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Aromatherapie und Massage zur Linderung von Symptomen bei Krebspatienten

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Menschen mit Krebs können unter Symptome wie Schmerzen, Angstzustände oder Stress leiden. Massagen mit oder ohne Aromatherapie können zur Linderung dieser Symptome beitragen. Massagen bestehen in der Anwendung von Druck auf den Körper. Dabei kann ein fettes Massageöl verwendet werden. Werden dem fetten Öl ätherische Öle wie zum Beispiel Lavendelöl oder Rosenöl zugegeben, wird diese Anwendung Aromatherapie-Massage genannt.

Im August 2015 suchte eine Gruppe von Forschenden nach klinischen Studien, die die Wirksamkeit von Massagen mit oder ohne Aromatherapie zur Symptomlinderung bei Krebspatienten untersuchen.

Sie fanden 19 kleine Studien (1274 Teilnehmer) von sehr niedriger Qualität.

Schlussfolgerung der Wissenschaftler:

„Einige kleine Studien deuteten darauf hin, dass Massage ohne Aromatherapie die Linderung von kurzfristigen Schmerzen und Angstzuständen bei Krebspatienten unterstützt. Anderen kleinen Studien zufolge kann die Aromatherapie-Massage eine mittel- oder langfristige Linderung dieser Symptome bewirken.“

Die Qualität der Evidenz sei jedoch sehr niedrig und die Resultate nicht schlüssig. Die Autoren schreiben abschliessend:

„Wir können nicht sicher sein, dass diese Behandlungen einen Nutzen bringen.“

Quelle:

http://www.cochrane.org/de/CD009873/aromatherapie-und-massage-zur-symptomlinderung-bei-krebspatienten

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/14651858.CD009873.pub3/abstract

Kommentar & Ergänzung:

Die Cochrane Collaboration ist ein weltweites, renommiertes Netz von Wissenschaftlern und Ärzten mit dem Ziel, systematische Übersichtsarbeiten (Meta-Analysen) zur Bewertung von medizinischen Therapien zu erstellen, sie aktuell zu halten und zu verbreiten. Dass Cochrane sich dem Thema Massage und Aroma-Massage annimmt, ist eher überraschend.

Natürlich sind von Massgen und Aromatherapie-Massagen bei Krebspatienten keine Wunder zu erwarten. Dass sie aber vielen Betroffenen gut tun können, liegt meines Erachtens auf der Hand und muss nicht noch speziell durch Studien belegt werden.

Trotzdem wäre es selbstverständlich wünschenswert, wenn die Wirksamkeit besser belegt werden könnte.

Es ist jedoch eher unwahrscheinlich, dass zu dieser Fragestellung grosse und aufwendige Studien gemacht werden können. Im Gesundheitswesen wird vor allem dort in grossem Stil in die Forschung investiert, wo Firmen dadurch patientierbare Produkte auf den Markt bringen können. Nur so lässt sich ein hoher Forschungsaufwand wieder hereinspielen. Dass die Qualität der Studien zum Thema Massage und Aromatherapie-Massage gering ist, dürfte daher nicht zuletzt mit den geringen finanziellen Anreizen zusammenhängen.

Zudem ist es kaum möglich, solche Studien doppelblind mit Placebokontrolle durchzuführen und damit die höchsten Standards der klinischen Forschung zu erfüllen.

Für eine Tablette lässt sich ein identisches Placebo herstellen für die Vergleichsgruppe, für eine Massage nicht.

Das erwähnte Lavendelöl ist bewährt als beruhigender Zusatz in Massageölen. Lavendelöl ist sowohl in der Aromatherapie als auch in der Phytotherapie eines der wichtigsten ätherischen Öle.

Weitere Informationen zur Wirkung und Anwendung von Lavendelöl finden Sie in der Broschüre „Ätherische Öle in der Pflege“.

Echtes Rosenöl ist sehr teuer. Es besitzt eine ausgeprägt antimikrobielle Wirkung. Zu Rosenöl siehe auch:

Aromatherapie / Phytotherapie: Rosenöl

Für Aroma-Massagen eignen sich neben Lavendelöl und Rosenöl eine ganze Reihe von weiteren ätherischen Ölen, zum Beispiel Jasminöl, Melissenöl, Rosmarinöl, Sandelholzöl, Wacholderöl oder Mandarinenöl. Die Auswahl des angewendeten ätherischen Öls wird beeinflusst von unterschiedlichen Wirkungen und von den Vorlieben und Abneigungen der behandelten Person. Die ätherischen Öle werden in der Regel nicht unverdünnt angewendet, sondern in einer Konzentration von meisten etwa 1 – 3 % gemischt mit einem fetten Trägeröl (z. B. Mandelöl, Jojobaöl).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Weidenröschenkraut bei gutartiger Prostatavergrösserung (BPH) von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) positiv bewertet

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Die EMA trägt in regelmässigen Abständen Informationen zu Arzneipflanzen zusammen und bewertet deren Einsatz in der Pharmazie. Diese Bewertungen sollen Apotheken, Ärzten und Verbrauchern klare Richtlinien geben, inwieweit der Einsatz aus wissenschaftlicher Sicht sinnvoll ist. Inzwischen liegt auch eine Beurteilung des Weidenröschenkrauts (Epilobii herba) vor.

Epilobii herba, das Weidenröschenkraut, kann nach Einschätzung der EMA-Gutachter für Patienten mit benigner Prostatahyperplasie (BPH, gutartige Prostatavergrösserung) empfohlen werden. Weidenröschen kann bei Miktionsstörungen unterstützend eingesetzt werden. Eine Wirksamkeit sei insbesondere durch den jahrelangen erfolgreichen Gebrauch der Pflanze erwiesen, schreibt die EMA, und verweist auf Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit aus mehr als 30 Jahren. In der EU sind Produkte aus Weidenröschen seit 15 Jahren auf dem Markt.

Zwar gebe es keine klinischen Studien, doch sei aus Labortests ersichtlich, dass Epilobium einen Effekt auf das Wachstum von Prostatazellen habe. Darüber hinaus konnten im Labor antientzündliche und schmerzlindernde Wirkungen festgestellt werden. Nebenwirkungen bei Anwendung von Weidenröschenkraut sind nach Aussage der EMA nicht bekannt.

Für die Fachleute sind die jahrelange sichere Verwendung und die Hinweise auf gute Wirksamkeit zur unterstützenden Behandlung der BPH ausreichend, um die Anwendung bei dieser Indikation ausdrücklich zu empfehlen. Vor der Behandlung sollen allerdings schwerere Erkrankungen durch einen Arzt ausgeschlossen werden, erklärt die EMA.

Quelle:

https://m.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/pharmazie/arzneipflanzen-ema-empfiehlt-drei-phyto-klassiker-epilobium-eleutherococcus-centaurium/?forceMobile=1%3F&noMobile=1&tx_aponews_newsdetail%5B%40widget_4%5D%5BcurrentPage%5D=2&tx_aponews_newsdetail%5B%40widget_4%5D%5BitemsPerPage%5D=1&cHash=7114c4db7166baf0d965eea791dd4b48&tx_ttnews%5BsViewPointer%5D=2

 

Kommentar & Ergänzung:

Die Inhaltsstoffe verschiedener Weidenröschen-Arten wurden intensiv im Labor erforscht und zeigten zum Teil interessante Wirkungen. Die Empfehlung der EMA steht trotzdem auf wackligem Fundament. Laborergebnisse lassen sich nicht direkt auf die Anwendung beim Menschen übertragen und Erfahrungsberichte aus traditioneller Anwendung lassen keine sicheren Schlüsse zu. Bei einer Besserung ist nie klar erkennbar, ob sie wirklich vom angewendeten Weidenröschentee ausgelöst wurde. Bei langandauernden Beschwerden schwankt die Intensität der Beschwerden meistens im Verlauf und es passiert sehr leicht, dass jede Besserung dem angewendeten Mittel zugeschrieben wird, obwohl nur das natürliche Auf und Ab der Beschwerden vorliegt. Nur klinische Studien könnten hier Klarheit verschaffen, sind aber nicht in Sicht.

Die Phytotherapie-Fachliteratur ist deutlich zurückhaltender bezüglich der Wirksamkeit des Weidenröschens als die EMA.

Weidenröschentee verdankt seine Bekanntheit den Empfehlungen von Maria Treben (1907 – 1991), die aber wegen ihren zahlreichen fragwürdigen bis gefährlichen Ratschlägen nicht vertrauenswürdig ist.

Die auf Wikipedia geäusserte Kritik teile ich voll und ganz:

„Die Stiftung Warentest äußert erhebliche Zweifel an der Sachkundigkeit Maria Trebens und weist auf mehrere Fehler in ihren Büchern hin. Sie empfehle Pflanzen zur Behandlung schwerer Krankheiten bis hin zu Krebs, deren Wirksamkeit für diese Pflanzen überhaupt nicht nachgewiesen seien. Teilweise verwechsele Treben wichtige Fachbegriffe, beispielsweise den Zucker Inulin mit dem Hormon Insulin, wodurch sie fälschlich Löwenzahn gegen Diabetes mellitus empfehle. „Ihr Schöllkraut-Rezept gegen Leber- und Gallenleiden ist eine Anleitung zur Vergiftung. Der Ratschlag, Ohnmächtigen einen Esslöffel Schwedenbitter einzuflößen, ist lebensgefährlich.“

Die Universitätsklinik Freiburg äußert in ihrem Ratgeber für Krebspatienten: „(…) gefährlich ist (…) die Grundtendenz, alle Krankheiten als mit Kräutern heilbar darzustellen. Treben behauptet mit Hinweis auf Sebastian Kneipp, dass das Zinnkraut jeden gut- oder bösartigen Tumor zum Stillstand bringt und ihn langsam auflöst. (…) Gegenüber den ‚Ratschlägen und Erfahrungen mit Heilkräutern‘ der Maria Treben ist Skepsis und Zurückhaltung geboten. (…) Gefährlich sind Ratschläge, primär gut operable und damit heilbare Tumoren zuerst versuchsweise mit Kräutern zu behandeln, z. B. Hodenkrebs mit Spitzwegerichumschlägen. Damit geht (…) viel Zeit und möglicherweise die Heilungschance verloren. Alle diese Medikamente sind in ihrer Wirksamkeit gegen Krebs unbewiesen.“

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Cannabis als alternatives Krebsheilmittel?

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Die Boulevard-Zeitung „Blick“ schafft es wieder einmal, Unfug über Heilpflanzen-Wirkungen zu verbreiten. Eine reisserische Schlagzeile ist wichtiger als seriöse Information.

„Cannabis soll Polo (71) heilen“, titelt die Zeitung. Der Mundartrocker Polo Hofer hatte vor zwei Monaten bekanntgegeben, dass er an Lungenkrebs erkrankt ist. Er unterzieht sich einer Chemotherapie.

Hofer mache nun auch eine amtlich bewilligte Cannabis-Kur, meldet „Blick“:

„Doch Polo setzt nicht nur auf Chemotherapie, sondern auch auf ein alternatives Krebsheilmittel. «Ich mache eine Cannabis-Kur!», verrät Hofer. Er sei einer der Ersten, die diese Therapie erhielten, die Bewilligung sei deshalb voll bürokratischer Hürden gewesen.“

Der Ausdruck „alternatives Krebsheilmittel“ sagt aus, dass Cannabis den Krebs bekämpft. Dafür gibt es keinerlei glaubhafte Hinweise. Cannabis kann aber bei Krebserkrankungen Appetitlosigkeit und Übelkeit lindern, die während der Chemotherapie auftreten können. Das sind wertvolle Wirkungen. Aber es ist fundamental etwas anderes als ein „alternatives Krebsheilmittel“. Dieser Begriff und auch die Schlagzeile schüren Hoffnungen, die in keiner Weise belegt sind.

Polo Hofer ist auch nicht „einer der Ersten“, die eine solche Therapie erhalten, auch wenn er offenbar davon überzeugt ist. Hätte der Autor des Artikels die Aussage überprüft, wie das von einem Journalisten erwartet werden kann, dann hätte er gemerkt, dass Cannabis bei Krebspatienten gegen Übelkeit und Appetitlosigkeit und bei MS-Kranken gegen Spastik schon seit längerem über eine Bewilligung des BAG erhältlich ist.

Dazu muss der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin zwar ein Gesuch beim BAG einreichen. Es ist aber stark übertrieben zu sagen, dass eine solche Bewilligung „voll bürokratischer Hürden“ sei. Wenn der Arzt weiss, wie dieses Gesuch aussehen muss, dann geht das Verfahren in der Regel zügig vonstatten.

Es ist zwar sinnvoll, wenn „Blick“ über die medizinische Anwendung von Cannabis informiert. Der Artikel enthält aber klare Fehlinformationen und die Cannabis-Kur von Polo Hofer wird faktenwidrig als Pionieraktion dargestellt. Der Artikel verkauft sich so aber natürlich besser.

Die Bildlegenden im Artikel sind genauso irreführend:

„Cannabis-Öl soll Polo Hofer auch gegen seine Appetitlosigkeit helfen, eine Folge der Chemotherapie.“

Die Formulierung mit „auch“ suggeriert fälschlicherweise, dass es eigentlich um eine andere Wirkung geht – die Wirkung gegen Krebs.

„Der Musiker ist einer der ersten Schweizer, denen das BAG eine Hanf-Kur bewilligte.“

Diese Aussage wird auch nicht wahrer, wenn sie wiederholt wird.

Aber trotzdem natürlich gute Besserungswünsche an Polo Hofer.

Seriöse Informationen über die medizinischen Anwendungsbereiche von Cannabis und über das nötige Bewilligungsverfahren für Patientinnen und Patienten gibt es hier:

www.panakeia.ch

Quelle:

http://www.blick.ch/people-tv/schweiz/die-kur-ist-amtlich-bewilligt-cannabis-soll-polo-71-heilen-id5751617.html

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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www.info-phytotherapie.ch/index.php/phytotherapie-infothek/was-ist-phytotherapie

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moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6

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moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15

 

 

 

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Deutschland: Bundesgericht erlaubt erstmals Cannabis-Anbau für Schmerzpatienten

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Cannabis als Medikament ist umstritten und der Eigenbau war bislang untersagt. Nun erging ein richtungsweisendes Urteil zu diesem Thema:

Ein schwerkranker Patient darf zu Hause Cannabis zu Behandlungszwecken kultivieren.

Diesen Entscheid fällte nun das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig (BVerwG 3 C 10.14).

Die Klage eines an Multipler Sklerose (MS) erkrankten Mannes war damit in dritter und letzter Instanz erfolgreich.

Der 52-Jährige Mann aus Mannheim ist seit 1985 an MS erkrankt und reduziert die Symptome seiner Krankheit seit vielen Jahren mit Cannabis. Die Cannabis-Pflanzen baut er selber zu Hause an. Weil das nicht legal ist, kämpfte er auf dem Rechtsweg für eine Ausnahmegenehmigung.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte eine Ausnahmegenehmigung abgelehnt. Zwar leben in Deutschland mehr als 600 Patienten, die Cannabis als Medikament einsetzen dürfen. Sie müssen es jedoch in der Apotheke kaufen und dürfen es nicht selbst kultivieren. Die Kosten für den Medizinalhanf tragen die gesetzlichen Krankenkassen nicht.

Das Bundesverwaltungsgericht verpflichtete mit seinem Urteil nun das BfArM, „dem Kläger zu erlauben, Cannabis anzubauen, zu ernten und zum medizinischen Zweck seiner Behandlung zu verwenden“. Cannabis helfe dem 52-Jährigen, der wegen seiner Krankheit unter anderem an spastischen Lähmungen, Sprachstörungen und depressiven Störungen leidet.

Damit bestätigt das Bundesgericht Feststellungen, die bereits das Oberverwaltungsgericht Münster in der Vorinstanz getroffen hatte. Ein anderes, gleich wirksames Medikament stehe dem Kläger nicht zur Verfügung und Medizinalhanf aus der Apotheke könne er sich aus Kostengründen nicht leisten.

Kläger-Anwalt Oliver Tolmein bezeichnete das Urteil als großen Erfolg.

Diese Einzelfallentscheidung werde sich auf gleichgelagerte Fälle auswirken. Chronisch kranke Patienten, die keine andere Chance als eine Cannabis-Behandlung hätten, würden nun nicht mehr in die Kriminalität abgedrängt. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz liess verlauten, das Urteil könne eine Hilfe für den Einzelfall sein. Grundsätzlich sei die private Hanf-Plantage aber keine Lösung für Schmerzpatienten. Vielmehr müsse endlich eine gesetzliche Regelung kommen.

Das Bundesgesundheitsministerium hat im Januar einen Gesetzentwurf vorgelegt, der bestimmten Patienten den Zugang zu Cannabis erleichtern soll und auch die Kostenübernahme durch die Krankenkassen regelt.

Quelle:

http://www.focus.de/finanzen/recht/bundesgericht-erlaubt-cannabis-anbau-fuer-schmerzpatienten_id_5412801.html

Kommentar & Ergänzung:

Cannabis als Medikament ist nicht ohne Risiko – wie grundsätzlich alle anderen wirksamen Arzneimittel auch. Dass aber schwerkranken MS- oder Krebspatienten, die ihre Beschwerden mit Cannabis markant lindern können, derart Steine in den Weg gelegt werden bis hin zur Kriminalisierung, ist einfach nicht akzeptabel.

Seit Jahren gibt es Bestrebungen, diesen unwürdigen Zustand zu verbessern. Das Bundesgericht hat mit diesem Entscheid einen wichtigen Schritt zur Verbesserung getan.

Es gibt bereits legale Möglichkeiten zur Anwendung von Cannabis-Wirkstoffen als Arzneimittel – zum Beispiel Dronabinol (= isoliertes THC, nicht aus Cannabis). Damit sind allerdings nicht alle Patientinnen und Patienten optimal bedient, weil manchmal die Anwendung von Cannabis-Wirkstoffen „als Team“ wirksamer ist als die Verabreichung von THC isoliert.

Auch braucht es für Dronabinol in der Schweiz immer noch eine Bewilligung des Bundesamts für Gesundheit (BAG), was eine administrative Hürde ist. Und bei Langzeitanwendungen wird Dronabinol für die Kranken teuer, weil das Präparat nicht von der Krankenkasse bezahlt wird.

Legalisierter Eigenanbau wäre daher durchaus eine interessante Option. Mir scheint allerdings, dass dazu auch eine fachlich versierte Beratung angeboten werden sollte (Anbau, Ernte, Zubereitung, Dosierung), damit Wirksamkeit und Sicherheit gewährleistet sind.

Siehe auch:

Neues Cannabis-Medikament in der Schweiz

Cannabis für Patienten in der Schweiz legal erhältlich?

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Onkologie: Johanniskraut beim Chronischen Fatigue Syndrom?

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In der Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie (Nr. 1 / 2015) schreibt Christian Thuile, Leiter der Abteilung für Komplementärmedizin am KH Meran, über Johanniskraut beim Chronische Fatigue Syndrom:

„Wir alle kennen Johanniskraut für den Einsatz bei depressiven Ver- stimmungen, leichten und mittelschweren Grades. Die Studienlage ist gut und es gilt als klinisch anerkannt. Es wäre sozusagen prädestiniert für den Einsatz beim krebskranken Menschen, Niedergeschlagenheit ist ja ein häufiges Problem, das den Erkrankten begleitet. Dazu gibt es noch Studien die zeigen, dass Johanniskraut absolut positive Effekte auf das Chronische Fatigue Syndrom hat, also geradezu ideal vom Profil her.“

Thuile geht aber auch auf die Wechselwirkungen ein, die Johanniskraut mit manchen Chemotherapeutika auslösen kann:

„Leider schaut es in der Realität aber wieder ganz anders aus. Es gibt Chemotherapeutika (z. B. Irinotecan, aber auch viele andere) die denselben Abbaumechanismus in der Leber verwenden wie das Johanniskraut. Das ausschlaggebende Enzym ist das Cytochrom P 450 (3A4); wie stark diese Interaktion sein kann, sieht man an der Tatsache, dass Irinotecan unter dem Einfluss von Johanniskraut bis zu 40 Prozent schneller abgebaut werden kann. Der schnellere Abbau klingt auf den ersten Blick vielleicht verlockend positiv in Hinblick auf Nebenwirkungen, bedeutet aber ganz klar einen deutlichen Wirkungsverlust der Chemotherapie.“

Quelle:

http://www.phytotherapie.co.at/pdf/PT0215.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Als „Fatigue“ wird eine besonders ausgeprägte Form der Erschöpfung bei Krebspatienten bezeichnet. Nicht alle Tumorpatienten sind davon gleichermassen betroffen: Bei vielen Krebspatienten tritt die Fatigue akut auf und steht in direktem Zusammenhang mit einer Behandlung. Die akute Fatigue verschwindet in den meisten Fällen rasch nach Abschluss der Krebsbehandlung. Wer noch Wochen oder Monate nach abgeschlossener Krebstherapie darunter leidet, obwohl die Krebserkrankung nicht fortschreitet oder sogar geheilt werden konnte, leidet an einer chronischen Fatigue. Sie kann die Lebensqualität Betroffener stark einschränken.

Der Hinweis auf eine positive Wirkung des Johanniskrauts beim Chronischen Fatigue Syndrom ist interessant. Die Studienlage zu diesem Thema ist zwar sehr schmal. Ich finde dazu nur eine kleine Pilotstudie aus dem Jahr 1998:

Hypericum for fatigue — a pilot study

  1. Stevinson, M. Dixon, E. Ernst

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0944711398800408

Zwanzig depressive Patienten wurden über sechs Wochen mit Johanniskraut behandelt, wobei sich die Müdigkeit verringerte. Es gab keine Placebo-Kontroll-Gruppe und es handelte sich nicht um Krebspatienten, sondern um depressive Personen.

„Studien die zeigen, dass Johanniskraut absolut positive Effekte auf das Chronische Fatigue Syndrom hat“, müssten anders aussehen.

Trotzdem scheint es mir sinnvoll, Johanniskraut beim Chronischen Fatigue Syndrom in Auge zu behalten, insbesondere natürlich für Situationen, in denen gleichzeitig eine depressive Thematik vorliegt.

Der Warnhinweis auf die Wechselwirkungen von Johanniskraut mit diversen Chemotherapeutika ist sehr berechtigt.

Allerdings treten solche Wechselwirkungen mit Wirkungseinbusse der Chemotherapie nur auf, wenn Johanniskraut parallel zur Chemo eingenommen wird. Das Chronische Fatigue Syndrom kann aber noch lange nach dem Therapieende anhalten und dann sind diese Wechselwirkungen hinfällig.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Welche Bedeutung hat Cannabis für die Medizin?

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Vor kurzem hat das Verwaltungsgericht in Köln entschieden, dass in begründeten Einzelfällen der Eigenanbau von Cannabis zu therapeutischen Zwecken erlaubt ist.

Näheres siehe dazu hier:

Gericht erlaubt Schmerzpatienten Eigenanbau von Cannabis  (auch mit Informationen zur arzneimittelrechtlichen Situation in der Schweiz).

In der „Deutschen Apothekerzeitung“ publizierte Prof. Dr. Thomas Herdegen daraufhin eine Einschätzung bezüglich der Bedeutung von Cannabis in der Medizin:

„Auch wenn, insbesondere aus den USA, immer wieder neue Anwendungsgebiete für Cannabis propagiert werden, beschränken sich die Indikationen, für die es Hinweise auf einen belegbaren Nutzen gibt, auf Schmerzhemmung, Schmerzen und Spastik bei multipler Sklerose, Anti-Emesis und Appetitsteigerung bei Kachexie.“

Grundsätzlich seien Cannabinoid-haltige Arzneimittel zwar in der Regel gut verträglich, doch zeigten sie große individuelle Unterschiede in der Wirksamkeit. Je nach Indikation würden sie oft in ihrer Wirkung von Arzneistoffen der ersten Wahl übertroffen.

Obwohl in manchen Studien nur gering verbesserte Mittelwerte oder schwache klinische Effekte gezeigt werden konnten, sei nicht auszuschließen, dass gewisse Subgruppen der Patientinnen und Patienten von Cannabinoiden profitieren.

Nach Prof. Herdegen stellen sie daher in der Hand von erfahrenen, im Umgang mit Cannabinoiden vertrauten Therapeuten für einige Erkrankungen eine sinnvolle Therapieoption dar, wobei sie aber meist 2. Wahl seien.

Prof. Herdegen geht auch auf Risiken und Nebenwirkungen ein:

„Die gefürchteten psychogenen Wirkungen mit Missbrauch, Einschränkung kognitiver Fähigkeiten und Entzug beim Absetzen treten, ausgenommen von Einzelfällen, weit jenseits der therapeutischen Dosierungen auf. Beim medizinisch indizierten Einsatz kommt es vor allem zu folgenden, nicht-psychogenen Nebenwirkungen: Müdigkeit, Aufmerksamkeitsstörung, Schwindel, Hypotension, Mundtrockenheit, vermindertem Tränenfluss sowie gastrointestinalen Irritationen. Generell unterliegen die Nebenwirkungen aber einer mehr oder weniger raschen Toleranz (Beginn nach Tagen bis Wochen), was den Verdacht nahelegt, dass das auch bei den Wirkungen der Fall sein könnte.“

Zusammenfassend hält der Experte fest, „dass aus medizinischer Sicht die Cannabinoide zum ‚therapeutischen Arsenal’ gehören, wenn auch als Mittel der zweiten Wahl.“

Gerade in der Schmerztherapie könne dieses Arsenal aber nicht groß genug sein und auch die Standard-Therapeutika wie COX-Inhibitoren und Opioide seien im Umgang nicht weniger problematisch.

Die Kosten für standardisierte Cannabinoid-Arzneimittel sollten daher von den Krankenkassen übernommen werden, wenn ihre Anwendung medizinisch begründet ist, schreibt Herdegen.

Quelle:

http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2014/08/01/wann-cannabis-helfen-kann/13472.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Ich teile die Stossrichtung dieser Einschätzung voll.

Cannabis sollte klar zum „therapeutischen Arsenal“ der Medizin gehören.

Und der medizinische Einsatz von Cannabis sollte kritisch diskutiert werden und auf Indikationen begrenzt, für welche ausreichend dokumentierte Wirksamkeit vorliegt. Fragwürdig ist es jedenfalls, Cannabis als Heilmittel für alle möglichen Beschwerden zu propagieren.

Schmerzkranke und Menschen mit Spastik, zum Beispiel bei Multipler Sklerose, sollten aber einen legalen Zugang zu Cannabis als Arznei haben, wenn sie damit ihre Beschwerden lindern können.

Dasselbe gilt für Krebspatienten zur Linderung von Übelkeit und Erbrechen, die als Begleiterscheinung von Chemotherapien auftreten können, sowie zur Linderung von Appetitlosigkeit.

Zum Urteil des Verwaltungsgerichts siehe auch:

Cannabis-Eigenanbau: Pharmazeutische Bedenken 

Und weiteres zur medizinischen Anwendung von Cannabis:

Cannabis als Arznei 

 

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Cannabis als Arznei

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Das Kölner Verwaltungsgericht hat vor kurzem entschieden, dass chronische Kranke (z. B. Schmerzpatienten) in Ausnahmefällen künftig für den therapeutischen Eigenbedarf Cannabis bei sich zu Hause anbauen dürfen. Die erfolgreichen Kläger in diesem Verfahren nehmen die Cannabis zur Schmerzlinderung –was eines der Hauptanwendungsgebiete dieser Pflanze in der Medizin ist.

Cannabis hat aber eine ganze Reihe von nützlichen Wirkungen, durch welche die Pflanze aus medizinischer Sicht interessant wird.

Cannabis soll Schmerzen lindern, den Appetit fördern, Übelkeit oder Brechreiz entgegenwirken, Krämpfe und Muskelverspannungen (Spastik) lösen und die Stimmung verbessern.

Die Datenlage für die meisten Anwendungen sei dünn, schreibt Spiegel online in einem Überblick. Wissenschaftler beklagen zum Teil, dass der Goldstandard der medizinischen Studie, der doppelblinde placebokontrollierte Versuch, häufig bereits daran scheitert, dass man die Patienten schlecht „verblinden“ kann. Sie merken eben, ob sie nur ein Placebo bekommen oder eine auf das Bewusstsein wirkende Droge. Cannabis als Heilpflanzen ist zudem nicht sehr interessant für die Forschung, weil man sie nicht patentieren kann, Darum fliest nicht viel Geld in diese Forschung und die Studien sind eher klein und damit nur beschränkt aussagekräftig. Die meisten Studien werden zudem mit isolierten Inhaltsstoffen wie THC und / oder Cannabidiol durchgeführt und nur wenige mit dem „ganzen“ Cannabis. Cannabis enthält aber eine vielfältige Palette an Inhaltsstoffen und es gibt Patienten, denen das ganze Kraut besser hilft als isoliertes THC.

Dass Cannabis den Appetit steigert, ist schon lange bekannt. Dieser Effekt kann – verbunden mit der Reduktion des Brechreizes – hauptsächlich für Krebspatienten segensreich sein, die unter einer belastenden Chemotherapie abmagern.

Auch Aids-Patienten können von der appetitanregenden und Übelkeit hemmenden Wirkung profitieren, da ihre Krankheit oft mit Gewichtsverlust einhergeht. Darüber hinaus könnte ihren die stimmungsaufhellende Wirkung von Cannabis helfen. In einer Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration von 2013 stellen Wissenschaftler allerdings fest, dass Langzeituntersuchungen fehlen.

Quelle:

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/14651858.CD005175.pub3/abstract

Da Cannabis Spastiken vermindert, wird es zudem bei Multipler Sklerose angewendet und kann die Bewegungsfähigkeit der Betroffenen wieder verbessern. Das Fortschreiten der Krankheit kann die Pflanze jedoch nicht verlangsamen. Die Behandlung ist ausschliesslich symptomatisch. Allerdings kann Cannabis auch die mit der Krankheit auftretenden Schmerzen reduzieren.

Es gibt eine Reihe weiterer Krankheiten, bei denen Cannabis angewendet werden kann, darunter das Tourette-Syndrom. Viele Betroffene berichten über eine Abnahme der störenden Tics, schreibt Spiegel online. Auch beim Glaukom (Grüner Star) könne Cannabis oder einzelne Inhaltsstoffe helfen, indem sie den Augeninnendruck reduzieren, der bei dieser Krankheit nach und nach den Sehnerv zerstört. Dieser Effekt trete aber nicht bei allen Betroffenen auf. Und weil Cannabis die Bronchien weite, könne es auch für Menschen mit Asthma nützlich sein – allerdings nicht als Joint, der geraucht wird.

Quelle:

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/cannabis-bei-krebs-ms-oder-aids-kann-die-droge-helfen-a-982282.html

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/medizinisches-marihuana-notloesung-aus-dem-blumentopf-1.2059898

Kommentar & Ergänzung:

Zum Entscheid des Kölner Verwaltungsgericht und zur Situation betreffend der legalen Anwendung von Cannabis als Arznei in der Schweiz siehe hier:

Gericht erlaubt Schmerzpatienten Eigenanbau von Cannabis

Zum Thema Cannabis bei Glaukom habe ich vor einiger Zeit mit einem Augenarzt gesprochen, der sich intensiv mit Phytotherapie in der Augenheilkunde befasst hat (und heute allerdings nicht mehr praktiziert). Aussage: Für eine relevante Wirkung brauche es hohe Dosierungen und zwar geraucht, weil der Wirkstoff so rascher in den Körper gelangt und dieser starke Initialimpuls offenbar nötig ist, um den Augeninnendruck zu senken. Peroral – also über den Verdauungstrakt appliziert – steigt der Spiegel langsamer, was offenbar nicht ausreichend sein soll.

Wenn das stimmt, scheint mir die Anwendung von Cannabis bei Glaukom nicht sehr sinnvoll, da es zu diesem Zweck ja eine Langzeitanwendung braucht. Und eine Langzeitanwendung von Cannabis in höheren Dosen und dann noch als Joint? – Da dürften die üblichen augenmedizinischen Augeninnendrucksenker sinnvoller sein.

Gegen die Spastik, zum Beispiel bei Multipler Sklerose, oder zur Linderung von Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen bei Krebserkrankungen bzw. Krebstherapien, halte ich die Anwendung für plausibel bei Patientinnen und Patienten, die gut darauf ansprechen.

Siehe auch:

Cannabis-Eigenanbau: Pharmazeutische Bedenken

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

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Rheumatoide Arthritis: Studie vergleicht Wilfords Dreiflügelfrucht (Tripterygium wilfordii) mit Methotrexat

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Wilfords Dreiflügelfrucht (Lei Gong Teng, Tripterygium wilfordii), eine Heilpflanze der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), scheint dem Basistherapeutikum Methotrexat bei rheumatoider Arthtitis ebenbürtig zu sein. Darauf deuten die Resultate einer Studie hin, die im Fachjournal »Annals of the Rheumatic Diseases« publiziert wurde. Die Studie war allerdings weder verblindet noch placebokontrolliert.

Alle Pflanzenteile der in Ostasien beheimateten Kletterpflanze Wilfords Dreiflügelfrucht (Triptery­gium wilfordii) sind hochgiftig.

In der TCM werden die Wirkstoffe aus der Pflanze in niedrig dosierten Extrakten bei Gelenkschmerzen, Fieber, Ödemen und lokalen Entzündungen. In vitro (= im Reagenzglas) und in vivo (= im Tierexperiment) sind ausgeprägte entzündungshemmende und immunsuppressive Effekte dokumentiert. Welche der rund 300 Inhaltsstoffe dafür verantwortlich sind, ist allerdings nicht geklärt.

Nachdem bereits frühere Studien einen günstigen Effekt von Lei Gong Teng bei rheumatoider Arthritis dokumentiert hatten, wurde das TCM-Mittel jetzt in einer offenen, randomisierten Studie gegen das Standardmedikament Methotrexat geprüft, den Goldstandard unter den Basistherapeutika.

Die Studie wurde als Koproduktion chinesischer Zentren und dem US-amerikanischen National Institute of Arthritis and Musculoskeletal Skin Diseases durchgeführt.

Durchgeführt wurde die Studie am Peking Union Medical College Hospital (PUMCH), einer Klinik der tertiären Schwerpunktversorgung, an der jedes Jahr mehr als 30.000 Patienten mit rheumatoider Arthritis behandelt werden.

Total 207 Patienten mit aktiver rheumatoider Arthritis (RA) wurden in drei Gruppen eingeteilt: Die erste Gruppe wurde mit Methotrexat in einer Dosis von 12,5 mg einmal pro Woche behandelt, die zweite Gruppe bekam 20 mg Tripterygium-Extrakt als Tabletten dreimal pro Tag, und bei der dritten Gruppe wurden beide Therapien kombiniert angewendet.

Eine Überprüfung nach sechs Monaten ergab folgende Resultate: 55 Prozent der Patienten, denen die Lei Gong Teng gegeben wurde, kamen auf eine deutliche Besserung. Beim Medikament Methotrexat allein waren es nur 46 Prozent. Am besten schnitt die Gruppe ab, die eine Kombination aus beiden bekommen hatte: Beinahe 77 Prozent dieser Patienten erreichten eine deutliche Verbesserung.

Durch Kombination beider Ansätze kann demnach eine deutliche Verbesserung der therapeutischen Wirksamkeit erreicht werden.

Die Studie hat allerdings ein paar Schwachstellen, welche die Aussagekraft einschränken.

Die Studie war zwar randomisiert, das heisst, die Teilnehmenden wurden per Zufallsprinzip auf die drei Gruppen verteilt. Es fehlt aber eine Placebo-Gruppe, da nach Auskunft keine geeigneten Placebo-Tabletten zur Verfügung standen.

Die behandelnden Ärzte und Patienten wussten also, welches Medikament ihnen verabreicht wurde. Darüber hinaus war der Untersuchungszeitraum zu kurz, um eine Aussage darüber zu machen, ob die Heilpflanze die Krankheit auch stoppen konnte oder ob sie nur die Symptome linderte. Zudem war die Methotrexat-Dosis geringer als in westlichen Ländern üblicherweise verabreicht.

Wilfords Dreiflügelfrucht ist zwar ein Naturheilmittel, doch gilt es einige kritische Punkte bezüglich Verträglichkeit zu beachten. Insbesondere muss mit Nebenwirkungen im Verdauungstrakt gerechnet werden, die in dieser Studie allerdings meist milde ausfielen (und auch bei Methotrexat auftraten) . Eine weitere Nebenwirkung von Tripterygium wilfordii sind Fertilitätsstörungen (Störungen der Fruchtbarkeit). Alle Teilnehmenden mit Kinderwunsch wurden daher von der Studie ausgeschlossen. Das selbe galt auch für Schwangere und Stillende, weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass Wilfords Dreiflügelfrucht auch eine teratogene Wirkung entfaltet. Teratogen = Fehlbildungen bewirkend.

Quellen:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=51988&no_cache=1&sword_list%5B0%5D=dreiflügelfrucht

http://www.salzburg.com/nachrichten/gesundheit/sn/artikel/heilpflanze-wirksamer-gegen-rheuma-als-gaengiges-medikament-102896/

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/58360/Rheumatoide-Arthritis-Chinesisches-Phytopharmakon-haelt-Vergleich-mit-Methotrexat-stand?s=wilfords

http://ard.bmj.com/content/early/2014/03/18/annrheumdis-2013-204807

 

Kommentar & Ergänzung:

Fragwürdige Propaganda als Krebsheilmittel

Wilfords Dreiflügelfrucht wird im Internet auf einer ganzen Reihe von fragwürdigen Websites mit hanebüchenen und haltlosen Versprechungen propagiert wie: Zerstört Krebs in 40 Tagen. Und das auch noch mit der grossartigen Attitüde des Aufdeckens unterdrückter Erkenntnisse.

Dass es sich dabei um Zellexperimente und Tierversuche an Mäusen handelt, die sich nicht einfach auf die Situation von Krebspatienten übertragen lassen, geht dabei unter. Und dass für diese Mäuseexperimente ein Inhaltsstoff der Pflanze durch einen chemischen Trick in eine nicht giftige Form gebracht wird, verschweigen die „Aufdecker“ sowieso. Es werden einfach ein paar interessante Ergebnisse aus der Grundlagenforschung zu einer Sensation aufgeblasen, bevor das Mittel seine Tauglichkeit bei Krebspatienten gezeigt hat. Dass die Situation nicht so einfach ist, ergibt sich auch aus der Beschreibung des relevanten Inhaltsstoffs von Wilfords Dreiflügelfrucht – Triptolid – auf Wikipedia:

„Gegenüber einer Reihe von Krebszelllinien (in vitro), als auch im Modellorganismus (in vivo) zeigt Triptolid eine hohe zytostatische Wirksamkeit. So ist es in der Lage das Wachstum von Tumoren und Metastasen zu verringern. Triptolid ist dabei in Konzentrationen von 2 bis 10 ng/ml (in vitro) wirksam und zeigt dabei eine höhere Wirksamkeit als beispielsweise Chemotherapeutikum Paclitaxel (Taxol). Als Folge dieser Erkenntnisse wurden verschiedene klinische Studien mit Triptolid als Chemotherapeutikum begonnen. Durch die hohe Toxizität haben Triptolid und seine verwandten Inhaltsstoffe von T. wilfordii nur eine kleine therapeutische Breite. Um die Toxizität zu reduzieren, wurden verschiedene Derivat hergestellt. Mit Hilfe von Aspergillus niger wurden strukturelle Modifikationen erhalten, die in vitro eine hohe Wirksamkeit gegenüber humanen Krebszelllinien zeigen. Ein wasserlösliches Triptolid-Derivat mit der Bezeichnung PG490-88 befindet sich derzeit in der klinischen Phase-I zur Behandlung solider Tumoren.“

Wenn im Internet also Wilfords Dreiflügelfrucht als Kräuterpräparat gegen Krebs propagiert wird, fehlt dem eine verlässliche Basis.

 

Wilfords Dreiflügelfrucht bei rheumatoider Arthritis möglicherweise wirksam

 

Beim Anwendungsbereich rheumatoide Arthritis gibt es dagegen einige Studien, die eine Wirksamkeit nahelegen, wenn auch nicht zweifelsfrei belegen. Elend ist allerdings, dass eine solcherart vorsichtige Formulierung nicht besonders gut ankommt. Viel attraktiver sind Schlagzeilen wie „TCM-Heilpflanze wirksamer als gängiges Rheumamedikament“.

Die fehlende Verblindung und die fehlende Placebo-Vergleichsgruppe sind bei der beschriebenen Studie unübersehbare Schwachpunkte. Theoretisch zu mindestens wäre es möglich, dass alle festgestellten Verbesserungen in allen drei Gruppen Placebo-Effekte sind. Die Placebo-Hypothese verträgt sich sogar mit der besseren Wirksamkeit der Kombitherapie. Die Erwartungshaltung der Patienten steigt, wenn sie zugleich ein chinesisches und ein westliches Medikament bekommen.

Siehe auch:

Zur Wirkung von Chinakraut / Wilfords Dreiflügelfrucht bei rheumatoider Arthritis 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

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Kräuterheilkunde und moderne Medizin vertragen sich hervorragend

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Der „Volksfreund“ aus Trier veröffentlichte ein Interview mit Dr. Michael Weiss, Allgemeinmediziner und Landarzt in Gelting (Schleswig-Holstein). Er ist seit 2009 als „Kräuterdoktor“ fester Bestandteil der NDR-Sendung „Landpartie – Im Norden unterwegs“.

Themen des Gesprächs waren die Wirksamkeit der Kräuterheilkunde und die Zusammenarbeit von Kräuterheilkunde und moderner Medizin.

Zitat daraus:

„Kräuterheilkunde und moderne Medizin vertragen sich hervorragend, wenn sie verantwortungsvoll zusammengebracht werden. Extremeinstellungen bei Verfechtern der reinen Schulmedizin oder Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) sind dabei kontraproduktiv. Es wäre gleichermaßen unverantwortlich, einen Krebspatienten nur mit Kräutern zu behandeln und ihm eine lebensrettende Chemotherapie vorzuenthalten wie banale Infekte mit Chemie und Antibiotika zu bekämpfen, ohne die sanfte Naturmedizin anzubieten. Schulmedizin und Kräuterheilkunde unterstützen einander. Es ist die Kunst des Therapeuten abzuschätzen, wann die eine oder andere Heilmethode sinnvoll zum Wohle des Patienten eingesetzt werden kann.“

Quelle:

http://www.volksfreund.de/nachrichten/sport/sportmix/regional/Sportmix-Regional-Eine-Wohltat-fuer-Koerper-Geist-und-Seele-Die-Oele-der-Pflanzen-beruehren-die-Sinne;art165758,3672634

Kommentar & Ergänzung:

Phytotherapie gehört zur Naturheilkunde und ist damit ein (randständiger) Teil der Medizin. Dem Zitat stimme ich daher grundsätzlich zu. Kräuterheilkunde im Sinne einer neuzeitlichen Phytotherapie passt gut zur Medizin.

In einem vergleichbaren Sinn hat sich auch Prof. Dr. med. Reinhard Saller geäussert, der Leiter des Instituts für Naturheilkunde an der Universität Zürich.

Siehe:

Naturheilkunde als Teil der modernen Medizin

Siehe ausserdem:

Was ist Phytotherapie?

Naturheilkunde -was ist das?

Gehört Phytotherapie zur Komplementärmedizin?

Weil Phytotherapie kompatibel ist mit moderner Medizin, eignet sie sich auch besonders gut für die Integration in die Krankenpflege.

Siehe dazu:

Phytotherapie in der Pflege

Im Zitat aus dem „Volksfreund“ würde ich allerdings den Begriff „Schulmedizin“ in Frage stellen.

Siehe:

Schulmedizin – ein fragwürdiger Ausdruck

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Hilft Weihrauch bei Clusterkopfschmerz?

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In einer sehr kleinen Studie konnte Häufigkeit und Intensität der Schmerzattacken bei Clusterkopfschmerz reduziert werden. Eine placebokontrollierte Studie ist in Planung.

Eine österreichische Wissenschaftlergruppe hat unter der Leitung von Christian Lampl zeigen können, dass die Behandlung mit Weihrauch (Boswellia serrata) eine Option für Menschen mit Clusterkopfschmerzen sein könnte. Hauptsächlich dann, wenn andere Standard-Prophylaktika erfolglos geblieben sind. Sowohl Häufigkeit als auch Intensität der Schmerzattacken konnte vermindert werden. Clusterkopfschmerzen gehören zu den schmerzhaftesten Erkrankungen überhaupt. Bei rund zehn Prozent der Betroffenen entwickelt sich eine chronische Verlaufsform.

Die Wissenschaftler verabreichten vier Patienten, die an chronischen Clusterkopfschmerzen litten, zusätzlich zur bestehenden Medikation dreimal täglich 350 Milligramm Weihrauch. Bei allen Patienten waren davor mindestens drei Standard-Prophylaktika erfolglos geblieben und die Hälfte der Schmerzanfälle trat während des Schlafes auf. In der Studie zeigte sich, dass die orale Gabe von Weihrauch sowohl die Häufigkeit, als auch die Intensität der Schmerzattacken langfristig reduzieren konnte.

Schon nach einer Woche zeigte sich eine deutliche Verbesserung.

Studienautorin Christine Schweiger vom Konventhospital Barmherzige Brüder in Linz erklärt, dass die rasche Verbesserung der Schmerzattacken während der Nacht jenen Daten ähnelt, die aus Studien an Krebspatienten bekannt seien, die mit Weihrauch behandelt wurden.

Auch die Schlafqualität der Patienten soll sich deutlich verbessert haben. Der Langzeiteffekt wurde durch Schilderungen der Patienten und durch Schlaf- und Schmerzprotokolle dokumentiert. Während der Therapiestudie erwies sich Weihrauch als gut verträglich mit nur wenigen Nebenwirkungen. Die Wissenschaftler planen für die Zukunft eine größere Studie, die auch placebokontrolliert sein soll.

Quelle:

http://derstandard.at/1350258699797/Weihrauch-hilft-bei-Clusterkopfschmerz

Kommentar & Ergänzung:

Es wäre ja sehr erwünscht, wenn mit dem Weihrauch ein zusätzliches Mittel zur Linderung des Clusterkopfschmerzes zur Verfügung stehen würde.

Und Weihrauch ist eine interessante Heilpflanze, die es Wert ist, intensiv erforscht zu werden.

Allerdings ist diese Studie sehr klein und weil eine Placebo-Kontrolle fehlt, auch nur beschränkt aussagekräftig.

Meldungen auf einer so schmalen Basis sind zwar durchaus interessant, doch wecken sie manchmal auch verfrühte Hoffnungen, die dann mit den grösseren, placebo-kontrollierten Studien enttäuscht werden.

Zur Weihrauch als Heilpflanze siehe auch:

Weihrauch-Forschung: Boswelliasäuren hemmen Entzündungen

Weihrauch als Heilpflanze bei Rheuma und Darmentzündungen

Weihrauch-Forschung zu Polyarthritis, Osteoarthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Asthma bronchiale

Weihrauch bei chronischen Darmerkrankungen

Weihrauch als Heilpflanze gegen Stress, Angst und Depressionen?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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