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Weihrauch als Tee gegen Rheuma?

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Kürzlich wurde ich an einem Kurs gefragt, ob Weihrauch gegen Rheuma als Tee verwendet werden könne. Das geht nicht, aber Weihrauchharz lässt sich sehr unterschiedlich einsetzen. Daher hier ein Blick ins Weihrauch-Thema:

In der indischen Medizin (Ayurveda) wird Weihrauch als „Salai gugal“ seit langem bei vielen Beschwerden eingesetzt.

Die Phytotherapie-Forschung hat diese Tradition aufgenommen und im Labor und mit klinischen Studien überprüft.

Es gibt Studien mit positiven Ergebnissen bei Arthritis, Colitis ulcerosa, Asthma bronchiale, Morbus Crohn, Arthrose. Allerdings sind die Ergebnisse nicht eindeutig genug für eine abschliessende Beurteilung.

Am besten abgesichert ist offenbar, dass Weihrauchkapseln Bewegungseinschränkungen bei altersbedingter Abnützung (Arthrose) der Kniegelenke lindern können. Der Effekt ist nicht besonders groß, jedoch merkbar und gut abgesichert.

Quelle: http://www.medizin-transparent.at/weihrauch-heilig-und-heilsam

Dieser Hinweis von „Medizin Transparent“ auf eine Wirksamkeit von Weihrauch bei Arthrose ist vor allem deshalb interessant, weil die Phytotherapie-Fachliteratur bisher Weihrauch eher im Bereich Arthritis ansiedelt.

Alle diese Studien haben Weihrauch peroral untersucht – also die Einnahme von Weihrauchpulver oder Weihrauchextrakt. Inzwischen gibt es auch Weihrauchsalbe und Weihrauchbäder, doch gibt es keine plausiblen Hinweise darauf, dass die Wirkstoffe durch die Haut aufgenommen werden.

Weihrauchharz ist aber selbstverständlich auch seit Urzeiten ein Räuchermittel.

Weihrauchharz (in Tränenform) kann pur gekaut werden bei Schleimhautentzündungen des Mundes (Quelle: Teedrogen und Phytopharmaka, Max Wichtl, 2009, Seite 472, anzuschauen im Buchshop).

Dann gibt es noch das ätherische Weihrauchöl. Seine Zusammensetzung unterscheidet sich sehr von derjenigen des Weihrauchharzes. So muss auch von einer unterschiedlichen Wirkung ausgegangen werden.

Über die Wirkung von ätherischem Weihrauchöl zirkulieren sehr unterschiedliche und vor allem sehr spekulative Angaben.

So zählt zum Beispiel Christian Wabner im „Lexikon der Aromatherapie“ folgende „Körperliche Indikationen“ auf:

„Akne, Asthma, Blutungen, (chronische) Bronchitis, chronischer Durchfall, Geschwüre, Gonorrhoe, Grippe, Harnblasenentzündung, reife, trockene oder faltige Haut, Hautpflege, Husten, Immunschwäche, Karbunkel, Katarrh, Kehlkopfentzündung, Krampfadergeschwür, Menstruationsschmerzen, Narben, Nasennebenhöhlenentzündung, Pickel, Rachenentzündung, Rheumatismus, Schnupfen, Schwangerschaftsstreifen (auch vorbeugend), Skrofulose, Spermatorrhoe, Verdauungsstörungen, Verletzungen, Weissfluss, Wunden, Zwischenblutungen.“

Das ist eine sehr weitläufige Aufzählung. Wie kommt sie zustande?

In der Einleitung schreibt Wabner, dass die Indikationen „der zum Teil jahrhundertealten Literatur entnommen und um eigene Erfahrungen ergänzt“ wurden.

Nun sind Tradition und jahrhundertelange Anwendung noch keine Garanten für Wirksamkeit. Tradition kann sich auch jahrhundertelang täuschen und die Medizingeschichte zeigt, dass Irrtümer sich sehr zäh über lange Zeit halten können.

Siehe dazu:

Komplementärmedizin – hat Tradition Recht?

Auch die eigene Erfahrung, auf die sich Wabner beruft, ist täuschungsanfällig.

Siehe:

Pflanzenheilkunde -Erfahrung allein genügt nicht zur Begründung

In der Einleitung schreibt Wabner, dass die aufgeführten Eigenschaften und Indikationen „allgemeine Hinweise“ darstellen und „keinesfalls als Rezepturvorschläge zu verstehen“ sind.

Gut, aber was nützen denn „allgemeine Hinweise“, die offenbar nicht als Empfehlung aufgefasst werden sollen? Was fängt der Leser oder die Leserin damit an, vor allem wenn Fachkenntnisse fehlen, die eine eigene Einschätzung möglich machen würden?

Und die Aufzählung steht unter dem Titel „Körperliche Indikationen“.

„Indikationen“ sind aber nicht einfach „allgemeine Hinweise“!

Wikipedia definiert „Indikationen“ so:

„Der medizinische Begriff Indikation (von lateinisch indicare „anzeigen“), Synonym: Heilanzeige, steht grundsätzlich dafür, welche medizinische Maßnahme bei einem bestimmten Krankheitsbild angebracht ist und zum Einsatz kommen soll: Bei Krankheitsbild „X“ ist das Heilverfahren „Y“ indiziert, also angebracht.“

Stutzig macht auch ein weiterer Hinweis in der Einleitung:

„Es ist zu beachten, dass eine Anzahl von Eigenschaften und Indikationen aus der Phytotherapie übernommen wurden, wo sie meist für die Anwendung der ganzen Pflanze geschrieben sind.“

Das ist ein sehr problematischer Fehler, der in Aromatherapie-Büchern nicht selten anzutreffen ist. Indikationen (Anwendungsbereiche) oder Wirkungen aus der Phytotherapie, die sich auf die ganze Pflanze zum Beispiel als Tee oder Extrakt beziehen, auf die Anwendung von ätherischen Ölen in der Aromatherapie zu übertragen, führt meistens zu irreführenden Angaben.

Die ganze Pflanze – zum Beispiel als Kräutertee oder Pflanzenextrakt verwendet, enthält in der Regel eine ganze Reihe von Wirkstoffen, die nicht flüchtig und daher im ätherischen Öl nicht vorhanden sind – zum Beispiel Gerbstoffe, Schleimstoffe, Glykoside.

Daher kann man die Wirkungen und Indikationen nicht gleichsetzen!

Bei der oben aufgeführten Indikationsliste für Weihrauch sind also offenbar Angaben aus Phytotherapie (die sich in der Regel auf Weihrauchharz beziehen) und Angaben für Weihrauchöl vermischt. Es ist unklar, auf welche Anwendungsform sich die Angaben beziehen, doch werden die meisten Leserinnen und Leser wohl davon ausgehen, dass es sich um Angaben für das ätherische Öl handelt. Denn schliesslich stehen sie ja im „Taschenlexikon der Aromatherapie“.

Dazu kommt noch:

Keiner der Anwendungsbereiche in der Indikationsliste für Weihrauch ist auch nur einigermassen glaubwürdig belegt.

Und viele der Angaben sind vollkommen fragwürdig – zum Beispiel die Indikation (Heilanzeige!) Gonorrhoe (Tripper) für Weihrauch.

Wie genau soll ich mir das vorstellen? Ätherisches Weihrauchöl einatmen oder einreiben? Weichrauchharz einnehmen? Räuchern? – Auf keinem dieser Wege ist eine Wirksamkeit von Weihrauchöl gegen Tripper auch nur ansatzweise plausibel.

Und dann ist Gonorrhoe eine ernste Erkrankung, die antibiotische Behandlung genötigt. Meiner Ansicht nach müsste das erwähnt werden.

Solche Fragen könnte man fast zu jeder Indikation auf der Liste stellen.

Die Liste ist besonders deshalb irritierend, weil das Buch einen wissenschaftlichen Anspruch erhebt und der Autor einen Professorentitel führt.

Daraus kann man lernen, dass ein Professorentitel noch keine Qualitätsgarantie ist.

Auf dem Cover des „Taschenlexikons der Aromatherapie“ wird Aromatherapie als eigenständiger „Bereich der Phytotherapie“ bezeichnet. Aber die Qualitätssicherungssysteme der Phytotherapie (z. B. Monografien von Kommission E und ESCOP) spielen in dem Buch keine Rolle. Fundierte Phytotherapie würde sich auf die Indikationen Arthritis, Colitis ulcerosa, Asthma bronchiale, Morbus Crohn und Arthrose beschränken – Bereiche, für die es zu mindestens Hinweise auf eine Wirksamkeit gibt – wenn Weihrauchharz eingenommen wird.

Aber die Liste der Indikationen im „Taschenlexikon der Aromatherapie“ kommt sehr viel eindrücklicher daher (Gonorrhoe! Krampfadergeschwür!…).

Es braucht sehr viel mehr kritische Auseinandersetzung mit solchen Aussagen (was ich hiermit versucht habe…).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Kräuterwanderungen – Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

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Hier finden Sie Antworten auf Fragen, die zu meinen Kräuterwanderungen oft gestellt werden. also die sogenannten „Frequently Asked Questions“ (FAQ):

Werden die Kräuterwanderungen bei jedem Wetter durchgeführt?

Ja. Ich behalte mir aber vor, die Route der Witterung anzupassen, insbesondere wenn die Sicherheit es erfordert. Nehmen Sie daher wetterfeste Kleidung mit.

Es wäre organisatorisch kaum möglich, kurzfristig eine solche Veranstaltung abzusagen und längerfristig sind die Prognosen zu ungenau.

Darüber hinaus bin ich auch der Meinung, dass das Wetter zur Natur gehört. Uns heutigen Menschen ist die Auseinandersetzung mit dem Wetter grossenteils abhanden gekommen. Ich selber bin natürlich gerne bei schönem Wetter unterwegs. Die Stimmungen in der Natur sind bei wechselhaftem Wetter aber oft eindrücklicher. Zudem kommt es nur selten vor, dass ein Tag durchgängig nass ist und oft ist das Wetter vor Ort besser, als es vom Wetterbericht her zu erwarten war. Nur weil die Wetterprognose ein Wölkchen zeigt, muss der Tag noch nicht schlecht werden – so ist jedenfalls meine Erfahrung.

Wie fit muss ich körperlich sein?

Das ist unterschiedlich bei den verschiedenen Touren. Klar ist, das wir in der Regel den ganzen Tag wandernd unterwegs sind, allerdings mit Unterbrüchen, weil wir ja immer wieder Pflanzen anschauen.

Es gibt flachere Touren und solche mit Auf- und/oder Abstiegen. Wenn Ihnen das aus der Kursbeschreibung zu wenig klar wird und sie unsicher sind, ob Sie der Tour körperlich gewachsen sind, dann rufen Sie mich am besten vor der Anmeldung an. Am Telefon lassen sich diese Fragen am besten klären (052 202 20 29).

Als grobe Richtlinie könnte man noch sagen: Wenn in der Kursausschreibung „Wanderfähigkeit“ vorausgesetzt wird, sollten Sie in der Lage sein, eine Strecke etwa in derjenigen Zeit zu wandern, die auf den gelben Wanderwegweisern angegeben ist. Wenn in der Kursausschreibung „Bergwanderfähigkeit“ vorausgesetzt wird, sollten Sie in der Lage sein, eine Strecke etwa in der Zeit zu wandern, die auf den weiss-rot-weiss markierten Wanderwegweisern angegeben ist. Bergwanderfähigkeit setzt zudem eine normale Trittsicherheit voraus,

Braucht es botanische oder phytotherapeutische Vorkenntnisse?

Nein, botanische oder phytotherapeutische Vorkenntnisse sind nicht nötig, aber auch kein Hindernis.

Sammeln wir auch Pflanzen auf den Kräuterwanderungen?

Nein, wir sammeln keine Pflanzen. Ich halte es für unsinnig, mit einer ganzen Gruppe Heilkräuter zu sammeln. Dadurch wird an einem Ort oft viel zu viel gepflückt, was den Beständen schaden könnte. Sie können auf meinen Kräuterwanderungen Erkennungsmerkmale und Verwechslungsmöglichkeiten kennenlernen – und danach selber mit dem nötigen Respekt sammeln, was Sie brauchen können.

Was kann ich genau lernen auf den Kräuterwanderungen?

Im Zentrum der Kräuterwanderungen stehen natürlich die Heilpflanzen und da geht es in erster Linie um das genaue Wahrnehmen. Wir laufen ja oft ziemlich blind durch die Welt, auch wenn unsere Augen vollkommen intakt sind. Nicht selten sagen mir Teilnehmende nach dem Kurs, dass sie nun viel mehr Blumen sehen. Dann ist ein Ziel erreicht, denn die (wahrgenommene) Welt wird so bunter, lebendiger und reichhaltiger. Ich erzähle auf den Kräuterwanderungen aber auch gerne Geschichten zu den Heilpflanzen, über ihre Wirkungen, Erkennungsmerkmale, Lebensweisen und über ihre frühere Bedeutung im Volks- und Aberglauben.

Ich finde es allerdings nicht sehr sinnvoll, auf einer Kräuterwanderung nur Pflanzen zu beachten, die uns unmittelbaren Nutzen bringen, also als Heilpflanzen oder als Wildgemüse gebraucht werden können. Wir werden darum auch Pflanzen anschauen und kennenlernen, die „nur“ das Auge oder das Herz erfreuen. Und ich werde gerne vielleicht auch einmal etwas sagen, wenn ein interessanter Vogel zu hören ist oder ein schöner Schmetterling vorbeigaukelt. Wir versuchen also, neben den Heilkräutern auch die Natur als Ganzes wahrzunehmen und ich habe mir seit den ersten geleiteten Exkursionen im Jahr 1986 ein vielfältiges Wissen erwerben können.

Kann ich meinen Hund mitnehmen?

Nein, ich habe entschieden, keine Hunde mitlaufen zu lassen. Wir machen nicht einfach eine Wanderung. Es gibt dazwischen immer wieder Unterrichtssequenzen. Und im Unterricht – so meine Erfahrung – hat auch ein ganz netter Hund durchaus Störungspotential. Das ist nicht hundefeindlich gemeint.

Ab welchem Alter können Kinder mitkommen?

Meine Kurse richten sich von Stil und Inhalt her an Erwachsene. Kindern müsste man didaktisch etwas ganz anderes anbieten. Für Kinder sind meine Kräuterwanderungen daher ungeeignet. Gute Erfahrungen habe ich aber schon mit Jugendlichen gemacht, falls sie speziell an Biologie und Botanik interessiert sind. Fragen Sie mich im Zweifelsfall.

Gibt es Geschenkgutscheine?

Wir haben keine vorgedruckten Geschenkgutscheine, finden es aber eine gute Idee, Kräuterwanderungen zu verschenken an Leute, die an Pflanzen interessiert sind und sich gerne in der Natur bewegen. Ich würde allerdings empfehlen, ein solches Geschenk nicht „blind“ zu machen, sondern mit der beschenkten Person zusammen entscheiden, für welche Tour und welches Datum sie sich am meisten interessiert.

Es ist auch unumgänglich, dass die beschenkte Person vor der Anmeldung die Kursausschreibung gelesen, hat, damit sie die körperlichen Voraussetzungen kennt und einschätzen kann, ob die Tour für sie geeignet ist.

Bei der Anmeldung können Sie meiner Mitarbeiterin mitteilen, wem die Rechnung und wem die Kursinformationen zu schicken sind.

Habe ich Zeit zum Fotografieren auf den Kräuterwanderungen?

Grundsätzlich schon. Ich habe immer wieder Teilnehmende auf Kräuterwanderungen, die tolle Fotos machen (und sie mir manchmal für die Flickr-Fotoplattform zur Verfügung stellen). Sie müssen sich beim Fotografieren allerdings dem Tempo der Gruppe anpassen. Die Wanderungen sind in der Regel zeitlich so berechnet, dass wir zu einer bestimmten Zeit zum Beispiel an einer Busstation sein müssen. Wir können also nur sehr ausnahmsweise warten, bis die Sonne optimal steht……

Was heisst „hohe Wanderschuhe“?

Bei manchen Kräuterwanderungen steht unter „Mitnehmen“: Hohe Wanderschuhe.

Das bedeutet: Über den Knöchel reichend und mit Profilgummisohle.

Wenn ich schreibe „Mitnehmen: Hohe Wanderschuhe“, dann ist das nicht nur eine Empfehlung – dann meine ich das auch so – und behalte mir vor, Leute mit ungenügendem Schuhwerk nicht mitzunehmen. Das ist eine Sicherheits- und Haftungsfrage, die nicht verhandelbar ist. Steht nur „Wanderschuhe“, dann empfehle ich zwar ebenfalls hohe Wanderschuhe, doch können sie auch mit anderen wandertauglichen Schuhen teilnehmen.

Trifft man auf den verschiedenen Kräuterwanderungen unterschiedliche Pflanzen oder dieselben?

Es gibt Pflanzen, die kommen sehr weit verbreitet vor, und die trifft man daher fast auf jeder Kräuterwanderung. Dann gibt es aber immer auch Unterschiede zwischen den einzelnen Kräuterwanderungen. Das hängt vom Boden ab (trocken oder feucht, sauer oder basisch), von der Lage (schattig oder sonnig), von der Höhe über Meer (Flachland oder Alpenregion) und von der Jahreszeit (Frühling oder Sommer).

Wenn Sie möglichst verschiedene Pflanzen kennenlernen möchten, empfehle ich die Exkursionen zu variieren bezüglich Jahreszeit, Region und Höhenlage. Manchmal lassen sich auch aus der Ausschreibung Unterschiede herauslesen. Eine Exkursion im Auenwald im Flachland (zum Beispiel „Petite Camargue“) bietet andere Pflanzen als eine Exkursion an einem trockenen Südhang in höheren Lagen (z, B. Rigi).

Unterstreichen möchte ich aber, dass es beim Kennenlernen von Pflanzen auch wichtig ist, dieselbe Pflanze mehrfach anzuschauen. Wiederholung macht auch hier den Meister oder die Meisterin. Sie können mit mir also quasi Lehr-Gänge machen, wenn Sie über einen gewissen Zeitraum immer wieder einmal eine Kräuterwanderung mitmachen – und dabei Schritt für Schritt vertrauter werden mit der Pflanzenwelt und mit der Natur überhaupt.

Sind die Kräuterwanderungen EMR-anerkannt?

Keine Ausbildungsinstitution hat vom EMR eine schriftliche Anerkennung. Schon seit vielen Jahren reichen aber Naturheilpraktikerinnen und Naturheilpraktiker Teilnahmebescheinigungen meiner Weiterbildungskurse und Lehrgänge beim EMR ein. Dass dabei Schwierigkeiten aufgetreten wären, ist mir nicht bekannt. So gehe ich davon aus, dass das auch in Zukunft klappen sollte. Für einen Tag Kräuterwanderung können Sie mit der Bescheinigung von 6 mal 60 Minuten rechnen.

(Erklärung für „Uneingeweihte“: Das EMR = Erfahrungsmedizinische Register ist einer Firma, die Entscheidet, wer als Naturheilpraktiker / Naturheilpraktikerin über Zusatzversicherungen abrechnen darf. Dazu zählt das EMR eingerechte Ausbildungsstunden und Weiterbildungsstunden zusammen).

Gibt es eine maximale Zahl an Teilnehmenden?

Ja, pro Kräuterwanderung hat es maximal 16 Plätze.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Heilpflanzen-Anwendungen bei Erkältungskrankheiten – Tagesseminar am 26. November 2014

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Der Winter steht wieder vor der Tür – und damit auch Husten, Halsweh, Heiserkeit, Schnupfen & Co.

Am Tagesseminar vom 26. November 2014 lernen Sie Heilpflanzen-Anwendungen kennen zur Behandlung von Erkältungskrankheiten.

Sie erfahren also viel Wissenswertes über Thymian, Eibisch, Eukalyptus, Spitzwegerich, Salbei, Malvenblüten etc.

Der Kurs eignet sich gut zur Weiterbildung für Pflegepersonen aus Spitex, Pflegeheim, Palliative Care und Klinik, aber auch für Fachleute aus Naturheilkunde und Medizin. Der Kursinhalt wird aber gut verständlich vermittelt, so dass auch Teilnehmende ohne medizinische Vorkenntnisse profitieren können und willkommen sind.

Die Detailangaben zu diesem fundierten Kräuterkurs finden Sie im Kursprogramm.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Heilpflanzenexkursion auf dem Flimserstein (Graubünden)

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Am Sonntag 28. Juli 2013 findet die Kräuterexkursion auf den Flimserstein statt – zum Kennenlernen von Heilpflanzen und Alpenblumen. Das ist für den Sommer 2013 die letzte Tour in die Alpenflora, die ich anbiete. Der Flimserstein ist ein faszinierendes Erlebnis.

Die Luftseilbahn bringt uns auf den Cassons (2700 m  ü. M.). Dort erwartet uns nicht nur ein eindrückliches Panorama und die geologisch interessante „Glarner Überschiebung“, sondern auch eine Vielfalt an hochalpinen Polsterpflanzen – den Ueberlebenskünstlern der Bergwelt. Danach verwöhnt uns der „Flimserstein“ mit einem grossartigen Bouquet von Alpenblumen und Bergkräutern.

Anschliessend bringt uns die Bergbahn zurück nach Naraus und erspart uns so den grossen Abstieg. Von Naraus wandern wir auf gutem Weg botanisierend nach Foppa. Für den letzten Abschnitt nutzen wir wieder die Sesselbahn nach Flims.

Auf dieser Tagesexkursion können wir so eine grosse Pflanzenvielfalt aus ganz unterschiedlichen Höhenstufen kennenlernen, und das ohne grosse körperliche Anstrengung, also mit nur wenig Aufstieg und moderatem Abstieg. Wanderfähigkeit setzt diese Tour jedoch schon voraus und Ihr Kreislauf sollte 2700 m ü. Meer tolerieren.

Sie finden die Details zu diesem Kurs via Kurskalender.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Kräuterkurse – wie prüft man Qualität?

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Kräuterkurse werden in grosser Zahl angeboten, doch stellt sich die Frage: Wie prüft man die Qualität des Angebots?

Wenn es um die Gesundheit geht, braucht es jedenfalls verlässliche und fundierte Informationen. Kräuterkurse kann aber jeder und jede anbieten. Eine Qualitätskontrolle gibt es nicht.

Um die Qualität beurteilen zu können, braucht es jedoch ein Fachwissen, das in den meisten Fällen eben gerade nicht hat, wer sich für einen solchen Kurs interessiert.

Qualitätskriterien für Kräuterkurse

Hier finden Sie darum ein paar Kriterien, die dabei helfen können, bei Kräuterkursen die Spreu vom Weizen zu trennen:

Heilpflanzenkurse: So prüfen Sie Qualität

Naturheilkunde: Woran erkennen Sie fragwürdige Aussagen?

Für die Phytotherapie gibt es als Qualitätssicherung die ESCOP-Monografien, auf denen auch die wichtigsten Fachbücher basieren.

Die ESCOP-Monografien entstehen durch einen Diskussionsprozess, in welchem Studien und dokumentierte Erfahrungen ausgewertet werden. Fragwürdig ist dagegen in den meisten Fällen, wenn in Kräuterkursen überwiegend die eigenen Ansichten und die unreflektierten Erfahrungen der Leiterin oder des Leiters vermittelt werden.

Hier ist das Risiko von Selbsttäuschung und Täuschung gross. Bei Wissen, das einem Diskussionsprozess zwischen Fachleuten ausgesetzt wurde, besteht dagegen eine Chance, dass die gröbsten Selbsttäuschungen und Täuschungen eliminiert wurden.

Kollektiv erarbeitetes Wissen, das in der kritischen Auseinandersetzung erarbeitet wurde, ist fundierter als angebliche „Erleuchtungen“ von Einzelpersonen.

Kräuterkurse, die den erwähnten Qualitätskriterien entsprechen, finden Sie hier.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Wallis: Kompetenzzentrum Phytoark für alpine Aromapflanzen und Heilpflanzen eingeweiht

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Im Kanton Wallis ist ein Kompetenzzentrum für die Entwicklung von Produkten aus alpinen Aromapflanzen und Heilpflanzen eingeweiht worden. Das Zentrum nennt sich PhytoArk, widmet sich der Aufwertung der alpinen Pflanzen und ist die erste derartige Einrichtung in der Schweiz.

Aromapflanzen und Heilpflanzen stehen derzeit hoch im Kurs. Es besteht eine starke Nachfrage für hochwertige Produkte mit alpinen Pflanzen, hauptsächlich bei Nahrungsmitteln, in Kosmetik oder Pflanzenheilkunde, Dieses Interesse an natürlichen Zutaten aus der Alpenwelt stellt eine Chance für das Wallis dar, wo knapp 70 Prozent der Schweizer Produktion von Aromapflanzen und Heilpflanzen erzeugt werden. Der überwiegende Teil dieser Produktion wird zur Zeit ausserhalb des Kantons für die Herstellung von Bonbons und Kräutertees verwertet.
PhytoArk ist seit Februar dieses Jahres in Betrieb. Auf dem Grundstück von Agroscope Changis-Wädenswil in Sion-Conthey wurde für PhytoArk ein Gebäudekomplex mit Labor und Büros von 1500 Quadratmetern errichtet. Das Phytoark-Zentrum soll Unternehmen bei der Entwicklung von Produkten aus natürlichen Wirkstoffen durch Fachleute unterstützen. Das Projekt kostete etwa 6 Millionen Franken und wurde vor allem von der  öffentlichen Hand finanziert.

Quelle:

http://www.schweizerbauer.ch/pflanzen/forschung/kompetenzzentrum-fuer-alpine-pflanzen-im-wallis-eingeweiht–10452.html

Kommentar & Ergänzung:

Das ist eine erfreuliche Innovation auch für die Phytotherapie. Der Kräuteranbau im Berggebiet ist schon seit Jahren ein interessanter Nebenzweig in der Berglandwirtschaft. Pionier in diesem Bereich und auch heute noch wichtiger Abnehmer ist die Bonbonfirma Ricola. Es ist aber natürlich sinnvoll, wenn dieser Nischenerwerb auf eine breitere Basis gestellt werden kann. Dazu könnte das Phytoark-Zentrum beitragen.

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Psychologie: Studien werden nur selten reproduziert

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Experimente zu wiederholen ist eines der wichtigsten Merkmale von Wissenschaft. Dass dies jedoch nur sehr selten gemacht wird, zeigt nun eine US-Studie: In den vergangenen 100 Jahren seien in der Psychologie nur etwas mehr als ein Prozent aller Forschungen reproduziert worden, erklären die Forscher.

Im Gegensatz zu früheren Annahmen würden diese Wiederholungen jedoch immerhin tendenziell zu den gleichen Ergebnissen gelangen wie ihre Vorgänger, schreiben der Psychologe Matthew Makel von der Duke University und Kollegen in einer Studie.

Ihrer Untersuchung voran stellen sie ein Zitat des US-Mathematikers und -Statistikers John Tukey, der 1969 schrieb: „Bestätigung erfolgt durch Wiederholung. Jeder Versuch, diese Aussage zu vermeiden, führt zu Versagen und noch wahrscheinlicher zu Zerstörung“.

In der Wiederholung von Experimenten sehen viele Forscher einen „Goldstandard“: Wiederholungen können dabei helfen, mögliche Fehler in den Grundannahmen oder Arbeitshypothesen zu entdecken und zu beheben. Das gilt für alle Wissenschaftsdisziplinen, aber speziell auch für die Psychologie, deren Forschungsbereich der methodisch besonders schwierig zu fassende Mensch ist.

So eindeutig dies für Wiederholungen von Studien spricht, so wenig attraktiv sind solche Reproduktionen in der Realität. Entsprechende Arbeiten haben nicht gerade ein „sexy“ Image, dabei wird auf den ersten Blick kein neues Wissen gewonnen, das sich dann medial gut „verkaufen“ lässt. „Wiederholungsforscher“ gelten darum eher als Handwerker, denen die Kreativität abgeht. Dass das nicht erst ein Phänomen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte ist, belegt nun die Studie von Makel und seinen Kollegen.

Wiederholungsrate von 1,07 Prozent

Sie haben die Frage der Wiederholungen in der Psychologie mit statistischen Mitteln unter die Lupe genommen. Zu diesem Zweck durchkämmten sie die online zur Verfügung stehende Forschungsliteratur seit 1900 und durchsuchten die 100 bedeutendsten Fachzeitschriften nach dem Ausdruck „replicat*“, wobei das Sternchen für alle möglichen Wortendungen steht.

Nach Korrektur einiger Fehlerquellen errechneten die Forscher für den Gesamtzeitraum seit 1900 eine Wiederholungsrate von 1,07 Prozent.

Andere Wissenschaftler, andere Resultate

Ab den 1960er Jahren ist die Anzahl der wissenschaftlichen Veröffentlichungen im Bereich Psychologie geradezu explodiert. Auch die Wiederholungsrate stieg an,  jedoch nicht in im gleichen Ausmaß.

Im Gegensatz zu früheren Untersuchungen zeigten die Auswertungen von Makel und Kollegen, dass der Großteil der Reproduktionen „erfolgreiche Wiederholungen“ waren, dass die Resultate also den ursprünglichen Studien entsprachen. Allerdings: Wenn keiner der ursprünglichen Autoren an der Wiederholungsstudie beteiligt war, reduzierte sich die Wahrscheinlichkeit einer „erfolgreichen Replikation signifikant“ – andere Wissenschaftler kommen also auch im gleichen Setting zu eher anderen Resultaten.

Betrifft auch andere Disziplinen

Die Psychologie stehe mit ihrer Wiederholungsrate von knapp über einem Prozent keineswegs allein, schreiben die Wissenschaftler. Zwar gebe es keine vergleichbaren umfassenden Studien wie die aktuelle in anderen Wissenschaftsdisziplinen. Einzelstudien in den Bereichen Wirtschaft, Marketing und Kommunikation würden jedoch ebenfalls auf Raten zwischen einem und drei Prozent kommen.

Quelle:

http://science.orf.at/stories/1707700/

Die Studie:

„Replications in Psychology Research: How Often Do They Really Occur?“ von Matthew Makel und Kollegen ist in der November-Ausgabe der „Perspectives on Psychological Science “ publiziert worden.

http://pps.sagepub.com/content/7/6/537.full

Kommentar & Ergänzung:

Interessant wäre es zu erfahren, wie hoch die Wiederholungsraten bei Studien in den Bereichen Medizin und Pharmakologie sind.

Auch hier gilt nämlich, dass eine einzelne Studie zu einem bestimmten Verfahren oder Medikament noch kein eindeutiger Beleg ist und erst die Wiederholung ausreichend Glaubwürdigkeit schafft. Es ist nützlich, sich dieses Qualitätsmerkmal der wissenschaftlichen Arbeit immer wieder klar zu machen. Das schützt davor, jede Sensationsmeldung über neueste Forschungsergebnisse ungefiltert für bare Münze zu nehmen.  Die Meldungen sind auch im Gesundheitsbereich voll mit Berichten über Erststudien, die nie wiederholt oder später durch Wiederholung  widerlegt werden, wobei das zweite negative Resultat es dann kaum mehr in die Medien schafft.

Dass Fachzeitschriften und Publikumsmedien so stark das Sensationelle und Neue vorziehen, tut der Wissenschaft nicht gut.

Zudem sind die meisten Empfängerinnen und Empfänger von Meldungen viel stärker interessiert an Bestätigungen als an Widerlegungen.

Ein Vortrag, ein Buch, ein Kurs zum Thema „XY wirkt nicht wie versprochen“ stösst auf sehr mässiges Interesse.

Ein Vortrag, ein Buch, ein Kurs zum Thema „XY wird gegen…“ zieht dagegen.

Ein Vortrag, ein Buch, ein Kurs zum Thema „XY wirkt wunderbar gegen….“ wird zum Renner.

Daraus entsteht eine Einseitigkeit in der Aufnahme und Bewertung von Informationen, die ich für ausgesprochen ungesund halte.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Pflanzentinkturen selber herstellen

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Ich werde immer wieder mal gefragt, ob ich auch Heilpflanzenkurse anbiete, in denen man Pflanzentinkturen selber herstellen kann.

Dazu ist zu sagen: Das Herstellen einer Pflanzentinktur, so wie man das zuhause selber machen kann, ist einfach. Wie das gehen kann, erkläre ich gerne auf Nachfrage an jedem Kurs.

Aber einen Kurs auszuschreiben, nur um zu zeigen, wie man Alkohol und Heilpflanzen in einem Gefäss zusammenbringt, das finde ich schon ein bisschen überzogen.

Das kann jeder und jede selber ganz einfach, ohne speziell dafür viel Kursgeld zu zahlen.

Ich verstehe natürlich, dass die Vorstellung attraktiv ist, selber pflanzliche Heilmittel herzustellen. Und Tinkturen sind eine attraktive Arzneiform.

Dazu sind aber einige Anmerkungen nötig:

Die Qualität solcher selber hergestellten Pflanzentinkturen ist nicht gesichert. Heilpflanzen können starken Schwankungen in Ihrem Wirkstoffgehalt unterliegen. Ein professioneller Heilpflanzen-Anbau kann solche Schwankungen berücksichtigen und den optimalen Erntezeitpunkt nutzen.

Und es gibt einfach professionelle Herstellungsverfahren (zum Beispiel die Perkolation), welche nicht einfach so zuhause in der Küche durchgeführt werden können, und dem einfachen Ansetzen der Heilpflanzen im Alkohol überlegen sind.

Das sorgfältige Herstellen von Heilmitteln braucht Fachkenntnisse und eine entsprechende Einrichtung. Das gilt auch für pflanzliche Heilmittel wie zum Beispiel Pflanzentinkturen. Es ist ein sich in letzter Zeit offenbar verbreitender Irrtum zu glauben, dass Fachkenntnisse in der Pflanzenheilmittel-Produktion überflüssig sind.

Problemlos selber herstellen lassen sich eigentlich nur Kräutertees, die zudem den Pflanzentinkturen bezüglich Wirkstoffgehalt in der Regel deutlich überlegen sind.

Zum Thema „Kräutertee oder Pflanzentinktur“ siehe auch:

Pflanzentinkturen oder Kräutertees?

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Rundblättriger Sonnentau – eine faszinierende Heilpflanze

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Der fleischfressende Rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia) ist eine Art aus der Familie der
Sonnentaugewächse (Droseraceae).
Im Jahre 1860 stieß Charles Darwin auf einer Heide in Sussex auf Vorkommen des Rundblättrigen Sonnentaus. Er staunte über die große Anzahl der gefangenen Insekten. Darwin begann daraufhin, den Sonnentau in Hinsicht auf eine mögliche Karnivorie näher zu untersuchen. Karnivoren sind fleischfressende Pflanzen.

Darwin führte über Jahre ausgiebige Versuchsreihen am Sonnentau durch. Zwar war die Idee der Karnivorie von Pflanzen nicht neu, wurde jedoch von den Botanikern jener Zeit einhellig abgelehnt.

Mit dem 1875 in englisch und schon im folgenden Jahr in deutsch vorliegenden Werk „Insectivorous Plants“ („Insectenfressende Pflanzen“) bewies er die Existenz der Karnivorie für den Rundblättrigen Sonnentau und zugleich für zahlreiche weitere Gattungen und Arten. So widerlegte er das von Carl von Linné aufgestellte Dogma, dass die Karnivorie „wider die gottgewollte Ordnung der Natur“ sei.

Wir verdanken es also der Beobachtungsgabe und der Ausdauer von Charles Darwin, dass das bis dahin Undenkbare (Pflanzen hatten den Tieren als Nahrung zu dienen und nicht umgekehrt!) dokumentiert und 1875 veröffentlicht wurde.

Die dokumentierte Anwendung des Sonnentaus als Hustenmittel geht bis in das Mittelalter zurück. Vor der Entdeckung von Antibiotika und der Entwicklung von
Schutzimpfungen war Sonnentaukraut ein bedeutendes Mittel bei Keuchhusten.

Auch heute noch zählt Sonnentau zu den Heilpflanzen, die bei Husten zum Einsatz kommen.
Sonnentau wächst vor allem im Hochmoor und steht unter Naturschutz – nicht selber sammeln!
Falls Sie den Sonnentau in der Natur kennen lernen möchten, können Sie dies an meiner Heilpflanzen-Exkursion in Vals.
Infos zum Kurs Heilpflanzen & Alpenblumen im Valsertal:
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Sonnentau-Fotos in der Bildergalerie:
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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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