anwendung nur auf intakter Haut und nicht bei kleinen Kindern und Schwangeren und stillenden Müttern stattfinden.“

„Bei Herpes labialis ist eine Verkürzung der Abheilzeit der Bläschen durch Melissenblätterextrakt, dessen virustatische Wirkung gut dokumentiert ist, beschrieben.“

„Schwellungen nach Insektenstichen lassen sich durch den Saft der Küchenzwiebel oder, direkt nach Stich, mit Spitzwegerichpresssaft behandeln.“

Quelle:

Kinderärztliche Praxis, Heft 05, 2008 Jahrgang 79

Rubrik: Fortbildung

Seite: 282-289

Autor: Prof. Dr. med. Karin Kraft

Kommentar & Ergänzung:

Das ist ein guter Überblick der wichtigsten Heilpflanzen-Anwendungen in der Dermatologie.

Prof. Dr. med. Karin Kraft ist Inhaberin des Lehrstuhles für Naturheilkunde an der Universität Rostock und eine wichtige Vertreterin der universitären Phytotherapie im deutschsprachigen Raum.

Ergänzende Hinweise:

Bei Neurodermitis (Atopische dermatitis) gilt im Borretschsamenöl die Gamma-Linolensäure als wirksamer Inhaltsstoff. Die gleiche Substanz enthält auch das Nachtkerzenöl. Vom Nachtkerzenöl gibt es in der Schweiz Präparate, die in ihrer Wirksamkeit gut genug durch Studien belegt sind, dass sie von den Krankenkassen aus der Grundversicherung bezahlt werden, wenn ein Arzt oder eine Ärztin sie verschreibt.

Melissenextrakt wird in Salbenform gegen Herpes labialis („Fieberbläschen“) eingesetzt, wirkt aber wohl nur im frühen Stadium. Antivirale Wirksamkeit nützt nicht mehr viel, wenn die Virenvermehrung schon gelaufen ist. Es gibt – jedenfalls in der Schweiz -  zur Behandlung von Herpes labialis ausserdem Salben mit Salbei-Extrakt und Rhabarberwurzel-Extrakt.

Und natürlich gibt es noch viele weitere Anwendungsbereiche für Heilpflanzen in der Kinderheilkunde.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen

www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

moodle.heilpflanzen-info.ch/

Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie begrüsst erleichterte Zulassung für Cannabis-Medikamente

Mittwoch, August 18th, 2010

Die Entscheidung der Regierungskoalition, Zulassung und Verordnungsfähigkeit von Fertigarzneimitteln mit natürlichen oder synthetischen Cannabis-Wirkstoffen (Cannabinoiden) zu erleichtern, wird von der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e.V. und der Patientenorganisation Deutsche Schmerzliga e.V. unterstützt. „Es ist an der Zeit, Cannabis aus der Schmuddelecke zu holen“,erklärt der Göppinger Schmerzmediziner Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie und Vizepräsident der Deutschen Schmerzliga.

Mit dem teilsynthetisch hergestellten Cannabinoid Dronabinol, das aus natürlichen Cannabinoiden gewonnen wird, haben die Schmerztherapeuten bei verschiedenen Schmerzerkrankungen gute Erfahrungen gemacht. Denn Dronabinol darf – im Gegensatz zum natürlichen Extrakt der Hanfpflanze – auch schon unter den geltenden gesetzlichen Regelungen produziert und ärztlich verordnet werden. Zum Einsatz kommt die Substanz zum Beispiel bei Schmerzen nach Polioerkrankungen oder Schmerzformen wie Fibromyalgie, die durch eine mangelhafte körpereigene Schmerzkontrolle ausgelöst werden. Auch spastische Schmerzen bei Multipler Sklerose können mit dem Hanfwirkstoff häufig besser behandelt werden als mit anderen Medikamenten. „Wenn Gesetzesänderungen dazu führen, dass Cannabinoide generell leichter erforscht, zugelassen und verordnet werden können, begrüßen wir dies, weil es neue Therapieoptionen eröffnet“, erklärt Müller-Schwefe.

Durch die geplante Gesetzesänderung soll aber auch eine Praxis legalisiert werden, welche Schmerztherapeuten und Palliativmediziner schon lange aus der Not heraus pflegen: Sie lagern für Notfälle starke Schmerzmittel (Opioide) ein, die Patienten zurückgegeben haben, weil sie diese nicht mehr brauchen. Denn es geschieht immer wieder, dass Schmerzmediziner Patienten am Wochenende notfallmäßig ein starkes Schmerzmittel verordnen müssen, die Apotheken jedoch keine vorrätig haben. „Wir freuen uns, dass die Politik nun endlich unsere Forderungen umsetzt und unser Vorgehen legalisiert“, sagt der Schmerzmediziner Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe.

Quelle:

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=31106

Kommentar & Ergänzung:

Ich gehe mal davon aus, dass die geschilderte Praxis, wonach in der Palliativmedizin Opioide quasi illegal für Notfälle gehortet werden müssen, in der Schweiz nicht vorkommt – und dass bei uns die notwendigen Medikamente zur verfügen stehen.

Dronobinol ist auch in der Schweiz ein Thema. Infos dazu hier:

Cannabis als Heilmittel zulassen!

http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2008/09/21/cannabis-als-heilmittel-zulassen.html

Interessant in der Stellungnahme der Gesellschaft für Schmerztherapie ist der Hinweis auf Polio (Kinderlähmung) und Fibromyalgie.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen

www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

moodle.heilpflanzen-info.ch/